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Sonntag, 27. Januar 2008

Dressed to Kill






Dressed to Kill
( Dressed to Kill)
mit Michael Caine, Angie Dickinson, Nancy Allen, Keith Gordon, Dennis Franz, David Margulies, Ken Baker, Susanna Clemm, Brandon Maggart, Amalie Collier, Sean O'Rinn, Fred Weber
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Brian De Palma
Kamera: Ralf D. Bode
Musik: Pino Donaggio
FSK 18
USA / 1980

Nach einem Besuch bei ihrem Psychiater wird Kate Miller im Aufzug ihres Wohnhauses von einer unbekannten Frau mit einem Rasiermesser niedergemetzelt. Eine junge Prostituierte, die den Vorfall als einzige beobachtet hat, steht fortan als Hauptverdächtige da und muß obendrein einen Mordanschlag der wahren Täterin befürchten. Überraschenderweise findet sie jedoch in dem erwachsenen Sohn der Toten, der nicht an ihre Schuld glauben will, einen hilfreichen Vertrauten. Gemeinsam kommt man der Wahrheit auf die Spur.


Mit diesem Film schuf Brian De Palma 1980 einen der, wie ich finde, besten Horror / Thriller unserer Zeit, dieser Film ist seine Referenz an den unvergesslichen Alfred Hitchcock. das merkt man diesem fantastisch in Szene gesetzten Film auch an, Ähnlichkeiten zu Filmen von Hitchcock, die auch durchaus gewollt sind, sind hier definitiv nicht von der Hand zu weisen. Ein Horror / Thriller der Extraklasse , der ganz sicher zu den besten Genrebeiträgen überhaupt zu zählen ist und auch nach mittlerweile drei Jahrzehnten noch die gleiche Faszination auf den Zuschauer ausübt, wie in seinem Erscheinungsjahr. Und diese Faszination eröffnet sich dem Zuschauer auch immer wieder, ganz egal, wie oft man dieses Werk schon gesehen hat und dadurch die Auflösung natürlich auch kennt.

Man bekommt hier eine wirklich gute und innovative Story serviert, die den Zuschauer doch bis kurz vor dem Ende im Unklaren darüber lässt, wer der psychopatische Mörder ist. Das äusserst intelligente Katz - und Mausspiel zwischen dem Mörder und seinen Opfern gibt einem hier doch so einige Rätsel auf, bis es am Ende dann zur Auflösung kommt. Für manch Einen mag diese letztendlich vielleicht gar nicht einmal so überraschend sein, denn gibt es während der Story doch einige ganz kleine Hinweise, die einen die Identität des Killers erkennen lassen könnten. Doch selbst wenn dem so sein sollte, nimmt das dem Film rein gar nichts von seiner Klasse, denn bis es zur endgültigen Auflösung kommt, wird man mit ganzzeitig extrem spannender und atmosphärischer Filmkost bedient, die keinerlei Wünsche offen lässt.

Der Film zeichnet sich durch die erstklassigen Darsteller aus, vor allem Michael Caine als wahnsinniger Psychater ist hier besonders hervorzuheben, er spielt diesen Charakter nahezu brillant. Aber auch alle anderen Darsteller sind sehr autentisch und spielen sehr glaubhaft und überzeugend. Der Spannungsbogen ist in diesem Film extrem straff gespannt und bewegt sich auf einem extrem hohen Level und das über den ganzen Film hinweg. Es gibt hier nicht einmal den kleinsten Spannungseinbruch, geschweige denn irgendwelche Längen. Dramaturgisch absolut genial aufgebaut, entstehen so auch etliche Passagen, in denen man förmlich mit Schweissausbrüchen überzogen wird, da man die größtenteils aufgestaute Spannung kaum noch ertragen kann. De Palma hat es dabei aber ganz fantastisch verstanden, es nie zu einer kompletten Entladung kommen zu lassen, der Betrachter wird immer unter Strom gehalten und lediglich immer wieder mit einigen eher kleinen Spannungsentladungen konfrontiert, bevor dann erst ganz am Ende die gesamte Anspannung von einem abfällt.

Die superdichte und bedrohlich / unheilvolle Atmosphäre tut ihr Übriges, um diesen tollen Film zu einem absoluten Filmgenuss zu machen. Die schweissnassen Hände, die man teilweise während des Films bekommt, lassen sich einfach nicht verhindern, da man sich als Zuschauer gar nicht gegen die unheimliche Faszination dieses Films erwehren kann. Man will es aber auch gar nicht, sondern lässt sich von der einzigartigen Atmosphäre gern einfangen und geniesst ganz einfach das fantastische Rätselspiel, das absolut perfekt und ohne jegliche Längen in Szene gesetzt wurde. Nur selten trifft man auf solche Werke, die wirklich keinerlei Schwachstellen erkennen lassen und dem Zuschauer ganzzeitig ein Gefühl zu vermitteln, das sehr beklemmende Ausmaße annimmt und auch irgendwie elektrisierend erscheint. Zumeist traut man sich noch nicht einmal richtig Luft zu holen, denn die vom Geschehen ausgehende Intensität ist kaum in Worte zu fassen und legt sich wie eine bleierne Schwere auf einen, so das man sich zu keiner Reaktion in der Lage fühlt.


Fazit:


Mit "Dressed to Kill" hat Brian De Palma meiner Meinung nach ein Meisterwerk des Genres geschaffen, das in keiner gutsortierten Sammlung fehlen darf. Ein glänzend aufgelegter Michael Caine gibt hier wieder einmal eine brillante Kostprobe seiner darstellerischen Wandlungsfähigkeit, doch auch der Rest der erstklassigen Darstellerriege besticht durch die Bank durch teils herausragende Leistungen. Ein dramaturgischer Spannungsaufbau vom Feinsten und eine brillante Grundstimmung runden das Ganze ab und offenbaren ein Gesamtbild, das man nur mit dem Begriff genial beschreiben kann.




10/10

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