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Dienstag, 29. Dezember 2009

Der Unsichtbare Dritte






Der Unsichtbare Dritte
(North by Northwest)
mit Cary Grant, Charles Manson, Martin Landau, Eva Marie Saint, Jessie Royce Landis, Leo G. Carroll, Josephine Hutchinson, Philip Ober, Adam Williams, Edward Platt, Robert Ellenstein, Les Tremayne, Philip Coolidge, Patrick McVey, Edward Binns
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Ernest Lehman
Kamera: Robert Burks
Musik: Bernard Herrmann
FSK 12
USA / 1959

Ein unbescholtener Werbefachmann gerät irrtümlich ins Fadenkreuz eines feindlichen Spionagerings. Gefährliche Profi-Killer hetzen ihn quer durch die USA. Schließlich kommt es auf dem Präsidenten-Denkmal am Mount Rushmore zu einem spektakulären Showdown.


So simpel und einfach sich die Inhaltsangabe dieses Agent-Thrillers auch anhört, so genial ist die hier erzählte Geschichte in Szene gesetzt worden. Erinnerungen an Hitchcock's früheres Werk "Die 39 Stufen" werden wach, in dem auch ein Unschuldiger durch ein ganzes land gejagt wurde, nur das es sich dort um Schottland handelte. "North by Northwest", so der Originaltitel dieses Hitchcock-Klassikers gilt nicht umsonst als eines der besten und unterhaltsamsten Werke des Meisterregisseurs, von dem sich auch viele später erscheinende Filme dieser Art inspirieren ließen. Hitchcock ist es nicht nur gelungen, eine tolle Geschichte enorm spannend in Szene zu setzen, er hat eine geniale Mischung aus Thriller, Krimi, Humor und einer Prise Liebesgeschichte zu kreieren, die wirklich ihresgleichen sucht. Von der ersten bis zur letzten Minute ist man insbesondere von der temporeichen Erzählweise der Story fasziniert, die in keiner einzelnen Passage auch nur annähernd langweilig erscheint und so ganzzeitig für extrem kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung sorgt, die man in dieser Form nicht alltäglich zu sehen bekommt.

So ist man dann auch ohne große Anlaufzeit inmitten einer rasanten Jagd durch die ganzen USA, die so fantastisch und kurzweilig dargestellt wird, das man kaum merkt, wie die über zwei Stunden Laufzeit dieses Films gnadenlos schnell an einem vorbeiziehen. Dabei ist es besonders hervorzuheben, das trotz der ernsten Thematik genügend Platz für sehr humorige Passagen bleibt. In erster Linie ist dafür der damalige Womanizer Cary Grant verantwortlich, der hier den Hauptcharakter Roger O. Thornhill auf eine so symphatische Art und Weise darstellt, das man ihn einfach liebgewinnen muss. Gerade in den Phasen des Films, in denen er sich in schier aussichtslosen Situationen befindet und auch um sein Leben fürchten muss, legt er einen fast umwerfenden Charme an den Tag und ist zu keiner Zeit um einen lockeren und witzigen Spruch verlegen. Der vorhandene Humor erweckt dabei aber zu keiner Zeit den Eindruck, das er auch nur im Entferntesten unpassend oder gar deplaciert wäre, alle Situationen sind nahezu perfekt aufeinander abgestimmt, so das hier wirklich ein Rädchen in das andere greift und so einen brillanten Gesamteindruck hinterlässt.

Aber nicht nur Cary Grant läuft zu absoluter Hochform auf und bietet Schauspiel der allerbesten Art, auch der Rest der Darstellerriege ist absolut perfekt ausgewählt und weiss durch überzeugendes Schauspiel den Zuschauer für sich zu gewinnen. So sieht man so bekannte Gesichter wie Charles Manson, Martin Landau oder auch die hübsche Eva Marie Saint, die die weibliche Hauptrolle spielt. "Der Unsichtbare Dritte" ist sogar bis in die kleinsten nebenrollen excellent besetzt, so das man sich ganz generell auf hervorragende darstellerische Leistungen freuen kann, was auch nicht unbedingt in vielen Filmen der Fall ist.

Es kommt eigentlich doch sehr selten vor, das man bei einem Film so rein gar nichts zum Meckern findet, aber hier trifft man auf einen der seltenen Fälle, wo negative Kritik absolut fehl am Platz wäre. In diesem Klassiker stimmt einfach alles, man bekommt von Anfang an einen brillanten dramaturgischen Spannungsaufbau geboten, der von einem extrem rasanten und temporeichen Erzählstil begleitet wird, der dafür verantwortlich zeichnet, das der Betrachter kaum einmal durchatmen kann, denn dafür lässt einem das durchgehend faszinierende Geschehen einfach keine Zeit. Hinzu kommt der genau richtig dosierte Humor, der diesem eigentlich sehr ernstgezeichneten Szenario genau die richtige Lockerheit verleiht, ohne das die Geschichte irgendwie albern wirken würde. Und abschließend ist dann noch die überragend agierende Darstellerriege zu nennen, die mitverantwortlich dafür ist, das man mit einem Filmerlebnis erster Klasse konfrontiert wird, das auch nach mittlerweile 50 Jahren rein gar nichts von seinem Reiz und Charme verloren hat.


Fazit:


"Der Unsichtbare Dritte" ist ganz sicher eines von Hitchcocks absoluten Meisterwerken, das auch wieder einmal aufzeigt, wie vielseitig dieser fantastische regisseur doch war. Denn ganz egal, ob Thriller, Drama, Horror oder Krimi, der Mann hatte ein Händchen für aussergewöhnlich gute Filme. Aussergewöhnlich gut sind hier auch die gewählten und teils sehr berühmten Schauplätze, so gewinnt man beispielsweise einen kurzen Einblick in das Gebäude der Vereinten Nationen und erlebt ein packendes Finale auf dem Mount Rushmore, das absolut zu begeistern weiss. Diesen Film kann man also ohne zu übertreiben als einen echten Klassiker der Filmgeschichte bezeichnen, den man sich immer wieder gern anschaut.


10/10

Sonntag, 27. Dezember 2009

Sunset Vampires






Sunset Vampires
(Murder World)
mit Sophie Monk, Anya Lahiri, Justin Shilton, Patrick Renna, Danny Woodburne, Charles Napier, Scout Taylor-Crompton, Marshall Manesh, Angela Lindvall, Electra Avellan, Jennifer Tung, Tava Smiley, Stephen Taylor
Regie: Ron Carlson
Drehbuch: Ron Carlson
Kamera: Marc Carter
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Sylvester 1969. Die beiden Models Brooke und Rhea genießen eine ausgelassene Party in den Hollywood Hills. Bei einem Zwischenfall kommt dort der Schauspieler Warren James auf mysteriöse Weise ums Leben. Rhea glaubt, dass Brooke darin verwickelt ist und so flüchten sie in Richtung Las Vegas. bei einem Stopp auf dem Pearlblossom Highway begegnet ihnen der Schöpfer des Universums. Dieser verwandelt sie in Vampire, versetzt sie in einen Schlafzustand und verspricht ihnen Unsterblichkeit, wenn sie ihm dienen und das Böse auf Erden bekämpfen. 2009 werden die beiden wieder erweckt. Brooke hat ihre neue Bestimmung nicht unter Kontrolle und ihr dürstet ständig nach neuem Blut. Bevor sie wieder tötet, will Rhea ihre Freundin vom Reiz und der Faszination des ewigen Leben überzeugen...


Bei diesem doch etwas aussergewöhnlichem Film handelt es sich um keinen Vampirfilm im herrkömmlichen Sinne, was man allein schon an der teils skurrilen Story erahnen kann. Einerseits wirkt die erzählte Geschichte sogar recht originell, hinterlässt aber auch gleichzeitig den Eindruck, das die Geschehnisse ziemlich an den Haaren herbeigezogen sind. Regisseur Ron Carlson hat hier eine doch gewöhnungsbedürftige Mixtur aus Vampirfilm, einer lesbischen Romanze und Mystik-Elementen kreiert, die sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird. So sind auch bestimmt die doch meistens sehr negativen Meinungen über dieses Werk zu erklären, auf die man größtenteils trifft. Sicher, "Sunset Vampires" ist ganz bestimmt kein Meisterwerk, aber die hier gefundene Mischung hat durchaus ihren Reiz und bietet auch äusserst interessante Unterhaltung, wenn man sich denn auf das hier stattfindende Geschehen einlässt.

Allein die beiden Hauptdarstellerinnen (Sophie Monk und Anya Lahiri) sind ein optischer Hingucker und meiner Meinung nach eines der Highlights dieses Films. Leider bezieht sich das aber auch hauptsächlich nur auf ihr Aussehen, denn in darstellerischer Hinsicht darf man keine Wunderdinge erwarten. Dennoch kann man das gebotene Schauspiel als einigermaßen solide bezeichnen, was für diesen Film auch vollkommen ausreichend ist. Jedoch wirkt gerade Sophie Monk in manchen Phasen etwas überdreht, die dargestellte Coolness ihres Charakters Brooke wirkt phasenweise zu sehr übertrieben und manchmal auch etwas aufgesetzt. Das ist insbesondere deswegen etwas ärgerlich, da diese Figur ganz eindeutig im zentralen Mittelpunkt der ganzen Geschichte steht und alle anderen Figuren etwas zu sehr in den Hintergrung gerückt werden und so nie richtig zur Entfaltung kommen können.

So interessant die aussergewöhnliche Variante eines Vampirfilms auch ist, so mäßig gestaltet sich leider der Spannungsaufbau des Films, der doch etwas zäh und träge wirkt, so das doch vieles in recht guten Ansätzen steckenbleibt, was man ganz sicher hätte vermeiden können. Doch zu sehr beschäftigt sich die Geschichte mit der lesbischen Romanze der beiden Hauptcharaktere, als das hier das richtige Vampir-Feeling aufkommen würde. Das ist auch der Hauptgrund, weswegen sich zu keiner Zeit eine dementsprechende Grundstimmung aufbauen würde, zwar kann man phasenweise eine recht dichte und manchmal auch bedrohliche Atmosphäre verspüren, aber insgesamt gesehen fehlt irgenwie das gewisse Etwas, das im Normalfall Filme dieser Art so auszeichnet und schier unverwechselbar macht. Das mag aber auch daran liegen, das dieses Werk in einigen Passagen unfreiwillig komisch wirkt und man sich so nicht dazu in der Lage sieht, die Geschichte so richtig ernst zu nehmen.

Auch der vorhandene Härtegrad bewegt sich in einem durchaus überschaubaren Rahmen, kann man zu Beginn durch den ersten Mord noch auf eine etwas härtere Verfilmung hoffen, so bekommt man im Laufe des Geschehens doch viel zu selten etwas Blut und Härte geboten. Die verhältnissmäßig wenigen Szenen, in denen es etwas rauher zur Sache geht, werden die echten Splatter/Gore fans nicht wirklich zufriedenstellen, sind allerdings ordentlich in Szene gesetzt worden. So bekommt der Zuschauer einen Film geboten, der ihn doch zum Großteil mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurücklässt und nur phasenweise zu überzeugen weiss. Die Grundidee, hier einmal etwas Neues zu präsentieren, ist ganz sicher als löblich anzusehen, jedoch hätte man die Umsetzung des ganzen docht noch viel besser gestalten können.


Fazit:


"Sunset Vampires" kann man ohne Weiteres als teils gelungenes Experiment ansehen, einen Vampirfilm der neuen Art zu kreieren. Leider ist dieser Versuch aber nur teilweise gelungen, da zu viele Dinge in Ansätzen steckenbleiben, die man nicht konsequent ausgearbeitet hat. Es gehört dann doch etwas mehr dazu, als nur zwei zugegebenermaßen bildhübsche Ladys und ein paar ganz nette SFX, um einen gänzlich überzeugenden Film zu präsentieren. So bekommt es der Betrachter mit einem zwar interessanten, aber nicht ganz ausgereiften Filmerlebnis zu tun, das leider nicht über Mittelmaß hinauskommt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Alternativer Anfang, Extended Scenes


5/10

Freitag, 25. Dezember 2009

Familienradgeber 2






Familienradgeber 2
(Familienradgeber 2)
mit Olaf Ittenbach, Martina Ittenbach, Yazid Benfeghoul, Gunter Bender, Wayne Darrin, Michael Effenberger, Gerhard Jilka, Benjamin Klant, Claudia Schwind
Regie: Martina Ittenbach / Olaf Ittenbach
Drehbuch: Keine Information
Kamera: Michael Effenberger
Musik: Michael Donner
Ungeprüft
Deutschland / 2009

Das Unglück kommt oft unverhofft: Nur in der Kneipe ein paar Bierchen mehr getrunken, die einzige Frau abgeschleppt und schon ist man plötzlich verheiratet - mit allen Pflichten und Sorgen. Doch das Übel kommt noch härter, denn natürlich ist der Nachwuchs durch häufige Paarung schon auf dem Weg. Und jetzt wird es erst richtig stressig: Das Kind muss ständig versorgt, gefüttert und erzogen werden. Kaum hat man das einigermaßen im Griff, ist schon das nächste Kind unterwegs. Der Ärger nimmt kein Ende - denn sind die Kinder erstmal aus dem Haus ist in der Partnerschaft die Luft raus und im Bett herrscht tote Hose - eine fast tödliche Situation!


Mit diesem zweiten Teil seines "Familienradgebers" wird Olaf Ittenbach ganz sicher wieder das Lager seiner Fans in zwei Hälften spalten, denn bestimmt wird der hier beinhaltete Humor längst nicht jeden Geschmack treffen. Hinzu kommt dann auch noch die Tatsache, das gerade die Splatter-und Gore Fans nicht so sehr auf ihre Kosten kommen werden wie noch beim ersten Teil, denn in vorliegendem Film geht es nicht annähernd so hart zur Sache, wie es noch phasenweise beim Vorgänger der Fall war.

Bis auf einige wenige Szenen gibt es nicht unbedingt viel, was insbesondere die SFX-Liebhaber richtig begeistern dürfte, Ittenbach hat dieses Mal das Hauptaugenmerk viel eher auf den Fäkal-Humor gelegt und der ist wirklich zur Genüge vorhanden. Den gesamten Film über geht es dabei äusserst eklig zur Sache, so das etwas zartbesaitete Leute sich ganz genau überlegen sollten, ob sie sich dieses Werk überhaupt zu Gemüte führen. Dabei greift Olaf auf so ziemlich alles zurück, was auch nur im Entferntesten einen großen Ekel beim Zuschauer auslösen könnte, sämtliche Körperflüssigkeiten kommen auf die verschiedensten Arten zum Einsatz und auch Fäkalien spielen eine nicht gerade kleine Rolle im hier dargestellten Geschehen.

Doch auch im Bezug auf sexuelle Anspielungen bekommt man einige wirklich sehr skurrile Situationen geboten, die mich persönlich doch schon sehr stark zum lachen animiert haben. Allerdings mag ich auch diese Art von Humor, die phasenweise besonders überzogen daherkommt, vor allem der Fäkal-Humor treibt mir immer wieder die Tränen in die Augen, was sicherlich auch darin begründet liegt, das ich ein Fan der Troma-Produktionen wie zum Beispiel "The Toxic Avanger" bin. Wer diese Werke kennt und schätzt, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.

Ansonsten verläuft dieses Sequel wie auch schon sein Vorgänger, bis auf die immer wieder eingeblendeten Familienberater und die Erzählungen des Sprechers gibt es keinerlei Dialoge im Film und die gegebenen Tips für eine gelungene Ehe sollte man alles andere als ernst nehmen, denn sie sind stellenweise schon so grotesk, das einem die Haare zu Berge stehen. Im Endeffekt handelt es sich um eine wirklich bitterböse Satire, die teilweise brutal, vor allem aber extrem ekelhaft ist und einem in manchen Passagen die Tränen vor lachen in die Augen treibt.


Fazit:


"Familienradgeber 2" setzt da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Der Film ist nicht ganz so hart wie sein Vorgänger, beinhaltet aber dafür jede Menge Fäkal-Humor der allerbesten Sorte und bietet auf jeden fall Freunden dieser zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Art von Humor ein mehr als nur witziges Filmerlebnis. Mir persönlich hat dieses Sequel sehr gut gefallen und ich habe mich königlich amüsiert, so das ich mir den Film gleich zweimal angesehen habe. Echte Ittenbach-fans kommen auch an diesem Werk auf keinen Fall vorbei.



8,5/10

Dienstag, 22. Dezember 2009

The Disappeared






The Disappeared
(The Disappeared)
mit Harry Treadaway, Greg Wise, Alex Jennings, Tom Felton, Finlay Robertson, Nikki Amuka-Bird, Roos Leeming, Bronson Webb, Georgia Groome, Lewis Lemperuer Palmer, Jefferson Hall, Tyler Anthony, James Cook, T'Nia Miller, Benedict Martin
Regie: Johnny Kevorkian
Drehbuch: Johnny Kevorkian / Neil Murphy
Kamera: Diego Rodriguez
Musik: Ilan Eshkeri
FSK 16
Großbritannien / 2008

Seit dem unerklärlichen Verschwinden seines kleinen Bruders plagt sich Matt mit Schuldgefühlen herum. Die Polizei hat keine Spur, das Kind gilt offiziell als tot. Erschüttert hängt Matt seinen Erinnerungen nach bis er die Stimme des Bruders auf Tonbändern zu hören glaubt. Nur Nachbarstochter Amy glaubt ihm, die anderen halten ihn für einen Spinner. Eine Hellseherin, die Matt in seiner Verzweiflung aufsucht, hat ihre eigene Theorie. Und warum verschwinden in der Nähe immer wieder Kinder? Wie auch die Schwester seines besten Freundes Simon? Was als stilles Sozialdrama vor ungeschminktem Hintergrund seinen Anfang nimmt, entwickelt sich mit starken Soundeffekten und heftigen Horroreinschüben zum urbanen Geisterschocker. Denn hinter der ausgeblichenen Südlondoner Großstadtkulisse wuchern wahrhaft grauenvolle, okkulte Kräfte, die einen blutigen Tribut fordern.


Auch wenn dieser Film am Anfang viel eher wie ein Sozialdrama wirkt, sollte man sich davon nicht täuschen lassen, denn mit der Zeit entwickelt sich der eher unterschwellig aufkommende Horror, der sich ziemlich langsam und schleichend entfaltet, dabei aber vor allem zum Ende hin eine ungeheure Intensität ausstrahlt. Die größte Stärke des Films ist sicherlich die hier entstehende Atmosphäre, die eine ungeheure Tristesse ausstrahlt, die insbesondere durch die erstklassig ausgewählten Schauplätze zum Tragen kommt. Denn das Geschehen spielt sich hauptsächlich in einem sozialen Brennpunkt ab, man befindet sich an Wohnorten, die wohl jeder normale Mensch am liebsten meiden würde, da sich in ihnen so etwas wie Hoffnungslosigkeit wiederspiegelt. Diese Eindruck wird durch die kühle und trostlose Optik noch zusätzlich verstärkt, durch die man sich ganzzeitig seltsam befangen fühlt und ein Gefühl der starken Beklemmung nicht abstreifen kann.

In dieser brillant dargestellten Szenerie ist es Regisseur Johnny Kevorkian hervorragend gelungen, ein soziales Drama mit dem Geisterfilm zu kombinieren, in dem der junge Matt seinen verschwundenen Bruder sucht und dabei auf ein grauenvolles Geheimnis stösst, das erst kurz vor dem Ende seine Auflösung findet. Man bekommt hier keine großartigen Effekte oder andere spektakuläre Dinge geboten, der aufkommende Horror wird mit den einfachsten Mitteln erzeugt und kriecht dem Zuschauer mit zunehmender Laufzeit richtiggehend unter die Haut. Anfangs wird einem gar nicht so richtig bewust, das die hier erzählte Geschichte eine enorme Faszination ausstrahlt, die einen schon längst in ihren Bann gezogen hat, bevor es einem selbst bewust wird. Umso intensiver ist dann die Wirkung des Horrors, der sich gerade in der zweiten Hälfte des Films vollkommen entfalten kann und in einem fesselnden Schluß-Akkord endet, der einem die Haare zu Berge stehen lässt.

Obwohl "The Disappeared" sich eigentlich durch eine äusserst ruhige und langsamere Erzählweise auszeichnet, ist der Film in keiner Phase langatmig oder gar langweilig, eher ist hier das Gegenteil der Fall. Denn gerade durch die nicht gerade temporeiche Erzählweise entfaltet die Story erst ihre volle Intensität, die sich fast unweigerlich in den Kopf des Betrachters eingräbt und ihm keine Chance lässt, sich ihrer starken Faszination zu entziehen. Immer tiefer taucht man in das Geschehen ein und begleitet den jungen Matt auf der Suche nach der schrecklichen Wahrheit, die sich am Ende auf eine sehr schonungslose und erschreckende Art und Weise offenbart. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das es wie ein Schlag in die Magengrube wirkt, wenn sich einem die Ausmaße der schockierenden Ereignisse präsentieren, die sich praktisch vor der Haustür der beteiligten abgespielt haben müssen, ohne das jemand etwas davon geahnt hätte.

Nun würde dieser Film nicht annähernd so gut sein, wenn er mit schlechten Schauspielern besetzt wäre. Doch in dieser Beziehung kann man vollkommen beruhigt sein, denn alle hier agierenden Darsteller liefern einen excellenten Job ab. Dabei sollte man allerdings den jungen Harry Treadaway besonders hervorheben, denn seine Darstellung des Hauptcharakters Matt hat mich ganz besonders beeindruckt. Einerseits wirkt der junge Mann sehr ruhig und auch sachlich, bringt aber auf der anderen Seite ganz ausgezeichnet die emotionalen Passagen brillant zum Ausdruck. Dabei wirkt sein Schauspiel zu keiner Zeit theatralisch oder übertrieben, alles wirkt sehr authentisch und hinterlässt einen sehr überzeugenden Eindruck. Egal, um welche Gemütsverfassung es sich handelt, in der Matt sich gerade befindet, die Ausdrucksstärke Treadaway's bringt sie brillant zum Ausdruck, was bei einem so jungen Schauspieler meiner meinung nach schon eine Besonderheit darstellt.

So ist hier ein aussergewöhnlicher und sehr guter Film entstanden, der durch seine Schlichtheit und die vorherrschende Atmosphäre vollkommen überzeugt, aber aufgrund seiner ruhigen Erzählweise auch nicht jeden Geschmack treffen wird. Auf jeden Fall aber offenbart sich hier ein intensives und eindringliches Filmerlebnis, das unter die Haut kriecht und seine Wirkung keinesfalls verfehlt.


Fazit:


"The Disappeared" bietet niveauvolle Gruselkost, die sich zwar langsam, aber sehr intensiv entfaltet und mit einfachsten Mitteln den maximalen Horror entfacht. Für mich ist diese britische Produktion ein echter Geheimtip für alle Freunde hochwertiger und spannender Geisterfilme. Die Mischung mit den Elementen eines Sozialdramas verleihen dem Film noch zusätzlich eine sehr passende Note und heben ihn so von den gewöhnlichen Vertretern dieser Filmart ab. Ein Film, denn man keinesfalls verpassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DD 2.0, 5.1 / Englisch DD 2.0
Bild: 1,85:1 16:9 anamorph
Laufzeit: 93 Minuten
Extras: Trailershow


8/10

Sonntag, 20. Dezember 2009

The Abandoned - Die Verlassenen






The Abandoned - Die Verlassenen
(The Abandoned)
mit Anastasia Hille, Karel Roden, Valentin Ganev, Paraskeva Djukelova, Carlos Reig-Plaza, Kalin Arsov, Swetlana Smoleva, Anna Panayotova, Jordanka Angelova, Valentin Goshev, Jasmina Marinova, Monica Baunova, Marta Yaneva
Regie: Nacho Cerda
Drehbuch: Karim Hussain / Nacho Cerda
Kamera: Xavi Gimenez
Musik: Alfons Conde
Keine Jugendfreigabe
Spanien / 2006

Vor über 40 Jahren wurde Marie Jones als kleines Baby in ihrer Heimat Russland von einer britischen Familie adoptiert. Mittlerweile lebt sie in den USA, hat selbst eine Tochter im Teenager-Alter. Als Marie von einem russischen Anwalt mitgeteilt bekommt, dass sie das Haus ihrer verstorbenen leiblichen Mutter geerbt hat, kehrt sie an den Ort ihrer Geburt zurück. Das heruntergekommene Anwesen liegt abgelegen mitten im Sumpf, nur mit Hilfe des schroffen einheimischen Führers Anatoliy findet sie überhaupt den Weg dorthin. Doch dann ist Anatoliy plötzlich verschwunden. Marie durchstöbert allein das alte Gemäuer und trifft schon in der ersten Nacht auf ein unheimliches Wesen - ein endloser Alptraum beginnt...


Der spanische Regisseur Nacho Cerda war bisher eigentlich eher für seine teils beeindruckenden Kurzfilme wie zum Beispiel "Aftermath" bekannt, doch was hier unter seiner regie entstanden ist, kann man wohl ohne Übertreibung als hervorragend bezeichnen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Horrorfilme hauptsächlich durch ihren Härtegrad beeindrucken sollen, ist es eine mehr als willkommene Abwechslung, wenn man einmal einen erfrischenden Gruselfilm zu sehen bekommt, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Und genau das bekommt man mit "The Abandoned" zu sehen, einen sehr intensiven Grusel-Schocker, der eine Geschichte erzählt, die einem zu Beginn eventuell etwas verwirrend vorkommt, aber mit zunehmender Laufzeit immer mehr Klarheit einbringt, so das am Ende des Films keinerlei Fragen zurückbleiben. Doch es ist längst nicht nur die gut durchdachte Story, die hier einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, es ist das Gesamtpaket, das für einen extrem intensiven und schaurigen Filmgenuss sorgt.

Cerda hat es hier nahezu perfekt verstanden, mit den einfachsten Mitteln den maximalen Horror entstehen zu lassen, was allein schon mit der perfekten Auswahl der Schauplätze beginnt. Denn fast das gesamte Geschehen spielt sich in dem baufälligen Elternhaus von Marie ab, das nur durch die Optik dafür sorgt, das sich beim Betrachter eine Gänsehaut einstellt, die sich über den gesamten Körper verteilt. Die sich hier entfaltende Atmosphäre ist so gruselig und intensiv, das sie einen ganz unweigerlich in ihren Bann zieht. Es entsteht der Eindruck, das man sich selbst in diesem unheimlich wirkenden Gemäuer befindet und so fast zwangsläufig selbst zu einem Teil der Geschichte wird. Fast ist es so, als wenn man mit dem Geschehen verschmelzen würde und jede einzelne Einstellung am eigenen Körper miterlebt. Es ist ganz einfach nicht möglich, sich der Faszination, die von diesem Film ausgeht zu entziehen, vielmehr saugt man die hervorragende Atmosphäre und jedes noch so kleine Detail wie ein Schwamm in sich auf und fiebert der Lösung der mysteriösen Geschichte entgegen.

Zwar kann man nach gut der Hälfte des Films erahnen, auf was das Ganze hinausläuft, doch wer jetzt denkt, das die Spannung darunter leiden würde, der sieht sich schnell eines Besseren belehrt. In anderen Filmen dieser Art wäre jetzt höchstwarscheinlich die Luft raus und der Spannungsbogen würde gnadenlos in sich zusammenfallen, aber hier geschieht eher das Gegenteil, denn Cerda ist es gelungen, die Spannungsschraube trotzdem noch weiter festzuziehen. So erlahmt die Aufmerksamkeit des Zuschauers in keinster Weise, die Faszination bleibt bestehen und man verliert zu keiner Zeit das Gefühl, ein Teil des Geschehens zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, das immer wieder eingefügte Schockmomente, die wohldosiert über den gesamten Film verteilt sind, immer wieder für zusätzliche Spannungsmomente sorgen und einem phasenweise die Haare zu Berge stehen lassen.

Ein weiteres großes Plus sind die hervorragenden Darsteller, die durch ihr authentisches und ausdrucksstarkes Schauspiel dafür Sorge tragen, das man hier mit einem wirklich excellenten Filmerlebnis konfrontiert wird, das man als Liebhaber von qualitativ hochwertigen Gruselfilmen nicht so schnell vergisst, insbesondere Anastasia Hille in der Rolle der Marie tut sich hier ganz besonders hervor. Es gibt keinerlei Theatralik, alles hinterlässt einen mehr als nur überzeugenden und glaubwürdigen Eindruck. Selten habe ich in den letzten Jahren einen Gruselfilm gesehen, der es so hervorragend versteht, einen in seinen bann zu ziehen und dabei ein so hohes Maß an Intensität entwickelt, das man ihn körperlich miterlebt. Das merkt man vor allem nach dem Ende, wenn einem so richtig bewust wird, wie geschlaucht und mitgenommen man sich eigentlich fühlt, denn während der Ansicht dieses faszinierenden Szenarios wird einem das gar nicht einmal richtig bewust, da man zu sehr in das Geschehen involviert ist.


Fazit:


"The Abandoned - Die Verlassenen" ist ein Paradebeispiel dafür, das man selbst mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln einen Gruselfilm produzieren kann, der von der ersten bis zur letzten Minute absolut fasziniert und schaurig-unheimliche Unterhaltung bietet. Fans dieser Filme dürften begeistert sein und voll auf ihre Kosten kommen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Laufzeit: 95 Minuten
Extras: Making of, Bildergalerie, Trailer


9/10

Freitag, 18. Dezember 2009

Pontypool






Pontypool - Radio Zombie
(Pontypool)
mit Stephen McHattie, Lisa Houle, Georgina Reilly, Hrant Alianak, Rick Roberts, Daniel Fathers, Beatriz Yuste, Tony Burgess, Boyd Banks, Hannah Fleming, Rachel Burns, Laura Nordin, Louis Negin, Diane Gordon, Daniel Park
Regie: Bruce McDonald
Drehbuch: Tony Burgess
Kamera: Miroslaw Baszak
Musik: Claude Foisy
FSK 16
Kanada / 2008

Der Radio-Moderator Grant ist ein Urgestein und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Eines nachts, er ist gerade auf Sendung, erfährt er, dass sich ein tödliches Virus in der Stadt Pontypool ausbreitet. Er verschanzt sich mit seiner Crew im Sender, die einzige Verbindung nach draußen ist das Radio. Ihre einzige Möglichkeit, die Welt vor der totalen Vernichtung zu bewahren ist ihre Sendung, in der Sie die Menschen warnen. Sie wissen aber nicht, wie lange sie sicher sind. Wann das Virus in das Gebäude eindringt


Bei "Pontypool" bekommt es der Zuschauer einmal mit einem Zombiefilm der etwas anderen Art zu tun. Hier gibt es keine reisserischen Angriffe oder großartige Beisszenen zu sehen, ganz generell mangelt es dem Film am üblichen Härtegrad, der Filme dieser Art ansonsten auszeichnet. Das bedeutet jetzt aber keineswegs, das man es mit einem langweiligen Film zu tun hat, denn eher das Gegenteil ist hier der Fall. Die Grundidee des Films ist so schlicht wie auch gleichzeitig genial, denn im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern bekommt man nicht das übliche Zombie-Spektakel geboten, da man sich lediglich mit dem Moderatoren-Team des örtlichen Radiosenders in deren Zentrale befindet und nur Bruchstücke des Geschehens über die ausgebrochene Seuche mitbekommt. Dabei wird nie das Szenario auf den Strassen gezeigt, man erhält lediglich die Informationen, die durch Telefonanrufe beim Sender eingehen.

Und gerade durch diese vollkommen neue Variante, in der man als Zuschauer auf dem gleichen Wissensstand ist wie die Moderatoren, entwickelt sich eine sehr dichte und beklemmende Grundstimmung, die drohendes Unheil ankündigt, das aber größtenteils nicht greifbar ist. Man kann über weite Strecken des Films nur erahnen, was sich ausserhalb des Radiosenders abspielt und kann so seiner Fantasie freien Lauf lassen. Dadurch baut sich auch ein immenses Maß an Spannung auf, fast im Minutentakt wird die Spannungsschraube immer fester gezogen, so das man es fast nicht mehr aushalten kann. Was hier zu Beginn vielmehr wie ein schlechter Scherz wirkt, wird mit der Zeit zur grausamen Realität und versetzt die Protagonisten phasenweise in absolute Fassungslosigkeit, da sie kaum glauben können, was in der kleinen Stadt "Pontypool" vor sich geht.

Damit kommen wir aber auch gleich zur unglaubwürdigen Seite des Films, denn die Erklärung, die man für den Ausbruch der Seuche erhält, ist doch schon als hanebüchen zu bezeichnen. Sicher, vielleicht wollte Regisseur Bruce McDonald mit seiner gelieferten Erklärung innovativ sein, hat aber meiner Meinung nach genau das Gegenteil erreicht. Bei Zombiefilmen von so etwas wie realität zu sprechen, fällt sowieso nicht gerade leicht, doch die hier gewählte Erklärung ist doch so abstrus, das man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln kann. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das dieser im Prinzip wirklich gelungene Film den Zuschauer doch mit eher zwiespältigen Gefühlen zurücklässt, denn einerseits wird man mit einer durchaus interessanten Geschichte konfrontiert, die jederzeit spannend erzählt wird und dem Betrachter eine vollkommen neue Perspektive bietet, sich aber andererseits durch die grotesken Erklärungsversuche sehr viel von ihrer Ernsthaftigkeit nimmt.

Doch dafür wird man meiner Meinung nach mit sehr guten schauspielerischen Leistungen entschädigt, wobei man insbesondere Stephen McHattie in der Rolle des zynischen Moderators besonders hervorheben sollte, denn seine Darstellung ist absolut überzeugend und authentisch. Doch auch die anderen Schauspieler spielen ihre Parts sehr solide, so das es in dieser Beziehung keinen Grund zur Beanstandung gibt. Lediglich in den letzten Passagen des Films könnte man das Schauspiel als etwas überzogen bewerten, was aber auch wieder in der mitgelieferten Erklärung für das Geschehen begründet liegt, da die vorhandenen Dialoge davon betroffen sind und so auch eine kuriose Note enthalten.

Fazit:



"Pontypool" ist ein etwas anderer Zombiefilm, denn hier muss man auf die ansonsten üblichen Zutaten wie Härte und Gewalt verzichten. Vielmehr wird man in die Rolle eines Zuhörers versetzt, der das eigentliche Geschehen nicht sehen kann, was sehr viel Raum für die eigene Fantasie bietet, in der man sich das Szenario ausmalt. Dadurch empfindet man die behandelte Thematik einmal vollkommen anders und diese Erfahrung ist als durchaus positiv einzuordnen. Allerdings hätte man durch eine nicht ganz so skurrile Erklärung für das Ganze noch viel mehr Ernsthaftigkeit erreicht und der Film hätte eine noch intensivere Wirkung erzielt. Trotzdem bekommt man einen insgesamt guten Film geboten, in dem die positiven Dinge überwiegen.



6,5/10

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Terminator - Die Erlösung






Terminator - Die Erlösung
(Terminator Salvation)
mit Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Helena Bonham Carter, Anton Yelchin, Jadagrace, Bryce Dallas Howard, Common, Jane Alexander, Michael Ironside, Ivan G'Vera, Chris Browning, Dorian Nkono
Regie: McG
Drehbuch: John D. Brancato / Michael Ferris
Kamera: Shane Hurlbut
Musik: Danny Elfman
FSK 16
Deutschland / Großbritannien / USA / 2009

John Connors Schicksal ist es, den Widerstand der Menschen gegen Skynet und seine Armee von Terminatoren anzuführen. Aber die Zukunft sieht für Connor anders aus als geplant: Marcus Wright taucht plötzlich auf - ein Fremder, dessen letzte Erinnerung ist, dass er zum Tode verurteilt wurde. Connor muss entscheiden, ob Marcus aus der Zukunft entsandt worden ist oder aus der Vergangenheit gerettet wurde. Als Skynet seinen finalen Angriff vorbereitet, begeben sich Connor und Marcus auf eine Odyssee, die sie ins Innere der Organisation von Skynet führt, wo sie das schreckliche Geheimnis hinter der möglichen Vernichtung der Menschheit aufdecken.


Als vor einigen Jahren die Nachricht die Runde machte, das ein weiterer Terminator-Film gedreht werden sollte, war ich doch ziemlich skeptisch, da ich mir die Terminator-Reihe ohne Arnie einfach nicht vorstellen konnte. Dennoch bin ich voller Vorfreude an diesen Film herangegangen, muss aber leider sagen, das meine Skepsis durchaus ihre Berechtigung hatte, denn das neueste Werk kann nicht gänzlich überzeugen. Ich weiss nicht so genau, ob es nur in der Tatsache begründet liegt, das Arnie hier nicht mehr mitspielt, aber es macht schon eine Menge aus, denn kaum eine Filmreihe hat man wohl so sehr mit einer einzelnen Person identifiziert, wie es hier der Fall ist. Aber auch der Fakt, das man es nicht mehr mit maximal 2 Terminatoren zu tun hat und die Geschichte in der Gegenwart spielt, sondern der Krieg der überlebenden Menschen gegen die Maschinen in der Zukunft behandelt wird, ist meiner Meinung nach doch äusserst gewöhnungsbedürftig.

Dabei sollte man aber fairerweise anmerken, das es sich bei vorliegendem Werk keineswegs um einen schlechten Film handelt, denn in Punkto Action und Effekte gibt es rein gar nichts zu meckern, hier befindet man sich auf einem recht hohen Niveau. Actionfans werden also auf ihre Kosten kommen und dürften in ihren Hoffnungen, hier ein actiongeladenes Spektakel serviert zu bekommen, durchaus bestätigt werden. Hinzu kommt auch, das der Film auch in atmosphärischer Hinsicht jederzeit zu gefallen weiss, denn die Macher haben es äusserst gut verstanden, hier eine sehr düstere und trostlose Endzeit-Atmosphäre zu erschaffen, die einem schon phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagen kann. So entsteht beim Zuschauer auch ein Gefühl der Beklemmung und man ist heilfroh darüber, das es sich lediglich um eine sehr düstere Zukunftsvision handelt und nicht um die Realität.

Doch diese ganzen positiven Eigenschaften des Films können keinesfalls darüber hinwegtäuschen, das hier irgend etwas fehlt und das ist nun einmal Arnold Schwarzenegger, der den Terminator-Filmen seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt hat. Die Identifikation mit dieser Figur ist so groß, das man dieses neue Werk nur schwerlich mit ganzem Herzen annehmen kann. Zwar erledigen die Schauspieler allesamt einen recht guten Job, allen voran Christian Bale, der in der Rolle des John Connor überzeugen kann, aber es fehlt ganz einfach das Salz in der Suppe. Das hier einmal für kurze Zeit ein Terminator zu sehen ist, der das Gesicht von Arnie hat, ist für jeden echten Fan eher ein schwacher Trost und kann über den Verlust der Identifikationsfigur nicht wirklich hinweghelfen. Dafür ist einem die Paraderolle des jetzigen Politikers ganz einfach noch zu sehr im Gedächtnis eingebrannt.

Weiterhin beinhaltet der Film auch so einige Logiklöcher, bei denen es manchmal recht schwerfällt, über sie hinwegzusehen und teilweise ins Lächerliche übergehen. Hierbei möchte ich nur auf das vorhandene Ende hinweisen und als Stichwort den Begriff Herzverpflanzung in den Raum werfen. Ganz ehrlich, die Situation war schon extrem skurril und hat dem Film doch eine Menge an Ernsthaftigkeit genommen. Natürlich musste es fast zwangsläufig dieses "Happy End" geben, da dieser Teil sicherlich nicht der letzte war und Geld die Welt regiert, aber bitte doch nicht auf diese fast lächerliche Art und Weise, die noch nicht einmal ansatzweise Glaubwürdigkeit vermittelt.


Fazit:


"Terminator - Die Erlösung" kann vor allem in Sachen Action und Atmosphäre weitesgehend überzeugen, doch das extrem unglaubwürdige Ende und das Fehlen von Mr. Schwarzenegger nehmen dem Film doch eine Menge an Klasse und machen es einem so ziemlich schwer, diesen Teil als echte Weiterführung der Trilogie anzusehen. Dennoch bekommt man einen recht gut unterhaltenden Film geboten, der zumeist kurzweilige Unterhaltung bietet.


6,5/10

Sonntag, 13. Dezember 2009

Smash Cut






Smash Cut
(Smash Cut)
mit David Hess, Jesse Buck, Michael Berryman, Ray Sager, Sasha Grey, Jennilee Murray, Michael Dubue, Barry Blake, Parisa Kasaei, Peter Michael Dillon, Meghanne Kessels, Jeff Lawson, Mercedes Papalia, Herschell Gordon Lewis, Cinthia Burke
Regie: Lee Demarbre
Drehbuch: Ian Driscoll
Kamera: Jean-Denis Menard / Karl Roeder
Musik: Michael Dubue
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2009

Filmemacher Able Whitman wird für seine Filme meist ausgelacht. Das ändert sich, als er betrunken einen Unfall baut und die Leiche der dabei getöteten Tänzerin Gigi Spot, die eigentlich sein nächster Star werden sollte, einfach stückchenweise auf dem Set seines neuen Films verschwinden lässt. Er wird für die Realitätsnähe seines Streifens gelobt. Doch Able merkt bald, dass eine einzige Leiche nicht ausreicht, um genug Teile für einen guten Horrorfilm zu haben!


Hier hat man es einmal wieder mit einem Film zu tun, bei dem man von Anfang an wissen sollte, auf was man sich einlässt, denn wer sich ohne Vorkenntnisse auf einen ernsthaften Horrorfilm mit satten Splatter-und Gore Einlagen freut, der sollte diese Hoffnungen erst gar nicht aufkommen lassen. Eigentlich soll es sich bei "Smash Cut" um eine Horrorkomödie handeln, was aber keineswegs auf den ersten Blick erkennbar ist. Sicherlich funktioniert der Film als Hommage an die billigen Horrorfilme eines Herrschel Gordon Lewis, der hier auch gleich zu Anfang des Films höchstpersönlich vor diesem Werk warnt, denn es wurde sorgfältig darauf geachtet, das die gesamte Szenerie ziemlich billig wirkt. Dafür spricht allein schon der Horrorfilm, der unter der Regie des Hauptcharakters Able Whitman entstanden ist und hier zu Beginn in einem Kino läuft, denn die Szenen, die gezeigt werden, spotten eigentlich jeder Beschreibung.

Und so ist die Richtung sehr schnell vorgegeben, in die "Smash Cut" geht, denn dieses "Billig-Szenario" wird konstant beibehalten und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Story, was jetzt keineswegs negativ gemeint ist, denn wie schon erwähnt, als Hommage oder Satire über schlechte Horrorfilme funktioniert dieses Werk durchaus und ist mit Darstellern wie David Hess ( The last House on the Left) und Michael Berryman (The Hills have Eyes) auch recht gut besetzt. Für eine Horrorkomödie fehlen allerdings die zündenden Gags, die man eigentlich lediglich in den Outtakes findet, was doch ziemlich vielsagend ist. Denn bis auf einige wenige Schmunzler während der Geschichte bekommt der Zuschauer in dieser Beziehung verhältnissmäßig wenig geboten.

Wer jetzt aufgrund der Keine Jugendfreigabe-Kennzeichnung damit rechnet, das er mit einem ansehnlichen Härtegrad für den dürftigen Humor entschädigt wird, der wird sich schnell getäuscht sehen. Diese Kennzeichnung erfolgte lediglich wegen der auf der DVD vorhandenen Trailer, der Film selbst hat eine 16er Freigabe erhalten und ist um etwas mehr als 4 Minuten gekürzt. So bekommt man also ausser einem größtenteils überzeugenden David Hess eher weniger geboten, was einem dieses Werk von Regisseur Lee Demarbre wirklich schmackhaft machen könnte. Wenn man allerdings die Trash-Klassiker eines Herrschel Gordon Lewis zu schätzen weiss, dann dürfte man auch hier durchaus auf seine Kosten kommen.

So etwas wie einen Spannungsbogen oder gar eine dichte oder bedrohliche Atmosphäre darf man allerdings nicht erwarten, denn so etwas sucht man vergebens, 90 % des gesamten Geschehens drehen sich einzig und allein um den von Hess gespielten Regisseur, so das man kein Hellseher sein muss um zu erkennen, das eigentlich der gesamte Film von David Hess getragen wird, der aber auch gelegentlich unter dieser Last einzubrechen droht, denn sein Schauspiel war auch schon einmal besser. Dennoch ist er das absolute Highlight eines ansonsten eher unspektakulären Werkes, dessen enthaltener Humor leider nur selten wirklich erkennbar ist.


Fazit:


"Smash Cut" ist ein eher etwas aussergewöhnlicher Genrebeitrag, aus dem man sicher mehr hätte machen können. Die Grundidee an sich ist voller Potential, das aber leider nur ansatzweise ausgeschöpft wurde. Bis auf einige Schmunzler kommt der Humor eher selten zum Vorschein, was für eine Horrorkomödie nicht unbedingt die ideale Vorraussetzung ist. Lediglich David Hess kann größtenteils überzeugen, ansonsten ist der Film nicht gerade mit Höhepunkten gesegnet. Die bewust gewählte billige Inszenierung ist einigermaßen gelungen und hinterlässt einen glaubhaften Eindruck, was den Film aber auch nicht unbedingt stark aufwertet. Allerdings dürften Trashfreunde auf ihre Kosten kommen und sollten durchaus einen Blick riskieren.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 anamorph 16:9
Laufzeit: 79 Minuten
Extras: Audiokommentar, Behind the Scenes, Deleted Scenes, Outtakes, Bildergalerie, Trailer


4/10

Donnerstag, 10. Dezember 2009

S. Darko






S. Darko - Eine Donnie Darko Saga
(S. Darko)
mit Daveigh Chase, Briana Evigan, James Lafferty, Ed Westwick, Walter Platz, John Hawkes, Bret Roberts, Jackson Rathbone, Elizabeth Berkley, Barbara Tarbuck, Matthew Davis, Nathan Stevens, Ryan Templeman, Zulay Henao, JJ Neward
Regie: Chris Fisher
Drehbuch: Nathan Atkins / Richard Kelly
Kamera: Marvin V. Rush
Musik: Ed Harcourt
FSK 16
USA / 2009

Juli, 1995: Sieben Jahre sind vergangen seit Donnie Darko tödlich verunglückt ist. Seine nun volljährige Schwester Sam entflieht zusammen mit ihrer Freundin Corey einem Elternhaus, das verlernt hat, seine Kinder zu lieben. Auf dem Weg nach Los Angeles bleibt ihr Wagen mitten im Nirgendwo liegen. Doch ein Meteoriteneinschlag scheint alles in dem ruhigen kleinen Städtchen zu verändern. Kleine Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, Sam wird von heftigen Visionen heimgesucht und ein Golfkriegsveteran prophezeit das Ende der Welt in nur 4 Tagen Tagen. Sie weiss, dass die besondere Gabe ihres Bruders auch in ihr steckt und nun liegt es nur an Sam die Welt vor ihrem Untergang zu bewahren.


Donnie Darkos Schwester ist erwachsen geworden und spielt die Hauptfigur in diesem Sequel, das ganz sicher die Meinungen der Fans spalten wird. Manch einer wird diesen Ableger als genial ansehen, für andere wird er eine herbe Enttäuschung darstellen, vor allem dann, wenn man einen ähnlich genialen Film erwartet, wie es "Donnie Darko" nun einmal ist. Man sollte also mit durchaus geringeren Erwartungen an dieses Werk herangehen, denn es fehlt in allererster Linie an der Innovation, die den Vorgänger so ganz besonders ausgezeichnet hat. Fairerweise sollte man aber auch bemerken, das man nicht ernsthaft erwarten konnte, das hier der immens hohe Qualitätsstandard erreicht wird, den "Donnie Darko" beinhaltet hat.

Dabei ist der vorliegende Film aber keineswegs schlecht und kann vor allem in optischer Hinsicht mit einigen Highlights aufwarten, was aber auch ziemlich schnell dazu führen kann, das man gewisse inhaltliche Schwächen übersieht. Denn visuell werdem dem Zuschauer wirklich sehr ansprechende und qualitativ hochwertige Passagen geboten, die teilweise das Gefühl vermitteln, das man sich in einer Art Traumlandschaft befindet. Das täuscht aber meiner Meinung nach nicht darüber hinweg, das der Film inhaltlich irgendwie unvollständig wirkt. Und das ist in meinen Augen auch das Problem, denn es fehlt ein roter Faden, der sich konstant durch die gesamte Geschichte zieht. Phasenweise entsteht der Eindruck, das die eigentliche Thematik des Films gar nicht richtig bearbeitet wird, oder aber viel zu sehr in den Hintergrung gerät.

Stattdessen verzettelt sich das Geschehen immer wieder in Kleinigkeiten und lässt ein äusserst verwirrendes Konstrukt entstehen, bei dem es phasenweise nicht gerade leicht fällt, die Geschehnisse einigermaßen logisch nachzuvollziehen. Hier wäre etwas mehr Klarheit durchaus angebracht gewesen, so aber ist ein kontinuierlicher Haupt-Handlungsstrang nur schwerlich zu erkennen. Vielmehr ensteht manchmal der Eindruck, das es sich um eine lose Aneinanderreihung loser Clips handelt, was den Gesamteindruck des Films doch etwas nach unten zieht. Nun wird es aber auch sicherlich genügend Leute geben, die gerade dieses Merkmal des Films als innovativ oder gar genial ansehen werden, aber mir persönlich hat dieses Stilmittel nicht besonders gut gefallen.

Auch bei den darstellerischen Leistungen wäre durchaus mehr möglich gewesen, war Jake Gyllenhaal in der Rolle des Donnie Darko noch absolut genial und konnte durch sein extrem gutes Schauspiel vollkommen überzeugen, so ist Daveigh Chase als S. Darko eher blass und kommt keinesfalls über das Mittelmaß hinaus. Es fehlt ihr ganz einfach an Ausdruck und Überzeugungskraft, was so fast zwangsläufig dazu führt, das der Charakter der Samantha hier äusserst farb-und seelenlos erscheint und nie richtig zur Entfaltung kommt. Und so verhält es sich eigentlich mit dem ganzen Film, es sind wirklich tolle Ansätze vorhanden, aber es fehlt einfach an einer klaren Struktur und dem berühmten roten Faden, der sich konstant durch die Story zieht. Mir kommt es fast so vor, als wenn die Macher des Films besonders innovativ sein wollten, aber im Endeffekt eher das Gegenteil bewirkt haben.


Fazit:


"S. Darko" wird die lager spalten, dessen bin ich mir sicher, aber anschauen sollte man sich den Film auf jeden Fall. Er wird nicht jeden Geschmack treffen, aber das war ja auch schon beim genialen Vorgänger der Fall. Es ist auch durchaus im Bereich des Möglichen, das hier wieder einmal ein Werk entstanden ist, das man erst nach mehrmaligem Anschauen so richtig zu schätzen weiss. Optisch jedenfalls kann "S. Darko" vollkommen überzeugen, man sollte sich allerdings auf einige inhaltliche Schwächen gefasst machen, doch insgesamt gesehen bekommt man es auf jeden fall mit einem sehenswerten Film zu tun.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 99 Minuten
Extras: Trailer, Audiokommentar, Making of

Montag, 7. Dezember 2009

Hansel & Gretel






Hansel & Gretel
(Henjel gwa Geuretel)
mit Jeong-myeong Cheon, Shim Eun-kyung, Yeong-Nam Jang, Ji-hee Jin, Kyeong-ik Kim, Hee-soon Park, Eun Won-jae
Regie: Pil-Sum Yim
Drehbuch: Min-sook Kim / Pil-Sum Yim
Kamera: Ji-yong Kim
Musik: Byung-woo Lee
FSK 16
Südkorea / 2007

Eun-soo gerät nach einem Autounfall zu einem verwunschenen Haus inmitten des Waldes, das einem Märchen entsprungen zu sein scheint. Alles ist voller Spielzeug und Süßigkeiten, weder Telefon noch Handys funktionieren. Dort leben drei Geschwister glücklich mit ihren Eltern. Zumindest auf den ersten Blick, denn für den jungen Mann gibt es keinen Weg zurück, raus aus dem Wald. Als auch noch die Eltern Eun-soo mit den Kindern zurücklassen, reift in ihm ein furchtbarer Verdacht. Etwas Böses muss in diesem Haus passiert sein, und die engelsgleichen Gesichter der Kinder enthüllen nach und nach ihre wahre teuflische Natur.


Die hier in beeindruckender Art und Weise dargestellte Kombination aus Grusel-und Fantasyfilm ist schon recht aussergewöhnlich und nicht jeder wird etwas damit anfangen können. Wer aber einmal einen wirklich etwas anderen Gruselfilm sehen möchte, der insbesondere visuell ein echter Hammer ist, der wird hier allerbestens bedient und wird voll auf seine Kosten kommen. Von Beginn an ist es vor allem die Bildgewalt dieses Werkes, die einen fast magisch in ihren Bann zieht. Das kräftige Farbenspiel ist äusserst beeindruckend und lässt über die gesamte Laufzeit eine fast märchenhafte Atmosphäre entstehen, von der man sich sehr gern einfangen lässt. Dazu trägt auch die Innenausstattung des Hauses bei, die zwar vollkommen kitschig und bewust übertrieben wirkt, aber eine Farbgewalt entstehen lässt, die einen im ersten Moment fast erschlägt.

Ziemlich schnell merkt man als Zuschauer, das hier irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und kann sich auch seinen Reim darauf machen, worauf die ganze Geschichte hinausläuft. Doch auch, wenn das Geschehen vorhersehbar ist, nimmt es ihm rein gar nichts von seiner Faszination und Spannung. Im ersten Filmdrittel entsteht so der Eindruck, das man sich in einem wirklich märchenhaften Fantasyfilm befindet, was ja auch teilweise zutrifft. Doch ab einem bestimmten Zeitpunkt entfaltet sich dann immer stärker die dunkle und gruselige Seite des Films, die sehr schleichend und am Anfang kaum spürbar entsteht. Doch ist es gerade diese Seite der Geschichte, die einen mit einemmal aus der Märchenwelt herausreisst und mit einer Art von Horror konfrontiert, die vollkommen ohne Härte und Blut auskommt, deswegen aber keineswegs minder intensiv ist.

Denn gerade der äusserst gelungene Spannungsaufbau der Story und der langsam aufkommende Horror entwickeln hier ein hohes Maß an Intensität, das einen phasenweise mit der Wucht eines Keulenschlages trifft und ein seltsames Gefühl der Betroffenheit entstehen lässt. Dies tritt besonders stark in den Vordergrund, als man die schreckliche Wahrheit über die Kinder erfährt, die menschlich so grausam ist, das man fast zwangsläufig Mitleid für sie empfinden muss. Hier schwingt dann auch eine tragische Note mit, die bei einem asiatischen Film ganz einfach nicht fehlen darf. Jedoch rückt diese tragische und dramatische Seite der Geschichte zu keiner Zeit so sehr in den Vordergrund, als das es übertrieben oder gar kitschig wirken würde. Es ist alles in einem nahezu perfekten Maß vorhanden, so das hier eine wirklich mehr als nur gelungene Mischung aus allen vorhandenen Elementen entstanden ist.

Auch im darstellerischen Bereich wird man mit äusserst gelungenem Schauspiel verwöhnt, wobei meiner Meinung nach insbesondere die Kinder ganz hervorragend und authentisch dargestellt werden. Wirken sie doch auf der einen Seite unglaublich niedlich und lieb, so das sich in einem selbst schon der Beschützerinstinkt regt, so geht doch auf der anderen Seite etwas sehr Unheimliches von ihnen aus, so das man phasenweise ein stark aufsteigendes Gefühl der Bedrohlichkeit nicht verleugnen kann. Hauptsächlich geht dieses Gefühl von dem Jungen aus, wohingegen die beiden Mädchen doch etwas im Hintergrund stehen und größtenteils verletzlich und liebesbedürftig erscheinen.

Insgesamt gesehen ist "Hansel & Gretel" ein aussergewöhnlich schöner Mix aus Grusel-und Fantasy, der rein visuell gesehen schon ein kleines Meisterwerk darstellt. Doch ist es letztendlich nicht nur die Farbenpracht der fantastischen Bilder, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, sondern das Gesamtwerk, das sich einem hier präsentiert. Filme, die so viele vollkommen verschiedene Emotionen in einem auslösen, bekommt man wirklich nicht gerade jeden Tag zu sehen, weswegen ich schon behaupten möchte, das dieses Werk etwas ganz Besonderes darstellt, das man sich als Freund etwas aussergewöhnlicher Filme keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Tolle Bilder, kräftige Farben und eine sehr gelungene Mischung aus Grusel-und Fantasyfilm, hier ist wirklich alles vorhanden, was dazu nötig ist, um sich an einem Film richtiggehend zu berauschen. Und genau das kann hier ohne weiteres passieren, wenn man sich auf diese erstklassige südkoreanische Werk einlässt und seiner Fantasie einfach einmal freien Lauf lässt. Einerseits wird man selbst wieder zu einem Kind, andererseits wird man vom schleichenden Horror gepackt und ganzzeitig kann man sich der visuellen Wirkung dieses fantastischen Filmes hingeben, die einfach nur schön und berauschend ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1
Bild: 1,85:1 / 16:9
Laufzeit: 112 Minuten
Extras: Trailer, TV Spots, B-Roll, Trailershow, Interview mit dem Regisseur, Making of, Set-Impressionen

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Siegburg






Siegburg
(Stoic)
mit Edward Furlong, Shaun Sipos, Sam Levinson, Steffen Mennekes, Jamie Switch, Michael Teigen
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Uwe Boll
Kamera: Mathias Neumann
Musik: Jessica de Rooij
SPIO / JK
Deutschland / Kanada / 2009

Vier junge Männer vertreiben sich die Zeit in ihrer Gefängniszelle mit Kartenspielen. Irgendwann gebiert die Langeweile Mutproben: Wer das Spiel verliert, soll Zahnpasta essen. Das Pech fällt auf den ohnehin labilen Mitch, eingesperrt wegen einer Bagatelle, und nun plötzlich Ziel einer sadistischen Attacke der Mitgefangenen. Innerhalb weniger Stunden steigern sich die Quälereien zu brutaler Demütigung und massiven gewalttätigen Übergriffen. Als Mitch so zerschunden ist, dass man die Tat nicht mehr vertuschen kann, beschließen die Peiniger, seinen Selbstmord zu arrangieren.


Wohl kaum ein anderer Regisseur spaltet die Meinungen der Zuschauer so sehr wie der gute alte Uwe Boll, der trotz größtenteils negativer Kritiken munter einen Film nach dem anderen dreht, was teilweise schon auf ein sehr hohes Maß an Selbstbewustsein schließen lässt. Mit "Siegburg" hat er jetzt aber meiner Meinung nach einen seiner besten Filme geschaffen, der insbesondere durch seine intensive Wirkung auf den Betrachter auffällt. Es ist vor allem die kammerspielartige Atmosphäre dieses Werkes, die von Beginn an ein enorm starkes Gefühl der Beklemmung aufsteigen lässt, dessen man sich kaum erwehren kann. Man kann das Gesehene fast nicht glauben, es scheint schier unglaublich, das die hier dargestellten Ereignisse wirklich passiert sein sollen. Übergriffe unter Gefangenen sind sicherlich keine Neuheit, aber das dies über einen Zeitraum von über 10 Stunden in einer Gefängniszelle geschieht, ohne das es jemandem auffällt, hinterlässt doch einen sehr faden Beigeschmack und lässt einen großen Schatten auf unser Justizsystem fallen.

Dabei beginnt die Geschichte eigentlich eher harmlos und zeigt die vier Protagonisten beim Kartenspiel. Eine dumme Wette, die vielmehr wie ein Spaß wirkt, dient dann als Auslöser für die folgenden Ereignisse, die an Sadismus, Erniedrigung, Härte und Brutalität kaum noch zu überbieten sind. Scheint es zu Beginn noch so, das Mitch, der die Wette verloren hat, lediglich dazu gezwungen wird, die verlorene Wette einzulösen, so entwickelt sich doch enorm schnell eine immer weiter ansteigende Gewaltspirale, die durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten ist. Die drei Täter Harry, Peter und Jack finden zusehends Gefallen daran, Mitch zu erniedrigen und zu demütigen und steigern sich in einen Zustand hinein, in dem sie ihre Handlungen nicht mehr unter Kontrolle haben. Das äussert sich in psychischen und physischen Misshandlungen, die sie ihrem Opfer zufügen, das schon längst vollkommen wehrlos und einem ohnmächtigen Zustand nahe ist.

Zwischendurch werden immer wieder Passagen gezeigt, die zeitlich gesehen nach den ganzen Ereignissen spielen und in denen die Täter einzeln zu den Vorfällen befragt werden. In diesen Phasen wird vor allem die Kaltschnäuzigkeit und das vollkommen fehlende Bewustsein für die Tat erkennbar, was die Intensität des Ganzen noch einmal zusätzlich erhöht und einem teilweise schon kalte Schauer über den Rücken jagt. Zudem stehen die Aussagen der drei teilweise im totalen Gegensatz zu dem Geschehen, was sich in der Gefängniszelle wirklich abgespielt hat. Von echter Reue ist bei allen absolut nichts zu spüren, auch wenn ihre Aussagen manchmal etwas anderes ausdrücken.

Es ist in erster Linie der Härtegrad, der diesen Film so unglaublich intensiv wirken lässt, wobei es noch nicht einmal die visuelle Härte ist, die einem hier besonders zu schaffen macht. Denn hier wurde einmal mehr die Schere angesetzt, die dieses Werk um zwei Minuten erleichtert hat. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, das gar keine Härte gezeigt wird, denn die vorhandenen Passagen sind meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Es ist aber vielmehr die Härte, die im Kopf des Zuschauers entsteht, die einen echt fertig macht und mitnimmt. Die ganze Situation an sich ist so dermaßen brutal und beklemmend, das man teilweise der Meinung ist, sich selbst in dieser Zelle zu befinden, aber keine Möglichkeit hat, in die Szenerie einzugreifen. Man fühlt sich wie gelähmt, so als wenn man einer Ohnmacht nahe ist, vollkommen unfähig, das Gesehene überhaupt zu verarbeiten.

Zu diesem Zustand tragen auch die schauspieler bei, die in meinen Augen einen excellenten Job abliefern. Sie stellen die von ihnen gespielten Charaktere sehr authentisch und glaubwürdig dar, was für die Authenzität dieses Filmes ein immens wichtiger Faktor ist. Für mich persönlich sticht hier Edward Furlong noch ganz besonders hervor, da er für mich den kaltblütigsten Charakter von allen spielt und dies auf eine beeindruckende Art und Weise. Das kommt auch in den Passagen sehr gut zum Ausdruck, in denen er zu den Ereignissen befragt wird, denn gerade seine fast stoische Ruhe und Gleichgültigkeit kann einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Insgesamt gesehen ist "Siegburg" ein wirklich hartes Stück Film und sehr starker Tobak, der keinesfalls spurlos an einem vorbeigeht und einen enorm nachhaltigen Eindruck im Kopf des Zuschauers hinterlässt.


Fazit:


Ganz egal, wie man im Normalfall zu den Filmen von Uwe Boll steht, hier ist ihm ein wirklich intensives Werk gelungen, das zum nachdenken anregt und seine Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt. Ein beklemmendes Kammerspiel, das eine Gänsehaut verursacht und größtenteils einen vertsörenden Eindruck hinterlässt. fassungslos und angewiedert folgt man dem grausamen Szenario, das hier beeindruckend und extrem hart in Szene gesetzt wurde. Ein Film, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 / 16:9
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Trailer


8/10

Montag, 30. November 2009

The Tournament






The Tournament
(The Tournament)
mit Robert Carlyle, Kelly Hu, Ian Somerhalder, Ving Rhames, Liam Cunningham, Sebastien Foucan, Craig Conway, John Lynch, Nick Rowntree, Rachel Grant, Andy Nyman, Iddo Goldberg, Scott Adkins, Camilla Power, Tamika Cameran
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Gary Young / Jonathan Frank
Kamera: Emil Topuzov
Musik: Laura Karpman
SPIO / JK / 18 +
Großbritannien / 2009

Der brutalste Wettkampf der Welt hatte bisher nur eine Regel: Töte, bis du der einzige Überlebende bist. Doch diesmal wurden die Bedingungen des Spiels, zu dem 30 der besten internationalen Auftragskiller alle sieben Jahre antreten, verschärft. Es gibt ein Zeitlimit von 24 Stunden. Sollten dann mehr als ein Teilnehmer am Leben sein, werden ihre implantierten Ortungssender zu Bomben. Schließlich hat der exclusive Millionärsclub, der die einzigartige Live-Übertragung des Blutbades zu sehen bekommt und hohe Wetten platziert, nicht ewig Zeit. Willkommen zum Battle Royale der Killer - 10 Millionen Dollar Preisgeld sowie der Rang des weltbesten Profi-Killers werden vergeben.


Gerade der Action-Bereich hat in den letzten Jahren bis auf einige wenige Ausnahmen doch hauptsächlich Durchschnitt präsentiert und so ist "The Tournament" mal wieder ein sehr wohltuendes Highlight, das dem geneigten Action-Fan das Herz höher schlagen lässt. Denn das, was einem hier geboten wird, kann man getrost ohne jede Übertreibung als eine waschechte Action-Granate bezeichnen. Von der ersten Minute an wird hier fast nahtlos eine hochwertige Action-Passage nach der anderen geliefert, so das es während des gesamten Films kaum eine Möglichkeit gibt, als Zuschauer einmal etwas Luft zu holen und das gerade Gesehene zu verarbeiten. Immer dann, wenn man der Meinung ist, das es etwas ruhiger zur Sache geht, wird man schon in der nächsten Einstellung eines Besseren belehrt.

Sicherlich ist die vorhandene Geschichte nicht gerade sehr tiefgründig und die Thematik ist altbekannt, denn es handelt sich um eine Art "Battle Royale", nur das der Wettstreit hier unter Profi-Killern stattfindet. Hört sich im ersten Moment vielleicht etwas banal an, ist es aber nicht, denn die hier gewählte Umsetzung des Ganzen ist ebenso schlicht wie genial. Allein die enorm temporeiche Erzählweise der Story sorgt schon für einen Adrenalinschub nach dem anderen und so bleibt es nicht aus, das man beim hier dargestellten Szenario richtig mitgeht und phasenweise das Gefühl vermittelt bekommt, selbst ein Teil des Geschehens zu sein.

Wieder einmal ist es den Briten gelungen, einen Film zu präsentieren, der den Betrachter wirklich fasziniert und mitreisst, denn der Actiongehalt dieses Werkes ist mehr als nur beachtlich. Und auch wenn es natürlich einige Sequenzen gibt, die sich eher jenseits der Realität abspielen, so sollte man hier doch ganz eindeutig den Unterhaltungswert sehen und der ist enorm hoch angesiedelt. Hinzu kommt ein Härtegrad, der sich durchaus sehen lassen kann, selbst in der etwas gekürzten JK-Version, die in den Regalen der Kaufhäuser stehen wird. Bei all den vorhandenen und erstklassig in Szene gesetzten Action-Passagen, die dieser Film zu bieten hat, wird man sowieso kaum Zeit haben, sich über eventuelle Schnitte Gedanken zu machen, die für die JK-Freigabe nötig waren

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, das trotz aller Action und Härte auch noch Platz für teils geniale Situationskomik gelassen wurde, die einige Situationen (Kampf in der Tankstelle oder im Doppeldecker-Bus) schon recht skurril erscheinen lassen. Der sich dabei entfaltende Humor wirkt dabei zu keiner Zeit albern oder gar kitschig, sondern verleiht dem ganzen eine sehr witzige und passende Note, die dem Film extrem gut zu Gesicht steht.

Auch die hier agierende Darstellerriege ist nahezu perfekt ausgewählt worden und liefert durch die Bank absolut überzeugende und glaubhafte Leistungen ab. Doch drei Charaktere stechen hier noch ganz besonders hervor und stehen im Focus der Geschichte. Zum einen ist da der letztmalige Champion des Wettstreits Joshua Harlow, der von Ving Rhames einfach nur großartig und absolut cool dargestellt wird. Desweiteren wären da noch die Profi-Killerin Lai Lai Zhen (Kelly Hu) und der heruntergekommene Pfarrer Joseph MacAvoy ( Robert Carlyle), der eigentlich nur durch einen dummen Zufall in den Wettbewerb hereingeraten ist und nun auch um sein Leben fürchten muss. Alle drei Schauspieler / innen spielen die von ihnen dargestellten Charaktere absolut brillant und sind ganz nebenbei auch noch sehr wichtig für die geschichte an sich, was in einem Neben-Erzählstrang mit der Zeit immer deutlicher wird.

Insgesamt gesehen ist es Regisseur Scott Mann gelungen, hier ein echtes Action-Spektakel zu kreieren, bei dem man nicht unbedingt den Realitätsgehalt einiger Action-Szenen bewerten sollte, sondern viel eher froh darüber sein, das sie so toll gelungen sind. "The Tournament" ist einfach ein regelrechtes Gewitter, das über den Betrachter hereinbricht und an dem man seine helle Freude hat.


Fazit:


Schon in den ersten 30 Minuten bekommt man hier so viel Action geboten, wie man sie meistens nicht in zwei Filmen zusammen zu sehen kriegt. Dabei ist die Qualität der Szenen absolut hochwertig und beeindruckend und dürfte so jeden Fan des Genres restlos begeistern. Hier wird einfach alles geboten, was Filme dieser Art so sehenswert macht, tolle Darsteller, ein angemessener Härtegrad und jede Menge hochwertige Action sind der Garant für extrem gute und kurzweilige Unterhaltung. Auf jeden Fall ist "The Tournament ein Film, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, denn ansonsten hat man wirklich etwas verpasst und das wäre verdammt schade.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 / Widescreen 16:9
Laufzeit: 91 Minuten
Extras: Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow


9/10

Freitag, 27. November 2009

Laid to Rest





Laid to Rest
(Laid to Rest)
mit Bobbi Sue Luther, Kevin Gage, Lena Headey, Sean Whalen, Richard Lynch, Johnathon Schaech, Thomas Dekker, Nick Principe, Jana Kramer, Lucas Till, Anthony Fitzgerald, Seri De Young
Regie: Robert Hall
Drehbuch: Robert Hall
Kamera: Scott Winig
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Wer in einem Sarg liegt, steht nicht mehr auf! Normalerweise! Doch normal scheint für die junge Frau in der Leichenhalle kaum etwas als sie erwacht. Sie kennt weder ihren eigenen Namen, noch weiß sie, was sie an diesen Ort geraten ist. Nur als plötzlich ein alter Mann vor ihren Augen erstochen wird, weiß sie eines sicher: Sie soll das nächste Opfer sein! Ihren Todeskampf will der Killer mit der silbernen Totenkopfmaske mit seiner Videokamera filmen. Nur knapp entkommt sie ihrem Schicksal. Vorerst - denn der Mörder ist ihr schon auf den Fersen. Eine Nacht des Grauens beginnt und endet in einem Nerven und Gliedmaßen zerfetzenden Finale.


Nach einem Kurzfilm und einem Drama aus dem Jahre 2003 (Lightning Bug) ist "Laid to Rest" nun die dritte Regiearbeit von Robert Hall, mit der er sich in das Horror-Genre gewagt hat und dem Zuschauer einen waschechten Slasher präsentiert. Sicherlich werden viele jetzt wieder aufschreien, das es doch mittlerweile mehr als genügend Vertreter dieser Art gibt und dabei sowieso nichts Innovatives bei herauskommen kann. Irgendwie haben diese leute sogar recht, denn der Film ist alles andere als innovativ, die hier erzählte Geschichte wirkt sogar phasenweise etwas dümmlich, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Sie beinhaltet so ziemlich jedes Klischee, das man dieser Gattung Film so gern zuordnet, was vom scheinbar unbesiegbaren und stummen Killer bis hin zu den vollkommen unlogischen Verhaltensweisen der Opfer reicht, so das einem bei manchen Passagen schon fast die Haare zu Berge stehen, da gewisse Situationen an mangelnder Logik kaum zu überbieten sind.

Und dennoch versteht es der Film, den Zuschauer bestens zu unterhalten, denn trotz aller Klischees und teilweise mangelnder Glaubhaftigkeit ist dieses Werk extrem kurzweilig und bietet im Endeffekt genau das, worüber man sich eigentlich immer in diesen Filmen aufregt, aber dennoch nur allzu gern sieht. Denn sein wir doch einmal ehrlich, gerade die typischen Klischees sind es doch, die einen Slasher so auszeichnen und sicherlich auch dazu beitragen, das dieses Sub-Genre so extrem beliebt und erfolgreich ist. Und gerade in dieser Beziehung wird man in vorliegender Geschichte nahezu verwöhnt, denn es wird absolut kein Klischee ausgelassen, so das alle Zutaten enthalten sind, die ein absolut kurzweiliges Filmerlebnis garantieren.

Hinzu kommt hier die Tatsache, das "Laid to Rest" einen ziemlich hohen Härtegrad beinhaltet, was nicht bei jedem Genre-Vertreter der Fall ist. Doch hier wird in dieser Beziehung aus dem Vollen geschöpft, es gibt jede Menge sehr harter und blutiger Passagen, die man in dieser Form und Anzahl nicht unbedingt erwarten konnte. Ich persönlich war jedenfalls sehr überrascht über die Splatter/Gore Szenen, die sich auch im Bezug auf die Qualität keineswegs verstecken brauchen. Nun handelt es sich bei dieser Fassung des Filmes ja anscheinend um die geschnittene Version, doch wenn ich richtig informiert bin, sind lediglich zwei Morde um je eine Sekunde gekürzt worden, was, wenn es denn der Wahrheit entsprechen sollte, in meinen Augen ein mittelschwerer Witz ist, denn diese Zeitspanne hätte den Kohl auch nicht fett gemacht.

Wie dem auch sei, der Film bietet eigentlich alles, was ein guter und unterhaltsamer Slasher beinhalten sollte, auch in Sachen Spannung bewegt er sich in einem soliden rahmen, auch wenn die Geschichte an sich schon etwas vorhersehbar ist. Das ändert aber rein gar nichts an der Tatsache, das sich von Beginn an eine doch ziemlich dichte Grundstimmung entfalten kann, die auch phasenweise sehr bedrohliche und unheilvolle Züge erkennen lässt, was den Film noch einmal zusätzlich etwas aufwertet. Insgesamt gesehen kann man also von einem interessanten Gesamtpaket sprechen, das vor allem Fans des Genres bestens und blutig unterhalten dürfte.


Fazit:


Wer hier Innovation oder eine tiefgehende Story erwartet, der sollte die Finger von dem Film lassen, denn das bekommt man definitiv nicht geboten. Wer aber einen soliden Slasher mit allen Klischees und einer Menge Härte sehen möchte, der ist hier perfekt aufgehoben, denn davon gibt es jede Menge. Es muss nicht immer etwas Neues sein, damit man gut und kurzweilig unterhalten wird, dafür ist "laid to Rest" ein absolutes Paradebeispiel. Ich persönlich habe hier jedenfalls alles gefunden, was ich erwartet hatte und bin keineswegs enttäuscht. daher kann ich auch ohne Bedenken eine Empfehlung für jeden Slasher-Fan aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 / 16:9
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making of, Torture Porn, Deleted Scenes, Bloopers, Audiokommentar


6/10

Mittwoch, 25. November 2009

House of Fears






House of Fears
(House of Fears)
mit Corri English, Sandra McCoy, Michael J. Pagan, Corey Sevier, Alice Greczyn, Eliot Benjamin, David Christenson, Kelvin Clayton, Shannon Engemann, Tomas Fernlund, K. Danor Gerald, Ashley Morgan, Cydney Neil, Brian Wimmer
Regie: Ryan Little
Drehbuch: Steven A. Lee
Kamera: John Lyde
Musik: J. Bateman
FSK 16
USA / 2007

Am Vorabend der Eröffnung der neuen Gespenster-Gasse schleichen sich drei Mitarbeiter mit ihren Freundinnen heimlich ein, um ihre Mädchen zu erschrecken. Bald merken sie, dass sie in eine Falle ohne Ausweg geraten sind, und ihr kleiner abendlicher Spaß wird zum schrecklichen Albtraum: Einer nach dem anderen wird ermordet. Jeder Fluchtversuch wird vereitelt, die Überlebenden geraten in eine Welt von Terror, Tod und Schrecken, unmöglich zu sagen, was real ist und was nicht. Aber sie müssen einander vertrauen obwohl sie wissen, dass sie da umbringen kann...


Und wieder einmal bekommt man es mit einem der mittlerweile unzähligen Teenie-Slasher zu tun, die innerhalb der letzten Jahre den Weg zu uns gefunden haben. Nun ist "House of Fears" sicherlich nicht gerade innovativ, denn Neues wird hier nicht wirklich geboten, aber dennoch ist die erzählte Geschichte recht interessant umgesetzt worden und beinhaltet auch einen gewissen Reiz. Offensichtliche Parallelen zu Filmen wie zum Beispiel "Dark Ride" sind dabei unübersehbar, in dem sich einige Jugendliche in einer stillgelegten Geisterbahn aufhalten. Hier handelt es sich halt um das "Haus der Ängste", in denen die ureigensten Ängste der Teenager zur Realität werden und ihnen an den Kragen wollen.

Über Sinn oder Unsinn der Story sollte man sich keine großen Gedanken machen, ausschlaggebend ist viel eher der vorhandene Unterhaltungswert des Ganzen und der ist in meinen Augen durchaus gegeben. Der Film beinhaltet eigentlich alle Zutaten, die ein kurzweiliger und unterhaltsamer Slasher braucht, man bekommt es auch hier mit den handelsüblichen und typischen Jungdarstellern zu tun, die zwar nicht durch herausragendes Schauspiel auffallen, aber vor allem, was die Mädchen betrifft, einen optischen Leckerbissen darstellen. Auch die teilweise nicht nachvollziehbaren und eher unlogischen Verhaltensweisen der Protagonisten tragen dazu bei, das hier sämtliche Klischees bedient werden, die man in dieser Art Film fast schon erwartet. Und auch, wenn man sich immer wieder gerade über diese Klischeehaftigkeit aufregt, so gehört sie doch einfach dazu und macht den besonderen Reiz eines Slashers aus.

Man sollte sich allerdings von Beginn an darauf einstellen, das man es hier mit einem sehr blutarmen und nicht gerade harten Vertreter seiner Art zu tun hat, was meiner Meinung nach aber nicht weiter ins Gewicht fällt und den Film auch nicht abwertet, denn hier wurde ganz eindeutig das Hauptaugenmerk auf die Spannung und eine gelungene Atmosphäre gerichtet. Zwar ist die Geschichte durchaus vorhersehbar und nicht gerade mit etlichen Überraschungsmomenten gespickt, bietet aber dennoch einen konstanten Spannungsbogen, der sich durch den gesamten Film zieht und als sehr solide bezeichnet werden kann, auch wenn zu keiner Zeit die absolute Hochspannung vorherrscht.

Atmosphärisch kann "House of Fears" einige Pluspunkte sammeln, denn die Stimmung hat schon phasenweise bedrohliche und unheimliche Ausmaße, so das in vielen Phasen ein schönes Grusel-Feeling aufkommen kann. Hinzu kommen einige recht nette Schockmomente, durch die man manchmal schon zusammenzucken kann, obwohl man sie eigentlich erwarten konnte. Alles zusammengenommen wird also kurzweilige Horrorunterhaltung geboten, die zwar nicht unbedingt neue Aspekte ins Genre einbringt und auch im Bezug auf den Härtegrad eher recht harmlos geraten ist, was man allein schon wegen der 16er Freigabe erwarten konnte, aber dennoch für einen gemütlichen Filmabend bestens geeignet ist.


Fazit:


Im Endeffekt ist "House of Fears" ein typischer 08 / 15 Teenie-Slasher, der sicherlich niemanden befriedigen wird, der etwas Innovatives erwartet. Wer aber seine Freude an Altbewährtem in einer netten Verpackung hat, der sollte sich dieses Werk von Ryan Little ruhig einmal zu Gemüte führen, denn Spannung und Kurzweil sind genügend vorhanden. Ich persönlich mag den Film und auch, wenn man alles schon einmal in ähnlicher Form bei anderen Genre-Vertretern gesehen hat, fühlte ich mich bestens unterhalten, was allein schon in der Tatsache begründet liegt, das Slasher meine Leidenschaft sind. Jedenfalls kann ich für Freunde des Sub-Genres ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen.


6,5/10

Sonntag, 22. November 2009

The Children






The Children
(The Children)
mit Eva Birthistle, Stephen Campbell Moore, Jeremy Sheffield, Rachel Shelley, Hannah Tointon, Raffiella Brooks, Jake Hathaway, William Howes, Eva Sayer
Regie: Tom Shankland
Drehbuch: Tom Shankland / Paul Andrew Williams
Kamera: Nanu Segal
Musik: Stephen Hilton
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Die Weihnachtsfeiertage. Die Familien von Elaine und Cloe feiern ein friedvolles Familienfest mit Schlittenfahren, Kinderlachen und heißem Kakao in einem abgeschiedenen Landhaus. Doch die Harmonie wird gestört, als die Kinder eines nach dem anderen auf mysteriöse Weise krank werden. Die Symptome sind Husten, Übelkeit und eine gesteigerte Bösartigkeit der Kinder. Teenagerin Casey erkennt die Gefahr, doch die Eltern wollen ihr nicht glauben. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt ...


Mit "The Children" haben die Briten einmal mehr unter Beweis gestellt, das man mit verhältnissmäßig geringen Mitteln den maximalen Horror erzeugen kann. Dabei entsteht dieser in Tom Shankland's (WAZ) neuestem Werk keineswegs durch extrem harte und blutige Effekte, sondern ist viel eher von der subtilen Art und entseht ziemlich schleichend, um sich dann umso intensiver in den Gedanken des Zuschauers einzunisten. Und wie auch in anderen Filmen, in denen kleine Kinder das Böse verkörpern, ist die Intensität des Geschehens noch viel höher angesiedelt, da man diesen doch im Normalfall so unschuldigen jungen Wesen mit einer gewissen Hemmschwelle gegenübertritt und sich kaum vorstellen kann, das von ihnen etwas Bedrohliches ausgeht, was hier aber definitiv der Fall ist.

Beginnt die Geschichte des Films noch in einer malerischen Winterlandschaft, die allein schon optisch einen nachhaltigen und schönen Eindruck hinterlässt, so ändert sich die anfänglich noch sehr freudige und ausgelassene Stimmung ziemlich schnell und es entwickelt sich immer mehr ein Horror-Szenario, das einem teilweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Dabei ist es Tom Shankland nahezu perfekt gelungen, den Horror kaum merklich entstehen zu lassen, wodurch er aber seine später vorhandene Intensität erst so richtig entfalten kann. Besonders hervorstechend und beeindruckend ist die hierbei entstehende Atmosphäre, die sich von Minute zu Minute immer mehr verdichtet und fast zwangsläufig extrem bedrohliche Ausmaße annimmt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Tatsache, das dies bei vollem Tageslicht passiert und nicht, wie es in so vielen Horrorfilmen der Fall ist, bei Nacht. Trotz der sehr hellen Szenerie entsteht beim Zuschauer eine Gänsehaut, die man auch bis zum Ende der Geschichte nicht mehr ablegen kann, denn dafür wird man ganz einfach viel zu sehr vom hier stattfindenden Geschehen gefesselt und kann sich dessen ausgehender faszination beim besten Willen nicht entziehen.

Besonders in den Passagen, in denen sich die Verhaltensweisen der Kinder merklich verändern, fühlt man sich von einem starken Gefühl der Beklemmung erfasst und fragt sich fast zwangsläufig, wie man sich selbst in einer Situation verhalten würde, in der sich die Erwachsenen hier befinden. Lediglich Teenagerin Casey scheint hier die Zusammenhänge und Gründe für das feindselige und bösartige Verhalten der Kinder ansatzweise zu erkennen, wohingegen die Eltern vielmehr durch Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit über das Erlebte reagieren. Denn eigentlich kann sich keiner vorstellen, das der Horror durch die kleinen Lieblinge erzeugt wird, was fast automatisch dafür sorgt, das es hier nicht ohne Todesfälle vonstatten geht.

Auch wenn die Härte des Filmes ganz eindeutig durch die vorhandene Thematik und die ausgezeichnete Atmosphäre ausgelöst wird, braucht man doch nicht gänzlich auf visuelle Härte verzichten, denn es gibt durchaus einige wohlplatzierte härtere Szenen, die perfekt in das excellente Gesamtbild hineinpassen. Allerdings sollte man keinerlei Splatter / Gore Festival erwarten, was hier aber auch absolut unpassend gewesen wäre. Die vorhandenen härteren Einstellungen sind in ihrer Anzahl und vom Härtegrad her sehr stimmig und hinterlassen so auch einen absolut authentischen und glaubwürdigen Eindruck, was den Film noch einmal zusätzlich aufwertet.

Die schauspielerischen Leistungen, mit denen man hier konfrontiert wird, kann man durch die bank als ausgezeichnet bewerten, wobei vor allem die erwachsenen Opfer extrem glaubwürdig dargestellt werden. Ganz nebenbei bekommt man gerade von diesen Charakteren auch eine etwas tiefergehende Charakterzeichnung geboten, die einem die einzelnen Figuren etwas näherbringt, so das man auch einen gewissen Bezug zu ihnen herstellen kann. den Kindern merkt man zwar in einigen Phasen etwas an, das sie noch keine großen Erfahrungen vor der Kamera hatten, was aber nicht bedeuten soll, das sie nicht überzeugend in Szene gesetzt wurden. So kann man letztendlich festhalten, das hier ein wirklich toller und intensiver Horrorfilm entstanden ist, der eine eingebaute Gänsehautgarantie beinhaltet und so ein hervorragendes Filmerlebnis bietet, das sich keiner entgehen lassen sollte.


Fazit:


"The Children" ist ein Film, der auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheibar wirken mag, der aber gerade aufgrund seiner Schlichtheit auf den zweiten Blick einen umso stärkeren Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Der langsam und schleichend aufkommende Horror setzt sich unbarmherzig im Kopf des betrachters fest und lässt es zu keiner Zeit zu, das man sich vom dargestellten Geschehen lösen kann. Die Thematik, Kinder als das Böse darzustellen, ist zwar nicht neu, wurde aber selten so ausgezeichnet umgesetzt wie in diesem Fall. Ein Film, der alle Freunde gepflegter und niveauvoller Gruselkost begeistern dürfte und absolut zu empfehlen ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 1,85:1 / 16:9
Laufzeit: 81 Minuten


8,5/10

Donnerstag, 19. November 2009

Punisher: War Zone






Punisher: War Zone
(Punisher: War Zone)
mit Ray Stevenson, Dominic West, Doug Hutchison, Colin Salmon, Wayne Knight, Dash Mihok, Julie Benz, Stephanie Janusauskas, Mark Camacho, Romano Orzari, Keram Malicki-Sanchez, Larry Day, Ron Lea, Tony Calabretta, T.J Storm
Regie: Lexi Alexander
Drehbuch: Nick Santora / Art Marcum
Kamera: Steve Gainer
Musik: Michael Wandmacher
SPIO / JK
Kanada / Deutschland / USA / 2008

Seit Gangster seine Familie niedermetzelten, ist der vormalige Polizeioffizier Frank Castle auf Kriminelle besonders schlecht zu sprechen. Aus dem Untergrund operierend und stets bestens informiert stattet er dem organisierten Verbrechen in seiner alternativen Identität als Punisher unangemeldete Gelegenheitsbesuche ab und hinterlässt dabei Leichenberge. Als der Gangster Jigsaw eine Attacke des Punishers überlebt, zieht er auf einen denkwürdigen Rachefeldzug. Mit im Fadenkreuz des Psychos: Castles neue Freundin.


Nach dem Original von 1989, in dem Dolph Lundgren den knallharten Rächer spielte, bekommt man es hier endlich wieder mit einer Punisher-Verfilmung zu tun, die diesen Namen auch vollkommen zu recht trägt. War die Neuauflage aus dem Jahre 2004 ein eher lahmer Aufguss und hatte so gut wie nichts zu bieten, ausser einen ziemlich lahmen Thomas Jane in der Hauptrolle, so kann "Punisher: War Zone" vor allem im Bezug auf die vorhandene Action vollkommen überzeugen und bietet dem Zuschauer so einige Action-Passagen, die ganz nebenbei auch noch über einen beeindruckenden Härtegrad verfügen. Im Gegensatz zur vorliegenden Verfilmung wirkte der Film von 2004 doch viel eher wie ein lahmer Kindergeburtstag, der mit Thomas Jane in der Hauptrolle auch noch zusätzlich eine ziemliche Fehlbesetzung beinhaltete. Einen ganz anderen Eindruck hat hier Ray Stevenson bei mir hinterlassen, der zwar auch keine oscarreife Leistung abliefert, aber als Punisher doch viel authentischer und glaubwürdiger rüberkommt.

Seine ganze Art ist ganz einfach extrem cool, so das man ihm den eiskalten und knallharten Rächer jederzeit abnimmt, was in meinen Augen für eine Rache-Story unabdinglich und absolut notwendig ist. Wobei wir auch gleich bei der hier erzählten Geschichte sind, die ganz sicher nicht besonders tiefgründig ist, aber eine solide Rahmenhandlung bietet, die aber im Endeffekt nicht mehr als nettes Beiwerk darstellt. Denn im Mittelpunkt des Geschehens stehen ganz eindeutig die actiongeladenen Passagen, von denen der Film nicht gerade wenige beinhaltet. Jeder Action-Fan dürfte voll auf seine Kosten kommen und das hier dargestellte Spektakel sichtlich genießen.

Regisseur Lexi Alexander hat durch das Einfügen jeder Menge Splatter-und Goreeinlagen dafür gesorgt, das der Film auch für Gorehounds einen richtigen Blickfang darstellen dürfte, denn in dieser Beziehung wird man als Zuschauer richtiggehend verwöhnt, weshalb ich nach Ansicht des Filmes auch leicht überrascht war, das die ungeschnittene Fassung hier bei unseine SPIO / JK Freigabe erhalten hat, nachdem ja mittlerweile fast jeder etwas härtere Film der Zensur zum Opfer fällt. Und es geht stellenweise wirklich extrem hart und kompromisslos zur Sache, es werden Gesichter zermatscht und Köpfe zerschossen, das es eine wahre Pracht ist. Die dabei verwendeten CGI-Effekte wirken dabei zwar nicht immer absolut erstklassig, können sich aber durchaus sehen lassen. Jedenfalls finde ich, das diese Verfilmung auf jeden Fall die härteste von den bisher erschienenen darstellt, da kommt selbst das Original von 1989 nicht ganz mit, aber es gibt sicherlich genügend Leute, die das anders sehen.

Auch in atmosphärischer Hinsicht fand ich dieses Werk durchaus überzeugend, die ganze Szenerie wurde schon düster eingefangen und auch die ausgewählten Schauplätze sind nicht gerade die schlechtesten. Man sollte allerdings fairerweise bemerken, das diese Dinge bei dem ganzen Geschehen etwas in den Hintergrund geraten, da man sich hauptsächlich auf die Action-Passagen konzentriert, die eindeutig im Focus der Geschichte liegen, jedenfalls erging es mir so. Und so kann man eigentlich auch darüber hinwegsehen, das man mit einer äusserst dünnen Geschichte konfrontiert wird, die keinerlei höhergestellten Ansprüchen gerecht wird. Aber ganz ehrlich, bei einer Punisher- Verfilmung sollte man auch nicht unbedingt mit hohen Erwartungen an die vorhandene Geschichte herangehen, hier möchte man kurzweilig und actionreich unterhalten werden und das ist definitiv der Fall.


Fazit:


"Punisher: War Zone" bietet das, was ich mir von diesem Film erwartet habe, eine maximal solide Rahmenhandlung, aber jede Menge Action und viele knallharte und kompromisslose Passagen, die teils sehr blutig und gorelastig in Szene gesetzt wurden. Hinzu kommt ein Hauptdarsteller, der durch sein cooles Schauspiel wie geschaffen für diese Rolle ist und mal so richtig unter den verbrechern aufräumt. Ein Film, der mit Sicherheit kein cineastisches Highlight darstellt, aber alles beinhaltet, was ein Fan sich wünschen kann.


8,5/10

Dienstag, 17. November 2009

Doomsday - Tag der Rache






Doomsday - Tag der Rache
(Doomsday)
mit Caryn Peterson, Adeola Ariyo, Emma Cleasby, Christine Tomlinson, Vernon Willemse, Paul Hyett, Daniel Read, Karl Thaning, Stephen Hughes, Jason Cope, Ryan Kruger, Nathan Weathley, Cecil Carter, Jeremy Crutchley, Rhona Mitra
Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Neil Marshall
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Tyler Bates
SPIO / JK
Deutschland / Großbritannien / Südafrika / USA / 2008

Ein tödliches Virus "The Reaper" genannt, hat Hunderttausende von Menschen befallen. Um eine Pandemie zu verhindern, entscheidet sich die britische Regierung, eine riesige Sperrzone einzurichten. Infizierte werden von ihren Mitmenschen isoliert. Schottland wird vom Rest der Welt abgetrennt - für immer.

30 Jahre später scheinz die Katastrophe vergessen, aber Schottland ist noch immer von der Welt abgeschnitten. Zu den Überlebenden gibt es keinen Kontakt. Doch dann geschieht, womit niemand mehr gerechnet hat - ein neuer Fall einer Infektion, mitten in London. Der Schlüssel, das Virus zu bekämpfen liegt aber in Schottland in den Händen Dr. Kanes. Eden Sinclair nimmt den waghalsigen Auftrag an, mit einem Elite-Team in der Sperrzone nach Dr. Kane zu suchen...



Sicherlich zählt "Doomsday" nicht zu der Art von Filmen, bei denen man sich einer realistischen Story erfreuen kann, doch darauf kommt es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt an. Denn auch, wenn die Geschichte eher hanebüchen daherkommt, so ist sie sehr interessant und wurde vor allem extrem temporeich und spannend in Szene gesetzt. Von der ersten Minute an geht es hier rasant und enorm actionreich zur Sache, so das man als Zuschauer erst gar keine Möglichkeit erhält, sich etwas mit der Thematik anzufreunden. Das soll aber keine negative Kritik darstellen, eher das Gegenteil ist der fall, denn so wird man ohne Umschweife in ein sehr apokalyptisches Endzeit-Szenario hineingeworfen, das an Härte und Intensität alles bietet, was Filme dieser Art so besonders auszeichnet.

Die ganz großen Stärken dieses Filmes sind sicherlich der temporeiche Erzählstil und der hohe Actiongehalt, denn beide Elemente sorgen dafür, das man kaum einmal dazu kommt, etwas Luft zu holen, da ein Highlight das andere jagt. Hierbei sticht ganz besonders der Härtegrad des Filmes hervor, der äusserst beachtlich ist und es einem verständlicher macht, das dieses Werk bei uns in Deutschland nicht ungeschnitten zu erhalten ist. Es gibt jede Menge blutige Passagen, Gliedmaßen fliegen durch die Luft und das in einer streckenweise derben Art und Weise, das jedem Freund der härteren Gangart das Herz vor Freude im Leib hüpfen dürfte.

Ein weiteres Highlight ist die hier hervorragend zur Gelrung kommende Stimmung, die das Geschehen erzeugt, alles hinterlässt einen sehr trostlosen und auch bedrückenden Eindruck, was durch die perfekten Schauplätze nur noch zusätzlich unterstützt wird. Besonders beeindruckend habe ich hier die Fahrt des Elite-Teams durch das zerstörte und verfallene Glasgow empfunden, bei der ein erstklassiges Endzeit-Feeling aufgekommen ist, das man nicht besser hätte einfangen können. Im Gegensatz dazu stehen die Phasen, in denen man mit der trotz allem scheinbar unberührten Natur in Berührung kommt, was einen tollen Kontrast zu der größtenteils apokalyptisch anmutenden Atmosphäre darstellt, die ansonsten vorherrscht.

Auch im schauspielerischen Bereich gibt es keinerlei grund zur Beanstandung, die Leistungen sind durch die Bank überzeugend und hinterlassen einen authentischen Eindruck. In erster Linie fällt einem hier die Hauptdarstellerin Rhona Mitra ins Auge, die in der Rolle der Eden Sinclair den Begriff Frauenpower perfekt zum Ausdruck bringt und ihm auf eine gewisse Art und Weise eine neue Dimension verleiht. Es ist eine sehr schöne Abwechslung, das es mittlerweile immer mehr Produktionen gibt, in denen das weibliche Geschlecht die Führungsrolle für sich beansprucht und die Männer etwas in den Hintergrund stellt. So entwickelt sich auch die Figur der Eden Sinclair im Verlauf der Geschichte zu einer regelrechten Kampfmaschine, die dazu noch eine äusserst coole und lässige Art an den Tag legt, die nahezu perfekt in das Szenario hineinpasst.

Regisseur Neil Marshall, der ja anscheinend ein Faible für Filme hat, die mit dem Buchstaben D beginnen (Dog Soldiers, The Deascent), hat hier meiner Meinung nach mal wieder einen großen Wurf gelandet, in dem die Kombination aus Action, SCI/FI und Härte sehr gut gelungen ist. Und auch, wenn die erzählte Story eher an den Haaren herbeigezogen wirkt, so beinhaltet sie auf jeden Fall einen extrem hohen Unterhaltungswert und sorgt so für absolute Kurzweil beim Zuschauer, der von der ersten bis zur letzten Minute voll auf seine Kosten kommt.


Fazit:


"Doomsday - Tag der Rache" ist ein erstklassiges Action-Spektakel, das sehr viel Freude und Spaß bereitet. Mann sollte hier keinesfalls über Sinn oder Unsinn der erzählten Geschichte nachdenken, sondern einfach einen bestens unterhaltenden Action-Kracher erwarten, der ein hohes Maß an Härte beinhaltet und mit einer dichten und bedrückenden Grundstimmung aufwarten kann. Und so kann man eigentlich als Fan des Genres nur zu einer Bewertung kommen und die lautet....


...10/10