Follower

Freitag, 1. Februar 2008

High Tension











Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht. Eigentlich wollte Alex nur mit Freundin Marie ihre Familie auf dem land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder in das Haus ein und der Kampf ums Überleben beginnt.


Ich glaube, das es kaum übertrieben ist, wenn man "High Tension" als einen der besten und härtesten Horrorfilme der letzten Jahre einstuft. Das, was dem Zuschauer hier geboten wird, ist schon besonders starker Tobak, der auch hartgesottene Splatter / Gore Fans keineswegs unberührt lässt. Alexandre Aja ist es hier hervorragend gelungen, ein kompromissloses und knallhartes Horror-Szenario zu schaffen, das den Betrachter bewust schockiert und auch durchaus nachdenklich stimmt.

Der Knackpunkt bei diesem Film ist aber ganz eindeutig die geschichte an sich, bei der sich teilweise die Geister scheiden. Für viele ist sie einfach nur genial und innovativ, andere stören sich an zu vielen Logiklöchern, die angeblich vorhanden sein sollen. Meiner Meinung nach liegt die Wahrheit irgendwo genau dazwischen, doch wahrscheinlich wird man hier nie auf einen Nenner kommen. Zugegeben, gerade wenn man den Film zum ersten Mal sieht, kann es durchaus passieren, das man am Ende des Films mit mehreren Fragezeichen zurückbleibt, aber genau das ist für mich die eigentliche Stärke des Films.

Die meisten Dinge klären sich doch für einen selbst nach nochmaliger Sichtung des Films auf und ergeben schließlich einen Sinn, doch einige Fragen unterliegen ganz sicher auch der eigenen Interpretation des Gesehenen. Und gerade diese Art von Filmen, die nicht immer nur logisch und sofort verständlich sind, stechen doch aus der üblichen Masse heraus. "High Tension" zählt in meinen Augen ganz eindeutig zu dieser Gruppe und stellt deswegen auch ein aussergewöhnliches Filmerlebnis dar, das so manche "Aha-Momente" aufzuweisen hat.

Der vorhandene Härtegrad ist mehr als nur bemerkenswert und in einigen Passagen eventuell sogar etwas grenzwertig, doch was wäre ein echter Horror-Schocker, wenn er nicht bewust schockieren würde? Aja hat hier wirklich alle Register der Kunst gezogen, der Zuschauer wird mit einer Brutalität und Härte konfrotiert, die es in dieser extremen Form nicht sehr oft zu sehen gibt.

Durch die dichte und sehr bedrohlich vorherrschende Grundstimmung des Films wirkt das alles noch viel intensiver, man sitzt unter höchster Anspannung vor dem Bildschirm und kann seinen Blick zu keiner Zeit vom Geschehen losreissen, aus Angst, vielleicht etwas Entscheidendes verpassen zu können. Der dramaturgische Spannungsaufbau ist einfach so ausgerichtet, das man ganzzeitig wie gefesselt ist. Dadurch gibt es auch kaum kleinere Phasen, in denen man einmal etwas entspannen könnte, das Tempo wird immer konstant hochgehalten, Verschnaufpausen gibt es nicht. Auch das kann durchaus ein Grund dafür sein, das man "High Tension" vor allem beim ersten Anschauen nicht ganz verstehen kann, denn zum nachdenken bleibt hier einfach keine Zeit.

Für mich persönlich hat man es hier mit einem erstklassigen Horrorfilm zu tun, der zum Großteil auch plausibel nachvollziehbar ist. Auf jeden fall aber bekommt man es hier mit einem der härtesten Genre-Filme zu tun, die in den letzten Jahren produziert wurden. Zartbesaitete sollten sich vorher genau überlegen, ob dieser Film sie nicht eventuell überfordert. Für Fans des Genres aber handelt es sich hier um einen absoluten "Must See-Film"


10/10



Keine Kommentare: