Follower

Sonntag, 30. August 2009

Big Bad Wolf






Big Bad Wolf
(Big Bad Wolf)
mit Trevor Duke, Kimberly J. Brown, Richard Tyson, Sarah Aldrich, Christopher Shyer, Andrew Bowen, Sarah Christine Smith, Jason Alan Smith, Adam Grimes, Robin Sydney, Adam Hendershott, Clint Howard, Martin Dorsla, Jennifer Roa, Walter Perez
Regie: Lance W. Dreesen
Drehbuch: Lance W. Dreesen
Kamera: Stephen Crawford
Musik: Dana Niu
FSK 16
USA / 2006

Der junge College Student Derek hat für seine Schulfreunde eine ganz besondere Überraschung parat: Er lädt die Gruppe zu einem Party-Wochenende in die abgelegene Waldhütte seines Stiefvaters ein. Doch was als verrücktes Happening mit Alkohol, Drogen und Sex gedacht war, entpuppt sich als tödlicher Albtraum, denn in dem Wald treibt ein blutrünstiger Werwolf sein Unwesen. Und dieser hat sichtbar Spaß dabei, seine ahnungslose Beute einen nach dem anderen zu jagen und zu zerfleischen. Nur Derek und seine Freundin Samantha können dem brutalen Biest entkommen. Aber schon bald müssen sie einsehen, dass dieser Albtraum noch längst nicht zu Ende ist. Er hat gerade erst begonnen...


Und wieder einmal ein Teenie-Horrorfilm, der sich mit der Werwolf-Thematik beschäftigt. Entgegen vieler eher negativen Kritiken hat mir dieses Werk von Regisseur Lance W. Dreesen sehr gut gefallen und mich bestens unterhalten. Sicher, Innovation wird hier nicht geboten, man hat alles schon einmal so oder so ähnlich in anderen Filmen mit gleicher Thematik zu sehen bekommen( Verflucht von Wes Craven), aber die hier erzählte Geschichte wird spannend erzählt und bietet dem Zuschauer Altbewährtes in einer guten Verpackung. Außerdem fand ich die Idee recht witzig, das der Werwolf hier sprechen kann und sogar einige Reime zum Besten gibt.

Zwar weiß man nach ziemlich kurzer Zeit, wer hier die Bestie ist, doch das tut der Spannung allerdings keinerlei Abbruch, denn der Focus des Films ist vielmehr darauf gerichtet, das Derek und Samantha nach einer Möglichkeit suchen, sich der Bestie zu entledigen. So baut sich gleich zu Beginn eine Menge an Spannung auf, die zwar im Mittelteil des Films etwas einbricht, da es in diesem Abschnitt zu keinerlei Konfrontation mit dem Werwolf kommt, doch im letzten Filmdrittel wird die Spannungsschraube noch einmal kräftig angezogen und die Story nimmt mächtig an Fahrt auf, bis zum Ende hin alles in einem wirklich furiosen Showdown endet. Doch auch der etwas actionarme Mittelteil der Story ist keineswegs uninteressant, es passiert zwar nicht gerade viel und diese Phase des Filmes ist vielleicht etwas zu dialoglastig, jedoch leidet darunter keineswegs das Interesse und die Aufmerksamkeit des Betrachters.

Atmosphärisch ist "Big Bad Wolf" meiner Meinung nach als sehr gelungen zu bezeichnen, was ganz besonders in den Passagen zum Ausdruck kommt, die sich Nachts in der jagdhütte abspielen. Das geschehen dort löst schon manchmal ein klaustrophobisches Feeling aus, man möchte keinesfalls mit den Jugendlichen tauschen, die dort der Bestie auf engstem raum scheinbar vollkommen hilflos ausgeliefert sind. Es entfaltet sich eine sehr ausgeprägte bedrohliche und unheilvolle Stimmung, die auch ihre Wirkung auf den Zuschauer nicht verfehlt. Und gerade am Ende des Filmes verdichtet sich diese Stimmung noch mehr, so das man richtiggehend mit den Akteuren mitfiebert und schweißnasse Hände kaum vermeiden kann.

Unter den Darstellern findet man zwar keine Oscar-Kandidaten, jedoch sind die Leistungen durchaus als gut zu bezeichnen und passen perfekt in einen Film dieser Art, so das es in dieser Beziehung nichts zu bemängeln gibt. Wenn man überhaupt etwas zu bemängeln hat, dann wäre etwas mehr Werwolf-Action vielleicht wünschenswert gewesen, aber insgesamt gesehen bekommt man es hier mit einem wirklich sehenswerten genre-Vertreter zu tun, der für eine 16er Freigabe auch einige etwas härtere Szenen beinhaltet, die aber nicht im Überfluss vorhanden sind.


Fazit:


"Big Bad Wolf" ist ein durchaus gelungener Genre-Beitrag, der durch den sprechenden Werwolf eine in meinen Augen witzige variante beinhaltet. Ansonsten sind altbewährte Zutaten nett verpackt worden, so das der Zuschauer gute und kurzweilige Unterhaltung geboten bekommt, die sich Fans des Genres nicht entgehen lassen sollten. Allerdings darf man keine Innovation erwarten, denn man hat alles schon einmal gesehen. Wem das nicht sonderlich viel ausmacht, der wird jedenfalls bestens bedient und wird mit diesem Film durchaus seinen Spaß haben.


6,5/10

Donnerstag, 27. August 2009

Backstabbed - Spiel der Angst






Backstabbed - Spiel der Angst
(Morkeleg)
mit Line Kruse, Christian Grenvall, Mari-Anne Jespersen, Karl Bille, Dick Kayse, Peter Rygaard, Waage Sande, Birthe Neumann, Robert Reinhold, Claus Strandberg, Lise Schroder, Paul Hüttel, Joachim Knop, Benny Hansen, Laura Drasbaek
Regie: Martin Schmidt
Drehbuch: Dennis Jürgensen
Kamera: Peter Roos
Musik: Alan Howarth
Keine Jugendfreigabe
Dänemark / 1996

Ein abgelegenes Haus in der Wildnis. Vier Freunde spielen voller Begeisterung ein neues, interaktives Spiel: "Fang den Mörder!". Doch sie wissen nicht, dass sich ein gesuchter Frauenmörder genau dieses Haus als Versteck ausgesucht hat. Plötzlich verschwimmen Realität und Fiktion. Aus dem fröhlichen Spiel wird tödlicher Ernst, denn ein psychopathischer Killer hat nun mal mehr Erfahrung, wenn es darum geht, andere Menschen zu beseitigen. Der Einsatz dieses Spiels: Das eigene Leben!


Manchmal brauchen Horrorthriller erst einmal eine gewisse Anlaufzeit, bis sich eine dichte und bedrohliche Atmosphäre entwickelt. Ganz anders verhält es sich bei dieser dänischen Produktion von 1996, denn von Beginn an geht es hier sehr bedrohlich und unheilvoll zur Sache. So kommt es, das der Zuschauer von der ersten Minute an von der hier erzählten Geschichte gefesselt und fasziniert ist. Regisseur Martin Schmidt, der gerade ein jahr zuvor mit "Final Hour" schon einen extrem spannenden Horrorthriller präsentiert hat, hält sich hier gar nicht erst mit großem Vorgeplänkel auf, sondern konfrontiert einen schon nach wenigen Minuten mit dem ersten Mord.

So braucht es auch keinerlei Anlaufzeit, um einen konstanten Spannungsbogen entstehen zu lassen, denn dieser ist sofort vorhanden, dennoch wurde es aber geschafft, das die Spannungsschraube mit zunehmender Laufzeit immer noch fester angezogen wird, so das hier phasenweise wirklich absolute Hochspannung vorherrscht. Dadurch entsteht natürlich auch ein sehr angespanntes Sehverhalten beim Betrachter, es gibt keinerlei Passagen, in denen man einmal etwas entspannter an den Film herangehen könnte, zu sehr saugt man die vorherrschende Stimmung in sich auf, die einem schon so manche Gänsehaut über den Rücken jagt. Es ist so gut wie unmöglich, sich der Faszination von "Backstabbed" zu entziehen, wie gebannt verfolgt man das Geschehen, das sich hier offenbart.

Wenn man genau aufpasst und alles sehr aufmerksam verfolgt, dann kommt man schon verhältnismäßig früh darauf, wer denn hier der psychophatische Killer ist, doch das tut der immensen Spannung keinerlei Abbruch. denn dieser Film zählt ganz eindeutig zu denen, die von der ersten bis zur letzten Minute konstante Spannung auf einem sehr hohen Level bieten, hinzu kommt die wirklich ganz hervorragende unheilvolle Stimmung, die sich hier verbreitet. Hierbei ist ganz sicher der Schauplatz des alten Hauses ein ganz wichtigess Element, weiterhin die Tatsache, das die Geschichte bei Nacht spielt. So spielen die meisten Passagen auch im Halbdunkel, sind aber doch recht gut zu erkennen, lediglich einige wenige Szenen sind etwas zu dunkel gehalten, so das es ziemlich schwierig ist, alles genau zu erkennen.

Die hier agierenden Darsteller machen ihre Sache alle sehr gut, das dargebotene Schauspiel wirkt absolut glaubwürdig und ist insgesamt sehr überzeugend. So bietet auch dieser Bereich einen weiteren Mosaikstein, der nahezu perfekt in das absolut überzeugende Gesamtbild hineinpasst.


Fazit:


"Backstabbed" ist ein echter Geheimtipp für alle Fans von sehr atmosphärischen Horrorthrillern. Selten habe ich in letzter Zeit einen Film gesehen, von dem ganzzeitig so viel Spannung ausgeht. Hier passt einfach alles sehr gut zusammen, so das man ein extrem spannendes und kurzweiliges Filmerlebnis zu sehen bekommt, das man sich auch gern mehrmals ansieht.


8/10

Montag, 24. August 2009

Blackjack - Der Bodyguard






Blackjack - Der Bodyguard
(Blackjack)
mit Dolph Lundgren, Kate Vernon, Phillip MacKenzie, Kam Heskin, Fred Williamson, Andrew Jackson, Padraigin Murphy, Tony De Santis, Albert Schultz, Janet Bailey, Saul Rubinek, Peter Keleghan, Scott Nichol, Geza Kovacs, Christie MacFadyen
Regie: John Woo
Drehbuch: Peter Lance
Kamera: Bill Wong
Musik: Micky Erbe / Maribeth Solomon
FSK 18
USA / Kanada / 1998

Jack Devlin, wegen seines Kartenticks auch "Black Jack" genannt, ist Sicherheitsexperte für Personenschutz. Der Ex-US-Marshall wird damit beauftragt, die einzige Tochter eines milliardenschweren Casinobesitzers aus den Fängen russischer Entführer zu befreien. Devlin fährt sämtliche Geschütze auf und es gelingt ihm, die zu allem entschlossenen Kidnapper in einem Kampf zu eliminieren. Jahre später, Devlin hat sich bereits aus seinem Job zurückgezogen, steht Jack einer erneute Herausforderung bevor. Es geht um das Leben der hochdotierten Laufstegprinzessin Cinder James, die von einem hartnäckigen Psychopathen bedrängt wird. Dummerweise kennt der Bösewicht auch die einzige Schwäche seines Gegners: Der "Schwarze Jack" kann kein Weiß sehen. Dieses Mal soll es die härteste Herausforderung seines Lebens werden.


Elf lange Jahre mußten die Action-Fans warten, bis nun endlich John Woo's "Blackjack" eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekam. Doch das lange Warten hat sich durchaus gelohnt, denn der Zuschauer bekommt hier doch einen der besseren Filme von Dolph Lundgren präsentiert. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich, denn der ehemalige B-Movie Actionstar hat ja in seiner Karriere als Schauspieler auch sehr viel Mittelmaß und Schrott abgeliefert. Wie auch bei einigen anderen Action-Darstellern waren seine schauspielerischen Fähigkeiten immer ziemlich begrenzt, weshalb man auch hier keine darstellerischen Wunderdinge erwarten sollte. Doch im Rahmen seiner Möglichkeiten agiert er im vorliegenden Film doch recht solide und einem Film dieser Art angemessen.

Die hier erzählte Geschichte bietet zwar nicht gerade ein Feuerwerk an Innovation, ist aber doch sehr kurzweilig und actionreich in Szene geetzt worden, so das der Zuschauer ein recht kurzweiliges und bestens unterhaltendes Action-Spektakel geboten bekommt. Und Spektakel ist meiner Meinung nach genau der richtige Begriff, denn die vorhandenen Action-Passagen sind zwar in der Regel meist sehr übertrieben, aber dafür extrem spektakulär geraten, aber das ist man ja von Regie-Altmeister John Woo auch nicht anders gewohnt. Jetzt sollte man aber die Messlatte auch nicht zu hoch legen und diesen Film eventuell an Woo's Meisterwerk "Face Off - Im Körper des Feindes" messen, denn dazu fehlt es "Blackjack" eindeutig an Klasse und zudem auch an den brillanten Darstellern, wie sie noch in "Face Off" mit Cage und Travolta vorhanden waren.

Dennoch dürften aber gerade Fans des "Alten Schweden" voll auf ihre Kosten kommen, denn Lundgren agiert doch ziemlich souverän, wenn auch nicht gerade ausdrucksstark. Doch in meinen Augen sind das auch Dinge, auf die man bei einem solchen Film vielleicht etwas weniger achten sollte, sondern vielmehr den Unterhaltungswert dieses Filmes in den Vordergrund stellen sollte. Und der ist hier wirklich recht hoch angesiedelt, so das eigentlich keine Langeweile aufkommen dürfte.

Die einzige Sache, die mich persönlich etwas gestört hat, ist die Tatsache, das sich kein konstant hoher Spannungsbogen entwickelt, da die Geschichte doch etwas vorhersehbar ist. Es gibt einfach keine richtigen Überraschungsmomente oder eingebaute Wendungen, die dafür sorgen würden, das die Spannungsschraube fester angezogen wird. Das soll jetzt aber keineswegs heißen, das hier keine Spannung vorhanden wäre, nur hätte man sicherlich noch etwas mehr herausholen können. Aber dennoch bekommt der Zuschauer insgesamt ein doch meist überzeugendes Werk serviert, das vor allem im Bezug auf die Action bestens unterhalten kann.


Fazit:

"Blackjack" ist ganz bestimmt nicht der beste Film von Dolph Lundgren, sticht aber doch aus der Maße seiner meist durchschnittlichen Werke hervor. Ein kurzweiliges Action-Spektakel, das zwar nicht unbedingt höhere Ansprüche befriedigt, aber definitiv ein "Must See" für echte Action-Freaks darstellt, die sich an etwas übertriebenen Schießereien und Explosionen erfreuen können.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,33:1 (4:3)
Laufzeit: 109 Minuten


7/10

Freitag, 21. August 2009

Driven to Kill - Zur Rache verdammt!






Driven to Kill - Zur Rache verdammt!
(Driven to Kill)
mit Steven Seagal, Dmitry Chepovetsky, Igor Jijikine, Robert Wisden, Inna Korobkina, Zak Santiago, Alexander Rafalski, Yevgeni Lazarev, Laura Mennell, Alex Paunovic, Ingrid Torrance, Sergei Nasibov, Mike Dopud, Crystal Lowe, Daniel Cudmore
Regie: Jeff King
Drehbuch: Mark James
Kamera: Tom Harting
Musik: Peter Allen
SPIO / JK
USA / 2009

Der zurückgezogen lebende Ruslan ist ein erfolgreicher Autor, der mit seinen Geschichten versucht, seine eigene kriminelle Vergangenheit zu verarbeiten. Als er nach New Jersey zurückkehrt, um einer Familienfeier beizuwohnen, wird er mit dieser gewalttätigen, alten Zeit konfrontiert. Seine Tochter Lanie vermählt sich ausgerechnet mit dem Sohn des damaligen Rivalen Mikhail Arban, der inzwischen zum Boss der brutalen, russischen East Coast-Mafia aufgestiegen ist. Ausweglos gerät die Familie in den Sog der Gewalt und Ruslans schlimmste Befürchtungen bewahrheiten sich am Tage der Hochzeit, als ein Anschlag auf seine Ex-Frau Deborah und Lanie verübt wird. Nur Letztere überlebt das Blutbad schwer verletzt. Getrieben von Hass und Trauer sinnt er auf Rache und begibt sich auf eine eiskalte und gnadenlose Jagd nach den Bad Guys...


Steven Seagal hat ja in den letzten Jahren nicht gerade in wenigen Action-Filmen mitgewirkt, wobei man allerdings seit "Exit Wounds" keinen Titel mehr präsentiert bekam, der richtig überzeugen konnte. Zwar waren 2-3 Titel dabei, die noch ganz annehmbar waren, aber der größte Teil war doch viel eher unterer Durchschnitt. Doch mit "Driven to Kill" hat der alte haudegen doch endlich einmal wieder einen überzeugenden Titel abgeliefert, der zwar nicht ganz an die Klasse seiner früheren Werke herankommt, aber dennoch erstklassige Action-Unterhaltung bietet. Zwar haben die mittlerweile 57 Lebensjahre ihre Spuren beim "Action-Dinosaurier" hinterlassen, doch in diesem Film wirkt er doch wieder einigermaßen fit, was man bei den letzten Produktionen nicht unbedingt behaupten konnte. Er hat zwar immer noch einige Kilos zuviel auf den Rippen, was ihn aber keineswegs daran hindert, wenigstens annähernd an alte Zeiten anzuknüpfen.

Es wird eine typische Seagal-Story erzählt, in der er einmal mehr den einsamen Rächer spielen kann und das tut er dann auch in seiner ihm typischen extrem coolen Art, von der er im Laufe der Jahre so gut wie nichts eingebüßt hat. Darstellerisch war der gute Steven noch nie ein Genie, aber er ist ganz einfach dafür prädestiniert, den einsamen und eher schweigsamen Rächer zu spielen, der lediglich den einen stoischen Gesichtsausdruck besitzt und scheinbar nie lächelt. Und diese Rolle verkörpert er auch in diesem Film nahezu perfekt und absolut glaubwürdig.

Im Bezug auf die vorhandene Action gibt es hier wirklich nichts zu meckern, allerdings bekommt man im Gegensatz zu seinen früheren Werken nicht mehr so viele Nahkämpfe zu sehen, es wird des Öfteren auf alle möglichen Waffen zurückgegriffen. Das soll aber das sehr gute Gesamtbild keineswegs schmälern, denn insgesamt gesehen geht es wirklich extrem temporeich und rasant zur Sache. Auch in Sachen Härte hat "Driven to Kill" eine ganze Menge zu bieten, phasenweise ist die Geschichte doch recht blutig gestaltet und bietet doch so manch harte Szene, was besonders die Freunde des etwas härteren Actionfilms sehr erfreuen dürfte.

Es ist gut zu wissen, das ein Steven Seagal doch noch dazu in der Lage ist, einen absolut überzeugenden Film abzuliefern, wie seine Fans es jahrelang von ihm gewohnt waren. Wie immer darf man allerdings storytechnisch kein tiefsinniges Werk erwarten, jedoch ist die Geschichte durchaus ordentlich und auch sehr spannend und interessant umgesetzt worden. Hinzu kommt jede Menge an Action, die zwar nicht immer sehr realistisch wirkt, was vor allem auf die Schießereien bezogen ist, aber einen besonders hohen Unterhaltungswert beinhaltet. Und auch die vorhandenen Nahkämpfe sind klasse und erinnern phasenweise an alte Zeiten, man hätte aber ruhig noch etwas mehr davon einbauen können, denn es macht immer wieder Spaß, Seagal und seinen Kampstil anzuschauen.


Fazit:


Mit "Driven to Kill" bekommt der Zuschauer einen wirklich überzeugenden Actioner geboten, der sehr kurzweilig und actionreich zu unterhalten weiß. Ein relativ fitter Hauptdarsteller tut das Übrige, um hier für ein tolles Action-Erlebnis zu sorgen, das sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte, denn hier wird geballert und geschlagen, was das Zeug hält. Sicherlich handelt es sich hier um kein cineastisches Meisterwerk, aber dafür bekommt man einen in allen Punkten überzeugenden Genre-Beitrag präsentiert, der so richtig Spaß macht.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Behind the Scenes


8/10

Dienstag, 18. August 2009

Dark Floors






Dark Floors
(Dark Floors)
mit Lordi, Kita, Amen, Ox, Awa, Skye Bennett, Noah Huntley, Dominique Mc Elligott, Ronald Pickup, William Hope, Leon Herbert, Philip Bretherton, John Calton, Laura Faarinen, AnniinaKeiskander, Jari Sarja, Jarmo Saurio
Regie: Pete Riski
Drehbuch: Pekka Lethosaari / Lordi
Kamera: Jean Noel Mustonen
Musik: Ville Riippa
FSK 16
Finnland / Island / 2008

Sarah ist ein autistisches kleines Mädchen, deren Vater Ben um ihre Gesundheit besorgt ist. Er beschließt seine Tochter aus dem Krankenhaus zu entführen. Während der Durchführung seines Plans gibt es technische Probleme und der Aufzug mit ihm, Sarah und einigen weiteren Personen bleibt stecken. Als die Türe endlich wieder aufgeht, scheint das Krankenhaus völlig verlassen. Auf ihrem weiteren Weg entdecken sie einige verstümmelte Körper und plötzlich erfolgt ein Angriff von Kreaturen aus einer anderen Welt. Im Laufe des Überlebenskampfes wird klar, das vielleicht nur Sarah die Gruppe retten kann.


Das ist er nun also, der von so vielen sehnsüchtig erwartete finnische Horrorfilm der Hardrock-Band Lordi. Das Regie-Debut von Pete Riski, der auch schon für die Musik-Videos der Band verantwortlich zeichnete, ist mit einem Budget von etwas über vier Millionen Euro auch gleichzeitig der teuerste finnische Film aller Zeiten. Doch nicht nur das, denn mainer Meinung nach ist hier auch ein richtig guter Horrorfilm entstanden, der es schafft, die Aufmerksamkeit des Zuschauers ganzzeitig für sich zu gewinnen, was ja nun wirklich beileibe nicht allen Horrorfilmen gelingt.

Von Beginn an wird hier eine wirklich interessante Geschichte erzählt, die während ihres Verlaufes immer mehr an Spannung zunimmt und ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht vollkommen überzeugen kann. Umso mehr kann ich einige andere Kritiken nicht so ganz nachvollziehen, in denen der Film als langatmig oder gar langweilig bezeichnet wird. Vielleicht sind diese Meinungen darin begründet, das die Monster-Rocker der Band Lordi nicht gerade oft auftreten, doch sehe ich die Auftritte viel eher als wohl dosiert und durchaus ausreichend an.

Doch das Aushängeschild des Filmes ist ganz eindeutig die vorherrschende Atmosphäre. Wirkt sie zu Anfang schon sehr beklemmend und teilweise auch klaustrophobisch, als die Gruppe durch die leeren und steril wirkenden Krankenhausgänge irrt, so nimmt sie mit der Zeit immer düstere und bedrohlichere Ausmaße an, als die Protagonisten der Geschichte sich auf einmal in den gleichen Räumlichkeiten wiederfindet, die allerdings optisch vollkommen anders dargestellt werden. Denn auf einmal ist alles vollkommen verdreckt, dunkel und überall liegn verweste Menschenkörper herum.

Und so kommen wir auch gleich zum eigentlich einzigen Problem dieses Werkes, denn eine vollständige Erklärung für die Geschehnisse bleibt leider aus, Das merkt man vor allem auch am Ende des Films, das eigentlich mehr Fragen aufwirft, als das es sie beantwortet. Der Schluß kommt viel zu schnell und abrupt, es bleibt sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen, was an sich gar nicht mal verkehrt ist, aber der Spielraum ist hier einfach zu groß und ein etwas schlüssigerer Abschluß der Story wäre nicht schlecht gewesen.

Das ist für mich persönlich aber auch der einzige Kritikpunkt, denn ansonsten bekommt man wirklich eine recht gelungene Mixtur aus Horror-und Grusel zu sehen, allerdings darf man keine große Härte erwarten, denn bis auf 1-2 etwas härtere Szenen bekommt man in dieser Beziehung nichts geboten. das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn man vermisst hier erst gar nicht die Härte, da man von der sich entfaltenden Atmosphäre gänzlich gefesselt und fasziniert wird.

Und auch bei den Darstellern gibt es nichts zu meckern, durch die Bank bekommt man überzeugende und gute Leistungen geboten, wobei vor allem die Figur der Sarah mit Skye Bennett nahezu perfekt besetzt wurde. Sie spielt das autistische Mädchen wirklich absolut glänzend und vor allem sehr autenthisch. Aber auch die anderen Darsteller sind durchaus glaubwürdig, obwohl man sich schon manchmal fragt, wie man in gewissen Situationen ein Mädchen im Rollstuhl, so oft aus den Augen lassen kann, das sie sich immer wieder selbstständig macht und von der Gruppe entfernen kann.


Fazit:


"Dark Floors" ist vielleicht nicht der absolute Überflieger, den manche Leute erwartet haben, aber immerhin ein sehr guter Horrorfilm, der eine interessante Geschichte sehr spannend erzählt. Ausgetsattet mit guten Darstellern und einer ungeheuer dichten Atmosphäre bietet der Film ein mehr als kurzweiliges und sehr unterhaltsames Film-Vergnügen, das sich kein Fan des genres entgehen lassen sollte.


7/10

Samstag, 15. August 2009

Fear Asylum






Fear Asylum
(Room 33)
mit Chad Collins, Dee Kevin, Nina Hauser, Austin Highsmith, Adam Keys, Ace Gibson, Kim Manning, Olivia Leigh
Regie: Eddie Barbini
Drehbuch: Donnie Dale / Eddie Barbini
Kamera: Keine Information
Musik: Blair Aaronson
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Ein Autounfall auf einer Landstraße beschert dem jungen Paar Chad und Alley die Bekanntschaft mit einer "Roller-Derby-Girls"-Truppe, die sich auf dem Weg zu einer Veranstaltung befindet. Doch das Schicksal führt die jungen Leute nicht nur zusammen, sondern auch zu einer verlassenen Nervenklinik mitten in der ländlichen Einöde. Da es dunkel wird beschließt die Gruppe die Nacht in der unheimlichen Einrichtung zu verbringen. Als sie plötzlich von einem jungen, verwirrten Mädchen angegriffen werden, dass von Morden und Geistern in dem Gemäuer und um den Behandlungsraum 33 erzählt, wird ihnen klar, dass sie in einem furchtbaren Alptraum gefangen sind, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint...


Hier handelt es sich einmal mehr um einen Film, in dem eine verlassenen psychatrische Klinik als Schauplatz dient, in der Jahre zuvor schreckliche Dinge vor sich gegangen sind. Die vorhandene Thematik ist deswegen auch nicht gerade neu, geschweige denn innovativ. Auch sind gewisse Ähnlichkeiten mit Filmen in der Art von "Crazy Eights" vorhanden, in denen die Thematik auf ähnliche Art und Weise behandelt wurden. Was hier bei "Fear Asylum" besonders auffällt, ist die Tatsache, das die weiblichen Darsteller ganz klar die Oberhand haben und phasenweise schon richtiggehend wie "Kampf-Amazonen" dargestellt werden, die aber auch vor gar nichts Angst haben. Die Männer hingegen wirken wie Angsthasen und werden als absolute Weicheier hingestellt. Gerade diese Umkehrung der ansonsten in solchen Filmen üblichen Rollenverteilung ist schon recht amüsant anzusehen, ganz besonders deshalb, weil es hier ziemlich extrem in Szene gesetzt wurde.

Durch die Location der alten Klinik entwickelt sich in ziemlich kurzer Zeit eine recht unheilvolle und bedrohliche Stimmung, von der man sich als Zuschauer auch gern gefangennehmen lässt. Diese meiner Meinung nach sehr gelungene Atmosphäre ist auch das Aushängeschild des Filmes, denn sie zieht sich konstant durch die Geschichte und fällt eigentlich zu keiner Zeit in sich zusammen. Dafür sind aber leider im Bezug auf die vorhandene Spannung einige Mankos vorhanden, denn in der ersten Stund passiert einfach zu wenig, um einen konstant hohen Spannungsbogen zu entwickeln. Die Story bezieht in dieser Zeit ihre Spannung lediglich aus der Tatsache, das man nicht richtig weiß, um was es sich eigentlich dreht. Zwar sind gewisse Dinge zu erahnen, man weiß zum Beispiel, das sich alles um das verwirrte Mädchen drehen muß, doch Zusammenhänge sind bis dahin eigentlich weniger zu erkennen. Es werden nur immer wieder ganz kurze Flashbacks eingefügt, mit denen man aber recht wenig anfangen kann.

Erst im letzten Filmdrittel nimmt "Fear Asylum" dann etwas an Fahrt auf, das Geschehen wird ein wenig temporeicher und es gibt sogar einige etwas blutigere Szenen zu begutachten, die sich aber in einem sehr überschaubaren Rahmen halten und nicht übermäßig hart sind. Zum Ende hin löst sich dann auch das Rätsel um das verwirrte Mädchen, wobei jedoch auch manches Logikloch nicht zu übersehen ist. So ist die hier erzählte Geschichte insgesamt doch etwas zu seicht geraten, sie bietet nicht genügend Inhalt, um den Film als Gesamtwerk aus der Maße herausstechen zu lassen. Dafür hätte es ganz nebenbei auch etwas bessere darsteller gebraucht, denn in manchen Passagen wirken die hier agierenden Darsteller doch etwas unbeholfen und hölzern. Insgesamt gesehen ist das gezeigte schauspiel noch ausreichend, aber man hätte sicherlich etwas mehr herausholen können, was auch für einen überzeugenderen und autenthischeren Eindruck beim Betrachter gesorgt hätte.

Regisseur Eddie Barbini hat mit "Fear Asylum" einen genre-Beitrag geschaffen, der einen mit zwiespältigen Gefühlen und Eindrücken zurücklässt, denn teilweise kann dieses Werk durchaus überzeugen. Die Idee mit der übertriebenen Umkehr der typischen Rollenverteilung empfand ich als gelungen und teilweise witzig und auch atmosphärisch konnte mich der Film überzeugen. Doch in Sachen Spannung und Darsteller hat man hier doch eine Menge Potential verschenkt, da wäre viel mehr drin gewesen.


Fazit:

Man sollte seine Ansprüche vor Sichtung des Filmes nicht zu hoch ansetzen, denn es ist kein Highlight des Genres, das man präsentiert bekommt, jedoch bietet "Fear Asylum" recht kurzweilige Unterhaltung für einen gemütlichen Filmabend. Ein typischer Horrorthriller, bei dem leider Vieles in guten Ansätzen steckengeblieben ist, der aber dafür mit einer äußerst gelungenen Atmosphäre punkten kann. Wem eine etwas dünne Geschichte und ein nicht konstanter Spannungsbogen nichts ausmachen, der wird hier recht ordentlich bedient. Genre-Fans sollten ruhig einmal einen Blick riskieren.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten


5/10

Mittwoch, 12. August 2009

Long Weekend (2008)






Long Weekend
(Long Weekend)
mit James Caviezel, Claudia Karvan
Regie: Jamie Blanks
Drehbuch: Everett De Roche
Kamera: Karl von Moller
Musik: Jamie Blanks
FSK 16
Australien / 2008

Peter und Carla wollen ein Camping-Wochenende an einer abgeschiedenen, romantischen Bucht an der australischen Küste verbringen. Nur sie, ihr Hund und die Natur. Allerdings benehmen sich die beiden Stadtmenschen der Flora und Fauna gegenüber völlig rücksichtslos. Auf mysteriöse Weise scheint sich aber die Natur an ihrem Verhalten zu rächen, und so wird ihr Ausflug zum absoluten Horrortrip. Und mit jeder verstreichenden Stunde wird Peter und Carla mehr und mehr klar, dass sie dem Grauen nicht so leicht entfliehen können...


Da mir das Original von 1977 nicht bekannt war, konnte ich ganz ohne Vergleichsgedanken an diese Neuauflage herangehen und muß sagen, das mir der Film wirklich sehr gut gefallen hat. Nun handelt es sich bei "Long Weekend" nicht gerade um einen sehr actionlastigen Film, doch gerade die eher ruhige Erzählweise der Geschichte ist meiner Meinung nach die große Stärke des Films. In der ersten Filmhälfte passiert so auch eigentlich nicht wirklich viel, dafür bekommt man aber einen recht intensiven Einblick in das Seelenleben der beiden Hauptakteure, die ihre Rollen ganz ausgezeichnet und sehr autenthisch darstellen.

Ziemlich schnell merkt man, das es in der Beziehung der beiden mehr als nur kriselt, der Umgang untereinander ist von ständigen Streitereien und gegenseitigen Erniedrigungen geprägt. Carla scheint immer nur zickig zu sein, es gibt eigentlich kaum etwas, an dem sie nicht ständig herumnörgelt, Peter hingegen erscheint extrem selbstverliebt und provokativ, so das sich die von Haus aus schlechte Stimmung immer weiter hochschaukelt, so das eine Eskalation der aufgestauten Wut scheinbar unausweichlich ist.

So nimmt dann auch die zweite Hälfte merklich an Fahrt auf, immer mehr mysteriöse Dinge geschehen, die auf das Verhalten der beiden gegenüber der Natur zurückzuführen sind. Dabei werden die "Sünden" immer wieder wie eher unscheinbar und nebensächlich dargestellt, hin und wieder wird zum Beispiel ein Tier überfahren oder Ameisen mit Insektenspray bekämpft. Doch gerade diese eher nebensächliche Darstellung lässt die mysteriösen Attacken der Natur umso intensiver erscheinen.

Zum Ende hin kommt es dann so, wie es eigentlich nicht anders zu erwarten war, das Geschehen endet in einer echten Katastrophe, die zwar vorhersehbar, aber deswegen nicht minder interessant in Szene gesetzt wurde. Auch wenn "Long Weekend" nicht gerade ein sehr actionreicher Film ist, so wirkt er doch ziemlich intensiv auf den Zuschauer. Desweiteren geht es den gesamten Film über sehr spannend zur Sache und es entfaltet sich eine sehr bedrohliche und teils unheilvolle Stimmung, der man sich nur schwerlich entziehen kann.

Besonders erwähnenswert sind auch die malerischen Landschaftsaufnahmen, die eine Labsal für die Augen sind. Hier merkt man einmal mehr, was für wunderschöne Plätze es auf dieser Welt gibt und die hier ausgewählten Locations zählen mit Sicherheit nicht zu den hässlichen.

Insgesamt gesehen hat man es hier mit einem wirklich guten Film zu tun, der gerade durch seine phasenweise ruhigere Erzählweise ein hohes Maß an Intensität entwickelt, die sich fast zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt. Auf jeden Fall ein Film, der auch nachdenklich stimmt und jederzeit kurzweilig und spannend zu unterhalten weiß.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Laufzeit: 84 Minuten
Extras: Production Diary, Outtakes, Audiokommentar



6,5/10

Sonntag, 9. August 2009

Absolution






Absolution
(Absolution)
mit Richard Burton, Dominic Guard, David Bradley, Billy Connolly, Andrew Keir, Willoughby Gray, Preston Lockwood, James Ottaway, Brook Williams, Jon Plowman, Robin Soans, Trevor Martin
Regie: Anthony Page
Drehbuch: Anthony Shaffer
Kamera: John Coquillon
Musik: Stanley Myers
FSK 16
Großbritannien / 1978

Hinter strengen Klostermauern ist kein Platz für Gefühle. Ein strenger Abt, der von seinen Schülern verehrt wird, kann es sich nicht leisten, eine Regung zuzugeben. Zwei Schüler von ihm, Benji und Arthur, versuchen seine Zuneigung zu gewinnen. Der eine durch Charme, der andere durch Fleiß. Als der Versuch scheitert, planen die beiden eine finstere Intrige, die als Spaß begann und der der Gottesmann zum Opfer fällt. Und nicht nur er, denn hinter den Klostermauern brodelt es gewaltig...


Absolution zählt zu den Filmen, die hauptsächlich durch die Präsenz eines einzigen Darstellers zu überzeugen wissen und dem Zuschauer allein dadurch ein unvergessliches Filmerlebnis bescheren. Im vorliegenden Film ist es der legendäre Richard Burton, der die hier erzählte Geschichte allein durch sein brillantes Schauspiel zu etwas ganz Besonderem macht. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, das die Story an sich nicht gut wäre, nur mag die Erzählweise aus der heutigen Sicht gesehen eventuell etwas langsam erscheinen. Dafür baut sich hier aber im Laufe des Films ein sehr straff gezogener Spannungsbogen auf, aus einer am Anfang vielleicht sogar etwas belanglos wirkenden Geschichte entwickelt sich mit der Zeit ein perfides psychisches Katz-und Mausspiel, das in einer absoluten Tragödie endet.

Wird zu Beginn ersteinmal etwas näher auf das Schülerleben hinter den Klostermauern eingegangen, so zentriert sich das Hauptaugenmerk doch ziemlich schnell auf 3 Charaktere des Films, nämlich auf den strengen Abt (Richard Burton) und die beiden Schüler Stansfield (Dominic Guard) und Dyson ( David Bradley), deren Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Stansfield, der übrigens der Lieblingsschüler des Abtes ist, eigentlich sein Leben genießen möchte und immer mehr von den Grundsätzen der Schule abrückt, indem er ständig die Regeln verletzt, bemüht sich Dyson vergeblich um die Anerkennung des Abtes, der ihn allerdings ständig entwürdigt und so gut wie gar nicht wahrnimmt.

Was bis hierhin wie eine recht nette Geschichte daherkommt, ändert schlagartig die Richtung, als Stansfield im Beichtstuhl einen Mord an einem Landstreicher gesteht. Ab jetzt nimmt der Film eine ganze Menge Fahrt auf, die Grundstimmung änderst sich vollkommen und nimmt teilweise sogar bedrohliche Züge an. Es kommt, wie es kommen muß, das Ganze endet in einer schrecklichen und vor allem menschlichen Tragödie, die am Ende sogar eine nicht unbedingt vorhersehbare Wendung nimmt und mit einer Überraschung aufwartet.

Auch wenn es hier keine großartige Action gibt, so ist "Absolution" ein Film, der es versteht, den Zuschauer zu fesseln und zu begeistern, was in erster Linie den ausgezeichneten Schauspielleistungen zu verdanken ist. Richard Burton stellt einmal mehr unter Beweis, was für ein fantastischer und ausdrucksstarker Darsteller er war, aber auch die beiden damaligen Jungdarsteller Dominic Guard und David Bradley wirken absolut autenthisch und überzeugend. Und auch die Mischung aus Drama, Tragödie und Thriller-Elementen ist hier perfekt gelungen, so das man insgesamt ein wirklich tolles und interessantes Gesamtpaket zu sehen bekommt, das ganzzeitig gute und spannende Unterhaltung bietet, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


7/10

Donnerstag, 6. August 2009

Hunger






Hunger
(Hunger)
mit Michael Fassbender, Stuart Graham, Helena Bereen, Larry Cowan, Liam Cunningham, Helen Madden, Des McAleer, Dennis McCambridge, Liam McMahon, Lane Megaw, Brian Milligan, Rory Mullen, Ben Peel, Lalor Roddy
Regie: Steve McQueen
Drehbuch: Steve McQueen / Enda Walsh
Kamera: Sean Bobbitt
Musik: Leo Abrahams / David Holmes
FSK 16
Großbritannien / Irland / 2008

In den frühen 80er Jahren beginnt im berüchtigten nordirischen Gefängnis Maze eine Gruppe von aus verschiedenen Gründen inhaftierten IRA-Mitgliedern damit, die Forderung nach einem Status als politische Gefangene mit einer Reihe publikumswirksamer Widerstandsaktionen zu unterstreichen. Als verschiedene andere Verfahren nicht zu den gewünschten Verhandlungen sondern nur zu schlimmeren Repressalien führen, tritt eine Gruppe um den charismatischen Anführer Bobby Sands in den Hungerstreik. Mit tragischen Folgen.


Selten war Stille so schwer auszuhalten und zu ertragen



Was dem Regie-Neuling Steve McQueen (nein, nicht der legendäre Schauspieler) gleich mit seinem Langfilm-Debut gelungen ist, kann man recht schwer in Worte fassen, da man von diesem Werk auch nachhaltig extrem beeindruckt ist. Erzählt wird die Geschichte des IRA-Mitglieds Bobby Sands, der 1981 im Gefängnis Mate bei Lisburn den Hungertod erlitt. Er tat dies aus freien Stücken und wollte damit die britische Regierung dazu bringen, die IRA-Häftlinge nicht wie gewöhnliche Kriminelle zu behandeln, sondern sie als politische Häftlinge anzuerkennen.

Nun ist "Hunger" ganz sicher ein Film, der wieder einmal die Meinungen spalten könnte, denn wer hier einen actiongeladenen Knastfilm mit reihenweise wilden Schlägereien erwartet, der sollte sich diesen Film erst gar nicht anschauen, denn so etwas wird hier nicht geboten. Dafür wird dem Zuschauer hier eine Geschichte präsentiert, die man wohl kaum härter und intensiver hätte in Szene setzen können. Erstaunlich daran ist, das die vorhandene Intensität daraus ensteht, das während der gesamten Laufzeit so gut wie nicht gesprochen wird, fast die einzige Ausnahme bildet hierbei ein fast 20-minütiger Dialog zwischen Bobby und einem Geistlichen, der allein es schon wert ist, sich diesen Film anzusehen. Ansonsten werden zwischendurch einige Sätze gesprochen, aber zum größten Teil herrscht Stille.

Und genau diese Stille ist es, die diesem Werk eine unglaubliche Härte und Intensität verleiht, denn sie ist absolut zermürbend und greift selbst die Psyche des Betrachters an, es entwickelt sich ein starkes Gefühl der Beklemmung, das man einfach nicht abschütteln kann, selbst wenn man es wollte. Es ist nervenzerreissend, vor dem Bildschirm zu sitzen und hoffnungsvoll darauf zu warten, das endlich einmal einige Worte gewechselt werden, was aber wie gesagt, nur sehr selten passiert. Durchbrochen wird diese fast gespenstische Stille lediglich durch einige wenige, aber dafür umso härtere und brutale Übergriffe der Wärter auf einige Gefangene. Die Insassen werden körperlich maltretiert und das auf eine extrem harte Art und Weise.

Und es ist gerade dieser starke Kontrast zwischen der unheimlichen und beunruhugenden Ruhe und den eingestreuten Gewaltakten, die "Hunger" wie einen Keulenschlag in die Eingeweide des Zuschauers wirken lassen, den man nicht so schnell verdaut. Man ist schockiert und angeekelt und erschreckt sich sogar teilweise, wie realistisch und autenthisch das gante Geschehen auf die eigene Psyche einwirkt. Phasenweise hat man nicht das Gefühl, eine DVD zu schauen, sondern vielmehr selbst in diesem gefängnis zu sein, um alles live mitzuerleben. Dabei ist es äußerst schwer, die gewonnenen Eindrücke ziemlich zeitnah zu verarbeiten, da das gezeigte einem ordentlich zusetzt und seine markanten Spuren hinterlässt.

Perfekt ausgewählt für dieses aussergewöhnlich intensive Drama sind auch die agierenden schauspieler, wobei man eine Person ganz besonders hervorheben sollte, denn Michael Fassbender's Darstellung des Bobby Sands kann man ganz einfach nur als brillant bezeichnen. Die Hingabe, mit der er diese Rolle spielt, ist ganz einfach grandios wie auch der ganze Film an sich. Er spielt diesen Charakter nicht einfach nur, er lebt in richtiggehend, was man in jeder einzelnen Sequenz förmlich spüren kann.

So kann man letztendlich zu dem Fazit kommen, das hier ein aussergewöhnlich guter Film entstanden ist, der eine Thematik so intensiv und eindringlich bearbeitet, wie man es besser kaum hätte machen können. Das ist Kino vom Feinsten und auf ganz hohem Niveau. Ein anspruchsvoller Film für anspruchsvolle Filmliebhaber, die sich diesen Filmgenuß keinesfalls entgehen lassen sollten, denn ansonsten würden sie es sicherlich irgendwann bereuen.


9/10

Montag, 3. August 2009

Franklyn - Die Wahrheit trägt viele Masken






Franklyn - Die Wahrheit trägt viele Masken
(Franklyn)
mit Eva Green, Ryan Phillippe, Sam Riley, Richard Coyle, Jay Fuller, Jeanie Gold, Bernard Hill, Georgia Mackenzie, Art Malik, Kika Markham, Gary Pillai, Stephen Walters, Chris Wilson, Mark Wingett, Susannah York
Regie: Gerald McMorrow
Drehbuch: Gerald McMorrow
Kamera: Ben Davis
Musik: Joby Talbot
FSK 16
Frankreich / Großbritannien / 2008

Vier verdammte Seelen auf der Suche nach Erlösung. Alle haben einen tiefen Verlust erlitten und alle gehen unterschiedlich damit um. Sie erfinden sich rettende Emgel, begeben sich auf eine hoffnungslose Suche, spielen mit dem Tod. Einer von ihnen geht auf Menschenjagd in Meanwhile City, einer futuristischen Megalopolis, deren Bewohner von bizzaren religiösen Kulten beherrscht werden. Vier verletzte Seelen, die der Zufall an einem Ort zusammenführt und deren Schicksal vom Lauf einer einzigen Gewehrkugel abhängen wird. In der Vorhölle der verlorenen Seelen kann selbst der Tod Hoffnung bedeuten.


Es gibt sie immer wieder, die Filme, die einen nachhaltig beeindrucken und die so etwas wie Genialität beinhalten. In einer Zeit, in der rasante Action und bluttriefende Horrorfilme die Kultur des Filmkonsumenten bestimmen, ist ein Film wie "Franklyn" viel mehr als nur eine willkommene Abwechslung. Die hier erzählte Geschichte ist wie ein großes Puzzle, das am Anfang absolut zusammenhanglos auf den Zuschauer wirkt und obwohl man ahnt, das am Ende des Films alle Erzählstränge zueinander führen werden, ergibt sich erst im letzten Drittel des Filmes so langsam ein Überblick, auf was das Ganze hinausläuft. Erst dann erkennt man auch langsam, welcher Zusammenhang zwischen den einzelnen Personen besteht, die hier die tragenden Rollen spielen. Denn zu Anfang ist wirklich nicht zu deuten, was all diese Menschen miteinander verbindet, was sicherlich für etwas Verwirrung sorgen kann, die sich aber mit der Zeit verflüchtigt, wenn man der Story aufmerksam folgt.

Doch bis dahin ist es ein ziemlich langer und sehr spannender Weg, immer wieder wird man mit dem Kontrast einer sehr düsteren Fantasy-Stadt (Meanwhile City) und dem realen London der heutigen Zeit konfrontiert, wobei gerade die Darstellung von Menwhile City das optische Highlight dieses Werkes darstellt. In den dort spielenden Passagen von "Franklyn" entwickelt sich eine extrem düstere und dichte Atmosphäre, die sich schon fast zwangsläufig auch auf den Zuschauer überträgt und eine ungeheure Faszination auf ihn ausübt. Auf der anderen Seite wird man immer wieder mit der nüchternen Realität des gegenwärtigen London konfrontiert und gerade der hier entstehende Kontrast ist es in meinen Augen, der diesem Werk eine ganz besondere Note verleiht und ihn so außergewöhnlich macht.

Man ist ganzzeitig hin-und hergerissen zwischen Realität und Fiction, die dabei gewonnenen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden, damit man auch alle erkennbaren Puzzle-Teilchen richtig zusammensetzen kann. Dabei helfen immer wieder auftretende kleine Hinweise, die man aber auch nur erkennt, wenn man der Story seine volle Aufmerksamkeit schenkt, denn die Auflösung des Ganzen ist hier im Detail versteckt. Wenn man diese Details aufmerksam verfolgt, dann weß man nach gut zwei Dritteln der Laufzeit eigentlich, worauf die Geschichte hinausläuft, was ihr aber keineswegs schadet, geschweige denn ihr etwas von der vohandenen Spannung nimmt. Denn bis zur letzten Minute zieht sich ein sehr hoch angesiedelter Spannungsbogen durch den Film, der in keiner Phase auch nur ansatzweise einzubrechen droht, denn dafür wird die ineienander verschachtelte Story viel zu interessant erzählt.

Doch das gesamte Werk wäre nur halb so gut, wenn es nicht die meiner Meinung nach überzeugenden Darsteller hätte, die die von ihnen gespielten Charaktere sehr ausdrucksstark und überzeugend wiedergeben, auch wenn manche Leute das anders sehen mögen. Egal ob Eva Green, Ryan Phillippe oder auch Sam Riley, alle verleihen ihren Figuren ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und tragen so zum sehr guten Gesamtbild bei, das ich von "Franklyn" gewonnen habe. Hier ist ein wirklich innovativer Film entstanden, der sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, da es sich hierbei um keine seichte Filmkost handelt, von der man sich so nebenbei berieseln lässt, sondern ein Werk, das die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers einfordert, damit man der Handlung auch folgen kann.

Gerald McMorrow's Film ist ein hochwertiges Filmereignis, das zu Beginn vom Stil her an "V wie Vendetta" erinnert, sich aber sehr schnell in eine vollkommen andere Richtung entwickelt und dem Betrachter jederzeit ein niveauvolles Sehvergnügen bereitet, das man nicht so schnell vergessen wird. Für Freunde von Filmen mit Anspruch ist dieser Film absolutes Pflichtprogramm. Intelligentes Kino, das zum mitdenken auffordert und die kleinen grauen Zellen in Betrieb hält.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9 Widescreen
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


9/10