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Sonntag, 22. November 2009

The Children






The Children
(The Children)
mit Eva Birthistle, Stephen Campbell Moore, Jeremy Sheffield, Rachel Shelley, Hannah Tointon, Raffiella Brooks, Jake Hathaway, William Howes, Eva Sayer
Regie: Tom Shankland
Drehbuch: Tom Shankland / Paul Andrew Williams
Kamera: Nanu Segal
Musik: Stephen Hilton
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Die Weihnachtsfeiertage. Die Familien von Elaine und Cloe feiern ein friedvolles Familienfest mit Schlittenfahren, Kinderlachen und heißem Kakao in einem abgeschiedenen Landhaus. Doch die Harmonie wird gestört, als die Kinder eines nach dem anderen auf mysteriöse Weise krank werden. Die Symptome sind Husten, Übelkeit und eine gesteigerte Bösartigkeit der Kinder. Teenagerin Casey erkennt die Gefahr, doch die Eltern wollen ihr nicht glauben. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt ...


Mit "The Children" haben die Briten einmal mehr unter Beweis gestellt, das man mit verhältnissmäßig geringen Mitteln den maximalen Horror erzeugen kann. Dabei entsteht dieser in Tom Shankland's (WAZ) neuestem Werk keineswegs durch extrem harte und blutige Effekte, sondern ist viel eher von der subtilen Art und entseht ziemlich schleichend, um sich dann umso intensiver in den Gedanken des Zuschauers einzunisten. Und wie auch in anderen Filmen, in denen kleine Kinder das Böse verkörpern, ist die Intensität des Geschehens noch viel höher angesiedelt, da man diesen doch im Normalfall so unschuldigen jungen Wesen mit einer gewissen Hemmschwelle gegenübertritt und sich kaum vorstellen kann, das von ihnen etwas Bedrohliches ausgeht, was hier aber definitiv der Fall ist.

Beginnt die Geschichte des Films noch in einer malerischen Winterlandschaft, die allein schon optisch einen nachhaltigen und schönen Eindruck hinterlässt, so ändert sich die anfänglich noch sehr freudige und ausgelassene Stimmung ziemlich schnell und es entwickelt sich immer mehr ein Horror-Szenario, das einem teilweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Dabei ist es Tom Shankland nahezu perfekt gelungen, den Horror kaum merklich entstehen zu lassen, wodurch er aber seine später vorhandene Intensität erst so richtig entfalten kann. Besonders hervorstechend und beeindruckend ist die hierbei entstehende Atmosphäre, die sich von Minute zu Minute immer mehr verdichtet und fast zwangsläufig extrem bedrohliche Ausmaße annimmt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Tatsache, das dies bei vollem Tageslicht passiert und nicht, wie es in so vielen Horrorfilmen der Fall ist, bei Nacht. Trotz der sehr hellen Szenerie entsteht beim Zuschauer eine Gänsehaut, die man auch bis zum Ende der Geschichte nicht mehr ablegen kann, denn dafür wird man ganz einfach viel zu sehr vom hier stattfindenden Geschehen gefesselt und kann sich dessen ausgehender faszination beim besten Willen nicht entziehen.

Besonders in den Passagen, in denen sich die Verhaltensweisen der Kinder merklich verändern, fühlt man sich von einem starken Gefühl der Beklemmung erfasst und fragt sich fast zwangsläufig, wie man sich selbst in einer Situation verhalten würde, in der sich die Erwachsenen hier befinden. Lediglich Teenagerin Casey scheint hier die Zusammenhänge und Gründe für das feindselige und bösartige Verhalten der Kinder ansatzweise zu erkennen, wohingegen die Eltern vielmehr durch Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit über das Erlebte reagieren. Denn eigentlich kann sich keiner vorstellen, das der Horror durch die kleinen Lieblinge erzeugt wird, was fast automatisch dafür sorgt, das es hier nicht ohne Todesfälle vonstatten geht.

Auch wenn die Härte des Filmes ganz eindeutig durch die vorhandene Thematik und die ausgezeichnete Atmosphäre ausgelöst wird, braucht man doch nicht gänzlich auf visuelle Härte verzichten, denn es gibt durchaus einige wohlplatzierte härtere Szenen, die perfekt in das excellente Gesamtbild hineinpassen. Allerdings sollte man keinerlei Splatter / Gore Festival erwarten, was hier aber auch absolut unpassend gewesen wäre. Die vorhandenen härteren Einstellungen sind in ihrer Anzahl und vom Härtegrad her sehr stimmig und hinterlassen so auch einen absolut authentischen und glaubwürdigen Eindruck, was den Film noch einmal zusätzlich aufwertet.

Die schauspielerischen Leistungen, mit denen man hier konfrontiert wird, kann man durch die bank als ausgezeichnet bewerten, wobei vor allem die erwachsenen Opfer extrem glaubwürdig dargestellt werden. Ganz nebenbei bekommt man gerade von diesen Charakteren auch eine etwas tiefergehende Charakterzeichnung geboten, die einem die einzelnen Figuren etwas näherbringt, so das man auch einen gewissen Bezug zu ihnen herstellen kann. den Kindern merkt man zwar in einigen Phasen etwas an, das sie noch keine großen Erfahrungen vor der Kamera hatten, was aber nicht bedeuten soll, das sie nicht überzeugend in Szene gesetzt wurden. So kann man letztendlich festhalten, das hier ein wirklich toller und intensiver Horrorfilm entstanden ist, der eine eingebaute Gänsehautgarantie beinhaltet und so ein hervorragendes Filmerlebnis bietet, das sich keiner entgehen lassen sollte.


Fazit:


"The Children" ist ein Film, der auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheibar wirken mag, der aber gerade aufgrund seiner Schlichtheit auf den zweiten Blick einen umso stärkeren Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Der langsam und schleichend aufkommende Horror setzt sich unbarmherzig im Kopf des betrachters fest und lässt es zu keiner Zeit zu, das man sich vom dargestellten Geschehen lösen kann. Die Thematik, Kinder als das Böse darzustellen, ist zwar nicht neu, wurde aber selten so ausgezeichnet umgesetzt wie in diesem Fall. Ein Film, der alle Freunde gepflegter und niveauvoller Gruselkost begeistern dürfte und absolut zu empfehlen ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 1,85:1 / 16:9
Laufzeit: 81 Minuten


8,5/10

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