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Freitag, 31. Juli 2009

A Brush with Death






A Brush with Death
(A Brush with Death)
mit Seanna McDonald, Missy Sturges, Lily Vu, Ali Thurlow, Nicholls Melancon, Charles Hoyes, Anna Kalkowski, Christopher Alison, Scott Chedester, Cody Kinney, Dirk Schuil, Austin Mero, Elliana Schuil, Rick Schuil, Freddy Falcon
Regie: Brad Wiebe
Drehbuch: Jordan Wiebe
Kamera: John Kelly
Musik: Marc Padgett
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Fünf High-School-Cheerleader-Girls wollen die letzten Wochen ihrer Ferien gemeinsam in der Nähe von Los Angeles verbringen. Doch eine Autopanne zwingt sie zu einem unerwarteten Zwischenstopp mitten in der ländlichen Einöde. Ein imposantes, aber offenbar verlassenes Haus erweckt die Aufmerksamkeit der jungen Frauen. Eine Legende besagt, das in jenem Haus vor 30 Jahren ein Junge seine gesamte Familie bestialisch ermordet hat und seitdem Geister in dem Gemäuer spuken sollen. Die Mädchen sehen in dieser Geschichte eine spannende Abwechslung und beschlißen, dieses Haus zu erkunden. Eine Idee, die sich als äußerst fatal erweisen soll, denn tatsächlich gehen dort mehr als unheimliche Dinge vor sich...


Hier haben wir einmal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie sehr man sich von einer Inhaltsangabe täuschen lassen kann. Denn hört sich der Inhalt noch sehr interessant an, so lässt die Umsetzung der Geschichte doch sehr zu wünschen übrig. Es gibt ja nun viele Slasher, die eher unblutig daherkommen, was ja nicht gerade als negativ bewertet werden muss, doch sollte der Film dann wenigstens spannend sein und über eine besonders gute Atmosphäre verfügen, wie es beispielsweise in Filmen wie "Halloween" der Fall ist.

Doch das große Problem von "A Brush with Death" ist ganz einfach, das es zwar teilweise recht gute Ansätze gibt, einen Spannungsbogen aufzubauen, dieser jedoch immer wieder in sich zusammenfällt, was beim Zuschauer doch mit der Zeit ein Gefühl der Ernüchterung auslöst. Seine Spannung bezieht der Film lediglich aus der Tatsache, das immer wieder spannende Momente angedeutet werden, so das man immer damit rechnet, das im nächsten Moment endlich etwas passiert. Doch es bleibt bei diesen Andeutungen und schon fällt die Spannung wieder in sich zusamen. Ich würde sehr gern etwas anderes berichten, doch leider ist dieser Zustand den gesamten Film über vorhanden, was im Endeffekt dann doch zu einer ziemlichen Enttäuschung beim betrachter führt.

Vor allem in der ersten Stunde des Films passiert eigentlich überhaupt nichts, ausser das die Mädchen im Pool zu sehen sind, oder im Inneren des Hauses mit einem jungen Mann "Wahrheit oder Pflicht" spielen, was nicht gerade besonders aufregend ist. Zutaten, die eigentlich jeder Slasher beinhalten sollte, sind hier definitiv nicht zu finden. In den letzten 20 Minuten, denn der Film hat lediglich eine Laufzeit von knapp 80 Minuten entwickelt sich dann wenigstens so etwas wie eine einigermaßen düstere grundstimmung, die man vorher leider vollkommen vermisst hat. Wer jetzt aber denken sollte, das zium Ende hin noch einmal richtig Fahrt aufgenommen wird und man für die enttäuschenden ersten 60 Minuten entschädigt wird, der sieht sich dieser Hoffnung sehr schnell beraubt.

Blutige Szenen, geschweige denn etwas härtere Passagen sind auch im Ende des Films nicht enthalten, ausser 2 Hammerschlägen auf einen Kopf, die allerdings auch nur ansatzweise zu sehen sind, wird in dieser Beziehung absolut nichts geboten, wobei man sich dann fast zwangsläufig die Frage stellt, warum dieser Film mit "Keine Jugendfreigabe" gekennzeichnet ist, denn diese Freigabe stellt einen mittelschweren Witz dar. Zu allem Überfluss prangt auf der Rückseite des DVD-Covers auch noch ganz frech der Schriftzug "Uncut-Edition", der spätestens nach Sichtung des Filmes viel eher höhnisch wirkt.

Darstellerisch gibt es eigentlich so gut wie nichts zu bewerten, denn die dargebotenen Leistungen passen sich nahtlos dem allgemeinen Niveau dieses Werkes an und das ist nicht gerade hoch. Da hilft es auch nicht, das man immer wieder mit kleineren eingefügten Flashbacks konfrontiert wird, die einem wohl das Geschehen vor 30 Jahren etwas näher bringen sollen, was allerdings auch nicht gelingt, denn die Rückblicke wirken vielmehr sinnlos und wirr, als das sie in irgendeiner Form die fehlende Spannung und den mangelnden Inhalt der Geschichte ausgleichen könnten.

So gelangt man am Ende zu dem Fazit, das "A Brush with Death" ein vergeblicher und vollkommen misslungener Versuch ist, einen Slasher mit Oldschool-Flair zu kreieren, vielmehr handelt es sich um ein eher langweiliges und total unspektakuläres Filmerlebnis, das man nicht unbedingt sehen muss, denn viel verpassen tut man nicht.


2,5/10

Dienstag, 28. Juli 2009

Jack Brooks: Monster Slayer






Jack Brooks: Monster Slayer
(Jack Brooks: Monster Slayer)
mit Robert Englund, Trevor Matthews, Daniel Kash, David Fox, Dean Hawes, Rachel Skarsten, James A. Woods, Ashley Bryant, Stefanie Drummond, Chad Harber, Patrick Henry, Meghanne Kessels, Meg Charette, Kristyn Butcher, Andrew Butcher
Regie: Jon Knautz
Drehbuch: John Ainslie
Kamera: Joshua Allen
Musik: Ryan Shore
FSK 16
Kanada / 2007

Seit er als Kind mitansehen musste, wie ein grunzendes Ungeheuer seine Eltern und die kleine Schwester vernichtete, leidet Jack unter unkontrollierbaren Wutausbrüchen. Jetzt arbeitet er Klempner, geht in eine psychologische Beratung (beides ohne großen Erfolg) und besucht die Abendschule beim schrägen Professor Crowley, wo zumindest neben der attraktiven Eve sitzt. Als der Prof nach einer Begegnung mit einem dämonischen Artefakt zum Monster mutiert, erkennt Jack seine wahre Berufung.


Es stimmt einen immer wieder traurig, wenn man sieht, wieviel Potential die macher eines Films immer wieder auf der Strecke liegenlassen und nicht annähernd ausschöpfen. So geschehen auch beim vorliegenden Werk, das zwar insgesamt einen wirklich unterhaltsamen und recht gelungenen B-Horror-Movie darstellt, aus dem man aber weitaus mehr hätte herausholen können. Denn "Jack Brooks: Monster Slayer" ist ein phasenweise sehr witziger und auch interessanter Monsterfilm, der den Zuschauer aber trotzdem etwas zwiespältig zurücklässt.

Das liegt ganz einfach in der Tatsache begründet, das der Film eine doch äusserst lange Anlaufphase hat, bis er seinem Titel alle Ehre macht. Denn bis auf eine eher kurze Rückblende zu der Nacht, in der jack seine Eltern und seine jüngere Schwester an die Monster verliert, dauert es fast eine geschlagene Stunde, bis die Story so richtig an Fahrt aufnimmt. Zwar ist die Zeit bis dahin auch nicht gerade langweilig gestaltet, man bekommt einen etwas tieferen Einblick in Jack's Charakter gestattet und wird mit seinen ständigen Agressionen konfrontiert, doch so richtig will der Film in dieser Phase nicht wirklich zünden.

Dieser Umstand ändert sich erst, als Jack's Professor langsam anfängt, sich in ein Monster zu verwandeln. Der von Haus aus etwas kauzige Lehrer wird von Robert Englund absolut brillant dargestellt und hat den größten Anteil an der humorigen Seite des Films. Denn allein die langsam vonstatten gehende Mutation in ein ekelhaftes Monster entlockt einem doch so manchen Schmunzler und entschädigt so doch für einige kleinere auftretende Längen im Mittelteil des Films.

Nachdem sich die verwandlung dann vollends vollzogen hat, sind die restlichen gut 25 Minuten des Films endlich das, was man sich eventuell schon etwas früher gewünscht hätte, nämlich Action und Humor pur. Teilweise geht es auch recht blutig zur Sache und es gibt auch einige für eine 16er Freigabe ziemlich harte Szenen. Endlich kann Jack auch seine Agressionen an der richtigen Stelle ausleben und nimmt den Kampf mit dem Monster auf, den letztendlich nur einer überleben kann.

Letztendlich ist "Jack Brooks: Monster Slayer" ein durchaus kurzweilig unterhaltender Monster-Spaß, der seine echten Höhepunkte allerdings erst in den letzten 25 Minuten hat. Dennoch bin ich der Meinung, das hier ein insgesamt guter Beitrag des Genres entstanden ist, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte. Und für die geplante Fortsetzung bleibt nur zu hoffen, das die Macher des Films aus den Fehlern gelernt haben und den zweiten Teil ganzzeitig etwas actiongeladener gestalten, denn dann könnte es ein noch viel besserer Film werden, als es dieser hier schon eingeschränkt ist.


7/10

Samstag, 25. Juli 2009

Boogeyman 3






Boogeyman 3
(Boogeyman 3)
mit Erin Cahill, Chuck Hittinger, Mimi Michaels, Matt Rippy, Nikki Sanderson, W.B Alexander, Elyes Gabel, George Magguire, Jayne Wilsener, Kate Maberly, Todd Jensen, Nikolai Sotirov, Vladimir Yossifov, Richie Mantaliev, Galina Tlkington
Regie: Gary Jones
Drehbuch: Brian Sieve
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Joseph LoDuca
FSK 16
USA / 2009

College-Studentin Sarah muss den angeblichen Selbstmord ihrer besten Freundin mit ansehen. Doch dieser eine Selbstmord setzt eine Kette von schrecklichen, übernatürlichen Geschehnissen in Gang, die Sarah in Angst und Schrecken versetzen. Sie weiß, das der Boogeyman dafür verantwortlich ist und kein Zufall. Während ihrer verzweifelten Versuche, ihre Mitstudenten zu warnen, holt der Boogeyman sich ein Opfer nach dem anderen...


Es ist ja kein Geheimnis, das die Boogeyman-Reihe nicht gerade auf große Begeisterung bei den Fans stößt und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das auch dieser mittlerweile dritte Teil eher schlechte Kritiken erntet. Ich persönlich kann das nicht so ganz nachvollziehen, denn hier wird doch eigentlich recht kurzweilige Horror-Unterhaltung geboten. Sicherlich bietet auch der vorliegende Film nicht gerade etwas neues, aber die erzählte Geschichte ist durchaus spannend und verbreitet auch eine teilweise recht düstere und bedrohliche Grundstimmung.

Nachdem man mit dem zweiten Teil einen waschechten Slasher präsentierte, in dem der Mörder ein Mensch aus Fleisch und Blut war, greift man hier wieder auf die schon im ersten Teil vorhandene Geisterscheinung des Boogeymans zurück. Und die sorgt dafür, das so einige Studenten ihr Leben aushauchen müssen. Dabei ist der Härtegrad bei einer 16er Freigabe nicht gerade hoch, man bekommt zwar jede Menge Blut zu sehen, aber richtig harte Szenen sind doch eher Mangelware.

Diese Tatsache ist meiner Meinung nach nicht weiter schlimm, da der Film über einen recht gut gelungenen Spannungsaufbau und eine teilweise richtig unheilvolle Atmosphäre verfügt, die einen phasenweise so richtig fesseln und faszinieren kann. "Boogeyman 3" hat also eigentlich alles, was einen soliden Gruselfilm auszeichnet, er bietet lediglich keine Innovation, denn man hat alles schon einmal so, oder so ähnlich in anderen Filmen gesehen. Wer also großartige Neuerungen erwartet, der könnte sicher enttäuscht sein, wer aber auf Altbewärtes in einer guten Verpackung steht, der dürfte hier zufriedengestellt werden.

Die Darsteller-Riege besteht aus dem anscheinend schier unerschöpflichen Reservoir von amerikanischen Jungdarstellern, die zwar keineswegs herausragend agieren, aber doch einen ordentlichen und soliden Job abliefern. Dabei scheinen die Macher des Films wohl vor allem an die männlichen Zuscahuer gedacht, denn die weiblichen Schauspielerinnen sind ein optischer Leckerbissen.

Letztendlich hat man es hier mit einem soliden Gruselfilm zu tun, der auf jeden Fall kurzweilige und auch spannende Unterhaltung bietet und so jederzeit für einen gemütlichen Filmabend geeignet ist. Man sollte allerdings kein cineastisches Highlight erwarten und auch keinen Film, der das Genre unbedingt bereichert.


6/10

Mittwoch, 22. Juli 2009

War of the Living Dead






War of the Living Dead
(Zombie Wars)
mit Adam Stuart, Alissa Koenig, Jim Hazelton, Kristi Pearce, Jonathan Badeen, Billy Hayes, Loretta Norton, David Polk, James Warnock, Danielle Jacobs, Christopher Aguayo, Steven Stewart, Anthony Contreras, Erik Vanlier, John-Michael Thomas
Regie: David A. Prior
Drehbuch: David A. Prior
Kamera: Frederic Chaignat
Musik: David M. Poole
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

... die einen glaubten, dass ein Komet der Erde zu nahe gekommen war, die anderen, dass die Zeit der Menschen abgelaufen sei!
Die Toten hatten sich aus ihren Gräbern erhoben - und sie hatten Hunger, Hunger auf Menschenfleisch...
Nach Jahren des Krieges gegen die Zombies haben nur wenige Menschen überlebt. Sie verstecken sich und führen einen Guerilla-Kampf gegen den übermächtigen Gegner. David, der Anführer einer Rebellen-Gruppe, wird von Zombies gefangen genommen und zu einer Farm gebracht. Hier lernt er den wahren Horror kennen: Die Zombies züchten Menschen - um sie zu fressen. Er organisiert gemeinsam mit Star und Sliver einen Aufstand der Gefangenen. Die Menschen gehen siegreich aus dem Gemetzel hervor, nur um zu sehen, dass ein noch schrecklicheres Geheimnis auf sie wartet...



Bei diesem Werk von David A. Prior handelt es sich ganz bestimmt nicht um einen der hochwertigsten Beiträge des Zombiefilms, denn man merkt dem Film doch bei vielen Dingen das niedrige Budget an. Das fängt bei den ausgewählten Locations an, dann sind da die doch eher unbekannten Darsteller, die teils etwas unbehlfen wirken und nicht zu vergessen die teilweise unpassenden deutschen Synchronstimmen, die dem Geschehen phasenweise schon eine etwas unfreiwillige Komik verleihen. Doch im Großen und Ganzen sind die darstellerischen Leistungen im akzeptablen Bereich, da hat man gerade bei dieser Art von Film schon weitaus Schlechteres gesehen, Meisterleistungen sollte man allerdings nicht erwarten.

Und dennoch geht von "War of the Living Dead" eine starke Faszination aus, die sich meiner Meinung nach auch auf den Zuschauer überträgt. Das liegt sicherlich in der Geschichte an sich begründet, denn die Grundidee, das hier einmal die Zombies über die Menschen herrschen und sie sogar züchten, finde ich absolut innovativ. Sofort kam mir der Klassiker "Planet der Affen" in den Sinn, nur das sich die Geschichte hier halt mit Untoten abspielt.

Zombies, die sich lediglich durch Grunzlaute miteinander verständigen können und bei denen es sogar eine Art Hirarchie in den eigenen Reihen gibt, das nenne ich doch einmal eine willkommene Abwechslung. Sicherlich ist die hier gezeigte Umsetzung nicht perfekt gelungen, aber dennoch bekommt man einen sehr interessanten und teilweise recht harten Genre-Beitrag präsentiert, der auch über einen gar nicht mal so schlechten Spannungsbogen verfügt.

Doch vor allem die SFX sind es, die hier zu überzeugen wissen, man bekommt jede Menge Headshots zu sehen und auch die Kämpfe zwischen den Zombies und den Menschen, in denen es übrigens mehrere richtig gute Goreeinlagen zu bestaunen gibt, sind nicht gerade spärlich gesäät, so das vor allem die Gorehounds voll auf ihre Kosten kommen dürften. Am meisten hat mich persönlich aber die Grundidee der Geschichte fasziniert und es ist sehr schade, das hier wohl nicht etwas mehr Budget zur Verfügung gestanden hat, mit denen man einige der vorhandenen Mankos bestimmt hätte verhindern können.

Nichtsdestotrotz ist hier ein wirklich sehenswerter und sehr gut unterhaltender Zombiefilm entstanden, den jeder Fan auf jeden Fall gesehen haben sollte. Eine sehr interessante Story, die zwar nicht perfekt umgesetzt wurde, aber einen extrem hohen Unterhaltungsfaktor beinhaltet und so für beste und kurzweilige Zombie-Unterhaltung garantiert.


7/10

Montag, 20. Juli 2009

Der Schrei der Eule






Der Schrei der Eule
(Cry of the Owl)
mit Paddy Considine, Julia Stiles, Karl Pruner, Phillip MacKenzie, Gord Rand, James Gilbert, R.D Reid, Caroline Dhavermas, Alex Karzis, Marcia Laskowski, Krista Bridges, Charlotte Sullivan, Robbie Campbell, Jennifer Kydd, Dru Viergever
Regie: Jamie Thraves
Drehbuch: Patricia Highsmith (Roman) / Jamie Thraves (Drehbuch)
Kamera: Luc Montpellier
Musik: Jeff Danna
FSK 12
Deutschland / Großbritannien / Kanada / Frankreich / 2009

Der sensible und labile Robert Forester lebt nach der Trennung von seiner Frau in der Kleinstadt Langley. Auf seinen einsamen Spaziergängen beobachtet er in einem Haus ein Mädchen und wird immer stärker von ihrem Anblick angezogen. Als er Jenny eines Tages kennenlernt, verliebt sie sich in ihn und trennt sich von Greg. Greg versucht, Jenny wiederzugewinnen, doch sie liebt Robert. Der mag sie zwar, liebt sie aber nicht. Die Lage scheint für Jenny ausweglos zu werden ...


"Der Schrei der Eule" basiert auf einem Roman der britischen Bestseller-Autorin Patricia Highsmith, ist aber nicht die erste Verfilmung des Stoffes. Denn schon 1987 nahm sich Frankreichs Regie-Legende Claude Chabrol der Geschichte an und verfilmte sie. Die Neuverfilmung übernahm der Brite Jamie Thraves und es ist keineswegs übertrieben, wenn man das Ergebnis als sehr gelungen bezeichnet.

Dabei ist es besonders zu erwähnen, das hier der Focus des Films nicht allein auf den kriminalistischen Aspekten der Geschichte beruht, sondern das es perfekt gelungen ist, mehrere Genres ineinander einfließen zu lassen. Entsteht zu Beginn des Films noch der Eindruck, das es sich hier lediglich um eine ziemlich aussergewöhnlich entstehende Liebesgeschichte handelt, so ändert sich diese Betrachtungsweise der Geschichte im Laufe der Zeit doch sehr stark. Denn nach einem doch eher beschaulichen und ruhigen Beginn entwickelt sich die Story immer mehr zum spannenden Krimi, in dem sich eine sehr dichte und bedrohlich wirkende Atmosphäre entwickelt und auch die Spannungsschraube immer fester angezogen wird.

Der Zuschauer befindet sich auf einmal in einem packenden Verwirrspiel aus Liebe, Hass und Eifersucht, bei dem man auf die Details achten sollte, um nicht den roten Faden zu verlieren. Die am Anfang eher ruhige Geschichte ändert schlagartig die Richtung und nimmt eine Wendung, die man nicht unbedingt vorhersehen konnte. Als sich das Geschehen dann langsam dem Ende nähert, kommen dann noch die Züge des Dramas hinzu, die den Film nun endgültig zu einem äusserst gelungenen Genre-Mix klassifizieren, der es versteht, den Betrachter zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen.

Doch "Der Schrei der Eule" würde nicht annähernd die Intensität aufweisen, wenn er nicht mit wirklich erstklassigen Schauspielern besetzt wäre, die den von ihnen gespielten Charakteren eine Seele einhauchen würden und dem Ganzen so einen sehr überzeugenden und glaubhaften Eindruck verleihen würden. Ganz besonders tun sich hier Paddy Considine (Robert) und Julia Stiles (Jenny) hervor, die durch ihre autenthische Darstellung viel zur vorhandenen Klasse dieses Werkes beitragen. Hierbei sind vor allem die emotionalen Passagen ihrer Beziehung zueinander brillant gespielt und wirken auf den Zuschauer sehr nachdrücklich ein.

Letztendlich kann man "Der Schrei der Eule" bedenkenlos weiterempfehlen, denn gerade durch den Einfluß mehrerer Genres ist hier ein hochkarätiges Filmerlebnis entstanden, das auch höhergesteckten Ansprüchen genügen dürfte. Ein Paradebeispiel dafür, wie man auch ohne spektakuläre Action und überladende Effektgewitter einen erstklassigen Film produzieren kann, der es schafft, nur durch seine Geschichte und seine tollen Schauspieler zu überzeugen und den Betrachter begeistert.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9 Anamorph)
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Making Of, Original Trailer, Kurzvita Patricia Highsmith


8,5/10

Freitag, 17. Juli 2009

Invisible Target






Invisible Target
(Naam yi boon sik)
mit Nicholas Tse, Jaycee Chan, Shawn Yue, Jacky Wu, Lisa Lu, Andy On, Candy Liu, Elanne Kwong, Sam Lee, Ken Lo, Vincent Sze, Mei Wang Xue, Ka Wah Lam, Tak-bun Wong, Mark Cheng
Regie: Benny Chan
Drehbuch: Benny Chan / Chi-man Ling
Kamera: Kwok Hung Chan / Chiu-Lam Ko
Musik: Anthony Chue
Keine Jugendfreigabe
China / Hongkong / 2007

Gangsterboss Tien landet bei einem skrupellosen Überfall einen großen Coup. In dem Flammenmeer kommt die Verlobte des heißblütigen Cops Chan Chun um. Von Rache getrieben erhält er Unterstützung von Kommissar Fong Yik-wei, der von Tien vorgeführt wurde und von Wai King-ho, dessen älterer Bruder auch zu der berüchtigten Bande um Tien gehören soll. Dieses ungleiche Team muss sich nun den härtesten Gangstern Hong Kongs stellen und eins ist ganz klar - verschont wird hier Niemand.


Mein lieber Herr Gesangsverein, was Regisseur Benny Chan auf die Beine gestellt hat, ist wirklich der absolute Hammer. Nur selten bekommt man einen so hochwertigen und explosiven Actioner zu sehen. Von Beginn an wird hier ein so rasantes Tempo vorgelegt, das dem Zuschauer keinerlei Verschnaufspause gegönnt wird. Fast im Minutentakt wird man immer wieder mit erstklassigen Stunts, wilden Verfolgungsjagden oder erstklassigen Martial Arts Szenen konfrontiert, die so erstklassig in Szene gesetzt wurden, das es einem teilweise wirklich die Sprache verschlägt.

Doch es ist nicht nur das phasenweise wahnwitzige Tempo und die fantastische Action, die einen in Staunen versetzt, "Invisible Target" erzählt auch eine tolle Geschichte, die unglaublich faszinierend und interessant umgesetzt wurde. Die Story führt 3 charakterlich vollkommen verschiedene Polizisten zusammen, die alle einen Grund haben, sich an dem Gangsterboss Tien zu rächen und trotz ihrer unterschiedlichen Beweggründe wird aus den Dreien ein eingeschworenes Team, das auf eigene Faust versucht, dem Gangster das handwerk zu legen. Dabei müssen sie schnell feststellen, das sich ein Verräter in den Reihen der eigenen Kollegen befindet, der die Fäden in der Hand hält.

Gerade der Spannungsaufbau ist hier extrem gut gelungen, wobei die von der ersten Minute an vorhandene Spannungsschraube stetig weiter angezogen wird, so das hier trotz einer Laufzeit von gut zwei Stunden auch nicht eine Sekunde lang Leerlauf entsteht. Benny Chan hat es meisterlich verstanden, den Zuschauer mit immer neuen Action-Highlights zu verwöhnen, denn immer wenn man denkt, das es mal eine etwas ruhigere Phase gibt, wird man sofort eines Besseren belehrt und befindet sich schon wieder beim nächsten Highlight.

Als besonders gut habe ich es empfunden, das trotz aller Ernsthaftigkeit und jeder Menge Action auch noch etwas Platz für den Humor gelassen hat, der sehr gezielt in gewissen Situationen eingebracht wurde und zu keiner Zeit kitschig oder gar übertrieben wirkt. So bietet er dem Zuschauer wenigstens manchmal die Möglichkeit, sich innerlich etwas zu entspannen, bevor er sich wieder dem rasanten Geschehen zuwendet, um auch ja nichts zu verpassen. Denn beim vorhandenen Tempo der Geschichte und den unzähligen Action-Sequenzen ist es gar nicht so leicht, die Übersicht zu behalten und auch auf die kleineren Details zu achten.

Obwohl man denkt, das eine Steigerung kaum noch möglich ist, beweist einem das gewählte Ende doch das Gegenteil, denn die Story endet in einem ungeheuer furiosen Showdown, in dem es noch einmal richtig zur Sache geht und gerade die Hauptcharaktere des Films noch einmal alles geben müssen und über ihre Schmerzgrenze gehen. Hierbei erhält "Invisible Target" auch noch eine tragische Note und lässt Platz für Emotionen. Dabei wurde aber darauf geachtet, das die Geschichte nicht in eine kitschige Richtung abgleitet, das dargestellte Szenario ist als absolut passend zu bezeichnen und wirkt auch durchaus realistisch.

Abschließend kann man festhalten, das dieser Film eine richtige "Action-Granate" darstellt, die auf einem qualitativ sehr hohen Level angesiedelt ist und jedem Action-Fan Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Hinzu kommen erstklassige Darsteller, die dem Ganzen auch eine sehr autenthische und glaubhafte Note verleihen, was den Film noch einmal zusätzlich aufwertet. Wer also auf hochklassige und extrem kurzweilige Action-Unterhaltung in Kombination mit einer sehr guten geschichte steht, der kommt an diesem asiatischen Film einfach nicht vorbei.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Kantonesisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 125 Minuten


9/10

Mittwoch, 15. Juli 2009

The Death Factory Bloodletting






The Death Factory Bloodletting
(The Death Factory Bloodletting)
mit Joth Andrews, Josh Bingenheimer, Jeanna Coker, Shane Dean, David C. Hayes, Shareese Hegna, Danny Marianino, Travis Alan McAfee, Kareem McRoy, Michelle Mousel, Nadine, Timmy Ponticelli, Noah Todd, Claudia Vargas
Regie: Sean Tretta
Drehbuch: Mike Marsh / Sean Tretta
Kamera: Christian Link / Sean Tretta
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren! Ana Romero findet auf einer Website, die sich Gorehouse nennt, ein Video, das die Ermordung ihrer Tochter zeigt. Ohnehin aller Hoffnung beraubt, hat sie im Leben kein anderes Ziel mehr als den Mörder ihres Kindes zu finden. Ihre Suche führt sie in eine Welt des Verdorbenen und Verkommenen. Sie trifft auf Menschen, die jenseits aller Normalität stehen. Mit ihnen wird sie in eine verlassene Fabrik eingeladen, um Zeuge eines Bloodletting, der Folterung und Ermordung eines unschuldigen Menschen, zu werden. Doch die Fabrik ist in Wahrheit die Hölle auf Erden, in der die Verderbten, die sich hier am menschlichen Leid ergötzen wollen, selbst peinvoll sterben sollen. Wer hier eintritt, ist des Todes. Die Hölle wartet schon!


Allein die Inhaltsangabe macht hier schon ziemlich neugierig und ist ein Grund, sich dieses Werk einmal anzusehen. Allerdings sollten Leute, die etwas zartbesaiteter sind, vorher genau überlegen, ob sie sich den Film anschauen oder nicht, denn das hier Gezeigte ist schon ziemlich harte Kost und kann phasenweise auch schon einmal auf den Magen schlagen. Das ist gar nicht so sehr auf den Goregehalt des Filmes bezogen, der zwar recht ordentlich ist, aber doch nicht alles entscheidend für den vorhandenen Härtegrad.

Denn das ist die vorhandene Thematik, die dem Zuschauer doch so manche Gänsehaut über den Rücken jagt. Allein die Art, wie die Protagonisten hier über ihre extrem perversen und abartigen Neigungen sprechen und die Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Taten beschreiben, das ist schon ein Tiefschlag in die Magengrube. Es entsteht ein tiefer Einblick in die tiefsten und finstersten Abgründe der menschlichen Seele, der sehr schwer zu verdauen ist und einen irgendwie fassungslos macht.

Von Beginn an entwickelt diese Low Budget Produktion ein ungeheuer hohes Maß an Intensität, die für den Betrachter förmlich greifbar scheint und sich fast zwangsläufig auf sein Sehverhalten auswirkt, man ist die ganze Zeit über extrem angespannt, was sicherlich auch in der Grundstimmung zu begründen ist, die hier vorherrscht. Denn von der ersten Minute an liegt hier etwas Unheilvolles in der Luft und die bedrohliche und düstere Atmosphäre, die sich entfaltet, zieht einen automatisch in ihren Bann.

Dadurch, das der gesamte Film in der alten Fabrik spielt, aus der die Protagonisten übrigens nicht entkommen können, da das Gelände mit unter Strom stehenden Zäunen gesichert ist, mischt sich hier auch noch eine leicht klaustrophobische Note bei, die in vielen Passagen durchaus ein Gefühl der Beklemmung auslösen kann, was für ein noch intensiveres Filmerlebnis sorgt. Und dann wäre da ja auch noch der nicht gerade niedrige Goregehalt, den die Geschichte beherbergt, denn es gibt mehrere recht harte und blutige Sequenzen, die eigentlich jeden Gorehound zufriedenstellen dürfte.

So kann man letztendlich feststellen, das Regisseur Sean Tretta hier ein wirklich hartes Stück Film geschaffen hat, das sicher nicht jeden Geschmack treffen wird, aber gerade für Fans des Genres eine absolute Empfehlung darstellt. Ein Film, der meiner Meinung nach aus der breiten Masse der Durchschnitts-Horrorfilme heraussticht und gerade durch die vorhandene Thematik auch sehr nachdenklich stimmt, denn das es genügend Leute mit abartigen Neigungen gibt, ist kein Geheimnis.



8/10

Montag, 13. Juli 2009

The 8th Plague






The 8th Plague
(The 8th Plague)
mit DJ Perry, Leslie Ann Valenza, Terra Jernigan, Charles Edwin Powell, Nitin Adsul, Hollis McLachlan, Jonathan Rockett, Laura Chaves, Paul Bugelski, Syn DeVil, Bryant Sullivan
Regie: Franklin Guerrero Jr.
Drehbuch: Eric Williford / Franklin Guerrero Jr.
Kamera: J. Michael Whalen / Franklin Guerrero Jr.
Musik: Paul E. Jessen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

Launa und Nikki wollen den 15. Todestag ihrer Eltern begehen, doch wer nicht zum verabredeten Treffpunkt kommt, ist Nikki. Stattdessen erreichen Launa kryptische Anrufe von Nikkis Handy. Beunruhigt bricht sie mit zwei Freunden auf zu jenem Platz, an dem man Nikki zuletzt sah, einem abgelegenen Waldstück in der Nähe eines stillgelegten Gefängnisses. Sie findet wenig hilfreiche Einheimische, einen überstürzt verlassenen Campingplatz und, was schwerer wiegt, sabbernde Untote im angeblich leeren Horrorknast.


Auch wenn der Titel des Films eher auf einen biblischen Hintergrund hindeutet, bekommt es der Zuschauer hier vielmehr mit einem weiteren Zombiefilm zu tun, der gleichzeitig die Debutarbeit des Regisseurs Franklin Guerrero Jr. (Carver) darstellt. Und ganz ehrlich gesagt, kann sich diese Arbeit durchaus sehen lassen. Zwar merkt man dem Film das wohl nicht gerade üppige Budget an, dennoch ist hier ein recht interessanter Genre-Vertreter entstanden, der vor allem Fans von Zombiefilmen zusagen dürfte.

Die vorhandene Geschichte kann man eigentlich getrost als notwendiges Beiwerk bezeichnen, ohne dem Film damit unbedingt eine negative Note zu verleihen, denn ganz offensichtlich ist das Hauptaugenmerk hier auf den vorhandenen Härtegrad gerichtet. Und trotzdem dauert es gut 30 Minuten, bis es in dieser Hinsicht so richtig zur Sache geht. Vorher wird versucht, die Geschichte etwas aufzubauen und dem Betrachter vor allem den Charakter der Hauptdarstellerin Launa (Leslie Ann Valenza) etwas näherzubringen. Das gelingt zwar nur bedingt, passt aber meiner Meinung nach doch recht gut in das Geschehen hinein.

Ab dem Zeitpunkt, wo die Suchtruppe, die sich hier zusammengefunden hat das verlassene Gefängnis betritt, ist dann aber schlagartig Schluß mit der Einleitung und "The 8th Plague" nimmt ganz gehörig an Fahrt auf. Nun beginnt der Teil dieses Films, der vor allem die Freunde der härteren Welle ansprechen wird, denn was nun folgt, ist phasenweise eine richtiggehende Metzel-Orgie, die jeden Gorehound begeistern dürfte. Es geht extrem blutig zur Sache und man bekommt jede Menge SFX geboten, die zwar nicht immer den höchsten Ansprüchen genügen, aber dennoch absolut sehenswert sind.

Auch die vorhandene Atmosphäre ist hier in zwei unterschiedliche Teile einzuordnen, geht es zu Beginn des Films noch relativ ruhig und entspannt zur Sache, so entwickelt sich doch im Laufe der Zeit eine sehr unheilvolle Atmosphäre, was vor allem durch die Location des verlassenen Gefängnis ausgelöst wird. Die dort spielenden Passagen sind herrlich düster gehalten, was durchaus ein bedrohliches Gefühl beim Betrachter auslöst. Lediglich einige der eher unbekannten Darsteller wirken etwas hölzern und manchmal sogar etwas unbeholfen, dennoch bewegen sich die gezeigten Leistungen noch in einem akzeptablen Rahmen, da hat man schon weitaus scjlechtere Darbietungen zu sehen bekommen.

Auch wenn "The 8th Plague" sicherlich kein Meilenstein des Genres ist, so bekommt man hier doch solide und teils sehr harte Horrorkost geboten. Gerade für einen Debutfilm ist hier ein erstaunlich gutes Werk entstanden, das zwar nicht gerade durch Innovation besticht, aber gute und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet, die sich jeder Horror-Fan anschauen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: MIG
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,00:1 (16:9 Anamorph)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Making of, Trailer, Deleted Scenes


6,5/10

Freitag, 10. Juli 2009

Bedingungslos






Bedingungslos
(Kaerlighed pa film)
mit Anders W. Berthelsen, Rebecka Hemse, Nikolaj Lie Kaas, Charlotte Fich, Dejan Cukic, Karsten Jansfort, Flemming Enevold, Bent Mejding, Ewa Fröling, Josephine Raahauge, Timm Vladimir, Ditte Hansen, Fanny Bornedal, Daniel Stampe, Jannie Faurschou
Regie: Ole Bornedal
Drehbuch: Ole Bornedal
Kamera: Dan Laustsen
Musik: Joachim Holbek
FSK 16
Dänemark / 2007

Nach einem katastrophalen Autounfall mit tragischem Ausgang fühlt sich Jonas mitschuldig und besucht das im Koma liegende Opfer Julia im Krankenhaus. Deren Familie hält ihn fälschlicherweise für Julias neuen Freund Sebastian, den sie in Kambodscha kennen lernte. Weil Julia und ihr Leben ihn zunehmend faszinieren und Gedächtnisverlust ihre Erinnerungen blockieren, lässt sich Jonas auf das gefährliche Spiel mit einer fremden Identität ein, bis die Vergangenheit gewaltsam in die Gegenwart eindringt und er in eine prekäre Situation gerät.


Längere Zeit hatte man nichts mehr von dem dänischen Regisseur Ole Bornedal gehört, der uns 1994 mit dem Film "Nightwatch-Nachtwache" einen ausserordentlich guten Horror-Thriller beschert hat, der mittlerweile in Fankreisen längst Kultstatus besitzt. Nun präsentiert er uns mit "Bedingungslos" einen wirklich starken Thriller, der meiner Meinung nach eine absolute Bereicherung für das Thriller-Genre darstellt. Es ist ein Film der etwas stilleren, aber dafür umso intensiveren Art und eine äusserst gelungene Mischung aus Thriller, Drama und modernem Film Noir, die eine absolut faszinierende Wirkung auf den Zuschauer ausübt, dere man sich schwerlich entziehen kann.

Allein schon der Beginn ist sehr aussergewöhnlich, es werden einem drei seperate Liebesszenen präsentiert, die eigentlich gar keine sind und man siekt eine Szene, in der ein blutender Mann im strömenden Regen auf der Straße liegt. Auch wenn diese Bilder am Anfang noch keinen großen Sinn ergeben, so sind sie ein ganz wichtiger Teil der hier erzählten Geschichte und ergeben im Laufe der Zeit sehr wohl einen Sinn, der allerdings erst im Gesamtbild des Filmes erkennbar wird.

Die große Stärke von "Bedingungslos" ist ganz eindeutig die vorhandene Story, in der ein Polizeifotograph aus seinem gutbürgerlichen Familienleben ausbrechen will, nichtsahnend, das er damit katastrophale Folgen auslöst, an die er wohl im Traum nicht gedacht hat. Ausgelöst wird die ganze Szenerie durch einen eher unglücklichen Autounfall, bei dem er das erste mal auf Julia trifft, die das Opfer ist. Anfangs eher aus Schuldgefühlen besucht er diese öfter im Krankenhaus und merkt anfangs nicht, das er immer mehr in ihren Bann gerät und sich in ein Lügengerüst verwickelt, aus dem er letztendlich nicht mehr herauskommt. So nimmt das Schicksal seinen Lauf und die sich anbahnende Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten.

Auch wenn der Film keine großartigen Actionpassagen beinhaltet, geht eine sehr starke Intensität von ihm aus, die durch die teils unheilvoll wirkende Atmosphäre noch zusätzlich unterstützt wird. Phasenweise entsteht beim Zuschauer sogar ein gewisses Gefühl der Beklemmung, das man schon ahnt, auf was die Geschichte am Ende hinausläuft. Man möchte dem Fotographen am liebsten zurufen, das er sich dem Bann von Julia entzieht, um die Katastrophe zu verhindern, fühlt sich aber gleichzeitig wie ohnmächtig, da die Chance auf ein Eingreifen nicht vorhanden ist.

So muss man letztendlich tatenlos zusehen, wie sich das Geschehen immer mehr zuspitzt und das tragische Ende nicht lange auf sich warten lässt. Und auch, nachdem der Abspann läuft, wirkt dieser intensive Film noch nach, man lässt die Bilder noch einmal revue passieren und merkt immer mehr, was für ein fantastisches Filmerlebnis man gerade hatte. Mit verantwortlich für diese Tatsache sind natürlich auch die zwar eher unbekannten, aber deswegen nicht minder guten Schauspieler, die durch ihre Ausdruckskraft und die autenthischen Darstellungen ihrer Charaktere zum erstklassigen Gesamtbild dieses Werkes beigetragen haben.

Ole Bornedal hat mit "Bedingungslos" wieder einmal unter Beweis gestellt, das die guten Filme nicht zwangsläufig immer aus Hollywood kommen müssen, sondern das auch gerade in Europa ein gutes Pflaster für qualitativ hochwertige Filme vorhanden ist. Freunde niveauvoller Thriller sollten sich jedenfalls diesen Leckerbissen keinesfalls durch die lappen gehen lassen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Dänisch / DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow



8/10

Dienstag, 7. Juli 2009

Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)






Der Tag, an dem die Erde stillstand
(The Day, the Earth Stood Still)
mit Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates, Jaden Smith, John Cleese, Jon Hamm, Kyle Chandler, Robert Knepper, James Hong, John Rothman, Sunita Prasad, Juan Riedinger, Sam Gilroy, Tanya Champoux, Rukiya Bernard
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: David Scarpa / Edmund H. North
Kamera: David Tattersall
Musik: Tyler Bates
FSK 12
USA / 2008

Er ist gekommen - Der Tag, an dem die Erde stillstand. Auf der ganzen Welt tauchen fremdartige Sphären auf, die global für Unruhen und Panik sorgen. Mit ihnen erscheint Klaatu, Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die die Erde und die Menschheit seit geraumer Zeit beobachten. Eilig stellt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel der Erscheinungen aufklären und sich einer möglichen Bedrohung stellen zu können. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen, die nach und nach das gesamte Ausmaß von Klaatus Auftrag als "Freund der Erde" begreift...


Viele Leute stellten sich ja schon weit bevor dieses Remake rauskam die Frage, ob es notwendig war, den amerikanischen Kultfilm von 1951 zu covern. Ich persönlich finde es sehr gut, das diesem eher ruhigen SCI/FI Klassiker eine Neuinterpretation spendiert wurde. Zwar kommt die Neuverfilmung nicht an die vorhandene Klasse des Originals heran, doch die teils vernichtenden Meinungen über die neue Version kann ich nicht verstehen.

Gerade die Tatsache, das hier keine 1:1 Kopie entstanden ist, sondern Regisseur Scott Derrickson einige eigene neue Ideen miteingebracht hat, beschert dem Film schon einmal einige Pluspunkte. So landet hier zum Beispiel kein Raumschiff auf der Erde, sondern unzählige sogennannte Sphären verteilen sich auf der gesamten Welt. Auch die Kernaussage des Films, das die Welt kurz vor dem Ende steht, wird hier viel agressiver angegangen, so werden beispielsweise erste Ansätze der Zerstörung gezeigt, was im Original gar nicht zu sehen ist.

Am meisten aber stört mich, wenn ich immer wieder lese, das der Film nicht genügend Action beinhaltet. So eine Meinung kann eigentlich nur von Leuten kommen, die nie die Originalversion gesehen haben, denn ansonsten müsste man eigentlich wissen, das auch dort eigentlich gar keine Action vorhanden war. Die Besonderheit in diesem SCI/FI Film ist doch die tatsache, das die Außerirdischen endlich einmal als Helfer dargestellt werden, die unsere Welt vor der Vernichtung retten wollen und wir Menschen es sind, die ihnen agressiv gegenübertreten. Und gerade das wird in beiden Versionen ganz ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht.

Auch in Sachen Darsteller hat man bei der Neuversion in meinen Augen eine recht gute Auswahl getroffen, wobei mir persönlich vor allem Jennifer Connelly's Darstellung sehr gut gefallen hat, gerade die gefühlsbetonte Seite, die zum Ausdruck kommt, als sie erfährt, wie es um unseren Heimatplaneten bestellt ist. Manch einer scheint ihre Darstellung ja als übertrieben weinerlich anzusehen, doch wie soll man denn reagieren, wenn man hört, das praktisch alles Leben auf dem Planeten ausgemerzt werden soll? Da sind doch Tränen und Verzweiflung eigentlich eine ganz normale und menschliche Regung, oder etwas nicht?

Und auch Keanu Reeves in der Rolle des Klaatu ist doch die ideale Besetzung, denn kaum ein anderer Darsteller hat auch nur einen annähernd so stoischen und emotionslosen Gesichtsausdruck wie er. Dadurch wirkt doch seine Rolle als eher "unparteiischer Schiedsrichter" umso autenthischer und somit auch sehr glaubwürdig. Doch im Endeffekt ist es natürlich wie immer Geschmackssache, mir jedenfalls hat diese Neuauflage genau das geboten, was ich mir von ihr erwartet habe, nämlich die beibehaltung der Grundidee, angereichert mit einigen neuen Ideen und diversen Abweichungen der Originalgeschichte.

Wer das Original kennt und zu schätzen weiss, der sollte diesem Film auch eine faire Chance geben, denn so schlecht, wie er oft gemacht wird, ist er bei weitem nicht. Wer allerdings pausenlose Action erwartet, der sollte von Anfang an die Finger von diesem Werk lassen.


7/10

Freitag, 3. Juli 2009

The Godmother - Cocaine Cowboys 2






The Godmother - Cocaine Cowboys 2
(Cocaine Cowboys II: Hustlin' with the Godmother)
mit Nelson Andreu, Jorge Ayala, Sam Burstyn, Luis Casuso, Will Collins, Charles Cosby, Raul Diaz, Donovan Kennedy, Bob Palumbo, Al Singleton
Regie: Billy Corben
Drehbuch: Keine Information
Kamera: David Cypkin
Musik: Keine Information
FSK 18
USA / 2008

Einer ihrer vielen Spitznamen war "Schwarze Witwe", denn ihre drei Ehemänner ließ sie skrupellos ermorden. Sie schmuggelte jeden Monat durchschnittlich 1,5t Kokain in die USA. Sie war die erste Drogen-Milliardärin der amerikanischen Geschichte. Und sie zettelte den brutalen Bandenkrieg an, der Miami in den 80er Jahren in ein blutiges Schlachtfeld verwandelte. Griselda Blanco war die Königin des Medellin-Kartells; eine Frau, vor der selbst die größten Drogen-Barone größten Respekt hatten. Charles Cosby war Griseldas Liebhaber und die Nummer 2 in ihrem Drogenimperium. Wie er die Trennung und den Ausstieg überleben konnte, weiß er selbst nicht so genau...


Auch diese Fortsetzung des 2006 erschienenen Vorgängers "Cocaine Cowboys" ist wieder sehr spannend und interessant anzusehen. Wurde im ersten Teil der Doku hauptsächlich das Kokaingeschäft in Miami beleuchtet, so steht in dieser Fortsetzung die "Godmother" Griselda Blanco im absoluten Focus der Geschichte. Wurde der Patin im ersten Teil schon eine größere Zeitspanne gewidmet, so dreht sich hier im Prinzip der gesamte Film um sie.

Erzählt wird ihre Geschichte von Charles Cosby, der ihr damals einen Brief ins Gefängnis schickte und schon kurze Zeit später ihr Liebhaber und Geschäftspartner wurde. Das er sich damit in eine Art Abhängigkeit von Griselda begeben hatte, kommt hier sehr gut zum Ausdruck, ebenso wie die Tatsache, das ab einem gewissen Zeitpunkt sein eigenes Leben sehr stark in Gefahr war.

Die Geschichte, die Cosby hier erzählt, ist extrem spannend und auch sehr informativ, da die Patin ihm gegenüber anscheinend überhaupt keine Geheimnisse hatte und ihm praktisch ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt hat. Dadurch bekommt der Zuschauer hier einen sehr tiefen Einblick in das Leben der Kokain-Königin, der bis in ihre früheste Kindheit zurückführt.. Wenn man hört, in welcher Brutalität und Härte diese Frau aufgewachsen ist, kann man sich ein viel besseres Bild davon machen, warum sie eventuell so hart und eiskalt geworden ist, was natürlich keinesfalls als Entschuldigung für ihre Taten gelten darf.

Ich glaube, das es gerade für uns Europäer schwer nachzuvollziehen ist, wie die Zustände in Kolumbien sind, denn ein Leben dort unterscheidet sich doch gewaltig von dem, wie wir es kennen. Ein Land, in dem die eigentliche Macht in den Händen der Drogen-Kartelle liegt, die auch nicht gerade sanft mit ihren Gegnern umgehen. Wenn man unter solchen Umständen aufwächst, hat man eigentlich gar keine Kindheit und so werden gewisse Dinge für uns Aussenstehende doch um einiges verständlicher.

Wer schon den ersten Teil dieser genialen Doku gut fand, der sollte sich auch keinesfalls diese tolle Fortsetzung entgehen lassen. Eine tolle und sehr interessante Geschichte, die zu keiner Zeit auch nur annähernd so etwas wie Langeweile aufkommen lässt und dem Zuschauer ein intensives und auch autenthisches Bild von Griselda Blanco, der "Godmother" zeichnet, das auch nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt und einen starken Eindruck hinterlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Dokumentation, Originaltrailer, Trailershow


8,5/10

Mittwoch, 1. Juli 2009

Cocaine Cowboys






Cocaine Cowboys
(Cocaine Cowboys)
mit Jon Roberts, Al Sunshine, Sam Burstyn, Mickey Munday, Bob Palumbo, Toni Mooney, Edna Buchanan, Joseph Davis, Al Singleton, Louis Caruso, Raul Diaz, Jorge Ayala, Nelson Andreu, Griselda Blanco, Kelly Hughes
Regie: Billy Corben
Drehbuch: Keine Information
Kamera: Amando Salas
Musik: Jan Hammer
FSK 16
USA / 2006

Bill Corbens rasante Dokumentation lässt die blutige Realität hinter Filmen wie "Scarface" und "Blow" und der Kultserie "Miami Vice" lebendig werden: Alles in Miami drehte sich in den frühen 80er Jahren um Drogen. Die Grenzen waren weit offen, die ganze Stadt vibrierte im Koksrausch. Columbianer überschwemmten den ehemals beschaulichen Ort mit Stoff. Als cubanische Dealer ihnen den Markt streitig machten, brach schließlich ein blutiger Krieg aus. In keiner US-Stadt gab es mehr Morde pro Jahr. Zeitzeugen Dealer, Killer, Drogenkuriere, Ermittler, Reporter schildern, wie Miami zum lukrativsten und tödlichsten Ort Amerikas wurde. Und wie mit Hilfe gewaschener Drogengelder die glitzernde Strandmetropole entstand, die heute so beliebt ist.


Miami ist eine der beliebtesten Metropolen für Urlauber, die sich gern vom Glanz und Glitter und von der anscheinend immer scheinenden Sonne anziehen lassen. Doch die hier vorliegende Dokumentation zeigt auf, das es nicht immer das Paradies war, für das viele Miami halten. Und vor allem wird hier aufgezeigt, wie Miami zu der Stadt geworden ist, die sie heute ist.

Mit "Cocaine Cowboys" hat Billy Corben eine absolut autenthische und sehr faszinierende Dokumentation geschaffen, in der etliche Zeitzeugen ein Bild des Grauens zeichnen, das diese Stadt vor allem in den 70er-und 80er Jahren durchlebt hat. Man bekommt einen wirklich sehr tiefen Einblick in die damaligen Geschehnisse und kann teilweise nur verständnisslos mit dem Kopf schütteln, wenn man sieht, wie naiv die Behörden damals mit dem Thema Drogen umgegangen sind.

Durch die Erzählungen einiger Leute, die sich damals eine goldene Nase verdient haben, wird dem Zuschauer aufgezeigt, wie verhältnismäßig leicht es damals war, das Land mit Drogen regelrecht zu überfluten. Nicht vorhandene Kontrollen eröffneten den kolumbianischen Drogenbaronen und ihren amerikanischen Mittelsmännern ungeahnte Möglichkeiten, einen mehr als regen Drogenhandel zu betreiben. Ganz besonders die Zahlen, mit denen man hier konfrontiert wird, lassen einen teils ungläubig den Kopf schütteln, denn Geld scheint zu der Zeit wirklich keine Rolle gespielt zu haben. Die Gewinnspannen der Drogendealer schossen ins Unermessliche, was auch für teils skurrile Handlungen sorgte, das Geld zu verstecken und unterzubringen.

Doch auch die gnadenlose Härte des schmutzigen Geschäftes mit dem Drogenhandel kommt hier sehr gut zum Ausdruck, Auftragsmorde und heftigste Brutalität waren an der Tagesordnung. Hierbei tut sich ganz besonders der Teil des Films hervor, in dem die "Godmother" Griselda Blanco auf den Plan tritt, die anscheinend an Härte und Grausamkeit kaum zu überbieten war. Es ist schon absolut faszinierend, aber gleichzeitig auch sehr abstossend, wie hier über Dinge wie Mord und Drogenhandel geredet wird und das mit einer Art Selbstverständlichkeit, als wenn es sich um das Normalste auf der Welt handeln würde. Doch die hier erzählenden Personen haben diese Dinge damals anscheinend wirklich so gesehen.

Was "Miami Vice" oder Scarface" gezeigt haben, sieht man jedenfalls nach Sichtung dieser Dokumentation mit vollkommen anderen Augen, denn was dort schon recht gut verfilmt wurde, bekommt hier doch eine viel autenthischere und glaubwürdigere Note, als es jeder Film zeigen kann. Selten habe ich eine spannendere und interessantere Dokumentation gesehen, wie es bei "Cocaine Cowboys" der Fall war. Ein Dokumentarfilm, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte und der eine faszinierende und gleichzeitig schockierende Seite von Miami zeigt, wie man sie bisher noch nicht kannte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch Dolby Surround 5.1
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 119 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Special Feature-"Die Patin", Trailer, Trailershow


9/10