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Freitag, 16. März 2012

Trespass








Trespass
(Trespass)
mit Nicolas Cage, Nicole Kidman, Ben Mendelsohn, Liana Liberato, Cam Gigandet, Jordana Spiro, Dash Mihok, Emily Meade, Nico Tortorella, Brandon Belknap, Terry Milam, Tina Parker, David Maldonado, Nilo Otero, Simone Levin
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Karl Gajdusek
Kamera: Andrzej Bartkowiak
Musik: David Buckley
FSK 16
USA / 2011

Als die maskierten Männer in ihr Haus stürmen und Kyle Miller brutal niederschlagen, ist seine Frau Sarah zunächst wie erstarrt vor Entsetzen. Doch je mehr sich die beängstigende Situation zuspitzt, weil der Diamantenhändler den Safe nicht öffnen will, desto sicherer wird sich Sarah, dass sie einen der Maskierten kennt. Da war doch dieser junge attraktive Handwerker, der ein ganz eindeutiges Interesse an ihr hatte ... Und sie an ihm! So unauffällig wie möglich versucht sie, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen. Ein hochriskanter Weg, denn wenn seine Komplizen bemerken, dass sie weiß, wer hinter der Maske steckt, wäre das nicht nur ihr eigenes sicheres Todesurteil.


Nun gut, die Kritiken zum neuen Film von Joel Schumacher (Flatliners, Falling Down) fallen eher bescheiden bis schlecht aus und einige der nagativen Kritikpunkte kann man dabei durchaus nachvollziehen. Es fehlt diesem fast kammerspielartigem Film etwas an der nötigen Glaubwürdigkeit, was sich insbesondere im teils unrealistischen Verhalten der Protagonisten begründet. Bei diesem Aspekt sind die Defizite der Geschichte ziemlich offensichtlich, denn diverse Handlungsweisen sind für den Zuschauer extrem schwer nachzuvollziehen. Dennoch bin ich der Meinung, das "Trespass" erstklassige Thriller-Unterhaltung anbietet, denn trotz der angesprochenen Mankos kann das Werk durch sehr viel Spannung und etlichen eingebauten Plot-Twists überzeugen, so das man auch gern einmal über diverse andere Unzulänglichkeiten hinwegsehen kann. Das Szenario ist irgendwo zwischen "Funny Games" und "Kidnapped" angesiedelt, wobei das Geschehen jedoch zu keiner Zeit die brutale Intensität der genannten Filme erreichen kann.

Schumacher hat sich vielmehr darauf konzentriert, das sich die Machtverhältnisse zwischen Tätern und Opfern fast schon im Minutentakt ändern, so das sich die Ereignisse auf jeden Fall äußerst abwechslungsreich gestalten. Ein sehr flottes Erzähltempo sorgt dabei dafür, das im Prinzip überhaupt keine Längen auftreten und die immer wieder eingestreuten Wendungen der Story sorgen für jede Menge Brisanz unter allen Beteiligten. Dabei treten immer wieder neue Dinge auf, die den gesamten Ablauf des Szenarios in einem vollkommen anderen Licht darstellen und bis zum Ende kann man sich nie wirklich sicher sein, wie sich die ganzen Dinge zueinander verhalten. Wirklich negativ zu bewerten sind dann auch nur die stellenweise fast schon grotesken Verhaltensweisen sämtlicher Figuren, denn sowohl Täter wie auch Opfer glänzen nicht unbedingt durch ein hohes Maß an Autenzithät.

So werden beispielsweise etliche Fluchtmöglichkeiten der Familie nicht genutzt, oder die Einbrecher hinterlassen einen solch unsicheren Eindruck, das man sie manchmal nicht für ernst nehmen kann. Es fehlt ihnen definitiv an der nötigen Entschlossenheit, was selbstverständlich auch den Opfern nicht verborgen bleibt. Und so stellt Schumacher dann auch das Katz-und Mausspiel in den Vordergrund, das sich zwischen den beiden Parteien über die gesamte Laufzeit hin abspielt. Wie schon kurz erwähnt, wechseln sich die Machtverhältnisse ständig ab, wobei sich sogar die Opfer / Täter Rollen stellenweise verschieben. Dieser Punkt hinterlässt dann auch den unglaubwürdigsten Eindruck, trotzdem empfand ich es als sehr interessant, die ständigen Wendungen zu beobachten. Denn obwohl die gesamte Geschichte im Prinzip vor Logiklöchern nur so strotzt, so sind es doch gerade die ständigen Wendungen-und Überraschungsmomente, die dem Zuschauer ein spannendes-und temporeiches Filmerlebnis bescheren.

Ich persönlich hätte mir allerdings eine etwas ausführlichere Einleitung in die Geschichte gewünscht, in der man insbesondere die Personen der Familie etwas besser eingeführt hätte. Man erfährt zu Beginn nämlich so gut wie nichts über die offensichtlichen Probleme, mit denen man im späteren Verlauf konfrontiert wird. So werden dann auch ganz generell die gesamten Charaktere eher oberflächlich in die Geschichte integriert und erst im Verlauf des Geschehens kann man zu der ein-oder anderen Figur eine etwas tiefere Bindung herstellen. Letztendlich muss ich ganz ehrlich eingestehen, das "Trespass" in Sachen Logik nicht gerade ein Überflieger ist und Joel Schumacher hat ganz bestimmt einige Werke in seiner Filmografie die weitaus besser gelungen sind. Trotzdem hat mir dieser Thriller äußerst gut gefallen, denn der Unterhaltungswert ist trotz etlicher Defizite sehr hoch angesiedelt. Wenn man also über unglaubwürdige Verhaltensweisen hinwegsehen kann, dann dürfte man hier bestens unterhalten werden, denn viele Wendungen, Spannung und ein wirklich ordentliches Erzähltempo können manchmal vollkommen ausreichend sein, um diverse andere Unzulänglichkeiten zu übertünchen.


Fazit:


"Trespass" ist sicherlich kein Meisterwerk, bietet aber dennoch eine interessante Geschichte an. Ob nun besonders glaubwürdig oder nicht, der Film ist äußerst interessant und bietet auf jeden Fall Genrekost, die sich meiner Meinung nach über dem üblichen Durchschnitt ansiedelt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Making Of, Interviews, B-Roll, Originaltrailer, Trailershow

7,5/10

Mittwoch, 14. März 2012

Astaron - Brut des Schreckens








Astaron - Brut des Schreckens
(Contaminazione)
mit Ian McCulloch, Louise Marleau, Marino Masé, Siegfried Rauch, Gisela Hahn, Carlo De Mejo, Carlo Monni, Al Cliver, Nick Alexander, Angelo Ragusa, Martin Sorrentino, Brigitte Wagner
Regie: Luigi Cozzi
Drehbuch: Luigi Cozzi / Erich Tomek
Kamera: Giuseppe Pinori
Musik: Goblin / Agostino Marangolo
FSK 18
Italien / 1979

Im Hafen von New York treibt ein führerloses Schiff. Seine Fracht besteht aus einer Ladung mysteriöser, übergroßer Eier. Als ein Forscherteam die unheimliche Fracht untersuchen will, werden sie angegriffen und auf grausame Weise getötet. Die Ladung birgt ein tödliches Geheimnis, eine außerirdische Macht versucht die Menschheit zu vernichten.


Bei "Astaron - Brut des Schreckens" handelt es sich ganz bestimmt nicht um die Krone der italienischen Filmkunst, jedoch bekommt dieses herrliche Relikt der späten 70er viel zu selten Die Beachtung, die es eigentlich verdient hätte. Rein filmisch gesehen gibt es zugegebenermaßen so einige Defizite zu beobachten, was allein schon durch die doch eher dünne Rahmenhandlung ziemlich offensichtlich wird, doch dafür bekommt man erstklassige-und extrem unterhaltsame Filmkost geboten. Die Kombination aus Science/Fiction und Horror ist rein inhaltlich sicher nicht die größte Offenbarung, doch macht dieses Werk einfach immer wieder Spaß und wird auch nach der unzähligsten Sichtung nicht annähernd langweilig. Das liegt wohl auch in dem hohen Trash-Potential begründet, das "Astaron" auf jeden Fall beinhaltet, denn an einigen Stellen zaubert einem das Geschehen ganz unweigerlich den ein oder anderen recht dicken Schmunzler ins Gesicht. Das ist aber auch als eine der großen Stärken des Filmes anzusehen, dem durch diesen Aspekt sein unglaublicher Charme verliehen wird, der ihm unter den etlichen SCI/FI-Horrorfilmen einen ganz besonderen Platz einräumt.

Besonders erwähnenswert sind sicherlich die größtenteils recht derben Effekte, stellenweise geht es ordentlich zur Sache und die blutigen Passagen lassen das Herz eines jeden Gorehounds höher schlagen. Es ist immer wieder herrlich anzusehen, das zu dieser Zeit Begriffe wie CGI ein absolutes Fremdwort waren, denn die handgemachten Effekte sind doch immer noch die besten. Und diese sind zudem auch noch in einer ordentlichen Anzahl vertreten, so das man sich um die Kurzweliigkeit der Geschehnisse keinerlei Sorgen zu machen braucht. Hier ist ganz einfach die pure Unterhaltung angesagt und so kann man auch ohne Weiteres über diverse Logiklöcher in der Geschichte hinwegsehen. Auch sollte man keinesfalls einen gehobenen Anspruch auf ausgefeilte Charaktere oder besonders wertvolle Dialoge legen, denn für solche Dinge ist das Werk von Luigi Cozzi einfach nicht ausgelegt.

Die darstellerischen Leistungen sind alles andere als herausragend, aber für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. In einer der Hauptrollen ist einmal mehr Ian McCulloch zu sehen, der auch schon in anderen italienischen Produktionen wie "Zombies unter Kannibalen" oder auch "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" zu sehen war. Wie immer erledigt der bekannte Mime seinen Job ordentlich , ohne dabei jedoch herauszuragen. Bei der Darsteller-Riege ist aber auch ein deutscher Anteil vorhanden, denn mit Siegfried Rauch und Gisela Hahn sind auch Schauspieler aus unserem Land vertreten. Das diese dabei den Part der Bösewichte einnehmen ist dabei nicht besonders verwunderlich, denn anscheinend besetzt man in ausländischen Produktionen die Rolle der Fieslinge nur zu gern mit Gesichtern aus Deutschland, genügend filmische beispiele findet man da schnell.

Im Prinzip ist das aber auch eher belanglos, denn "Astaron - Brut des Schreckens" ist ein echter Kracher, der auch im Laufe der Jahre rein gar nichts von seinem Charme-und Unterhaltungswert verloren hat. Für mich persönlich hat dieser Film einen vollkommen unumstrittenen Kultstatus und gehört in jede gut sortierte Sammlung. Warum diese echte Trash-Perle nie die ihr zustehende Beachtung gefunden hat entzieht sich meinem Verständnis, denn allein schon die Begegnung mit dem Zyklopen am Ende der Geschichte dürfte ein unvergessliches Erlebnis sein. Diese eher unförmige Masse wurde nämlich so herrlich skurril in Szene gesetzt, das sie viel weniger bedrohlich, sondern witzig und amüsant erscheint. Wie dem aber auch sei, man sollte dieses kleine Juwel auf jeden Fall kennen, das sich jederzeit zu einer neuerlichen Sichtung eignet und dem Zuschauer 90 Minuten pure Unterhaltung bietet, wenn man denn im Besitz des ungeschnittenen Bootlegs ist. Die anderen deutschen Veröffentlichungen sind allesamt geschnitten wobei man hier eine Einschränkung vornehmen sollte, da es sich bei den fehlenden Passagen nicht um Härte-Szenen, sondern ausschließlich um Handlungs-Sequenzen handelt, die das Geschehen ein wenig runder erscheinen lassen.


Fazit:


Auch wenn hier filmisch nicht die höchste Stufe des italienischen Kinos erreicht wird, zählt "Contaminazione" wie der Film im Original heißt, zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen aus der damaligen Zeit. Es macht einfach immer wieder einen Heiden-Spaß, sich diese Italo-Granate anzuschauen und man verliert auch niemals die Lust an diesen Film. Von vielen Leuten extrem unterbewertet, von anderen vollkommen verschmäht zählt Cozzi's Werk zu den absoluten Kult-Klassikern der späten 70er Jahre. Wer "Astaron" nicht kennt und auch nicht sehen will, der hat es auch nicht besser verdient und ist dieser SCI/FI-Horror-Granate auch nicht würdig.


9/10

Montag, 12. März 2012

Pelts








Pelts
(Masters of Horror)
mit Meat Loaf, John Saxon, Link Baker, Elise Lew, Shawn Hall, Sylvesta Stuart, Ellen Ewusie, Michal Suchanek, Brenda McDonald, Melissa Gonzalez, Darren E. Scott, Chuck Duffy, Kelvin Lum
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Mick Garris / Matt Venne
Kamera: Attila Szalay
Musik: Claudio Simonetti
SPIO/JK
USA / 2005

Meat Loaf ist Jake Feldman, ein streitbarer Pelzhändler, der sich darum bemüht, ein bescheidenes Geschäft aufzubauen und dabei von seiner Leidenschaft für eine sexy Stripperin gepeinigt wird. Als ein sadistischer, hinterwäldlerischer Trapper eine Gruppe zahmer Waschbären tötet, ist Jake davon überzeugt, dass er aus ihren kostbaren Fellen den Mantel schneidern kann, der sein Schicksal für immer verändern wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um gewöhnliche Felle: Jeder, der mit den verwunschenen Pelzen in Kontakt kommt, wird zu unbeschreiblichen Selbstverstümmelungs- und extremen Gewaltakten getrieben. Auch wenn Jake nun das Fleisch besitzt, nach dem er sich so verzweifelt gesehnt hat – welchen grauenhaften Preis muss er für seine eigene Haut bezahlen?


Bei "Pelts" handelt es sich um eine der Episoden, die Dario Argento uir Masters of Horror-Reihe beigetragen hat und diese Folge hat es nun wirklich in sich. Ich möchte den Film sogar als einen der härtesten Beiträge bezeichnen, was in dieser ungeschnittenen Version erst so richtig zum Ausdruck kommt. Man kann aufgrund der vorhandenen Gewaltdarstellungen sogar durchaus nachvollziehen, das Argentos Film zur damaligen Zeit bei uns lediglich in der geschnittenen Version erschienen ist, beinhaltet die Geschichte doch einige richtig derbe Splatter/Gore Einlagen, die für Freunde der härteren Gangart einen absoluten Leckerbissen darstellen dürften. Doch es sind längst nicht nur die härteren Passagen die diesen Film absolut sehenswert machen, denn allein schon die Story an sich beinhaltet etwas Mysteriöses in sich, das den Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann zieht.

Die dabei entstehende Bedrohung ist zu keiner Zeit wirklich greifbar, was die geheimnisvolle Note des Geschehens nur noch zusätzlich hervorhebt und so ganzzeitig für ein äußerst spannendes Filmerlebnis sorgt. Neben dem hohen Härtegrad ist es sicherlich der Charakter des Pelzhändlers Feldman, der dieser Geschichte seinen Stempel aufdrückt, mit dem bekannten Sänger Meat Loaf hat man dabei eine absolut perfekte Besetzung gefunden. Der schmierige Charakter scheint ihm wie auf den Leib geschneidert, so das er hier mit einer glänzenden Performance aufwarten kann, die einen mehr als authentischen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Als schmierig-und siffig kann man auch getrost die vorherrschende Atmosphäre des Szenarios bezeichnen, das größtenteils sehr bedrohliche Züge erkennen lässt.

Nachdem die Geschichte in den ersten paar Minuten noch eher ruhig beginnt, ändert sich das Ambiente fast schlagartig und wartet danach mit etlichen expliziten Gewaltdarstellungen auf, die man in dieser Anzahl nicht unbedingt erwarten konnte. Dabei verdichtet sich auch die Grundstimmung zusehends und die aufgebaute Spannung kann schon sehr an den Nerven des Zuschauers zerren. Der Grund für die mysteriösen Ereignisse wird dabei nie wirklich erklärt, jedoch kann man sich aufgrund des Geschehens ohne Probleme seinen Reim auf alles machen. Nachdem man schon die gesamte Laufzeit über mit vielen harten Szenen konfrontiert wird, läuft letztendlich alles auf einen brutalen Showdown hinaus, der erstklassig und richtig derbe in Szene gesetzt wurde. Und obwohl "Pelts" mit nicht gerade wenigen Highlights bestückt ist, darf man das gewählte Ende als unumstrittenen Höhepunkt ansehen.

Letztendlich handelt es sich meiner Meinung nach um eine der allerbesten Folgen der Masters of Horror-Reihe, die man sich allerdings wirklich nur in der ungeschnittenen Version anschauen sollte, um auch die enorme Intensität der kraftvollen Bilder spüren zu können. Dario Argento hat wirklich richtig gute Arbeit geleistet und somit einen absolut sehenswerten Beitrag abgeliefert, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Pelts" erzählt eine sehr geheimnisvolle Geschichte, die im Bezug auf den Härtegrad eine ganze Menge zu bieten hat. Aber auch ansonsten wird man mit einem Genre-Beitrag konfrontiert der sich jederzeit sehen lassen kann. So manch abendfüllender Horrorfilm kann sich hier eine dicke Scheibe abschneiden und das ist nicht nur auf die SFX zu beziehen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 57 Minuten
Extras: Special Effects, Fleshing it out, Bellissima!, In the Spotlight - Cutting Edge


8/10