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Sonntag, 23. November 2008

Broken - Engel des Todes






Broken-Engel des Todes
(Angels Crest)
mit Chris Bauer, Currie Graham, J. Michael Couto
Regie : J. Michael Couto
Drehbuch : J. Michael Couto / Grant Holly
Kamera : Cameron Cutler
Musik : Fuzzbee Morse
Keine Jugendfreigabe
USA / 2002




Jeden Tag nimmt Teddy seinen Arbeitskollegen Richard im Auto mit zur Arbeit. Doch eines Tages biegt Teddy völlig überraschend auf einen kleinen Weg ab, der sie zum nahe gelegenen Wald bringt. Und dort hat er eine grausame Überraschung für Richard geplant....


Das man auch mit lediglich 2 Schauspielern einen durchaus sehr interessanten Film produzieren kann, dafür hat man hier ein absolutes Paradebeispiel vorliegen. Das Regisseur J. Michael Couto hier selbst die Nebenrolle eines Tankwarts eingenommen hat, fällt da nicht weiter ins Gewicht.

Wer bei diesem Film ein ähnliches Folterszenario wie bei "Broken-Keiner kann dich retten" oder "Broken 2-The Cellar Door" erwartet, der sieht sich getäuscht, denn das wird hier nicht geboten. Vielmehr bekommt der Zuschauer einen Psycho-Thriller geboten, der Ähnlichkeiten mit einem Kammerspiel aufweist, nur mit dem Unterschied, das dieses Spiel im Wald stattfindet. Die beiden Darsteller Chris Bauer (Teddy) und Currie Graham (Richard) liefern dabei eindrucksvolle und sehr überzeugende Leistungen ab.

Selten bekommt man einen Film zu sehen, der, ohne das eigentlich irgentetwas passiert, den Betrachter so zu fesseln vermag. Dieses Werk besteht eigentlich gänzlich aus Dialogen, von denen man zu beginn nicht so richtig weiss, was sie eigentlich bedeuten sollen. Erst im Laufe des Films wird alles klarer und man versteht die gesamten Zusammenhänge. Das am Anfang bestehende Unwissen paart sich mit teilweiser Verwirrtheit, die durch klug eingestreute Zeitsprünge entsteht, so sieht man den an den Baum gefesselten Richard auf einmal durch den Wald laufen, oder beide Protagonisten im friedlichen Dialog miteinander.

Diese eingefügten Sprünge geben dem Film noch eine ganz besondere Note und verhindern so auch, das eventuell so etwas wie Langeweile beim Zuschauer aufkommt. Mit der zeit bekommt man dann mit, worum es eigentlich geht, nämlich um ganz simple Rache, die hier aber einmal auf eine ganz besondere Art und Weise verpackt wurde. So wirkt Teddy zeitweise wie ein fanatischer Gläubiger, der von kosmischer Gerechtigkeit redet und dabei so überzeugend wirkt, das man ihm glauben möchte.

Das perfide Psycho-Spiel, das J. Michael Couto hier inszeniert hat, ist wirklich absolut perfekt in Szene gesetzt worden. Beide Darsteller vermögen durch ihre Ausdrucksstärke dafür zu sorgen, das man dem Geschehen wie gebannt folgt und gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Dafür sorgt auch die sehr beklemmende und bedrückende Stimmung, die sich zwischen Täter und Opfer aufbaut, die für den Betrachter fastkörperlich spürbar ist.

Man sollte sich vorher darüber im klaren sein, auf welche Art von Film man sich hier einlässt, denn es gibt sicherlich genügend Leute, auf die "Broken-Engel des Todes" langweilig oder zähflüssig wirken mag. Wer aber dialoglastige Psycho-Thriller liebt, der wird an diesem Werk seine wahre Freude haben.



7/10

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