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Freitag, 10. Dezember 2010

The Entity









The Entity
(The Entity)
mit Barbara Hershey, Ron Silver, David Labiosa, George Coe, Margaret Blye, Jaqueline Brookes, Richard Brestoff, Michael Alldredge, Raymond Singer, Allan Rich, Natasha Ryan, Melanie Gaffin, Alex Rocco, Sully Boyar, Tom Stern
Regie: Sidney J. Furie
Drehbuch: Frank De Felitta
Kamera: Stephen H. Burum
Musik: Charles Bernstein
FSK 16
USA / 1982

Es klingt phantastisch und doch ist es schreckliche Realität. Eine Frau wird von einem unsichtbaren Wesen vergewaltigt. Wie von Geisterhand explodieren Gegenstände, geraten Autos außer Kontrolle, werden Menschen misshandelt. Bei der Erforschung dieser Geheimnisse entwicken Mediziner und Psychologen tödliche Rivalitäten: Was sich zunächst als Hirngespinst einer schizophrenen Frau dargestellt, entwickelt sich zur lebensbedrohenden Realität. Alle Mittel der Wissenschaft versagen, das unheimliche Wesen unter Kontrolle zu bekommen. Das Unheil nimmt ungehindert seinen Lauf.


Angeblich soll der vorliegende Film ja auf einer wahren Begebenheit beruhen, ob das nun der Wahrheit entspricht lassen wir einmal dahingestellt. Auf jeden Fall aber bekommt der Zuschauereine äusserst ernste Umsetzung der Poltergeist-Thematik geboten, die einem streckenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Nun gilt ja bei vielen leuten Steven Spielberg's "Poltergeist" im Bezug auf das hier dargestellte Thema als Non plus Ultra, doch ist "The Entity" meiner Meinung nach der weitaus bessere Film, was ganz sicher auch in der äusserst realistischen und packenden Darstellung der Ereignisse begründet ist. Ist Spielberg's Film doch eher auf das breite Mainstream-Publikum zugeschnitten und sicherlich auch kein schlechter Film, so ist die extrem ernsthafte Umsetzung der Poltergeist-Thematik in "The Entity" als abspluter Höhepunkt anzusehen, wird der Zuschauer doch von Anfang an in das mysteriöse Geschehen hineingeworfen und ist zudem von der ersten Minute an der Faszination dieses Filmes erlegen, der ohne große Einführung und irgendwelche Umschweife sofort eine exzellente und äusserst bedohliche Atmosphäre verbreitet.

Wenn man sieht, was der jungen Mutter Carla (Barbara Hershey) hier widerfährt dann wünscht man sich sogar, das die Geschichte nicht auf einer wahren Begebenheit beruht, sind es doch die schlimmsten physischen und psychischen Qualen, denen die junge Frau ausgesetzt ist und die sie fast an den Rand des Wahnsinns bringen. Von einem unsichtbaren Phantom wird sie regelmäßig heimgesucht und dabei geschlagen und sogar vergewaltigt. Die Umsetzung der von einem unsichtbaren Gegner ausgeführten taten sind dabei so realistisch und packend in Szene gesetzt worden, dass einen fast zwangsläufig eine Gänsehaut überzieht und man jede Menge Mitleid für die geschundene Frau empfindet, jedoch wie paralysiert vor dem Bildschirm sitzt und fassungslos die Ereignisse verfolgt, die sich vor dem eigenen Auge abspielen. Dabei verspürt man eine ungeheuer starke Intensität die sich auf einen selbst überträgt und nicht selten ein Gefühl entstehen lässt, als wenn man live dabei wäre. Dieses Gefühl vermittelt aber auch gleichzeitig einen fast der Ohnmacht nahen Zustand, denn fühlt man sich absolut hilflos gegenüber einem Phänomen, das man nicht begreifen kann.

Verstärkt wird dieser Eindruck noch zusätzlich durch das grandiose schauspiel von Barbara Hershey, die in der Rolle der betroffenen Mutter ein absolutes Highlight dieses tollen Filmes abliefert, erscheint ihr Schauspiel doch absolut authentisch und glaubwürdig. man kann förmlich die Qualen fast körperlich nachempfinden und spürt die immer größer werdende Verzweiflung einer jungen Frau, die immer mehr unter dem immensen Druck zusammenbricht, bis sie letztendlich fast schon in einen lethargischen Zustand verfällt. Aber auch ganz generell kann man der gesamten Darsteller-Riege überdurchschnittlich gute Leistungen bescheinigen, ganz egal ob es sich um die ungläubigen Psychater oder die Parapsychologen handelt, die sich mit solchen Phänomenen beschäftigen, die Darstellung der einzelnen Charaktere hinterlässt einen sehr glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer.

Eine weitere Stärke des Filmes ist auf jeden Fall die musikalische Untermalung, die insbesondere in den mysteriösen Passagen der Geschichte hervorragend zum Ausdruck kommt. So wird man gerade bei den unsichtbaren Übergriffen des Phantoms mit einem äusserst wuchtigen Score bedient, der die Geschehnisse gleich noch einmal viel bedrohlicher erscheinen lässt, was das Sehverhalten des Betrachters noch mehr intensiviert und ihn schon fast zu einem Teil der unglaublichen Ereignisse werden lässt. So wird man letztendlich mit einem wirklich guten Film konfrontiert, der von der ersten bis zur letzten Minute eine extrem gleichbleibend gute Spannungskurve zieht und noch nicht einmal den kleinsten Einbruch verzeichnet, der Grund zur Beanstandung geben könnte. Die dabei ganzzeitig vorherrschende Atmosphäre des Geschehens ist so dicht und bedrohlich, das man sich teilweise nicht des Gefühls erwehren kann, sich in einer Live-Situation zu befinden, die die faszination dieses Filmes noch einmal um ein Vielfaches intensiviert, so das man am Ende der Geschichte erst einmal seinen schweissnassen Rücken abtrocknen muss.


Fazit:


"The Entity" ist meiner Meinung nach das, was "Poltergeist" gern wäre, nämlich eine jederzeit extrem ernsthafte Umsetzung einer paranormalen Thematik, die einem kalte Schauer über den Rücken jagt. Durch grandiose Darsteller, knisternde Spannung und eine herausragende Atmosphäre bekommt man ein Filmerlebnis beschert, das man nicht so schnell vergisst. Regisseur Sidney J. Furie hat ganz einfach alles richtig gemacht und einen Film kreiert, den man sich immer wieder gut anschauen kann, ohne das die Geschichte auch nur einen kleinen Teil ihrer Faszination einbüßt.



9,5/10

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