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Sonntag, 12. Dezember 2010

April, April - Tote scherzen nicht









April, April - Tote scherzen nicht
(April Fool's Day)
mit Taylor Cole, Josh Henderson, Scout Taylor-Compton, Joe Egender, Jennifer Siebel Newsorn, Samuel Child, Joseph McKelheer, Frank J. Aard, Sabrina Aldridge, Tom Barker, Michael Beasley, Charles Black, Meredith Boll, Mariesga Crews, Dave Gould
Regie: Mitchell Altieri / Phil Flores
Drehbuch: Mickey Wigart / Danilo Bach
Kamera: Michael Maley
Musik: James Stemple
FSK 16
USA / 2008

Jedes Jahr am 1.April feiert die märchenhaft reiche, junge Desiree Cartier in ihrer luxuriösen Südstaatenvilla die begehrtesten Debütantinnenparties. Auf diesen Gesellschaftlichen Ereignissen dürfen ihre unnachahmlichen Streiche natürlich nicht fehlen. Als jedoch ihr diesjähriger Streich ein tödliches Ende nimmt, werden Desiree, ihr Bruder Blaine und fünf ihrer Freunde zur Zielscheibe eines wahnsinnigen Killers, der die jungen Leute in dieser erschreckenden Geschichte über Verführung, Verrat und Rache nacheinander zur Strecke bringt.


Remakes älterer Horrorfilme überschwemmen den Markt ja nun schon seit Jahren und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das man auch dem 1986er Werk "Die Horrorparty" eine Neuinterpretation spendiert hat, die mit dem Original aber nur noch herzlich wenig zu tun hat. So kann man bei vorliegendem Film auch vielmehr von einem Thriller mit dezenten Anleihen beim Horror-Genre sprechen und trotzdem wird der Zuschauer auch ganzzeitig mit dem echten Horror-Feeling konfrontiert. Dieses entfaltet sich aber keinesfalls aus der Geschichte heraus, sondern geht vielmehr vom Film an sich aus, der zwar handwerklich vollkommen in Ordnung ist, aber ansonsten doch eher grauenhaft schlecht in Szene gesetzt wurde. Man ist es ja aus solchen Hollywood-Filmen durchaus gewöhnt, das man es mit etlichen wunderschönen Hollywood-Jungstars zu tun bekommt, doch was die Macher dieses Werkes sich hier bei der Darstellerwahl gedacht haben, wird wohl auf immer ihr ganz persönliches Geheimnis bleiben.

Präsentiert sich dem Betrachter doch eine Darsteller-Riege, die an künstlich erscheinender Schönheit kaum zu überbieten ist, so das schon fast zwangsläufig der Eindruck entsteht, das man sich in einer Seifenoper a la "Reich und Schön" befindet, antatt in einem Horrorthriller. Andererseits passt dieser Eindruck allerdings nahezu perfekt zu den aalglatten Charakteren mit denen man konfrontiert wird, denn wirken doch sämtliche Figuren wie künstliche Lebewesen, die teilweise noch nicht einmal real erscheinen, sondern viel eher wie künstlich gezüchtete Klone in Erscheinung treten. Sicherlich gibt es unter den Darstellern einige optische Leckerbissen zu bewundern, was aber keineswegs das phasenweise schlechte Schauspiel entschuldigen kann, das man hier zu Gesicht bekommt. Zudem sind alle Charaktere vollkommen blass gezeichnet und wirken zudem auch noch absolut unsymphatisch. Dieses Manko kann man allerdings auch ganz generell auf die gesamte Produktion beziehen, wird man doch mit einem seelenlosen Szenario bedient, in dem sich keinerlei Spannung, geschweige denn so etwas wie eine bedrohliche Grundstimmung entfalten will.

Stattdessen hat man hier ein äusserst belangloses und liebloses Szenario umgesetzt, dem es so ziemlich an allem fehlt, was einen wirklich guten Horrorthriller ausmacht. So steril, blass und farblos wie die Charaktere entpuppt sich das gesamte Geschehen, das zwar recht stylisch aufgezigen ist, aber keinerlei Herz und Seele beinhaltet. Die vorherrschende Seifenoper-Atmosphäre zieht sich nahtlos durch die gesamte Geschichte, so das die Ereignisse seltsam gekünstelt erscheinen und in keiner einzigen Phase des Filmes den echten Thrill entstehen lassen, der sich eventuell auch auf den Zuschauer übertragen könnte. Der Funke will einfach nicht überspringen und so folgt man auch eher gelangweilt den Geschehnissen, die einen nicht unbedingt vom Hocker hauen. Die Folge einer Dayly Soap kann ganz bestimmt für mehr Spannung und Herzklopfen sorgen, als es dieser seelenlose Versuch einer vollkommen misslungenen Neuinterpretation je tun wird. Die geschätzten 5.000.000 $ Budget dieser Produktion hätte man besser in andere Dinge gesteckt, denn hier ist dieses Geld wirklich sinnlos verprasst worden, wobei ich mir durchaus die Frage stelle, was hier so viel Geld gekostet hat.


In den letzten Jahren hat man schon etliche schlechte Remakes zu Gesicht bekommen, jedoch fällt mir auf Anhieb Keines ein, das einen so gekünstelten und unwirklichen Eindruck hinterlassen hat. Darsteller, die anscheinend alle einem Mode-Journal entsprungen sind und ganz einfach viel zu aalglatt erscheinen sind für mich persönlich das größte Manko eines Filmes, der noch nicht einmal in Ansätzen an die Qualität des Originals heranreichen kann. Vielleicht ist dies ja auch der Beginn eines vollkommen neuen Genres, denn den "Seifenoper-Horrorthriller" gibt es ja bekanntlicherweise noch nicht. Und wollen wir doch einmal hoffen, das es auch dabei bleibt, denn solche Filme braucht nun wirklich kein Mensch.


Fazit:


"April, April - Tote scherzen nicht" trägt seinen Titel keineswegs zu Unrecht, erscheint dieser seelenlose Versuch eines Horrorthrillers doch fast ausschließlich wie ein ziemlich schlechter und misslungener Aprilscherz. Topgestylte Hollywood-Schönlinge und eine vollkommen uninspirierte Inszenierung sorgen nicht unbedingt für einen positiven Eindruck beim Zuschauer, der sich doch vielmehr in einer Seifenoper als in einem Thriller wähnt. Und so bleibt letztendlich ein Filmchen über, das man sich zwar einmal anschauen kann, aber auch nicht gerade viel verpasst, wenn man darauf verzichtet.


3,5/10

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