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Freitag, 26. März 2010

Auftrag Rache






Auftrag Rache
(Edge of Darkness)
mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, David Aaron Baker, Jay O. Sanders, Denis O'Hare, Damian Young, Caterina Scorsone, Frank Grillo, Wayne Duvall, Gbenga Akinnagbe, Gabrielle Popa, Paul Sparks
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: William Monahan / Andrew Bovell
Kamera: Phil Meheux
Musik: Howard Shore
FSK 16
Großbritannien / USA / 2010

Manchmal sind es nur Sekunden, die ein ganzes Leben auf den Kopf stellen können. Sekunden, in denen Vertrautes verschleiert, Freunde zu Feinden werden und sich das Dunkelste offenbart… Thomas Craven (Mel Gibson) ist ein pensionierter Detektiv der Mordkommission des Boston Police Departments. Als sein einziges Kind, die 24-jährige Emma (Bojana Novakovic), vor seinen Augen ermordet wird, ist jeder davon überzeugt, dass er das eigentliche Ziel war. Ohnmächtig vor Trauer und umso verbissener macht sich Craven an die Aufklärung des Verbrechens und stellt bald fest, dass seine Tochter ein Doppelleben führte. Bei seinen Recherchen stößt er auf eine gefährliche Parallelwelt aus Korruption, Erpressung und Mord – und schließlich auf den undurchsichtigen Regierungsagenten Darius Jedburgh (Ray Winstone), der alles daransetzt, die Beweise des Mordes zu beseitigen. Cravens verzweifelte Suche nach Antworten wird immer mehr zur Odyssee eines Mannes, der nichts zu verlieren hat.


Eigentlich wollte Superstar Mel Gibson ja nicht mehr selbst als darsteller auf der Bildfläche erscheinen, doch nach mittlerweile 8 Jahren seit seiner letzten hauptrolle in "Signs" hat es ihn anscheinend doch noch einmal in den Fingern gejuckt, was allerdings auch nicht weiter verwundert, da ihm die Rolle des Cops, der den Tod seiner Tochter aufklären will, wie auf den Leib geschneidert ist. Wie lange jedoch 8 Jahre sein können, sieht man Gibson schon rein optisch an, ist er doch in den letzten Jahren merklich gealtert, was ihn aber keinesfalls daran gehindert hat, diesem tollen und interessanten Thriller-Drama seinen Stempel aufzudrücken.

Der deutsche Titel des Films ist meiner Meinung nach etwas unglücklich gewählt, da er den Zuschauer doch durchaus in eine etwas falsche Richtung lenken kann, denn "Auftrag Rache" weckt wohl zuerst die Erwartung, das man einen knallharten Rachethriller a la "Death Sentence" präsentiert bekommt, jedoch wird diese aufkommende Hoffnung dann doch nicht erfüllt. Das soll jetzt aber keineswegs negativ klingen, denn offenbart sich einem ein doch äusserst interessanter und spannender Polit-Thriller, in dem Intrigen und Korruption an der Tagesordnung stehen und verantwortlich dafür sind, das hier nicht nur die Tochter von Thomas Craven (Mel Gibson ihr Leben verliert, denn auch andere Menschen, die einem dunklen geheimnis auf die Spur gekommen sind, sterben einen qualvollen Tod.

Gibson kann in der Rolle des verzweifelten Cops wieder einmal durch sein bestechendes Schauspiel brillieren und ist so ganz eindeutig als das absolute Highlight dieses Werkes anzusehen. Auch die anderen Darsteller wissen durchaus durch routiniertes und überzeugendes Schauspiel zu bestechen, verblassen allerdings im Vergleich zum Hauptcharakter, der das Geschehen hier eindeutig bestimmt und jederzeit allgegenwärtig erscheint. Wie schon zu glorreichen "Leathel Weapon-Zeiten" gibt es auch hier phasenweise den trockenen Wortwitz, der Gibson schon immer ganz besonders ausgezeichnet hat. So entstehen also auch einige Passagen, die man als Situationskomik bezeichnen kann, die aber zu keiner Zeit unpassend wirken, da die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu keiner Zeit ausser acht gelassen wird.

Ob das hier entstehende Szenario unbedingt glaubwürdig erscheint, oder aber an einigen Stellen etwas konstruiert und unrealistisch wirkt, fällt meiner Meinung nach nicht besonders ins Gewicht, denn die Story verfügt über einen kontinuirlich immer weiter ansteigenden Spannungsbogen, phasenweise kann man sogar von absoluter Hochspannung sprechen. Hinzu kommt eine herrlich bedrohliche Grundstimmung, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verdichtet, so das man über einige kleinere Logiklöcher durchaus hinwegschauen kann. Denn insgesamt gesehen offenbart sich dem Betrachter eine extrem spannende und temporeiche Jagd nach einer Wahrheit, die scheinbar gut gehütet wird und bei deren Offenlegung einige politische Köpfe rollen würden.


Fazit:


"Auftrag Rache" ist kein Rachethriller, wie in viele Leute aufgrund des deutschen Titels eventuell erwarten, denn entwickelt sich das Geschehen doch vielmehr in Richtung eines Polit-Thrillers, der sich aber wirklich sehen lassen kann. Ein brillant aufspielender mel Gibson, eine interessante Story und jede Menhge teils atemloser Spannung sorgen für ein erstklassiges Film-Vergnügen, an dem auch das etwas kitschige, aber für Hollywood typische Ende nichts ändern kann. Freunden von intensiven und temporeichen Thrillern, die auch mal über die ein oder andere Logiklücke hinwegsehen können, ist dieser Film nur wärmstens zu empfehlen.


8,5/10

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