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Donnerstag, 24. Juni 2010

All Souls Day






All Souls Day: Dia de los Muertos
(All Souls Day: Dia de los Muertos)
mit Marisa Ramirez, Travis Wester, Nichole Hiltz, Laz Alonso, Laura Harring, David Keith, Julia Vera, Danielle Burgio, Mircea Monroe, Jeffrey Combs, Elie Cornell, Noah Luke, David Figlioli, Danny Trejo
Regie: Jeremy Kasten
Drehbuch: Mark A. Altman
Kamera: Christopher Duddy
Musik: Joe Kraemer
Keine Jugendfreigabe
USA / 2005

Der kleine mexikanische Ort Santa Bonita war schon immer ein Hort des Bösen. Alle 50 Jahre, am traditionellen Tag der Toten, öffnet sich das Tor zur Hölle, welches der finstere Großgrundbesitzer Vargaz Diaz Ende des 19. Jahrhunderts aufstieß, um ewiges Leben zu erhalten. An diesem Tag erheben sich die Toten aus ihren Gräbern, was nur durch ein Menschenopfer verhindert werden kann. Doch davon ahnen Joss und Alicia nichts, als sie die Zeremonie versehentlich stören. Das junge amerikanische Pärchen, das sich eigentlich nur auf der Durchreise befand, steuert unversehens auf einen furchtbaren Alptraum zu, bei dem die aufgebrachten Bewohner Santa Bonitas das kleinste Problem darstellen. Ein altes Hotel erweist sich schließlich als letzter Zufluchtsort vor der unvermeidlichen Invasion der Zombies am Tag der Toten...


Laut dem Text auf der Rückseite des DVD-Covers kann der Zuschauer durchaus die Hoffnung hegen, es hier mit einem harten und atmosphärisch stimmigen Zombiefilm zu tun zu bekommen, allerdings erfüllt sich diese Hoffnung im Endeffekt nur teilweise, da das Werk von Regisseur Jeremy Kasten (Twilight Thirst, Wizard of Gore) zwar über eine wirklich gelungene Atmosphäre verfügt, sich aber im Bezug auf den Härtegrad doch merklich zurückhält. Denn im Prinzip präsentieren sich erst in den letzten gut 20 Minuten des Filmes einige Passagen, die etwas blutiger geraten sind und auch etwas Splatter-und Gore enthalten. So werden also wahre Gorehounds hier wohl eher nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen und letztendlich etwas enttäuscht sein, wobei man aber fairerweise anmerken sollte, das es sich insgesamt gesehen um keinen schlechten Film handelt.

Es verhält sich eigentlich wie so oft bei vielen Filmen dieser Art, das eine recht interessante Geschichte erzählt wird, die auch genügend Potential enthält, um wirklich etwas daraus zu machen. Gleichzeitig stösst man aber auch auf das eigentliche Problem dieses Werkes, denn das vorhandene Potential wurde nicht annähernd ausgeschöpt, so das letztendlich ein Film übrigbleibt, der hauptsächlich von seiner dichten und teils bedrohlichen Grundstimmung lebt, für einen echten Zombiefilm aber ganz eindeutig zu wenig Action bietet. Und dennoch haben die Macher des Filmes es geschafft, den Zuschauer durch einen gut gelungenen Spannungsbogen bei Laune zu halten, der einem jederzeit das Gefühl vermittelt, das in den nächsten Minuten etwas passiert. Bis es dann aber wirklich soweit ist, vergeht doch eine geraume Zeit, die mit einigen doch schon fast langatmig erscheinenden Nichtigkeiten überbrückt werden soll.

Man selbst ertappt sich dabei immer wieder dabei, wie die Vorfreude auf das anscheinend folgende Zombie-Spektakel stetig ansteigt, um dann aber wieder in sich zusammenzuffallen, bis dann endlich gut 20 Minuten vor dem Ende endlich etwas passiert und man doch noch für die aufgebrachte Geduld belohnt wird. Es verhält sich wirklich ziemlich komisch mit dem Geschehen, denn obwohl sich die Geschichte über eine Stunde lang phasenweise recht zäh gestaltet, steht man selbst unter Spannung und fiebert auch der Auflösung des Ganzen entgegen, die sich auch erst kurz vor Schluß offenbart und die ganzen Zusammenhänge plausibel erscheinen lässt. Wenn man in den ersten beiden Dritteln etwas mehr Zombie-Action eingebaut hätte, wäre hier zwar immer noch kein Meisterwerk entstanden, wohl aber ein sehr guter Zombiefilm, der Fans des Genres bestimmt voll überzeugt und ganzzeitig kurzweilig unterhalten hätte.

Da dies aber leider versäumt wurde, muss man sich letztendlich mit einem Film zufriedengeben, der durchaus seine starken Momente hat und insbesondere atmosphärisch absolut überzeugen kann, in seiner Gesamtheit aber nicht über das Mittelmaß hinauskommt. Daran sind teilweise auch die recht blassen und nicht übermäßig authentischen Schauspieler dran schuld, die stellenweise seltsam farblos erscheinen und sich auch im Bezug auf logisches Verhalten nicht gerade hervortun. Das äussert sich vor allem in der Passage, in der man den Versuch startet, den Zombies mit dem Auto zu entkommen, denn hier wird ein Verhalten an den Tag gelegt, das ziemlich schwer nachzuvollziehen ist. Trotz der aufgezähleten und teils offensichtlichen Defizite handelt es sich um einen Genre-Beitrag, den man sich gut anschauen kann, da hat man insbesondere unter den Zombiefilmen schon weitaus schlechtere Vertreter zu Gesicht bekommen. Schade ist lediglich wieder einmal die Tatsache, das viel mehr möglich gewesen wäre, als der Film im Endeffekt zu bieten hat.


Fazit:


"All Souls Day" verspricht leider mehr, als der Film letztendlich präsentiert und dennoch schafft er es irgendwie, den Zuschauer zu faszinieren, was in erster Linie an seiner ausgezeichneten Atmosphäre liegt. Hinzu kommt ein cleverer Spannungsaufbau, der Vieles erhoffen lässt, aber im Endeffekt nicht Alles bietet. Mit etwas mehr Action und besserer Ausschöpfung des vorhandenen Potentials wäre hier ein richtig guter Zombiefilm entstanden, so aber handelt es sich "nur" um einen sehenswerten, aber keineswegs überdurchschnittlich guten Genre-Vertreter, der aber sicherlich auch seine Fan-Gemeinde finden wird, dessen bin ich mir sicher.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Making Of, Faces of Death (Make Up Effects), Jailhouse Rock, Audiokommentar



6/10

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