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Montag, 30. November 2009

The Tournament






The Tournament
(The Tournament)
mit Robert Carlyle, Kelly Hu, Ian Somerhalder, Ving Rhames, Liam Cunningham, Sebastien Foucan, Craig Conway, John Lynch, Nick Rowntree, Rachel Grant, Andy Nyman, Iddo Goldberg, Scott Adkins, Camilla Power, Tamika Cameran
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Gary Young / Jonathan Frank
Kamera: Emil Topuzov
Musik: Laura Karpman
SPIO / JK / 18 +
Großbritannien / 2009

Der brutalste Wettkampf der Welt hatte bisher nur eine Regel: Töte, bis du der einzige Überlebende bist. Doch diesmal wurden die Bedingungen des Spiels, zu dem 30 der besten internationalen Auftragskiller alle sieben Jahre antreten, verschärft. Es gibt ein Zeitlimit von 24 Stunden. Sollten dann mehr als ein Teilnehmer am Leben sein, werden ihre implantierten Ortungssender zu Bomben. Schließlich hat der exclusive Millionärsclub, der die einzigartige Live-Übertragung des Blutbades zu sehen bekommt und hohe Wetten platziert, nicht ewig Zeit. Willkommen zum Battle Royale der Killer - 10 Millionen Dollar Preisgeld sowie der Rang des weltbesten Profi-Killers werden vergeben.


Gerade der Action-Bereich hat in den letzten Jahren bis auf einige wenige Ausnahmen doch hauptsächlich Durchschnitt präsentiert und so ist "The Tournament" mal wieder ein sehr wohltuendes Highlight, das dem geneigten Action-Fan das Herz höher schlagen lässt. Denn das, was einem hier geboten wird, kann man getrost ohne jede Übertreibung als eine waschechte Action-Granate bezeichnen. Von der ersten Minute an wird hier fast nahtlos eine hochwertige Action-Passage nach der anderen geliefert, so das es während des gesamten Films kaum eine Möglichkeit gibt, als Zuschauer einmal etwas Luft zu holen und das gerade Gesehene zu verarbeiten. Immer dann, wenn man der Meinung ist, das es etwas ruhiger zur Sache geht, wird man schon in der nächsten Einstellung eines Besseren belehrt.

Sicherlich ist die vorhandene Geschichte nicht gerade sehr tiefgründig und die Thematik ist altbekannt, denn es handelt sich um eine Art "Battle Royale", nur das der Wettstreit hier unter Profi-Killern stattfindet. Hört sich im ersten Moment vielleicht etwas banal an, ist es aber nicht, denn die hier gewählte Umsetzung des Ganzen ist ebenso schlicht wie genial. Allein die enorm temporeiche Erzählweise der Story sorgt schon für einen Adrenalinschub nach dem anderen und so bleibt es nicht aus, das man beim hier dargestellten Szenario richtig mitgeht und phasenweise das Gefühl vermittelt bekommt, selbst ein Teil des Geschehens zu sein.

Wieder einmal ist es den Briten gelungen, einen Film zu präsentieren, der den Betrachter wirklich fasziniert und mitreisst, denn der Actiongehalt dieses Werkes ist mehr als nur beachtlich. Und auch wenn es natürlich einige Sequenzen gibt, die sich eher jenseits der Realität abspielen, so sollte man hier doch ganz eindeutig den Unterhaltungswert sehen und der ist enorm hoch angesiedelt. Hinzu kommt ein Härtegrad, der sich durchaus sehen lassen kann, selbst in der etwas gekürzten JK-Version, die in den Regalen der Kaufhäuser stehen wird. Bei all den vorhandenen und erstklassig in Szene gesetzten Action-Passagen, die dieser Film zu bieten hat, wird man sowieso kaum Zeit haben, sich über eventuelle Schnitte Gedanken zu machen, die für die JK-Freigabe nötig waren

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, das trotz aller Action und Härte auch noch Platz für teils geniale Situationskomik gelassen wurde, die einige Situationen (Kampf in der Tankstelle oder im Doppeldecker-Bus) schon recht skurril erscheinen lassen. Der sich dabei entfaltende Humor wirkt dabei zu keiner Zeit albern oder gar kitschig, sondern verleiht dem ganzen eine sehr witzige und passende Note, die dem Film extrem gut zu Gesicht steht.

Auch die hier agierende Darstellerriege ist nahezu perfekt ausgewählt worden und liefert durch die Bank absolut überzeugende und glaubhafte Leistungen ab. Doch drei Charaktere stechen hier noch ganz besonders hervor und stehen im Focus der Geschichte. Zum einen ist da der letztmalige Champion des Wettstreits Joshua Harlow, der von Ving Rhames einfach nur großartig und absolut cool dargestellt wird. Desweiteren wären da noch die Profi-Killerin Lai Lai Zhen (Kelly Hu) und der heruntergekommene Pfarrer Joseph MacAvoy ( Robert Carlyle), der eigentlich nur durch einen dummen Zufall in den Wettbewerb hereingeraten ist und nun auch um sein Leben fürchten muss. Alle drei Schauspieler / innen spielen die von ihnen dargestellten Charaktere absolut brillant und sind ganz nebenbei auch noch sehr wichtig für die geschichte an sich, was in einem Neben-Erzählstrang mit der Zeit immer deutlicher wird.

Insgesamt gesehen ist es Regisseur Scott Mann gelungen, hier ein echtes Action-Spektakel zu kreieren, bei dem man nicht unbedingt den Realitätsgehalt einiger Action-Szenen bewerten sollte, sondern viel eher froh darüber sein, das sie so toll gelungen sind. "The Tournament" ist einfach ein regelrechtes Gewitter, das über den Betrachter hereinbricht und an dem man seine helle Freude hat.


Fazit:


Schon in den ersten 30 Minuten bekommt man hier so viel Action geboten, wie man sie meistens nicht in zwei Filmen zusammen zu sehen kriegt. Dabei ist die Qualität der Szenen absolut hochwertig und beeindruckend und dürfte so jeden Fan des Genres restlos begeistern. Hier wird einfach alles geboten, was Filme dieser Art so sehenswert macht, tolle Darsteller, ein angemessener Härtegrad und jede Menge hochwertige Action sind der Garant für extrem gute und kurzweilige Unterhaltung. Auf jeden Fall ist "The Tournament ein Film, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, denn ansonsten hat man wirklich etwas verpasst und das wäre verdammt schade.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 / Widescreen 16:9
Laufzeit: 91 Minuten
Extras: Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow


9/10

Freitag, 27. November 2009

Laid to Rest





Laid to Rest
(Laid to Rest)
mit Bobbi Sue Luther, Kevin Gage, Lena Headey, Sean Whalen, Richard Lynch, Johnathon Schaech, Thomas Dekker, Nick Principe, Jana Kramer, Lucas Till, Anthony Fitzgerald, Seri De Young
Regie: Robert Hall
Drehbuch: Robert Hall
Kamera: Scott Winig
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Wer in einem Sarg liegt, steht nicht mehr auf! Normalerweise! Doch normal scheint für die junge Frau in der Leichenhalle kaum etwas als sie erwacht. Sie kennt weder ihren eigenen Namen, noch weiß sie, was sie an diesen Ort geraten ist. Nur als plötzlich ein alter Mann vor ihren Augen erstochen wird, weiß sie eines sicher: Sie soll das nächste Opfer sein! Ihren Todeskampf will der Killer mit der silbernen Totenkopfmaske mit seiner Videokamera filmen. Nur knapp entkommt sie ihrem Schicksal. Vorerst - denn der Mörder ist ihr schon auf den Fersen. Eine Nacht des Grauens beginnt und endet in einem Nerven und Gliedmaßen zerfetzenden Finale.


Nach einem Kurzfilm und einem Drama aus dem Jahre 2003 (Lightning Bug) ist "Laid to Rest" nun die dritte Regiearbeit von Robert Hall, mit der er sich in das Horror-Genre gewagt hat und dem Zuschauer einen waschechten Slasher präsentiert. Sicherlich werden viele jetzt wieder aufschreien, das es doch mittlerweile mehr als genügend Vertreter dieser Art gibt und dabei sowieso nichts Innovatives bei herauskommen kann. Irgendwie haben diese leute sogar recht, denn der Film ist alles andere als innovativ, die hier erzählte Geschichte wirkt sogar phasenweise etwas dümmlich, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Sie beinhaltet so ziemlich jedes Klischee, das man dieser Gattung Film so gern zuordnet, was vom scheinbar unbesiegbaren und stummen Killer bis hin zu den vollkommen unlogischen Verhaltensweisen der Opfer reicht, so das einem bei manchen Passagen schon fast die Haare zu Berge stehen, da gewisse Situationen an mangelnder Logik kaum zu überbieten sind.

Und dennoch versteht es der Film, den Zuschauer bestens zu unterhalten, denn trotz aller Klischees und teilweise mangelnder Glaubhaftigkeit ist dieses Werk extrem kurzweilig und bietet im Endeffekt genau das, worüber man sich eigentlich immer in diesen Filmen aufregt, aber dennoch nur allzu gern sieht. Denn sein wir doch einmal ehrlich, gerade die typischen Klischees sind es doch, die einen Slasher so auszeichnen und sicherlich auch dazu beitragen, das dieses Sub-Genre so extrem beliebt und erfolgreich ist. Und gerade in dieser Beziehung wird man in vorliegender Geschichte nahezu verwöhnt, denn es wird absolut kein Klischee ausgelassen, so das alle Zutaten enthalten sind, die ein absolut kurzweiliges Filmerlebnis garantieren.

Hinzu kommt hier die Tatsache, das "Laid to Rest" einen ziemlich hohen Härtegrad beinhaltet, was nicht bei jedem Genre-Vertreter der Fall ist. Doch hier wird in dieser Beziehung aus dem Vollen geschöpft, es gibt jede Menge sehr harter und blutiger Passagen, die man in dieser Form und Anzahl nicht unbedingt erwarten konnte. Ich persönlich war jedenfalls sehr überrascht über die Splatter/Gore Szenen, die sich auch im Bezug auf die Qualität keineswegs verstecken brauchen. Nun handelt es sich bei dieser Fassung des Filmes ja anscheinend um die geschnittene Version, doch wenn ich richtig informiert bin, sind lediglich zwei Morde um je eine Sekunde gekürzt worden, was, wenn es denn der Wahrheit entsprechen sollte, in meinen Augen ein mittelschwerer Witz ist, denn diese Zeitspanne hätte den Kohl auch nicht fett gemacht.

Wie dem auch sei, der Film bietet eigentlich alles, was ein guter und unterhaltsamer Slasher beinhalten sollte, auch in Sachen Spannung bewegt er sich in einem soliden rahmen, auch wenn die Geschichte an sich schon etwas vorhersehbar ist. Das ändert aber rein gar nichts an der Tatsache, das sich von Beginn an eine doch ziemlich dichte Grundstimmung entfalten kann, die auch phasenweise sehr bedrohliche und unheilvolle Züge erkennen lässt, was den Film noch einmal zusätzlich etwas aufwertet. Insgesamt gesehen kann man also von einem interessanten Gesamtpaket sprechen, das vor allem Fans des Genres bestens und blutig unterhalten dürfte.


Fazit:


Wer hier Innovation oder eine tiefgehende Story erwartet, der sollte die Finger von dem Film lassen, denn das bekommt man definitiv nicht geboten. Wer aber einen soliden Slasher mit allen Klischees und einer Menge Härte sehen möchte, der ist hier perfekt aufgehoben, denn davon gibt es jede Menge. Es muss nicht immer etwas Neues sein, damit man gut und kurzweilig unterhalten wird, dafür ist "laid to Rest" ein absolutes Paradebeispiel. Ich persönlich habe hier jedenfalls alles gefunden, was ich erwartet hatte und bin keineswegs enttäuscht. daher kann ich auch ohne Bedenken eine Empfehlung für jeden Slasher-Fan aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 / 16:9
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making of, Torture Porn, Deleted Scenes, Bloopers, Audiokommentar


6/10

Mittwoch, 25. November 2009

House of Fears






House of Fears
(House of Fears)
mit Corri English, Sandra McCoy, Michael J. Pagan, Corey Sevier, Alice Greczyn, Eliot Benjamin, David Christenson, Kelvin Clayton, Shannon Engemann, Tomas Fernlund, K. Danor Gerald, Ashley Morgan, Cydney Neil, Brian Wimmer
Regie: Ryan Little
Drehbuch: Steven A. Lee
Kamera: John Lyde
Musik: J. Bateman
FSK 16
USA / 2007

Am Vorabend der Eröffnung der neuen Gespenster-Gasse schleichen sich drei Mitarbeiter mit ihren Freundinnen heimlich ein, um ihre Mädchen zu erschrecken. Bald merken sie, dass sie in eine Falle ohne Ausweg geraten sind, und ihr kleiner abendlicher Spaß wird zum schrecklichen Albtraum: Einer nach dem anderen wird ermordet. Jeder Fluchtversuch wird vereitelt, die Überlebenden geraten in eine Welt von Terror, Tod und Schrecken, unmöglich zu sagen, was real ist und was nicht. Aber sie müssen einander vertrauen obwohl sie wissen, dass sie da umbringen kann...


Und wieder einmal bekommt man es mit einem der mittlerweile unzähligen Teenie-Slasher zu tun, die innerhalb der letzten Jahre den Weg zu uns gefunden haben. Nun ist "House of Fears" sicherlich nicht gerade innovativ, denn Neues wird hier nicht wirklich geboten, aber dennoch ist die erzählte Geschichte recht interessant umgesetzt worden und beinhaltet auch einen gewissen Reiz. Offensichtliche Parallelen zu Filmen wie zum Beispiel "Dark Ride" sind dabei unübersehbar, in dem sich einige Jugendliche in einer stillgelegten Geisterbahn aufhalten. Hier handelt es sich halt um das "Haus der Ängste", in denen die ureigensten Ängste der Teenager zur Realität werden und ihnen an den Kragen wollen.

Über Sinn oder Unsinn der Story sollte man sich keine großen Gedanken machen, ausschlaggebend ist viel eher der vorhandene Unterhaltungswert des Ganzen und der ist in meinen Augen durchaus gegeben. Der Film beinhaltet eigentlich alle Zutaten, die ein kurzweiliger und unterhaltsamer Slasher braucht, man bekommt es auch hier mit den handelsüblichen und typischen Jungdarstellern zu tun, die zwar nicht durch herausragendes Schauspiel auffallen, aber vor allem, was die Mädchen betrifft, einen optischen Leckerbissen darstellen. Auch die teilweise nicht nachvollziehbaren und eher unlogischen Verhaltensweisen der Protagonisten tragen dazu bei, das hier sämtliche Klischees bedient werden, die man in dieser Art Film fast schon erwartet. Und auch, wenn man sich immer wieder gerade über diese Klischeehaftigkeit aufregt, so gehört sie doch einfach dazu und macht den besonderen Reiz eines Slashers aus.

Man sollte sich allerdings von Beginn an darauf einstellen, das man es hier mit einem sehr blutarmen und nicht gerade harten Vertreter seiner Art zu tun hat, was meiner Meinung nach aber nicht weiter ins Gewicht fällt und den Film auch nicht abwertet, denn hier wurde ganz eindeutig das Hauptaugenmerk auf die Spannung und eine gelungene Atmosphäre gerichtet. Zwar ist die Geschichte durchaus vorhersehbar und nicht gerade mit etlichen Überraschungsmomenten gespickt, bietet aber dennoch einen konstanten Spannungsbogen, der sich durch den gesamten Film zieht und als sehr solide bezeichnet werden kann, auch wenn zu keiner Zeit die absolute Hochspannung vorherrscht.

Atmosphärisch kann "House of Fears" einige Pluspunkte sammeln, denn die Stimmung hat schon phasenweise bedrohliche und unheimliche Ausmaße, so das in vielen Phasen ein schönes Grusel-Feeling aufkommen kann. Hinzu kommen einige recht nette Schockmomente, durch die man manchmal schon zusammenzucken kann, obwohl man sie eigentlich erwarten konnte. Alles zusammengenommen wird also kurzweilige Horrorunterhaltung geboten, die zwar nicht unbedingt neue Aspekte ins Genre einbringt und auch im Bezug auf den Härtegrad eher recht harmlos geraten ist, was man allein schon wegen der 16er Freigabe erwarten konnte, aber dennoch für einen gemütlichen Filmabend bestens geeignet ist.


Fazit:


Im Endeffekt ist "House of Fears" ein typischer 08 / 15 Teenie-Slasher, der sicherlich niemanden befriedigen wird, der etwas Innovatives erwartet. Wer aber seine Freude an Altbewährtem in einer netten Verpackung hat, der sollte sich dieses Werk von Ryan Little ruhig einmal zu Gemüte führen, denn Spannung und Kurzweil sind genügend vorhanden. Ich persönlich mag den Film und auch, wenn man alles schon einmal in ähnlicher Form bei anderen Genre-Vertretern gesehen hat, fühlte ich mich bestens unterhalten, was allein schon in der Tatsache begründet liegt, das Slasher meine Leidenschaft sind. Jedenfalls kann ich für Freunde des Sub-Genres ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen.


6,5/10

Sonntag, 22. November 2009

The Children






The Children
(The Children)
mit Eva Birthistle, Stephen Campbell Moore, Jeremy Sheffield, Rachel Shelley, Hannah Tointon, Raffiella Brooks, Jake Hathaway, William Howes, Eva Sayer
Regie: Tom Shankland
Drehbuch: Tom Shankland / Paul Andrew Williams
Kamera: Nanu Segal
Musik: Stephen Hilton
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Die Weihnachtsfeiertage. Die Familien von Elaine und Cloe feiern ein friedvolles Familienfest mit Schlittenfahren, Kinderlachen und heißem Kakao in einem abgeschiedenen Landhaus. Doch die Harmonie wird gestört, als die Kinder eines nach dem anderen auf mysteriöse Weise krank werden. Die Symptome sind Husten, Übelkeit und eine gesteigerte Bösartigkeit der Kinder. Teenagerin Casey erkennt die Gefahr, doch die Eltern wollen ihr nicht glauben. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt ...


Mit "The Children" haben die Briten einmal mehr unter Beweis gestellt, das man mit verhältnissmäßig geringen Mitteln den maximalen Horror erzeugen kann. Dabei entsteht dieser in Tom Shankland's (WAZ) neuestem Werk keineswegs durch extrem harte und blutige Effekte, sondern ist viel eher von der subtilen Art und entseht ziemlich schleichend, um sich dann umso intensiver in den Gedanken des Zuschauers einzunisten. Und wie auch in anderen Filmen, in denen kleine Kinder das Böse verkörpern, ist die Intensität des Geschehens noch viel höher angesiedelt, da man diesen doch im Normalfall so unschuldigen jungen Wesen mit einer gewissen Hemmschwelle gegenübertritt und sich kaum vorstellen kann, das von ihnen etwas Bedrohliches ausgeht, was hier aber definitiv der Fall ist.

Beginnt die Geschichte des Films noch in einer malerischen Winterlandschaft, die allein schon optisch einen nachhaltigen und schönen Eindruck hinterlässt, so ändert sich die anfänglich noch sehr freudige und ausgelassene Stimmung ziemlich schnell und es entwickelt sich immer mehr ein Horror-Szenario, das einem teilweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Dabei ist es Tom Shankland nahezu perfekt gelungen, den Horror kaum merklich entstehen zu lassen, wodurch er aber seine später vorhandene Intensität erst so richtig entfalten kann. Besonders hervorstechend und beeindruckend ist die hierbei entstehende Atmosphäre, die sich von Minute zu Minute immer mehr verdichtet und fast zwangsläufig extrem bedrohliche Ausmaße annimmt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Tatsache, das dies bei vollem Tageslicht passiert und nicht, wie es in so vielen Horrorfilmen der Fall ist, bei Nacht. Trotz der sehr hellen Szenerie entsteht beim Zuschauer eine Gänsehaut, die man auch bis zum Ende der Geschichte nicht mehr ablegen kann, denn dafür wird man ganz einfach viel zu sehr vom hier stattfindenden Geschehen gefesselt und kann sich dessen ausgehender faszination beim besten Willen nicht entziehen.

Besonders in den Passagen, in denen sich die Verhaltensweisen der Kinder merklich verändern, fühlt man sich von einem starken Gefühl der Beklemmung erfasst und fragt sich fast zwangsläufig, wie man sich selbst in einer Situation verhalten würde, in der sich die Erwachsenen hier befinden. Lediglich Teenagerin Casey scheint hier die Zusammenhänge und Gründe für das feindselige und bösartige Verhalten der Kinder ansatzweise zu erkennen, wohingegen die Eltern vielmehr durch Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit über das Erlebte reagieren. Denn eigentlich kann sich keiner vorstellen, das der Horror durch die kleinen Lieblinge erzeugt wird, was fast automatisch dafür sorgt, das es hier nicht ohne Todesfälle vonstatten geht.

Auch wenn die Härte des Filmes ganz eindeutig durch die vorhandene Thematik und die ausgezeichnete Atmosphäre ausgelöst wird, braucht man doch nicht gänzlich auf visuelle Härte verzichten, denn es gibt durchaus einige wohlplatzierte härtere Szenen, die perfekt in das excellente Gesamtbild hineinpassen. Allerdings sollte man keinerlei Splatter / Gore Festival erwarten, was hier aber auch absolut unpassend gewesen wäre. Die vorhandenen härteren Einstellungen sind in ihrer Anzahl und vom Härtegrad her sehr stimmig und hinterlassen so auch einen absolut authentischen und glaubwürdigen Eindruck, was den Film noch einmal zusätzlich aufwertet.

Die schauspielerischen Leistungen, mit denen man hier konfrontiert wird, kann man durch die bank als ausgezeichnet bewerten, wobei vor allem die erwachsenen Opfer extrem glaubwürdig dargestellt werden. Ganz nebenbei bekommt man gerade von diesen Charakteren auch eine etwas tiefergehende Charakterzeichnung geboten, die einem die einzelnen Figuren etwas näherbringt, so das man auch einen gewissen Bezug zu ihnen herstellen kann. den Kindern merkt man zwar in einigen Phasen etwas an, das sie noch keine großen Erfahrungen vor der Kamera hatten, was aber nicht bedeuten soll, das sie nicht überzeugend in Szene gesetzt wurden. So kann man letztendlich festhalten, das hier ein wirklich toller und intensiver Horrorfilm entstanden ist, der eine eingebaute Gänsehautgarantie beinhaltet und so ein hervorragendes Filmerlebnis bietet, das sich keiner entgehen lassen sollte.


Fazit:


"The Children" ist ein Film, der auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheibar wirken mag, der aber gerade aufgrund seiner Schlichtheit auf den zweiten Blick einen umso stärkeren Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Der langsam und schleichend aufkommende Horror setzt sich unbarmherzig im Kopf des betrachters fest und lässt es zu keiner Zeit zu, das man sich vom dargestellten Geschehen lösen kann. Die Thematik, Kinder als das Böse darzustellen, ist zwar nicht neu, wurde aber selten so ausgezeichnet umgesetzt wie in diesem Fall. Ein Film, der alle Freunde gepflegter und niveauvoller Gruselkost begeistern dürfte und absolut zu empfehlen ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 1,85:1 / 16:9
Laufzeit: 81 Minuten


8,5/10

Donnerstag, 19. November 2009

Punisher: War Zone






Punisher: War Zone
(Punisher: War Zone)
mit Ray Stevenson, Dominic West, Doug Hutchison, Colin Salmon, Wayne Knight, Dash Mihok, Julie Benz, Stephanie Janusauskas, Mark Camacho, Romano Orzari, Keram Malicki-Sanchez, Larry Day, Ron Lea, Tony Calabretta, T.J Storm
Regie: Lexi Alexander
Drehbuch: Nick Santora / Art Marcum
Kamera: Steve Gainer
Musik: Michael Wandmacher
SPIO / JK
Kanada / Deutschland / USA / 2008

Seit Gangster seine Familie niedermetzelten, ist der vormalige Polizeioffizier Frank Castle auf Kriminelle besonders schlecht zu sprechen. Aus dem Untergrund operierend und stets bestens informiert stattet er dem organisierten Verbrechen in seiner alternativen Identität als Punisher unangemeldete Gelegenheitsbesuche ab und hinterlässt dabei Leichenberge. Als der Gangster Jigsaw eine Attacke des Punishers überlebt, zieht er auf einen denkwürdigen Rachefeldzug. Mit im Fadenkreuz des Psychos: Castles neue Freundin.


Nach dem Original von 1989, in dem Dolph Lundgren den knallharten Rächer spielte, bekommt man es hier endlich wieder mit einer Punisher-Verfilmung zu tun, die diesen Namen auch vollkommen zu recht trägt. War die Neuauflage aus dem Jahre 2004 ein eher lahmer Aufguss und hatte so gut wie nichts zu bieten, ausser einen ziemlich lahmen Thomas Jane in der Hauptrolle, so kann "Punisher: War Zone" vor allem im Bezug auf die vorhandene Action vollkommen überzeugen und bietet dem Zuschauer so einige Action-Passagen, die ganz nebenbei auch noch über einen beeindruckenden Härtegrad verfügen. Im Gegensatz zur vorliegenden Verfilmung wirkte der Film von 2004 doch viel eher wie ein lahmer Kindergeburtstag, der mit Thomas Jane in der Hauptrolle auch noch zusätzlich eine ziemliche Fehlbesetzung beinhaltete. Einen ganz anderen Eindruck hat hier Ray Stevenson bei mir hinterlassen, der zwar auch keine oscarreife Leistung abliefert, aber als Punisher doch viel authentischer und glaubwürdiger rüberkommt.

Seine ganze Art ist ganz einfach extrem cool, so das man ihm den eiskalten und knallharten Rächer jederzeit abnimmt, was in meinen Augen für eine Rache-Story unabdinglich und absolut notwendig ist. Wobei wir auch gleich bei der hier erzählten Geschichte sind, die ganz sicher nicht besonders tiefgründig ist, aber eine solide Rahmenhandlung bietet, die aber im Endeffekt nicht mehr als nettes Beiwerk darstellt. Denn im Mittelpunkt des Geschehens stehen ganz eindeutig die actiongeladenen Passagen, von denen der Film nicht gerade wenige beinhaltet. Jeder Action-Fan dürfte voll auf seine Kosten kommen und das hier dargestellte Spektakel sichtlich genießen.

Regisseur Lexi Alexander hat durch das Einfügen jeder Menge Splatter-und Goreeinlagen dafür gesorgt, das der Film auch für Gorehounds einen richtigen Blickfang darstellen dürfte, denn in dieser Beziehung wird man als Zuschauer richtiggehend verwöhnt, weshalb ich nach Ansicht des Filmes auch leicht überrascht war, das die ungeschnittene Fassung hier bei unseine SPIO / JK Freigabe erhalten hat, nachdem ja mittlerweile fast jeder etwas härtere Film der Zensur zum Opfer fällt. Und es geht stellenweise wirklich extrem hart und kompromisslos zur Sache, es werden Gesichter zermatscht und Köpfe zerschossen, das es eine wahre Pracht ist. Die dabei verwendeten CGI-Effekte wirken dabei zwar nicht immer absolut erstklassig, können sich aber durchaus sehen lassen. Jedenfalls finde ich, das diese Verfilmung auf jeden Fall die härteste von den bisher erschienenen darstellt, da kommt selbst das Original von 1989 nicht ganz mit, aber es gibt sicherlich genügend Leute, die das anders sehen.

Auch in atmosphärischer Hinsicht fand ich dieses Werk durchaus überzeugend, die ganze Szenerie wurde schon düster eingefangen und auch die ausgewählten Schauplätze sind nicht gerade die schlechtesten. Man sollte allerdings fairerweise bemerken, das diese Dinge bei dem ganzen Geschehen etwas in den Hintergrund geraten, da man sich hauptsächlich auf die Action-Passagen konzentriert, die eindeutig im Focus der Geschichte liegen, jedenfalls erging es mir so. Und so kann man eigentlich auch darüber hinwegsehen, das man mit einer äusserst dünnen Geschichte konfrontiert wird, die keinerlei höhergestellten Ansprüchen gerecht wird. Aber ganz ehrlich, bei einer Punisher- Verfilmung sollte man auch nicht unbedingt mit hohen Erwartungen an die vorhandene Geschichte herangehen, hier möchte man kurzweilig und actionreich unterhalten werden und das ist definitiv der Fall.


Fazit:


"Punisher: War Zone" bietet das, was ich mir von diesem Film erwartet habe, eine maximal solide Rahmenhandlung, aber jede Menge Action und viele knallharte und kompromisslose Passagen, die teils sehr blutig und gorelastig in Szene gesetzt wurden. Hinzu kommt ein Hauptdarsteller, der durch sein cooles Schauspiel wie geschaffen für diese Rolle ist und mal so richtig unter den verbrechern aufräumt. Ein Film, der mit Sicherheit kein cineastisches Highlight darstellt, aber alles beinhaltet, was ein Fan sich wünschen kann.


8,5/10

Dienstag, 17. November 2009

Doomsday - Tag der Rache






Doomsday - Tag der Rache
(Doomsday)
mit Caryn Peterson, Adeola Ariyo, Emma Cleasby, Christine Tomlinson, Vernon Willemse, Paul Hyett, Daniel Read, Karl Thaning, Stephen Hughes, Jason Cope, Ryan Kruger, Nathan Weathley, Cecil Carter, Jeremy Crutchley, Rhona Mitra
Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Neil Marshall
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Tyler Bates
SPIO / JK
Deutschland / Großbritannien / Südafrika / USA / 2008

Ein tödliches Virus "The Reaper" genannt, hat Hunderttausende von Menschen befallen. Um eine Pandemie zu verhindern, entscheidet sich die britische Regierung, eine riesige Sperrzone einzurichten. Infizierte werden von ihren Mitmenschen isoliert. Schottland wird vom Rest der Welt abgetrennt - für immer.

30 Jahre später scheinz die Katastrophe vergessen, aber Schottland ist noch immer von der Welt abgeschnitten. Zu den Überlebenden gibt es keinen Kontakt. Doch dann geschieht, womit niemand mehr gerechnet hat - ein neuer Fall einer Infektion, mitten in London. Der Schlüssel, das Virus zu bekämpfen liegt aber in Schottland in den Händen Dr. Kanes. Eden Sinclair nimmt den waghalsigen Auftrag an, mit einem Elite-Team in der Sperrzone nach Dr. Kane zu suchen...



Sicherlich zählt "Doomsday" nicht zu der Art von Filmen, bei denen man sich einer realistischen Story erfreuen kann, doch darauf kommt es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt an. Denn auch, wenn die Geschichte eher hanebüchen daherkommt, so ist sie sehr interessant und wurde vor allem extrem temporeich und spannend in Szene gesetzt. Von der ersten Minute an geht es hier rasant und enorm actionreich zur Sache, so das man als Zuschauer erst gar keine Möglichkeit erhält, sich etwas mit der Thematik anzufreunden. Das soll aber keine negative Kritik darstellen, eher das Gegenteil ist der fall, denn so wird man ohne Umschweife in ein sehr apokalyptisches Endzeit-Szenario hineingeworfen, das an Härte und Intensität alles bietet, was Filme dieser Art so besonders auszeichnet.

Die ganz großen Stärken dieses Filmes sind sicherlich der temporeiche Erzählstil und der hohe Actiongehalt, denn beide Elemente sorgen dafür, das man kaum einmal dazu kommt, etwas Luft zu holen, da ein Highlight das andere jagt. Hierbei sticht ganz besonders der Härtegrad des Filmes hervor, der äusserst beachtlich ist und es einem verständlicher macht, das dieses Werk bei uns in Deutschland nicht ungeschnitten zu erhalten ist. Es gibt jede Menge blutige Passagen, Gliedmaßen fliegen durch die Luft und das in einer streckenweise derben Art und Weise, das jedem Freund der härteren Gangart das Herz vor Freude im Leib hüpfen dürfte.

Ein weiteres Highlight ist die hier hervorragend zur Gelrung kommende Stimmung, die das Geschehen erzeugt, alles hinterlässt einen sehr trostlosen und auch bedrückenden Eindruck, was durch die perfekten Schauplätze nur noch zusätzlich unterstützt wird. Besonders beeindruckend habe ich hier die Fahrt des Elite-Teams durch das zerstörte und verfallene Glasgow empfunden, bei der ein erstklassiges Endzeit-Feeling aufgekommen ist, das man nicht besser hätte einfangen können. Im Gegensatz dazu stehen die Phasen, in denen man mit der trotz allem scheinbar unberührten Natur in Berührung kommt, was einen tollen Kontrast zu der größtenteils apokalyptisch anmutenden Atmosphäre darstellt, die ansonsten vorherrscht.

Auch im schauspielerischen Bereich gibt es keinerlei grund zur Beanstandung, die Leistungen sind durch die Bank überzeugend und hinterlassen einen authentischen Eindruck. In erster Linie fällt einem hier die Hauptdarstellerin Rhona Mitra ins Auge, die in der Rolle der Eden Sinclair den Begriff Frauenpower perfekt zum Ausdruck bringt und ihm auf eine gewisse Art und Weise eine neue Dimension verleiht. Es ist eine sehr schöne Abwechslung, das es mittlerweile immer mehr Produktionen gibt, in denen das weibliche Geschlecht die Führungsrolle für sich beansprucht und die Männer etwas in den Hintergrund stellt. So entwickelt sich auch die Figur der Eden Sinclair im Verlauf der Geschichte zu einer regelrechten Kampfmaschine, die dazu noch eine äusserst coole und lässige Art an den Tag legt, die nahezu perfekt in das Szenario hineinpasst.

Regisseur Neil Marshall, der ja anscheinend ein Faible für Filme hat, die mit dem Buchstaben D beginnen (Dog Soldiers, The Deascent), hat hier meiner Meinung nach mal wieder einen großen Wurf gelandet, in dem die Kombination aus Action, SCI/FI und Härte sehr gut gelungen ist. Und auch, wenn die erzählte Story eher an den Haaren herbeigezogen wirkt, so beinhaltet sie auf jeden Fall einen extrem hohen Unterhaltungswert und sorgt so für absolute Kurzweil beim Zuschauer, der von der ersten bis zur letzten Minute voll auf seine Kosten kommt.


Fazit:


"Doomsday - Tag der Rache" ist ein erstklassiges Action-Spektakel, das sehr viel Freude und Spaß bereitet. Mann sollte hier keinesfalls über Sinn oder Unsinn der erzählten Geschichte nachdenken, sondern einfach einen bestens unterhaltenden Action-Kracher erwarten, der ein hohes Maß an Härte beinhaltet und mit einer dichten und bedrückenden Grundstimmung aufwarten kann. Und so kann man eigentlich als Fan des Genres nur zu einer Bewertung kommen und die lautet....


...10/10

Samstag, 14. November 2009

Halloween - Left for Dead






Halloween - Left for Dead
(Left for Dead)
mit Steve Byers, Danielle Harris, Shawn Roberts, Ahmed Dirani, Robbie Amell, Daniel Clark, Katrina Devine, John Bregar, Rebecca Davis, JaNae Armogan, Boyd Banks, Steve Vincic, Naomi Hewer, Ryan Louagie, Paul Vasilak
Regie: Christopher Harrison
Drehbuch: Christopher Harrison
Kamera: Daniel Holmes
Musik: Marinho Nobre
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2007

Drogen, Sex und wilde Partys - jedes Jahr zu Halloween werfen die Studenten einer kanadischen Kleinstadt sämiliche Hemmungen über Bord. Doch dieses Mal kommt ein ungebetener Gast zu Besuch. Er trägt eine Halloween-Maske und dezimiert die Vergnügungssüchtigen mit einer Machete. Tommy beobachtet den Mord an seinem Freund Freddy, doch weder Polizei noch Freunde schenken ihm Glauben. Und auch die Leiche ist verschwunden. Was geht hier vor sich? Tommy hegt einen schrecklichen Verdacht und ein äusserst blutiges Spektakel nimmt seinen Anfang...


Nun kann die Inhaltsangabe des Filmes schon gewisse Erwartungen aufkommen lassen und auch wenn es sich hier um eine Thematik handelt, die doch schon ziemlich ausgelutscht zu sein scheint, hegt man die Hoffnung, einen durchaus spannenden und interessanten Slasher präsentiert zu bekommen. Wenn man dann auch noch dem letzten Satz in der Inhaltsangabe einigen Glauben schenkt, dann stellt man sich auf jeden Fall auf einen recht blutigen Vertreter dieser Art ein und freut sich auf ein kurzweiliges Filmerlebnis.

Umso größer ist dann aber die äusserst schnell auftretende Ernüchterung und es macht sich auch eine gewisse Enttäuschung breit, denn leider kann "Halloween - Left for Dead" nicht halten, was er verspricht. Das mag einerseits darin begründet liegen, das man diesem Werk jederzeit das äusserst niedrige Budget von geschätzten 200.000 $ CAD anmerkt, was aber meiner Meinung nach keinesfalls die teilweise etwas langatmige Inszenierung rechtfertigt. Denn trotz einer sehr kurzen Laufzeit von nur knapp 78 Minuten ist es den Machern hier gelungen, mehrere unnötig in die Länge gezogene Passagen einzubauen, die nicht gerade zu einem kurzweiligen Sehvergnügen beitragen.

Für die hier erzählte Geschichte hat man sich bei einigen anderen Genre-Vertretern bedient, so sind Anlehnungen an den Teenie-Slasher "Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast" sehr auffällig und für eine Szene stand ganz eindeutig William Lustig's Klassiker "Maniac" von 1980 Pate. Das ist ja nun auch nicht weiter schlimm, wenn diese Ähnlichkeiten der Bestandteil einer knackig verpackten und spannenden Story wären, doch das ist hier leider nur recht bedingt der Fall. Denn seine Spannung bezieht der Film allein aus der Tatsache, das mehrere Personen als Mörder in Frage kommen, der Rest des Geschehens trägt nicht unbedingt dazu bei, hier übermäßig Spannung aufzubauen.

Wenn jetzt wenigstens in atmosphärischer Hinsicht der Funke auf den Zuschauer überspringen würde, dann könnte man über die anderen Defizite etwas hinwegsehen, doch auch hier kann der Film nicht gerade viele Pluspunkte verbuchen, da sich keine konstant bedrohliche Stimmung entfalten kann, es sind ledigliche teilweise recht gute Ansätze zu erkennen, die aber immer wieder im Keim erstickt werden.

Wer jetzt eventuell denkt, das er durch einige gut in Szene gesetzte Morde, die vielleicht auch etwas blutiger ausfallen entschädigt wird, wird sich sehr schnell dieser Hoffnung beraubt sehen, denn die Tötungsszenen beinhalten weder Innovation, noch große Härte. Meist sind sie auch nur in Ansätzen zu sehen, so das auch kein größerer Splatter/Gore Gehalt auszumachen ist. Erst ganz zum Schluß gibt es dann noch 2-3 etwas härtere Szenen, die aber keinesfalls das eher unterdurchschnittliche Gesamtbild etwas aufwerten könnten.

Die hier agierenden Jund-Darsteller reissen dann auch nichts mehr heraus und passen sich dem gewonnenen Eindruck an, denn das gebotene Schauspiel ist nicht gerade gut, in vielen Phasen wirkt es seltsam gekünstelt und aufgesetzt und auch die teilweise viel zu lang geratenen Dialoge beinhalten nicht unbedingt sehr viel Klasse, so das hier insgesamt ein Slasher vorliegt, der sicher nicht in die Geschichte des Genres eingehen wird.


Fazit:


"Halloween - Left for Dead" ist eine absolute Low Budget Produktion, bei der man es nicht verstanden hat, trotz wenig vorhandenen finanziellen Mitteln etwas Innovatives zu kreieren. Mit etwas mehr fantasie wäre es sicherlich möglich gewesen, wenigstens einen ganzzeitig gut unterhaltenden Film zu produzieren, den man sich als Fan des Genres gern anschaut. So aber bekommt man ein Gesamtpaket serviert, dem es sichtlich an Ideen fehlt und das so lediglich im unteren Durchschnittsbereich anzusiedeln ist.



Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 / 16:9
Laufzeit: 78 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


4/10

Mittwoch, 11. November 2009

Crank 2 - High Voltage






Crank 2 - High Voltage
(Crank: High Voltage)
mit Jason Statham, Amy Smart, Dwigth Yoakam, Efren Ramirez, Julanne Chidi Hill, Reno Wilson, Keone Young, Art Hsu, Joseph Julian Soria, Ling Bai, Clifton Collins Jr., David Carradine, Corey Haim, Geri Halliwell, Billy Unger
Regie: Mark Neveldine / Brian Taylor
Drehbuch: Mark Neveldine / Brian Taylor
Kamera: Brandon Trost
Musik: Mike Patton
SPIO / JK
USA / 2009

Der coole Gangster und Profikiller Chev Chelios ist zurück. Und er hat ein neues Herz, ein falsches. Triadenganove Johnny Vang hat ihm ein Kunstherz eingepflanzt und will mit Chevs Organ seinem Oberboss zu neuer Lebenskraft verhelfen. Chev will sein Herz zurück und begibt sich auf eine wilde Jagd nach Vang. Dabei verliert er die drahtlose Batterie, die sein künstliches Herz am laufen hält. Chev muss sich nun ständig mit Strom versorgen und wagt sogar den tödlichen Griff in die Starkstromleitung...


Eigentlich war ich der Meinung, das der Vorgänger "Crank" nicht zu toppen ist, doch nach Sichtung dieser Fortsetzung musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Auch wenn Teil 1 schon herrlich durchgeknallt war, so setzt "High Voltage" dem ganzen doch die Krone auf. Sicherlich darf man auch hier nicht den Anspruch haben, das man einen ernstzunehmenden Actionfilm präsentiert bekommt und wenn dies bei einigen Leuten doch der Fall sein sollte, dann wäre es ratsam, wenn sie die Finger von diesem Werk lassen. Denn das, was einem hier geboten wird, ist so dermaßen unrealistisch, macht dabei aber einen so ungeheuren Spaß, das es einem phasenweise die Tränen in die Augen treibt. Ich persönlich liebe diese Art von Filmen, die nur so vor Humor und extrem übertriebener Action triefen, denn der Unterhaltungswert ist so hoch, das eigentlich jeder auf seine Kosten kommen müsste.

Das Jason Statham ganz generell einer der coolsten Darsteller unserer Zeit ist, weiss man nicht erst seit ein paar Tagen, doch bin ich der Meinung, das dies in der Rolle des Gangsters Chev Chelios besonders gut zur Geltung kommt. Nur sehr selten hat man das Gefühl, das er hier eine Rolle spielt, so überzeugend und authentisch wirkt sein Schauspiel. Der Mann ist ganz einfach eine "coole Sau", was in dieser Geschichte einmal mehr unter Beweis gestellt wird. Dabei ist die erzählte Story so herrlich überzogen und jenseits jeder Realität, das man sich bei den phasenweise schon skurril wirkenden Abläufen kaum vor lachen halten kann. Ist es schon vollkommen an den Haaren herbeigezogen, das Chelios den Sturz aus dem Hubschrauber am Ende des ersten Teils überlebt hat, so wird ihm hier auch noch sein Herz entnommen und durch ein falsches ersetzt, das mit einer strombetriebenen Batterie läuft und ständig aufgeladen werden muss. Nun wäre Chelios nicht er selbst, wenn er nicht auch für dieses ständig auftretende Problem immer wieder eine Lösung finden würde, egal, wie grotesk diese auch erscheinen mag.

Das er dabei in die unmöglichsten und kaum vorstellbaren Situationen gerät, versteht sich eigentlich von selbst und der umgangssprachliche Ausdruck "unter Strom stehen" erreicht vollkommen neue Dimensionen, da er hier wortwörtlich in Szene gesetzt wurde. Dabei entsteht eine extrem actionlastige und temporeiche Geschichte, das man als Zuschauer kaum einmal dazu in der Lage ist Luft zu holen, denn es jagt wirklich ein Action-Highlight das Nächste, so das der Begriff Langeweile in diesem Spektakel als absolutes Fremdwort angesehen werden kann. In einigen Passagen ist es sogar gar nicht so leicht, dem vorgegebenen Tempo zu folgen, da auch hier die phasenweise hektisch, aber zum Film passende Schnittfolge vorhanden ist, wie man es schon bei "Crank" begutachten konnte. Aber gerade das ist es ja auch, was diese Filme so besonders auszeichnet und von der breiten Masse abhebt, denn diese ungeheuer temporeiche Erzählweise ist ihr ganz besonderes Markenzeichen.

Auch mit dem vorhandenen Humor haben die Macher des Filmes nicht gerade gegeizt und es ist nicht besonders verwunderlich, das auch dieser teils maßlos überzogen ist, was aber einfach dazugehört. Nun mag sicherlich nicht jeder etwas mit dieser Art von Komik anfangen können, doch im Prinzip sollte man ja wissen, was bei diesem Film auf einen zukommt. Mir persönlich hat ganz besonders der Typ gefallen, der unter dem "Ganzkörper-Tourette-Syndrom" gelitten hat, denn die Passagen, in denen er mitgespielt hat, ghörten zu den absoluten Highlights des Films. Doch auch ansonsten wird einiges für die Lachmuskeln getan, so kommt es zum Beispiel wie schon im Vorgänger zu einer Situation, in der Chelios wieder einmal Sex mit seiner Freundin Eve hat und selbstverständlich passiert dies an einem öffentlichen Ort. Das sind nur zwei Beispiele für eine Fülle von zündenden Gags, die das hervorragende Gesamtbild dieses Action-Krachers nahezu perfekt abrunden.


Fazit:


"Crank 2 - High Voltage" ist mit Sicherheit kein Film für Personen, die einen hohen Anspruch an eine realistische Story erheben, sondern vielmehr ein gigantisches Action-Spektakel, das herrlich überzogen daherkommt und so für extrem kurzweilige Unterhaltung sorgt. Eine vollkommen hanebüchene und kranke geschichte, die äusserst temporeich erzählt wird und jede Menge Action beinhaltet. Ein glänzend aufgelegter Jason Staham tut sein Übriges dazu, dem Betrachter einen Film zu servieren, den man sicher nicht so schnell vergisst. Und durch das hier verwendete Ende kann man durchaus die Hoffnung hegen, das dieser Teil noch längst nicht das Ende der Fahnenstange ist.



9/10

Sonntag, 8. November 2009

The last House on the Left (2009)






The last House on the Left
(The last House on the Left)
mit Tony Goldwyn, Monica Potter, Garret Dillahunt, Aaron Paul, Spencer Treat Clark, Riki Lindhome, Martha MacIsaak, Sara Paxton, Michael Bowen, Joshua Cox, Usha Khan
Regie: Dennis Illiadis
Drehbuch: Adam Alleca / Carl Ellsworth
Kamera: Sharone Meir
Musik: John Murphy
SPIO / JK
USA / 2009

Mari verbringt die Ferien mit ihren Eltern an einem abgelegenen Seehaus. Als sie mit einer Freundin dem jungen Fremden Justin in sein Motelzimmer zum Kiffen folgt, bricht Maris heile Welt zusammen. Die beiden Frauen werden gequält und vergewaltigt. Während ihre Freundin im Wald stirbt, kann sich die angeschossene Mari ins Haus ihrer Eltern schleppen. Ausgerechnet dort sucht die Gang unwissentlich Unterschlupf. Als das Ehepaar von dem Gewaltverbrechen an ihrer Tochter erfährt, nehmen sie an den Tätern gnadenlos Rache.


Das Jahr 2009 scheint das Jahr der Neuauflagen für alte Horror-Klassker zu sein. Nach der doch eher enttäuschenden Neuauflage von "Freitag der 13." und dem äusserst gelungenem Remake von "My Bloody Valentine" bekommt man es nun auch noch mit der Neuinterpretation des Rape-und Revenge Klassikers "The last House on the Left" zu tun, dessen Original aus dem Jahre 1972 stammt und damals unter der Regie von Altmeister Wes Craven entstand. Und gerade, weil dieser Film damals doch einer Revolution gleichkam und Maßstäbe gesetzt hat, war die Neugier doch ziemlich groß, ob Regisseur Dennis Illiadis den hohen Erwartungen gerade der etwas älteren Horror-Fans gerecht werden könne. Und ganz ehrlich gesagt, mich persönlich hat diese neue Version vollkommen überzeugt und ich fand sie um ein Vielfaches besser, als das inoffizielle Remake "Chaos" aus dem Jahr 2005, das meiner Meinung nach lediglich Wert auf drastische Härte gelegt hat, bei dem aber zu keiner Zeit eine wirklich gelungene Atmosphäre vorhanden war.

Gerade atmosphärisch ist der hier vorliegende Film als absolut gelungen zu bezeichnen und obwohl man in der heutigen Zeit nicht mehr die Stimmung hinbekommt, die so viele Horrorfilme der 70er und 80er Jahre absolut unverwechselbar macht, so kann diese Neuverfilmung beim Zuschauer jederzeit Gänsehaut erzeugen und bietet ein sehr intensives Filmerlebnis, das merklich unter die Haut geht und einen keinesfalls unberührt lässt. Gerade die sadistische Grundstimmung, die im Original hauptsächlich durch die Täter zur Entfaltung kam, konnte auch hier hervorragend eingefangen und umgesetzt werden. Dies ist in meinen Augen in erster Linie Garret Dillahunt zu verdanken, der die Rolle des Anführers Krug absolut authentisch verkörpert und ihm eine sadistische und kaltblütige Aura verleiht. Man nimmt ihm jederzeit den vollkommen skrupel-und gewissenlosen Verbrecher ab und kann so sehr gut nachvollziehen, warum seine Gefährten auf jeden seiner Befehle mit der Präzision eines schweizer Uhrwerks folgen, denn er hätte ganz sicher kein Problem damit, auch ihnen etwas anzutun, wenn sie ihm nicht folge leisten. Doch auch sein Bruder und seine Freundin sind nicht gerade minder sadistisch veranlagt, lediglich sein Sohn schlägt da etwas aus der Reihe, da er anscheinend noch so etwas wie ein Gewissen hat, aber nicht dazu in der Lage ist, sich gegen seinen dominanten ater aufzulehnen.

Vor allem das Grundgerüst der Geschichte ist sehr stark an die Story des Originals angelehnt, sicherlich gibt es einige veränderte Kleinigkeiten, oder auch diverse Neuerungen, die aber nicht besonders abweichen und einen vollkommen neuen Film entstehen lassen. Das ist auch gut so, denn so kann man viel besser einen Vergleich zu Craven's Werk ziehen und der fällt nicht gerade schlecht aus. Ich möchte sogar fast behaupten, das der hier gezogene Spannungsbogen noch straffer ist, jedenfalls habe ich das so empfunden, denn von Beginn an ist man von der Geschichte gefesselt und kann sich der von ihr ausgehenden Wirkung einfach nicht entziehen. In relativ kurzer Zeit entfaltet sich dann diese ungeheuer dichte ubd Unheil ankündigende Atmosphäre, die sich wie eine zweite Haut über einen selbst legt und so auch ein immenses Maß an Intensität freisetzt, das sich ganz unweigerlich auf den Betrachter überträgt. man wird zu einem Teil des Geschehens, der allerdings lediglich in die Beobachterrolle schlüpfen kann und keinerzeit die Möglichkeit zum Eingriff hat, was unwillkürlich ein Gefühl der Ohnmacht auslöst und Wut in einem selbst auslöst, da man sich einfach nur hilflos fühlt.

So ist man praktisch zum Zuschauen verdammt, kann aber auch den Blick nicht vom Gesehenen abwenden, denn dafür ist ganz einfach die Faszination, die von der Story ausgeht, viel zu groß. Also leidet man fast schon körperlich mit den Opfern mit und ist umso erfreuter, als endlich der Punkt gekommen ist, wenn das Blatt sich wendet und aus den Opfern Täter werden. In dieser Phase des Filmes spürt man ganz intensiv, das man die Gegenwehr vollkommen unterstützt und auch die Handlungen vom menschlichen Standpunkt aus verstehen und nachvollziehen kann. Und ganz ehrlich, auch wenn ich ein großer Fan des Originals bin, diese Intensität habe ich in dieser Form dort nicht unbedingt verspürt. Das mag sicher auch daran liegen, das hier nicht unbedingt die Täter im absoluten Focus des Geschehens stehen, sondern das die Rollen der Eltern viel mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Diese Maßnahme sehe ich als äusserst gelungen an und man erhält eine etwas andere Sichtweise auf die Szenerie, als wie es im Original der Fall war. Aber in dieser Beziehung werden ganz sicher die meinungen etwas auseinandergehen.


Fazit:


"The last House on the Left (2009)" ist für mich eines der mit Abstand besten Remakes, die in den letzten Jahren erschienen sind. Und auch, wenn viele davon nicht der Rede wert sind, so ist dieser Film ein Paradebeispiel dafür, das es auch anders geht und eine Neuauflage eines Klassikers nicht immer unnötig sein muss. Das hier gebotene Filmerlebnis trifft einen wie ein Keulenschlag in die Innereien und bietet einen Rape-und Revenge Film, der kaum intensiver hätte sein können. Jeder Horror-Fan sollte sich diesen Leckerbissen keinesfalls entgehen lassen.



9/10

Donnerstag, 5. November 2009

Illuminati






Illuminati
(Angels & Demons)
mit Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgard, Pierfrancesco Favino, Nikolaj Lie Kaas, Armin Mueller-Stahl, Thure Lindhardt, David Pasquesi, Cosimo Fusco, Victor Alfieri, Franklin Amobi, Curt Lowens, Bob Yerkes, Marc Fiorini
Regie: Ron Howard
Drehbuch: David Koepp / Akiva Goldsman
Kamera: Salvatore Totino
Musik: Hans Zimmer
FSK 16
USA / 2009

Robert Langdon entdeckt Beweise, dass die mächtigste Untergrundbewegung der Geschichte, ein uralter konspirativer Geheimbund, den man als "Die Illuminati" kennt, wiederauferstanden ist. Kurz darauf wird er damit konfrontiert, dass die katholische Kirche, der zutiefst verhasste Erzfeind der Illuminaten, einer tödlichen, existenzvernichtenden Bedrohung ausgesetzt ist. Nachdem Langdon herausgefunden hat, dass eine unaufhaltbare Illuminati-Zeitbombe tickt, die noch am gleichen Tag zu explodieren droht, fliegt er unverzüglich nach Rom, wo er sich mit der schönen und rätselhaften italienischen Wissenschaftlerin Vittoria Vetra zusammentut. Gemeinsam machen sie sich auf zu einer atemlosen, actionreichen Hetzjagd quer durch die ewige Stadt, durch versiegelte Krypten, gefährliche Katakomben, verlassene Kathedralen und sogar mitten hinein ins Herz des geheimsten und best bewachten Grabgewölbes der Welt. Langdon und Vetra folgen einer 400 Jahre alten Spur altertümlicher Symbole, auf der die einzige Hoffnung für das Überleben des Vatikans ruht.


Wie schon bei "Sakrileg - The Da Vinci Code" übernahm Ron Howard bei dieser neuen Verfilmung eines Bestsellers von Dan Brown das Regie-Zepter in die Hand. Das Endprodukt ist ein sehr gelungener Thriller, der teils mysteriöse Elemente beinhaltet, die diesen Film zu einem erstklassigen Film-Vergnügen machen, das jederzeit bestens und kurzweilig zu unterhalten weiss. Dabei ist die hier erzählte Geschichte hervorragend umgesetzt worden und besticht in erster Linie durch ihre temporeiche und extrem spannende Erzählweise, die in jeder Phase des Films die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich verbuchen kann und meiner Meinung nach keinerlei langatmige Passagen beinhaltet.

Denn nach einer verhältnismäßig kurzen Anlaufphase, in der man etwas in die Hintergründe des Geschehens eingeführt wird, beginnt auch sogleich die teils atemlose Hetzjagd durch den Vatikan und ganz Rom, immer auf der Suche nach der mysteriösen Bombe und vier Kardinälen, die als aussichtsreichste Kandidaten für die vakante und höchste Position in der katholischen Kirche gelten. Und diese scheinbar aussichtslose Jagd, die auch gleichzeitig ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit ist, wurde hier wirklich so tempo-und actionreich in Szene gesetzt, das einem phasenweise die Luft zum Atmen ausgeht. Wie gebannt verfolgt man die Protagonisten auf ihrer Jagd durch bedrohliche Katakomben und verlassene Kirchen und kann das ausgestossene Adrenalin richtiggehend spüren. Es ist Ron Howard wirklich vortrefflich gelungen, hier eine Stimmung des Mitfieberns zu erzeugen, der man sich als Zuschauer einfach nicht entziehen kann.

Gab es beim Vorgänger "The Da Vinci Code" noch einige Sequenzen während der Geschichte, die man als etwas langatmig ansehen konnte, so bleiben diese hier vollkommen aus, es gibt viel mehr Actionszenen zu bewundern und die gesamte Inszenierung wirkt um Einiges kompakter und vor allem kurzweiliger. Ich empfand es jedenfalls als sehr gelungen, das "Illuminati" weit mehr auf Tempo und Action setzt, so das man kaum einmal merkt, wie schnell doch die Zeit vergehen kann und man sich auf einmal mit dem Abspann des Filmes konfrontiert sieht. Natürlich wäre das alles nichts ohne die dazugehörigen und durch die Bank erstklassigen Schauspieler, die dem Geschehen hier auch ihren Stempel aufdrücken. So agiert ein Tom Hanks wie gewohnt sehr souverän und verleiht der Figur des Robert Langdon dieses Mal sogar leichte Züge eines Agenten, der sich nicht nur einmal seines Lebens bedroht sieht, aber mit Glück und Geschick aus den auswegslosesten Situationen herauskommt. Doch auch ein Ewan McGregor oder aus deutscher Sicht Armin Mueller-Stahl liefern routinierte und glaubhafte Darstellungen ab.

Letztendlich ist "Illuminati" ein extrem temporeicher und actiongeladener Mystery-Thriller, der von Beginn an eine ungeheure Anziehungskraft und Faszination auf den Betrachter ausübt. Anders als beim Vorgänger wirkt alles eine Spur rasanter und kompakter, was jetzt aber "The Da Vinci Code" keineswegs abwerten soll. Mir haben beide Teile sehr gut gefallen, allein schon aus dem Grund, das ich Filme mit einer religiösen Thematik absolut faszinierend finde. Ich kann keinen Teil unbedingt hervorheben, da beide Filme auf ihre Art und Weise als sehr gelungen bezeichnet werden können.


Fazit:


"Angels & Demons", wie der Film im Original heisst, bietet ein actiongeladenes Filmerlebnis, das sich in meinen Augen auf einem sehr hoch angesiedelten Niveau bewegt und superrasante Filmkost darbietet. Jeder Freund spannungsgeladener Thriller sollte sich dieses Werk keinesfalls durch die Lappen gehen lassen, denn es wird alles geboten, was solche Filme so absolut sehenswert macht.



8,5/10

Montag, 2. November 2009

Shivers






Parasiten-Mörder
(Shivers)
mit Paul Hampton, Joe Silver, Lynn Lowry, Allan Kolman, Susan Petrie, Barbara Steele, Roland Mlodzik, Barry Baldaro, Camil Ducharme, Hanka Posnanska, Wally Martin, Vlasta Vrana, Silvie Debois, Charles Perly, Al Rochman
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: David Cronenberg
Kamera: Robert Saad
Musik: Keine Informationen
FSK 16
Kanada / 1975

Ein Wissenschaftler ist auf der Suche nach einem Parasiten, der Organverpflanzungen überflüssig macht. Er möchte einen Organismus erschaffen, der den triebhaften Urinstinkt des Menschen neu beleben soll. Als er an einer jungen Frau experimentiert, gerät das Experiment außer Kontrolle. Der Parasit schaltet den Verstand der Frau vollkommen aus, sie wird zu einer blutrünstigen und Menschenfleisch fressenden Sexbestie. Sie verkehrt mit unzähligen Männern, in denen sich der Parasit vermehrt und somit ausbreitet. Alle die vom Parasiten befallen werden, verwandeln sich in sexbesessene, mordlüsterne Bestien mit andersartigen sexuellen Phantasien.


Heutzutage als Meilenstein des Genres angesehen, löste dieser Film zur damaligen Zeit durch seine radikale Art eher Empörung in gewissen Gremien aus. Bei "Shivers" handelt es sich um den Film, der David Cronenberg zum endgültigen Durchbruch als Regisseur verholfen hat und in dem sein ewiges Thema "Body-Horror" nahezu perfekt zur Geltung kommt. Wie so oft in seinen Filmen nimmt auch hier das Thema Sex einen zentralen Punkt der erzählten Geschichte ein, ist aber keineswegs zu stark in den Vordergrund des Geschehens gerückt. Cronenbergs Art, das parasiten-Thema zu bearbeiten, mag aus heutiger Sicht für viele eher als harmlos wirken, obwohl der Film einige recht blutige Passagen beinhaltet, doch zur damaligen zeit wirkte dieses werk für viele doch eher wie eine Radikalkur. Auf jeden Fall aber hat dieses Werk bleibende Maßstäbe gesetzt, an denen sich auch weitere Filme orientiert haben, die eine ähnliche Thematik vorzuweisen haben.

Als Schauplatz der Geschichte dient hier ein neumodischer Wohnkomplex mit allem denklichen Komfort, der etwas ausserhalb von Montreal auf einer Insel angesiedelt ist. Es ist insbesondere die kalte, ja teilweise fast steril anmutende Ausstrahlung dieser Location, die dafür Sorge trägt, das sich eine erstklassige und teils sehr beklemmende Atmosphäre entfalten kann, die sich auch auf den Zuschauer überträgt und in ihm ein gefühl des Unwohlseins auslöst. Denn dieser Appartement-Komplex, der als Oase der Ruhe und der Abgeschiedenheit dienen soll, entwickelt sich mit der Zeit zu einem sexuellen Tollhaus und zur absoluten Todesfalle, aus der es anscheinend keine Rettung gibt. Die durch die Parasiten befallenen Menschen verwandeln sich richtiggehend in eine Art Sexmonster und infizieren dadurch immer mehr unschuldige Menschen.

Es entwickelt sich eine Menschenjagd, bei der keiner vor den ekelhaften Parasiten sicher ist. Dabei wird der vorhandene Spannungsbogen immer straffer gezogen, die unheilvolle Stimmung, die der Film aussendet, verdichtet sich fast minütlich, so das man sich als Betrachter phasenweise sehr stark in das Geschehen involviert fühlt, da es auch trotz der enthaltenen SCI/FI Elemente erschreckend realistisch und glaubwürdig wirkt. So bekommt man durchaus den Eindruck vermittelt, das man jederzeit selbst ein Teil des hier stattfindenden Wahnsinns sein könnte. Dadurch wirkt die Geschichte noch intensiver, es geht eine extrem starke Faszination von ihr aus, die sich zwangsläufig auf einen selbst überträgt und ein flaues Gefühl in der Magengegend entstehen lässt. So kann man im Endeffekt von einem sehr intensiven Filmerlebnis sprechen, das auch in der heutigen Zeit rein gar nichts von seiner Faszination und seinem Reiz verloren hat.

Dazu trägt auch die Darsteller-Riege bei, bei der es sich zwar nicht unbedingt um die ganz großen Namen handelt, was aber nichts an den überzeugenden und authentischen Schauspielleistungen ändert, die man hier geboten bekommt. Insgesamt gesehen hat man es also mit einem rundum gelungenem Gesamtpaket zu tun, das regisseur David Cronenberg den Weg für seine weitere Karriere geebnet hat und sicherlich als Meilenstein in seiner Filmografie anzusehen ist, in der sich ja mehrere erstklassige und teilweise aussergewöhnlich gute Werke befinden.


Fazit:


"Shivers" ist ein Horrorfilm, der besonders durch seine excellente Atmosphäre, aber auch durch seine phasenweise radikal wirkende Darstellung der vorhandenen Thematik überzeugen kann. Ein Film, der nicht umsonst in Fankreisen Kultstatus besitzt und auch nach mittlerweile über 30 Jahren immer wieder sehenswert ist. Einige Szenen wirken sogar in der heutzutage von Härte geprägten Horrorlandschaft ziemlich eklig und können durchaus für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend sorgen. Auf jeden Fall aber ist "Shivers" ein Horrorfilm, den jeder Fan des Genres gesehen haben sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 1.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 84 Minuten


8/10