Follower

Montag, 28. September 2009

Kill Theory






Kill Theory
(Kill Theory)
mit Don McManus, Ryanne Duzich, Teddy Dunn, Daniel Franzese, Agnes Bruckner, Patrick Flueger, Steffi Wickens, Theo Rossi, Tary Manning, Kevin Gage
Regie: Chris Moore
Drehbuch: Kelly C. Palmer
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Michael Suby
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Bergwanderer mit gesundem Überlebensinstinkt schneidet das Seil durch, an dem das Leben seiner Freunde hängt, nur um selbst mit dem Leben davon zu kommen. Jetzt will er sich selbst beweisen, dass alle Menschen wie er ticken, und knöpft sich zu diesem Zwecke eine Gruppe ahnungslos in der Waldhütte urlaubende Großstadtkids vor. Einen nach dem anderen stellt er sie vor die Entscheidung, entweder brutal getötet zu werden, oder aber selbst einen guten Freund zu töten. Die letzten Überlebenden drehen den Spieß schließlich um.


Auf den ersten Blick handelt es sich hier um die handelsübliche Horrorware, einige Jugendliche sollen sich gegenseitig abmetzeln, damit einer von ihnen überleben kann. Tun sie dies nicht, dann hilft ihnen der Psychopath im Hintergrund, ihr Ableben zu beschleunigen. Doch gerade diese Grundidee des Films, herauszubekommen, ob man seine besten Freunde oder gar seine Partnerin tötet, um selbst zu überleben, hebt dieses Werk doch etwas von den üblichen Slashern ab. Hinzu kommt, das die vorhandene Thematik wirklich gut umgesetzt wurde und es keinerlei Längen in der Geschichte gibt.

Zu Beginn wird man mit einer Passage konfrontiert, in der besagter Psychophat seinen Psychater davon überzeugen will, das jeder Mensch, der sich in seiner damaligen Lage aus reinem Selbsterhaltungstrieb ebenso wie er verhalten hätte, da man das eigene Leben immer über das von anderen stellen würde. Unter Auflagen wird er als ungefährlich aus der Psychatrie entlassen und geht dann sofort daran, seine "Kill Theory" in die Tat umzusetzen.

Innerhalb weniger Minuten baut sich hier ein sehr dichter und konstant hoher Spannungsbogen auf, die am Anfang noch vorherrschende Ausgelassenheit und Freude der Jugendlichen ändert sich extrem schnell und sie werden mit dem unglaublichen Horror konfrontiert, dem sie der immer im Hintergrund bleibende Psychophat aussetzt. Nehmen sie die Anweisungen des Wahnsinnigen zu Beginn noch nicht vollkommen ernst und ziehen noch nicht einmal in Erwägung, sich gegenseitig zu töten, so entsteht doch bei den ersten ziemlich schnell eine Art Umdenkungsprozess. Sehr schnell werden sie sich ihrer scheinbar hoffnungslosen Lage bewust, denn der Mann im Hintergrund scheint an alles gedacht zu haben und so ist eine Flucht unmöglich.

Gerade die Beleuchtung der einzelnen Charaktere ist hier meiner Meinung nach sehr gut gelungen und auch die Phasen, in denen der Zuschauer mit dem innerlichen Zwiespalt der Figuren konfrontiert wird, sind absolut überzeugend herausgearbeitet worden. Natürlich kommt es auch in diesem Werk dazu, das man klischeebehaftete Phasen zu sehen bekommt, das ist man ja mittlerweile fast schon von solchen Filmen gewohnt, jedoch ist das hier gezeigte Geschehen besonders spannend und auch größtenteil glaubwürdig dargestellt worden. Dazu tragen selbstverständlich auch die gut agierenden Jungdarsteller bei, die die von ihnen gespielten Charaktere überzeugend und zumeist auch authentisch darstellen.

Und dann wäre da auch noch der vorhandene Härtegrad, von dem ich ehrlich gesagt etwas überrascht war, denn es gibt einige wirklich harte und derb wirkende Szenen zu sehen, die ich in dieser Form bei einem "Keine Jugendfreigabe" Stempel so nicht erwartet hätte. Aber in meinen Augen ist bei einer solchen Thematik auch etwas an Härte durchaus angebracht, um das Geschehen noch glaubwürdiger wirken zu lassen und das ist hier definitiv der Fall. Weiterhin verhält es sich auch so, das die brutalen Szenen gut über den Film verteilt sind und sich noch in einem überschaubaren Rahmen halten. So kann man also festhalten, das hier eigentlich für jeden etwas vorhanden ist, eine spannend und temporeich erzählte Geschichte, eine herrlich bedrohliche Grundstimmung und auch die Gorehounds werden durchaus auf ihre Kosten kommen.


Fazit:


"Kill Theory" ist sicherlich kein Feuerwerk an Innovation und auch kein cineastisches Highlight, aber dieser Horrorfilm weiss zu überzeugen. Durch seine Thematik hebt er sich auch etwas von der üblichen Dutzendware ab, mit der man in letzter Zeit viel zu oft konfrontiert wird und bietet so eine doch recht erfrischende Abwechslung für den Horror-Fan. Solide Darsteller, eine sehr spannende Geschichte, die richtige Portion Härte und eine tolle Atmosphäre sorgen hier für ein absolut überzeugendes Gesamtpaket, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Ich fühlte mich jedenfalls jederzeit bestens und sehr kurzweilig unterhalten und kann diesen Film bedenkenlos weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,85:1 (16:9)
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Biografien,Bildergalerie, Trailer


7,5/10

Keine Kommentare: