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Sonntag, 31. Januar 2010

Doghouse






Doghouse
(Doghouse)
mit Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Terry Stone, Christina Cole, Lee Ingleby, Keith-Lee Castle, Emil Marwa, Neil Maskell, Adele Silva, Toby Richards, Emily Booth, Alison Carroll, Billy Murray, Tree Carr
Regie: Jake West
Drehbuch: Dan Schaffer
Kamera: Ali Asad
Musik: Richard Wells
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Um Ihren Kumpel Vince nach seiner Scheidung aufzumuntern packen ihn seine Freunde, Neil, Mickey, Matt, Patrick, Graham und Banksy, um mit ihm ein Wochenende in Moodly einem Dorf, in dem statistisch auf je einen männlichen Einwohner vier Frauen kommen. Doch dort angekommen merken sie recht schnell, dass das vermeintliche Paradies sich als bestialisches Höllenloch entpuppt. Ein von der Armee freigesetzter Virus hat alle Ladys in garstige Männer fressende Furien verwandelt. Verbarrikadiert im örtlichen Spielzeugladen nehmen die Männer den Geschlechterkampf auf - und dieser ist blutig...


Es scheint ja wirklich Leute zu geben, die diese britische Horror-Komödie absolut nicht lustig finden, was ich nach der Sichtung des Films umso weniger nachvollziehen kann. Sicher, Geschmäcker sind verschieden und nicht jede Art von Humor ist Jedem zugänglich, aber die hier in Szene gesetzte Geschichte ist so herrlich skurril und witzig, das es einfach nur einen Riesen-Spaß macht, das blutige Geschehen zu verfolgen, in das Vince und seine Freunde hier hineingeraten sind. Regisseur Jake West hat genau die richtige Mischung aus Horror-und Humor gefunden und das Ganze mit einer wirklich ordentlichen Portion Splatter-und Gore angereichert, so das man im Endeffekt einen mehr als nur gelungenen Genre-Beitrag präsentiert bekommt, der über einen extrem hoch angesiedelten Unterhaltungsfaktor verfügt und ganzzeitig äusserst lustige und kurzweilige Unterhaltung darbietet.

Das Frauen manchmal zu wahren Furien mutieren können, ist nun nicht gerade eine weltbewegende Neuigkeit, allerdings wurde diese Tatsache wohl noch nie so drastisch und vor allem blutig in Szene gesetzt, denn für eine Horror-Komödie geht es stellenweise äusserst blutig und hart zur Sache, weswegen man die Freigabe des Films auch durchaus nachvollziehen kann. Dadurch, das die Geschichte einen stark humorigen Anteil beinhaltet, kommt einem die vorhandene Härte allerdings gar nicht einmal so extrem vor, was sicherlich ein generelles Phänomen der sogenannten Fun-Splater Filme ist. Schon Filme wie "Braindead" oder "Evil Aliens" der übrigens auch unter der Regie von Jake West entstanden ist, haben dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt, der Überschuss an Humor lässt einen Horrorfilm vollkommen anders erscheinen, als wenn es sich um einen vollkommen ernsthaften Vertreter des Genres handeln würde.

Und so ist auch diese britische Produktion vollgestopft mit dem teilweise staubtrockenen britischen Humor, phasenweise genialer Situationskomik, aber auch mit Szenen, die als absolute Schenkelklopfer bezeichnet werden können. Allein schon die Darstellung der weiblichen Furien kann man als ein Highlight dieses Werkes ansehen, denn die Masken sind äusserst gelungen und animieren den Zuschauer zu so manch herzhaften Lacher. Aber auch die männlichen Darsteller tragen ihren Teil zum insgesamt sehr guten Gesamteindruck bei, Danny Dyer & Co. geraten in die skurrilsten Situationen und auch ihre dabei an den Tag tretenden Verhaltensweisen unterstreichen die witzige Seite des Films noch einmal zusätzlich.

So entwickelt sich der Wochenendausflug innerhalb kürzester Zeit zu einem wahren Horror-Szenario, bei dem kein Auge trocken bleiben dürfte. Das bei einem Gemetzel, wie es dem Betrachter hier geboten wird auch Verluste zu verzeichnen gibt, versteht sich fast von selbst und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das auch die Anzahl der Freunde mit der Zeit sichtlich dezimiert wird. Doch wer überlebt und wer nicht, das sollte man sich schon selbst ansehen und sich dabei von dieser irrwitzigen und temporeichen Geschichte begeistern lassen, die wirklich alles beinhaltet, was eine gute Horror-Komödie auszeichnet. Und obwohl hier die humorige Seite ganz eindeutig im Mittelpunkt steht, entwickelt sich auch ein durchgehend konstanter Spannungsbogen, der sich mit einer sehr dichten und phasenweise bedrohlichen Atmosphäre vermischt. Denn dadurch, das sich das Geschehen in diesem kleinen Dorf abspielt, erhält das Szenario sogar eine leicht klaustrophobische Note, die dem Film sehr gut zu Gesicht steht.

Letztendlich ist "Doghouse" ein weiterer großer Wurf unserer britischen Nachbarn und man fragt sich fast automatisch, warum unsere Filmemacher nicht dazu in der Lage sind, auch einmal einen ähnlich guten Genre-Beitrag abzuliefern. Die Briten haben das wirklich gut drauf, wie dieser Beitrag einmal mehr unter Beweis stellt. Hier wird man von der ersten bis zur letzten Minute erstklassig unterhalten und kann sich gleichzeitig an einer ordentlichen Portion Härte wie auch an dem brillanten Humor erfreuen, so das man im Endeffekt gar nicht mitbekommt, wie schnell doch die Zeit vergeht und diese köstliche Horror-Komödie sich dem Ende nähert.


Fazit:


Wer bei "Doghouse" nicht lachen kann, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen, denn dieser Film ist stellenweise so witzig, das einem die Tränen in die Augen treten. Dabei enthält dieses Werk genau den angemessenen Härtegrad, der keineswegs zu hoch angesiedelt ist, sondern genau im richtigen Verhältnis zum vorhandenen Humor steht und so für ein extrem kurzweiliges und blutiges Sehvergnügen der Extraklasse sorgt. Ein Film, an dem kein echter Fan vorbeikommt, der Horror in Kombination mit Humor zu schätzen weiss und für den man bedenkenlos eine dicke Empfehlung aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making of, Making of Bloopers, Deleted Scenes, TV Spots, Trailer



8,5/10

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