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Freitag, 30. Oktober 2009

My Bloody Valentine (2009)






My Bloody Valentine 3D
(My Bloody Valentine)
mit Jensen Ackles, Jaime King, Kerr Smith, Betsy Rue, Edi Gathegi, Tom Atkins, Kevin Tighe, Megan Boone, Karen Baum, Joy de la Paz, Marc Macaulay, Todd Farmer, Jeff Hochendoner, Bingo O'Malley, Liam Rhodes
Regie: Patrick Lussier
Drehbuch: Todd Farmer / Zane Smith
Kamera: Brian Pearson
Musik: Michael Wandmacher
SPIO / JK
USA / 2009

Eine schreckliche Tragödie veränderte einst die Kleinstadt Harmony auf ewig: Der junge Bergarbeiter Tom verursachte im Schacht einen Unfall. Fünf Kollegen starben, einer konnte im Koma geborgen werden: Es war Harry Warden. Genau ein Jahr später, an einem Valentinstag, erwachte Warden und brachte 22 Menschen mit der Spitzhacke um. Zehn Jahre danach kehrt Tom nach Harmony zurück. Die Todesfälle von einst machen ihm ebenso zu schaffen wie das ungeklärte Verhältnis zur Ex-Freundin Sarah, die inzwischen mit Kleinstadt-Sheriff Axel liiert ist. Ausgerechnet in dieser Nacht wird Harmony von seiner grausamen Vergangenheit eingeholt: Der Spitzhacken-Killer geht wieder um!


Mittlerweile ist es ja schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden, das fast jeder erfolgreiche Horrorfilm der 70er-und 80er Jahre eine Neuinterpretation erhält, wobei man allerdings den meisten dieser Remakes herzlich wenig abgewinnen kann. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, die wirklich als gelungen bezeichnet werden können und "My Bloody Valentine" zählt meiner Meinung nach auf jeden Fall dazu. Das mag auch daran liegen, das man den Film in 3D bewundern kann, denn diese Technik kommt hier ganz ausgezeichnet zum Ausdruck und bietet dem Zuschauer so ein sehr intensives und plastisches Sehvergnügen, das wirklich Freude macht. Gerade die Szenen, in denen verschiedenste Gegenstände wie Äste, Spitzhacken oder auch dicke Äste auf einen zurasen, vermitteln einen so realistischen Eindruck, als wenn man selbst am Geschehen beteiligt ist und sich innerhalb der hier erzählten Geschichte befindet. Auch die Personen erscheinen so, als wenn sie praktisch genau vor einem stehen und man nur die Hand ausstrecken muß, um sie zu berühren. Dieses Gefühl macht den Film zu einem wahrhaften Reality-Ereignis, an dem man seine helle Freude hat.

Doch es ist bei weitem nicht nur die 3D Technik, die dieses Werk zu einem absolut sehenswerten Filmerlebnis macht, auch die fesselnde und interessante Geschichte hat ihren Reiz und wurde sehr spannend und actionreich in Szene gesetzt. Es ist vor allem die temporeiche Erzählweise, die hier dafür Sorge trägt, das erst gar keine langatmigen Passagen entstehen, es ist eigentlich immer etwas los, so das man als Zuschauer zu keiner Zeit das Interesse am Geschehen verliert. Dafür sorgen auch allein schon die nicht gerade wenigen Morde, die es zu sehen gibt und die teilweise ziemlich hart und blutig dargestellt werden. Nun könnte man eventuell bemängeln, das es hier etwas an Abwechslung fehlt, da fast alle Tötungen mit einer Spitzhacke als Mordinstrument vollzogen werden, doch ist der Mörder in der Handhabeung seiner Mordwaffe ziemlich variantenreich, so das fast alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, wie man einen Menschen mit einer Spitzhacke töten kann.

"My Bloody Valentine" ist ein Horrorfilm, der durchgehend über einen straff gezogenen Spannungsbogen und eine teils herrlich düstere Optik verfügt, die ganz besonders in den Passagen hervorsticht, die sich innerhalb der alten Bergmine abspielen. Besonders in diesen Phasen kommt die durch die 3D Technih noch viel intensiver zur Geltung kommende unheivolle Atmosphäre des Filmes so richtig zum Tragen, da man das aufkommende Unheil fast körperlich spüren kann. Dabei steigert sich das aufkommende Spannungsgefühl fast ins Unermessliche, was teilweise auch schweissnasse Hände und nervöses Hin-und hergerutsche auf dem eingenommenen Sitzplatz zur Folge hat. So vermittelt einem dieses Werk einen wirklich ausgezeichneten und faszinierenden Filmgenuss, den man in gewisser Art und Weise miterlebt und bei dem man recht selten das Gefühl hat, sich in einem Film zu befinden, sondern vielmehr selbst ein Teil des blutigen Geschehens ist.

Durch den vorhandenen Härtegrad ist es auch durchaus nachzuvollziehen, das die Leih-Version mit einer SPIO /JK Freigabe gekennzeichnet ist, denn es wird einiges an wirklich derben und extrem harten Szenen geboten, was vor allem die Splatter-und Gore Freunde sehr freuen dürfte. Doch trotz aller Härte entsteht zu keiner Zeit der Eindruck, das es sich hier um einen vollkommen sinnlosen Metzelfilm handeln würde, denn andere wichtige Dinge wie zum Beispiel Spannung, solide Darsteller und Atmosphäre, die einen guten Horrorfilm auszeichnen, wurden keinesfalls vernachlässigt und so kann man letztendlich von einem insgesamt vollkommen überzeugenden Gesamtpaket sprechen, das kaum Wünsche offen lässt und ganz sicher zu den Horror-Highlights des Jahres 2009 zu zählen ist.


Fazit:


Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man "My Bloody Valentine" zu den Film-Highlights des jahres zählt, zumindest wenn es um den Horror-Bereich geht. Hier wird einem beste und sehr kurzweilige Horror-Unterhaltung geboten, die durch die angewandte 3D Technick sicherlich noch einmal zusätzlich etwas aufgewertet wird, da das hier gebotene Filmerlebnis um ein Vielfaches intensiver und realistischer beim Zuschauer ankommt. Aber auch ohne 3D handelt es sich um einen tollen Horrorfilm, der seine Wirkung nicht verfehlt. Eines der wenigen Remakes, das man als durchaus gelungen bezeichnen kann und das sich seine Daseins-Berechtigung auf jeden Fall verdient hat.



9/10

Dienstag, 27. Oktober 2009

Drag me to Hell






Drag me to Hell
(Drag me to Hell)
mit Alison Lohman, Justin Long, Lorna Raver, Dileep Rao, David Paymer, Adriana Barraza, Chelcie Ross, Reggie Lee, Molly Cheek, Bojana Novakovic, Kevin Foster, Alexis Cruz, Ruth Livier, Shiloh Selassie, Flor de Maria Chahua
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi / Ivan Raimi
Kamera: Peter Deming
Musik: Christopher Young
FSK 16
USA / 2009

Christine Brown liebt ihren Bankjob und ihren Freund. Doch eine einzige Entscheidung macht ihr bisher so glückliches Leben zunichte: Um ihren knallharten Chef zu beeindrucken, verweigert Christine einer scheinbar hilflosen alten Frau die Verlängerung ihres Hypothekenkredits. Doch die mysteriöse Alte weiß sich zu rächen! Sie belegt Christine mit einem grausamen Fluch, der ihr Leben zur Hölle auf Erden werden lässt. Gehetzt von Dämonen und düsteren Horror-Visionen, beginnt Christines Wettlauf gegen die Zeit. Nur noch drei Tage, den Fluch zu brechen oder auf ewig in der Hölle zu leiden. Nur ein Seher weiß den Weg, ihre Seele vor ewiger Verdammnis zu retten. Aber wie weit wird sie gehen um den dunklen Bann zu brechen?


Nachdem Kult-Regisseur Sam Raimi in den letzten Jahren mit seinen Spider-Man Verfilmungen beschäftigt war und damit ordentlich Erfolg einheimste, hat er sich mit "Drag me to Hell" im Horror-Genre erfolgreich zurückgemeldet. Vielleicht werden aber trotzdem viele Fans diese Rückkehr mit einem weinenden Auge sehen, da sie doch eher einen Film in der Art wie "Tanz der Teufel" erwartet hatten, mit dem Raimi sich im Genre ein Denkmal gesetzt hat. Diesen Anspruch kann das vorliegende Werk allerdings nicht erfüllen, denn anstatt eines knallharten Horrorfilms wird einem hier ein erstklassiger Okkult-Horrorfilm geboten, der durch tolle Effekte, sehr viel Spannung und eine einzigartige unheilvoll daherkommende Atmosphäre besticht. Wirklich gute oder gar herausragende Filme dieser Machart sind eigentlich ziemlich selten anzutreffen, zumeist wird die vorhandene Thematik nicht sonderlich gut bearbeitet, oder es fehlt ganz einfach der zündende Funke, der auf den Zuschauer überspringt und ihn in die faszinierende Welt des Okkulten hineinzieht.

Das ist in vorliegendem Film vollkommen anders, schon von Beginn an überkommt einen das Gefühl, es mit etwas Besonderem zu tun zu haben, nämlich mit einem in allen Belangen faszinierenden Film, der einen von der ersten Minute an in seinen Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr loslassen will. Richtiggehend gebannt verfolgt man die Geschichte, in der die junge Christine von einer alten Zigeunerin mit einem Fluch belegt wird, durch den sie nach einer gewissen Zeit in die Hölle gezogen werden soll. Allein schon die Figur der Zigeunerin ist es allemal wert, sich diesen Film anzuschauen, denn die gute Frau, die anfänglich noch sanft und freundlich wirkt, entwickelt sich im Laufe einer körperlichen Auseinandersetzung mit Christine, die vor dem Aussprechen des Fluches stattfindet, zu einer wahren Furie. Dabei entwickelt sie körüerliche Kräfte, die ihr Opfer in arge Bedrängnis bringen und sie so in die Defensive zwingen. Die Vehemenz, mit der ihre Angriffe erfolgen und der damit verbundene Hass, der hervorragend zum Ausdruck kommt, können einem schon manch kalten Schauer über den Rücken jagen und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer.

Was danach folgt, stellt Christines gesamtes Leben vollkommen auf den Kopf und lässt sie phasenweise an ihrem Verstand zweifeln. Selbst Vesuche, durch die Hilfe eines "Sehers" die sich auftuenden Probleme und Ereignisse in den Griff zu bekommen, scheinen allesamt zu scheitern, der Fluch scheint allgegenwärtig und schier unüberwindbar zu sein. Das hier dargestellte Szenario ist geprägt von eindrucksvollen Effekten, die dem Geschehen eine hohe Intensität verleihen und phasenweise für absolute Gänsehaut garantieren. Hinzu kommt die erstklassige musikalische Untermakung des Ganzen, die nahezu perfekt auf die einzelnen Sequenzen abgestimmt ist und so der Geschichte eine unheilvolle und sehr bedrohliche Aura verleihen, die sich zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt, der schon längst der Faszination dieses tollen Filmes erlegen ist.

Das meiner Meinung nach Bemerkenswerteste an "Drag me to Hell" ist aber, das es keinerlei Szenen gibt, die irgendwie überflüssig oder unnötig erscheinen, alles wirkt wie perfekt aufeinander abgestimmt und sorgt so für ein uneingeschränkt spannendes und interessantes Filmerlebnis. Das wird abgerundet durch die überzeugenden Darstellungen der hier mitwirkenden Schauspieler, wobei sich in meinen Augen Alison Lohman (Christin) und Lorna Raver (Mrs. Ganush) ganz besonders hervortun, denn ihr gezeigtes Schauspiel wirkt sehr authentisch und ausdrucksstark, so das keine Wünsche offen bleiben. Mir persönlich hat vor allem Lorna Raver in der Rolle der alten Zigeunerin sehr imponiert, denn besser und glaubwürdiger hätte man diese Figur wohl kaum verkörpern können. Mal ganz davon abgesehen, das sie durch ihre Interpretation der Rolle für schweissnasse Hände und eine absolute Gänsehaut gesorgt hat.

Letztendlich ist Sam Raimi hier ein wirklich mehr als nur sehenswerter Film gelungen, der einfach alles beinhaltet, was einen richtig guten Okkult-Horrorfilm so auszeichnet, nämlich eine tolle Geschichte, die zudem noch genau das richtige Erzähltempo aufweist, ein sehr hoch angesiedelter Spannungsbogen, sehr gute und überzeugende Schauspieler, klasse Effekte und nicht zu vergessen eine sensationelle Atmosphäre, die einem teilweise die Haare zu Berge stehen lässt.


Fazit:


"Drag me to Hell" ist Spannung und Gänsehaut pur, ein Film, der mitreisst und begeistert, so das es schwerfällt, in ihm etwas Negatives zu finden. Wer dann noch von Haus aus viel mit Filmen dieser Art anfangen kann, der darf sich Raimis Werk keinesfalls entgehen lassen. Der Mann hat es immer noch drauf, auch im Horror-Genre seine Fans bestens zu bedienen, was man an diesem Film hervorragend erkennen kann. Hier wird wieder einmal perfekt unter Beweis gestellt, das Horror nicht immer unbedingt blutig und hart sein muß, um die richtige Wirkung zu erzielen, manchmal reicht auch das langsam und schleichend aufkommende Grauen, wenn es denn so wie hier brillant in Szene gestzt wurde.


9/10

Samstag, 24. Oktober 2009

The Call 3 - Final






The Call 3 - Final
(Chakushin ari: Final)
mit Maki Horikita, Meisa Kuroki, Yun-seok Jang, Erika Asakura, Yü Kamiwaki, Rie Tsuneyoshi, Arisa Naito, Rakuto Tochihara, Kazuma Yamane, Takashi Yamagata, Takanori Kawamoto, Yüta Ishida, Mami Hashimoto, Miho Amakawa, Sora Matsumoto
Regie: Manabu Asou
Drehbuch: Miwako Daira / Jiro Shin
Kamera: Keine Informationen
Musik: Koji Endo
FSK 16
Japan / 2006

Emily und ihre Freunde fahren gemeinsam für ein Wochenende nach Korea ans Meer. Doch anstatt eines lustigen Partywochenendes erwartet sie hier die Hölle auf Erden. Asuka, die von ihren Freunden brutal gemobbt wird, sähe ihre Peiniger am liebsten selbst gequält, besser noch, eigentlich wünscht sie sich deren grausamen Tod. Sie plant eine Racheaktion und versendet Kurzmitteilungen: "Nur wenn Du die fluchbeladene SMS an jemanden anderen weiterleitest, bleibst du am Leben, wenn nicht wirst Du sterben!" Ihre Nachrichten werden erst genommen, nachdem die ersten Teenager einen höllischen Tod sterben. Schon bald bricht das Chaos aus, da jeder nur an sich selbst und seine Rettung denkt.


Ohne große Erwartungen bin ich an diesen angeblichen Abschluß der "The Call-Reihe" herangegangen, denn wirkliche Neuerungen auf dem mittlerweile ziemlich ausgelutschten Sektor des Asia-Gruselfilms konnte man wohl nicht unbedingt erwarten. So kam es dann schließlich auch, denn bis auf einige kleinere Neuerungen wird man nicht unbedingt mit Innovation überschüttet. Dennoch handelt es sich hier um einen Film, der durchaus überzeugen kann und teilweise sogar sehr positiv zu überraschen weiss. Das liegt in erster Linie schon einmal an der Erzählweise der Geschichte, die ganz besonders im Gegensatz zum Vorgänger viel flüssiger und temporeicher gestaltet ist und keinerlei zähflüssigen Passagen enthält, wie es doch über weite Strecken bei "The Call 2" der Fall war. Dieser dritte Teil baut von der ersten Minute an sehr viel Spannung auf, die sich zwischendurch im Laufe der Geschichte immer wieder in etlichen Tötungsszenen entladen kann, um sich aber kurz danach sofort wieder aufbauen zu können, so das man als Zuschauer zu keiner Zeit die Aufmerksamkeit schleifen lässt.

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, das hier über die gesamte Laufzeit ein wirklich gruseliges Ambiente vorherrscht, das mit etlichen Schockmomenten angereichert wurde, für die die Asiaten ja bekannt sind. So entsteht auch dieses hervorragende Grusel-Feeling, das ganz besonders die Genre-Vertreter wie "Ring" oder auch "Ju-On" schon so ausgezeichnet hat. Auch hier gibt es diese Phasen während des Filmes, in denen man eine entstehende Gänsehaut einfach nicht unterdrücken kann und einem kalte Schauer über den Rücken jagen. Dabei ist es dieses Mal nicht der Fluch einer Toten, der die Anzahl der Jugendlichen auf drastische Art und Weise dezimiert, sondern eine Mitschülerin, die nach einem missglückten Selbstmordversuch im Koma liegt. Von ihr werden die mysteriösen Kurznachrichten verschickt, in denen sie die Mitschüler, die sie durch ihre Schikanen soweit getrieben haben auffordert, die Nachricht weiterzuschicken, oder aber zu sterben.

Was zu Beginn noch eher wie ein Zufall wirkt und von Schülern sowie von den Lehrern nicht trichtig ernstgenommen wird, ändert sich schlagartig, als innerhalb kürzester Zeit mehrere Personen auf unterschiedlichste Art und Weise ihr Leben verlieren. Aus der anfänglichen eher lustigen Klassenfahrt wird mit einem Schlag ein Panik-Szenario, in dem sich alle Beteilgten wiederfinden und das vor allem Unsicherheit, Angst und Egoismus in ihnen hervorruft. Denn mit der Zeit werden Freundschaften vollkommen ausser Acht gelassen, jeder versucht mit allen Mitteln, seine eigene Haut zu retten, was zwar durchaus nachvollziehbar ist, aber auch sehr gut den nackten Überlebenswillen eines jeden Menschen in den Vordergrund rückt. So hält sich phasenweise die Bestürzung über den Tod weiterer Mitschüler durchaus in Grenzen, vielmehr kommt die Erleichterung darüber, das man selbst verschont wurde, sehr gut zur Geltung.

Sicherlich ist es auch den meiner Meinung nach den authentisch und glaubhaft agierenden Darstellern zu verdanken, das "The Call 3" seine intensive Wirkung auf den Zuschauer nicht verfehlt. Man kann die aufkommenden Gefühle und Verhaltensweisen der Protagonisten glaubhaft nachvollziehen, da man in einer dementsprechenden Situation höchstwahrscheinlich ebenso reagieren würde. Neben den schon erwähnten Verhaltensweisen gibt es aber auch Passagen, in denen eine schon als heroisch anzusehende Opferungs-Haltung einiger Personen zu erkennen ist, was sich besonders zum Ende des Films herauskristallisiert. Und dennoch läuft es im Endeffekt nicht auf ein Happy-End hinaus, was auch keineswegs passend gewesen wäre.


Fazit:


"The Call 3 - Final" war für mich eine wirklich positive Überraschung und auch, wenn das Schema dieses Asia-Gruselfilms nicht neu erfunden wurde, haben die kleinen Neuerungen doch dafür gesorgt, das ich mich bestens und sehr spannend unterhalten fühlte. Vor allem nach dem etwas zähflüssihen zweiten teils der Reihe wird man hier mit einer sehr tempo-und actionreichen Geschichte konfrontiert, die ganz nebenbei auch noch durch eine gelungene Grusel-Atmosphäre zu überzeugen weiss. Ein Film, den man jedem Fan nur wärmstens empfehlen kann, denn gute Horror-Unterhaltung ist hier vorprogrammiert.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (WIdescreen anamorph)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Originaltrailer, Bildergalerie, Trailershow



7,5/10

Mittwoch, 21. Oktober 2009

The Midnight Meat Train






The Midnight Meat Train
(The Midnight Meat Train)
mit Bradley Cooper, Leslie Bibb, Brooke Shields, Vinnie Jones, Roger Bart, Tony Curran, Barbara Eve Harris, Peter Jacobson, Stephanie Mace, Ted Raimi, Nora, Dan Callahan, Don Smith
Regie: Ryühei Kitamura
Drehbuch: Jeff Buhler / Clive Barker
Kamera: Jonathan Sela
Musik: Johannes Kobilke / Robb Williamson
Ungeprüft
USA / 2008

Der Fotograf Leon Kaufman ist besessen von der Idee, das wahre Leben der Millionenstadt New York abzubilden. Bei seiner Suche nach dem perfekten Motiv stößt er auf die blutige Spur eines unaufhaltbaren Serienmörders, der nächtliche U-Bahnfahrgäste stumm und gnadenlos abschlachtet, als wären sie Vieh. Für wen - oder was - bereitet der Killer seine hilflosen Opfer als Nahrung zu? Auf Leon strahlt der bestialische Mörder eine seltsame Faszination aus, die ihn immer tiefer in die endlosen Tunnel der New Yorker U-Bahn lockt - und schließlich in einen Abgrund, in dem etwas Teuflisches auf ihn lauert...


Zugegeben, nach den etlichen zumeist sehr guten Kritiken über diesen Film hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung, die noch darin bestärkt wurde, das mir die hier zugrunde liegende Kurzgeschichte sehr gut gefallen hat. Und erstaunlicherweise hat der Film meine recht hohen Erwartungen sogar noch übertroffen. Ich halte es für keineswegs übertrieben, wenn man behauptet, das vorliegendes Werk ein "echtes Brett" ist, das auch vor allem die Freunde der etwas härteren Gangart vollkommen zufriedenstellen dürfte. Hier gibt es wirklich viel Splatter-und Gore Szenen zu sehen, die in einer Art und Weise dargestellt werden, die das Herz im Leibe eines jeden Horrorfans vor Freude hüpfen lassen dürften.

Das Bemerkenswerte aber ist, das dies nicht auf die so oft gesehene plumpe Art und Weise gezeigt wird, denn die hier gezeigte Härte wird einem in einem sehr stilvoll wirkendem Ambiente serviert. Dazu zählt vor allem sterile und gleichzeitig düster wirkende Optik, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht und beim Zuschauer eine Gänsehaut erzeugt, die er in keiner Phase dieses Werkes verliert. Es geht eine ganz eigenartige und sehr intensive Wirkung vom Geschehen aus, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Teilweise entsteht sogar eine fast magische Faszination, man kann seinen Blick einfach nicht vom Bildschirm lösen, so sehr zieht einen die hier erzählte Geschichte in ihren Bann.

Dazu trägt auch der erstklassige Spannungsaufbau bei, der sich fast minütlich immer mehr verdichtet und selbst das Level der absoluten Hochspannung fast mühelos erreicht. Während der gesamten Laufzeit gibt es auch nicht die kleinste Passage, die man eventuell als unnötig oder langatmig ansehen könnte, hier passt einfach alles nahezu perfekt zusammen und ergibt im Endeffekt einen stilvollen und ziemlich harten Horrorfilm, der eine absolut beeindruckende Wirkung auf den Betrachter hinterlässt. Ganz besonders die Sequenzen, die sich im "Meat Train " abspielen, entfalten durch ihre kühle Optik und den dort stattfindenden Schlachtfesten ein gehöriges Maß an Intensität und wirken trotz aller Härte auf eine gewisse Art und Weise extrem ästhetisch. So bekommt man zu keiner Zeit das Gefühl, es hier mit einem weiteren, eher stumpfen Metzelfilm zu tun zu haben, sondern viel eher mit einem kunstvollen Werk, das in seiner Gesamtheit absolut überzeugen kann und nicht nur durch seinen hohen Härtegrad im gedächtnis haften bleibt.

Zum insgesamt excellenten Gesamteindruck tragen auch die richtig guten darsteller bei, die durch die Bank einen mehr als ur soliden Job abliefern. Zwar handelt es sich hier um etwas weniger bekannte Gesichter, jedoch dürfte vor allem Bradley Cooper in der Rolle des Fotografen Leon vielen Leuten noch aus der Serie "Alias - Die Agentin" bekannt sein, in der er den symphatischen Freund von Sydney Bristow (Will Tippin) gespielt hat. Und sein dargebotenes Schauspiel fand ich besonders hervorstechend und glaubhaft, wobei ich die leistungen der anderen Akteure aber keineswegs schmälern möchte.


Fazit:


"The Midnight Meat Train" ist ein extrem harter und sehr blutiger Horrorfilm, der aber keineswegs nur wegen seines Härtegrades, sondern besonders durch seine künstlerische Inszenierung überzeugen kann. In meinen Augen handelt es sich hier um einen Film, der sich auf einem sehr hohen Niveau bewegt und eigentlich jeden Horrorfan begeistern dürfte. Jedenfalls dürfte man sich nach Sichtung dieses tollen Filmerlebnisses zweimal überlegen, ob man in die nächste U-Bahn einsteigt, vor allem dann, wenn es sich um die letzte nächtliche Fahrt handelt.



9/10

Sonntag, 18. Oktober 2009

Plague Town






Plague Town
(Plague Town)
mit Josslyn DeCrosta, Erica Rhodes, David Lombard, Lindsay Goranson, James Warke, Catherine McMorrow, Elizabeth Bove, Michael Donaldson, Hope Alexander, Peter Berges, Roisin Donnelly, Michael Eaton, Kelsey Smith
Regie: David Gregory
Drehbuch: John Cregan / David Gregory
Kamera: Brian Rigney Hubbard
Musik: Mark Reskin
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Mitten in der Einöde verpassen die Monahans die Abfahrt ihres Reisebusses. Auch wenn Vater Jerry wollte, dass dieser Urlaub in Irland seine beiden Töchter und seine neue Freundin etwas näher bringen wird, so droht diese Situation für die amerikanische Familie eine zumindest unbequeme Etappe ihrer Ferien zu werden. In einem kleinen Dorf sucht man Unterschlupf für die Nacht, doch mit Einbruch der Dunkelheit legt sich das Grauen über die weitläufige Gegend. Die Bewohner des Ortes verbergen ein furchtbares Geheimnis in ihren Reihen, einen Fluch, der sich als tödliche Gefahr für die Monahans erweist. Für die Familie beginnt eine Nacht des absoluten Horrors, die viele schreckliche Überraschungen offenbart...


Der Wald der missgestalteten Kinder



Backwood-Horrorfilme gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer und eigentlich alle laufen immer nach dem gleichen Schema ab. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das "Plague Town" nicht wirklich viel Neues bietet, aber die Art, wie die Thematik hier behandelt wurde, sticht doch etwas aus dem allgemeinen Einheitsbrei heraus. Regissuer David Gregory ist es hier vortrefflich gelungen, einen vor allem in atmosphärischer Hinsicht absolut überzeugenden Genrebeitrag abzuliefern, der dem Zuschauer doch des öfteren kalte Schauer über den Rücken jagt und ihn durch seine unheilvolle Grundstimmung zu faszinieren. Während des gesamten Films fühlt man sich merklich unwohl in seiner Haut und verfolgt wie gebannt das Geschehen, das sich vor den eigenen Augen abspielt.

Auch wenn man allein schon durch die Eröffnungssequenz ziemlich deutlich erkennt, worauf die hier erzählte Geschichte hinausläuft, entwickelt sich ein konstant hoher Spannungsbogen, der sich kontinuirlich durch den gesamten Film zieht und zu keiner Zeit irgendwelche Einbrüche erleidet. Eher das Gegenteil ist der Fall, die Spannungsschraube wird Stück für Stück immer fester gezogen und es entfaltet sich eine sehr beklemmend wirkende Grundstimmung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Unterstützt wird das Ganze durch die Tatsache, das sich die Geschichte ganzzeitig in der Nacht abspielt, wodurch die von Haus aus schon sehr bedrohliche Stimmung noch intensiver zur Geltung kommt. Und dann wäre da noch der Wald,, der als Schauplatz des Geschehens absolut perfekt in die Szenerie passt und das unheilvoll anmutende Element des Films besonders hervorhebt.

In diesem Wald, der sich um "Plague Town" erstreckt, jagen die missgestalteten Kinder der Stadt ihre Opfer, um sie auf sadistische Art und Weise zu quälen. Dabei sind aber gar nicht einmal die stattfindenden Quälereien das Schlimmste, sondern vielmehr die unheimliche Präsenz, die von den Kindern ausgeht. Man wird mit bleichen und fratzenartigen Gesichtern konfrontiert, die einem phasenweise das Bkut in den Adern gefrieren lassen. Hinzu kommen die ständig ausgestossenen Schreie und das ständige Gekichere, denn dadurch entsteht hier der wirkliche Horror, der sich in den Kopf des Betrachters frisst und ihn einfach nicht mehr loslässt. Und das ist auch gleichzeitig die große Stärke des Films, das langsam und schleichend aufkommende Grauen, das man im ersten Moment gar nicht so bewust wahrnimmt, das einen aber schon längst in seinen Bann gezogen hat, bevor man es selbst so richtig merkt.

Der vorhandene Härtegrad ist bis auf wenige härtere Szenen eigentlich gar nicht einmal besonders hoch angesiedelt, es sind vielmehr die kleinen und fiesen Dinge, die hier den echten Horror entstehen lassen. Sicher, es gibt blutige Passagen, doch werden echte Gorehounds hier doch eher etwas enttäuscht sein. Dafür werden aber Freunde des schleichenden und langsam aufsteigenden Horrors hier voll auf ihre Kosten kommen. Denn kaum merklich entfaltet sich langsam aber sicher eine aufkommende Härrte, die sich im Kopf des Zuschauers abspielt und derer man sich nicht erwehren kann. Das liegt auch in der Tatsache begründet, das es sich bei den Tätern um Kinder handelt, die man ja in der regel immer als etwas Unschuldiges ansehen möchte, was hier aber nicht möglich ist. Dadurch wirken die Taten noch viel intensiver und hinterlassen auch einen nachhaltigen Eindruck.


Fazit:


"Plague Town" ist ein Film, der die Meinungen sicher spalten wird, die einen werden den Film lieben, andere werden so gut wie gar nichts damit anfangen können. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, doch mir persönlich hat der Film sehr zugesagt. Auf den ersten Blick ein stinknormaler Backwood-Horrorfilm, der aber doch irgendwie ganz anders ist und zwar im positiven Sinne. Auf jeden fall sollte man sich dieses Werk einmal anschauen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können, ich kann den Film auf jeden fall nur weiterempfehlen. Man bekommt ein durchgehend sehr intensives Filmerlebnis geboten, das durch eine extrem dichte und unheilvolle Atmosphäre überzeugt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: A Visit to Plague Town (Making Of), Audiokommentar von David Gregory, Trailer, Trailershow


8/10

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Dead Snow






Dead Snow
(Dod Sno)
mit Vegar Hoel, Stig Frode Henriksen, Charlotte Frogner, Lasse Valdal, Evi Kasseth Rosten, Jeppe Laursen, Jenny Skavlan, Ane Dahl Torp, Bkorn Sundquiat, Orjan Garnst
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Stig Frode Henriksen / Tommy Wirkola
Kamera: Matthew Weston
Musik: Christin Wibe
Keine Jugendfreigabe
Norwegen / 2009

8 Medizinstudenten machen einen Wochenend-Tripp in die Berge Norwegens. Kaum an der Hütte angekommen treffen sie auf einen unheimlichen alten Mann der die Gruppe vor dieser Gegend warnt. Das Böse lauert in Gestalt einer SS Armee in den eisigen Bergen. Aber wer nimmt so etwas schon ernst und die 8 lassen den alten Mann unter Gelächter ziehen. Doch schnell wird klar, dass es keine Gruselgeschichte war und ein erster Untoter SS-Zombie steht vor der Tür. Und wo einer ist, da lässt die Armee nicht auf sich warten. Es kommt wie es kommen muss, ein Krieg zwischen Untoten SS Soldaten und 8 Medizinstudenten. Ein Kampf Leben gegen Untot.


Mit Zombiekomödien ist es immer so eine Sache, es gibt nicht viele, die dieser Bezeichnung auch zu 100 % gerecht werden und dabei noch ein gehöriges Kultpotential beinhalten, dann gibt es die breite Masse des Durchschnitts und noch eine dritte Kategorie, in der sich diejenigen befinden, bei denen man sich die Produktionskosten durchaus hätte sparen können. Nun, meiner persönlichen Meinung nach gehört "Dead Snow" ganz eindeutig in die erste Gruppe, denn diese norwegische Produktion bietet einfach alles, was einen solchen Film auszeichnet und dem Zuschauer einen unvergesslichen und nachhaltig haftenden Filmspaß der Extraklasse beschert.

Dafür garantiert allein schon die ziemlich skurrile Grundidee des Filmes, hier einmal eine Horde untoter Nazi-Zombies auf die Menschheit, oder besser gesagt auf einige norwegische Medizin-Studenten loszulassen, die eigentlich nur einen ausgelassenen Kurzurlaub in einer malerischen Winterlandschaft verleben wollten. Und dieser Urlaub gerät wirklich im wahrsten Sinne des Wortes sehr kurz, denn schon bald bekommen es die wackeren Nordmänner-und Frauen mit der geballten Kraft einer deutschen Armee zu tun, die nichts anderes im Sinn hat, als für das vorzeitige Ableben der jungen Leute zu sorgen.

Regisseur Tommy Wirkola präsentiert dem Zuschauer dabei einen Film mit zwei völlig unterschiedlichen Filmhälften, wobei die ersten knapp 40 Minuten eigentlich ziemlich arm an Action sind, was dem ein oder anderen eventuell sogar etwas sauer aufstossen mag. Dabei ist der erste Teil des Filmes aber keineswegs langatmig oder gar langweilig, vielmehr wird hier die sich später entladende Spannung sehr gut aufgebaut und ein extremer Kontrast zur zweiten Hälfte des Films aufgebaut, der einen dann mit der Wucht eines Keulenschlags in die Eingeweide trifft. So lässt man gern die erste noch sehr ruhige Phase des Werkes auf sich einwirken und erfreut sich der ein oder anderen witzigen Pointe, doch dann ist es sehr schlagartig mit der Beschaulichkeit und vor allem mit der Unbekümmertheit der Protagonisten vorbei, denn nun nimmt der Film so rasant an Fahrt auf, wie man es ihm schon fast nicht mehr zugetraut hätte.

Von nun an kommen vor allem die Freunde satter SFX auf ihre Kosten und so manchem Gorehound wird das herz vor Freude hüpfen, denn was hier an Splatter-und Gore in den zweiten Filmteil gepackt wurde, das geht schon fast auf keine Kuhhaut mehr. Ein Highlight jagt das andere, das Blut fließt in Strömen und Körperteile fliegen durch die Luft, das es eine wahre Pracht ist. Und das alles ist mit einer Art von Humor vermischt, das man phasenweise schwerlich aus dem lachen herauskommt.

Ganz generell ist in meinen Augen der hier vorhandene Humor das absolute Highlight von "Dead Snow", denn es ist eine Mixtur aus erstklassigem Wortwitz, der teilweise so makaber ist, das es einem selbst die Sprache verschlägt, andererseits bekommt man Szenen präsentiert, in denen der Humor so ravenschwarz und grotesk ist, das er von den Engländern importiert sein könnte. Und dann wären da noch einige Situatioenen, die so aberwitzig und grotesk erscheinen, das es einem fast zwangsläufig die Tränen in die Augen treibt, so das man fast nicht mehr das Geschehen auf dem Bildschirm verfolgen kann. Um es auf einen Nenner zu bringen, dieses Werk ist eine absolute Spaß-Granate mit jeder menge Splatter-und Gore Einlagen, die jeden Freund des Genres begeistern dürfte.

Dazu passen auch noch die hier agierenden Darsteller nahezu perfekt in die Szenerie, sie liefern absolut überzeugendes Schauspiel ab und tragen vor allem dazu bei, das der vorhandene skurrile Humor auch vollends zur Geltung kommt. Auch die zwischen ihnen stattfindenden Dialoge, die phasenweise schon recht grotesk anmuten, verfügen über soviel Wortwitz, das man hier insgesamt von einem excellenten Gesamtwerk sprechen kann, das sogar die leute zum lachen bringen dürfte, die dazu normalerweise in den Keller gehen.


Fazit:


"Dead Snow" ist eine Zombiekomödie, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient und durchaus das Potential besitzt, irgendwann zum Kultfilm zu avancieren. Zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften erzeugen hier eine extrem hohe Intensität, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Auch wenn die deutsche Wehrmacht hier etwas auf sich warten lässt, so schlägt sie dann doch umso unbarmherziger zu. Ob nun Deutschland oder Norwegen als Sieger aus diesen nachwehen des zweiten Weltkrieges hervorgehen, das sei hier nicht verraten, denn diese Antwort erhält man erst dann, wenn man sich diesen vorzüglichen Filmspaß selbst angesehen hat. Erwähnenswert ist auch noch die tatsache, das Splendid mit der Limited Edition dieses Filmes das erste Star Metalpak herausbringt, das man ohne das lästige FSK-Logo in sein Regal stellen kann, so das die Box auch ein optisch schöner Hingucker ist. Die DVD ist nämlich in einer Extrahülle auf der eigentlichen Verpackung angebracht. Man braucht also nachdem man die Einschweißfolie entfernt hat, nur die DVD aus der mit dem FSK-Logo gekennzeichneten Hülle entnehmen und sie in das Metalpak packen. Es wäre schön, wenn auch andere labels diesem Beispiel folgen würden.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Nirwegisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten



9/10

Montag, 12. Oktober 2009

Experiment Killing Room






Experiment Killing Room
(The Killing Room)
mit Nick Cannon, Clea DuVall, Timothy Hutton, Chloe Sevigny, Peter Stormare, Shea Whigham, Anoop Kaur Sikand, Bill Stinchcomb, Meade Patton, Luke Sexton, Tim J. Smith, Michael Byrnes, Gus Krieger
Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Gus Krieger / Ann Peacock
Kamera: Lukas Ettlin
Musik: Brian Tyler
FSK 16
USA / 2008

Vier Testpersonen, die Aussicht auf 250 Dollar für jeden und ein geheimes Programm der Regierung ... Kerry, Tony, Crawford und Paul haben keine Ahnung, worauf sie sich eingelassen haben, als sie sich als Freiwillige für eine Forschungsstudie der Regierung angemeldet haben. Der Leiter des Forschungsteams eröffnet ihnen, dass die Belastbarkeit und Grenzen der menschlichen Psyche im Laufe eines Eliminierungs-Prozesses erkundet werden soll, bei dem die Teilnehmerzahl von vier auf eins reduziert wird. Das Experiment hat soeben begonnen ...


Filme, in denen es um Experimente geht und in denen wenige Personen auf engstem Raum eingesperrt sind, entwickeln fast immer eine ganz besondere Eigendynamik. Nicht anders verhält es sich beim vorliegenden Werk, das die Thematik des Gedankenkontrollprojekts MIC Ultra beinhaltet. Gewisse Anlehnungen an Filme wie zum Beispiel "Cube" oder auch "Five Fingers" sind hier unübersehbar und garantieren so einen sehr intensives Filmerlebnis für den Zuschauer. Die kammerspielartige Atmosphäre unterstüzt noch einmal zusätlich die intensive Wirkung des Filmes, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Auch wenn "Experiment Killing Room" im Prinzip recht unbeschwerlich beginnt und dem Zuschauer das Gefühl vermittelt wird, es hier mit einem ganz normalen Experiment zu tun zu haben, so ändert sich dieses Gefühl doch sehr schlagartig, als man mit dem ersten Toten konfrontiert wird.

Mit immenser Wucht ändert sich das eigene Sehverhalten und vor allem die Einstellung und die Verhaltensweisen der Probanten, die das Geschehene kaum fassen können und mit einer Situation konfrontiert werden, die im ersten Moment eine Art Schock auslöst und ihnen eine Realität aufzeigt, die so unfassbar wirkt, das man sie kaum begreifen kann. Die sich hierbei entfaltende Grundstimmung des Films löst eine sehr beklemmende Wirkung aus, die sich fast zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt. Es entsteht eine Art Mischung aus Ungläubigkeit und Faszination zugleich, denn so sehr man das Gesehene kaum glauben kann, so fasziniert ist man gleichzeitig vom Geschehen und verfolgt fasziniert den weiteren Verlauf der Geschichte.

Vor allem ist es auch den sehr überzeugenden Schauspielern zu verdanken, das die Intensität dieses werkes zu keiner Zeit verflacht, mir persönlich hat besonders die Figur des Projektleiters gefallen, der von Peter Stormare absolut brillant dargestellt wurde. Seine Kaltblütigkeit, mit der er das Experiment leitet, jagt einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken, da seine Person anscheinend nicht dazu in der Lage ist, so etwas wie Emotionen zu empfinden. Es geht eine Eiseskälte von ihm aus, das man es kaum in Worte fassen kann. Sein genauer gegenpart ist die neue Beobachterin des Experiments (Chloe Sevigny), die das geschehen analysieren soll. Man merkt ihr den emotionalen Zwiespalt in jeder Phase des Filmes an, so das gerade die Passagen der Geschichte, in denen diese beiden Charaktere in den Dialog treten, zu den absoluten Highlights zählen.

Weiterhin verfügt der Film über einen sehr straff gezogenen Spannungsbogen, der sich mit der Zeit immer weiter verdichtet. Das interessante daran ist, das es hier nicht nur am Ende zu einer heftigen Entladung kommt, sondern das sich mehrmals im Laufe der Story die Spannung entladen kann, aber gleichzeitig sofort wieder neu aufbaut. Das ist auch der Hauptgrund dafür, das die intensive Wirkung der Szenerie zu keiner Zeit abebbt, sondern sich auf einem konstant hohen Level bewegt. Als Zuschauer kann man so das eigene, sehr angespannte Sehverhalten ganzzeitig bewust wahrnehmen und saugt auch die klaustrophobisch anmutende Atmosphäre richtiggehend in sich auf. Ganz besonders wenn man versucht, sich in die hoffnungslose Situation der Probanten hineinzuversetzen, fühlt man sich teilweise wie gelähmt und paralysiert, so das ein extremes Gefühl des Unwohlseins in einem aufsteigt, was auch für die Qualität dieses Werkes steht.


Fazit:


"Experiment Killing Room" ist ein brillantes Kammerspiel, das seine Wirkung auf den Zuschauer keineswegs verfehlt. Ein atmosphärisch sehr dichter und bedrückender Film, der einen zu keiner Zeit kalt lässt und sich unweigerlich in das eigene Gedächtnis hineinfrisst, wo er seine nachhaltige und intensive Wirkung hinterlässt. Wer Filme wie "Cube" oder "Five Fingers" mag, der dürfte auch bei diesem Werk auf seine Kosten kommen und sich bestens unterhalten fühlen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten


8/10

Freitag, 9. Oktober 2009

Ab in die Ewigkeit






Ab in die Ewigkeit
(Happy Birthday to Me)
mit Melissa Sue Anderson, Glenn Ford, Lawrence Dane, Sharon Acker, Frances Hyland, Tracey A. Bregman, Jack Blum, Matt Craven, Lenore Zann, David Eisner, Lisa Langlois, Michel-Rene Labelle, Richard Rebiere, Lesleh Donaldson, Earl Pennington
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: John C.W. Saxton
Kamera: Michael A. Jones / Miklos Lente
Musik: Bo Harwood / Lance Rubin
FSK 16
Kanada / 1981

Die beliebte Highschool-Studentin Virgina Wainwright (Melissa Sue Anderson) überlebt einen unerklärlichen Unfall, leidet aber fortan unter Gedächtnislücken und traumatischen Blackouts. Als sie versucht, ihr normales Leben wieder aufzunehmen, werden ihre Freunde nacheinander auf brutalste Weise ermordet. Wird Virginia das nächste Opfer - oder ist sie am Ende selbst die Mörderin? Die schreckliche Wahrheit kommt an den Tag, als sie ihren 18. Geburtstag feiert … und wir sind eingeladen!


Für mich persönlich ist es doch ziemlich erstaunlich, das diese kanadische Produktion aus dem Jahr 1981 meist eher durchschnittliche Wertungen erhält, denn hier handelt es sich doch um ein echtes Juwel des Genres. Die hier gefundene Mischung aus Slasher-und Horrorthriller ist so gut gelungen, das man als Liebhaber dieser Filme eigentlich restlos begeistert sein müßte. Dabei ist das nicht in erster Linie auf den Härtegrad bezogen, denn dieser bewegt sich in einem eher überschaubaren Rahmen. Es gibt zwar einige etwas blutigere Passagen, doch der Film ist keineswegs übermäßig hart gestaltet, so das die 16er Freigabe auch vollkommen ausreichend ist.

Im Vordergrund steht hier aber ganz eindeutig die meiner Meinung nach wirklich gut durchdachte und sehr interessante Geschichte, die den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute vollkommen in ihren Bann zieht und richtiggehend fesselt. Die Spannungsschraube wird nach und nach immer fester angezogen, phasenweise ist der Spannungsbogen so straff gezogen, das man es kaum noch aushalten kann, die Lösung dieser sehr mysteriösen Geschichte endlich zu erfahren. Doch die endgültige Lösung wird einem erst ganz zum Schluß präsentiert, bis dahin wird man auf etliche falsche Fährten gelockt. Immer wenn man der Meinung ist, das man des Rätsels Lösung auf der Spur ist, kommt die nächste überraschende Wendung, die alles wieder über den haufen wirft. Und gerade die vielen Wendungen und Überraschungen, die "Ab in die Ewigkeit" beinhaltet sind es, die dieses Werk ganz besonders auszeichnen, denn sie garantieren für absolute Hochspannung.

Das sich hierbei fast zwangsläufig eine extrem dichte Atmosphäre entwickelt, muß man fast schon nicht mehr erwähnen, das ist ja eigentlich ein generelles Markenzeichen der Filme dieser Zeit. Doch hier kommt eine so bedrückende und unheilvolle Grundstimmung auf, das einem phasenweise schon kalte Schauer über den Rücken laufen können. Es entsteht ein regelrecht beklemmendes Gefühl, das man bis zum Ende auch nicht mehr los wird. Ganz automatisch überträgt sich diese Stimmung auch auf den Zuschauer, der sich deren ausgehender Faszination einfach nicht entziehen kann. Teilweise fühlt man sich in seiner eigenen Haut ziemlich unwohl, saugt aber gern die unheimliche Atmosphäre in sich auf. Besonders intensiv und atmosphärisch wirkt hierbei das Ende des Films, was noch zusätzlich dadurch unterstützt wird, das die letzten Minuten bei Nacht und strömendem Regen stattfinden.

Auch im darstellerischen Bereich gibt es nichts zu bemängeln, sicherlich gibt es keine oscarreifen darbietungen zu begutachten, doch die hier agierenden Schauspieler sind überzuegend und liefern durch die Bank einen guten Job ab. Gerade, wenn man das hier gezeigte Schauspiel der Jungdarsteller mit einigen der heutigen Zeit vergleicht, wirkt hier doch alles recht authentisch und zumeist auch ausdrucksstark. Besonders tut sich hier die junge Melissa Sue Anderson hervor, die in der Rolle der Virginia absolut glaubhaft wirkt.

Insgesamt gesehen bekommt man es hier mit einem erstklassigen Genre-Vertreter zu tun, der in jeder Beziehung begeistern kann. Atemlose Spannung, eine fantastische Atmosphäre, gute Darsteller und eine extrem spannend erzählte Story sorgen hier für einen Horror-Genuß der Extraklasse, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Hinzu kommen noch etliche Story-Wendungen und Überraschungsmomente, die dafür garantieren, das die Spannung bis zur letzten Minute keinen Einbruch erleidet.


Fazit:


Auch wenn "Ab in die Ewigkeit" meiner Meinung nach sehr oft unterschätzt und unterbewertet wird, ist dieser Film ein echtes Juwel des 80er Jahre Horrorfilms. Vielleicht ist dieses kanadische Werk auch nicht ganz so bekannt wie andere Horrorfilme dieser Zeit, aber dennoch wird einem hier beste und kurzweilige Horror-Unterhaltung geboten, die jeder Fan des Genres kennen sollte.



9/10

Dienstag, 6. Oktober 2009

Evil Bong





Evil Bong
(Evil Bong)
mit David Weidoff, John Patrick Jordan, Mitch Eakins, Brian Lloyd, Robin Sidney, Kristyn Green, Tommy Chong, Michelle Mais, Jacob Witkin, Kristen Caldwell, Phil Fondacaro, Tim Thomerson, Bill Moseley, Brandi Cunningham, Dana Danes
Regie: Charles Band
Drehbuch: August White
Kamera: Mac Ahlberg
Musik: District 78 / Ker'in Hayden
FSK 16
USA / 2006

Eebee ist eine Bong. Aber keine gewöhnliche Bong. Sie ist besessen. Sie ist böse. Und sie giert nach menschlichen Seelen. Raucht man aus ihr, so betritt man die Bong-Welt. Der Kiffer dringt ein in eine Dimension des Rauschs, in dem Stripperinnen in einem Club verheißungsvoll ihre Körper räkeln. Sie locken den Kiffer an, nur um ihn brutal und blutrünstig aus dem Leben zu befördern im Traum wie auch im echten Leben. Das alles wissen Alistair, Brett, Larnell und Bachman natürlich nicht, als sie in den Besitz der riesigen Bong aus den 60er Jahren geraten. Und sie können es kaum erwarten, sie zum ersten Mal zu benützen.


Keine Macht den Drogen!



Dieser Slogan trifft auf diesen Film wie die Faust aufs Auge, denn wie extrem schädlich das Kiffen sein kann, muß hier auch die mehr als skurrile Männer-WG feststellen, für die es anscheinend nichts Besseres gibt, als sich ständig vollzudröhnen. Lediglich der neu zugezogene Alistair tanzt hier vollkommen aus der Reihe, denn er ist ein typischer Streber, der an nichts anderes als an sein Studium denkt.

Nun hat der Film sicherlich seine positiven Seiten, es macht beispielsweise sehr viel Spaß, die durchgeknallten Charaktere bei ihrer skurrilen Lebensweise zu beobachten, doch so richtig kann der Film eigentlich zu keiner Zeit zünden, jedenfalls war das bei mir nicht der Fall. Für eine waschechte Horror-Komödie ist von beiden Elementen eigentlich zu wenig vorhanden, Horror gibt es so gut wie überhaupt nicht zu sehen und leider wirken auch die meisten Gags eher oberflächlich und etwas mau. Es fehlen einfach die wirklich zündenden Gags, die dem Zuschauer ein herzhaftes lachen abringen könnten und so muß man sich mit einigen leichten Schmunzlern zufriedengeben.

Ein weiteres unübersehbares Manko dieses Werkes ist die mangelnde Spannung. Sicher, es handelt sich hierbei um eine Horror-Komödie, aber dennoch wäre ein solider Spannungsaufbau durchaus angebracht gewesen. Doch leider sucht man vergebens danach und so kommt es unweigerlich dazu, das die hier erzählte Geschichte teilweise etwas belanglos vor sich hinplätschert. Das heisst keinesfalls, das "Evil Bong" langweilig ist, denn der Film bietet schon recht kurzweilige, aber eher sehr seichte Unterhaltung, die ohne irgendwelche Höhepunkte daherkommt. Ich finde das sehr schade, denn ich hatte mir persönlich doch etwas mehr von dieser Produktion erwartet.

Nichtsdestotrotz werden gerade Fans trashiger Filme ihren Gefallen an diesem Werk finden, man sollte nur von Anfang an seine Ansprüche keinesfalls zu hoch ansiedeln, ansonsten könnte man hinterher doch etwas enttäuscht sein. Wenn auch nicht gerade die witzig-spritzige Horror-Komödie geboten wurde, die ich mir erhofft hatte, ist "Evil Bong" aber dennoch nette und recht kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, stellt aber meiner Meinung nach keinesfalls einen Genre-Beitrag dar, der auch nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers haften bleibt. Lediglich die vollkommen durchgeknallten Charaktere des Films kann man als wirkliches Highlight empfinden, denn hier wird einem herrlich trashiges Schauspiel geboten, das perfekt zu der grotesken Story passt.


Fazit:


"Evil Bong" ist sicherlich kein Genre-Highlight, bietet aber zumeist kurzweilige Unterhaltung, die allerdings ziemlich unspektakulär daherkommt und nicht gerade reich an Höhepunkten ist. Andererseits gibt es weitaus schlechtere Filme dieser Art, so das man im Endeffekt von einem soliden Film sprechen kann, der aber über das gesunde Mittelmaß keineswegs hinauskommt und sich so vollkommen unnötigerweise im breiten Mittelfeld des Horrorfilms ansiedelt. Das hätten die Macher ganz sicher verhindern können, wenn sie etwas mehr vom vorhandenen Potential dieser irren Geschichte ausgeschöpft hätten.



5/10

Sonntag, 4. Oktober 2009

Study Hell






Study Hell
(Study Hell)
mit Brian Austin Jr., Randy Cunningham, Lindsay Dell, Ryan Fisher, Michael Henry, Stephen McDougall
Regie: Mark McNabb
Drehbuch: Jeff McArthur
Kamera: Ross Ellsworth
Musik: Shawn Munroe
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2007

Don Keller, ehemaliger Kriegsveteran und nun Lehrer an der Grant High School, kommt mit dem Druck an seiner Schule nicht mehr zurecht. Die Schüler und auch der Direktor bereiten ihm schlaflose Nächte. Irgendwann ist das Fass übergelaufen und aus dem Lehrer wird der Psychokiller, der schon immer tief in ihm schlummerte und nun ans Tageslicht kommt. So wird das Schulgebäude sein Kriegsschauplatz. Seine persönlichen Gegner: Die Studenten Denise, Todd, Amy, Matt und Greg. Niemand kann ihn stoppen, denn der Tod geht um an der Grant High School...


Wenn man sich so die Inhaltsangabe durchliest, erkennt man sehr schnell, das hier zwar sicherlich nicht gerade viel Innovation geboten wird, aber durchaus genügend Potential für einen ordentlichen und gut unterhaltenden Slasher vorhanden ist. Wenn man dann allerdings dieses Werk gesichtet hat, ist man doch ziemlich ernüchtert, denn die Umsetzung der Geschichte ist schon sehr dilletantisch und kann einen so nicht unbedingt vom Hocker reissen, um es einmal vorsichtig auszudrücken. dabei fängt der Film doch sehr vielversprechend an und weckt so auch gewisse Begehrlichkeiten und Hoffnungen beim Zuschauer, die aber leider in keiner Phase der gut 9o Minuten auch nur annähernd erfüllt werden.

"Study Hell" ist ein Paradebeispiel dafür, wie man eine durchaus interessante Geschichte durch ihre schlechte Umsetzung vollkommen der Belanglosigkeit preisgibt, denn dem Film fehlt es im Prinzip an allen Ecken und Enden. Hauptverantwortlich für den insgesamt maximal untedurchschnittlichen Eindruck, den dieses Low Budget Werk hinterlässt, sind in meinen Augen die Darsteller, die phasenweise richtiggehend lustlos agieren, dem Geschehen aber vor allem keine Glaubwürdigkeit verleihen. In erster Linie möchte ich hier den durchgeknallten Lehrer (Stephen McDougall) anführen, der vollkommen unmotiviert seinen Part herunterspielt und dabei als Psychophat vollkommen unglaubwürdig und fehlbesetzt erscheint. Doch auch die anderen Schauspiler wirken allesamt austauschbar und in ihren Handlungsweisen wenig glaubhaft.

Ein weiteres manko ist die fehlende Spannung, einzig und allein bei den Verfolgungsjagden durch das Schulgebäude kommt wenigstens ansatzweise so etwas wie Spannung auf, die aber immer wieder verhältnismäßig schnell in sich zusammenfällt. Dadurch kann sich auch zu keiner Zeit so etwas wie eine wirklich bedrohliche oder gar unheimliche Grundstimmung entwickeln, die sich auf den Zuschauer übertragen könnte. Wenn jetzt wenigstens die vorhandenen Morde gut in Szene gesetzt wären, dann könnte man ja noch über andere Unzulänglichkeiten des Filmes hinwegsehen, doch leider ist auch das nicht der Fall, denn die Tötungsszenen sind alles andere als gelungen, sondern wirken viel eher dilletantisch. Da der vorhandene Härtegrad ganz generell eher niedrig angesiedelt ist, kann ich auch ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, weswegen "Study Hell" das Keine Jugendfreigabe Siegel erhalten hat, denn eine 16er Freigabe hätte hier vollkommen ausgereicht.

So kann man diesem Werk also leider kaum etwas Positives abgewinnen, wodurch es wohl auch lediglich für ganz hartgesottene "Vielseher" zu empfehlen ist. Etwas anspruchsvollere Genre-Fans werden hier eher nicht auf ihre Kosten kommen, da der Film so gut wie keine Höhepunkte, geschweige denn einen spannenden und atmosphärischen Story-Verlauf bietet. Und auch, wenn es sich hier um eine Low Budget Produktion handelt, wäre sicherlich etwas mehr drin gewesen, als das, was man im Endeffekt geboten bekommt.


Fazit:


Es ist wohl keineswegs übertrieben, wenn man "Study Hell" als eine Enttäuschung bezeichnet, denn der Film lässt so ziemlich alles vermissen, was einen wirklich spannenden Horrorfilm ausmacht. Dennoch wird auch diese Produktion ganz sicher ihre Fans finden, allerdings sollte man von Beginn an wissen, auf was man sich hier einlässt, denn der Unterhaltungswert ist doch ziemlich eingeschränkt und wird wohl nur die absoluten Hardcore-Fans überzeugen.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 4:3 (Letterbox)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Trailer



3/10

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Pig Hunt - Blut, Dreck und Schweine






Pig Hunt - Dreck, Blut und Schweine
(Pig Hunt)
mit Travis Aaron Wade, Tina Huang, Howard Johnson Jr., Trevor Bullock, Rajiv Shah, Jason Foster, Nick Tagas, Phillip K. Torretto, Bryonn Bain, Vince Ballew, Ty Brenneman, Cara Cameron, Lane Foard, Lanie Grainger, India Isaac, Joe Lucas
Regie: James Isaac
Drehbuch: Robert Mailer Anderson / Zack Anderson
Kamera: Adam Kane
Musik: David E. Russo
SPIO / JK
USA / 2008

John und seine Freundin Brooks laden ihre San Francisco-Clique zum Party-Wochenende inklusive Wildschwein-Jagd auf die idyllische Ranch des verstorbenen Onkels ein. Als sie vor Ort tiefer in die Wälder vordringen, treffen sie auf rachlüstige Rednecks, die durchgeknallten Tipps-Brüder, einen Machete-schwingenden Hippie und Marihuana anbauende Girls, die des Nachts einen gigantischen Killer anbeten. Dieser ist ein riesiger, blutrünstiger Keiler. Bald darauf erfährt John die schreckliche Wahrheit über den Tod seines Onkels. Von nun an geht die Angst vor der lauernden Bestie um und macht die Jäger schließlich zu Gejagten...


Regisseur James Isaac (Jason X, Skinwalkers) ist hier eine wirklich gute Mischung aus Backwood-und Survival Horror mit komödiantischen Einschlag gelungen, die dem Zuschauer ganzzeitig beste und sehr kurzweilige Unterhaltung garantiert. Und auch wenn die erste Filmhälfte eventuell etwas zu wenig Action beinhaltet, so kommt bei diesem Film zu keiner Zeit so etwas wie Langeweile auf. Man erfährt etwas über die einzelnen Charaktere, ohne das die Beleuchtung der einzelnen Personen hier tiefgründig zu nennen wäre, es handelt sich vielmehr um einen eher oberflächlichen Eindruck, der einem hier vermittelt wird. Das, was man erfährt, ist aber auch vollkommen ausreichend, um sich ein Bild über die Protagonisten zu machen.

Besonders authentisch wirken vor allem die Hinterwäldler, die absolut überzeugend und glaubhaft wirken, so das man sich als Betrachter extrem gut in das Geschehen hineinversetzen kann. Der Spannungsbogen des Filmes baut sich eher etwas bedächtig auf, was in diesem Fall aber nicht unbedingt als negativ anzusehen ist, denn gerade in der zweiten Filmhälfte kann sich die aufgebaute Spannung richtig gut entladen und bietet soc auch ein actionreiches Filmerlebnis. Doch bis "Pig Hunt" so richtig Fahrt aufnimmt, dauert es gut 45 Minuten, die aber trotz etwas mangelnder Action vor allem atmosphärisch zu überzeugen wissen. ganz generell verfügt dieses Werk über eine sehr dichte und bedrohliche Grundstimmung, deren Funke auch fast zwangsläufig auf den Zuschauer überspringt.

Dieser Zustand ist wohl in erster Linie dem Umstand zu verdanken, das die erzählte Legende vom sogenannten "Ripper" immer ziemlich unheilvoll über dem Geschehen liegt, dabei soll es sich angeblich um ein Wildschwein mit einem Gewicht von gut 3.000 Pfund handeln, was die Beteiligten der Geschichte allerdings als eine reine Fantasie abtun und nicht so richtig an diese Legende glauben wollen.

Neben der Stadt-Clique und den Hinterwäldlern gibt es hier auch noch eine Hippie-Komune, die als dritte Kraft auftritt. Allerdings wird dieser Gruppierung lediglich zu Anfang und zum Ende des Films etwas mehr Beachtung geschenkt, was aber nicht heissen soll, das sie nicht eine wichtige Rolle in der Story einnehmen. Gerade die zum Ende hin gewährten Einblicke in die Behausung der Hippies vermittelt einem einen Eindruck, als wenn man eine Zeitreise in die Vergangenheit hinter sich hätte, denn durch die musikalische Untermalung dieser Passagen fühlt man sich teilweise in die 60er Jahre zurückversetzt

Im Bezug auf den Härtegrad kommt man auch vor allem im zweiten Teil des Films auf seine Kosten, wobei man aber sagen muß, das sich die harten Szenen in einem durchaus überschaubaren Rahmen halten. Ehrlich gesagt hatte ich persönlich mir "Pig Hunt" etwas härter vorgestellt, was jetzt aber nicht bedeuten soll, das nicht genügend blutige Passagen vorhanden wären. Insgesamt gesehen ist dieses Werk absolut gelungen, denn auch die Darsteller liefern hier durch die Bank solide Leistungen ab. Ganz nebenbei gibt es vor allem auch für die männlichen Zuschauer einige optische Leckerbissen zu sehen, denn einige der mitwirkenden Darstellerinnen sind extrem hübsch anzusehen.


Fazit:


Nach vielen unterschiedlichen Meinungen, die ich schon im Vorfeld zu diesem Film gelesen habe, zähle ich mich zu den Leuten, denen "Pig Hunt" sehr gut gefallen hat, denn hier wird beste und sehr kurzweilige Horror-Unterhaltung geboten, die auch an den richtigen Stellen mit einer Portion Humor gewürzt ist. Backwood-Horror der besseren und interessanten Art, garniert mit etlichen Wildschweinen, kiffenden Hippies und herrlich authentischen Hinterwäldlern, die einem allein bei ihrem Anblick ein Gefühl der Unbehaglichkeit vermitteln. Ich kann diesen tollen Film jedenfalls nur bedenkenlos weiterempfehlen, denn Kurzweil ist hier vorprogrammiert.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 95 Minuten
Extras: Behind the Scenes



7/10