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Mittwoch, 31. März 2010

Wrong Turn 3: Left for Dead






Wrong Turn 3: Left for Dead
(Wrong Turn 3: Left for Dead)
mit Tom Frederic, Janet Montgomery, Gil Kolrin, Christian Contreras, Jake Curran, Tom McKay, Chucky Venice, Tamer Hassan, Jack Gordon, Louise Cliffe, Charley Speed, Borislav Petrov, Borislav Iliev, Mike Straub, Bill Moody
Regie: Declan O'Brien
Drehbuch: Connor James Delaney / Alan B. McElroy
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Claude Foisy
Ungeprüft
USA / 2009

Alex und ihre Freunde fahren für einige Tage Erholung zum Campen in den Wald. Was sie bisher nicht wissen: Sie befinden sich in Todesgefahr. Als ihre Freunde von einem der letzten überlebenden Mutanten, Three Finger, gefressen werden, sieht sich Alex mit einem wahren Albtraum konfrontiert und muss fliehen. Währendessen kümmert sich Nate Wilson, ein Gefängniswärter, um den Transport mehrerer Insassen. Als der Truck von Three Finger angegriffen wird, können die Verbrecher in den Wald fliehen und stoßen auf einen Geländewagen voller Geld. Sie alle werden den Klauen des verrückten Waldbewohners zum Opfer fallen.


Nun ist man also auch bei der Wrong Turn-Reihe mittlerweile schon beim dritten Teil angelangt, der insbesondere den Gorehounds unter uns sehr zusagen dürfte. Denn im Bezug auf den vorhandenen Härtegrad steht dieser Film dem zweiten Teil in keiner Weise nach, ich finde sogar, das hier noch einmal eine Schippe draufgelegt wurde. Was diesen Film aber von seinem Vorgänger unterscheidet, ist die Tatsache, das die vorliegende Geschichte etwas besser geraten ist und die einzelnen Charakter nicht so dämlich erscheinen, wie es bei Teil 2 doch weitesgehend der Falle war. Allerdings sollte man keinesfalls eine tiefergehende Geschichte erwarten und auch das dargebotene Schauspiel ist nicht unbedingt oscarverdächtig, jedoch sind die Leistungen im soliden Bereich angesiedelt. Ausserdem ist es eine recht willkommene Abwechslung, das hier hauptsächlich "Das Böse" gegen "Das Böse" antritt, denn die meisten Opfer der mutierten Hinterwäldler sind ausgebrochene Häftlinge. Unschuldige und ahnungslose Teenager werden lediglich gleich zu Beginn der Story als Opfer auserkoren und müssen ihr junges Leben auf teilweise sehr derbe Art und Weise lassen, so das der Zuschauer sofort weiss, in welche Richtung sich der Härtegrad entwickelt.

Und der ist äusserst beachtlich geraten, so das es keine große Überraschung darstellen dürfte, das auch "Wrong Turn 3" bei uns in Deutschland nur in einer stark geschnittenen Version zu begutachten ist. Es ist aber bei weitem nicht nur der Splatter-Gore Anteil, der dieses Werk zu einem absolut kurzweiligen und bestens unterhaltenden Horrorfilm macht, denn die Rahmenhandlung ist durchaus spannend umgesetzt worden und beinhaltet insbesondere wohl das höchste Erzähltempo aller bisher erschienenen Filme der Reihe. Von der ersten Minute an wird man so mit ordentlich Tempo konfrontiert, das auch während der gesamten Laufzeit in ganz wenigen Passagen etwas abnimmt, um aber kurz danach schon wieder merklich anzusteigen. Dadurch ist auch die Aufmerksamkeit des Betrachters jederzeit gewährleistet und man verfolgt wie gebannt das stattfindende Geschehen, das größtenteils sehr hart und blutig daherkommt und für Freunde der härteren Welle einen absoluten Augenschmaus darstellen dürfte.

Da sich fast das gesamte Szenario wieder einmal bei Nacht und in einem Wald abspielt, entfaltet sich eine äusserst bedrohlich anmutende Grundstimmung, die sich auch sehr schnell auf den Zuschauer überträgt. Es entsteht das gewisse Prickeln, da man auch nie weiss, wo sich die Hinterwäldler befinden und auf welche Art sie beim nächsten Opfer zuschlagen werden. Obwohl die Gruppe um die entflohenen Häftlinge rein personell ganz klar im Vorteil sind, kommt dieser aber nie zum Vorschein, was auch hauptsächlich in den äusserst geringen Ortskenntnissen begründet ist. So entwickelt sich dann eine Art Katz-und Mausspiel, wobei vor allem aus Sicht der Einheimischen "Mutanten" das Wort Spiel fast wörtlich zu nehmen ist.

"Wrong Turn 3: Left for Dead" hat mir persönlich sehr gut gefallen, zwar bietet der Film absolut nichts Neues, doch die altbewährten Zutaten wurden hier sehr unterhaltsam und blutig verpackt, so das man im Endeffekt mit einem äusserst gelungenem Backwood-Slasher belohnt wird, der in meinen Augen besser geraten ist als sein Vorgänger. Trotzdem sollte man beachten, das man keinerlei Anspruch auf perfekte Logik oder eine ausgeklügelte und tiefergehende Geschichte hat, was aber auch bei einem Film dieser Art nicht zwingend zu erwarten ist


Fazit:


Keine Innovation, keine besonderen Neuerungen, dafür aber ein exzellent verpackter Backwood-Slasher mit altbewährten Zutaten, die kräftig durchgerührt wurden und im Endeffekt ein überzeugendes Gesamtbild darstellen. Spannend, atmosphärisch und mit einer Menge Blut und Härte angereichert dürfte der Film bei den meisten Fans des Genres auf ein hohes Maß an Gegenliebe stoßen und insbesondere auch die Gorehounds ansprechen. Ich fühlte mich jedenfalls bestens und extrem kurzweilig unterhalten und kann dieses werk nur wärmstens weiterempfehlen.



7,5/10

Montag, 29. März 2010

Shutter Island






Shutter Island
(Shutter Island)
mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Max von Sydow, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley, Ted Levine, John Carroll Lynch, Elias Koteas, Robin Bartlett, Christopher Denham, Nellie Sciutto, Joseph Sikora
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Laeta Kalogridis / Dennis Lehane
Kamera: Robert Richardson
Musik: Keine Information
FSK 16
USA / 2010

US-Marshal Chuck Aule (Mark Ruffalo), begibt sich mit seinem neuen Partner Teddy Danie (Leonardo DiCaprio) auf eine Insel nach Massachusetts um das Verschwinden eines Patienten von einem Krankenhaus für geisteskranke Straftäter zu untersuchen. Während der Untersuchung, treffen die beiden auf ein Netz von Betrug, geraten in einen Hurrikan und werden in einen tödlichen Aufruhr der Insassen verwickelt, der Sie auf der Insel gefangen hält.


Das Martin Scorsese wohl ganz eindeutig zu den besten Regisseuren unserer Zeit zu zählen ist, dürfte eigentlich für keinen Film-Fan eine echte Überraschung darstellen, ebensowenig die Tatsache, das seine Filme fast immer auf einem sehr hohen Qualitäts-Level angesiedelt sind. So präsentiert sich auch sein neuester Streich "Shutter Island" auf einem filmisch sehr hohen Niveau und bietet dem Zuschauer wieder einmal ein exzellentes Film-Ereignis der Spitzenklasse, das durch eine gut durchdachte und phasenweise sehr mysteriöse Geschichte zu überzeugen weiss und einen bis kurz vor dem Ende größtenteils im Unklaren darüber lässt, wie sich die Dinge hier wirklich zueinander verhalten.

Denn erweckt der Film zu Beginn noch den Anschein, das es sich um einen klassischen Thriller handelt, so entwickelt sich das Szenario doch mit der Zeit immer mehr zu einer Kombination aus Thriller-und Psycho / Drama, in dem man teilweise zwischen Realität und Fiction nur schwerlich unterscheiden kann. Doch gerade dieser Fakt macht den Film so besonders interessant und lädt den Betrachter auch zum mitraten an, denn insbesondere in den ersten beiden Dritteln der Story bekommt man mehrere Puzzleteile serviert, die anscheinend keinen wirklich logischen Sinn ergeben und sich erst im letzten Drittel zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das letztendlich keine Fragen offen lässt. Doch bis dahin ist es ein verhältnismäßig langer Weg, auf dem man einige harte Nüsse knacken muss, um die tragische Wahrheit zu erkennen, die sich hinter den ganzen äusserst mysteriösen Geschehnissen verbirgt, die sich auf "Shutter Island" zutragen.

Zwar können geübte Film-Kenner ab einem bestimmten Zeitpunkt durchaus erkennen, auf was die Geschichte im Endeffekt hinausläuft, jedoch kann man keineswegs behaupten, das die Lösung des Rätsel offensichtlich erkennbar wäre. Scorsese ist es hier vortrefflich gelungen, den Zuschauer immer wieder mit kleineren Lösungsansätzen zu ködern, die aber in anderen Passagen wieder unlogisch erscheinen und so für eine gewisse Verwirrung sorgen können, bevor sich einem die tatsächliche Lösung offenbart. Durch die ständigen Verwirrungen und Wendungen die hier stattfinden, bleibt die Konzentration des Zuschauers ständig aufrechterhalten, da es ansonsten schnell der Fall sein könnte, das man gewisse Hinweise übersehen könnte, die für die endgültige Aufklärung durchaus von Nutzen sein können. So ist es also auch angebracht, das man sich dieses Werk in aller Ruhe anschaut und sich nicht von irgendwelchen Dingen ablenken lässt, da man sonst schnell einmal den roten Faden aus den Augen verlieren kann und dann nur sehr schwer wieder den Einstieg in die komplexe Story findet, die zu Beginn doch so unglaublich gradlinig erscheint.

Doch letztendlich ist auf dieser mysteriösen Insel gar Nichts, wie es im ersten Moment erscheint, was den Job der beiden Marshalls auch nicht unbedingt erleichtert, hinzu kommt die Tatsache, das sich Teddy Danie (Leonardo DiCaprio) mit Albträumen quält, die auf ein im Krieg erlittenes Trauma schließen lassen. Ständige Migräne-Anfälle und scheinbar nicht erklärbare Visionen bringen ihn dabei unwillkürlich dazu, an seinem eigenen Urteilsvermögen zu zweifeln, da auch er nicht mehr so ganz genau zwischen der Realität und Fiktion zu unterscheiden weiss. Insbesondere die surreal wirkenden Momente des Films entfalten eine herausragende Atmosphäre, die in einigen Passagen das drohende Unheil richtiggehend ankündigt und dem Betrachter ein starkes Gefühl der Bedrohung vermittelt, dem er sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Ganz generell kann man aber durchaus anmerken, das die vorhandene Grundstimmung äusserst dicht gehalten ist und dem Geschehen so auch eine sehr intensive Note verleiht, die sich ganz automatisch auch auf den Zuschauer überträgt , der sich von den faszinierenden Ereignissen gern fesseln lässt.

Eine weitere große Stärke ist ganz eindeutig die hier agierende Darsteller-Riege, in der sich so einige Superstrs die Klinke in die Hand geben. Neben Leonardo DiCaprio gibt es ein Wiedersehen mit Größen wie beispielsweise Mark Ruffalo, Ben Kingsley, oder auch Max von Sydow. Allein diesen Cast kann man getrost als Gütesiegel ansehen, was den Film meiner Meinung nach noch einmal zusätzlich aufwertet. Nun mag man gerade zu DiCaprio stehen, wie man will, aber der Mann ist ein ausgezeichneter Darsteller und stellt dies hier auch einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Seine authentische und ausdrucksstarke Darstellung des von ihm gespielten Charakters kann man ohne jede Übertreibung als nahezu brillant bezeichnen, so das er dem ganzen auch noch seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Und auch, wenn all die anderen hervorragenden Darsteller einen tollen Job abliefern, verblassen sie doch etwas hinter dem allseits präsenten Hauptdarsteller, der hier meiner Meinung nach in einer seiner besten Rollen zu sehen ist.


Fazit:


Bei Filmen von Martin Scorsese kann man sich eigentlich immer sicher sein, das es sich um qualitativ erstklassige Werke handelt und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das dies auch bei "Shutter Island" der Fall ist. Was hier wie ein typischer Thriller beginnt, nimmt mit zunehmender Laufzeit immer mehr mysteriöse Züge an, bevor sich erst ganz zum Ende hin die wahre Tragik einer Geschichte offenbart, die man spannender und atmosphärischer kaum hätte in Szene setzen können.


9/10

Freitag, 26. März 2010

Auftrag Rache






Auftrag Rache
(Edge of Darkness)
mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, David Aaron Baker, Jay O. Sanders, Denis O'Hare, Damian Young, Caterina Scorsone, Frank Grillo, Wayne Duvall, Gbenga Akinnagbe, Gabrielle Popa, Paul Sparks
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: William Monahan / Andrew Bovell
Kamera: Phil Meheux
Musik: Howard Shore
FSK 16
Großbritannien / USA / 2010

Manchmal sind es nur Sekunden, die ein ganzes Leben auf den Kopf stellen können. Sekunden, in denen Vertrautes verschleiert, Freunde zu Feinden werden und sich das Dunkelste offenbart… Thomas Craven (Mel Gibson) ist ein pensionierter Detektiv der Mordkommission des Boston Police Departments. Als sein einziges Kind, die 24-jährige Emma (Bojana Novakovic), vor seinen Augen ermordet wird, ist jeder davon überzeugt, dass er das eigentliche Ziel war. Ohnmächtig vor Trauer und umso verbissener macht sich Craven an die Aufklärung des Verbrechens und stellt bald fest, dass seine Tochter ein Doppelleben führte. Bei seinen Recherchen stößt er auf eine gefährliche Parallelwelt aus Korruption, Erpressung und Mord – und schließlich auf den undurchsichtigen Regierungsagenten Darius Jedburgh (Ray Winstone), der alles daransetzt, die Beweise des Mordes zu beseitigen. Cravens verzweifelte Suche nach Antworten wird immer mehr zur Odyssee eines Mannes, der nichts zu verlieren hat.


Eigentlich wollte Superstar Mel Gibson ja nicht mehr selbst als darsteller auf der Bildfläche erscheinen, doch nach mittlerweile 8 Jahren seit seiner letzten hauptrolle in "Signs" hat es ihn anscheinend doch noch einmal in den Fingern gejuckt, was allerdings auch nicht weiter verwundert, da ihm die Rolle des Cops, der den Tod seiner Tochter aufklären will, wie auf den Leib geschneidert ist. Wie lange jedoch 8 Jahre sein können, sieht man Gibson schon rein optisch an, ist er doch in den letzten Jahren merklich gealtert, was ihn aber keinesfalls daran gehindert hat, diesem tollen und interessanten Thriller-Drama seinen Stempel aufzudrücken.

Der deutsche Titel des Films ist meiner Meinung nach etwas unglücklich gewählt, da er den Zuschauer doch durchaus in eine etwas falsche Richtung lenken kann, denn "Auftrag Rache" weckt wohl zuerst die Erwartung, das man einen knallharten Rachethriller a la "Death Sentence" präsentiert bekommt, jedoch wird diese aufkommende Hoffnung dann doch nicht erfüllt. Das soll jetzt aber keineswegs negativ klingen, denn offenbart sich einem ein doch äusserst interessanter und spannender Polit-Thriller, in dem Intrigen und Korruption an der Tagesordnung stehen und verantwortlich dafür sind, das hier nicht nur die Tochter von Thomas Craven (Mel Gibson ihr Leben verliert, denn auch andere Menschen, die einem dunklen geheimnis auf die Spur gekommen sind, sterben einen qualvollen Tod.

Gibson kann in der Rolle des verzweifelten Cops wieder einmal durch sein bestechendes Schauspiel brillieren und ist so ganz eindeutig als das absolute Highlight dieses Werkes anzusehen. Auch die anderen Darsteller wissen durchaus durch routiniertes und überzeugendes Schauspiel zu bestechen, verblassen allerdings im Vergleich zum Hauptcharakter, der das Geschehen hier eindeutig bestimmt und jederzeit allgegenwärtig erscheint. Wie schon zu glorreichen "Leathel Weapon-Zeiten" gibt es auch hier phasenweise den trockenen Wortwitz, der Gibson schon immer ganz besonders ausgezeichnet hat. So entstehen also auch einige Passagen, die man als Situationskomik bezeichnen kann, die aber zu keiner Zeit unpassend wirken, da die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu keiner Zeit ausser acht gelassen wird.

Ob das hier entstehende Szenario unbedingt glaubwürdig erscheint, oder aber an einigen Stellen etwas konstruiert und unrealistisch wirkt, fällt meiner Meinung nach nicht besonders ins Gewicht, denn die Story verfügt über einen kontinuirlich immer weiter ansteigenden Spannungsbogen, phasenweise kann man sogar von absoluter Hochspannung sprechen. Hinzu kommt eine herrlich bedrohliche Grundstimmung, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verdichtet, so das man über einige kleinere Logiklöcher durchaus hinwegschauen kann. Denn insgesamt gesehen offenbart sich dem Betrachter eine extrem spannende und temporeiche Jagd nach einer Wahrheit, die scheinbar gut gehütet wird und bei deren Offenlegung einige politische Köpfe rollen würden.


Fazit:


"Auftrag Rache" ist kein Rachethriller, wie in viele Leute aufgrund des deutschen Titels eventuell erwarten, denn entwickelt sich das Geschehen doch vielmehr in Richtung eines Polit-Thrillers, der sich aber wirklich sehen lassen kann. Ein brillant aufspielender mel Gibson, eine interessante Story und jede Menhge teils atemloser Spannung sorgen für ein erstklassiges Film-Vergnügen, an dem auch das etwas kitschige, aber für Hollywood typische Ende nichts ändern kann. Freunden von intensiven und temporeichen Thrillern, die auch mal über die ein oder andere Logiklücke hinwegsehen können, ist dieser Film nur wärmstens zu empfehlen.


8,5/10

Mittwoch, 24. März 2010

Return to Sleepaway Camp






Return to Sleepaway Camp
(Return to Sleepaway Camp)
mit Vincent Pastore, Michael Gibney, Paul DeAngelo, Jonathan Tiersten, Isaac Hayes, Lenny Venito, Erin Broderick, Adam Wylie, Kate Simses, Brye Cooper, Michael Werner, Christopher Shand, Jaime Radow, Shahidah McIntosh, Jackie Tohn
Regie: Robert Hiltzik
Drehbuch: Robert Hiltzik
Kamera: Ken Kelsch / Brian Pryzpek
Musik: Rodney Whittenberg
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

25 Jahre nach dem Terror in Camp Arawak kehrt der blanke Horror zurück. Und der paranoide Ronnie wird von alten Erinnerungen eingeholt. Wieso geschieht in dem friedlichen Camp Manabe das gleiche, wie vorher in Camp Arawak? Wer ist der brutale Killer? Und wie um alles in der Welt soll man diesen Sommer des Todes überleben?


Regisseur Robert Hiltzik war es auch, der 1983 für den ersten Teil der "Sleepaway Camp-Reihe" verantwortlich zeichnete, der immerhin noch zwei Teile nach sich zog, was für viele vielleicht nicht ganz verständlich ist, da die Trilogie nicht gerade zu den qualitativ besten Slashern zu zählen ist. So kann man durchaus die Frage stellen, ob es nach nun schon mittlerweile 25 Jahren notwendig war, einen weiteren Teil hinterherzuschieben, der qualitätsmäßig ungefähr in der gleichen Liga anzusiedeln ist. Ich meine ja, denn auch wenn es sich hierbei nicht unbedingt um ein geniales Werk handelt, so bietet dieser Film doch meiner Meinung nach einen recht großen Unterhaltungswert und passt nahezu perfekt zu den anderen leicht trashigen Teilen der Reihe.

Von der Geschichte her wird dem Zuschauer wieder einer der typischen 80er Jahre "Camp-Slasher" geboten, wobei man allerdings wirklich keine Vergleiche zu den "Freitag deer 13.-Filmen" ziehen sollte, da diese doch in einer höheren Liga angesiedelt sind. Und trotzdem dürften hier insbesondere die Fans der "Sleepaway Camp-Reihe" auf ihre Kosten kommen, da die Geschehnisse ebenso teilweise abstrus erscheinen, wie schon in den 80er Jahren. So wird man beispielsweise mit teils äusserst skurrilen Charakteren konfrontiert, deren Handlungsweisen auch in den seltesten Fällen so etwas wie Logik erkennen lassen. Das dabei in die Waagschale geworfene Schauspiel der Darsteller kann man phasenweise nicht so ganz ernst nehmen, was aber nicht unbedingt als negativ angesehen werden sollte, das es absolut perfekt in die schräg wirkende Szenerie hineinpasst.

So entsteht nicht gerade selten einmal eine Art unfreiwillige Situationskomik, die schon für so manchen Schmunzler beim Betrachter sorgt, dem eigentlich von Beginn an klar sein sollte, das man dieses Werk nicht unbedingt mit der absoluten Ernsthaftigkeit betrachten sollte, vor allem dann nicht, wenn man die Original-Filme schon einmal gesehen hat. Denn wer hier nicht mit den höchsten Ansprüchen an das Szenario herangeht, der wird durchaus witzig und kurzweilig unterhalten. So gibt es auch im Bezug auf die vorhandene Härte einige nette Passagen zu sehen, auch wenn sich der Härtegrad im Endeffekt immer in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Einige der hier stattfindenden Morde werden eher nur in Ansätzen gezeigt, jedoch gerade in der zweiten Filmhälfte werden die Tötungen um Einiges derber dargestellt, ohne das es dabei aber in eine sinnbefreite Schlachteplatte ausarten würde.

Was mir persönlich aber am besten gefallen hat, ist die aufkommende Atmosphäre, denn hier haben es die Macher doch äusserst gut hinbekommen, das typischer 80er Feeling zu erzeugen, jedenfalls habe ich es so empfunden. Da nimmt man es auch gern in Kauf, das der vorhandene Spannungsbogen nicht so straff gezogen ist, denn im Prinzip ist es doch ziemlich offensichtlich, wer hinter den ganzen Morden steckt, so das man vom äusserst abrupt daherkommenden Ende nicht wirklich überrascht ist. Alles zusammengenommen präsentiert sich einem hier sicherlich nicht einer der besten Slasher aller Zeiten, aber doch immerhin ein typischer "Sleepaway Camp-Film", der sich zwar nicht unbedingt auf einem hohen Niveau bewegt, aber extrem kurzweilig und manchmal auch herrlich trashig ist, so das man immer gut unterhalten wird.


Fazit:


"Return to Sleepaway Camp" ist sicher kein Film, an den man mit hohen Erwartungen herangehen sollte, denn die werden nicht erfüllt. Wer aber einen trashigen und bestens unterhaltenden B Movie-Slasher zu schätzen weiss, der sollte hier unbedingt zugreifen. Fans der Original-Trilogie kommen keinesfalls an diesem Film vorbei und werden auch ihren Spaß daran haben, dessen bin ich mir sicher.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 83 Minuten
Extras: Trailer


6/10

Sonntag, 21. März 2010

Fall 39






Fall 39
(Case 39)
mit Renee Zellweger, Jodelle Ferland, Ian McShane, Kerry O'Malley, Callum Keith Rennie, Bradley Cooper, Adrian Lester, Georgia Craig, Cynthia Stevenson, Tiffany Lyndall-Knight, Cindy Sungu, Philip Cabrita, J. Winston Carroll, Mary Black, Domenico D'Ambrosio
Regie: Christian Alvart
Drehbuch: Ray Wright
Kamera: Hagen Bogdanski
Musik: Michi Britsch
FSK 16
USA / 2009

Emily glaubt, in ihrem Beruf alles schon gesehen zu haben, doch ihr jüngster Fall treibt die engagierte Sozialarbeiterin an ihre Grenzen und fast in den Wahnsinn. Warum wurde Lilith, ein sanftes 10-jähriges Mädchen, von ihren Eltern fast umgebracht? Warum sterben Menschen aus Emilys privatem und beruflichem Umfeld, die das Rätsel um Lilith zu klären versuchen? Als Emily dem Unbegreiflichen auf den Grund geht, gerät sie selbst in Gefahr und muss erkennen, dass in diesem konkreten Fall Kinderschutz überbewertet wird.


Es gibt ja nicht gerade wenige Filme, in denen dämonische Kinder im Mittelpunkt des Geschehens stehen, somit bietet "Fall 39" nicht unbedingt ein Feuerwek an Innovation. Das ist aber auch nicht zwingend notwendig, denn die hier erzählte Geschichte bietet altbewährte Zutaten, die in einer wirklich guten und extrem spannenden Verpackung daherkommen und dem Zuschauer somit eine wirklich packende und bedrohlich erscheinende Story offenbaren, an der man seine helle Freude haben wird. Anders als beispielsweise in den "Omen-Filmen" wird die 10-jährige Lilith hier aber nicht von Beginn an als das Böse dargestellt, sondern kommt vielmehr in der bedauernswerten Opferrolle eines bildhübschen und zarten Mädchens daher, das von ihren anscheinend psychisch gestörten Eltern getötet werden soll. Und obwohl man als Betrachter ganz genau weiss, worauf die Geschichte im Endeffekt hinauslaufen wird, hat man Mitleid mit dem Mädchen und schließt sie sogar in sein Herz, da man ihr allein schon rein optisch nichts Böses zutrauen würde.

Dieser Eindruck ändert sich aber mit der Zeit schlagartig, denn die Entwicklung, die das Szenario mit der Zeit nimmt, lässt einen schon in einigen Passagen richtiggehend frösteln und Lilith in einem vollkommen anderen Licht erscheinen. Hierbei muss man insbesondere der kleinen Jodelle Ferland ein Riesenkompliment machen, denn ihre Darstellung der kleinen Lilith kann man einfach nur als fabelhaft und absolut überzeugend bezeichnen. Gerade in den Phasen, in denen sie sich charakterlich total verändert und ihr wahres Gesicht zeigt, brilliert sie durch eine ausgeprägte Mimik und ein sehr hohes Maß an Darstellungskraft. Nichts ist mehr zu sehen von dem in sich gekehrten und äusserst eingeschüchtertem Mädchen, das sich einem zu Beginn des Filmes präsentiert. Fast zwangsläufig denkt man an Bezeichnungen wie "Der Teufel mit dem Engelsgesicht", denn so und nicht anders erscheint das Mädchen auf einmal, wobei von ihr eine Eiseskälte ausgeht, die einem selbst kalte Schauer über den Rücken jagt.

Auch Renee Zellweger in der Rolle der Emily liefert hier meiner Meinung nach eine grandiose Schauspielleistung ab, was sich ganz besonders in den Szenen widerspiegelt, in denen ihr bewust wird, wen sie da eigentlich vor sich hat. Es ist absolut faszinierend wenn man sieht, wie eine 10-jährige immer mehr an Dominanz gewinnt und einer Erwachsenen ihren Willen aufzwingen will. Hier findet im Prinzip ein klassischer Rollentausch statt, denn aus einem kleinen Kind wird eine absolut dominierende Figur, wohingegen die Erwachsene Person ein ängstliches Individium wird, das nervlich vollkommen am Ende ist und sich vor lauter Panik kaum noch unter Kontrolle hat. Es ist aber längst nicht nur das tolle Schauspiel, das diesen Film so sehenswert macht, denn auch im Bezug auf Spannung und eine gelungene Grundstimmung wird man hier bestens bedient.

So zieht sich beispielsweise von der ersten bis zur letzten Minute ein äusserst konstanter Spannungsbogen durch die Geschichte, der phasenweise sogar Ausmße von absoluter Hochspannung annimmt. Dabei gibt es durch die sehr temporeiche Erzählweise auch keine Einbrüche oder gar langatmige Phasen zu verzeichnen, die einem das Seh-Vergnügen trüben könnten. Dafür sorgt auch eine exzellente Grundstimmung, die zu Beginn ein Gefühl der Beklemmung beim Betrachter auslöst, da man in dieser Phase des Films noch sehr positive Gefühle für Lilith hegt und somit auch mit ihr mitleidet, da ihre Eltern ihr ja anscheinend vollkommen unbegründet Böses antun wollen. Doch spätestens zu dem Zeitpunkt, als das Geschehen sich wendet, entsteht eine dichte und bedrohliche Atmosphäre, die einem phasenweise eine aufkommende Gänsehaut beschert. So erlebt man im wahrsten Sinne des Wortes ein Wechselbad der Gefühle und ist hin-und hergerissen zwischen Symphatie -und Antiphatie für die kleine Hauptdarstellerin.


Fazit:


Auch wenn "Fall 39" nicht gerade viel Neues bietet, so präsentiert sich meiner Meinung nach ein absolut spannender und faszinierender Horror-Thriller, der ganzzeitig für extrem gute Unterhaltung sorgt. Gute Schauspieler, eine interessante Geschichte, sehr viel Spannung und teilweise auch gute Effekte (Hornissen-Szene) sorgen für ein insgesamt erstklassiges Gesamtpaket, das man sich auf jeden Fall anschauen sollte, da ansonsten ein richtig guter Film an einem vorbeigeht.


8/10

Donnerstag, 18. März 2010

Jennifer's Body






Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack
(Jennifer's Body)
mit Megan Fox, Amanda Seyfried, Johnny Simmons, Adam Brody, Sal Cortez, Ryan Levine, Juan Riedinger, Colin Askey, Chris Pratt, Juno Ruddell, Kyle Gallner, Josh Emerson, J.K Simmons, Amy Sedaris, Cynthia Stevenson
Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Diablo Cody
Kamera: M. David Mullen
Musik: Stephen Barton / Theodore Shapiro
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Obwohl die aufreizende, erotische Cheerleaderin Jennifer und die graue Maus Needy unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden Kleinstadt-Teenager von Kindesbeinen an beste Freundinnen. Needy lässt sich widerstrebend von Jennifer überreden, in einem verruchten Club ein Konzert ihrer Lieblingsband Low Shoulder zu besuchen. Danach verschwindet Jennifer mit der Band. Als sie am nächsten Tag wieder auftaucht, hat sie sich nicht nur verändert, sondern nach und nach sterben die Jungs aus der Highschool, die mit ausgeweideten Leichen gefunden werden. Die Stadt steht unter Schock. Und Needy befällt ein Verdacht...


Ich hatte mich wirklich sehr auf diesen Film gefreut, da ich ein bekennender Fan von Teenie-Horrorfilmen bin, doch nach der Sichtung dieses Werkes bin ich ehrlich gesagt mehr als enttäuscht. Zugegeben, Hauptdarstellerin Megan Fox ist wohl rein optisch gesehen der heisseste Feger, den man sich hier vorstellen kann und so mancher männliche Horrorfan wird sich die DVD allein schon wegen ihrer Mitwirkung und dem äusserst leckeren DVD-Cover kaufen, um dann später enttäuscht feststellen zu müssen, das es sich um eine Mogelpackung handelt. Das liegt ganz einfach darin begründet, das die äusseren Reize von Megan Fox auch schon das einzig Positive an diesem ansonsten wirklich schlechten Horrorfilm sind, der wirklich auf der ganzen Linie versagt und so noch nicht einmal ganzzeitig kurzweilige Unterhaltung darbietet.

So versucht sich "Jennifer's Body" selbst als Horror-Komödie zu definieren, was nach der Sichtung der Geschichte viel eher wie ein misslungener Scherz klingt. Zwar haben die Macher des Films offensichtlich versucht, dem Geschehen eine humorige Seite beizufügen, jedoch hat man als Zuschauer vielmehr das gefühl, das es sich dabei lediglich um eine Art Pseudo-Humor handelt, denn lachen kann man im Prinzip zu keiner Zeit, da hier ganz einfach nicht eine einzige Szene auch nur annähernd lustig erscheint. Stattdessen wird man in einigen Phasen mit extrem platten Wortwitz konfrontiert und die scheinbar gewollte Situationskomik in einigen Passagen wirkt seltsam künstlich und aufgesetzt. Man wird das Gefühl nicht los, das selbst die Darsteller den Humor der einzelnen Szenen nicht erkennen konnten, denn anders ist ihr teilweise grausam schlechtes Schauspiel kaum zu erklären. Nun erwartet man in einem Tennie-Horrorfilm nicht unbedingt orcarreife Darstellungen, doch das hier gebotene Schauspiel ist größtenteils schon unter aller Kanone und hinterlässt nicht selten einen eher lustlosen und vollkommen unmotivierten Eindruck.

Hierbei stellt sich insbesondere Megan Fox in den Vordergrund, denn sie bietet ein Paradebeispiel dafür, das ein hinreissendes Äusseres nicht gleichzeitig mit darstellerischem Talent gleichzusetzen ist. Sie bleibt während der gesamten Laufzeit das gutaussehende Luder, das aber in schauspielerischer Hinsicht viel eher wie eine ziemlich talentbefreite Zone erscheint. Allerdings passt sie sich mit ihrem miserablen Schauspiel lediglich dem Niveau des gesamten Films an, das sich nicht gerade auf einem hohen Level bewegt. Denn die erzählte Story ist extrem dünn geraten und wird dazu auch noch äusserst belanglos und nicht gerade sehr interessant erzählt. Phasenweise hinterlässt sie dabei beim Zuschauer noch einen sehr uninspirierten Eindruck, was sich nicht gerade positiv auf das entstehende Gesamtbild auswirkt. So verfolgt man als Zuschauer das Geschehen eher gelangweilt als interessiert und freut sich fast ausschließlich auf die Szenen, in denen die Hauptdarstellerin einmal wieder zu sehen ist. Doch wie schon erwähnt, liegt das keineswegs an ihrem (nicht) vorhandenem Talent, sondern einzig und allein an ihrer Optik. Das allein sagt schon alles über die Qualität dieses Werkes aus, denn es ist doch eher traurig, wenn man einen Horrorfilm auf die Optik einer Darstellerin reduzieren muss, da ansonsten keinerlei Highlights zu verzeichnen sind.

Es mangelt ganz einfach an den grundlegendsten Elementen, die ein solcher Film beinhalten sollte, es entwickelt sich zu keiner Zeit so etwas wie ein einigermaßen konstanter Spannungsbogen und auch in atmosphärischer Hinsicht bekommt der geneigte Horrorfan so gut wie überhaupt nichts geboten. So entsteht beispielsweise zu keiner Zeit so etwas wie eine bedrohliche Grundstimmung, die Geschichte ist viel zu vorhersehbar und die Spannung hält sich in einem extrem überschaubaren Rahmen. Wenn es wenigstens einige Überraschungsmomente geben würde, oder zumindest ein ansehnlicher Härtegrad vorhanden wäre, dann könnte man noch über einige andere zu offensichtliche Schwächen hinwegsehen und dem Film einen gewissen Unterhaltungswert zuschreiben, doch selbst in dieser Beziehung bekommt man im Prinzip nichts geboten. Im Endeffekt dürfte es dann auch nicht weiter verwunderlich erscheinen, das wirklich nur die optische Erscheinung der weiblichen Hauptdarstellerin als äusserst positiv zu bewerten ist, sich der gesamte Rest des Films noch nicht einmal im Durchschnittsbereich des täglichen Einheitsbreis etablieren kann.


Fazit:


"Jennifer's Body" ist rein filmisch gesehen eine ziemliche Katastrophe, da dieses Werk in keiner Beziehung wirklich überzeugen kann. Statt Horror bekommt der Zuschauer sinnbefreites "Teenie-Gepoppe" zu sehen, das keinen interessiert. Schlechte Darsteller, eine vollkommen belanglose Geschichte und eine Art von Humor, über die man nicht lachen kann, lassen hier letztendlich ein Gesamtbild entstehen, das sich selbst eingefleischte Fans von Teenie-Horrorfilmen besser ersparen sollten, denn eine heisse Hauptdarstellerin macht noch längst keinen guten Film aus, wie man an diesem Beispiel sehen kann.


3/10

Dienstag, 16. März 2010

Bitten in the Twilight






Bitten in the Twilight
(Bitten)
mit Jason Mewes, Erica Cox, Richard Fitzpatrick, Jordan Madley, Nic Nac, Stuart Stone, Grace Armas, Amy Lynn Grover, Jeff Pangman, Shawn Goldberg, Stefan Brogren, Suresh John
Regie: Harvey Glazer
Drehbuch: Tim McGregor / Tyler Levine
Kamera: Simon Shohet
Musik: Stuart Stone
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2008

Der leider nur durchschnittlich begabte Sanitäter Jack rettet Danika, eine junge Frau, vor dem sicheren Tod. Und das, obwohl sie einen absolut tödlichen Unfall hatte. er denkt sich nichts dabei, er glaubt eher an seine Fähigkeiten als Super-Sani. Als sie sich weigert, in ein Krankenhaus zu gehen, nimmt er sie mit zu sich und pflegt sie wieder gesund. Es kommt, wie es kommen muss, er verliebt sich in sie! Kurze Zeit später zeigt sie aber plötzlich seltsame Entzugserscheinungen. Der Sanitäter glaubt, sie ist ein Junkie, aber da täuscht er sich gewaltig, denn nicht Drogen sind ihr Problem...sie will Blut! Als er am nächsten tag nach der Arbeit nach Hause kommt, findet er eine völlig ausgeblutete Leiche auf seinem Fussboden. Jack will ihr helfen, er fängt streunende Katzen, die reichen Dani aber nicht. Also muss Jack sich etwas überlegen, sein Job kommt da gerade recht...


Anscheinend vergleicht sich vorliegender Film selbst mit dem Kassenschlager "Twillight", nur das hier mehr Blut vorhanden sein soll. Ob dieser Vergleich berechtigt ist oder nicht, das kann ich nicht beurteilen, da ich "Twillight" nicht gesehen habe, so fällt es aber umso leichter, vollkommen objektiv an das vorliegende Werk heranzugehen. Wenn man nun eine kurzweilige Vampirkomödie mit einem sehr hohen Blutgehalt erwartet, dann könnte es gut möglich sein, das man im Endeffekt etwas enttäuscht sein wird, da die hier erzählte Geschichte nur bedingt überzeugen kann.

Zwar beinhaltet die Story einige recht witzige Momente, die sich hauptsächlich in Form von Situationskomik zu erkennen geben, jedoch kann man insgesamt nicht darüber hinwegsehen, das der vorhandene Humor eher flach erscheint und nicht so richtig zum lachen animiert. Vergebens wartet man als Zuschauer auf Passagen, die man als Highlights bezeichnen könnte, da man hier über einige gute Ansätze leider nicht hinauskommt. Dennoch ist ein gewisser Unterhaltungsfaktor durchaus gegeben, man sollte halt nur nichts Besonderes erwarten, da das Geschehen doch eher etwas belanglos vor sich hin plätschert und zu keiner Zeit so etwas wie einen konstanten Spannungsbogen entwickeln kann. Zu sehr ist der Story-Plot auf die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Jack und Danika gerichtet und die Vampir-Thematik bleibt dabei zu sehr auf der Strecke.

Statt Horror wird man vielmehr mit diversen Soft-Sex-Szenen konfrontiert, die zugegebenermaßen recht ästhetisch erscheinen, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt zwingend notwendig waren. Eventuell wollten die Macher des Films damit über andere Schwächen hinwegtäuschen, die größtenteils ziemlich offensichtlich in Erscheinung treten. So muss man beispielsweise feststellen, das die Geschichte doch äusserst dünn geraten ist, so das man hier nicht gerade viel Substanz erwarten sollte. Dazu passen auch die sehr durchschnittlichen Darsteller, die nicht gerade hochmotiviert daherkommen und deren Schauspiel phasenweise ziemlich aufgesetzt und seltsam künstlich wirkt. Und auch im Bezug auf eine düstere und bedrohliche Grundstimmung, wie man sie eigentlich bei Vampierfilmen erwartet, wird man vielmehr mit absoluter Schmalkost bedient.

Letztendlich fehlt es dem Film doch an allen Ecken und Enden, so das er im grauen Mittelmaß steckenbleibt und nicht gerade ein Highlight des Genres darstellt. Regisseur Harvey Glazer ist es leider nicht gelungen, hier einen gänzlich überzeugenden Film zu kreieren, für eine Komödie fehlt es ganz einfach an Humor und sehr blutig ist dieses Werk auch nicht geraten, so das man auch die Freigabe als etwas zu hoch geraten ansehen kann, da sich der Härtegrad in einem mehr als überschaubaren Rahmen bewegt, der keinen Horror-Fan vom Hocker hauen wird.


Fazit:


"Bitten in the Twilight" hat leider nicht das geboten, was ich mir von diesem Film erwartet habe und ich kann mir gut vorstellen, das auch andere das so sehen werden. Dennoch wird der Film ganz sicher seine Fan-Gemeinde finden, da die Geschmäcker bekanntlicherweise sehr unterschiedlich sein können. Ich persönlich hätte mir jedoch etwas mehr Inhalt und etwas mehr offensichtlichen Humor gewünscht, denn der vorhandene Witz kommt viel zu selten an die Oberfläche.



5/10

Samstag, 13. März 2010

Saw VI






Saw VI
(Saw VI)
mit Tobin Bell, Costas Mandylor, Mark Rolston, Betsy Russell, Shawnee Smith, Peter Outerbridge, Athena Karkanis, Samantha Lemole, Tanedra Howard, Marty Moreau, Shawn Ahmed, Janelle Hutchison, Gerry Mendicino, Caroline Cave, George Newbern
Regie: Kevin Greutert
Drehbuch: Marcus Dunstan / Patrick Melton
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Charlie Clouser
Keine Jugendfreigabe
Australien / Großbritannien / Kanada / USA / 2009

Als Nachfolger des Jigsaw-Mörders führt Detective Hoffman dessen blutiges Spiel weiter. Doch längst ist nicht mehr klar, ob Hoffman nur Werkzeug des Verstorbenen ist oder nun mehr seinen eigenen Regeln folgt. Während seine FBI-Kollegen ihm weiter auf den Fersen sind, beginnt Jill, die Witwe von John Kramer alias Jigsaw, ihre eigenen Nachforschungen anzustellen.


Die ewigen Diskussionen über die Saw-Reihe haben mit dem mittlerweile sechsten Teil der Reihe wieder neuen Nährstoff bekommen, denn viele sind der Meinung, das die Thematik schon längst vollkommen ausgelutscht ist, wohingegen andere sich über jeden neu erscheinenden Teil riesig freuen, da sie einfach nicht genug bekommen können von Jigsaws tödlichen Spielen. Ich persönlich zähle mich zur zweiten Gruppierung und gerade nach diesem neuesten Streich vertrete ich die Meinung, das die Saw-Thematik noch längst nicht ihren Reiz verloren hat, da es immer noch extrem spannend und interessant zur Sache geht und der geneigte Fan immer noch bestens und kurzweilig unterhalten wird.

Sicherlich ist beim jetzt schon fünften Ableger nicht mehr die große Innovation zu erwarten, die im Jahre 2004 beim mittlerweile schon fast legendären ersten Teil der Reihe gegeben war, aber dennoch fasziniert das Geschehen um den verstorbenen, aber allseits gegenwärtigen Jigsaw immer noch wie am ersten Tag. Mit Kevin Greutert sitzt nun schon der vierte Regisseur auf dem Regiestuhl und der Mann hat hier wirklich gute Arbeit geleistet, denn die von ihm in Szene gesetzte Geschichte kann sich durchaus sehen lassen und wartet vor allem mit einem sehr konstanten Spannungsbogen auf, der sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Und wenn auch die großen Neuerungen nicht vorhanden sind, so hat es Greutert perfekt verstanden, einige passagen einzubauen, die dem Zuschauer doch einige nicht unbedingt zu erwartende "Aha-Momente" zu bescheren, die dann im Endeffekt doch für einige Überraschungen gut sind und die Story zusätzlich aufwerten.

In atmosphärischer Hinsicht gibt es nichts Neues zu vermelden, was aber als durchaus Positives Merkmal anzusehen ist, denn wie immer herrscht eine äusserst dichte und bedrohliche Grundstimmung vor, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verdichtet und auch für den ein oder anderen kalten Schauer gut ist, der einem fast schon obligatorisch über den Rücken läuft. Mit dafür verantwortlich sind selbstverständlich wieder einmal die äusserst fiesen fallen, die hier auf die Protagonisten warten und denen man den zu erwartenden Schmerz teilweise schon aufgrund ihrer Konstruktion ansehen kann. Schon die Eröffnungs-Sequenz der Story hat da eine Menge zu bieten und lässt den Zuschauer erahnen, was im Laufe der Geschichte noch auf ihn zukommt. Damit wären wir auch schon beim Härtegrad, der im Gegensatz zu Teil 5 der Reihe wieder mächtig angestiegen ist. Ging es im Vorgänger doch vielmehr recht beschaulich und fast schon sanft zur Sache, so wurde hier in Sachen Brutalität eine gehörige Schippe zugelegt, so das auch der geneigte Gorehound wieder voll auf seine Kosten kommen sollte.

Die in diesem Film vorhandenen fallen sind an Fiesheit kaum zu überbieten, in dieser Beziehung haben sich die macher wieder Einiges einfallen lassen, so das man in diesem Bezug auch ohne Weiteres von Innovation sprechen kann. Ganz nebenbei werden die Opfer vor ihrem Tod auch wieder der grausamsten psychischen Folter unterzogen, denn die letzten Minuten vor dem sicheren Tod müssen eine ganz besondere Belastung darstellen, in die man sich als Betrachter noch nicht einmal ansatzweise hineinversetzen kann. Stellvertretend dafür kann man die Passage mit dem Karussell anführen, denn die psychische Belastung, der die Protagonisten hier ausgesetzt sind, dürfte so ziemlich das Grausamste sein, was man sich so vorstellen kann, denn handelt es sich hier doch um eine Art Lotterie, in der es nicht weniger als das eigene Leben zu gewinnen gibt.

Besonders gut hat mir auch gefallen, das wieder einmal einige Fragen beantwortet wurden, die sich in den letzten Teilen aufgetan haben, so wird das Geheimnis der ominösen Kiste gelüftet, die Jigsaws Ex-Frau Jill überreicht wurde und auch so einige andere Zusammenhänge ehemaliger Charaktere der Reihe bekommen eine neuerliche Bedeutung, die vorher nicht ersichtlich war. So kann man insgesamt durchaus festhalten, das zwar das innovative Element nicht unbedingt neu belebt wurde, aber die Saw-Fans bestens bedient werden und einen Film geliefert bekommen, dessen Tendenz ganz eindeutig nach oben zeigt. Und auch das hier gewählte Ende deutet doch ganz eindeutig darauf hin, das ein Ende noch längst nicht in Sicht ist, denn den Machern der Reihe bietet sich ganz sicher noch genügend Potential, um noch einige spannende und interessante Teile abzuliefern, in denen es sicher wieder etliche neue und gemeine Fallen zu bewundern gibt.


Fazit:


Zugegebenermaßen bin ich ein bekennender Saw-Fan und ich freue mich riesig über jeden neuen Ableger, weshalb ich bei dieser Reihe auch etwas sublektiver beurteile, doch dieser Film kann sich wirklich sehen lassen und zählt ganz eindeutig zu den besseren der Saw-Saga. Eine spannende und temporeich erzählte geschichte, fiese fallen und ein ordentlicher Härtegrad bieten ganzzeitig tolle Unterhaltung und lassen die Vorfreude auf einen weiteren Film schon merklich in die Höhe schnellen. Auch ein toter Jigsaw ist immer noch allgegenwärtig und sein Gesamtplan nimmt immer klarere Konturen an. Auch wenn manch Einer denkt, das hier das Ende erreicht ist, bin ich davon überzeugt, das noch so einige Überraschungen auf die Saw-Fangemeinde warten und dieser sechste Teil noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat.



8,5/10

Donnerstag, 11. März 2010

Ca$h






Ca$h
(Ca$h)
mit Sean Bean, Chris Hemsworth, Victoria Profeta, Mike Starr, Glenn Plummer, Michael Mantell, Antony Thekkek, Tim Kazurinsky, Jeff Albertson, Josh Blue, Debbi Burns, Cheryl Hamada, Paul Sanchez, Christian Stolte
Regie: Stephen Milburn Anderson
Drehbuch: Stephen Milburn Anderson
Kamera: John R. Leonetti / Robert Primes
Musik: Jesse Voccia
FSK 16
USA / 2010

Es ist wie ein 6er im Lotto. Über 600.000 $ in bar sind in dem Koffer, der einfach von der Highway-Brücke geflogen kam. Sam und Leslie können es kaum fassen. Ein Geschenk des Himmels, wo ihnen die Schulden gerade bis zum Hals stehen. Wenige Tage später taucht jedoch Pyke auf. Ruhig, aber nachdrücklich stellt er klar, dass der Geldkoffer ihm gehört. Und gerne wird er ihnen behilflich sein, in den nächsten fünf Tagen die 74.316,47 $ aufzutreiben, die sie inzwischen ausgegeben haben. Er treibt das Pärchen auf eine atemlose Cash-Jagd, bei der sie Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätten. Ein Zurück gibt es nicht!


Was hier im ersten Moment wie eine glückliche Fügung des Schicksals aussieht, entpuppt sich doch ziemlich schnell als wahrer Albtraum für das symphatische, aber etwas spießig angehaute junge Ehepaar, denn ahnen sie doch nicht, das der charismatische Gangster Pyke Kubic (Sean Bean) ihnen dicht auf der Spur ist und ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellen wird. Die Rolle des scheinbar eiskalten Ganoven ist Sean Bean wie auf den Leib geschneidert und man merkt ihm richtiggehend an, das ihm diese fiese Rolle enormen Spaß macht und er voll in ihr aufgeht. So ist auch die gesamte Geschichte vollkommen auf den von ihm dargestellten Charakter zugeschnitten, so das er dem Film ganz eindeutig seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Es dauert auch nicht lange, bis sich Kubic als absoluter Pendant darstellt, der sich keineswegs damit zufriedengibt, den Restbetrag von weit über 500.000 $ zu nehmen und aus dem Leben des jungen Ehepaars zu verschwinden, er will bis auf den letzten Cent alles zurückhaben, was die beiden bis dahin schon ausgegeben haben. Das einzige Problem dabei ist, das die beiden kein eigenes Geld besitzen, was dann schon fast zwangsläufig einige sehr skurrile Situationen heraufbeschwört, denn Kubic pocht mit Nachdruck auf den fehlenden Restbetrag.

Natürlich ist das sich hier entwickelnde Szenario nicht besonders glaubwürdig, doch das spielt auch überhaupt keine Rolle, da sich ein phasenweise aberwitziger und cooler Thriller entwickelt, der den Zuschauer bestens bei Laune hält und ihm ein ganzzeitig kurzweiliges Film-Vergnügen bereitet. So ganz nebenbei wird auch noch sehr gut der psychologische Effekt dargestellt, wie sich die Psyche eines Menschen verändern kann, wenn man sich in einer Situation befindet, in der man Macht ausübt. Besonders gut rückt das bei unserem jungen Paar in den Vordergrund, die selbst Straftaten begehen müssen, um den noch fehlenden Betrag zusammenzubekommen. Fällt ihnen das am Anfang noch sehr schwer und sie müssen ihre innere Hemmschwelle überwinden, so gehen sie mit der Zeit immer selbstverständlicher mit den von ihnen begangenen Überfällen um, was selbst den coolen Kubic sichtlich überrascht.

So unglaubwürdig das hier dargestellte Geschehen auch erscheinen mag, so viel Spaß bereitet es dem Betrachter, wobei man insbesondere von den darstellerischen Leistungen der drei Hauptcharaktere sehr angetan ist. Vor allem wird dabei die Figur des Pyke Kubic interpretiert, Sean Bean brilliert hier durch eine fast stoisch ruhige und coole Art und stellt seine fast schon absurden Forderungen als das Normalste auf der Welt dar. So ergibt es sich schon fast von selbst, das hier eine teils geniale Situationskomik entsteht, die von viel Sarkasmus und extrem trockenem Humor geprägt ist, an dem man sich einfach nur erfreuen kann. Insbesondere sollte man vor allem auf die kleinen Details achten, da der phasenweise geniale Witz dieses Films nicht auf den ersten Blick sichtbar wird, sondern sich vielmehr in schwarzem und teils tiefsinnigen Humor widerspiegelt.

So tiefschwarz wie viele Passagen des Films gestaltet sich dann auch das vorhandene Ende, das zwar durchaus vorhersehbar, aber deswegen keineswegs schlecht ist, jeder andere Schluss wäre mehr als unpassend gewesen. Zeigt es doch auf, das weniger manchmal auch mehr sein kann und unbezähmbare Gier nicht immer das richtige Mittel ist, um seine Ziele zu erreichen. Wie dem auch sei, insgesamt gesehen bekommt man es hier mit einem wirklich sehr gelungenem und größtenteils auch temporeichen Film zu tun, der absolut gelungene und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet und dazu noch mit einem Sean Bean in Höchstform aufwarten kann, denn allein sein cooles Schauspiel allein ist es wert, sich dieses Werk einmal anzuschauen.


Fazit:


"Ca$h" erzählt eine äusserst unglaubwürdige, aber extrem coole und aberwitzige Geschichte, bei der man sich als Zuschauer einfach genüsslich zurücklehnen-und das Geschehen genießen kann. Tolle Schauspieler, jede Menge Situationskomik und teilweise sehr tiefgründiger Humor bieten hier ein exzellentes Gesamtpaket, an dem man einfach seine helle Freude haben muss. Ein Film, den man ohne Gewissensbisse bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (anamorph 16:9)
Laufzeit: 107 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8/10

Dienstag, 9. März 2010

Carriers






Carriers
(Carriers)
mit Lou Taylor Pucci, Chris Pine, Piper Perabo, Emily VanCamp, Christopher Meloni, Kieman Shipka, Ron McClary, Mark Moses, Josh Berry, Tim Janis, Dale Malley, Dylan Kenin, LeAnne Lynch, Jan Cunningham, Mary Peterson
Regie: Alex Pastor / David Pastor
Drehbuch: Alex Pastor / David Pastor
Kamera: Benoit Debie
Musik: Peter Nashel
FSK 16
USA / 2009

Die Welt ist im Untergang begriffen. Mithilfe einer Handvoll selbst auferlegter Regeln, kämpfen sich vier Jugendliche zum Golf von Mexiko vor, um dort die Epidemie "auszusitzen". Also gilt: Halte stets einen Sicherheitsabstand zu den Infizierten! Trage bei Kontakt Mundschutz und Handschuhe! Reinige jeden Gegenstand vor Gebrauch und vor allem: Habe niemals Mitleid mit den "Trägern"! Sie sind ohnehin so gut wie tot. Auf staubigen Wüstenhighways treffen sie auf Lynchopfer und schrecklich entstellte Infizierte, die sie das unbeschreibliche Ausmaß der Katastrophe erahnen lassen. Eine albtraumhafte Flucht vor der Seuche beginnt...


Wer bei "Carriers" einen Endzeitfilm wie "28 Days later" erwartet, der wird seine Hoffnungen sicherlich nur teilweise als erfüllt ansehen, da vorliegendes Werk sich doch in einigen Dingen merklich von oben genannten Film unterscheidet. Rein atmosphärisch gibt es eigentlich keine Unterschiede zu bemerken, da "Carriers" in dieser Beziehung vollkommen überzeugen kann. Von der ersten Minute an wird man mit einem trost-und hoffnungslosen Endzeit-Szenario konfrontiert, das man meiner Meinung nach nicht intensiver hätte gestalten können. Es gibt keinerlei Informationen, um was für einen Virus es sich handelt und woher er gekommen ist, so das man ohne großes Vorgeplänkel sofort beim Wesentlichen, nämlich der schier aussichtslosen Situation der wenigen Überlebenden ist, die verzweifelt nach einer Möglichkeit suchen, der Seuche zu entkommen.

Nun wurde die Geschichte im Prinzip gänzlich ohne Härte in Szene gesetzt, hier trifft man nicht auf infizierte Zombies und auch ansonsten gibt es keinerlei härtere Passagen zu begutachten. Das wird ganz sicher nicht gerade wenige Leute etwas enttäuschen, wobei ich der Meinung bin, das sich der Film gerade deswegen sehr positiv von anderen ähnlich gelagerten Genre-Kollegen abhebt. Trotz der fehlenden Härte ist es den Regisseuren Alex und David Pastor gelungen, dem Geschehen ein hohes Maß an Spannung und Intensität zu verleihen und so die ungeteilte Aufmerksamkeit des Betrachters zu gewinnen. Das ganze Szenario wirkt beängstigend realistisch, was einen schon fast zwangsläufig dazu animiert, sich in die Situation der Hauptpersonen hineinzuversetzen. Wenn einem das gelingt , dann fühlt man sich ganz unweigerlich nicht ganz wohl in seiner Haut und verspürt ein starkes Gefühl der Beklemmung, das die ganze Laufzeit über auch nicht wieder verschwindet.

Die Trostlosigkeit, die sich einem während der Reise der vier Jugendlichen präsentiert, wird mit der Zeit immer stärker und entwickelt ganz ohne Härte eine immer stärker ansteigende Intensität, die von mehreren Passagen, in denen Opfer der Seuche gezeigt werden, noch zusätzlich verstärkt wird. Gerade diese Bilder brennen sich doch mit einer ungeheuren Wucht in den Kopf des Zuschauers, wo sie durchaus nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Besonders gut wird auch der schmale Grad zwischen Menschlichkeit und Selbstschutz herausgearbeitet, der insbesondere bei den Jugendlichen ziemlich oft für Meinungsverschiedenheiten sorgt. Dabei geht es immer um den Kampf zwischen Herz und Verstand, der vor allem in den Passagen zum Ausdruck kommt, in denen die Gruppe auf einen Vater und seine infizierte kleine Tochter treffen. Auch als Zuschauer ist man selbst hin-und hergerissen, empfindet man doch einerseits Mitleid, kann aber andererseits die Handlungen der Jugendlichen durchaus nachvollziehen, die ihr eigenes Leben über das von Anderen stellen.

Was mich persönlich etwas verwundert, ist die Tatsache, das viele die anscheinend willkürliche Übertragung des Virus so interpretieren, das für den Zuschauer dadurch die Bedrohlichkeit des Szenarios gemindert wird. Sicher, zu Beginn hört man, das sich das Virus durch den Atem überträgt, dann auch durch Blut und andere Dinge. Ich finde, das die bedrohlichkeit dadurch eher noch gesteigert wird, denn verleiht gerade diese anscheinende Willkür dem Ganzen doch etwas Mysteriöses und nicht Kontrollierbares, jedenfalls habe ich das so empfunden. Man ist der Meinung, den Übertragungsweg zu kennen und muss mit der Zeit feststellen, das auch andere Übertragungsmöglichkeiten bestehen, für mich hört sich das sehr bedrohlich an und dieses Gefühl wird hier auch durchaus vermittelt.

Die mir vorliegende 3-Disc Limited Survival Box ist auch durchaus ein optischer Hingucker, die Metall-Box wirkt wie ein kleiner "Erste Hilfe Koffer", der neben der SE des Films noch eine Doppel-DVD, auf der die Doku "Seuchen des 21. Jahrhunderts" mit einer Länge von über 200 Minuten drauf ist, die schon auf dem Dixcovery Channel gelaufen ist. Zusätzlich gibt es noch als Gimmick einen Beutel, in dem ein Mundschutz, eine kleine Flasche antibakterielle Handlotion und ein Paar Einmalhandschuhe enthalten sind. Eine VÖ, die insbesondere für Sammler sehr interessant sein dürfte und ein kleines optisches Highlight in jeder Sammlung darstellen dürfte.


Fazit:


"Carriers" zählt meiner Meinung nach zu den besten Vertrtern, die sich mit der Seuchen-und Viren-Thematik beschäftigen. Ohne jegliche Härte, aber dafür mit einer äusserst dichten und bedrohlichen Grundstimmung schafft es der Film, den Zuschauer jederzeit zu fesseln und zu faszinieren. Man ist heilfroh darüber, das man nur vor dem Bildschirm sitzt und das intensive Endzeit-Szenario aus sicherer Entfernung beobachten kann.. Ein Film, den man ohne Frage wärmstens weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: B-Roll, Interviews, Film Clips



8/10

Samstag, 6. März 2010

Bad Boy Bubby






Bad Boy Bubby
(Bad Boy Bubby)
mit Nicholas Hope, Claire Benito, Ralph Cotterill, Syd Brisbane, Nicci Price, Ullie Birve, Audine Leith, Natalie Carr, Lucia Mastrontone, Carmel Johnson, Jip De Heer, James Ammitzboll, Grant Piro, Celine O'Leary, Dave Flannagan
Regie: Rolf de Heer
Drehbuch: Rolf de Heer
Kamera: Ian Jones
Musik: Graham Tardif
FSK 16
Australien / Italien / 1993

Seit 35 Jahren hält Mom ihren Sohn Bubby in einer heruntergekommenen Ein-Zimmer-Wohnung unter Verschluss. Sie teilt Bad und Bett mit ihm und ist der einzige Mensch, den er kennt. Tagsüber allein gelassen und kaum fähig, zu sprechen, kennt er weder Radio noch Fernsehen und weiß nichts über den Rest der Welt jenseits seiner vier Wände. Als sein Vater nach all den Jahren überraschend wieder auftaucht und auch wieder in Moms Bett zurückkehrt, kommt es zum Eklat. Nun steht Bubby vor der größten Herausforderung seines Lebens: den Schritt über die Schwelle der eigenen Haustür. Es ist an der Zeit, sich die Welt da draußen anzusehen---


Es gibt sie also immer noch, die wahrhaftigen Film-Perlen, die so aussergewöhnlich sind, das sie sich meistens nur einer kleinen Gruppe Menschen offenbaren, die ihren Wert und ihre Genialität erkennen und diese auch zu schätzen wissen. "Bad Boy Bubby" ist ganz sicher ein Film, der in diese Kategorie gehört, wird der Zuschauer doch mit einem Werk konfrontiert, das bestimmt nicht für das breite Mainstream-Publikum geeignet ist, was leider fast zwangsläufig die Tatsache nach sich zieht, das dieser einzigartige Film nicht den Bekanntheitsgrad hat, der ihm zustehen müsste. Denn was Regisseur Rolf de Heer hier geschaffen hat, ist eine absolut geniale Mixtur aus Drama, Tragödie und Komödie, wobei sich der komödiantische Anteil aus gewissen Situationen innerhalb der Geschichte ergibt, die bei genauerer Betrachtung viel eher als traurig einzustufen sind, als das man über sie lachen kann.

Und dennoch kann man sich teilweise ein Lachen nicht verkneifen, obwohl man sich ganz genau darüber bewust ist, das die sehr ernste Thematik eigentlich gar nicht dafür geeignet ist. Und gerade die vorhandene Thematik kann man nicht auf lediglich eine Sache beschränken, denn Rolf de Heer ist es meisterlich gelungen, hier sehr vielschichtige Fawcetten aufzugreifen und dabei auch absolute Tabu-Themen mit einfließen zu lassen, die durch ihre Darstellung eine teils verstörende und schockierende Wirkung auf den Betrachter ausüben, der man sich einfach beim besten Willen nicht entziehen kann. Von Inzest, Homosexuallität, Körperveletzung bis hin zum Mord ist die gesamte Palette vertreten, vom generellen Kindesmissbrauch einmal ganz abgesehen, der hier volle 35 Jahre stattgefunden hat. Denn Bubby ist nichts anderes, als ein missbrauchtes Kind im Körper eines Erwachsenen, das nie gelernt hat, auch nur annähernd so etwas wie ein eigenständiges Leben zu führen, geschweige denn eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

So ist allein schon sein Wortschatz extrem eingeschränkt, denn er kann lediglich die Worte widergeben, die er von anderen Leuten hört. Was dabei besonders auffällt, ist die Tatsache, das Bubby auch versucht, den jeweiligen Tonfall der einzelnen Personen nachzuahmen. Selbstverständlich verfügt er auch über keinerlei Ansätze von sozielem Verhalten, was allerdings auch nicht weiter verwunderlich erscheint, da er es ja nie gelernt hat. Wobei wir noch einmal zum Anfang des Films zurückkehren, dessen erste 30 Minuten sich ausschließlich in einer vollkommen verkommenen Ein-Zimmer-Wohnung abspielen, die dazu noch fensterlos ist. Hier wird der Zuschauer mit dem vollkommen indiskutablen Mutter-Sohn Verhältnis konfrontiert, in dem Bubby nicht nur hilflos unterlegen, sondern wie eine menschliche und von seiner Mutter gesteuerte Marionette erscheint und dabei ein dasein fristet, das man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde. In keiner Phase ist dabei zu erkennen, das seine übermächtige Mutter ihn auch nur ansatzweise als Mensch behandeln würde, sondern vielmehr als beschränkt kommunizierenden gebrauchsgegenstand, der ihr zu Willen sein muss, wenn sie es für nötig erachtet. Erst als Bubbys leiblicher Vater auf der Bildfläche erscheint und auch dessen extrem kleinen Lebensraum einnimmt, bricht Bubby aus und beginnt seine Odyssee durch eine Welt, die er gar nicht kennt, da sie bis zum jetzigen Zeitpunkt für ihn nicht vorhanden war.

Dabei wirkt er verständlicherweise extrem desorientiert und gerät dabei in die schon erwähnten Situationen, die einen aus ihrer skurrilen Darstellung her so manches Mal zum lachen bringen, obwohl es im Prinzip gar keinen Anlass dafür gibt. Vielmehr hat man während des ganzen Films sehr viel Mitleid mit dem Hauptcharakter, der trotz des mangelnden geistigen Intellekts gearde durch seine kindlich naive Art äusserst viele Symphatiepunkte beim Zuschauer sammelt, der mit ihm trauert, Verständnis für seine agressiven Ausbrüche und am liebsten mit ihm weinen möchte, wenn seine rührselige Seite aus ihm heraustritt. An diesem Punkt muss man den Hauptdarsteller Nicholas mit ins Spiel bringen, denn sein Schauspiel und die Darstellung des tragischen Charakters Bubby ist so dermaßen brillant und herausragend, das man es kaum in Worte fassen kann. Nicht selten stellt man als Betrachter in einem Film fest, das ein darsteller seine Rolle richtiggehend lebt und genau das ist hier der Fall. Selten habe ich erlebt, das ein Schauspieler sich so intensiv und authentisch in eine solch schwierige und anspruchsvolle Rolle hineinversetzen kann und praktisch mit ihr verschmilzt. Nicholas Hope tut die auf so beeindruckende Art und Weise, das man ihm für diese Charakter-Studie eigentlich den Oscar hätte verleihen müssen. Seine Mimik und seine Ausdruckskraft kann man einfach nur mit dem Wort genial bezeichnen, denn alles andere wäre eine schamlose Untertreibung, die dem dargebotenen Schauspiel einfach nicht gerecht werden würde.

Doch auch die anderen Darsteller sollte man keineswegs unbeachtet lassen, denn dieser Film ist bis in die kleinsten Nebenrollen absolut perfekt besetzt. Man merkt in jeder einzelnen Szene, das hier wahre Könner ihres Fachs am Werke sind, die dem ganzen Geschehen eine ungeheuer realistische und authentische Note verleihen, die beim Zuschauer ihre Wirkung hinterlässt und ihn wie magisch an diese Geschichte fesselt, von der eine so starke Faszination ausgeht, das man gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Denn nicht eine Minute der gut 110 Minuten Laufzeit ist langweilig oder gar uninteressant, die Aufmerksamkeit des Betrachters hält sich ganz von allein aufrecht, da man auch nicht die kleinste Kleinigkeit in diesem grandiosen Film verpassen möchte.

Allein schon die Vorstellung, das die hier erzählte Geschichte auch wirklich passieren könnte, jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Und wenn man sich auch noch so bemüht, es gelingt nicht, sich zu 100 % in die Lage des Hauptcharakters hineinzuversetzen, da das Geschehen trotz seiner glaubwürdigen Darstellung so unglaublich erscheint, so das der eigene Verstand eine gewisse Blockade entwickelt. Allein das sagt schon sehr viel über dieses filmische Meisterwerk aus, das einem tief unter die Haut dringt und dabei seine nachhaltigen Spuren hinterlässt. Und ohne zuviel vom Inhalt zu verraten, zeigt der Film auch eine Seite auf, die einen wirklich rühren kann, da anscheinend auch der größte Aussenseiter die Chance auf sein ganz eigenes Glück bekommt, auch wenn es mit einer Verspätung von 35 Jahren erscheint.


Fazit:


"Bad Boy Bubby" ist ein wirklich aussergewöhnlicher Film, den man nicht einfach so nebenbei schauen sollte, da man ansonsten einige wichtige Details übersehen konnte. Dieses Meisterwerk sollte man sich am besten allein und in aller Ruhe zu Gemüte führen, um den Film auch so richtig auf sich wirken zu lassen. Denn nur, wenn man sich auf diese Geschichte einlässt und sich ihr von Beginn an öffnet, kann sie ihre volle Intensität entwickeln und trifft den Zuschauer wie ein Tiefschlag in die Eingeweide. Eine insgesamt sehr gute Darsteller-Riege und ein brillanter Hauptdarsteller machen dieses Werk zu einem Film-Genuss der Extraklasse, das sich kein echter Film-Liebhaber entgehen lassen sollte. Vor allem auch aufgrund der Tatsache, das sich die deutsche DVD-Veröffentlichung des Independent Labels "Bildstörung" wirklich lohnt und wie immer bei "Bildstörung" mit einer Menge interessanten Bonusmaterial versehen ist. So gibt es neben Audiokommentaren von Regisseur Rolf de Heer und Hauptdarsteller Nicholas Hope beispielsweise eine Seperate binaurale Tonspur für Kopfhörer, oder einen alternativen Anfang im ürsprünglich geplanten Bidformat. Die Doppel-DVD erscheint in einem schönen Schuber und stellt so auch noch einen optischen Leckerbissen in jeder Sammlung dar.


Die DVD:

Vertrieb: Bildstörung
Sprache / Ton: Englisch DD 5.1 & Stereo / Deutsch Stereo
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 110 Minuten
2-DVD Set im Schuber
Extras: Audiokommentar von Rolf de Heer & Nicholas Hope, Separate binaurale Tonspur für Kopfhörer, Alternativer Anfang in ursprünglichem Bildformat, Interview mit Rolf de Heer, Interview mit Nicholas Hope, Kurzfilm CONFESSOR CARESSOR



10/10

Donnerstag, 4. März 2010

Halloween II (2009)






Halloween II
(Halloween II)
mit Sheri Moon Zombie, Chase Wright Vanek, Scout Taylor-Crompton, Brad Dourif, Caroline Williams, Malcolm McDowell, Tyler Mane, Dayton Callie, Richard Brake, Octavia Spencer, Danielle Harris, Richard Riehle, Margot Kidder, Mary Bridsong, Brea Grant
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Kamera: Brandon Trost
Musik: Tyler Bates
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

MICHAEL MYERS ist tot! So lautet jedenfalls die offizielle Aussage der Polizei. Doch Laurie Strode, die Michaels brutales Massaker überlebt hat, ist sich sicher: Er lebt und wird wieder zuschlagen. Aber obwohl seine Leiche niemals gefunden wurde, will niemand Laurie glauben. Als ein Jahr später die Straßen von Haddonfield wieder mit orangefarbenen Kürbisköpfen geschmückt sind, geschieht der erste grauenvolle Mord. Laurie weiß sofort, dass Michael zurückgekommen ist, um sie diesmal endgültig zu töten. Und Michael Myers wird Halloween in den blutigsten Tag des Jahres verwandeln.


Eines ist Rob Zombie bei dieser Fortsetzung auf jeden Fall gelungen, er hat dem Film seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Sein Stil ist ganz eindeutig sichtbar und wird viele seiner Fans sicherlich vor Freude aufschreien lassen. Nun wird auch sicherlich ein Aufschrei durch die Reihen der Leute gehen, die mit der Original-Reihe aufgewachsen sind, aber hier wird es sich wohl viel eher um Entsetzensschreie handeln, denn mit dem mit dem zweiten Teil von 1981 hat dieser Film eigentlich gar nichts mehr zu tun. Doch selbst diese Tatsache ist gar nicht einmal so schlimm, denn Neuerungen und eine eigenständige Interpretation einer Geschichte muss ja nicht zwangsläufig etwas Schlimmes sein, doch das, was Herr Zombie hier geschaffen hat, spottet fast schon jeder Beschreibung. War schon das Remake ziemlich gewöhnungsbedürftig, da eine vollkommen neue Vorgeschichte eingebaut wurde, was aber im Endeffekt sogar als innovativ bezeichnet werden kann, so ist es hier noch nicht einmal annähernd gelungen, so etwas wie das typische Halloween-Feeling aufkommen zu lassen.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, das es mich lediglich stören würde, das diese deutsche Veröffentlichung um fast 3 Minuten gekürzt ist, doch komischerweise fällt das eigentlich gar nicht weiter ins Gewicht. Denn was nützen 3 Minuten mehr Härte, wenn der Film an sich nicht überzeugen kann? Und genau das ist hier meiner Meinung nach der Fall, denn die Geschichte erweckt sogar phasenweise sehr befremdlichen Eindruck und erinnert so gar nicht an die gute alte Halloween-Thematik, wie man sie aus den alten Teilen kennt. Das Geschehen wirkt stellenweise willkürlich aneinandergestückelt, was aber ganz sicher nicht an den fehlenden 3 Minuten liegt. Das Szenario erscheint viel eher seltsam zusammenhanglos, eine wirklich flüssige Erzählweise ist eher selten zu erkennen. Im Endeffekt ist es so auch nicht weiter verwunderlich, das sich zu keiner Zeit ein richtig konstanter Spannungsbogen entfalten kann, der dazu in der Lage wäre, den Zuschauer zu fesseln und zu faszinieren. Auch in atmosphärerischer Hinsicht wird einem nicht gerade viel geboten, denn hat man im Remake wenigstens noch ansatzweise eine recht dichte Atmosphäre verspürt, so passiert hier in dieser Beziehung eigentlich gar nichts.

Im Normalfall sagen mir die Filme von Rob Zombie eigentlich sehr zu, da er immer seinen eigenen Weg geht und seinen Werken seinen eigenen Stempel aufdrückt. Sicherlich hat er das auch im vorliegenden Werk geschafft, nur das es hier so gar nicht hineinpasst. Und seine vielen neuen Ansätze, die er der Geschichte beigefügt hat, sind größtenteils vollkommen daneben und lassen viele Passagen sogar regelrecht kitschig erscheinen. Denn wie sollte man es anders beschreiben, wenn Michael auf einmal weiße Pferde sieht, die die Erscheinung seiner toten Mutter begleiten, die ihm widerum den Weg weisen will und ihm sagt, was er zu tun hat? Damit aber nicht genug, denn auch Michael selbst ist als kleiner Junge anwesend, so das man fast von der perfekten Familienzusammenführung sprechen kann. Um das Ganze aber auf die Spitze zu treiben, kam man auf die Idee, das sogar Laurie im späteren Verlauf der Geschichte auch diese Visionen hat und ihre Familie vor sich sieht. So ist dann also fast die gesamte Myers-Familie für kurze Zeit vereint und der Gipfel der Albernheit erreicht. Mit dem Einbringen dieser Visions-Sequenzen hat Zombie weder sich noch dem Film einen Gefallen getan, sondern die Thematik der Lächerlichkeit preisgegeben.

Eine zusätzlich ärgerliche und wie ich finde sehr störende Neuerung ist die Veränderung des Charakters von Dr. Loomis, der hier als raffgieriger und vollkommen egoistischer Mensch dargestellt wird, der sich lediglich am Elend anderer Menschen bereichern will. Zwar wird diese Seite von McDowell sehr gut zum Ausdruck gebracht, dürfte aber eigentlich nur Leuten entgegenkommen, die die alten Halloweenfilme nicht kennen. Denn dort war von dieser charakterschwäche nichts zu erkennen und so wird ein weiterer tragender Charakter der Halloween-Reihe zu Grabe getragen, der doch immer so symphatisch und auch prägend für die Thematik war. Nun wird auch dieser neue Film seine Fan-Gemeinde finden, das steht wohl vollkommen ausser Frage, jedoch werden Leute wie ich, die mit den alten Teilen aufgewachsen sind, wohl wenig Freude verspüren, wenn die Grund-Thematik dermaßen verändert wird, das es schon ins Lächerliche geht. Auch die neue Darstellung der Hauptfiguren dürfte nicht im Sinne der Nostalgiker sein, denn es ist doch sehr ungewohnt, wenn man Michael beispielsweise ohne Maske und mit langem Vollbart durch die Wildnis stapfen sieht was ihn viel eher wie den Titelhelden aus der TV-Serie "Der Mann in den Bergen" erscheinen lässt. Hätte eigentlich nur noch gefehlt, das der Titelsong "Maybe" von Tom Pace erklungen wäre, denn dann hätte die Farce den absoluten Höhepunkt erreicht.

Trotz aller offensichtlicher Defizite bin ich froh, den Film zu besitzen, allerdings nur aus Gründen der Vollständigkeit, da ich alle Halloweenfilme habe. Für die jüngere Generation wird dieses Werk sicherlich genügend Unterhaltunswert bieten, wohingegen er den etwas älteren Horror-Fans eher sauer aufstossen dürfte, da hier meiner Meinung nach eine Ikone des Genres auf brutalste Art und Weise zerstört wird und ein Nymbus zu Grabe getragen wird. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, das nicht aus reiner Geldgier noch weitere Teile erscheinen, oder man wenigstens wieder zu altbewährter Qualität zurückkehrt. Denn bei allem Verständnis für eine Neuinterpretation und eine zeitgemäße Aufmachung, manchmal ist weniger dann doch mehr und das sollte auch Herr Zombie einsehen.


Fazit:


Ich möchte den Film nicht schlechter machen als er ist, aber hier wurde so ziemlich alles verkehrt gemacht, was man nur verkehrt machen kann. "Halloween II" war für mich eine einzige Enttäuschung und stellt schon fast eine demütigung für die Horror-Ikone Michael Myers dar. Keine Spannung, null Atmosphäre und vollkommen kitschige Visionen lassen diesen Film in einem eher dürftigen Licht erscheinen und sorgen so dafür, das so manchen Fan die Haare zu Berge stehen werden. Das liegt dann aber sicher nicht daran, das man sich vom hier gezeigten Geschehen elektrisiert fühlt, sondern ist vielmehr damit zu begründen, das es sich wohl um den schlechtesten Halloween-Teil überhaupt handelt.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 111 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Outtakes, Music Videos, Audition Footage, Make-Up Tests, Interviews, Premieren Footage, Uncle Seymour Coffins Stand Up Routines


3/10

Dienstag, 2. März 2010

Boston Streets






Boston Streets
(What Doesn't Kill You)
mit Ethan Hawke, Mark Ruffalo, Amanda Peet, Will Lyman, Brian Goodman, Donnie Wahlberg, Angela Featherstone, Edward Lynch, Michael Yebba, Brian Connolly, Nathaniel Smyth, Oscar Wahlberg, Thomas Regan, Jean-Pierre Serret, George Khoury
Regie: Brian Goodman
Drehbuch: Brian Goodman / Paul T. Murray
Kamera: Chris Norr
Musik: Alex Wurman
FSK 16
USA / 2008

Das harte Gesetz der Straße regiert in South Boston. Diebstahl, Raubüberfälle, Drogenhandel, Schutzgelderpressung sind der Alltag, in den die Kumpel Paulie und Brian von Kindheit an hinein wachsen. Aus kleinen Gefälligkeiten für den lokalen Boss werden immer größere "Jobs", bis die erwachsenen Kleinganoven schließlich für fünf Jahre hinter Gittern landen. Nach ihrer Entlassung will Paulie einen großen Coup durchziehen, der ihnen genug Geld verschafft, um endlich aus dem Sumpf ihres Viertels und ihres Lebens rauszukommen. Aber dafür braucht er die Hilfe seines besten Kumpels. Brian muss sich entscheiden ...


Brian Goodman, der hier für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet und zusätzlich auch noch als Nebendarsteller in diesem Drama mitwirkt, erzählt in "Boston Streets" seine eigene kriminelle Vergangenheit, die praktisch schon in frühester Kindheit begonnen hat. Dabei ist es ihm hervorragend gelungen, einen intensiven Mix aus Drama-und Thriller zu kreieren, wobei die dramatischen Züge doch ganz eindeutig im Vordergrund der Geschichte stehen. Mit eindrucksvollen Bildern wird dem Zuschauer hier das Leben eines Kleinkriminellen nähergebracht, das schon seit der frühesten Jugend vorgezeichnet scheint, denn Brian und sein Kumpel Paulie wachsen mit Gewalt und Verbrechen auf und erleben so keineswegs eine Jugend, wie man sie sich im Normalfall vorstellt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das sie selbst sehr früh in diesen Strudel des Verbrechens geraten und sich ihren Lebensunterhalt durch Straftaten bestreiten, die sie für den Gangsterboss Pat Kelly (Brian Goodman) begehen. Was hier in frühen Jahren begonnen hat, zieht sich kontinuirlich wie ein roter Faden durch das Leben der beiden Kleinganoven und reicht bis in die Gegenwart, in der Brian längst verheiratet ist und mit seiner Frau 2 Kinder hat.

Es sind in erster Linie die hervorragenden Darsteller, die diesem Film durch ihr brillantes Schauspiel ganz unweigerlich ihren Stempel aufdrücken, insbesondere Ethan Hawke (Paulie) und Mark Ruffalo (Brian) in den Rollen der beiden Kleinganoven verleihen der Geschichte sehr viel Authenzität und verkörpern die von ihnen gespielten Charaktere absolut glaubwürdig und überzeugend. Doch obwohl dieses Werk bis in die kleinsten nebenrollen absolut fantastisch besetzt ist, muss man das Schauspiel von Mark Ruffalo noch einmal ganz besonders hervorheben, der insbesondere die innere Zerrissenheit des Brian Reilly extrem intensiv zum Ausdruck bringt, der einerseits seine Familie liebt, auf der anderen Seite aber immer wieder Straftaten begeht, um seine Familie ernähren zu können. Auch nachdem er nach einer 5-Jährigen Gefängnisstrafe wieder nach Hause kommt und seiner Frau schon im Gefängnis geschworen hat, nie wieder straffällig zu werden, kommt er nicht vom Verbrechen los, denn der geplante Neustart gestaltet sich doch viel schwieriger, als er es sich gedacht hat.

Gerade in diesen Passagen des Films ist das Schauspiel Ruffalo's besonders intensiv und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter, da man den innerlichen Kampf, den dieser mann mit sich austrägt, fast körperlich zu spüren ist. Die Situation wird immer aussichtsloser, Rechnungen stapeln sich, eine feste Arbeit ist nicht in Sicht und die Versuchung, sich Geld durch neuerliche Straftaten zu besorgen, wird immer größer. Als dann auch noch Paulie aus dem Gefängnis kommt, scheint die Vergangenheit wieder aufzuleben und ein neuerlicher Absturz in die Welt des Verbrechens nur noch eine Frage der Zeit. Doch ein Gespräch mit seinem älteren Sohn bringt eine Wendung in Brians Leben, das sich letztendlich doch noch zum Guten wendet.

Vielleicht mag einigen Leuten der Drama-Anteil in "Boston Streets" etwas zu groß geraten erscheinen, denn sind doch in einigen Kritiken zu diesem Film Begriffe wie langweilig oder zähflüssig zu lesen, doch ich persönlich kann diese Einschätzung überhaupt nicht teilen. Phasenweise geht es hier sogar recht hart und actionreich zur Sache, doch das ist im Prinzip nur als Stilmittel anzusehen, um der Geschichte ihre Glaubwürdigkeit zu verleihen. In der Hauptsache beschäftigt sich dieses Werk allerdings mit intensiven Charakterzeichnungen der Hauptcharaktere und das ist auch gut so, denn die dabei entstehende Mischung ist es, die diesen Film so besonders intensiv macht. Auf jeden Fall ist "Boston Streets" ein aussergewöhnlich guter Film, der mit erstklassigen Darstellern besetzt ist und auf sehr eindrucksvolle Art und Weise einen Teufelskreis nachzeichnet, der schon in frühester Jugend begonnen hat. Die ausführliche Beleuchtung der einzelnen Charaktere verleiht dem Ganzen eine ungeheure Intensität und erlaubt dem Zuschauer einen tiefen Einblick in das Leben zweier Menschen, das durch äussere Umstände geprägt wird, die nie etwas anderes als Gewalt und Härte gelernt haben und sich damit ihr ganzes Leben lang auseinandersetzen müssen.


Fazit:


"Boston Streets" zeigt sehr eindrucksvoll, das äussere Umstände für den weiteren Verlauf eines Lebens extrem wichtig sein können. Hervorragende Darsteller verleihen diesem Film eine ganz besondere Note und sorgen durch ihre dargebotenen Leistungen dafür, das die ganze Geschichte äusserst glaubwürdig und authentisch erscheint. Herausragend ist dabei Mark Ruffalo, der durch absolut brillantes Schauspiel zu überzeugen weiss. Man bekommt es hier mit einer sehr niveauvollen Kombination aus Gangsterdrama-und Thriller zu tun, die nachdenklich stimmt und einen nachhaltigen Eindruck im Kopf des Zuschauers hinterlässt. Ein ganzzeitig gut unterhaltendes Film-Erlebnis, in dem von Langeweile keine Spur ist.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Interviews, Beim Dreh, Making Of, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow


8/10