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Montag, 28. September 2009

Kill Theory






Kill Theory
(Kill Theory)
mit Don McManus, Ryanne Duzich, Teddy Dunn, Daniel Franzese, Agnes Bruckner, Patrick Flueger, Steffi Wickens, Theo Rossi, Tary Manning, Kevin Gage
Regie: Chris Moore
Drehbuch: Kelly C. Palmer
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Michael Suby
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Bergwanderer mit gesundem Überlebensinstinkt schneidet das Seil durch, an dem das Leben seiner Freunde hängt, nur um selbst mit dem Leben davon zu kommen. Jetzt will er sich selbst beweisen, dass alle Menschen wie er ticken, und knöpft sich zu diesem Zwecke eine Gruppe ahnungslos in der Waldhütte urlaubende Großstadtkids vor. Einen nach dem anderen stellt er sie vor die Entscheidung, entweder brutal getötet zu werden, oder aber selbst einen guten Freund zu töten. Die letzten Überlebenden drehen den Spieß schließlich um.


Auf den ersten Blick handelt es sich hier um die handelsübliche Horrorware, einige Jugendliche sollen sich gegenseitig abmetzeln, damit einer von ihnen überleben kann. Tun sie dies nicht, dann hilft ihnen der Psychopath im Hintergrund, ihr Ableben zu beschleunigen. Doch gerade diese Grundidee des Films, herauszubekommen, ob man seine besten Freunde oder gar seine Partnerin tötet, um selbst zu überleben, hebt dieses Werk doch etwas von den üblichen Slashern ab. Hinzu kommt, das die vorhandene Thematik wirklich gut umgesetzt wurde und es keinerlei Längen in der Geschichte gibt.

Zu Beginn wird man mit einer Passage konfrontiert, in der besagter Psychophat seinen Psychater davon überzeugen will, das jeder Mensch, der sich in seiner damaligen Lage aus reinem Selbsterhaltungstrieb ebenso wie er verhalten hätte, da man das eigene Leben immer über das von anderen stellen würde. Unter Auflagen wird er als ungefährlich aus der Psychatrie entlassen und geht dann sofort daran, seine "Kill Theory" in die Tat umzusetzen.

Innerhalb weniger Minuten baut sich hier ein sehr dichter und konstant hoher Spannungsbogen auf, die am Anfang noch vorherrschende Ausgelassenheit und Freude der Jugendlichen ändert sich extrem schnell und sie werden mit dem unglaublichen Horror konfrontiert, dem sie der immer im Hintergrund bleibende Psychophat aussetzt. Nehmen sie die Anweisungen des Wahnsinnigen zu Beginn noch nicht vollkommen ernst und ziehen noch nicht einmal in Erwägung, sich gegenseitig zu töten, so entsteht doch bei den ersten ziemlich schnell eine Art Umdenkungsprozess. Sehr schnell werden sie sich ihrer scheinbar hoffnungslosen Lage bewust, denn der Mann im Hintergrund scheint an alles gedacht zu haben und so ist eine Flucht unmöglich.

Gerade die Beleuchtung der einzelnen Charaktere ist hier meiner Meinung nach sehr gut gelungen und auch die Phasen, in denen der Zuschauer mit dem innerlichen Zwiespalt der Figuren konfrontiert wird, sind absolut überzeugend herausgearbeitet worden. Natürlich kommt es auch in diesem Werk dazu, das man klischeebehaftete Phasen zu sehen bekommt, das ist man ja mittlerweile fast schon von solchen Filmen gewohnt, jedoch ist das hier gezeigte Geschehen besonders spannend und auch größtenteil glaubwürdig dargestellt worden. Dazu tragen selbstverständlich auch die gut agierenden Jungdarsteller bei, die die von ihnen gespielten Charaktere überzeugend und zumeist auch authentisch darstellen.

Und dann wäre da auch noch der vorhandene Härtegrad, von dem ich ehrlich gesagt etwas überrascht war, denn es gibt einige wirklich harte und derb wirkende Szenen zu sehen, die ich in dieser Form bei einem "Keine Jugendfreigabe" Stempel so nicht erwartet hätte. Aber in meinen Augen ist bei einer solchen Thematik auch etwas an Härte durchaus angebracht, um das Geschehen noch glaubwürdiger wirken zu lassen und das ist hier definitiv der Fall. Weiterhin verhält es sich auch so, das die brutalen Szenen gut über den Film verteilt sind und sich noch in einem überschaubaren Rahmen halten. So kann man also festhalten, das hier eigentlich für jeden etwas vorhanden ist, eine spannend und temporeich erzählte Geschichte, eine herrlich bedrohliche Grundstimmung und auch die Gorehounds werden durchaus auf ihre Kosten kommen.


Fazit:


"Kill Theory" ist sicherlich kein Feuerwerk an Innovation und auch kein cineastisches Highlight, aber dieser Horrorfilm weiss zu überzeugen. Durch seine Thematik hebt er sich auch etwas von der üblichen Dutzendware ab, mit der man in letzter Zeit viel zu oft konfrontiert wird und bietet so eine doch recht erfrischende Abwechslung für den Horror-Fan. Solide Darsteller, eine sehr spannende Geschichte, die richtige Portion Härte und eine tolle Atmosphäre sorgen hier für ein absolut überzeugendes Gesamtpaket, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Ich fühlte mich jedenfalls jederzeit bestens und sehr kurzweilig unterhalten und kann diesen Film bedenkenlos weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,85:1 (16:9)
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Biografien,Bildergalerie, Trailer


7,5/10

Freitag, 25. September 2009

Vertigo - Aus dem Reich der Toten






Vertigo - Aus dem Reich der Toten
(Vertigo)
mit James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Tom Helmore, Henry Jones, Raymond Bailey, Ellen Corby, Konstantin Shayne, Lee Patrick
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Alec Coppel / Samuel A. Taylor
Kamera: Robert Burkes
Musik: Bernard Herrmann
FSK 12
USA / 1958

Schwindel und Höhenangst des Kriminalkommissars John Ferguson kosten einem Kollegen das Leben, und John muss aus dem Dienst ausscheiden. Sein ehemaliger Schulfreund Gavin besorgt ihm einen Job. Er soll Gavins Ehefrau Madeleine überwachen, da sie vom Geist ihrer Urgroßmutter besessen ist und sich wie diese das Leben nehmen will. Tatsächlich springt Madeleine vor Johns Augen in die Fluten der Bucht von San Francisco, doch er kann sie retten und verliebt sich in sie. Kurz darauf stürzt sie sich von einem Kirchturm - John kann ihr wegen seiner Höhenangst nicht helfen. Tiefe Melancholie erfasst ihn, und das Leben erscheint ihm nicht mehr lebenswert. Da begegnet ihm eines Tages auf der Straße eine Frau, die Madeleine aufs Haar gleicht...


"Vertigo" ist der medizinische Fachbegriff für Schwindelgefühl, das auch, oder gerade auch bei Leuten auftritt, die unter extremer Höhenangst leiden. So ergeht es auch dem tragischen Helden dieses Films, dem Ex-Polizisten Scottie, der vom brillant agierenden James Stewart dargestellt wird. Und da sind wir auch ganz automatisch bei einem der absoluten Höhepunkte dieses Werkes, mit dem sich Alfred Hitchcock einmal mehr selbst übertroffen hat. Für die Rolle des Scottie hätte man wirklich keinen überzeugenderen Darsteller wie den großen James Stewart finden können, der ja anscheinend sowieso einer der bevorzugten Schauspieler in vielen von Hitchcocks Werken war. Seine Darstellung des unter Höhenangst leidenden Scottie ist so überzeugend und vor allem extrem ausdrucksstark, das es einfach eine wahre Freude ist, dem Mann bei seinem Schauspiel zu beobachten. Ganz besonders gut kommen hierbei die Passagen zum Ausdruck, als er sich in einer stark melancholischen gefühlsverfassung befindet und kaum noch Sinn in seinem Leben sieht.

Hitchcock ist es in diesem Film wieder einmal gelungen, mit verhältnismäßig normalen Mitteln ein sehr hohes Maß an Spannung und Thrill aufzubauen, denn die sich hier abspielende Geschichte entwickelt eine so ungeheure Intensität, das man als Zuschauer fast zwangsläufig der faszination erliegt, die von ihr ausgeht. Von der ersten Minute an wird ein sehr hoch angesiedelter Spannungsbogen aufgebaut, der sich fast minütlich immer weiter verdichtet, was sich auch ganz automatisch auf die Grundstimmung des Films auswirkt. Als Betrachter kann man sich der beklemmend wirkenden Atmosphäre kaum entziehen und wird förmlich von ihr eingenommen.

Wie gebannt folgt man dem Geschehen und versucht gleichzeitig die ineinander verschachtelte Geschichte zu entschlüsseln. Doch die Lösung der teils sehr mysteriös gestalteten Szenerie erfolgt erst wenige Minuten vor dem Ende, das auch nicht einer gewissen Ironie des Schicksals entbehrt und sorgt so gerade beim ersten Anschauen des Films für fast atemlose Hochspannung. Die grandiosen Schauspieler sorgen hier auch durch ihr authentisches und mehr als überzeugendes Schauspiel dafür, das man einen Mystery-Thriller der höchsten Kategorie präsentiert bekommt, der bis ins kleinste Detail wohl durchdacht ist und so für ein hochklassiges Film-Erlebnis garantiert.

Da Hitchcock das Schwindelgefühl des Hauptcharakters glaubhaft und authentisch zur Geltung brringen wollte, wandte er hier erstmalig den sogenannten Vertigo-Effekt an. Dabei verhält es sich so, das die Kamera zum Objekt hinfährt, dabei aber gleichzeitig vom Objekt weggezoomt wird. Dadurch scheint sich der mittlere Bildbereich nun viel schneller vom Zuschauer wegzubewegen als die äusseren Bereiche. Die dadurch entstehende Verschiebung löst dann beim Betrachter die optische Illusion des Schwindelgefühls aus, was hier meiner Meinung nach perfekt in mehreren Passagen des Films zur Geltung kommt. Vor allem die Szenen im Glockenturm wirken hierbei sehr realistisch und können einem durchaus ein mulmiges gefühl vermitteln, womit man sich fast zwangsläufig viel besser mit Scottie's Problem identifizieren kann.


Fazit:


"Vertigo - Aus dem Reich der Toten" zählt ganz sicher zu den absolut herausragenden Regie-Arbeiten von Hitchcock, der es auch hier wieder einmal brillant verstanden hat, den Zuschauer zu fesseln und zu begeistern. Eine intelligente Geschichte, die mit brillanten Darstellern besetzt ist und über ein ungeheuer hohes Maß an Spannung und Intensität verfügt. Auch in der heutigen zeit braucht sich dieses Werk keineswegs hinter anderen Thrillern zu verstecken, denn "Vertigo" ist ein zeitloses Meisterwerk, an dem sich viele andere und ähnlich gelagerte Filme noch ein Beispiel nehmen können.



10/10

Dienstag, 22. September 2009

50 Dead Men Walking






50 Dead Men Walking - Der Spitzel
(Fifty Dead Men Walking)
mit Ben Kingsley, Jim Sturgess, Kevin Zegers, Natalie Press, Rose McGowan, Tom Collins, William Houston, Michael McElhatton, Gerard Jordan, David Pearse, Joe Doyle, Conor MacNeill, Ewan Harts, Oscar Harts, Ciaran Nolan
Regie: Kari Skogland
Drehbuch: Nicholas Davies / Martin McGartland
Kamera: Jonathan Freeman
Musik: Ben Mink
FSK 16
Großbritannien / Kanada / 2008

Belfast in den 80er Jahren: Der junge Herumtreiber Martin hat vor niemandem Respekt, schon gar nicht vor den britischen Besatzern in Nordirland. Die erkennen sofort die Qualitäten des 22-jährigen Querkopfes und werben ihn geschickt als Informanten an. Martin steigt schnell auf in der Hierarchie der IRA und liefert wertvolle Fakten über geplante Terroranschläge. Doch je tiefer er einsteigt, desto lebensgefährlicher wird seine Situation, bis er eines Tages auffliegt ...


Dieser Film basiert auf der wahren Geschichte des ehemaligen Spitzels Martin McGartland, der heute noch ständig auf der Flucht vor der IRA ist. Dabei kann man den hier entstandenen Film ohne zu übertreiben als wirklich großes Kino bezeichnen. Regisseur Kari Skogland ist es hier meisterlich gelungen, dem Zuschauer einen authentischen und sehr eindringlichen Einblick in das Belfast der 80er Jahre zu gestatten. Der Nervenkitzel, der sich hier im Laufe der Geschichte aufbaut, beinhaltet ein sehr hohes Maß an Intensität und verfehlt dadurch auch keineswegs seine Wirkung auf den Betrachter, der immer tiefer in das Szenario eintaucht und dabei vollkommen der Faszination erliegt, die vom hier erzählten Geschehen ausgeht. Dabei entwickelt dieses Werk mit der Zeit eine ungeheure Härte und Brutalität, die aber keineswegs übertrieben, sondern vielmehr realistisch und authentisch in Szene gesetzt wurde. Es gibt dabei keinerlei reisserische Passagen zu sehen, denn die aufkommende Härte entsteht haupsächlich aus der erzählten Thematik selbst.

Um einen solchen Polit-Thriller wirklich glaubwürdig und überzeugend zu gestalten, bedarf es ganz sicher auch guter Darsteller, die durch ihr schauspielerisches Können zur Authenzität der Geschichte beitragen. Nun, in dieser Beziehung braucht man sich bei "50 Dead Men Walking" keinerlei Sorgen zu machen, denn die hier agierenden Darsteller sind absolut fantastsich. Besonders hervorheben möchte ich allerdings die Leistung von Jim Sturgess, der den Charakter des Martin McGartland so brillant interpretiert, das den Zuschauer eigentlich nie das Gefühl überkommt, es hier mit einem Schauspieler zu tun zu haben, seine Ausdruckskraft ist schlicht überwältigend. Ganz besonders wird das auch in den Passagen des Films sichtbar, als sein innerlich entstehender Zwiespalt zum Vorschein kommt, einerseits spürt man förmlich, das er die britischen Eindringlinge hasst, auf der anderen Seite kommt aber auch seine starke Abneigung gegen die gewalttätigen Aktionen der IRA sehr gut zum Ausdruck.

Doch auch die anderen Darsteller wissen in ihren Rollen durchaus zu glänzen, so liefert zum beispiel auch Ben Kingsley wieder einmal eine Kostprobe seines schauspielerischen Könnens ab und auch Rose McGowan als hochrangige IRA-Mitarbeiterin versteht es, sich dem extrem hohen Niveau dieses Filmes nahtlos anzupassen. Gan generell kann man feststellen, das dieser Film selbst bis in die kleinsten nebenrollen mit ganz ausgezeichneten Schauspielern besetzt ist, die durch ihre gezeigten Leistungen sehr stark zum authentischen Eindruck beitragen, den die Geschichte hinterlässt.

Auch der dramaturgische Spannungsaufbau der Story ist einfach perfekt, fast minütlich wird die Spannungsschraube immer fester gezogen, wodurch sich auch eine immer beklemmendere Stimmung entwickelt, der man sich einfach nicht erwehren kann. Besonders spannend und interessant ist hierbei die stattfindende Veränderung des Haupt-Charakters Martin. Es ist ganz einfach faszinierend zu beobachten, wie sich aus einem Kleinkriminellen, der durch ein paar illegale Geschäfte sein Leben bestreitet und dabei eine fast kindliche Naivität an den Tag legt, ein sehr ernster junger Mann entwickelt, der mit seinem Gewissen zu kämpfen hat und die Ernsthaftigkeit der Lage erkennt, in der sich alle Beteiligten befinden. Und gerade der innerliche Zwiespalt, in dem er sich befindet, kommt ganz besonders in den Passagen zum Vorschein, in denen er sich heimlich mit seinem Kontaktmann Fergus (Ben Kingsley) trifft, um ihm Bericht zu erstatten. Die dort vorhandenen Dialoge sind teilweise brillant, beinhalten fast philosophische Ansätze und sind von starken Emotionen geprägt.

Ich glaube, das es für Aussenstehnde noch nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar ist, unter welch immensem psychischen Druck Martin McGartland in dieser Zeit gestanden haben muß, selbst die darstellerische Meisterleistung von Jim Sturgess kann dies nur annähernd vermitteln. Erhöht wird dieser druck auch noch durch die tatsache, das Martin während der geschilderten Geschehnisse Vater eines Sohnes wird und seine Freundin zum Ende des Films ein weiteres Baby erwartet. Ein normales familenleben ist ganz einfach durch die gegebenen Umstände unmöglich, so das der Druck mit der Zeit immer stärker wird. Es entwickelt sich automatisch ein "tanz auf der Rasierklinge", bei dem immer die Gefahr besteht, enttarnt zu werden und so den Foltermethoden der IRA zum Opfer zu fallen.

Und so läuft zum Ende hin auch alles auf eine Katastrophe hinaus, die eigentlich vorprogrammiert und nur eine Frage der Zeit war. Dem Zuschauer wird ein Finale geboten, das an Dramatik und Tragik kaum zu überbieten ist, das aber leider der Realität entspricht und so ein noch viel härterer Schlag in die Magengrube ist, als es jedes fiktive Ende hätte sein können.


Fazit:


"50 Dead Men Walking" ist ein sehr intensives und authentisches Zeitzeugnis über einen sinnlosen Krieg, dargestellt durch beeindruckende und wuchtige Bilder, die einem nicht selten das Gefühl vermitteln, hier keinen Film, sondern ein reales Szenario zu sehen, in dem ein Menschenleben nicht viel wert ist. Im Vordergrund steht eine innerlich zerrissene Person, die einfach nur helfen will, das alles zu beenden und dabei ihr eigenes Leben jederzeit aufs Spiel setzt und noch heute die Rache der IRA fürchten muß. Ein realistisches meisterwerk, das unter die Haut geht und seine nachhaltigen Spuren im Gedächtnis des Zuschauers hinterlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (anamorph 16:9)
Laufzeit: 113 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow)


9,5/10

Samstag, 19. September 2009

Das Geheimnis der Geisha






Das Geheimnis der Geisha
(Inju, la bete dans l'ombre)
mit Benoit Magimel, Lika Minamoto, Shun Sugata, Maurice Benichou, Takumi Bando, Toshi Fujiwara, Tomonobu Fukui, Ryo Ishibashi, Sean Muramatsu, Erika Niibo, Gen Shimaoka
Regie: Barbet Schroeder
Drehbuch: Rampo Edogawa / Jean-Armand Bougrelle
Kamera: Luciano Tovoli
Musik: Jorge Arriagada
FSK 16
Frankreich / 2008

Der französische Bestseller-Krimiautor Alexandre Fayard reist zur Promotion seines neuen Romans nach Japan und hofft, dort sein Idol, den Schriftsteller Shundei Oe, zu treffen. Oe ist bekannt für seine verstörenden und provokanten Romane, den Autor selbst hat aber niemand je zu Gesicht bekommen. Doch kaum in Japan angekommen, wird Fayard von einem mysteriösen Anrufer bedroht und aufgefordert, das Land zu verlassen. Zufällig lernt der Franzose kurz darauf die Geisha Tamao kennen, die behauptet, Oes Geliebte gewesen zu sein. Fasziniert von der geheimnisvollen Schönheit beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit ihr. Doch schon bald muss Fayard erkennen, dass er in ein undurchsichtiges Netz aus Macht und Intrigen geraten ist...


"Das Geheimnis der Geisha" ist ein wirklich fesselnder Thriller, der seine Spannung vor allem aus dem mysteriösen Element bezieht, das der Film ganzzeitig beinhaltet. Denn bis zum Ende wird die geheimnisumwitterte Figur des japanischen Autors Oe im Dunkeln gelassen, was für einen wirklich sehr konstanten Spannungsbogen sorgt, der hier auch zu keiner Zeit irgendwelche spürbaren Einbrüche zu verzeichnen hat. Von Beginn an wird der Zuschauer mit einer faszinierenden geschichte konfrontiert, die dauch einige Überraschungsmomente parat hält, die man in der Form nicht unbedingt erwarten konnte. Ganz besonders um den geheimnisvollen Oe rankt sich eine unheilvoll anmutende Grundstimmung, die sich auf den gesamten Film und somit fast zwangsläufig auch auf den Zuschauer überträgt.

Es entwickelt sich mit der Zeit ein immer undurchsichtigeres Geflecht aus Lügen, Intrigen und Manipulation, in dem sich der tragische Held dieses Werkes, der französische Autor Alexandre Fayard verfängt, ohne das es ihm eigentlich bewust wird. Bei seinen Versuchen, der Geisha Tamao zu helfen, entwickelt sich zwischen den beiden eine leidenschaftliche Affäre, die es Fayard noch schwieriger macht, einen klaren Kopf zu behalten und die Zusammenhänge zu erkennen, die jedoch auch wirklich nicht so leicht zu erkennen sind.

Ab einer gewissen Phase der Geschichte kann man zwar erahnen, wie sich das Geheimnis um Oe lüften lässt und wer eigentlich hinter dem Namen steckt, was aber der vorhandenen Spannung keinerlei Abbruch tut. Denn bis zum doch ziemlich bitteren Ende kann man sich keinerzeit sicher sein, ob die eigenen Bermutungen auch ins Schwarze treffen. Regisseur Barbet Schroeder hat es hier sehr geschickt verstanden, den Betrachter im Dunkeln tappen zu lassen und vor allem seine Neugier zu wecken. Das konstruierte Intrigen-Geflecht wurde dabei so dicht gestaltet, das es wirklich nicht leicht ist, hinter die aufgebaute Scheinwelt zu schauen, um die wahren Hintergründe und Motive zu erkennen, die hier zugrunde liegen. Das sorgt unwillkürlich für ein sehr spannendes und intensives Filmerlebnis, dessen ausgehender Faszination man sich nicht entziehen kann.

Auch bei den agierenden Darstellern gibt es absolut nichts zu bemängeln, die dargebotenen Leistungen sind durch die Bank als sehr gut zu bezeichnen, was den Film meiner Meinung nach noch einmal zusätzlich aufwertet, so das man es mit einem qualitativ sehr guten Thriller zu tun bekommt, dessen mysteriöse und teils unheimliche Grundstimmung ein absolutes Highlight sind. Doch auch die durchweg flüssige Erzählweise der Story ist mit eine Garant dafür, das man hier jederzeit bestens unterhalten wird.


Fazit:


"Das Geheimnis der Geisha" bietet absolut hochwertige und niveauvolle Thriller-Kost und ist wieder einmal ein weiteres Beispiel dafür, das bei uns in Europa hervorragende Filme produziert werden und es nicht immer nur die Hollywood-Filme sind, die für ein erstklassiges Film-Vergnügen sorgen können. Spannung von der ersten bis zur letzten Minute, eine ausgezeichnete Atmosphäre und wirklich gute Darsteller sorgen hier für ein Gesamtpaket, das vollkommen zu überzeugen weiß und kaum Wünsche offen lässt. Freunde spannender und intelligenter Thriller kommen nicht an diesem Film vorbei und sollten sich dieses Werk keinesfalls entgehen lassen, denn ansonsten verpassen sie wirklich etwas.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: 101 Minuten
Extras: Making Of, Trailershow


8/10

Mittwoch, 16. September 2009

Freitag der 13. (2009)






Freitag der 13.
(Friday the 13th)
mit Jared Padalecki, Daielle Panabaker, Amanda Righetti, Travis Van Winkle, Aaron Yoo, Derek Mears, Jonathan Sadowski, Julianna Guill, Ben Feldman, Arlen Escarpeta, Ryan Hansen, Willa Ford, Nick Mennell, America Olivo, Kyle Davis
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Damian Shannon / Marc Swift
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Steve Jablonsky
Keine Jugendfreigab
USA / 2009

Auf der Suche nach seiner spurlos verschwundenen Schwester begibt sich Clay in die unheimlichen Wälder des legendären Crystal Lake, wo er über die Überreste verfaulter alter Holzhütten stößt, die sich hinter mit Moos bewachsenen Bäumen verbergen. Aber das ist nicht das Einzige was sich im Unterholz verbirgt. Gegen den Rat der Polizei und Trotz Warnungen der Bewohner der Gegend verfolgt Clay die wenigen Hinweise, die er hat. Unterstützt wird er nur von einer jungen Frau, die er in einer Gruppe von Collegekids, die auf dem Weg zu einem aufregenden Party Wochenende sind, kennenlernt. Sie können ja nicht ahnen, dass sie das Reich eines der furchterregendsten Phantome der amerikanischen Filmgeschichte betreten haben - des berüchtigten Mörders, der in Crystal Lake mit seiner Machete seiner blutigen Arbeit nachgeht... Jason Voorhees!


Nach Rob Zombies "Halloween" wurde wohl kaum ein Film so sehnsüchtig erwartet, wie die Neuauflage von "Freitag der 13.". Doch dieses Werk von regisseur Marcus Nispel wirklich fair und einigermaßen objektiv zu bewerten, fällt gar nicht einmal so leicht. Gingen bei Zombies Version eines Horror-Klassikers die Meinungen schon ziemlich stark auseinander, so dürfte der hier vorliegende Film die Lager der Fans noch mehr spalten. Als erstes einmal sollte man anmerken, das es sich hier nicht um ein Remake des ersten Teils der Kultreihe um Jason Vorhees handelt, denn gerade wegen der Tatsache, das Jason im ersten Teil gar nicht auftritt, hat man sich wohl dazu entschlossen, hier Passagen aus mehreren Filmen der Reihe zusammenzufügen, was aber Fans der Originalteile vielmehr den Eindruck verleiht, es hier mit einem "Best of Freitag der 13." zu tun zu haben. Sicher gibt es einige leute, die das sogar als innovativ ansehen mögen, doch in meinen Augen wirkt es viel eher befremdlich und extrem gewöhnungsbedürftig.

So sollte man den Film dann auch nicht als Remake ansehen, da er in dieser Beziehung vollkommen versagt, denn es ist rein gar nichts vom Flair der Originalteile zu verspüren. Selbst der Versuch, hier das typische Chrystal Lake-Feeling zu erschaffen, das die alten Filme so sehr ausgezeichnet hat, ist vollkommen in die Hose gegangen. Jedoch ist das größte Problem dieser Neuinterpretation Jason selbst, der eigentlich rein gar nichts mehr mit der Kultfigur der 80er Jahre gemeinsam hat. Statt des etwas behäbig und klobig wirkenden Killers bekommt der Zuschauer hier eine Kampfmaschine präsentiert, die schnell spurten kann und seinen Gegnern auch gedanklich immer eine Spur vorraus ist. Dieser schnelle und anscheinend intelligente Jason hat jegliche Bedrohlichkeit verloren, die ihn doch einst so ausgezeichnet hat und dafür Sorge getragen hat, das dem Betrachter doch so manch kalter Schauer über den Rücken gelaufen ist. Doch davon ist hier leider nichts mehr zu spüren, phasenweise überkommt einen sogar das Gefühl, das die Figur irgendwie deplaciert wirkt.

Während der gesamten Laufzeit waren die Macher des Films bemüht, eine bedrohliche und angsteinflössende Atmosphäre aufzubauen, was ihnen aber nur bedingt gelungen ist. Denn trotz düster gehaltener Schauplätze und unheilvoll wirkender Sound-Untermalung kommt zu keiner Zeit eine Grundstimmung wie in den alten Teilen der Reihe auf. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, das hier alles etwas zu sehr auf Hochglanz poliert ist, dadurch aber atmosphärisch doch eine Menge auf der Strecke geblieben ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu sehr Nostalgiker, das ich dieser Neuauflage nicht wirklich viel Positives abgewinnen kann, jedenfalls dann nicht, wenn man den Film mit den alten Teilen vergleicht.

Sieht man Nispels Werk aber als das, was es wirklich ist, nämlich eine vollkommen neue Interpretation von "Freitag der 13.", der lediglich einige eher lockere Anlehnungen an die alten Teile beinhaltet, so bekommt man einen recht ordentlichen Slasher geboten, der alle Zutaten beinhaltet, die ein Film dieser Art braucht, um gut zu unterhalten. Die Morde sind gut und teilweise blutig in Szene gesetzt, was für einen durchaus angemessenen, aber nicht übertriebenen Härtegrad sorgt, es gibt die üblichen sehr gut aussehenden, aber teilweise dümmlich agierenden Teenies und einen recht konstanten Spannungsbogen. Es ist also alles vorhanden, was einen guten Slasher ausmacht und wenn man die Originale nicht kennt, dann ist dieser Film eigentlich auch richtig gut. Doch leider kann ich dieses Werk nicht so unbefangen als eigenständigen Versuch ansehen, einer Kultreihe neues Leben einzuhauchen, denn dieser Versuch ist gründlich misslungen.

Marcus Nispel wollte neue Wege gehen, indem er einen Zusammenschnitt mehrerer Freitag-Teile kreiert hat, doch diese Wege haben sich eindeutig als zu weit entpuppt, nichts ist mehr vom Charm und Flair der alten Teile zu verspüren, "Freitag der 13. (2009) wirkt in vielen Passagen viel eher wie ein handelsüblicher 08/15 Slasher, der zwar etwas aus der Masse hervorsticht, aber in keiner Art und Weise mit der Original-Reihe konkurrieren kann, da diesem Film hier ganz einfach die Seele fehlt. Vielleicht ändert sich meine Sichtweise, wenn ich den Film öfter gesehen habe und ich ihn als rein eigenständiges Werk ansehen kann, doch im Moment herrscht doch die Enttäuschung vor.


Fazit:


"Freitag der 13. (2009)" ist ein solider Slasher, der alle Zutaten beinhaltet, die ein Film dieser Art braucht, aber gleichzeitig auch ein vollkommen misslungener Versuch, mehrere Filme in einem zu vereinen. Dadurch entsteht der Eindruck, eine wahllose Aneinanderreihung von Clips präsentiert zu bekommen, die in der Gesamtheit keine richtige Einheit ergeben wollen. Ein Film, der vor allem die jüngere Generation wohl durchaus begeistern wird, jedoch dürften Fans, die mit der Reihe aufgewachsen sind, doch eher etwas enttäuscht sein. Denn hier ist zwar etwas Neues entstanden, doch durch Nispels neue Version wird gleichzeitig die langlebigste Horrorreihe des Genres zu Grabe getragen.


als eigenständiger Film 6/10

als Remake 3/10

Sonntag, 13. September 2009

Tanz der toten Seelen






Tanz der toten Seelen
(Carnival of Souls)
mit Candace Hilligoss, Frances Feist, Sidney Berger, Art Ellison, Stan Levitt, Tom McGinnis, Forbes Caldwell, Dan Palmquist, Bill de Jarnette, Steve Boozer, Pamela Ballard, Larry Sneegas, Cari Conboy, Karen Pyles, T.C Adams
Regie: Herk Harvey
Drehbuch: John Clifford
Kamera: Maurice Prather
Musik: Gene Moore
FSK 16
USA / 1962

Seit einem schweren Autounfall, den sie als einzige überlebt hat, ist die junge Mary nicht mehr dieselbe. Von schrecklichen Erinnerungen geplagt flieht sie in eine Stadt. Aber auch hier findet sie keinen Frieden: Immer wieder sieht sie sich von schemenhaften Gestalten und fratzenhaften Gesichtern verfolgt. Ein ausgedienter, verfallener Ballsaal am Ufer des Sees übt auf Mary eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Dort scheint die Heimstatt der toten Seelen zu sein, die Mary zu sich ins Schattenreich rufen. Von ihren Mitmenschen wird Mary für hysterisch gehalten. Aber sie selbst weiß nur zu gut, dass es vor den Untoten kein Entkommen gibt.


Nun gibt es nicht gerade wenig Leute, die diesen Grusel-Klassiker als langweilig oder sehr zähflüssig bezeichnen. Das ist wohl hauptsächlich in der Tatsache begründet, das hier keinerlei Action oder großartige Effekte vorhanden sind. Wenn man sich den Film aber einmal etwas genauer betrachtet, dann stellt man doch ziemlich schnell fest, das die von ihm ausgehende Faszination in seiner schlichten Inszenierung begründet ist. Denn so unspektakulär das Geschehen auch ist, es verfehlt keineswegs seine Wirkung auf den Zuschauer. Dazu trägt auch ganz sicher die eher ruhige Erzählweise der Geschichte bei, die manch einer als ermüdend und schleppend ansehen mag. Dabei scheint das eher bedächtige Erzähl-Tempo vollkommen bewust gewählt, denn nur so kann kann sich die meiner Meinung nach vorhandene Intensität dieses Werkes so richtig entfalten.

Gerade wenn man bedenkt, das "Tanz der toten Seelen" mit einem geschätzten Budget von nur 30.000 Dollar produziert wurde, so ist hier mit minimalem Aufwand eine wirkliche Perle des Gruselfilms entstanden, die durch ihren sehr gelungenen Spannungsaufbau den Zuschauer in ihren Bann zieht. Es ist die Schlichtheit dieses Werkes, die eine unheimlich starke Atmosphäre entwickelt, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Die immer mysteriöser wirkende Grundstimmung löst sogar phasenweise ein sehr beklemmendes Gefühl beim Betrachter aus und auch wenn man ahnen kann, worauf die Geschichte hinausläuft, so nimmt ihr das keineswegs etwas von ihrer Intensität und ihrer Spannung.

Dazu tragen auch die eher unbekannten Darsteller bei, die durch die Bank sehr gute Leistungen abliefern. Hierbei sollte man aber Candace Hilligoss in der Rolle der Mary ganz besonders hervorheben, denn sie verkörpert den Charakter der scheinbar verstörten jungen Frau nahezu perfekt. Sie verleiht dem von ihr dargestellten Charakter ein hohes Maß an Authenzität und Glaubwürdigkeit. Gerade ihrem Schauspiel ist es auch zu verdanken, das man eigentlich zu keiner Zeit das Interesse an der Geschichte verliert und der Auflösung des Ganzen richtiggehend entgegenfiebert.

Dieses 1962 entstandene Original ist in meinen Augen um Klassen besser als das 1998 entstandene Remake von Wes Craven, denn hier wirkt das ganze Geschehen viel intensiver, wobei die Neuauflage wirklich vielmehr zähflüssig und auch langweilig wirkt. Richtig gut hat mir gefallen, das man jetzt auch das original in Farbe genießen kann und das der Film dadurch rein gar nichts von seiner Faszination und seiner sehr intensiven Wirkung verloren hat.


Fazit:


Auch wenn "Tanz der toten Seelen" von vielen als langweilig angesehen wird, hat man es hier mit einem wirklich tollen Grusel-Klassiker zu tun, der seinen festen Platz im Genre hat. Ein Film, der gerade durch die Schlichtheit seiner Bilder extrem intensiv auf den Betrachter wirkt und seine volle Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Freunde niveauvoller Grusel-Kost kommen eigentlich nicht an diesem Werk vorbei und dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, denn gruselige und sehr spannende Unterhaltung ist hier vorprogrammiert.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0 Mono
Bild: 1,33:1 (4:3)
Laufzeit: 81 Minuten
Extras: Trailershow



8,5/10

Donnerstag, 10. September 2009

Zombies Hell's Ground






Zombies Hell's Ground
(Zibahkhana)
mit Kunwar Ali Roshan, Rooshanie Ejaz, Rubya Chaudhry, Haider Raza, Osman Khalid Butt, Rehan, Najma Malik, Sultan Billa, Salim Meraj, Razia Malik, Ashfaq Bhatti, Abida Shaheen, Adnan Malik, Shagufta Hamayun, Mai Billi
Regie: Omar Khan
Drehbuch: Omar Khan / Pete Tombs
Kamera: Najaf Bilgrami
Musik: Stephen Thrower
Keine Jugendfreigabe
Pakistan / 2007

Nicht nur in Texas sollte man nicht abseits der bekannten Straßen reisen. Auch im Tausende Kilometer entfernten Pakistan haust das Grauen abseits der Zivilisation. Fünf Teenager belügen ihre Eltern, da sie unbedingt zu einem Rockkonzert wollen, auf dem Pakistans berühmteste Band spielt. Sie verlassen die nette und hübsche Vorstadt von Islamabad und wagen sich hinaus aufs Land. Doch was die fünf jungen Leute dort finden, ist kein Rock-Erlebnis, sondern ihre brutale Verstümmelung. Denn sie müssen sich nicht nur blutgieriger Zombies erwehren, sondern werden auch noch von einem degenerierten, maskierten Mörder gejagt. Und auch in Pakistan sind diejenigen die Glücklichen, die zuerst sterben...


The Pakistan Chainsaw Massacre!



Dieser Schriftzug prangt auf der Vorderseite des DVD-Covers und gewisse Parallelen zu Tobe Hoopers Klassiker sind durchaus vorhanden. Auch Anlehnungen an andere Horror-und Zombiefilme kann man definitiv nicht von der Hand weisen. Und gerade das ergibt hier eine wirklich nette und sehr unterhaltsame Mischung, die über manch andere Defizite hinwegsehen lässt, die teilweise ziemlich offensichtlich sind.

In den ersten Minuten ist dieses pakistanische Werk schon etwas gewöhnungsbedürftig, denn die in Pakistan befindlichen Schauplätze ist man als Horror-Fan ganz einfach nicht gewohnt und braucht so doch einige Minuten, um sich mit den Lokalitäten anzufreunden. Hinzu kommt die orientalische Musik-Untermalung, die das Geschehen doch in einigen Phasen gar etwas skurril wirken lässt.

Auch die Darsteller zeigen nun nicht gerade überzeugende Darbietungen, obwohl man die meisten Darstellungen noch durchaus als solide bezeichnen kann. Doch manch ein Charakter des Films, wie zum Beispiel die Mutter des "Killers mit dem riesigen Morgenstern" wirkt extrem grotesk dargestellt. Allein die Dialoge wirken so künstlich und aufgesetzt, das es schon eine wahre Pracht ist, doch irgendwie passt es absolut perfekt in diesen Film hinein.

Die wohl größte Stärke von "Zombies Hell's Ground" ist ganz eindeutig die aufkommende Grundstimmung, die doch zum größten Teil sehr bedrohlich und unheimlich wirkt. Aus ihr bezieht die Geschichte auch ihre Spannung, denn dem Zuschauer wird jederzeit das Gefühl vermittelt, das in der nächsten Sequenz etwas nicht Vorhersehbares passieren kann. Und tatsächlich kann man bei einigen Szenen schon etwas zusammenzucken und bekommt auch eine Menge Blut zu sehen. Dennoch gibt es nur sehr wenige, etwas härtere Szenen zu sehen, die meisten Tötungen werden doch lediglich angedeutet.

Und dann wäre da noch der amüsante Killer, der insbesondere durch seinen extrem großen Morgenstern auffällt und bei dessen Ansicht man sich das Lachen kaum verkneifen kann. Hinzu kommt die Tatsache, das der Mörder in eine Burka (orientalisches Gewand) gehüllt ist, was schon für eine humorige Note sorgt.


Fazit:


"Zombies Hell's Ground" ist eine durchaus gelungene Mixtur aus Zombiefilm, Humor- und Backwood Horror, die zwar irgendwie wild zusammengeklaut wirkt, der man aber einen gewissen Reiz keinesfalls absprechen kann. Teilweise ist eine trashige Note vorhanden, die das Ganze doch schön amüsant gestaltet und so für einen kurzweiligen und bestens unterhaltenden Film-Genuss sorgt, den sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte. Hier ist sicherlich kein Meisterwerk entstanden, aber es gibt sehr viele Hochglanz-Produktionen, die nicht annähernd so gut unterhalten wie dieser Film.



6/10

Montag, 7. September 2009

Die Wächter der Apokalypse






Die Wächter der Apokalypse
(El Ultimo justo)
mit Diego Martin, Ana Claudia Talancon, Antonio Dechent, Raul Mendez, Goya Toledo, Pedro Armendariz Jr., Brian Thompson, Federico Luppi, Carlos Arau, Cesar Arias, Mariana Beyer, Manuel Carballo
Regie: Manuel Carballo
Drehbuch: Manu Diez / Manuel Carballo
Kamera: Javier Salmones
Musik: Zacarias M. de la Riva
FSK 16
Mexiko / 2007

Die Menschheit hat nur "36 Gerechte Menschen", anonym auf der ganzen Welt verteilt, die nichtsahnend mit ihrer bloßen Existenz das Universum verteidigen. Ein junger Fotograf wird von einem mysteriösen Geheimbund verfolgt. Warum weiß er nicht. Alles scheint mit seinem Geburtsdatum zusammenzuhängen und einer Jahrtausende alten Sekte. Sie glauben, das der einzige Weg die Welt in ein neues und besseres Zeitalter zu führen, das Aufspüren und die Vernichtung der "36 Gerechten Menschen" ist. Nur ein einziger dieser 36 lebt noch. Sie wollen Reinigung durch Vernichtung. Das Opfern eines Mannes soll über die gesamte Menschheit entscheiden.


Die religiöse und leicht okkulte Thematik dieser mexikanischen Produktion bietet eigentlich sehr viel Potential, um einen wirklich guten Okkult / Thriller zu präsentieren. Die Macher des Filmes haben es aber leider versäumt, die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, so das am Ende ein zwar recht solider Thriller herausgekommen ist, der aber eher ziemlich nüchtern und unspektakulär daherkommt. Dabei gibt es wirklich gute Ansätze zu erkennen, die aber nicht weiter ausgearbeitet wurden, was dem Film aber sicher gut zu Gesicht gestanden und ihn weiter aufgewertet hätte.

Mir persönlich hat dieses Werk trotzdem gut gefallen, denn die erzählte Geschichte ist auf jeden fall sehr interessant. Das Problem liegt viel eher darin begründet, das es hier nicht gelungen ist, eine absolut faszinierende Grundstimmung zu schaffen, die den Zuschauer richtiggehend fesselt und in ihren Bann zieht, so wie es in anderen Genre-Vertretern wie zum Beispiel "Das siebte Zeichen" oder auch "The Reaping - Die Boten der Apocalypse" der Fall ist.

Der Focus der Story ist hier hauptsächlich auf die Jagd nach dem jungen Fotografen ausgerichtet, wodurch der religiöse Teil zu sehr in den Hintergrund gerät und sogar etwas verkümmert. Man bekommt zwar einige spärliche Hintergrundinformationen über die Sekte und ihre Motive, aber eine etwas intensivere und ausführlichere Beleuchtung des Ganzen wäre ganz sicher von Vorteil gewesen und hätte für eine dichtere Atmosphäre gesorgt, die Filme dieser Art ansonsten so auszeichnet.

Dennoch ist "Die Wächter der Apokalypse" bei weitem kein schlechter Film, allerdings bezieht er seine Spannung fast ausscließlich aus der Frage, ob der Fotograf am Ende die jagd überlebt oder nicht. Ein weiterer Spannungsfaktor besteht noch darin, das man bei einigen Charakteren ganz einfach nicht weiß, welcher Seite sie angehören, denn das Netz der religiösen Sekte umspannt den gesamten Erdball und ihre Leute sind einfach überall, so das man eigentlich zu keiner Zeit weiß, wem man vertrauen kann und wem nicht.

Die eher unbekannten Darsteller liefern durchaus solides Schauspiel ab, da gibt es nichts zu meckern. Hervorstechende Leistungen gibt es zwar nicht unbedingt zu bewundern, aber schlecht sind die Darstellungen keineswegs.


Fazit:


"Die Wächter der Apokalypse" zählt zu den Filmen, aus denen man viel mehr hätte herausholen können, denn die Geschichte an sich bietet sehr viel an Potential. Mit einer intensiveren Beleuchtung der Hintergründe, die leider nur ziemlich oberflächlich angerissen werden, wäre hier ein richtig guter Okkult / Thriller entstanden. So aber muß man sich mit einem zwar soliden, aber nicht herausragendem Thriller zufriedengeben, dem es etwas an Höhepunkten mangelt. Dennoch ein auf jeden Fall sehenswerter Film, der für einen kurzweiligen Filmabend jederzeit geeignet ist.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (Widescreen anamorph)
Laufzeit: 98 Minuten
Extras: Originaltrailer, Bildergalerie, Trailershow


5.5/10

Freitag, 4. September 2009

Underworld: Aufstand der Lykaner






Underworld: Aufstand der Lykaner
(Underworld: Rise of the Lycans)
mit Michael Sheen, Bill Nighy, Rhona Mitra, Steven Macintosh, Kevin Grevioux, David Aston, Geraldine Brophy, Leighton Cardno, Alex Carroll, Elizabeth Hawthorne, Jared Turner, Jason Hood, Mark Mitchinson, Tania Nolan, Craig Parker
Regie: Patrick Tatopoulos
Drehbuch: Danny McBride /Dirk Blackman
Kamera: Ross Emery
Musik: Paul Haslinger
FSK 16
USA / 2009

Zwei unsterbliche Rassen. Zwei erbitterte Feinde. Eine Blutfehde für die Ewigkeit. Die einen sind elegante, aristokratische Vampire, die anderen unkontrollierbare, rasende Werwölfe mit unstillbarem Blutdurst. Und dann wird ein neues Wesen der Nacht geboren: Lucian, der erste Lykaner, der sich je nach Wunsch in einen Mann oder einen Werwolf verwandeln kann. Doch das Schicksal von Lucian scheint besiegelt: Der Vampirfürst Viktor erschafft aus seinem Blut eine Armee von Sklaven, die - kontrolliert von einem mit silbernen Nägeln gespickten Halsband - als Wächter und Arbeiter im Schloss des Vampirs missbraucht werden und ein karges Dasein fristen.


Oft genug wurde ja in den beiden Vorgängern, die ja zeitlich gesehen nach diesem Teil spielen verbal auf die Vorgeschichte von "Underworld" eingegangen. Mit "Aufstand der Lykaner" bekommt man nun endlich auch die dazugehörigen Bilder geliefert. Natürlich kann man über Sinn und Unsinn eines Prequels streiten, doch in den letzten Jahren ist es ja so ziemlich in Mode gekommen, das man einem Erfolgsfilm eine bildliche Vorgeschichte verpasst ( TCM, Ginger Snaps). Nun gehen die Meinungen über diesen Film ja ziemlich auseinander, von "unnötig" bis "hervorragend" ist eigentlich so ziemlich jede Meinung vertreten. Sicherlich wird hier nichts geboten, was man jetzt unbedingt braucht, um die Geschichte des ersten Teils besser zu verstehen, da hätten auch die Erzählungen vollkommen ausgereicht, aber es ist schon eine tolle Sache, die Vorgeschichte jetzt auch in einem eigenen Film zu sehen.

Atmosphärisch und von der Optik her unterscheidet sich der vorliegende Teil eigentlich gar nicht von seinen beiden Vorgängern, die ja zeitlich gesehen nach ihm spielen, auch hier ist dieser faszinierende Blaustich vorhanden, der dem Zuschauer einen tollen optischen Eindruck gibt und auch dafür sorgt, das die sich entfaltende Atmosphäre noch düsterer und bedrohlicher wirkt, als sie von Haus aus schon ist. So entsteht wieder einmal das typische "Underworld-Feeling", das schon die beiden Vorgänger so hervorragend ausgezeichnet hat.

Ungewohnt ist vor allem zu Beginn, das Kate Beckinsale dieses Mal nicht mit von der Partie ist, doch wenn man hier Rhona Mitra in der Rolle von Victors Tochter Sonja sieht, kann es doch eventuell zu einer Verwechslung kommen, da sich die beiden doch ziemlich ähneln. Doch auch ohne Kate Beckinsale bekommt man hier eine durchaus spannende und interessante Geschichte präsentiert, ich persönlich hatte sie mir in meiner Fantasie auch genau so ausgemalt, wier sie hier umgesetzt wurde. Natürlich ist das wohl auch der Hauptgrund, warum mir dieser Film ganz ausgezeichnet gefallen hat und die Objektivität etwas auf der Strecke bleibt.

Auch im Bezug auf die Action wird wieder eine ganze Menge geboten und wie schon bei "Underworld - Evolution" war ich nach Sichtung des Films doch ziemlich überrascht, das es hier zu einer 16er Freigabe gekommen ist, denn es gibt bei den ganzen Kampfszenen doch zu so manchen harten und äußerst blutigen Passagen, die man in dieser Form nicht unbedingt erwarten konnte. Aber anscheinend hat auch die FSK ab und zu mal einen gnädigen Tag, denn anders kann ich mir die Freigabe nicht logisch erklären. So kommen also auch die Freunde der etwas härteren Welle auf ihre Kosten, obwohl man anmerken sollte, das "Aufstand der Lykaner" keinesfalls übermäßig hart geraten ist.

Insgesamt ist es hier in meinen Augen vollkommen gelungen, die Vorgeschichte spannend und sehr actionreich umzusetzen und so dem Zuschauer ein teils sehr bildgewaltiges Spektakel zu bieten. Ob man dieses Prequel überhaupt drehen musste, soll jeder für sich selbst entscheiden, aber der Film an sich ist sehr gelungen und bietet sehr kurzweilige Unterhaltung.


Fazit:


Wer die "Underworld-Filme" mag, der kommt auch an diesem Teil nicht vorbei, denn er gehört einfach dazu. Auch ohne Kate Beckinsale ist hier ein sehenswerter und vor allem actionreicher Film entstanden, der qualitativ vielleicht nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten kann, aber doch eine Geschichte erzählt, die einen faszinieren und auch fesseln kann. Mir jedenfalls hat diese Vorgeschichte ausgezeichnet gefallen, auch wenn sie mit gerade mal 80 Minuten ( ohne Abspann) doch etwas kurz ausgefallen ist.


8/10

Dienstag, 1. September 2009

Tokyo Decadence






Tokyo Decadence
(Topazu)
mit Miho Nikaido, Sayoko Amano, Temmei Kano, Kan Mikami, Masahiko Shimada, Yayoi Kusama, Chie Sema
Regie: Ryu Murakami
Drehbuch: Ryu Murakami
Kamera: Tadashi Aoki
Musik: Ryuichi Sakamoto
Keine Jugendfreigabe
Japan / 1992

Die junge Edelprostituierte Ai hat sich auf Sadomasochismus spezialisiert. Sie bedient jeden Wunsch Ihrer Kunden und beobachtet, was die Männer dabei ihr und sich selbst zufügen. Dabei hofft sie auf ihrer Reise durch die perversen Triebe stets noch auf die große Liebe, die sie vor Jahren traf. Eine Wahrsagerin hat ihr vorhergesagt, dass sie ihren Geliebten eines Tages treffen wird. Dies hilft Ali, auch die größte Demütigung über sich ergehen zu lassen. Schließlich muss sie jedoch erkennen, dass der eingeschlagene Weg immer tiefer in einen Sumpf aus Drogen und Abhängigkeit führt.


Ich hatte im Vorfeld schon sehr viel über diesen Film gehört, umso gespannter war ich, als ich die DVD nun endlich in den Händen hielt. Und nach der Sichtung des Filmes muß ich zugeben, das "Tokyo Decadence" teilweise wirklich ziemlich harter Tobak ist. Es handelt sich hier definitiv um viel mehr als einen normalen Erotikfilm, vielmehr bekommt der Zuschauer ein erstklassig inszeniertes Drama präsentiert, das einen sehr tiefen Einblick in das Seelenleben einer jungen Edel-Prostituierten gewährt. Hierbei stellt gerade Miho Nikaido den Charakter der 22-jährigen Ai so glänzend dar, das man vom dargebotenen Schauspiel einfach nur absolut fasziniert ist. Auch wenn sie ihren Freiern eigentlich jeden Wunsch erfüllt, auch wenn sie noch so ausgefallen und manchmal wirklich pervers sind, so merkt man doch an ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Körperhaltung, das sie mit ihrem Beruf alles andere als glücklich ist.

Von Beginn an wird einem bewust, das sie eigentlich etwas ganz anderes sucht, nämlich ihre große Liebe. Dabei lässt sie sich demütigen und erniedrigen, wo es nur geht, so das einen das Gefühl überkommt, das sie sich durch diese Dinge lediglich selbst betäuben und abstumpfen will. Denn das sie keinerlei Freude an ihrem Job hat, merkt man eigentlich in jeder Passage des Films, wobei ihre seelische Zerrissenheit ganz hervorragend herausgearbeitet wird. Als Zuschauer leidet man irgendwie mit der jungen Frau mit, denn die erzählte Geschichte entwickelt eine ungeheuer starke Intensität, die sich fast zwangsläufig auf einen selbst überträgt. Und trotz der teilweise extremen Sex-Praktiken, die man hier zu sehen bekommt, spürt man auch die stark vorhandene und sehr kindliche Naivität, die noch bei Ai vorherrscht. Es berührt einen tief, wenn man auf der einen Seite ihren Job betrachtet und andererseits den Schmerz in ihren Augen sehen kann. Ganz unwillkürlich stellt sich die Frage, warum eine junge Frau sich selbst so entwürdigen und innerlich zerstören kann.

"Tokyo Decadence" ist sicherlich alles andere als ein Mainstream-Film, der Zuschauer wird hier in eine bizzare Welt der Perversion geführt, die auf manch einen eventuell sehr verstörend und schockierend wirken kann, aber auch eine ungeheure Faszination ausstrahlt, der man sich schwerlich entziehen kann. Es ist der besondere Reiz von Dingen, die für viele immer noch ein absolutes Tabu-Thema sind, über das man lediglich hinter vorgehaltender Hand sprechen kann, da es bei den meisten Leuten eher auf Unverständniss trifft und als nicht normal bezeichnet wird. Das liegt in erster Linie an den hier praktizierten Sexual-Techniken, die doch sehr gewöhnungsbedürftig sind.

Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist dieser Film auf seine Art ein kleines Meisterwerk, das einen sehr eindringlichen und ungeheuer intensiven Einblick in eine bizzare Welt gestattet. Das wird durch die vorhandene und sehr gute Kamera-Arbeit noch zusätzlich vertärkt, denn die gezeigten Bilder hinterlassen doch einen sehr nachhaltigen Eindruck beim Betrachter, der auf jeden Fall im Gedächtnis hängenbleibt. Und dann sind da noch die ausgezeichneten Darsteller, die dem Ganzen durch ihr ausdrucksstarkes und überzeugendes Schauspiel einen sehr authentischen Touch verleihen, so das man sich ziemlich problemlos in die Szenerie einfühlen kann. Ich bin durchaus der Meinung, das gerade in einem Film mit einer solchen Thematik gute Schauspieler erforderlich sind, denn so etwas kann nicht jeder spielen. Und wenn es dann wie hier gelingt, dem Betrachter ein so authentisches Gefühl zu vermitteln, zeigt das eigentlich nur, das hier Akteure agieren, die etwas von ihrem handwerk verstehen.


Fazit:


"Tokyo Decadence" ist ein erschreckend intensives Sex-Drama, das unter die haut geht und seine Spuren hinterlässt. Der Einblick in eine bizzare Welt fällt sehr intensiv aus und ganz sicher nicht jedermanns Geschmack. Auf der anderen Seite strahlt dieses Werk eine ungeheure Faszination des Unbekannten aus und regt die fantasie des Zuschauers an. Es liegt ein gewisser Reiz des Verbotenen über diesem Film, der seine Wirkung keinesfalls verfehlt. Mir persönlich hat Ryu Murakamis Werk jedenfalls sehr gut gefallen und ich kann den Film bedenkenlos weiterempfehlen. Allerdings sollte man vorher wissen, auf was man sich hier einlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Laufzeit: 113 Minuten



8,5/10