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Donnerstag, 22. April 2010

The Graves






The Graves
(The Graves)
mit Clare Grant, Tony Todd, Bill Moseley, Jillian Murray, Amanda Wyss, Cathy Rankin, Patti Tindall, Brian Pulido, Bill Lippincott, Randy Blythe, Barbara Glover, Shane Stevens, Brian Ronalds, Greg Seki, Michelle Winters
Regie: Brian Pulido
Drehbuch: Brian Pulido
Kamera: Adam Goldfine
Musik: Jim Casella
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Die beiden Schwestern Megan und Abby Graves sind unzertrennlich, sex und völlig süchtig nach Comics und Kultfilmen. Um Megan nach der Highschool würdig ins Berufsleben zu entlassen, begeben sich die beiden Grave-Schwestern auf einen heißen Roadtrip durch Arizona, bei dem sie sich einfach in ein Abenteuer stürzen wollen. Als sie in eine alte Minenstadt kommen, scheint sich ihr Ziel zu erfüllen, denn in Skull City ist wahrlich die Hölle los: Untote Mörder, geisteskranke Mutanten und brutale Wahnsinnige sind noch das Netteste, was diese Stadt zu bieten hat. Als Megan schwer verwundet wird, muss Abby handeln, um ihre Schwester zu retten. Doch dazu muss sie sich allein dem höllischen Wahnsinn von Skull City und seinen mörderischen Einwohnern stellen.



Hier haben wir nun also das Langfilm-Debut von Regisseur Brian Pulido, der bisher doch eher als Comic-Autor bekannt sein dürfte. Nun ist er hier nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fungiert auch gleichzeitig als Darsteller und Drehbuch-Autor. Vielleicht sind deswegen gerade in dieser Mehrfach-Funktion die Gründe zu suchen, warum "The Graves" nur teilweise überzeugen kann und einen Horrorfilm darstellt, der seltsam zusammengestückelt erscheint und insbesondere inhaltlich einen merkwürdig konstruirten Erzählstrang offenbart. Denn irgendwie überkommt einen phasenweise das Gefühl, das sich hier mehrere Video-Clips aneinanderreihen, die keinen klaren Erzählstrang ergeben und das gesamte Geschehen vielmehr etwas konfus erscheinen lassen. So bekommt der Zuschauer beispielsweise nur eine ziemlich dürftige Erklärung dafür geboten, warum die Bewohner von Skull City sich so merkwürdig verhalten und alle Menschen töten, die sich in ihre kleine Stadt verirren.

Doch das größte Manko des Films ist die Tatsache, das sich eigentlich zu keiner Zeit ein richtig konstanter Spannungsbogen entwickelt, der bei einem Film dieser Art im Prinzip absolut notwendig ist, um die Aufmerksamkeit des Betrachters für sich einzunehmen. Sicher, es gibt spannende Momente, doch immer, wenn man der Meinung ist, das sie Spannung sich nun endlich verdichtet, fällt sie auch schon wieder in sich zusammen, so das es im Laufe der Geschichte immer wieder zu einer starken Ernüchterung kommt, da man sich doch etwas mehr versprochen hatte. Dazu zählt auch die Grund-Atmosphäre des Films, die teilweise wirklich gute Ansätze erkennen lässt, aber zu keiner Zeit eine gleichmäßige Bedrohung ausstrahlen würde, so das einen das Szenario so richtig fesseln oder faszinieren würde. Es fehlt diesem Werk insgesamt gesehen ganz einfach in allen Belangen an Beständigkeit, zu Vieles bleibt in zugegebenermaßen recht guten Ansätzen stecken und wird nicht konsequent herausgearbeitet, so das viele Passagen der Geschichte sogar belanglos oder unnötig erscheinen. Dabei hätte man ganz sicher viel mehr bewerkstelligen können und insbesondere der Story etwas mehr Substanz verleihen können, die ihr ganz offensichtlich zu fehlen scheint.

Nun werden sicherlich nicht gerade wenige Fans hoffen, das "The Graves" wenigstens im Bezug auf den Härtegrad punkten kann, doch auch in dieser Beziehung sollte man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn bis auf einige wenige Szenen geht es eher unblutig zur Sache. Die meisten Tötungen werden lediglich im Ansatz gezeigt, der Rest spielt sich lediglich in der Fantasie des Zuschauers ab. Die wenigen etwas härteren Passagen sind allerdings recht gut geraten und steigern so den Unterhaltungswert doch etwas in den oberen Bereich. Wer hier jedoch ein Festival an Splatter-und Gore Szenen erwarten sollte, der wird im Endeffekt doch eher enttäuscht sein, denn das wird definitiv nicht geboten.

Auch im darstellerischen Bereich wird sich dem eher durchschnittlichen Gesamteindruck des Films angepasst, die einzelnen Charaktere bleiben zumeist eher farblos und blass, teilweise wirkt das dargebotene Schauspiel sogar merkwürdig aufgesetzt und etwas theatralisch. Das trifft in erster Linie auf den alten Haudegen Tony Todd (Candyman) zu, der hier in einer eher unbedeutenden Nebenrolle zu sehen ist und den man schon in weitaus besseren Rollen bewundern konnte. Letztendlich kann man zu der Erkenntnis gelangen, das hier ein Horrorfilm vorliegt, der leider nicht ganz die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, das Brian Pulidos Film seine Fan-Gemeinde finden wird, denn er ist ja auch nicht wirklich schlecht, allerdings bin ich der Meinung, das man eine Menge mehr hätte bewerkstelligen können, was "The Graves" mit Sicherheit aus der breiten Masse des Mittelmaßes hervorgehoben hätte. So aber handelt es sich nur um einen fast typischen 08/15 Horrorfilm, der keinen großen Wiedererkennungswert besitzt.


Fazit:


Es ist immer wieder traurig zu sehen, das einige Filme in guten Ansätzen steckenbleiben und so nicht ganz die Erwartungen erfüllen können, die der Zuschauer in sie gesetzt hat. Leider zählt auch "The Graves" zu dieser Gruppe und bleibt so im Mittelmaß stecken. Dennoch hat dieses Werk auch durchaus seine guten Momente, so das sich eine Sichtung durchaus lohnt. Ob dabei allerdings ein nachhaltiger Eindruck entsteht bleibt abzuwarten, denn fehlt es doch an einigen Dingen, die einen überdurchschnittlich guten Horrorfilm ausmachen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 83 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Audiokommentar, Tatoo Video, Music Video uvm.

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