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Dienstag, 27. Oktober 2009

Drag me to Hell






Drag me to Hell
(Drag me to Hell)
mit Alison Lohman, Justin Long, Lorna Raver, Dileep Rao, David Paymer, Adriana Barraza, Chelcie Ross, Reggie Lee, Molly Cheek, Bojana Novakovic, Kevin Foster, Alexis Cruz, Ruth Livier, Shiloh Selassie, Flor de Maria Chahua
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi / Ivan Raimi
Kamera: Peter Deming
Musik: Christopher Young
FSK 16
USA / 2009

Christine Brown liebt ihren Bankjob und ihren Freund. Doch eine einzige Entscheidung macht ihr bisher so glückliches Leben zunichte: Um ihren knallharten Chef zu beeindrucken, verweigert Christine einer scheinbar hilflosen alten Frau die Verlängerung ihres Hypothekenkredits. Doch die mysteriöse Alte weiß sich zu rächen! Sie belegt Christine mit einem grausamen Fluch, der ihr Leben zur Hölle auf Erden werden lässt. Gehetzt von Dämonen und düsteren Horror-Visionen, beginnt Christines Wettlauf gegen die Zeit. Nur noch drei Tage, den Fluch zu brechen oder auf ewig in der Hölle zu leiden. Nur ein Seher weiß den Weg, ihre Seele vor ewiger Verdammnis zu retten. Aber wie weit wird sie gehen um den dunklen Bann zu brechen?


Nachdem Kult-Regisseur Sam Raimi in den letzten Jahren mit seinen Spider-Man Verfilmungen beschäftigt war und damit ordentlich Erfolg einheimste, hat er sich mit "Drag me to Hell" im Horror-Genre erfolgreich zurückgemeldet. Vielleicht werden aber trotzdem viele Fans diese Rückkehr mit einem weinenden Auge sehen, da sie doch eher einen Film in der Art wie "Tanz der Teufel" erwartet hatten, mit dem Raimi sich im Genre ein Denkmal gesetzt hat. Diesen Anspruch kann das vorliegende Werk allerdings nicht erfüllen, denn anstatt eines knallharten Horrorfilms wird einem hier ein erstklassiger Okkult-Horrorfilm geboten, der durch tolle Effekte, sehr viel Spannung und eine einzigartige unheilvoll daherkommende Atmosphäre besticht. Wirklich gute oder gar herausragende Filme dieser Machart sind eigentlich ziemlich selten anzutreffen, zumeist wird die vorhandene Thematik nicht sonderlich gut bearbeitet, oder es fehlt ganz einfach der zündende Funke, der auf den Zuschauer überspringt und ihn in die faszinierende Welt des Okkulten hineinzieht.

Das ist in vorliegendem Film vollkommen anders, schon von Beginn an überkommt einen das Gefühl, es mit etwas Besonderem zu tun zu haben, nämlich mit einem in allen Belangen faszinierenden Film, der einen von der ersten Minute an in seinen Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr loslassen will. Richtiggehend gebannt verfolgt man die Geschichte, in der die junge Christine von einer alten Zigeunerin mit einem Fluch belegt wird, durch den sie nach einer gewissen Zeit in die Hölle gezogen werden soll. Allein schon die Figur der Zigeunerin ist es allemal wert, sich diesen Film anzuschauen, denn die gute Frau, die anfänglich noch sanft und freundlich wirkt, entwickelt sich im Laufe einer körperlichen Auseinandersetzung mit Christine, die vor dem Aussprechen des Fluches stattfindet, zu einer wahren Furie. Dabei entwickelt sie körüerliche Kräfte, die ihr Opfer in arge Bedrängnis bringen und sie so in die Defensive zwingen. Die Vehemenz, mit der ihre Angriffe erfolgen und der damit verbundene Hass, der hervorragend zum Ausdruck kommt, können einem schon manch kalten Schauer über den Rücken jagen und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer.

Was danach folgt, stellt Christines gesamtes Leben vollkommen auf den Kopf und lässt sie phasenweise an ihrem Verstand zweifeln. Selbst Vesuche, durch die Hilfe eines "Sehers" die sich auftuenden Probleme und Ereignisse in den Griff zu bekommen, scheinen allesamt zu scheitern, der Fluch scheint allgegenwärtig und schier unüberwindbar zu sein. Das hier dargestellte Szenario ist geprägt von eindrucksvollen Effekten, die dem Geschehen eine hohe Intensität verleihen und phasenweise für absolute Gänsehaut garantieren. Hinzu kommt die erstklassige musikalische Untermakung des Ganzen, die nahezu perfekt auf die einzelnen Sequenzen abgestimmt ist und so der Geschichte eine unheilvolle und sehr bedrohliche Aura verleihen, die sich zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt, der schon längst der Faszination dieses tollen Filmes erlegen ist.

Das meiner Meinung nach Bemerkenswerteste an "Drag me to Hell" ist aber, das es keinerlei Szenen gibt, die irgendwie überflüssig oder unnötig erscheinen, alles wirkt wie perfekt aufeinander abgestimmt und sorgt so für ein uneingeschränkt spannendes und interessantes Filmerlebnis. Das wird abgerundet durch die überzeugenden Darstellungen der hier mitwirkenden Schauspieler, wobei sich in meinen Augen Alison Lohman (Christin) und Lorna Raver (Mrs. Ganush) ganz besonders hervortun, denn ihr gezeigtes Schauspiel wirkt sehr authentisch und ausdrucksstark, so das keine Wünsche offen bleiben. Mir persönlich hat vor allem Lorna Raver in der Rolle der alten Zigeunerin sehr imponiert, denn besser und glaubwürdiger hätte man diese Figur wohl kaum verkörpern können. Mal ganz davon abgesehen, das sie durch ihre Interpretation der Rolle für schweissnasse Hände und eine absolute Gänsehaut gesorgt hat.

Letztendlich ist Sam Raimi hier ein wirklich mehr als nur sehenswerter Film gelungen, der einfach alles beinhaltet, was einen richtig guten Okkult-Horrorfilm so auszeichnet, nämlich eine tolle Geschichte, die zudem noch genau das richtige Erzähltempo aufweist, ein sehr hoch angesiedelter Spannungsbogen, sehr gute und überzeugende Schauspieler, klasse Effekte und nicht zu vergessen eine sensationelle Atmosphäre, die einem teilweise die Haare zu Berge stehen lässt.


Fazit:


"Drag me to Hell" ist Spannung und Gänsehaut pur, ein Film, der mitreisst und begeistert, so das es schwerfällt, in ihm etwas Negatives zu finden. Wer dann noch von Haus aus viel mit Filmen dieser Art anfangen kann, der darf sich Raimis Werk keinesfalls entgehen lassen. Der Mann hat es immer noch drauf, auch im Horror-Genre seine Fans bestens zu bedienen, was man an diesem Film hervorragend erkennen kann. Hier wird wieder einmal perfekt unter Beweis gestellt, das Horror nicht immer unbedingt blutig und hart sein muß, um die richtige Wirkung zu erzielen, manchmal reicht auch das langsam und schleichend aufkommende Grauen, wenn es denn so wie hier brillant in Szene gestzt wurde.


9/10

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