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Samstag, 5. Juni 2010

Mum & Dad






Mum & Dad
(Mum & Dad)
mit Perry Benson, Dido Miles, Olga Fedori, Ainsley Howard, Toby Alexander, Micaiah Dring, Mark Devenport, Chris Roebuck, Clare Dyer, Penny Andrews, Arthur Fox, Kelly Lammond, Leon Lammond, Dena Smiles, Yvonne Varnier
Regie: Steven Sheil
Drehbuch: Steven Sheil
Kamera: Jonathan Bloom
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2008

Lena hat Schmerzen - doch sie kann nicht schreien. Sie wurde in einen Albtraum aus Folter, Mord und Perversion katapultiert, seit sie den Bus vom Flughafen in die Stadt verpasst hat. Eine nicht alltägliche Familie - Mama, Papa und die "adoptierten" Kinder Birdie und Elbie - hat sie aufgegriffen und nun muss sie irre, blutige und sadistische Spielchen über sich ergehen lassen. Sie hat nur eine Chance: Sie muss sich in den Wahnsinn ziehen lassen und ein Teil der Familie werden - oder sie muss sterben...


Und wieder einmal ein tolles Beispiel dafür, welch erstklassige Horrorfilme die Briten produzieren, denn auch dieses Werk von Regisseur Steven Sheil verfügt über einen sehr hohen Unterhaltungswert und ist so ganz nebenbei auch noch ein richtig fieser Horrorfilm über eine Familie, zu der man nun wirklich nicht gehören möchte. Leider ist die deutsche Veröffentlichung einmal mehr der Schere zum Opfer gefallen, so das die Geschichte um gut 3 Minuten geschnitten wurde. Dennoch entfaltet sich hier eine Menge Härte, die zwar nicht unbedingt visuell in Szene gesetzt wurde, denn hier müssen die Fans wohl oder übel auf eine deutschsprachige DVD warten, die wohl über Österreich kommen wird. Es ist die skurril anmutende Situation an sich, die hier im Haus von "Mum & Dad" vorherrscht und die einem schon manch kalten Schauer über den Rücken jagen kann. Da werden junge Menschen bis aufs Blut gequält, werden aber gleichzeitig als Mitglieder der Familie angesehen. Vor allem Lena (Olga Fedori) muss diese schmerzliche Tortur über sich ergehen lassen, denn ist sie doch das neueste Opfer der Psycho-Familie, bei der ganz klar die beiden Familien-Oberhäupter im Mittelpunkt stehen.

Ist schon Dido Miles in der Rolle der Mutter ein absoluter Höhepunkt, so wird sie lediglich noch von Perry Benson in der Rolle des Vaters übertroffen, denn seine Darstellung eines vollkommen gestörten Mannes ist als nahezu brillant anzusehen. Das Schauspiel wirkt dabei absolut authentisch und glaubhaft, so das einen nicht selten das Gefühl überkommt, er würde sich selbst spielen. Und so lebt dieser Film dann auch hauptsächlich von seiner absolut kranken und bedrohlichen Atmosphäre, die äusserst gelungen ist und die den Zuschauer förmlich in ihren Bann zieht. Es ist phasenweise schon grotesk wenn man sieht, was sich hier für Dinge abspielen und wie sich auch die anderen Kinder verhalten, von denen man eigentlich nicht erfährt, ob es sich um leibliche Kinder handelt, oder ob auch sie nur Opfer des psychophatischen Eltern-Paares sind.

Der visuelle Härtegrad hält sich in einem recht überschaubaren Rahmen, was bei einer Kürzung von gut 3 Minuten auch nicht anders zu erwarten war, doch sollte man die im Kopf des Betrachters entstehende Härte keinesfalls unterschätzen. Denn gerade, wenn man versucht, sich in die Rolle des Opfers hineinzuversetzen, kann man deren Schmerzen und Qualen fast schon körperlich spüren. Hinzu kommt die Tatsache, das es anscheinend keinerlei Fluchtmöglichkeit gibt, da die Türen verschlossen sind und die familie mit Argusaugen über ihre Opfer wacht, damit diese nicht auf dumme Gedanken kommen. Insbesondere der perfide Psycho-Terror der hier ausgeübt wird, geht einem schon ziemlich unter die Haut und lässt einen keinesfalls unberührt. Man fiebert vor allem mit Lena mit und hofft inständig, das sie eine Möglichkeit findet, aus ihrer Hölle auszubrechen.

So kommt es dann zum Ende des Filmes auch zu einem unvermeidlichen Showdown, bei dem "Mum & Dad" dann auch feststellen müssen, das nicht immer alles so geschieht, wie sie es gerne hätten und das ihre "Kinder" auch aufmüpfig werden können, da sie sich nicht mehr alles gefallen lassen wollen. Um zu erfahren, wie das alles genau passiert, sollte man sich diesen gelungenen Film natürlich selbst anschauen, denn es lohnt sich wirklich. Wer natürlich auf einen etwas gesteigerten Härtegrad wert legt, der muss auf die Ösi-DVD warten, die sicher nicht lange auf sich warten lässt. Insgesamt gesehen bekommt man aber auch mit dieser deutschen VÖ einen äusserst sehenswerten Genre-Beitrag serviert, der ganzzeitig extrem kurzweilig daherkommt und durch eine sehr kranke Grundstimmung und ausgezeichnete Darsteller jederzeit zu überzeugen weiss.


Fazit:


Auch wenn "Mum & Dad" bei uns schon fast selbstverständlich nur geschnitten erscheint, ist dieser Film absolut sehenswert. Die hier vorherrschende äusserst kranke Stimmung und erstklassige Schauspieler sorgen für ein tolles Seherlebnis, an dem eigentlich jeder Fan seine Freude haben sollte. Mir jedenfalls hat der Film ausgezeichnet gefallen und ich fühltr mich die ganze Zeit über bestens unterhalten.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Interview mit dem Regisseur, Cast & Crew beim Frightfest, Behind the Scenes, Trailer, Biografien, Bildergalerie


7/10

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