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Sonntag, 28. Juni 2009

Blood Monkey






Blood Monkey
(BloodMonkey)
mit F. Murray Abraham, Matt Ryan, Amy Manson, Matt Reeves, Laura Aikman, Sebastian Armesto, Freishia Bomanbehran, Prapimporn Karnchanda, Mascagni Andrea, Manop Seengoen, Ulf Peder Johansson, Anu Thureekan, Thunya Suwanchatree
Regie: Robert Young
Drehbuch: George LaVoo / Gary Dauberman
Kamera: Choochart Nantitanyada
Musik: Charles Olins / Mark Ryder
FSK 16
Thailand / 2007

Lange hat man nach dem Missing Link zwischen Mensch und Affe gesucht. Der Anthropologe Conrad Hamilton hat sein Leben der Erforschung dieser bislang unbekannten Spezies gewidmet. Im Dschungel von Thailand hat er die intelligenten Riesenaffen aufgespürt. Doch eine erste Expedition endet im Desaster. Hamiltons Kollegen werden von den Affen alle brutal massakriert. Eine zweite Expedition macht sich auf den Weg, erkennt aber erst im Dschungel selbst, dass sie es mit bösartigen Kreaturen zu tun hat. Einer nach dem anderen fallen die Forscher den blutrünstigen Riesenaffen zum Opfer. Ein gnadenloser Kampf um Leben und Tod beginnt.


Tierhorrorfilme gibt es ja wie Sand am Meer und nur die wenigsten sind wirklich als herausragend einzustufen (Der weisse Hai). Auch mit "Blood Monkey" ist sicherlich kein Highlight des genres gelungen, jedoch bin ich der Meinung, das der Film keineswegs so schlecht ist, wie er teilweise bei gewissen Bewertungen wegkommt. Man sollte allerdings seine Erwartungen auch nicht zu hoch schrauben, denn der Film bewegt sich doch eher im gesunden Mittelmaß, wie es so oft bei Filmen dieser Art der Fall ist.

Der größte Kritikpunkt ist sicherlich der, das die Affen eigentlich während des gesamten Films gar nicht richtig zu sehen sind, denn bei ihren Angriffen auf die Menschen sind sie leider nur schemenhaft zu erkennen. Lediglich in einer ganz kurzen Schlußsequenz ist eine der Bestien einmal ganz kurz richtig zu sehen, was für einen Tierhorrorfilm doch etwas zu wenig ist. Dennoch finde ich den Film recht interessant, denn er bezieht seine Spannung daraus, das man jederzeit damit rechnet, das etwas passiert. Auch wenn das aber eher selten der Fall ist, baut sich doch eine gewisse Spannung auf, die sich auch auf den Zuschauer überträgt.

Als besonders gelungen kann man die gewählte Dschungel-Location und die damit verbundene Atmosphäre einstufen, denn die gesamte Zeit über schwingt ein Gefühl der Bedrohlichkeit mit, das einen wenigstens phasenweise schon faszinieren kann. Auch wenn es hier keine besonderen Highlights zu verzeichnen gibt, so übt "Blood Monkey" doch eine gewisse Anziehungskraft auf den Zuschauer aus, der man sich nicht gänzlich entziehen kann. Trotzdem sind es eher zwiespältige Gefühle, die der Film beim Betrachter hinterlässt, denn auf der einen Seite sind da die guten Ansätze und die aufkommende Spannung, doch andererseits die leichte Enttäuschung, das diese Dinge nicht konsequent weitergeführt wurden.

Darstellerisch sollte man hier keine Wunderdinge erwarten, denn teils erinnern die gezeigten Leistungen an so manchen Teenie-Slasher, in dem sich die Teenies an unlogischen Verhaltensweisen gegenseitig übertreffen. Ähnlich verhält es sich auch hier, erschwerend kommen noch die teils dümmlichen Dialoge hinzu, die man auch durchaus hätte vermeiden können.

Insgesamt gesehen kommt dieses Werk sicherlich nicht über das Mittelmaß hinaus, aber es gibt doch weitaus schwächere Genre-Vertreter, die einen um einiges schlechter unterhalten. Trotz einiger Defizite ist der Film wohl vor allem für Tierhorror-Fans auf jeden Fall einen Blick wert, wer allerdings höhere Ansprüche stellt, könnte eventuell enttäuscht werden.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DTS, DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:1.85
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailer


5/10

Donnerstag, 25. Juni 2009

Croc






Croc
(Croc)
mit Michael Madsen, Peter Tuinstra, Sherry Phungprasert, Elizabeth Healey, Scott Hazell, Tawon Saetang, Wasan Junsook, Jack Prinya, Amy Lackgren, Pim Yensuk
Regie: Stewart Raffill
Drehbuch: Ken Solarz
Kamera: Choochart Nantitanyatada
Musik: Charles Olins / Mark Ryder
FSK 16
USA / 2007

Thailand ist ein Urlaubsparadies. Doch in dieses Paradies dringt das Böse ein, denn ein riesiges Salzwasserkrokodil treibt sein Unwesen. Es frisst Einheimische und Touristen gleichermaßen und sorgt für immer größere Panik unter der Bevölkerung. Eine Kopfprämie von 50.000 Dollar wird auf das Erlegen der Kreatur ausgesetzt. Der Krokodiljäger Hawkins ist bereit, es mit diesem übergroßen Exemplar aufzunehmen. Doch als er das Krokodil aufspürt, wird ihm eines schmerzhaft bewusst: Das Monster ist nicht so leicht zu besiegen, wie er gedacht hat


Im Normalfall bin ich nicht unbedingt ein Fan von Tierhorrorfilmen, doch "Croc" hat mich wirklich bestens unterhalten. Allerdings sollte man fairerweise hinzufügen, das man nicht die höchsten Ansprüche an diesen Film haben sollte, denn diese kann er definitiv nicht erfüllen. Man merkt dem Film teils das mangelnde Budget ziemlich stark an, was vor allem auf die Bestie selbst bezogen ist. Denn dort hat man auf Dokumaterial zurückgegriffen, was dazu führt, das man keine richtigen Beissattacken zu sehen bekommt, da ansonsten der Größenunterschied zwischen Mensch und Bestie zu auffällig geworden wäre.

Ansonsten aber bekommt man hier in meinen Augen durchaus kurzweilig unterhaltende Tierhorrorkost geboten, die sich zwar nicht auf dem höchsten Niveau bewegt, aber eine interessante und auch recht spannend umgesetzte Geschichte erzählt. Allerdings wäre es sehr schön gewesen, wenn Regisseur Stewart Raffill hier etwas Humor eingebaut hätte, damit sich "Croc" selbst nicht so ernst nimmt. Vielmehr hat er hier aber einen vielmehr ernsten Film produziert, der keinerlei Witz und Humor beinhaltet. So muss sich der Film natürlich auch als ernstzunehmender Genre-Beitrag begutachten lassen und heimst so durch das geringe Budget doch einige Minuspunkte ein, da es etwas an der technischen Qualität fehlt.

Mit einem höheren Budget und guten FX wäre hier ganz sicher ein richtig toller Tierhorrorfilm entstanden, so aber handelt es sich wohl eher um ganz nette Unterhaltung für zwischendurch. Mir persönlich jedenfalls hat der Film sehr gut gefallen, auch wenn ich mir einige realistischer wirkende FX gewünscht hätte, doch ansonsten wurde ich wirklich gut und kurzweilig unterhalten.

Das lag auch mit an den recht guten Darstellern, die meiner Meinung nach doch solide Leistungen abgeliefert haben, auch wenn es natürlich keine absoluten Glanzleistungen zu bewundern gibt. Doch dafür gibt es auch einige hübsche Damen zu begutachten, die den Film optisch aufwerten. So kann man insgesamt feststellen, das "Croc" für Leute mit höheren Ansprüchen nicht unbedingt der richtige Film ist, wer sich aber an einem netten Tierhorrorfilm mit einer interessanten Story erfreuen kann, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen, denn es gibt weitaus schlechtere Genre-Vertreter.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:1,85 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer


5,5/10

Dienstag, 23. Juni 2009

Plasterhead






Plasterhead
(Plasterhead)
mit Kathryn Merry, Josh Macuga, Ernest Dancy, Raine Brown, Gerard Adimando, Brandon Slagle, Steph Van Vlack, Kevin Cannon, Torn DiNardo, Artie Brennan, Drae Williamson, Brian Dixon
Regie: Kevin Higgins
Drehbuch: Kevin Higgins
Kamera: Jeffrey Kayal
Musik: Jason Snell
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

Jede Stadt hat ihre Legende. In Rolling Glen ist es die von Plasterhead. Plasterhead war einst ein ganz normaler Mann. Ein Schwarzer, der auf dem Weg nach Texas in der Kleinstadt einen Drink zu sich nehmen wollte. Doch ein paar einheimische Rassisten verprügelten ihn und ließen ihn scheinbar tot im Kornfeld zurück. Das war vor 15 Jahren. Seitdem geht die Legende, dass Plasterhead lebt und eine grauenvolle Maske trägt, um seine Narben und Wunden zu verbergen und dass er von unstillbarem Rachedurst getrieben wird. Vier Studenten, die auf dem Weg nach Miami sind, machen Halt in Rolling Glen. In einem verlassenen Farmhaus stehen die Studenten schon bald der Legende gegenüber. Und während Plasterhead sein blutiges Handwerk beginnt, versucht der zwielichtige Sheriff Earl Taggart den Todesreigen zu vertuschen.


Ehrlich gesagt hatte ich ziemlich große Hoffnung in diesen Film gesetzt, teilweise durchtobten mich sogar so verwegene Gedanken, das hier vielleicht sogar die Geburtsstunde eines neuen Kult-Killers anstehen könnte, der das Potential für eine mehrteilige Reihe beinhaltet. Ein Nachfolger, der Legenden wie Michael Myers oder Jason Vorhees folgen könnte, denn die Grundidee der Geschichte und auch die Inhaltsangabe des Films ließen diese in meinen Augen berechtigte Hoffnung aufkommen.

Doch schon nach wenigen Minuten kam es mir so vor, das ich wohl diese Hoffnungen sehr schnell begraben kann, denn es war absehbar, das die Umsetzung der Geschichte das vorhandene Potential leichtfertig verschenkt. "Plasterhead" zählt leider auch zu den unzähligen B-Horrorfilmen, die im Moment den Markt überfluten und sich im Endeffekt irgendwo in der breiten Maße verlieren. Vielleicht ist auch das anscheinend nicht sehr hohe Budget daran schuld, das hier keine bessere Umsetzung möglich war, aber das allein kann nicht der Grund sein, denn auch mit wenig Geld kann man durchaus sehr gute Horrorfilme produzieren.

Es fängt schon damit an, das der Titelheld dieses Werkes viel zu selten zu sehen ist und vor allem seine Vorgeschichte lediglich einmal kurz erzählt wird, ohne das man aber irgendwelche Flashbacks eingebaut hätte, die dem Zuschauer einen stärkeren Bezug zur Figur des Killers gegeben hätten. So aber bekommt man es mit einem unpersönlichen Individium zu tun, das kaum in Erscheinung tritt und dessen Morde auch absolut unspektakulär sind. Natürlich hätte man nicht unbedingt ein "Schlacht-Festival" einbauen müssen, aber etwas Blut und einige Highlight-Szenen wären dann doch ganz nett gewesen. So aber fragt man sich teilweise viel eher, mit welcher Berechtigung der Film das rote 18er Siegel erhalten hat.

Was man "Plasterhead" aber positiv ankreiden sollte, ist der Versuch, das man durchgehend versucht hat, einen konstanten Spannungsbogen und eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Allein die Geräuschkulisse trägt dazu bei, das man als Betrachter ein ziemlich angespanntes Sehverhalten entwickelt, das aber leider immer wieder in sich zusammenfällt, da es lediglich bei teils guten Ansätzen bleibt und nicht darüber hinausgeht. Es entsteht einfach keine konstante Spannung, die einen ganzzeitig fesseln und faszinieren könnte, der Film bezieht seine Spannung hauptsächlich aus der Tatsache, das man immer damit rechnet, das gleich etwas passiert, doch sich dann wieder zurücklehnen kann, weil gerade das nicht der Fall ist.

Und dann sind da noch die Schauspieler, die teilweise solide Leistungen abliefern, wobei aber einige Charaktere einfach etwas lustlos und seltsam gekünstelt wirken. Es ist wirklich sehr schade, das die Macher des Films hier nicht wesentlich mehr aus ihrer eigenen Idee herausgeholt haben, denn ich bleibe dabei, das hier Potential für eine neue Horrorfilm-Reihe vorhanden gewesen wäre, doch mit diesem maximal durchschnittlichen und sehr unblutigen Film hat man sich eventuell schon jetzt die Möglichkeit einer Fortsetzung genommen.

Im Endeffekt ist "Plasterhead" ein Film, den man sich durchaus mal anschauen kann, jedoch sollte man ohne große Erwartungen an ihn herangehen. Ein Film, der durch teils recht gute Ansätze ein sehr zwiespältiges Gefühl beim Zuschauer hinterlässt, vor allem wenn man daran denkt, was hier vielleicht möglich gewesen wäre.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1, Deutsch / Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1
Laufzeit: 92 Minuten



3,5/10

Samstag, 20. Juni 2009

Side FX






Side FX
(side FX)
mit Amanda Phillips, Todd Swift, Amber Heard, Marta McGonagle, Aaron Garrett, Phil Harrington, Jamal Wimberly, Sara Snyder, Eryn Brooke, Ryan Fraley
Regie: Patrick Johnson
Drehbuch: Patrick Johnson
Kamera: Patrick Johnson
Musik: Patrick Johnson / Frank B. McCright
Keine Jugendfreigabe
USA / 2005

Eine Droge, die ihre ersten Opfer im 17. Jahrhundert fand und längst vergessen war, findet zurück ans Tageslicht. Eine Droge, die dich durstig nach Sex und Blut macht, die aus einem normalen Menschen ein Tier macht und nicht aufzuhalten ist. Auf einer College-Party sucht sie den Weg zurück ins Blut der Menschen und zieht schreckliche Folgen nach sich, deren man kaum Herr werden kann. Die Party wird zum Blutbad und keiner weiß, ob er der Nächste ist!


Mit "Side FX" kommt wieder einmal ein Horror B-Movie zu uns, der erst vier Jahre nach seinem Erscheinen auch bei uns eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekommt. Man merkt dem Film schon an, das es sich hier um eine Low Budget Produktion handelt, was aber nicht automatisch bedeuten muss, das es sich hierbei um einen schlechten Genre-Vertreter handelt. Man sollte allerdings keine zu hohen Erwartungen an dieses Werk stellen, es gibt keine neuen Ideen und schon gar keine Innovation, jedoch hat der Film durchaus einen gewissen Unterhaltungswert.

Die Geschichte, die erzählt wird, hört sich gar nicht so schlecht an, nur hat man es leider versäumt, durchaus vorhandenes Potential richtig auszuschöpfen, um eine bessere Umsetzung zu gewährleisten. Teilweise kann man hier schon recht gute und interessante Ansätze erkennen, doch leider geht es selten über diese Ansätze hinaus, so das "Side FX" im Endeffekt im Mittelmaß stecken bleibt, was mit einem höheren Budget sicherlich zu vermeiden gewesen wäre.

Das mangelnde Budget merkt man meiner Meinung nach am intensivsten bei den Darstellern, von denen die meisten doch ziemlich hölzern und unbeholfen wirken, so etwas wie Ausdrucks-oder Überzeugungskraft wird leider nicht geboten. So ist auch das dargebotene Schauspiel maximal im unteren Mittelmaß anzusiedeln, ist für diese Art von Film aber gerade noch ausreichend und verleiht dem Gesamtwerk sogar eine Portion unfreiwilligen und trashigen Humor, der dem Zuschauer doch so manchen Schmunzler abringen kann.

Dazu trägt auch die nicht gerade hochwertige deutsche Synchronisation bei, denn die meisten deutschen Synchronstimmen wirken doch eher dürftig und seltsam gekünstelt. Doch gerade diese Tatsache verleiht diesem Werk auch einen besonderen Charme, der in erster Linie vor allem Trash-Fans ansprechen dürfte, die hier ganz sicher auf ihre Kosten kommen werden. Denn wenn man den Film nicht unbedingt als ernsten Genrebeitrag ansieht, dann kann man sehr viel Spaß mit ihm haben.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Side FX" ganz sicher um kein Genre-Highlight und der Film erfüllt auch keine hohen Ansprüche, aber wer ganz einfach nett unterhalten werden möchte und ein Faible für trashige Horrorkost hat, der sollte hier ruhig zugreifen, denn kurzweilige und teils witzige Unterhaltung bekommt man durchaus präsentiert.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch Dolby Stereo
Bild: 16:9
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Trailer


5/10

Mittwoch, 17. Juni 2009

Explosive City






Explosive City
(Bau lit do see)
mit Tung Cho "Joe" Cheung, Sonny Chiba, Alex Fong, Eddy Ko, Wai Kwok, Suet Lam, Samuel Pang, Hisako Shirata, Edwin Siu, Simon Yam, Martin Zetterlund
Regie: Tak-Sam Leong
Drehbuch: Tak-Sam Leong
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
FSK 16
Hongkong / Japan / 2004

Ein Würdenträger wird auf dem Flughafen von Hongkong bei einem Attentat verwundet; als einzige Täterin nimmt die Polizei eine scheinbar unter Amnesie leidende junge Japanerin fest. Kurz darauf muss der leitende Inspektor Yao am Bildtelefon der Hinrichtung seiner Frau zusehen. Will er nicht auch noch seinen kleinen Sohn verlieren, so droht eine fremde Stimme, soll er die Verdächtige umgehend erschießen. Gejagt von Feinden wie eigenen Kollegen bekommt Yao Hilfe von unerwarteter Seite.


Entgegen anderer Meinungen finde ich schon, das der Filmtitel hier durchaus passend gewählt ist, denn auch der Film an sich ist schon gehörig explosiv gehalten. Sicherlich darf man kein absolutes Action-Gewitter erwarten, doch für eine 16er Freigabe hat "Explosive City" schon eine Menge Action zu bieten. Doch man sollte dieses Werk auch keineswegs nur auf die vorhandenen Action-Passagen reduzieren, denn in meinen Augen wird hier ein insgesamt erstklassiges Gesamtpaket präsentiert, das jederzeit dazu in der Lage ist, den Zuschauer spannend und interessant zu unterhalten.

Das fängt schon mit der wirklich guten Geschichte an, die sehr flüssig erzählt wird und die vor allem sehr spannend in Szene gesetzt wurde. Von Beginn an ist ein sehr konstanter Spannungsbogen zu verzeichnen, der sich mit der Zeit sogar immer noch steigert und auch keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. So ist über die gesamte Laufzeit gewährleistet, das die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht nachlässt und man gespannt das Geschehen verfolgt. Auch wenn die Geschichte hier größtenteils sehr gradlinig erzählt wird, so hat man doch auch einige recht überraschende Wendungen eingebaut, die das Ganze so noch interessanter gestalten, als es von Haus aus schon der Fall ist.

Und auch die Action-Fans kommen hier auf ihre Kosten, auch wenn einige Leute vielleicht noch mehr an Action erwartet haben. Doch die vorhandenen Passagen sind vollkommen ausreichend und auch toll in Szene gesetzt worden. Man sollte "Explosive City" in der Gesamtheit bewerten und da muss man ganz ehrlich feststellen, das hier ein sehr dynamischer und temporeicher Action / Thriller vorliegt, der qualitätsmäßig absolut überzeugen kann. Was bringt einem ein Film, in dem es vor Action nur so überquillt, aber der gesamte Rest auf der Strecke bleibt?

Die hier gefundene Mischung ist doch sehr gelungen, was man auch von der Auswahl der Darsteller behaupten kann, die durch die Bank einen überzeugenden Job erledigen. Von der oft erwähnten Ausdrucksschwäche, die man den Asiaten oft nachsagt, ist hier rein gar nichts zu sehen, vielmehr sind alle Charaktere sehr autenthisch und tragen so zum insgesamt hervorragenden Gesamtbild bei.

Man sollte hier also keine "Action-Granare" erwarten, sondern viel eher einen stilvollen und sehr spannenden Action / Thriller, der eine interessante Story erzählt, die den Betrachter fasziniert. Ein insgesamt hochwertiges Filmerlebnis, das für beste Unterhaltung garantiert.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Kantonesisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1.85:1
Laufzeit: 102 Minuten
Extras: Trailer, Bildergalerie


8/10

Samstag, 13. Juni 2009

The Warlords






The Warlords
(Tau ming chong)
mit Jet Li, Andy Lau, Takeshi Kaneshiro, Jinglei Xu, Bao-ming Gu, Xiaodong Guo, Zhaoqi Shi, Kuirong Wang, Yachao Wang, Bo Zhou
Regie: Peter Chan / Wai Man Yip
Drehbuch: Tin Nam Chun / Junli Guo
Kamera: Arthur Wong
Musik: Kwong Wing Chan / Peter Kam / Leon Ko
FSK 16
China / Hongkong / 2007

Mitten in der Taiping-Rebellion gegen die korrupte Qing-Dynastie, in der 50 Millionen Chinesen auf dem Schlachtfeld oder an Hunger starben, steht im Herbst 1870 General Pang (Jet Li) im Blut seiner gefallenen Soldaten. Desillusioniert, hungernd und geschlagen. Nachdem Pang durch die Hilfe einer Frau wieder zu Kräften gekommen ist, trifft er den Rebellen Jiang Wu Yang (Takeshi Kaneshiro), der die darbende Bevölkerung mit erbeuteten Lebensmitteln versorgt. Er bringt Pang zu seinem Anführer Zhao Er-hu (Andy Lau) und Pang wird Mitglied der Rebellen. Bei einem Überfall rettet Pang Jiangs Leben. Die drei Männer schwören Blutbrüderschaft. Die Rebellen schließen sich der Armee der Qing an, doch jeder der drei Brüder hat unterschiedliche Motive dafür. Pang erlangt in der Armee immer mehr Macht, doch dies verblendet ihn so sehr, dass sich das Blatt bald wendet und damit die Blutsbrüderschaft auf sehr gefährlichen Beinen steht...


Mit der hier erzählten und auf einer wahren Begebenheit beruhenden Geschichte hat Regisseur Peter Chan ein wirklich aufwendig inszeniertes Schlachtenepos geschaffen, das nicht umsonst mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Der Film beinhaltet alles, was ein solches Spektakel braucht, es geht um Liebe, Loyalität, Ruhm, Ehre und Freundschaft. Doch natürlich entstehen im Sog dieser Dinge auch Intrigen und Verrat und so ist es nicht weiter verwunderlich, das auch diese negativen Dinge ihren Platz in dieser Geschichte finden.

Eine der großen Stärken von "The Warlords" sind ganz sicher die sehr imposanten Bilder, die dem Zuschauer geboten werden. Das äussert sich in erster Linie durch die perfekt in Szene gesetzten Schlachten, die für eine 16er Freigabe teils recht blutig ausgefallen sind. Die gezeigten Kampfszenen prasseln mit einer ungeheuren Wucht und Intensität auf den Betrachter ein, so das phasenweise das Gefühl entsteht, das man selbst am Kampfgeschehen teilnimmt. Auf jeden Fall aber üben die die Kampfszenen eine ungeheure Faszination aus, der man sich nur schwerlich entziehen kann.

Doch das alles wäre nichts ohne die erstklassigen Darsteller, die sich hier versammelt haben, um eine hochwertige Kostprobe ihres Könnens abzugeben. Ganz besonders sticht hier meiner Meinung nach die sehr imponierende Leistung von Jet Li heraus, der dem von ihm dargestellten Charakter des General Pang ein hohes Maß an Autenzithät und Glaubwürdigkeit verleiht. Seinem ausdrucksstarken Schauspiel ist es zu verdanken, das er sich von den anderen sehr guten Schauspielern noch etwas abhebt und dem Film so auch seinen Stempel aufdrückt. Es ist wohl nicht zu weit hergeholt, wenn man behauptet, das Li hier seine bisher mit Abstand beste Rolle spielt, in der er nicht nur durch Kampfkunst, sondern in erster Linie durch charakterliche Züge zu überzeugen weiss und so unter Beweis stellt, das er durchaus mehr als ein nur guter Martial Arts Darsteller ist.

Doch "The Warlords" besticht nicht nur durch seine imposanten Schlachten, der Film besitzt auch einiges an Tiefgang. So werden hier die einzelnen Themenabschnitte wie Loyalität, Freundschaft und Verrat besonders gut herausgearbeitet, was auch dazu führt, das der Film zum Ende hin teils sehr tragische und dramatische Züge annimmt, die perfekt in die Story hineinpassen und sie so noch glaubhafter wirken lassen. Natürlich spielt auch eine "verbotene" Liebe eine Rolle, die gerade die Blutsbrüderschaft der drei Hauptakteure auf eine harte Belastungsprobe stellen und den Auslöser für eine Kettenreaktion darstellt, die an Dramatik schwerlich zu überbieten ist.

So kann man abschließend festhalten, das dieses pompöse Filmerlebnis ein sehr vielschichtiges Filmerlebnis darstellt, das den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt und fasziniert und zu keiner Zeit auch nur annähernd langatmig erscheint. Sehr emotionale Momente wechseln sich mit bildgewaltigen Schlachten ab, so das dieser Film zu jeder Zeit abwechslungsreiche und hochklassige Unterhaltung bietet, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.



Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch DTS ES 6,1, DD EX 6.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: 109 Minuten



8,5/10

Mittwoch, 10. Juni 2009

Into the Mirror






Into the Mirror
(Geoul sokeuro)
mit Ji-tae Yu, Myeong-min Kim, Hye-na Kim, Ju -bong Gi, Myoeng-su Kim, Young-jin Lee, Eun-pyo Jeong
Regie: Sung-ho Kim
Drehbuch: Sung-ho Kim
Kamera: Han-cheol Jeong
Musik: Il Won
FSK 16
Südkorea / 2003

Der ehemalige Polizist Woo Young-Min musste wegen einer fatalen Fehlentscheidung den Dienst quittieren. Als er daraufhin in einem Kaufhaus als Sicherheitsbeauftragter beginnt, häufen sich jedoch mysteriöse Selbstmorde unter den Angestellten...und immer findet man die Leichen in der Nähe eines Spiegels.


Nachdem ich zuerst Alexandre Ajas Remake "Mirrors" gesehen habe und von dem Film absolut begeistert war, habe ich nun endlich auch das südkoreanische Original gesichtet. Und was soll ich sagen, dieser Film hat mich nicht minder beeindruckt. Als besonders positiv habe ich die Tatsache empfunden, das sich die beiden Geschichten doch in vielen wesentlichen Punkten unterscheiden, so das Ajas Neuinterpretation keine billige 1:1 Kopie darstellt.

Nun aber zu dem hier vorliegenden Original, das dem Zuschauer von Beginn an eine fesselnde und packende Geschichte bietet, deren Faszination man sich nicht entziehen kann. Die gesamte Story ist sehr gut durchdacht und weist meiner Meinung nach auch keinerlei Logiklöcher auf, was ja nicht gerade in vielen Filmen der Fall ist. Regisseur Kim Seong-ho versteht es hier vortrefflich, die von Beginn an vorhandene Spannung immer weiter zu steigern, wodurch die Story von Minute zu Minute immer intensiver auf den Betrachter einwirkt. Man taucht so ganz automatisch immer tiefer in das Geschehen ein, so das es durchaus dazu kommen kann, das ein Gefühl entsteht, selbst ein Teil der Geschichte zu sein.

Dieses intensiv aufkommende Sehverhalten wird natürlich auch durch die vorherrschende Atmosphäre gefördert, denn nach und nach wird die Szenerie immer unheimlicher und bedrohlicher, man kann das nahende Unheil förmlich greifen. Das sorgt fast zwangsläufig dafür, das der Eindruck des Films kontinuirlich intensiviert wird und so auch für die ein oder andere Gänsehaut sorgt, derer man sich nicht erwehren kann, selbst wenn man es wollte. Man merkt wirklich erst einige Minuten nach dem Ende, welch spannungsgeladenes und nysteriöses Filmerlebnis man gerade erlebt hat.

Zum insgesamt absolut überzeugenden Gesamteindruck, den "Into the Mirror" hinterlässt, tragen auch seine ausgezeichneten Darsteller bei, die durch die Bank aussergewöhnlich gute Leistungen abliefern. Autenthische und ausdrucksstarke Darbietungen runden hier einen asiatischen Film ab, der niveauvolle und qualitativ hochwertige Grusel-Kost bietet, die man sich auch gern mehrmals anschaut.

Die Asiaten haben es schon verdammt gut drauf, die Zuschauer auf hervorragende Art und Weise zu gruseln, doch das es auf einem so hohen Niveau wie in diesem Film geschieht, das sieht man auch nicht alle Tage. "Into the Mirror" ist ein Film, den sich kein Grusel-Fan entgehen lassen sollte, denn er beinhaltet von Beginn an ein hohes Maß an Spannung und Grusel-Atmosphäre und lässt so kaum einen Wunsch offen.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Koreanisch DD 5.1, DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (anamorph Widescreen)
Laufzeit: 113 Minuten
Extras: Originaltrailer



8,5/10

Samstag, 6. Juni 2009

Saw V






Saw V
(Saw V)
mit Tobin Bell, Costas Mandylor, Scott Patterson, Betsy Russell, Julie Benz, Meagan Good, Mark Rolston, Carlo Rota, Greg Bryk, Laura Gordon, Joris Jarsky, Mike Butters, Al Sapienza, Mike Realba, Lyrig Bent
Regie: David Hackl
Drehbuch: Patrick Melton / Marcus Dunstan
Kamera: David A.Armstrong
Musik: Charlie Clouser
SPIO / JK
USA / 2008

Detective Hoffman hat sich als williger Schüler des Serienkillers Jigsaw entpuppt. Scheinbar allein führt er Jigsaws Vermächtnis fort. Bald finden sich fünf Menschen in einer mörderischen Versuchsanordnung wieder. Für sie gibt es nur ein Entkommen, wenn alle nach den Regeln spielen. Während dessen ermittelt Agent Strahm auf eigene Faust. Dabei kommt er Hoffmans Geheimnis gefährlich nah...


Nun kann man wieder einmal darüber diskutieren, warum eigentlich jedes jahr ein neuer Ableger der Saw-Reihe herauskommt und ob die Geschichte nicht langsam ausgelutscht ist. Darüber muss sich natürlich jeder ein eigenes Urteil bilden, aber ich finde schon, das die Reihe immer noch sehr viel Reiz hat und bestens zu unterhalten weiss. Auch dieser mittlerweile fünfte Teil kann sich durchaus sehen lassen, obwohl sicherlich wieder viele darüber lästern werden, das der Härtegrad zurückgegangen ist.

Doch wenn man sich diesen Film anschaut, dann sollte man eigentlich erkennen, das genügend Härte vorhanden ist, doch der Anspruch an extrem reisserische und brutale Szenen ist mittlerweile so angestiegen, das man die hier vorhandene Brutalität schon fast nicht mehr wahrnimmt. Allein schon die Eröffnungs-Sequenz empfand ich als richtig derbe, vor allem, wenn man einmal versucht, sich in die Situation des Betroffenen hineinzuversetzen. Während des gesamten Films gibt es generell wieder einige sehr schöne und vor allem fiese Fallen zu sehen, die doch einiges an Einfallsreichtum erfordern. Und vor allem die Betroffenen müssen ihre innere Barriere überwinden, um die Chance auf ihr Leben aufrecht zu halten. Wenn man versucht, sich in die Lage der Opfer hineinzuversetzen, kann man ansatzweise erkennen, welch psychischer Druck auf ihnen lasten muss.

Ganz generell hat mir die hier vorhandene Story gefallen, die sich gar nicht einmal hauptsächlich mit den fünf eingeschlossenen Menschen bafasst, denn der Focus liegt doch mehr darauf gerichtet, das dem Zuschauer nähergebracht wird, wie Hoffman zu Jigsaws Schüler geworden ist. Das wird wie schon in den anderen Teilen wieder durch sehr interessante Flashbacks erklärt, die immer wieder eingefügt werden. Der zweite größere Handlungsstrang dreht sich darum, das der einzige Überlebende aus Teil vier (Agent Strahm) langsam die Spur von Hoffman aufnimmt und kurz davor ist, sein Geheimnis zu lüften.

Das Ganze ist meiner Meinung nach sehr spannend und interessant umgesetzt worden, hinzu kommt die sehr dichte und gelungene Grundstimmung, die sich hier entfalten kann und auch auf den Zuschauer überspringt. man fiebert richtiggehend mit und merkt wieder einmal, wie sehr einen die Welt von Jigsaw und seinen Gehilfen doch fasziniert. Sicherlich kann man über die Qualität der Saw-Reihe diskutieren, an den genialen ersten Teil kommt keiner der Nachfolger heran, aber ich finde schon, das alle Filme sehr unterhaltsam und auch durchaus spannend sind. Manchmal fehlte auch etwas die Innovation, doch insgesamt gesehen hat man es hier mit einer insgesamt qualitativ hochwertigen reihe zu tun.

Man kann sich jetzt schon auf den sechsten Teil freuen, denn Teil fünf hat einen ja auch mit einigen offenen Fragen zurückgelassen, wie zum Beispiel der, was in der Kiste ist, die Jigsaws Ex-Frau ausgehändigt wurde. Ich bin davon überzeugt, das auch der nächste Saw-Film wieder so manche Überraschung für den Zuschauer bereithält. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es mit Jigsaws Erbe weitergeht. Dieser fünfte Teil ist jedenfalls bedenkenlos zu empfehlen, spannende und teilweise harte Unterhaltung ist hier garantiert.


8/10

Mittwoch, 3. Juni 2009

Last of the Living






Last of the Living
(Last of the Living)
mit Morgan Williams, Robert Faith, Mark Hadlow, Emily Paddon-Brown, Ashleigh Southam
Regie: Logan McMillan
Drehbuch: Logan McMillan
Kamera: Kirk Pflaum
Musik: Ben Edwards / Kurt Preston
Keine Jugendfreigabe
Neuseeland / 2008

Ein hochgradig ansteckender Virus hat die Weltbevölkerung in Zombies verwandelt. Alt-Rocker Johnny, Möchtegern-Schauspieler Morgan und Ex-Buchhalter Ash gehören zu den letzten Überlebenden. Die drei Couch Potatoes haben es sich in der post-apokalyptischen Welt nett eingerichtet. Sie wohnen in den besten Häusern, fressen die Supermärkte kahl und vertreiben sich mit Videos und Playstation die Zeit. Das ändert sich, als sie Stefanie treffen. Die süsse Wissenschaftlerin ist einem Heilmittel auf der Spur und überredet die drei Chaoten, mit ihr die Welt zu retten. Ein blutiger Kreuzzug gegen die Untoten beginnt...


Und wieder einmal ein skurriler Horrorfilm, den uns die Neuseeländer beschert haben. Da aus diesem Land eigentlich immer sehr unterhaltsame Genre-Beiträge kommen, bildet auch "Last of the Living" keine Ausnahme. Mit viel Witz und einer ordentlichen Portion Charme wurde hier eine sehr unterhaltsame Zombie-Komödie produziert, die es versteht, bestens und kurzweilig zu unterhalten. Doch ein großer Unterschied zu anderen Beiträgen aus Neuseeland besteht hier schon, denn ist man es normalerweise gewohnt, das es in den Filmen wie "Bad Taste" oder auch "Black Sheep" neben viel Humor auch sehr viel Blut zu sehen gibt, so ist dieses Werk von Regisseur Logan McMillan doch verhältnismäßig blutarm. Es gibt natürlich einige auch etwas härtere und blutige Passagen, die sich aber in einem sehr überschaubaren Rahmen halten.

Ich empfinde diese Tatsache aber keinesfalls als negativ, denn man hat trotzdem seinen Spaß mit diesem Film, wofür allein schon die witzigen Charaktere sorgen, die hier vollkommen durchgeknallt dargestellt werden. Teilweise scheinen sie schon etwas den Sinn für die Realität verloren, denn wie sonst ist es beispielsweise zu erklären, das Nachrichten auf die Anrufbeantworter von Frauen gesprochen werden, die schon längst das Zeitliche gesegnet haben? Vor allem die drei Hauptdarsteller geraten hier in die ein oder andere sehr groteske Situation, aus der sie sich mit meist nicht minder skurrilen Methoden befreien. Der Humor ist hier jedenfalls ganz ausgezeichnet und entbehrt auch nicht einer gewissen Portion Sarkasmus, was dem Film sehr gut zu Gesicht steht.

In gewisser Weise wird man hier auch an "28 Days later" erinnert, der von der Story her ähnlich aufgebaut ist. Natürlich ist hier die Szenerie auf komödiantische Art und Weise verpackt worden und es fehlt etwas an blutigen Momenten, jedenfalls für eine Zombie-Komödie. Andererseits bin ich durchaus der Meinung, das man auch solche Filme nicht immer nur nach ihrem Blutgehalt bewerten sollte, denn selbst ein mittlerweile zum Kultfilm gewordener "Shaun of the Dead" brilliert durch andere Vorzüge, die nicht unbedingt im Härte-Bereich zu suchen sind. Und ähnlich verhält es sich auch bei "Last of the Living", der mehr durch Wortwitz und Situationskomik besticht und dennoch auch einige nette, etwas härtere Szenen beinhaltet.

Und auch, wenn die hier erzählte Geschichte nicht gerade neu ist, so ist die Umsetzung doch als gelungen zu bezeichnen, denn die Verpackung stimmt einfach und es macht einen Heidenspaß, die Chaoten bei ihrem Kampf gegen die untote Übermacht zu begleiten.

Insgesamt gesehen ist dieser Film auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlenswert, man bekommt sehr witzige Zombie-Unterhaltung geboten und kann sich an den herrlich skurrilen Charakteren erfreuen, die einem durch ihr durchgeknalltes Handeln doch oft genug ein Lächeln ins Gesicht zaubern und so für sehr kurzweilige Unterhaltung sorgen, die man sich als Fan von Zombie-Komödien nicht entgehen lassen sollte.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Alternatives Ende, Interview mit den Hauptdarstellern und Filmemachern, Trailer




6,5/10

Montag, 1. Juni 2009

Dead Heist






Dead Heist
(Dead Heist)
mit Big Daddy Kane, Brandon Hardin, D.J. Naylor, Dominic L. Santana, E-40, Traci Dinwiddie, Michael Braxton, Chris Bailey, Bone Crusher, Zach Hanner, Jon Stafford, Bill Ladd, Cullen Moss, Charlie Lucas, Joi Heggins
Regie: Bo Webb
Drehbuch: Anghus Houvouras
Kamera: Patrick Borowiak / Matt Malloy
Musik: Jim McKeever
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Ski und seine Kumpels wollen das große Ding machen: Eine Bank in einer abgelegenen Kleinstadt soll um eine große Menge Geld erleichtert werden. Vom lokalen Gangsterboss Hustle bekommen sie für ihr Unternehmen nicht nur Waffen, sondern mit dem Ex-Soldaten Jackson auch einen Aufpasser an die Seite gestellt, der sicherstellen soll, das die Jungs nicht ohne eine gewisse Umsatzbeteilung für ihn das Weite suchen. Doch dann läuft alles schief, der Überfall geht voll daneben und auf einmal wimmelt es überall vor virusverseuchten Zombies. Ein mörderischer Kampf um das nackte Überleben beginnt...


"Hip-Hop-Gangsterfilm meets Zombie-Genre"


So oder so ähnlich könnte der Untertitel des Films lauten, für den Bo Webb als Regisseur verantwortlich zeichnet. Das eine Mixtur aus zwei grundverschiedenen Genres einen Film präsentieren kann, der sogar Kultstatus erreichen kann, beweist ja eindrucksvoll "From Dusk till Dawn", der diesen Status schon längst erreicht hat. Nun kann man sicherlich "Dead Heist" qualitativ nicht auf eine Stufe mit dem Werk von R. Rodriguez stellen, doch bekommt man hier einen sehr netten und kurzweiligen Filmspaß geboten, der bestens unterhält und teilweise auch recht spannend inszeniert ist.

In den ersten 40 Minuten hat man es eigentlich ausschließlich mit einem Gangsterfilm zu tun, bei dem man zu keiner Zeit auf die Idee kommen würde, das sich die Geschichte von einer Minute zur anderen so extrem und schlagartig ändert. Die Spannungsschraube, die bis dahin nicht besonders bemerkenswert ist, wird urplötzlich und sehr drastisch angezogen, so wie sich auch die vorhandene Stimmung urplötzlich umwandelt. Auf einmal herrscht eine starke Bedrohlichkeit und die Atmosphäre wird zunehmend dichter. Der hier auftretende Kontrast der beiden Filmhälften könnte kaum größer sein, innerhalb eines kaum messbaren Zeitraums wird man von einem stinknormalen Gangsterfilm in ein Zombie-Inferno entführt, das vor allem zum Ende hin in einem furiosen und sehr blutigen Showdown endet.

Die SFX, die der Film beinhaltet, prasseln ziemlich stark gebündelt auf den Zuschauer ein, da sie ausschließlich in der zweiten Filmhälfte zu begutachten sind. Die Qualität ist nicht schlecht, aber auch nicht gerade aussergewöhnlich hochklassig. Dennoch wird der Gorehound hier in den letzten 20-30 Minuten doch sehr gut bedient und wird so auf seine Kosten kommen.

Was mir persönlich sehr gut gefallen hat ist die Tatsache, das durch die doch ziemlich kurze Laufzeit des Films (72 Minuten) zu keiner Zeit irgendwelche Längen auftreten und der Film so durchgehend kurzweilige Unterhaltung bietet. Da fällt es dann gar nicht weiter auf, das die vorhandene Geschichte nicht unbedingt sehr viel Substanz hat und etwas dünn geraten ist. So erfährt man auch lediglich durch einige Wortfetzen etwas über die Herkunft der Zombies, was man aber kaum als großartige Hintergrundinformation bezeichnen könnte. Auch darstellerisch sollte man hier keine Wunderdinge erwarten, doch in meinen Augen kann man die gezeigten Leistungen als durchaus solide bezeichnen.

So kann man insgesamt feststellen, das "Dead Heist" sicherlich kein Film ist, der unbedingt Kultpotential beinhaltet, aber der Zuschauer wird durchgehend gut und kurzweilig unterhalten. Ein Film, den man sich gut anschauen kann und der nette Zombie-Unterhaltung für zwischendurch anzubieten hat.



Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 75 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Behind the Scenes, Gag Reel Trailer



5,5/10