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Sonntag, 9. August 2009

Absolution






Absolution
(Absolution)
mit Richard Burton, Dominic Guard, David Bradley, Billy Connolly, Andrew Keir, Willoughby Gray, Preston Lockwood, James Ottaway, Brook Williams, Jon Plowman, Robin Soans, Trevor Martin
Regie: Anthony Page
Drehbuch: Anthony Shaffer
Kamera: John Coquillon
Musik: Stanley Myers
FSK 16
Großbritannien / 1978

Hinter strengen Klostermauern ist kein Platz für Gefühle. Ein strenger Abt, der von seinen Schülern verehrt wird, kann es sich nicht leisten, eine Regung zuzugeben. Zwei Schüler von ihm, Benji und Arthur, versuchen seine Zuneigung zu gewinnen. Der eine durch Charme, der andere durch Fleiß. Als der Versuch scheitert, planen die beiden eine finstere Intrige, die als Spaß begann und der der Gottesmann zum Opfer fällt. Und nicht nur er, denn hinter den Klostermauern brodelt es gewaltig...


Absolution zählt zu den Filmen, die hauptsächlich durch die Präsenz eines einzigen Darstellers zu überzeugen wissen und dem Zuschauer allein dadurch ein unvergessliches Filmerlebnis bescheren. Im vorliegenden Film ist es der legendäre Richard Burton, der die hier erzählte Geschichte allein durch sein brillantes Schauspiel zu etwas ganz Besonderem macht. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, das die Story an sich nicht gut wäre, nur mag die Erzählweise aus der heutigen Sicht gesehen eventuell etwas langsam erscheinen. Dafür baut sich hier aber im Laufe des Films ein sehr straff gezogener Spannungsbogen auf, aus einer am Anfang vielleicht sogar etwas belanglos wirkenden Geschichte entwickelt sich mit der Zeit ein perfides psychisches Katz-und Mausspiel, das in einer absoluten Tragödie endet.

Wird zu Beginn ersteinmal etwas näher auf das Schülerleben hinter den Klostermauern eingegangen, so zentriert sich das Hauptaugenmerk doch ziemlich schnell auf 3 Charaktere des Films, nämlich auf den strengen Abt (Richard Burton) und die beiden Schüler Stansfield (Dominic Guard) und Dyson ( David Bradley), deren Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Stansfield, der übrigens der Lieblingsschüler des Abtes ist, eigentlich sein Leben genießen möchte und immer mehr von den Grundsätzen der Schule abrückt, indem er ständig die Regeln verletzt, bemüht sich Dyson vergeblich um die Anerkennung des Abtes, der ihn allerdings ständig entwürdigt und so gut wie gar nicht wahrnimmt.

Was bis hierhin wie eine recht nette Geschichte daherkommt, ändert schlagartig die Richtung, als Stansfield im Beichtstuhl einen Mord an einem Landstreicher gesteht. Ab jetzt nimmt der Film eine ganze Menge Fahrt auf, die Grundstimmung änderst sich vollkommen und nimmt teilweise sogar bedrohliche Züge an. Es kommt, wie es kommen muß, das Ganze endet in einer schrecklichen und vor allem menschlichen Tragödie, die am Ende sogar eine nicht unbedingt vorhersehbare Wendung nimmt und mit einer Überraschung aufwartet.

Auch wenn es hier keine großartige Action gibt, so ist "Absolution" ein Film, der es versteht, den Zuschauer zu fesseln und zu begeistern, was in erster Linie den ausgezeichneten Schauspielleistungen zu verdanken ist. Richard Burton stellt einmal mehr unter Beweis, was für ein fantastischer und ausdrucksstarker Darsteller er war, aber auch die beiden damaligen Jungdarsteller Dominic Guard und David Bradley wirken absolut autenthisch und überzeugend. Und auch die Mischung aus Drama, Tragödie und Thriller-Elementen ist hier perfekt gelungen, so das man insgesamt ein wirklich tolles und interessantes Gesamtpaket zu sehen bekommt, das ganzzeitig gute und spannende Unterhaltung bietet, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


7/10

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