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Dienstag, 8. Juni 2010

The Descent 2






The Descent 2
(The Descent: Part 2)
mit Michael J. Reynolds, Shauna MacDonald, Jessika Williams, Douglas Hodge, Joshua Dallas, Anna Skellern, Gavan O'Herlihy, Krysten Cummings, Doug Ballard, Josh Cole, Saskia Mulder, Natalie Jackson Mendoza, Alex Reid, Nora-Jane Noone, MyAnna Buring
Regie: Jon Harris
Drehbuch: J. Blakeson / James McCarthy
Kamera: Sam McCurdy
Musik: David Julyan
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Ohne Erinnerungen und schwer traumatisiert wacht die Höhlenkletterin Sarah im Krankenhaus auf. Der örtliche Sheriff Vaines und sein Deputy stehen vor einem Rätsel und sind misstrauisch. Zu sechst waren Sarah und ihre Freundinnen vor ein paar Tagen zu einer gewagten Höhlentour aufgebrochen, doch nur sie überlebte. Alle Indizien sprechen gegen die junge Frau und die Behörden zwingen sie, sich dem Rettungsteam anzuschließen, das sich auf den Weg in das abgelegene Höhlensystem macht. Nicht wissend, dass sie direkt ins Verderben hinabsteigen, dämmert der Truppe bald, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Nach und nach kehren nicht nur Sarahs schreckliche Erinnerungen zurück - auch das unterirdische Grauen zeigt erneut sein blutrünstiges Gesicht...


Als erstes sollte man vielleicht anmerken, das man diese Fortsetzung des Überraschungshits von 2005 als durchaus gelungen bezeichnen kann. Der Film setzt genau dort an, wo der Vorgänger endete, so das man als Zuschauer sofort wieder mitten in dem klaustrophobischen Treiben drin ist, das sich einem damals präsentierte. Für mich persönlich lag aber genau darin auch das Problem des Filmes, der bei mir nicht so richtig gezündet hat, denn gestaltet sich das unterirdische Geschehen doch ziemlich vorhersehbar, so das der Funke nicht so richtig überspringen wollte. Bis auf die ausgetauschten Charaktere bekommt man nämlich kaum Neues geboten, so das es keinerlei besondere Überraschungsmomente vorhanden sind. Mir ergeht es hier ähnlich wie vielen anderen bei der Saw-Reihe, deren ständige Fortsetzungen ja so manch einem ein Dorn im Auge sind.

Doch wie schon erwähnt, ist dies nicht das Problem des Filmes an sich, sondern liegt in der jeweiligen Sichtweise des Betrachters. Ganz generell gesehen bewegt sich dieser zweite Teil nämlich auf einem sehr hohen Qualitäts-Level, es entwickelt sich schon nach wenigen Minuten ein erstklassiger Spannungsbogen und auch die wirklich erstklassige Atmosphäre des Vorgängers kann sich rasend schnell entfalten, so das es in dieser Beziehung absolut keinen Grund zur Beanstandung gibt. Hinzu kommt die sehr temporeiche und rasante Erzählweise der Geschichte, die keinerlei Platz für langatmige Passagen lässt, so das gute und spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute vorprogrammiert ist. Lediglich die Gänsehaut, die ich beim Original verspürt habe, wollte sich nicht einstellen, denn dieses Mal wusste man ganz genau, was auf einen zukommen wird.

Dafür gibt es aber andere Dinge, die in "The Descent 2" besser gemacht wurden, beispielsweise waren die Kreaturen viel öfter im Bild und auch sehr gut zu erkennen, ausserdem konnte man auch die härteren Passagen und von denen gibt es eine ganze Menge, viel besser erkennen, da die Bilder hier nicht ganz so dunkel gehalten wurden, wie es noch im ersten teil der Fall war. Ganz generell empfand ich den Härtegrad etwas höher angesiedelt, was wohl insbesondere die Freunde der etwas härteren Gangart erfreuen dürfte, die auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen werden. Doch hauptsächlich ist es die unterirdische Hatz zwischen Monstern und Menschen, die den Zuschauer in Atem hält und dafür sorgt, das er dem Geschehen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Eine packende Story, die zwar fast zwangsläufig der des Vorgängers ähnelt, deswegen aber nicht minder spannend umgesetzt wurde, was letztendlich für einen sehr unterhaltsamen Film-Genuss sorgt.

Bis auf den fehlenden Überraschungsmoment gibt es im Prinzip überhaupt nichts, was man an diesem Film bemängeln könnte, der sich ansonsten durch alle Zutaten auszeichnet, die schon "The Descent" so besonders interessant gemacht haben. Dazu zählen auch die Darsteller, die hier einen sehr authentischen und überzeugenden Eindruck hinterlassen und so nicht gerade einen unwesentlichen Anteil an einem insgesamt hervorragenden Gesamtbild haben, das man von diesem Film gewinnt. Wem also Teil 1 schon gefallen hat, der wird auch seine Freude an der Fortsetzung des klaustrophobischen Höhlen-Horrors haben, der sich hier offenbart. Ein Film, der actionreich und teilweise recht hart in Szene gesetzt wurde und den Erwartungen des Zuschauers durchaus gerecht werden dürfte.


Fazit:


Das Warten hat sich gelohnt, was man ja nun wirklich nicht immer bei Fortsetzungen eines erfolgreichen Erstlings behaupten kann, doch Regisseur John Harris hat auf die Zutaten zurückgegriffen, die schon Neil Marshall seinem Werk von 2005 einverleibt hat. Das sorgt insbesondere für äusserst spannende und sehr atmosphärische Unterhaltung, die allerdings nicht ganz die Wirkung hat wie 5 Jahre zuvor. Viele mögen das eventuell ganz anders sehen, doch wer den ersten Teil gesehen hat, dürfte hier nicht das erstklassige Überraschungsgefühl erleben, bekommt aber einen ausgezeichneten und klaustrophobisch anmutenden Horrorfilm zu sehen.


8/10

1 Kommentar:

Jens hat gesagt…

Ich habe weder den ersten Teil gesehen noch den zweiten Teil zu Ende gesehen, im zweiten Fall weil ich mittendrin ausgemacht habe. An einem Filmabend unter Freunden haben wir diesen zu fünft gesehen und befunden, dass das Blut aussieht wie Tomatensaft und auf keinen Fall wie Blut. Dies nimmt eindeutig die Spannung aus den Blutszenen.