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Donnerstag, 30. April 2009

Mirrors






Mirrors
(Mirrors)
mit Kiefer Sutherland, Paula Patton, Cameron Boyce, Erica Gluck, Amy Smart, Mary Beth Peil, John Shrapnel, Jason Flemyng, Tim Ahern, Julian Glover, Josh Cole, Ezra Buzzington, Aida Doina, Ioana Abur, Darren Kent
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Gregory Levasseur / Alexandre Aja
Kamera: Maxime Alexandre
Musik: Javier Navarrete
Keine Jugendfreigabe
Rumänien / Frankreich / 2008

Ben Carson muss den Polizeidienst quittieren und in einem verfallenen New Yorker Kaufhaus als Nachtwächter arbeiten. Auf seinen Rundgängen durch die finsteren hallen und Gänge reflektieren gewaltige Zierspiegel düstere Bilder der Vergangenheit. Sind die geisterhaften Erscheinungen nur Hirngespinste? Schon bald sieht sich Carson einer teuflischen macht gegenüber, die über Spiegel in unsere Welt tritt und das Leben seiner Frau und Kinder bedroht. Carson muss sich dem schaurigen Geheimnis hinter den Spiegeln stellen, aber die Wahrheit wird ihn bis ins Mark erschüttern...


Auch wenn es sich bei "Mirrors" wieder einmal "nur" um ein US-amerikanisches Remake eines Asia-Gruselfilms handelt, so muss man doch anerkennen, das der Film mehr als nur gelungen ist. Alexandre Aja, der ja schon mit "High Tension" und dem Remake von "The Hills have Eyes" unter Beweis gestellt hat, das er in der Lage ist, qualitativ hochwertige und sehr spannende Horrorfilme zu kreieren, hat auch dieses Mal wieder ein Szenario geschaffen, das es versteht, den Betrachter in seinen Bann zu ziehen.

Allein die Geschichte an sich übt hier schon eine sehr starke Faszination auf einen aus, selten in letzter Zeit habe ich bei einem Film so mitgefiebert und konnte es kaum erwarten, die Lösung des mysteriösen Rätsels präsentiert zu bekommen. Geschickt ist es hier gelungen, die Spannungsschraube stetig immer etwas fester anzuziehen, bis man es als Zuschauer vor Spannung kaum noch aushalten kann. Man merkt es am eigenen sehr angespannten Sehverhalten, das man selbst tief in die Geschichte eintaucht und versucht, das Rätsel zu entwirren. Gut eingesetzte Schockmomente sorgen dafür, das die Anspannung immer größer wird, es gibt so einige Momente, in denen man ganz unwillkürlich zusammenzuckt, oder einem kalte Schauer über den Rücken laufen.

Mit dafür zuständig ist natürlich auch die hervorragende Grusel-Atmosphäre, die "Mirrors" ganzzeitig beiwohnt. Doch auch, wenn diese Stimmung, die sehr dicht und unheimlich ist sich kontinuirlich durch den gesamten Film zieht, so hat es Aja perfekt verstanden, sie immer noch etwas zu steigern und vor allem die Bedrohlichkeit, die allein schon von der sehr düsteren Location des Kaufhauses ausgeht, immer mehr auszubauen. Man ertappt sich selbst sehr oft dabei, wie sich fast automatisch eine Gänsehaut bildet, die man einfach nicht verhindern kann, selbst wenn man es wollte. Dafür ist man ganz einfach zu stark in das Geschehen involviert und lässt sich auf die mysteriöse Reise in die "Spiegelwelt" mitnehmen.

Der Härtegrad des Filmes hält sich durchaus in einem überschaubaren Rahmen, aber die vorhandenen härteren Passagen sind richtig gut gemacht und auch ziemlich derbe ausgefallen. Bei Ansicht der Szenen fragt man sich unwillkürlich, warum hier noch 11,5 Sekunden geschnitten wurden, denn die hätten den Kohl sicherlich nicht fett gemacht. Aber wie dem auch sei, ich persönlich halte den Härtegrad für angemessen, mehr hätte hier eventuell sogar geschadet und das fantastische gesamtbild nur getrübt. Ausserdem hat der Film auch keine übermäßige Härte nötig, da er in allen Belangen vollkommen zu überzeugen weiss.

Und dazu zählen selbstverständlich auch die Schauspieler, wobei man anmerken sollte, das hier eine Person im absoluten Focus steht, nämlich Kiefer Sutherland und die anderen eher als notwendiges Beiwerk anzusehen sind. Das soll deren Leistungen in keinster Weise schmälern, nur steht die Person des Ben Carson hier so stark im Vordergrund des Geschehens, das es phasenweise sogar schwer fällt, die anderen Darsteller überhaupt wahrzunehmen. Und Sutherland spielt diesen Charakter einfach nur überragend und versteht es, seine Fähigkeiten perfekt einzusetzen. Sein Schauspiel ist absolut autenthisch und überzeugend, so das er dem Film damit ganz unweigerlich seinen Stempel aufdrückt.

Auch das Ende, das manch einen im ersten Moment vielleicht etwas verwirren könnte, finde ich hier absolut perfekt und sehr passend. Ein Happy End, das man ja im ersten Moment vermutet, hätte hier in meinen Augen kitschig und auch lächerlich gewirkt, so aber empfinde ich es als einen sehr guten Schlusspunkt unter einen genialen Film.

So kann man abschließend festhalten, das "Mirrors" ein wirklich sehr gelungener Horrorfilm ist, der in wirklich allen Belangen überzeugen kann und beim Zuschauer für ein extrem gruseliges und spannendes Filmvergnügen sorgt, das einem so manches Mal den Atem stocken lässt. Ein Film, den man einfach als Horror-Fan gesehen haben muss.


9/10

Montag, 27. April 2009

Der Baader Meinhof Komplex






Der Baader Meinhof Komplex
(Der Baader Meinhof Komplex)
mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Niels-Bruno Schmidt, Vinzenz Kiefer, Simon Licht, Alexandra Maria Lara, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Daniel Lommatzsch, Sebastian Blomberg, Echhard Dilssner, Bruno Ganz, Heino Ferch
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Stefan Aust / Uli Edel
Kamera: Rainer Klausmann
Musik: Peter Hinderthür / Florian Tessloff
FSK 12
Deutschland / 2008

Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der Nazi-generation, angeführt von Andreas Baader, der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird. Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der BRD den Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des BKA Horst Herold. Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann.


Dieser Film bearbeitet das wohl schwärzeste Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte und versucht dem Betrachter eine Ära des Terrors näherzubringen, der aus den eigenen Reihen kam. Regisseur Uli Edel und seinem Team ist es meiner Meinung nach erstklassig gelungen, die vorherrschende Stimmung der damaligen Zeit in den Film zu projezieren, man bekommt einen sehr guten Eindruck darüber, wie es damals zugegangen sein muss und in welcher Gefühlslage sich die Leute befanden.

Die politische Situation war ziemlich kritisch, was man schon ziemlich am Anfang des Films sehen kann, als der damalige Schah von Persien die BRD besuchte. Gerade wenn man sieht, wie sich die Polizisten gegenüber den eigentlich recht friedlichen Schah-Gegnern verhalten, die fast ausschließlich durch verbale Attacken auffallen, dann schießt einem doch sehr schnell der Begriff "Polizei-Willkür" durch den Kopf. Und das vor allem aufgrund der Tatsache, das sich die Ordnungshüter sogar mit den persichen Sympathisanten des Schahs zusammentun und ihnen dabei helfen, die Demonstranten niederzuknüppeln.

Schon zu diesem Zeitpunkt ist es durchaus denkbar, das man eventuell Sympathien für die später entstehende RAF entwickeln kann, was sich allerdings nur auf deren Motive bezieht und keinesfalls auf die Methoden, mit denen sie ihren Protest zum Ausdruck bringen. Denn die Methoden sind Mord und sinnlose Gewalt, es werden Bomben gelegt und in der gesamten BRD macht sich Angst und Panik breit.

Nun gibt es genügend Leute, die sich darüber aufregen, das der Film so actionlastig geworden ist und die Taten der RAF im Focus stehen. Sicher, es wäre auch schön gewesen, wenn man zum Beispiel etwas mehr über das Leben von Baader und Co. vor der rAF erfahren hätte, aber man hat sich nun einmal für eine publkumsfreundliche Variante zur Darstellung der Thematik entschieden. Und das auch aus dem Grunde, um den Film auch der jüngeren Generation näher zu bringen.

Mir persönlich gefällt der Film sehr gut, denn alle wichtigen Stationen der damaligen Zeit sind in die Geschichte eingebunden, wobei man natürlich feststellen muss, das einem einige Dinge wie im Zeitraffer präsentiert werden und nicht eingehend und tiefgründiger beleuchtet werden, was aber bei einer Laufzeit von 143 Minuten auch sicherlich nicht möglich ist. So aber ist die Geschichte zwar etwas komprimiert, aber dafür sehr knackig erzählt und enthält keinerlei Längen, die bei einer wesentlich längeren Laufzeit des Filmes bestimmt aufgetreten wären.

Dennoch finde ich, das man einen insgesamt sehr guten Eindruck der damals vorherrschenden Situation bekommt, vor allem natürlich, wenn man in der Zeit aufgeachsen ist. Zum insgesamt sehr guten Gesamteindruck tragen hier auch eindeutig die Darsteller bei, wobei ich die "großen drei", nämlich Moritz Bleibtreu (Baader), Meinhof ( Martina Gedeck) und Ensslin ( Johanna Wokalek) besonders hervorheben möchte, ohne die Leistungen der anderen herabzusetzen. Doch die eben erwähnten bringen dem Zuschauer die Charaktere der Hauptprotagonisten so autenthisch und glaubhaft näher, das man in einigen Passagen durchaus das Gefühl hat, es mit den echten Terroristen zu tun zu haben.

Abschließend kann man glaube ich durchaus festhalten, das man es hier mit einem recht realistischen Stück der jüngeren deutschen Zeitgeschichte zu tun hat, das sicherlich an einigen Stellen etwas ausführlicher hätte ausfallen könne, aber einem die Geschehnisse dieser Ära sehr plastisch und autenthisch näher bringt. Ein Film, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte, auch wenn man die Zeit selbst nicht miterlebt hat.


9/10

Freitag, 24. April 2009

Ong-bak






Ong-bak
(Ong-Bak)
mit Petchtai Wongkamlao, Tony Jaa, Pumwaree Yodkamol, Suchao Pongwilai, Chumphorn Thepphithak, Cheathavuth Watcharakhun, Wannakit Sirioput, Rungrawee Barijindakul, Chatthapong Pantanaunkul, Udom Chouncheun, Boonsri Yibdee
Regie: Prachya Pinkaew
Drehbuch: Panna Ritikrai / Prachya Pinkaew
Kamera: Nattawut Kittikhun
Musik: Richard Wells (UK Version)
FSK 16
Thailand / 2003

Ting (Tony Jaa) klettert blitzschnell am Körper seines überraschten Gegenübers hoch - und spaltet ihm von oben mit beiden Ellbogen schier den Schädel. Er ist ausgebildet in Muay Thai, dem härtesten Kampfsport der Welt - und diese Fähigkeit ist er bereit für seinen Auftrag einzusetzen.

Ting muss den Kopf der Buddha-Statue Ong-Bak, der aus dem Tempel seiner Dorfgemeinde gestohlen wurde, zurückbringen, denn man befürchtet, dass mit dem Verschwinden des Heiligtums die glücklichen Tage der Gemeinde gezählt sind. Tings Suche führt in nach Bangkog. Hier muss er seine einzigartigen Kampfkunstfähigkeiten in ihrer letzten, tödlichen Konsequenz einsetzen um Ong-Bak zu finden und damit sein Dorf zu retten...



An mancher Stelle wird dieser Film als überbewertet hingestellt, es wird behauptet, das die Kampfszenen nicht gerade spektakulär wären und kaum Story vorhanden wäre. Nun gut, jeder hat seine Meinung, aber dann habe ich wahrscheinlich einen anderen Film gesehen, denn all diese aufgeführten Mankos konnte ich hier nicht entdecken.

Sicherlich ist die Geschichte nicht besonders tiefgreifend, die Frage ist doch viel eher, ob sie das bei diesem Film unbedingt sein muss. Was erwartet man denn, wenn man sich einen Martial Arts Film ansieht? Man möchte doch wohl gut in Szene gesetzte Kampfszenen sehen, die von einer guten Qualität sind. Wenn dazu noch eine recht gute Rahmenhandlung dazukommt, dann kann man doch eigentlich zufrieden sein.

Und genau diese Dinge werden einem hier doch geboten, die Geschichte ist vollkommen in Ordnung und macht auch Sinn und über die vorhandene Qualität der Action-Sequenzen braucht man doch nicht ernsthaft zu diskutieren. Das hier gezeigte Niveau der Kämpfe ist ganz einfach atemberaubend und ganz sicher auch sehr spektakulär. Ich habe schon so manchen Martial Arts Film gesehen, doch selten hat mich einer so stark beeindruckt wie Ong-Bak.

Die Härte, mit der hier teilweise gekämpft wird, verursacht allein schon beim ansehen Schmerzen beim Betrachter. Für einen Laien ist es bei Sichtung der Kämpfe kaum vorstellbar, das man die dort gezeigten Schläge und Tritte überhaupt überleben kann. Doch Ting, der hier von Tony Jaa wirklich ganz ausgezeichnet dargestellt wird, hat unglaubliche Nehmerqualitäten, was man ganz besonders in den Passagen sieht, in denen er manchmal einer starken Übermacht gegenübersteht.

Doch selbst davon vollkommen unbeeindruckt, hat er nur seinen Auftrag vor Augen, das gebietet ihm schon allein seine Ehre. Alles in allem ist "Ong-Bak" ein wirklich erstklassiger Film, der teilweise ein irres Tempo vorlegt, was den Betrachter so manches Mal atemlos in den Sitz presst. Brillant in Szene gesetzte Kampfszenen, die ganz nebenbei auch noch sehr ästhetisch wirken, sorgen hier dafür, das eigentlich jeder Fan dieser Art von Filmen uneingeschränkt auf seine Kosten kommen müsste.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1, DTS 5.1 / Thailändisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Making Of, Musikvideo, Premieren Show, Techniken der Muay Thai, Interview mit dem Regisseur, Interview mit Tony Jaa, Trailer, Programmhinweise


9/10

Dienstag, 21. April 2009

Zombie Self Defense Force






Zombie Self Defense Force
(Zonbi jieitai)
mit Kenji Arai, Norman England, Masayuki Hase, Yu Machimura, Mihiro, Eriko Nagamine, Hisakatsu Oya, Shun Saeki, Yuya Takayama, Miyu Watase, Jun Yamasaki, Kiyo Yoshizawa
Regie: Naoyuki Tomomatsu
Drehbuch: Chisato Oogawara / Naoyuki Tomomatsu
Kamera: Keine Informationen
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
Japan / 2006

Ein ganz gewöhnlicher Tag auf dem Lande: Touristen besichtigen die Natur, eine angehende Pop-Sängerin macht freizügige Aufnahmen und ein Spezialeinsatzkommando der Armee absolviert ein Sondertraining. Doch mit dem Absturz eines Ufos ändert sich die Ruhe schlagartig. Eine seltsame Strahlung geht von dem Ufo aus und lässt die Toten zu neuem Leben erwachen. Und die unzähligen Untoten haben mächtigen Hunger! Schon bald befindet sich eine Gruppe Überlebender in schwerster Bedrängnis. Selbst die Fähigkeiten der kampferprobten Soldaten sind in Anbetracht der fleischfressenden Bedrohung kein wirklicher Schutz. Die einzige Person die Japan vor einer Katastrophe bewahren kann, ist Yuri, ein weibliches Mitglied der Spezialeinheit. Dumm nur, dass sie von ihren besonderen Fähigkeiten gar nichts weiß...


Wer hier einen cineastischen Hochgenuss erwarten sollte, der sollte erst gar nicht zu diesem Film greifen, denn das bietet er definitiv nicht. Wer aber mehr als kurzweilige und sehr trashige Zombie-Unterhaltung sucht, der kommt an diesem Film nicht vorbei. Diese extrem trashige japanische Zombie-Komödie bietet einfach alles, was Filme dieser Art auszeichnet.

Die Geschichte, die hier erzählt wird ist allein schon vollkommen grotesk und durchgeknallt, die Umsetzung jedoch setzt dem Ganzen noch einmal die Krone auf. Skurrile Situationen gibt es mehr als genug und auch die dargestellten Charaktere sind dermaßen überzogen, das man seine wahre Freude daran hat. Logik oder Sinn darf man allerdings nicht erwarten, doch der Film macht auch von Anfang an klar, das sein Hauptaugenmerk zu keiner Zeit auf diese Dinge gerichtet ist.

Von der ersten Minute an ist die Richtung ganz klar ersichtlich, hier geht es lediglich darum, das man unterhalten wird und das geschieht auch ziemlich eindrucksvoll, denn hier ist ein Fun-Splatter entstanden, der sich auch hinter anderen Genre-Vertretern keineswegs zu verstecken braucht. Allein die Idee mit dem Zombie-Baby, das übrigens extrem cool erscheint, lässt eine zarte Anlehnung an Peter Jacksons "Braindead" erahnen. Und "Zombie Self Defense Force" ist gespickt mit Passagen, die teilweise so grotesk wirken, das man fast zwangsläufig lachen muss.

Und dann wäre da noch der Härtegrad des Film, der sich wirklich sehen lassen kann. Hier wird jeder Splatter / Gore Fan frohlocken, denn das was hier gezeigt wird, ist wirklich allererste Sahne. Dadurch, das einige Sequenzen so stark übertrieben in Szene gesetzt wurden und die gesamte Story so witzig ist, empfindet man die Szenen als gar nicht so brutal. Es passt halt alles perfekt zusammen und ergibt so einen mehr als gelungenen Mix. Allerdings sollte man wirklich eine Vorliebe für Filme dieser Art haben, denn ansonsten könnte es durchaus der Fall sein, das man nicht viel mit diesem Werk anfangen kann.

Mich jedenfalls hat "Zombie Self Defense Force" bestens unterhalten und vollkommen überzeugt. So muss ein Fun-Splatter sein, eine durchgeknallte Story mit skurrilen Charakteren, jede Menge schräger Humor und einem Härtegrad, der dem Film angemessen ist. Ein Heidenspaß, der das Herz eines jeden Fans automatisch höher schlagen lässt.


8/10

Samstag, 18. April 2009

Son of Sam






Son of Sam
(Son of Sam)
mit Yogi Joshi, Elissa Dowling, Jamie Bernadette, Cassandra Church, Bertrand Pare, Boston Dawna Chaet, Kent Cody, Bill Maniscalco, Carie Maniscalco, Mary Shaffo, Jason Harrell, Marrissa Elizabeth Viszolay, Kika LaSorda, Karlee Combs, Scott Espenshade
Regie: Ulli Lommel
Drehbuch: Ulli Lommel
Kamera: Bianco Pacelli
Musik: Green River Band
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

David ist ein ruhiger Kerl, aber in ihm brodelt es. Er nimmt an schwarzen Messen teil und hört den Hund seiner Nachbarin sprechen. Sam ist der Satan hochstpersönlich und gibt ihm immer wieder Hinweise und Befehle zu toten. Als David an eine Schusswaffe kommt, beginnt er damit wahllos junge Frauen und auch ihre Begleiter umzubringen. Schon bald lauten die Schlagzeilen: "Ein brutaler Serienkiller versetzt New York in Angst und Schrecken".


Und wieder einmal hat sich Regisseur Ulli Lommel daran versucht, eine wahre Geschichte nachzuzeichnen und wieder ist es ihm total misslungen. Nachdem schon "Dungeon Girl" (Der Fall Natascha Kampusch) eine absolute Enttäuschung war, so versucht er im vorliegenden Film die Geschichte des US-amerikanischen Serienkillers David Berkowitz zu erzählen, der auch als "Son of Sam" bekannt war.

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Jahre sich ein Regisseur halten kann und immer wieder neue Arbeiten von ihm auf den markt kommen, wenn man bedenkt wie wenig Talent dieser Mann besitzt. "Son of Sam" trägt ganz eindeutig Lommels Handschrift, das ist unverkennbar. Es fehlt an allen Ecken und Enden, die elementarsten Dinge, die eine solche Geschichte interessant und spannend erscheinen lassen, sind hier einfach nicht vorhanden. Und gerade bei einer solchen Geschichte, die das Leben und Handeln eine Serienkillers nachzeichnet, ist doch ganz sicherlich genügend Potential vorhanden, das man lediglich auszuschöpfen braucht. Aber dafür müsste ein Regisseur ans Werk, der auch etwas von seiner Arbeit versteht.

Man bekommt lediglich knapp 80 Minuten absolute Langeweile präsentiert, die Geschichte ist dermaßen wirr und konfus in Szene gesetzt worden, das einem fast schwindelig werden kann. Einen Großteil der Laufzeit wird der Betrachter mit den Stimmen konfrontiert, die David in seinem Kopf hört. Dazu werden ständig Personen eingeblendet, die wirr auf ihn einreden. Da überkommt einen schon manchmal das Gefühl, den Film einfach auszuschalten, weil es ganz einfach extrem nervend ist. Hinzu kommt die grottenschlechte Kameraführung, die einem phasenweise wild durcheinandergewürfelte Bilder zeigt, die höchstens dafür sorgen können, das man am Ende des Films unter rasenden Kopfschmerzen leidet.

Doch damit nicht genug, die Darsteller, wenn man sie denn so nennen darf, spotten hier jeder Beschreibung, so das es sich vollkommen erübrigt, über ihre "Leistungen" auch nur ein Wort zu verlieren. Auch so etwas Ähnliches wie einen Spannungsaufbau sucht man leider vergebens, er ist einfach nicht vorhanden. Die gesamte Geschichte plätschert hier vollkommen sinnlos dahin, ohne auch nur einen einzigen Höhepunkt zu verzeichnen, wenn man einmal vom Beginn des Abspanns absieht, der hier nach quälend langen 80 Minuten wie ein Rettungsanker erscheint, an den man sich nur zu gern klammert.

So kann man abschließend festhalten, das Ulli Lommel hier durchaus einen Film geschaffen hat, der seinem Talent und seinen Fähigkeiten entspricht, der aber für jemanden, der Filme mag, wie ein Krebsgeschwür an den Augen wirkt. Ich kann nur sagen: Hände weg!!!


2/10

Mittwoch, 15. April 2009

Blood Car






Blood Car
(Blood Car)
mit Mike Brune, Anna Chlumsky, Katie Rowlett, Matt Hutchinson, Marla Malcolm, Mr. Malt, Matthew Stanton, Bill Szymanski, Hawmi Guillebeaux, Vince Canlas
Regie: Alex Orr
Drehbuch: Hugh Braselton / Alex Orr
Kamera: Adam Pinney
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

In der nahen Zukunft: Die Benzinpreise sind so hoch, daß kaum noch jemand Auto fährt. Ein veganischer Kindergarten-Lehrer möchte diese Misere beenden und baut einen neuen Motor, der mit Blut angetrieben wird. Zunächst dient der Lebenssaft toter Tiere als Kraftstoff, doch schon bald folgen dahinsiechende Omas, Kriegsveteranen und Kriminelle. Im Kofferraum des Autos wird eine tödliche Häckselmaschine installiert, die irgendwann auch undurchsichtige Regierungsagenten auf den Plan ruft. Das "Blood Car" gefährdet die nationale Sicherheit...und sein Betreiber, inzwischen ein veritabler Massenmörder, soll selber die Rotorblätter des Motors zu spüren bekommen!


Mit "Blood Car" hat Regisseur Alex Orr eine wirklich bitterböse und sehr trashige Horror-Komödie geschaffen. Pechschwarzer Humor der feinsten Sorte wurde hier mit einigen sehenswerten SFX gemischt, dazu noch einige teils skurrile Charaktere und schon hat man einen wirklich sehr gut unterhaltenden Film, den man allerdings nicht so ernst nehmen sollte.

Allein der Charakter des Veganers Richie ist es schon wert, sich diesen Film anzusehen. Es macht einen Heidenspaß, ihn bei seiner "Benzin-Beschaffungsmaßnahme" zu begleiten. Ist der gute Richie am Anfang noch ein vollkommen hermloser Typ und wirkt wie der typische nette Nachbar, so ändert er sich im Laufe der Zeit doch viel eher zu einem Serienkiller, dem alles recht ist, wenn nur sein Auto genug Benzin hat.

So sieht man ihn am Anfang des Films noch verzweifelt und weinend, wenn es darum ging, kleinere Tiere zu erschießen, um später ihr Blut als Kraftstoff zu gebrauchen. Als er dann aber eine Affäre mit der sexhungrigen Denise anfängt, der es natürlich hauptsächlich um das Auto geht, verschwinden sämtliche seiner Hemmungen und es fällt ihm mit jedem Mal leichter zu töten. So kommt es dann natürlich dazu, das auch immer mehr Menschen dem "Häcksler" zum Opfer fallen.

Die Geschichte, die in "Blood Car" erzählt wird, ist natürlich ziemlich hirnrissig, aber dafür umso unterhaltender. Garniert wurde das Ganze mit einigen Sex-Szenen, von denen manche schon fast grotesk wirken, so das sie doch für so manchen Lacher sorgen. Auch die vorhandenen SFX, auf die man allerdings eine ganze Weile warten muss, sind handwerklich recht gut gelungen.

Die Stärke des Films ist ganz eindeutig, das er zu keiner Zeit irgendwelche Längen aufweist, dafür sorgt schon allein die vollkommen abstruse Geschichte, die so flüssig und witzig erzählt wird, das kein Auge trocken bleibt. Und dann wäre da noch das Ende des Films, bei dem ich mir durchaus vorstellen könnte, das es die Meinungen spaltet. Ich beziehe das auf einige Szenen, in denen Kinder vorkommen und die vielleicht nicht unbedingt hätten sein müssen. Auf jeden Fall aber ist das gewählte Ende extrem makaber und eventuell sogar etwas zu fern des guten Geschmacks.

Insgesamt gesehen aber ist "Blood Car" ein sehr gelungener Film, der eine sehr trashige Note beinhaltet und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet. Ein Film, den Fans sich nicht entgehen lassen sollten.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 73 Minuten
Extras: Audiokommentar, Behind the Scenes, "Mike Brune for President", "The Last last and the Tribulations of Johnnybush", Trailer


7/10

Sonntag, 12. April 2009

Walled In






Walled In
(Walled In)
mit Mischa Barton, Cameron Bright, Deborah Kara Unger, Noam Jenkins, Eugene Clark, Tim Allen, Darla Biccum, Mark Claxton, Shannon Jardine, Sophi Knight, Taylor Leslie, Emily McAfee, Jane Redlyon, Rob Roy, Josh Strait
Regie: Gilles Pasquet-Brenner
Drehbuch: Serge Brussolo / Rudolphe Tissot
Kamera: Karim Hussain
Musik: Keine Informationen
FSK 16
Frankreich / Kanada / USA / 2009

Die junge Ingenieurin Sam Walczak soll den Abriss eines großen Wohngebäudes vorbereiten. Von den letzten dort noch wohnenden Mietern erfährt sie, dass der wahnsinnige Architekt des Gebäudes Menschen lebendig in die Mauern einbetoniert hatte, bevor er selbst Opfer seines Betongrabes wurde. Doch je länger sich Sam in dem Gebäude aufhält, desto mehr seltsame Dinge geschehen. Unheimliche Geräusche ertönen hinter den Mauern und Sam ht immer mehr das Gefühl, dass sie beobachtet wird. Als sie ein Labyrinth von Geheimgängen entdeckt, ist sie plötzlich hinter den Mauern gefangen. Nun hat sie nur noch wenige Stunden Zeit um einen Ausweg aus dem Bauwerk des Grauens zu finden, bevor der Zement sie für immer verschlingt.


Ob es sich bei diesem Film wirklich um den "Horror/Thriller des Jahres" handelt, wie es groß auf der Rückseite des DVD-Covers prangt, das wage ich zu bezweifeln. Aber entgegen einiger anderer Meinungen finde ich schon, das "Walled In" ein recht guter und spannend in Szene gesetzter Film ist. Vor allem in der ersten Filmhälfte macht sich hier eine sehr unheilvolle und sehr bedrückende Stimmung breit, die fast unweigerlich auf den Betrachter überspringt.

Allein schon die Idee, das Wohnhaus irgendwo mitten ins Nirgendwo zu stellen, trägt zu dieser Stimmung bei. Das architektonisch wirklich aussergewöhnliche Gebäude wirkt in diesem Niemandsland irgendwie vollkommen deplaciert und man fragt sich ganz unweigerlich, wie man dort überhaupt leben kann. Weit und breit gibt es wirklich absolut keine Anzeichen für irgendeine Art von Zivilisation, was ganz automatisch ein gefühl der totalen Isolation aufkommen lässt.

Auch im Inneren des Gebäudes kommt zu keiner Zeit so etwas wie eine Art Wohlfühlgefühl auf, alles wirkt sehr trostlos, düster und teils sogar deprimierend. Teilweise überkommt einen viel eher das Gefühl, das man sich in einem unterirdischen Bunker befinden würde. Und gerade durch diese Ausstrahlung des Wohnhauses hat man es hier in der ersten Stunde mit einem meiner Meinung nach guten Spukhausfilm zu tun, der sehr viel Spannung erzeugt und vor allem durch die beklemmende Stimmung überzeugen kann.

Leider wendet sich die Geschichte dann etwas und schlägt eine andere Richtung ein, die das insgesamt doch gute Gesamtbild etwas trübt. Teilweise fällt es sogar etwas schwer, den Zusammenhängen logisch zu folgen, da bei einigen Dingen irgendwo kein Zusammenhang besteht. Einiges wirkt seltsam willkürlich in die Geschichte eingefügt und ergibt keinen wirklich ersichbaren Sinn. Dennoch bleibt aber die Spannung jederzeit erhalten, so das trotz einiger Mankos keine Langeweile beim betrachter aufkommt.

Letztendlich handelt es sich bei "Walled In" um einen insgesamt guten Horror/Thriller, der vor allem in der ersten Hälfte vollkommen überzeugen kann und alles beinhaltet, was ein guter Spukhausfilm braucht. Jedoch wäre es besser gewesen, diese Linie gerade weiterzuziehen, anstatt diesen Story-Schwenk zu vollziehen, der den trotzdem guten Gesamteindruck leider etwas trübt. Dennoch handelt es sich um einen absolut sehenswerten Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1, DTS 5.1 / Englisch DD 5.1
Bild: 1:1,85 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten
Extras: Making Of, Trailer


6,5/10

Mittwoch, 8. April 2009

Blutrache - Dead Man's Shoes






Blutrache - Dead Man's Shoes
(Dead Man's Shoes)
mit Paddy Considine, Gary Stretch, Toby Kebbell, Jo Hartley, Seamus O'Neill, Stuart Wolfenden, Paul Sadot, Paul Hurstfield, Emily Aston, George Newton, Neil Bell, Craig Considine, Matt Considine, Andrew Shim, Arthur Meadows
Regie: Shane Meadows
Drehbuch: Paddy Considine / Shane Meadows
Kamera: Danny Cohen
Musik: Aphex Twin
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2004

"Wer ist die Bestie, wer ist das Monster?" fragt Richard eines seiner Opfer. Seine Rache ist ebenso grausam wie das, was die Clique gelangweilter Vorstadt-Dealer im Drogenrausch seinem schwächlichen Bruder Anthony angetan hat. Stundenlang haben sie den naiven Jungen erniedrigt und gequält - und ihn zerbrochen. Jetzt ist Zahltag.


Dieser Rache-Thriller von Regisseur Shane Meadows ist wie ein brutaler Schlag in die Magengrube, es geht eine extreme Härte und Brutalität von ihm aus, die man wirklich schwer in Worte fassen kann. Damit meine ich keineswegs besonders harte Passagen an sich, denn von denen gibt es eigentlich recht wenige, sondern den Gesamteindruck, den dieses Werk beim Zusachauer hinterlässt.

Meadows ist es hier brillant gelungen, aus einer eigentlich simplen Rache-Story ein kleines Meisterwerk zu formen und in Szene zu setzen. Allein die Dramaturgie des Geschehens ist nahezu perfekt, der Betrachter wird mit ständigen Rückblenden lediglich Stück für Stück mit den Dingen konfrontiert, die dem jungen Anthony zugefügt wurden. So wird die Spannung stetig weiter erhöht und man verliert zu keiner Zeit das Interesse an der Geschichte.

Viel eher tritt das Gegenteil ein, voller Neugier begleitet man am Bildschirm Richard und Anthony, der den ganzen Film über an seiner Seite ist auf der Jagd nach den Leuten, die für die Quälereien an Richards Bruder verantwortlich waren. Und nachdem die ersten Täter von Richard getötet wurden, stellt man sich zwangsläufig die Frage, warum seine Rache so extrem hart ausfällt. Denn nach dem Wissen, das einem der Film bis dahin durch die Rückblenden geliefert hat, kann man als Betrachter einfach keine Verhältnissmäßigkeit zwischen den taten herstellen.

Erst als nur noch einer der Gruppe über ist, fügen sich auch die letzten Puzzleteile zusammen und das Gesamtbild wird sichtbar. Es wirkt ganz zwangsläufig wie ein Tiefschlag und ist absolut schockierend, auch wenn man eventuell schon etwas Ähnliches vermutet hat. Gerade die Tatsache, das einem das gesamtbild nicht von Beginn an bekannt ist und erst kurz vor Ende des Films komplett zusammenfügt, macht "Blutrache" zu einem ganz besonderen Film, der auch sehr nachhaltig wirkt und nach dessen Sichtung man sich erst einmal etwas erholen muß. Denn eigentlich stürzt einen dieses Werk in einen absoluten Gefühls-Zwiespalt, auf der einen Seite symphatisiert man mit dem "Rächer", allein schon aus dem Grund, da die Täter allesamt sehr unsymphatisch sind, auf der anderen Seite fragt man sich unwillkürlich, ob die Rache in dem Maße gerechtgertigt und verständlich ist.

Hinzu kommt hier auch noch das sehr dramatische Ende, das man so nicht unbedingt vorhersehen konnte und das die Ausmaße der ganzen Tragödie noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Auf jeden Fall bekommt man es hier mit einem äusserst brillantem und sehr intensiven Film zu tun, bei dem es sich meiner Meinung nach nicht um die oft typische 08 / 15 Ware handelt. Ein Rachefilm der nicht ganz üblichen Art, der schockiert und fassungslos macht, aber auch ein perfektes Filmerlebnis darstellt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Erweiterte Szenen, Alternatives Ende, Trailershow


9/10

Samstag, 4. April 2009

Eden Lake






Eden Lake
(Eden Lake)
mit Kelly Reilley, Michael Fassbender, Tara Ellis, Jack O'Connell, Finn Atkins, Jumayn Hunter, Thomas Turgoose, James Burrows, Thomas Gill, Lorraine Bruce, Shaun Dooley, James Gandhi, Bronson Webb, Lorraine Stanley, Rachel Gleeves
Regie: James Watkins
Drehbuch: James Watkins
Kamera: Christopher Ross
Musik: David Julyan
SPIO / JK
Großbritannien / 2008

Am idyllischen Eden Lake wollen Jenny und Steve ausspannen, doch statt eines romantischen Wochenendes durchlebt das Paar einen Albtraum. Die Provokationen einiger Jugendlicher eskalieren zur brutalen Gewalt, als der Kampfhund des Anführers getötet wird. Von jetzt an machen die Kids in den Wäldern unerbittlich Jagd auf die Erwachsenen und lassen auch die letzten Grenzen zwischen Leben und Tod hinter sich.


Die hier gezeigte Thematik wurde schon in etlichen Filmen verarbeitet, doch mir fällt eigentlich kein Film ein, in dem es so hart und intensiv zur Sache ging. Jugendliche, die sich mit Erwachsenen anlegen und wo das am Anfang noch eher respektlos wirkende "Machtspiel" auf einmal zum absolut blutigen Überlebenskampf wird, wurden wohl noch nie so hart und eiskalt in Szene gesetzt. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Jugendliche immer aggressiver werden und teilweise gefühlskalt wirken, ist dieser Film in meinen Augen ein sehr realitätsnahes Beispiel dafür, wie schnell eine Situation kippen kann und aus sogenannten "Halbstarken" reissende Bestien werden können.

"Eden Lake" zeigt genau dieses Szenario und das mit einer Heftigkeit, die kaum zu überbieten ist. Die ersten 30 Minuten des Films bauen hier sehr gekonnt die Geschichte auf, die eher harmlos beginnt, bevor sie dann wirklich schlagartig eine beklemmende und bedrohliche Stimmung entfaltet, die den Betrachter mit der Wucht eines Keulenschlags trifft. Obwohl man ja mittlerweile weiss, zu was Jugendliche in der Lage sind, schockiert einen die hier zu Tage tretende Gewalt und Gefühlskälte und versetzt einen in einen Zustand der Fassungslosigkeit.

Vor allem Brett, der Anführer der Jaugendbande, zeichnet sich hier durch erschreckende grausamkeit und Gefühlskälte aus. Durch seinen diktatorischen Führungsstil zwingt er auch einige seiner zwiegespaltenen Freunde dazu, selbst Initiative bei der Jagd und der Folterung der Erwachsenen zu ergrifen. Um seine Freunde zum endgültig auf seine Seite zu ziehen, lässt er ihre Taten mit einer handykamera aufzeichnen, damit er ein Druckmittel in den Händen hält. So kommt es, das alle Jugendlichen mitmachen und zunehmend auch ihre Hemmschwellen zu verlieren. Gerade Jack O'Connell, der die Figur des Brett spielt, überzeugt hier durch eine erstklassige darstellerische Leistung, man nimmt ihm die Rolle vollkommen ab und vergisst manchmal, das hier ein Schauspieler lediglich eine Rolle spielt.

Und gerade das ist die große Stärke des Films, das hier eigentlich alle Darsteller eine so realistische und überzeugende Leistung abliefern, das man sich phasenweise selbst für einen Teil des gezeigten Szenarios hält. Der Horror, der hier entsteht und gezeigt wird, geht auf die eigene Psyche über und lässt einen mit schweissnassen Händen vor dem Bildschirm mitfiebern. Dabei sollte man noch anmerken, das sich die wirklich harten Szenen durchaus in einem überschaubaren Rahmen bewegen und die Brutalität des Films vielmehr durch die Darstellung der Täter und durch das Gesamtgeschehen an sich entsteht.

Regisseur James Watkins ist es hier perfekt gelungen, eine bekannte Thematik spannungsgeladen und realistisch hart in Szene zu setzen. Er lässt den entstehenden Horror im Kopf des Betrachters explodieren und zwingt ihn dadurch praktisch dazu, das Geschehene richtiggehend mitzuerleben. Und somit lässt er sein Werk zu einem der intensivsten Terror-und Survival Filme werden, den man in den letzten Jahren zu Gesicht bekommen hat. Dazu, das ich zu dieser persönlichen Meinung gekommen bin, hat auch das extrem tragische, aber perfekt zum Film passende Ende beigetragen, das dafür sorgt, das einem auch am Ende des Films noch einmal die haare zu Berge stehen.

"Eden Lake" ist ein absolut kompromissloser und knallharter Film, den man nach Sichtung erst einmal längere Zeit sacken lassen muss, den es handelt sich hier um sehr harten Tobak. Ein Film, der durchaus Spuren hinterlässt, der nachdenklich macht und auch nachhaltig in der Erinnerung des Betrachters haften bleibt.


10/10

Mittwoch, 1. April 2009

B.T.K






B.T.K
(B.T.K)
mit Kane Hodder, Amy Lyndon, Bob Arnold, Dru Ashcroft, Daniel Bonjour, John Burke, Jeff Coatney, Caia Coley, Pascale Gigon, Matteo Indelicato, Anna Margaret, Cameo Cara Martine, Kelsey McCann, Odessa Rae, Sarah Shoup, Cara Sigmund, Meagan Smith, Wesley Stiller
Regie: Michael Feifer
Drehbuch: Michael Feifer
Kamera: Matt Steinauer
Musik: Andres Boulton / Jermaine Stegall
SPIO / JK
USA / 2008

Dennis L. Rader lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie, arbeitet als Sicherheitsinspektor und engagiert sich in der Kirche. Doch sein Durst nach Blut lässt ihn die schlimmsten Verbrechen begehen. Systematisch entführt, foltert und tötet er seine Opfer. Über 30 Jahre hinweg kann er die Polizei an der Nase herumführen...


Ein weiterer Film, der die Serienkiller-Thematik behandelt, diesmal hat es den berühmt-berüchtigten BTK Killer erwischt. Warum dieser Film allerdings hauptsächlich negative Meinungen erntet, kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen. Mit Sicherheit wurde die Geschichte hier einigermaßen "aufgemotzt" und ist nicht detailgetreu, doch das sind wohl auch die wenigsten Filme, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Jedoch wurde die hier erzählte Story doch wirklich spannend und sehr interessant umgesetzt, jedenfalls habe ich das so empfunden. Auch Kane Hodder, der ja wohlweislich eher eingeschränkte schauspielerische Fähigkeiten besitzt, spielt hier die Rolle des Serienmörders wirklich gut und überzeugend. Man nimmt ihm den Charakter durchaus ab, den er hier spielt und verkörpert.

Auf der einen Seite der scheinbar treusorgende Ehemann und liebevolle Vater, andererseits der peinlich-penible Kontrolleur, der sich streng an seine Vorgaben hält und Leute bestraft, die sich nicht an seine Anweisungen halten. Die meisten bezahlen diese Nichtachtung mit ihrem Leben, doch werden die wirklichen Beweggründe seiner Morde leider nicht ins Licht gerückt und bleiben im Dunkeln. Man erfährt zwar zwischendurch, das er schon als Kind Tiere getötet hat, was aber viele Gründe haben kann. Hier hat man wirklich versäumt, etwas mehr in die Tiefe zu gehen und dem Betrachter einen Einblick in die wahren Motive des Killers zu gestatten.

So wirkt "B.T.K" leider etwas unvollständig, da man ohne irgendwelche Erklärungen zurückgelassen wird und sich seine eigenen Interpretationen zusammenlegen muss. Hätte Regisseur Michael Feifer diese Lücke ausgefüllt, dann wäre hier ein meiner Meinung nach erstklassiger Film serviert worden, den man nun leider wegen dieses Versäumnisses etwas tiefer einstufen muss.

Für mich persönlich war dies allerdings auch das einzige Manko, da der Film ansonsten wirklich gut ist und sehr spannend und interessant ist. Auf jeden Fall sollte man sich das Werk einmal anschauen, denn es gibt weitaus schlechtere Filme dieser Art.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Audiokommentar, Behind the Scenes, Trailer, Bildergalerie, Bio-und Filmografien



7/10