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Dienstag, 7. Juli 2009

Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)






Der Tag, an dem die Erde stillstand
(The Day, the Earth Stood Still)
mit Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates, Jaden Smith, John Cleese, Jon Hamm, Kyle Chandler, Robert Knepper, James Hong, John Rothman, Sunita Prasad, Juan Riedinger, Sam Gilroy, Tanya Champoux, Rukiya Bernard
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: David Scarpa / Edmund H. North
Kamera: David Tattersall
Musik: Tyler Bates
FSK 12
USA / 2008

Er ist gekommen - Der Tag, an dem die Erde stillstand. Auf der ganzen Welt tauchen fremdartige Sphären auf, die global für Unruhen und Panik sorgen. Mit ihnen erscheint Klaatu, Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die die Erde und die Menschheit seit geraumer Zeit beobachten. Eilig stellt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel der Erscheinungen aufklären und sich einer möglichen Bedrohung stellen zu können. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen, die nach und nach das gesamte Ausmaß von Klaatus Auftrag als "Freund der Erde" begreift...


Viele Leute stellten sich ja schon weit bevor dieses Remake rauskam die Frage, ob es notwendig war, den amerikanischen Kultfilm von 1951 zu covern. Ich persönlich finde es sehr gut, das diesem eher ruhigen SCI/FI Klassiker eine Neuinterpretation spendiert wurde. Zwar kommt die Neuverfilmung nicht an die vorhandene Klasse des Originals heran, doch die teils vernichtenden Meinungen über die neue Version kann ich nicht verstehen.

Gerade die Tatsache, das hier keine 1:1 Kopie entstanden ist, sondern Regisseur Scott Derrickson einige eigene neue Ideen miteingebracht hat, beschert dem Film schon einmal einige Pluspunkte. So landet hier zum Beispiel kein Raumschiff auf der Erde, sondern unzählige sogennannte Sphären verteilen sich auf der gesamten Welt. Auch die Kernaussage des Films, das die Welt kurz vor dem Ende steht, wird hier viel agressiver angegangen, so werden beispielsweise erste Ansätze der Zerstörung gezeigt, was im Original gar nicht zu sehen ist.

Am meisten aber stört mich, wenn ich immer wieder lese, das der Film nicht genügend Action beinhaltet. So eine Meinung kann eigentlich nur von Leuten kommen, die nie die Originalversion gesehen haben, denn ansonsten müsste man eigentlich wissen, das auch dort eigentlich gar keine Action vorhanden war. Die Besonderheit in diesem SCI/FI Film ist doch die tatsache, das die Außerirdischen endlich einmal als Helfer dargestellt werden, die unsere Welt vor der Vernichtung retten wollen und wir Menschen es sind, die ihnen agressiv gegenübertreten. Und gerade das wird in beiden Versionen ganz ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht.

Auch in Sachen Darsteller hat man bei der Neuversion in meinen Augen eine recht gute Auswahl getroffen, wobei mir persönlich vor allem Jennifer Connelly's Darstellung sehr gut gefallen hat, gerade die gefühlsbetonte Seite, die zum Ausdruck kommt, als sie erfährt, wie es um unseren Heimatplaneten bestellt ist. Manch einer scheint ihre Darstellung ja als übertrieben weinerlich anzusehen, doch wie soll man denn reagieren, wenn man hört, das praktisch alles Leben auf dem Planeten ausgemerzt werden soll? Da sind doch Tränen und Verzweiflung eigentlich eine ganz normale und menschliche Regung, oder etwas nicht?

Und auch Keanu Reeves in der Rolle des Klaatu ist doch die ideale Besetzung, denn kaum ein anderer Darsteller hat auch nur einen annähernd so stoischen und emotionslosen Gesichtsausdruck wie er. Dadurch wirkt doch seine Rolle als eher "unparteiischer Schiedsrichter" umso autenthischer und somit auch sehr glaubwürdig. Doch im Endeffekt ist es natürlich wie immer Geschmackssache, mir jedenfalls hat diese Neuauflage genau das geboten, was ich mir von ihr erwartet habe, nämlich die beibehaltung der Grundidee, angereichert mit einigen neuen Ideen und diversen Abweichungen der Originalgeschichte.

Wer das Original kennt und zu schätzen weiss, der sollte diesem Film auch eine faire Chance geben, denn so schlecht, wie er oft gemacht wird, ist er bei weitem nicht. Wer allerdings pausenlose Action erwartet, der sollte von Anfang an die Finger von diesem Werk lassen.


7/10

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