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Donnerstag, 29. April 2010

Die vierte Art






Die vierte Art
(The Fourth Kind)
mit Mila Jovovich, Will Patton, Hakeem Kae-Kazim, Corey Johnson, Enzo Cilenti, Elias Koteas, Eric Loren, Mia McKenna-Bruce, Raphael Coleman, Daphne Alexander, Alisha Seaton, Tyne Rafaeli, Pavel Stefanov, Kiera McMaster, Sarah Houghton
Regie: Olatunde Osunsanmi
Drehbuch: Olatunde Osunsanmi
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Atli Örvarsson
FSK 16
USA / 2009

Nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes führt Dr. Abigail Tyler dessen Studie über unerklärliche Phänomene in der entlegenen Kleinstadt Nome in Alaska weiter. In der Stadt gibt es eine rätselhafte Häufung von Morden und Selbstmorden, Menschen verschwinden auf unerklärliche Weise und viele Bewohner berichten von verstörenden Erlebnissen. Durch Hypnose versucht Dr. Tyler dem Rätsel der Bewohner Nomes auf die Spur zu kommen, doch nach diesen Sitzungen kommt es zu weiteren unerklärlichen Zwischenfällen und furchtbaren Verletzungen. Als Dr. Tyler für diese Vorgänge verantwortlich gemacht werden soll, versucht sie, mit ihren beiden Kindern aus der Stadt zu fliehen - doch in dieser Nacht verschwindet ihre Tochter auf rätselhafte Weise. Dr. Tyler ist davon überzeugt, dass ihre Tochter sowie einige ihrer Patienten und auch sie selbst von Aliens entführt wurden...


Bevor der Film richtig beginnt, wird man von Hauptdarstellerin Mila Jovovich darauf hingewiesen, das es sich bei den folgenden Ereignissen um Tatsachen handelt, die mit Original-Bildmaterial unterlegt wurden. Ob es sich dabei um die Wahrheit handelt, oder dies lediglich eine Marketing-Strategie ist, um den Film interessanter zu machen, ist dabei nicht zu beurteilen, auf jeden Fall aber wird die erwünschte Wirkung dieser Aussage auf den Zuschauer durchaus erzeugt, denn man geht doch mit einer etwas anderen Sichtweise an die vorliegende Geschichte heran. Und ganz egal, ob es sich um die filmische Umsetzung wirklicher Ereignisse handelt oder nicht, es geht eine starke Faszination vom hier dargestellten Geschen aus, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Hauptsächlich liegt das sicherlich in der Thematik des Films begründet, denn eigentlich immer, wenn es sich um Ausserirdische Lebensformen dreht, entsteht eine Art Grund-Faszination, die auch die Neugier der Menschen auf das Übernatürliche weckt.

Bis man hier allerdings endgültig erfährt, das es sich um die erwähnte Thematik dreht, vergeht eine geraume Zeit, in der man sich zwar seinen eigenen Reim auf einige unerklärliche Dinge machen kann, jedoch definitiv keine Klarheit darüber hat, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt. So wird man in der ersten Phase der Geschichte mit einigen Bewohnern der Stadt Nome konfrontiert, die alle unter den gleichen Symptomen wie Schlaflosigkeit leiden und Opfer von unerklärlichen Zwischenfällen werden, die sich keiner erklären kann. Erst mit der Zeit entwickelt sich die Story-Line in eine Richtung, die darauf hindeutet, das sie von Ausserirdischen entführt und wieder zurückgebracht wurden. Durch Hypnose versucht Dr. Tyler (Mila Jovovich) das Erinnerungsvermögen der Betroffenen zu stimulieren, was sich aber im nachhinein als schwerwiedender Fehler herausstellt und mehrere Todesfälle heraufbeschwört. Es ist die Darstellung der Geschehnisse, die das Szenario meiner Meinung nach extrem interessant gestalten, denn werden sie dem Zuschauer doch in geteilten Bildern präsentiert, wobei auf der einen Seite die Spielfilm-Seite gezeigt wird und auf der anderen Seite die angeblichen echten Archivaufnahmen.

Gerade durch diese Darstellung erhält das Ganze einen dokumentarischen Anstrich und man ertappt sich selbst dabei, das man zu der Ansicht tendiert, das sämtliche hier gezeigten Ereignisse wirklich passiert sind. So kann man scwerlich abstreiten, das die Machart des Films einen doch äusserst starken Einfluss auf die eigene Wahrnehmung nimmt, auch wenn man im Prinzip davon ausgeht, das keines der gezeigten Ereignisse auch wirklich geschehen ist. Auf jeden Fall aber wird man mit einem Film-Ereignis konfrontiert, das von der ersten Minute an sehr mysteriös und geheimnisvoll erscheint und sich dadurch der ungeteilten Aufmerksamkeit des Betrachters sicher sein kann. Eventuelle Unklarheiten und leichte Verwirrungen, die insbesondere im ersten Drittel auftreten können, verflüchtigen sich mit der Zeit doch immer mehr und verwandeln sich in gesteigertes Interesse und pure Neugier über die nicht zu erklärenden Phänomene, die sich einem offenbaren. Regisseur Olatunde Osunsanmi ist es auf jeden Fall gelungen, die Neugier und das Interesse des Betrachters zu wecken, da können auch einige schlechte Bewertungen, die der Film schon erhalten hat nicht drüber hinwegtäuschen. Natürlich kann man geteilter Meinung darüber sein, ob die Ausserirdischen-Thematik wirklich gut umgesetzt wurde, oder ob man über einige gute Ansätze nicht hinauskommt, jedoch kann man dem Film keineswegs die von ihm ausgehende Faszination absprechen.

Mir persönlich hat "Die vierte Art" äusserst gut gefallen und ganz egal, ob hier echtes Material eingefügt wurde oder nicht, die Idee kann man als sehr gelungen ansehen, da der dokumentarische Eindruck der hier entsteht, das Geschehen um ein Vielfaches intensiver erscheinen lassen und ein mehr als spannendes Film-Erlebnis garantieren. Ganz sicher wird dieses Werk die Meinungen sehr stark auseinandergehen lassen, was in der Sichtweise des einzelnen Betrachters liegt. Doch allein schon aufgrund des vorhandenen Themas sollte man sich diesen Film auf jeden Fall einmal anschauen, da Aliens schon immer das Interesse der Menschen geweckt haben, da man so vortrefflich über ihre Existenz diskutieren kann.


Fazit:


Bei "Die vierte Art" handelt es sich sicherlich nicht um ein Meisterwerk, aber um einen sehr interessanten und spannenden Film, in dem die Alien-Thematik und die damit verbundenen Ereignisse auf sehr interessante Art und Weise dargestellt wird. Durch angeblich echtes Film-Material, das hier eingefügt wurde, ist der Geschichte dabei ein dokumentarisches Element beigefügt worden, das auf jeden fall die Geschehnisse authentisch erscheinen lässt, auch wenn dies wohl nicht der Fall ist. Wie dem auch sei, die Idee und auch die Umsetzung ist meiner Meinung nach gelungen und beschert einem ein ganzzeitig spannendes Seh-Vergnügen, das sich jeder einmal gönnen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Entfallene Szenen, Featurette, TV-Spots, Kinotrailer


8/10

Dienstag, 27. April 2010

Paranormal Activity






Paranormal Activity
(Paranormal Activity)
mit Katie Featherston, Micah Sloat, Mark Fredrichs, Amber Armstrong, Ashley Palmer
Regie: Oren Peli
Drehbuch: Oren Peli
Kamera: Oren Peli
Musik: Keine Informationen
FSK 16
USA / 2007


Katie und Micah haben gerade ihr erstes eigenes Haus bezogen. Aber die Freude darüber währt nicht lange, denn Katie spürt die Anwesenheit eines dämonischen Wesens. Und dieses hat seine aktivsten Phasen mitten in der Nacht, wenn Katie und Micah schlafen. Um dem unsichtbaren Übel auf die Spur zu kommen, stellen die beiden eine Überwachungskamera im Schlafzimmer auf. 21 Nächte lang filmen sie wie die Katastrophe ihren Lauf nimmt ...



Durch die vielen Lobeshymnen war ich wirklich extrem gespannt auf diesen Film, denn was man im Netz so teilweise zu lesen bekommt, das verspricht doch einen Grusler der allerbesten Sorte, der einem anscheinend unter die Haut geht und durch erstklassige Schockmomente zu begeistern weiss. Nun sind die einzelnen Empfindungen ganz sicher immer sehr unterschidlich, doch das Geschehen, das dem Zuschauer hier präsentiert wird, strahlt überhaupt keine Faszination aus und gruseln kann man sich im Prinzip lediglich vor dem Film an sich, denn der ist einfach nur stinklangweilig und vollkommen uninteressant. Ich kann es beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie man hier eine unheimliche Atmosphäre verspüren kann, was aber eventuell an meiner ganz eigenen Sichtweise liegen mag. Der Funke wollte einfach nicht überspringen, obwohl ich Filme dieser Art sehr gern anschaue und insbesondere für Gruselfilme sehr empfänglich bin. Hier jedoch erging es mir wie bei "The Blair Witch Project", der mich zur damaligen zeit auch vollkommen enttäuscht hat.

Nun ist Oren Peli's Werk mit seinen geschätzten 15.000 $ Budget noch einmal weitaus billiger produziert, doch selbst dieses Geld hätte man besser Hilfebedürftigen zur Verfügung gestellt, denn dort wäre es viel besser aufgehoben gewesen. Trotzdem hat dieser vollkommen langweilige Film schon am Startwochenende in den USA etliche Millionen eingespielt und man darf gespannt sein, was die DVD-Verkäufe einbringen. Es ist schon ein ungeheures Phänomen, wie ein Film, in dem so gut wie gar nichts passiert, bei so vielen menschen einen schier unglaublichen Hype auslösen kann, der sich mir einfach nicht erklären will. Denn vor allem in der ersten Stunde der Geschichte passiert eigentlich überhaupt nichts, der Zuschauer wird lediglich mit total langweiligen Dialogen übersäät. Im letzten Drittel nimmt der Film dann endlich einmal etwas an Fahrt auf, was aber keineswegs bedeuten soll, das jetzt ein gepflegtes Grusel-Feeling einsetzen würde, denn bis auf eine zugeschlagene Tür, eine sich bewegende Bettdecke und die Tatsache, das Katie von einem unsichtbaren Etwas aus dem Bett und dem Schlafzimmer gezogen wird, gibt es keine weiteren Momente, die dieses Werk in irgendeiner Weise interessant wirken lassen würden

Darüber kann auch das vorhandene Ende nicht hinwegtäuschen, das noch nicht einmal besonders gut geraten ist und so den eher schlechten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich unterstützt. Natürlich muss man bedenken, das ein solcher Film in einem Kino mit etlichen anderen Zuschauern bestimmt eine etwas andere Wirkung hinterlassen kann, doch kann dieser Unterschied allein nicht der Grund dafür sein, das bei mir persönlich so überhaupt keine Stimmung aufkam. Am meisten hat mich gestört, das man mit etlichen und schier langgezogenen Kameraeinstellungen konfrontiert wird, in denen rein gar nichts passiert und man schon langsam das Gefühl bekommt, das es sich um ein Standbild handeln würde. Desweiteren empfand ich vor allem die Figur der Katie als äusserst nervend und recht unglaubwürdig, denn einerseits will sie den Geschehnissen selbst auf den Grund gehen, reagiert aber auf der anderen Seite extrem agressiv auf ihren Freund Micah, wenn dieser sie mit aufgezeichnetem Bildmaterial konfrontieren will.

Insgesamt gesehen ist "Paranormal Activity" eine einzige Enttäuschung, was sicherlich nicht daran liegt, das es sich um einen weiteren Hand-Cam Film handelt, denn dieser Punkt ist der einzige, der diesem Werk wenigstens etwas an Authenzität verleiht. Das Wichtigste jedoch, nämlich eine unheilvolle Atmosphäre oder ein guter Spannungsbogen gehen diesem angeblichen Gruselfilm vollkommen ab, jedenfalls konnte ich nichts davon entdecken. Dennoch scheint es ja genügend Leute zu geben, die diesem langatmigen und uninteressanten Szenario etwas abgewinnen können, obwohl sich mir die Gründe dafür nicht erschließen wollen. Meiner Meinung nach ist es äusserst schwer, beim hier gezeigten Geschehen nicht einzuschlafen und die Konzentration aufrechtzuerhalten, aber das ist wie immer reine Empfindungssache.


Fazit:


"Paranormal Activity" ist einer der langweiligsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und hat meiner Meinung nach die vielen Lobeshymnen keinesfalls verdient. Hier liegt wieder einmal ein Paradebeispiel dafür vor, das 3-4 Schockmomente noch lange keinen guten Film ausmachen, denn in den restlichen gut 90 Minuten wird der Betrachter mit der puren Langeweile konfrontiert und muss sich die größte Mühe geben, bei diesem ereignislosen Geschehen nicht einzunicken. Die Zeit, die man in diesen Film investiert, hätte man besser sinnvoller verbracht.


3/10

Samstag, 24. April 2010

Orphan - Das Waisenkind






Orphan - Das Waisenkind
(Orphan)
mit Vera Farmiga, Peter Sarsgaard, Isabelle Fuhrman, CCH Pounder, Jimmy Bennett, Margo Martindale, Karel Roden, Aryana Engineer, Rosemary Dunsmore, Jamie Young, Lorry Ayers, Brendan Wall, Genelle Williams, Mustafa Abdelkarim, Landon Norris
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: David Johnson / Alex Mace
Kamera: Jeff Cutter
Musik: John Ottman
FSK 16
Deutschland / Kanada / Frankreich / USA / 2009

Hätte Rosemaries Baby eine ältere Schwester, dann wäre es Esther! Hinter der Fassade des hübschen, intelligenten Waisenkinds verbirgt sich das Böse - kompromisslos, berechnend und kaltblütig. Nach einer Fehlgeburt entschließen sich Kate und John ihre Familie durch die Adoption des Mädchens zu komplettieren. Doch die frühreife Esther hat ihre ganz eigene Vorstellung vom perfekten Familienleben und wer sich ihr entgegenstellt, muss um sein Leben fürchten


An sich ist das neue Werk von Regisseur Jaume Collet-Serra (House of Wax) nicht gerade ein Feuerwerk an Innovation, denn bekommt man es doch anscheinend mit einem Film zu tun, der Erinnerungen an Klassiker wie "Das Omen" oder Rosemary''s Baby", in denen sich die Thematik auch um Kinder geht, die das Böse verkörpern. Und auch Genre-Vertreter wie "Whisper" oder der brandneue "Fall 39" gehen in diese Richtung, die doch schon von Haus aus ein hohes Maß an Spannung verspricht. Und dennoch hebt sich "Orphan" doch noch ein Stück von den aufgezählten Filmen ab, was insbesondere in der Aufklärung der Geschehnisse begründet ist, die sich einem gut 20 Minuten vor dem Ende offenbart und die für einen wirklichen "Aha-Effekt" beim Zuschauer sorgen. Nun mag es ganz sicher wieder etliche Menschen geben, die darüber diskutieren werden, ob die Auflösung logisch und der Realität entsprechend ist, oder vielmehr an den Haaren herbeigezogen wird, was aber meiner Meinung nach noch nicht einmal so wichtig ist, da des Rätsels Lösung ganz einfach schlichtweg brillant und vollkommen überraschend ist. Ganz egal, in welche Richtung die Gedanken des Zuschauers während des Films gehen, ich kann mir nicht vorstellen, das auch nur einer die präsentierte Lösung vorhergesehen hat, denn Anhaltspunkte dafür kann man beim besten Willen nicht finden.

Doch es ist längst nicht nur diese brillante Wendung, die das Geschehen am Ende nimmt, denn die hier erzählte Geschichte kann in allen Belangen absolut überzeugen, von der ersten Minute an baut sich eine herrlich unterkühlte und immer bedrohlicher werdende Atmosphäre auf, die einem richtiggehend unter die Haut geht und bis zum bitteren Ende auch nicht mehr loslässt. Dafür sorgen allein schon die exzellent ausgewählten Schauplätze des Geschehens, wie beispielsweise das etwas abgelegene Familien-Domizil, das mitten in einer verschneiten Winterlandschaft liegt und die winterliche Atmosphäre, die durch später einsetzenden Dauer-Schneefall die kühle und beklemmende Grundstimmung der Geschichte noch einmal zusätzlich unterstreicht. So bleibt es dann auch nicht aus, das man sich selbst in den meisten Passagen nicht ganz wohl in der eigenen Haut fühlt, da man das aufkommende Unheil fast greifen kann. Und obwohl gewisse Abläufe und Ereignisse absolut vorhersehbar erscheinen, zuckt man bei den perfekt eingefügten Schock-Momenten doch merklich zusammen und kann sich der dabei aufkommenden Gänsehaut nicht erwehren.

Die Faszination, die dieser Film ausstrahlt, ist wirklich absolut gewaltig und in erster Linie im brillanten schauspiel der Darsteller zu suchen, die durch die Bank hervorragende Arbeit abliefern. Nun lebt ein Film dieser Art selbstverständlich insbesondere von der Darstellung der Kinder-Darsteller, die in die Rolle des bösen Kindes schlüpfen und in dieser Beziehung liegt die Messlatte durch Filme wie "Das Omen" doch ziemlich hoch. Aber was Isabelle Fuhrman hier in der Rolle der Esther abliefert, das kann man ohne Übertreibung als fantastisch bezeichnen. Erscheint sie einem doch zu Beginn des Films noch wie ein kleiner Engel, der für sein Alter (9 Jahre) sehr aufgeweckt, intelligent und kultiviert daherkommt, so entpuppt sie sich doch schon nach ziemlich kurzer Zeit als ein vollkommen gefühlskaltes Monster, dessen Eiseskälte einem kalte Schauer über den Rücken jagt. Das dabei gezeigte Schauspiel ist äusserst beeindruckend und wirkt jederzeit vollkommen authentisch und glaubhaft. In keiner Phase überkommt einen dabei das Gefühl, das Fuhrman hier lediglich eine Rolle spielt, sie lebt förmlich die Rolle der Esther und verleiht ihr einen so grausamen Ausdruck, das es einem phasenweise richtig frösteln lässt. Nur äusserst selten hat man eine Kind-Darstellerin gesehen, die das absolut Böse so perfekt verkörpert, wie es in diesem grandiosen Film der Fall ist, fast möchte ich sogar behaupten, das hier in dieser Beziehung eine neue Dimension erreicht wurde, die nicht so leicht zu toppen sein wird.

Letztendlich hat es Jaume Collet-Serra nahezu perfekt verstanden, hier die Elemente des Dramas mit denen des Thrillers und des Gruselfilms zu kombinieren. Das daraus entstandene Endprodukt erzeugt dabei eine ungeheure Faszination, die sich in jeder Phase des Films auch auf den Betrachter überträgt, der sich gern und bereitwillig von der fantastischen Atmosphäre der Geschehnisse einnehmen lässt. Trotz einiger dialoglastiger Passagen und einer eher ruhigen und bedächtigen Erzählweise erscheint die Geschichte auch nicht nur eine Sekunde langatmig oder gar uninteressant, alles erscheint perfekt aufeinander abgestimmt und sorgt so für ein Seh-Vergnügen, das man nicht so schnell vergisst und dessen Wirkung auch sehr nachhaltig ist. Ein effektvoller Schocker, der auch trotz einer 16er Freigabe mit einigen harten Passagen aufwarten kann und in seiner Gesamtheit als ein qualitativ hochwertiges Film-Erlebnis angesehen werden kann und bei Freunden des Genres auf allgemeine Begeisterung stoßen sollte.


Fazit:


Selten hat mich ein Film mit der hier vorhandenen Thematik so sehr gefesselt und begeistert wie "Orphan - Das Waisenkind". Obwohl bis auf die Auflösung der Geschehnisse eigentlich keine große Innovation vorhanden ist, ist es doch gerade diese Wendung der Geschichte, die dem Film etwas Aussergewöhnliches und Geniales verleiht. Doch auch ansonsten bekommt man hier extrem spannende und atmosphärische Film-Kost präsentiert, die durch die brillante Darstellung von Isabelle Fuhrman noch einmal zusätzlich aufgewertet wird und sich so auch nicht hinter den Größen dieser Film-Gattung zu verstecken braucht. Liebhaber dieser Filme werden hier voll auf ihre Kosten kommen und dürften ihre helle Freude an diesem Genre-Mix haben, den man nur absolut weiterempfehlen kann.


9/10

Donnerstag, 22. April 2010

The Graves






The Graves
(The Graves)
mit Clare Grant, Tony Todd, Bill Moseley, Jillian Murray, Amanda Wyss, Cathy Rankin, Patti Tindall, Brian Pulido, Bill Lippincott, Randy Blythe, Barbara Glover, Shane Stevens, Brian Ronalds, Greg Seki, Michelle Winters
Regie: Brian Pulido
Drehbuch: Brian Pulido
Kamera: Adam Goldfine
Musik: Jim Casella
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Die beiden Schwestern Megan und Abby Graves sind unzertrennlich, sex und völlig süchtig nach Comics und Kultfilmen. Um Megan nach der Highschool würdig ins Berufsleben zu entlassen, begeben sich die beiden Grave-Schwestern auf einen heißen Roadtrip durch Arizona, bei dem sie sich einfach in ein Abenteuer stürzen wollen. Als sie in eine alte Minenstadt kommen, scheint sich ihr Ziel zu erfüllen, denn in Skull City ist wahrlich die Hölle los: Untote Mörder, geisteskranke Mutanten und brutale Wahnsinnige sind noch das Netteste, was diese Stadt zu bieten hat. Als Megan schwer verwundet wird, muss Abby handeln, um ihre Schwester zu retten. Doch dazu muss sie sich allein dem höllischen Wahnsinn von Skull City und seinen mörderischen Einwohnern stellen.



Hier haben wir nun also das Langfilm-Debut von Regisseur Brian Pulido, der bisher doch eher als Comic-Autor bekannt sein dürfte. Nun ist er hier nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fungiert auch gleichzeitig als Darsteller und Drehbuch-Autor. Vielleicht sind deswegen gerade in dieser Mehrfach-Funktion die Gründe zu suchen, warum "The Graves" nur teilweise überzeugen kann und einen Horrorfilm darstellt, der seltsam zusammengestückelt erscheint und insbesondere inhaltlich einen merkwürdig konstruirten Erzählstrang offenbart. Denn irgendwie überkommt einen phasenweise das Gefühl, das sich hier mehrere Video-Clips aneinanderreihen, die keinen klaren Erzählstrang ergeben und das gesamte Geschehen vielmehr etwas konfus erscheinen lassen. So bekommt der Zuschauer beispielsweise nur eine ziemlich dürftige Erklärung dafür geboten, warum die Bewohner von Skull City sich so merkwürdig verhalten und alle Menschen töten, die sich in ihre kleine Stadt verirren.

Doch das größte Manko des Films ist die Tatsache, das sich eigentlich zu keiner Zeit ein richtig konstanter Spannungsbogen entwickelt, der bei einem Film dieser Art im Prinzip absolut notwendig ist, um die Aufmerksamkeit des Betrachters für sich einzunehmen. Sicher, es gibt spannende Momente, doch immer, wenn man der Meinung ist, das sie Spannung sich nun endlich verdichtet, fällt sie auch schon wieder in sich zusammen, so das es im Laufe der Geschichte immer wieder zu einer starken Ernüchterung kommt, da man sich doch etwas mehr versprochen hatte. Dazu zählt auch die Grund-Atmosphäre des Films, die teilweise wirklich gute Ansätze erkennen lässt, aber zu keiner Zeit eine gleichmäßige Bedrohung ausstrahlen würde, so das einen das Szenario so richtig fesseln oder faszinieren würde. Es fehlt diesem Werk insgesamt gesehen ganz einfach in allen Belangen an Beständigkeit, zu Vieles bleibt in zugegebenermaßen recht guten Ansätzen stecken und wird nicht konsequent herausgearbeitet, so das viele Passagen der Geschichte sogar belanglos oder unnötig erscheinen. Dabei hätte man ganz sicher viel mehr bewerkstelligen können und insbesondere der Story etwas mehr Substanz verleihen können, die ihr ganz offensichtlich zu fehlen scheint.

Nun werden sicherlich nicht gerade wenige Fans hoffen, das "The Graves" wenigstens im Bezug auf den Härtegrad punkten kann, doch auch in dieser Beziehung sollte man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn bis auf einige wenige Szenen geht es eher unblutig zur Sache. Die meisten Tötungen werden lediglich im Ansatz gezeigt, der Rest spielt sich lediglich in der Fantasie des Zuschauers ab. Die wenigen etwas härteren Passagen sind allerdings recht gut geraten und steigern so den Unterhaltungswert doch etwas in den oberen Bereich. Wer hier jedoch ein Festival an Splatter-und Gore Szenen erwarten sollte, der wird im Endeffekt doch eher enttäuscht sein, denn das wird definitiv nicht geboten.

Auch im darstellerischen Bereich wird sich dem eher durchschnittlichen Gesamteindruck des Films angepasst, die einzelnen Charaktere bleiben zumeist eher farblos und blass, teilweise wirkt das dargebotene Schauspiel sogar merkwürdig aufgesetzt und etwas theatralisch. Das trifft in erster Linie auf den alten Haudegen Tony Todd (Candyman) zu, der hier in einer eher unbedeutenden Nebenrolle zu sehen ist und den man schon in weitaus besseren Rollen bewundern konnte. Letztendlich kann man zu der Erkenntnis gelangen, das hier ein Horrorfilm vorliegt, der leider nicht ganz die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, das Brian Pulidos Film seine Fan-Gemeinde finden wird, denn er ist ja auch nicht wirklich schlecht, allerdings bin ich der Meinung, das man eine Menge mehr hätte bewerkstelligen können, was "The Graves" mit Sicherheit aus der breiten Masse des Mittelmaßes hervorgehoben hätte. So aber handelt es sich nur um einen fast typischen 08/15 Horrorfilm, der keinen großen Wiedererkennungswert besitzt.


Fazit:


Es ist immer wieder traurig zu sehen, das einige Filme in guten Ansätzen steckenbleiben und so nicht ganz die Erwartungen erfüllen können, die der Zuschauer in sie gesetzt hat. Leider zählt auch "The Graves" zu dieser Gruppe und bleibt so im Mittelmaß stecken. Dennoch hat dieses Werk auch durchaus seine guten Momente, so das sich eine Sichtung durchaus lohnt. Ob dabei allerdings ein nachhaltiger Eindruck entsteht bleibt abzuwarten, denn fehlt es doch an einigen Dingen, die einen überdurchschnittlich guten Horrorfilm ausmachen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 83 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Audiokommentar, Tatoo Video, Music Video uvm.

Montag, 19. April 2010

Triangle






Triangle
(Triangle)
mit Melissa George, Joshua McIvor, Jack Taylor, Michael Dorman, Henry Nixon, Rachael Carpani, Emma Lung, Liam Hernsworth, Bryan Probets
Regie: Christopher Smith
Drehbuch: Christopher Smith
Kamera: Robert Humphreys
Musik: Christian Henson
FSK 16
Australien / Großbritannien / 2009

Als Jess mit Freunden einen Segeltörn unternimmt, hat sie von Anfang an ein seltsames Gefühl. Ihre schlimmsten Ängste werden wahr, als die Yacht in einen Sturm kommt und sie sich auf einen verlassenen Ozean-Dampfer retten müssen. Jess ist davon überzeugt, dass sie schon einmal auf diesem Schiff war und obwohl dieses verwahrlost ist, sind sie trotzdem nicht allein. Jemand jagt sie, einen nach dem anderen. Nur Jess hat den Schlüssel zum Ende dieses nervenaufreibenden Terrors in der Hand ohne etwas davon zu ahnen ...


Einer der originellsten und effektivsten Horror.Filme der letzten zwanzig Jahre (Digital Spy)



Große Worte, die einem hier auf der Rückseite des DVD-Covers ins Auge stechen, die man aber nach der Sichtung dieses Films nur unterstreichen kann. Denn das, was Regisseur Christopher Smith (Severance, Creep) hier auf die Beine gestellt hat, ist eine extrem innovative Mixtur aus Horror-und Mystery-Thriller, wie man sie in der vorliegenden Form noch nicht gesehen hat. "Triangle" lediglich als Kombination aus Filmen wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Dead End" zu bezeichnen, würde dem Film nicht gerecht werden, obwohl Elemente aus beiden genannten Filmen vorhanden sind. Jedoch ist es die Machart der Geschichte und ihr Ablauf, der vorliegendem Werk noch eine ganz besondere und frische Note verleiht und es so aus der breiten Masse deutlich hervorhebt, was in der heutigen Zeit schon einer Art Ritterschlag gleichzusetzen ist.

Mehr als die Anspielung auf die beiden oben genannten Filme darf man hier einfach nicht verraten, um dem Zuschauer nicht gänzlich die Vorfreude auf dieses aussergewöhnlich gute Seh-Vergnügen zu nehmen, das vor Innovation nur so strotzt und einem die nahezu brillante Grund-Idee in fantastischen Bildern präsentiert. Jeder sollte sich selbst einen Eindruck des hier stattfindenden Geschehens machen, dessen ganz große Stärke sicherlich die von der ersten Minute an vorherrschende Grundstimmung ist, denn kann sich doch insbesondere das mysteriöse Element der Story von Beginn an voll entfalten und sorgt so ohne Vorlauf sofort dafür, das man dem Film seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, die auch im Laufe der Geschichte in keinster Weise auch nur annähernd abebben würde. Viel eher ist das Gegenteil der Fall, denn es entsteht eine Art Sog, der einen immer mehr in den Strudel der Ereignisse hineinzieht und eine ungeheuer starke Faszination ausübt, der man sich ganz einfach nicht entziehen kann. Durch die dabei entstehende Intensität, die vom Geschehen ausgeht hat man nicht selten das Gefühl, das man sich selbst mitten in der Story befindet und praktisch mit ihr verschmilzt.

Die einzigartige Atmosphäre verdichtet sich von Minute zu Minute und nimmt dabei immer unheilvollere und gespenstische Ausmaße an, die sich schon fast zwangsläufig auch auf den Betrachter übertragen, der eine dabei aufkommende Gänsehaut kaum unterdrücken kann. Phasenweise fühlt man sich recht unbehaglich in der eigenen Haut und kann die immer höher ansteigende Spannung kaum noch aushalten, doch bis zum bitteren Ende der Geschichte findet man keinerlei Möglichkeit, das die Spannung sich in irgendeiner Form entladen kann. Selten habe ich in den letzten Jahren einen Film gesehen, bei dem man ganz automatisch so mitfiebert wie bei "Triangle" und es kaum erwarten kann, bis sich einem die endgültige Lösung des Szenarios offenbart. Zwar gibt es schon in der ersten Filmhälfte einige dezente Andeutungen in einigen Dialogen, durch die man erahnen könnte, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt, aber wenn man nicht ganz genau darauf achtet, bleibt man bis zum Schluß über den Gesamt-Zusammenhang eher im Dunkeln. Und da ja sicherlich nicht alle Leute auf die gleichen Dinge achten, dürfte sich die endgültige Lösung des mysteriösen Rätsels der Mehrzahl erst am Ende offenbaren.

Doch selbst wenn man eine gewisse Vorahnung haben sollte, ist die Story-Line keineswegs vorhersehbar und bietet jede Menge Überraschungsmomente, die das insgesamt erstklassige Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten. Letztendlich beinhaltet der Film eigentlich nur einen kleinen Wermutstropfen und das sind die vorhandenen CGI-Effekte, die nicht unbedingt den höchsten Qualitäts-Standard beinhalten. Ansonsten aber kann "Triangle in wirklich allen Belangen mehr als nur überzeugen, denn auch die Darsteller agieren absolut überzeugend, wobei ich vor allem die darbietung von Melissa George (30 Days of Night) als absolut beeindruckend empfunden habe. Hinzu kommt die Tatsache, das hier meiner Meinung nach keinerlei Logiklöcher vorhanden sind, wie man sie ansonsten gerade in Filmen dieser Art so oft zu sehen bekommt. Und um die ganze Sache dann noch perfekt abzurunden, gibt es am Schluß auch noch trotz einem aufklärenden Ende immer noch einen gewissen Spielraum für eigene Interpretationen, die sich je nach der Sichtweise eines jeden Zuschauers ergeben und die einen auch noch lange nach der Sichtung des Films beschäftigen. Auf jeden Fall aber hinterlässt die Geschichte einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer, der sich dieses brillante Werk sicherlich nicht zum letzten Mal angesehen hat.


Fazit:


"Triangle" zählt ganz sicher zu den innovativsten und kreativsten Filmen, die man in den letzten Jahren gesehen hat. Die hier gefundene Kombination aus Horror-und Mystery-Thriller ist in ihrer Umsetzung sicherlich mehr als nur gelungen und beschert ein aussergewöhnlich gutes Film-Erlebnis, das von der ersten bis zur letzten Einstellung an Spannung und Atmosphäre kaum zu überbieten ist. Erstklassige Darsteller, jede Menge Überraschungsmomente und einige für eine 16er Freigabe beachtliche und sehr blutige Momente tragen dafür Sorge, das der Zuschauer Szenario erlebt, das ihn vollkommen in seinen Bann zieht und eine ungeheure Faszination auf ihn ausübt, der er sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Für Freunde des Genres zählt dieses Werk zum absoluten Pflichtprogramm, denn ansonsten verpasst man eine dermaßen originelle Inszenierung, wie man sie in vorliegender Form noch nicht gesehen hat.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9 Anamorph Widescreen)
Laufzeit: 95 Minuten
Extras: Making Of, Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow


9/10

Samstag, 17. April 2010

Ninja - Revenge Will Rise






Ninja - Revenge Will Rise
(Ninja)
mit Scott Adkins, Tsuyoshi Ihara, Mika Hijii, Todd Jensen, Togo Igawa, Garrick Hagon, Miles Anderson, Valentin Ganev, Kenji Motomiya, Nikolai Sotirov, Harry Anichkin, Mike Johnson, Kathryn Le, Ryan Moriarty
Regie: Isaac Florentine
Drehbuch: Boaz Davidson / Michael Hurst
Kamera: Ross W. Clarkson
Musik: Stephen Edwards
SPIO / JK
USA / 2009

Ninjutsu-Meister Sensei hütet das älteste Geheimnis der Ninjas: Die Waffentruhe "Yoroi Bitsu" mit den Waffen der letzten Konga Ninja. Zwei seiner eifrigsten Schüler sind der hitzköpfige Masazuka und der amerikanische Student Casey. Als sich beide in die Tochter ihres Meisters verlieben, verliert Masazuka die Kontrolle. Daraufhin verbannt ihn Sensei für immer aus dem Doro - doch Masazuka schwört Rache. Jahre später kehrt Masazuka zurück, um die Herrschaft über das Doro und des Yoroi Bitsu an sich zu reißen. Eine kampfgeladene Jagd nach der Waffentruhe beginnt und führt die Krieger schließlich bis nach New York - wo Masazuka endlich zu kriegen scheint, was er will: Sensei's Tochter Namika. Doch mit der Yoroi Bitsu als Köder, führt Casey seinen Gegner in eine tödliche Falle.


Hier hat man einmal mehr ein Paradebeispiel dafür vor Augen, wie unterhaltsam und gut ein B Movie sein kann, denn "Ninja - Revenge Will Rise" bietet Actionkost der absolut besseren Art und dürfte somit die Herzen aller Action-Fans erheblich höher schlagen lassen. Und dabei verfügt der Film auch noch über eine durchaus annehmbare Geschichte, die zwar nicht den großen Tiefgang verbreitet, obwohl durch gewisse Nebenerzählstränge durchaus Ansätze dazu zu erkennen sind. So begibt sich beispielsweise Casey (Scott Adkins) auf die Suche nach seiner Mutter, die allerdings genau so schnell endet, wie sie begonnen hat. Meiner Meinung nach kommt es dem Film auch sehr zugute, das man die kleinen Nebenschauplätze eher vernachlässigt und sich mehr dem Wesentlichen widmet. Das sind nin einmal die Action-Passgen und von diesen bekommt man wirklich eine Menge geboten, zudem sind diese Passagen auch erstklassig in Szene gesetzt worden und bewegen sich auf einem recht hohen Qualitäts-Level.

Auch ohne großen Tiefgang bekommt der Zuschauer es hier mit einer durchaus interessanten und temporeichen Geschichte zu tun, in der Loyalität, Ehre und Rache im Vordergrund stehen. Und genau diese Dinge werden auch äusserst gut in den Vordergrund gerückt, wenn sich die beiden Erz-Rivalen Casey und Masazuka gegenüberstehen. Ihre Fehde zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte, obwohl sich die beiden Kampfhähne lediglich am Anfang und am Ende des Films persönlich gegenüberstehen, wobei es sich am Ende um den ultimativen Showdown handelt. In der Zeit dazwischen dreht sich fast ausschließlich alles um die sagenhafte "Yoroi Bitsu", die legendäre Waffentruhe der Ninjas, in der alle Geheimnisse der Ninjas verborgen sind. Es gestaltet sich eine extrem temporeiche und actiongeladene Jagd nach der Truhe, bei der etliche Menschen ihr Leben lassen müssen. Dabei wird Action und Martial Arts vom Feinsten präsentiert, es macht ganz einfach einen Riesen-Spaß, sich dieses Spektakel anzuschauen.

Neben erstklassigen Nahkämpfen, die teilweise auf engstem raum stattfinden (U-Bahn), gibt es diverse schießereien zu begutachten, so das insgesamt eine äusserst kurzweilige Mixtur gefunden wurde, um den geneigten Action-Fan zufriedenzustellen. Auch der vorhandene Härtegrad kann sich dabei sehen lassen, da in der ungeschnittenen Version so manch derbe und blutige Sequenz zu sehen ist. Da werden Köpfe abgeschlagen, oder gleich einmal Menschen mit einem Schwert in zwei Hälften geteilt. Allein schon aus diesem Grund kann man dieses Werk selbst den Liebhabern der härteren Welle ans Herz legen, denn auch sie werden hier auf ihre Kosten kommen. Wem diese ganzen Dinge immer noch nicht als ausreichend erscheinen, um sich diesen tollen Film anzusehen, dem sei gesagt, das auch die hier agierenden Schauspieler allesamt einen überzeugenden und glaubhaften Eindruck hinterlassen, man merkt insbesondere bei den Kampfszenen, das wahre Könner am Werke sind, die das von haus aus gute Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten.

Filme, in denen es sich um Ninjas dreht, hatten schon immer ihren ganz besonderen Reiz, da diese Kämpfer schon immer eine sehr geheimnisvolle Aura umgeben hat. Das verhält sich auch im vorliegenden Film nicht anders, so das man letztendlich festhalten kann, das die Macher dieses Werkes hier einen mehr als nur gelungenen Genre-Beitrag abgeliefert haben, der eigentlich in allen Belangen vollkommen überzeugen kann und ein Film-Erlebnis offenbart, das durch einen extrem hoch angesiedelten Unterhaltungs-Faktor und eine actiongeladene Story absolut überzeugen kann.


Fazit:


"Ninja - Revenge Will Rise" gehört definitiv zu den besseren B Movies, denn hier wird dem Betrachter ein Action-Spektakel der Spitzenklasse geboten, das man nicht so schnell vergisst. Eine solide Story, gute Darsteller und exzellent inszenierte Kampfszenen sorgen dafür, das zu keiner Zeit auch nur der Anflug von langeweile entsteht. Wer gute Actionfilme mit einer ordentlichen Portion Härte zu schätzen weiss, der kommt an diesem Film keineswegs vorbei und wird es auch keinesfalls bereuen, sich dieses lohnenswerte Werk angesehen zu haben.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 83 Minuten
Extras: Making Of, Behind the Scenes


8/10

Mittwoch, 14. April 2010

Possession






Possession
(Possession)
mit Isabelle Adjani, Sam Neill, Margit Carstensen, Heinz Bennent, Johanna Hofer, Carl Duering, Shaun Lawton, Michael Hogben, Maximilian Rüthlein, Thomas Frey, Leslie Malton, Gerd Neubert, Kerstin Wohlfahrt, Ilse Bahrs, Karin Mumm
Regie: Andrzej Zulawski
Drehbuch: Andrzej Zulawski
Kamera: Bruno Nuytten
Musik: Andrzej Korzynski
FSK 16
Deutschland / Frankreich / 1981

Als Mark von einer langen Geschäftsreise nach Berlin zurückkehrt ist seine Ehe ein Scherbenhaufen. Bereits bei seiner Ankunft ist Anna zurückweisend, seinen Fragen nach dem Grund für ihr Verhalten weicht sie aus. Gekränkt und rasend vor Eifersucht drängt er darauf, von ihr zu erfahren, warum sie sich so verändert hat. Anna gibt schließlich nach und erzählt ihm von einer Affäre ‚mit einem anderen Mann’, wie sie es nennt. Als er einen Liebesbrief von einem Mann namens Heinrich findet, glaubt Mark, den vermeintlichen Rivalen ausfindig gemacht zu haben. Allerdings lässt dieser ihn wissen, dass sich Anna mittlerweile auch ihm gegenüber sehr seltsam verhält. Offensichtlich gibt es da noch einen dritten Mann in ihrem Leben. Um der Sache nachzugehen, beauftragt Mark einen Detektiv, der ihr in ein heruntergekommenes Wohnhaus folgt. Was er dort vorfindet, ist monströs... und es lebt!


Es wäre wohl vollkommen vermessen, wenn man mit der Erwartung an dieses Werk herangeht, das man einen Film präsentiert bekommt, den man letztendlich ohne Probleme verstehen kann. Vielmehr sollte man sich der visuellen Gewalt der Geschichte hingeben, denn die hervorragende Kameraarbeit und eine tristesse Optik des damals noch geteilten Berlins ziehen den Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann und lassen ihn bis zum bitteren Ende nicht mehr los. Gerade durch die hier zur Schau gestellte Tristesse aus der Zeit des kalten Krieges entsteht von Beginn an eine als bedrohlich zu bezeichnende Grundstimmung, die sich im Verlauf der Geschichte zusehends verdichtet und immer unheimlichere Züge annimmt. Kann man sich am Anfang des Films ein vorherrschendes Gefühl der Beklemmung noch nicht so richtig erklären, so ändert sich dies aber mit zunehmender Laufzeit zusehends.

Der polnische Regisseur Andrzej Zulawski schuf "Possession", um die Scheidung von seiner Ehefrau Malgorzata Braunek zu verarbeiten, weshalb es auch nicht weiter verwundert, das der Film zu Beginn wie ein typisches und übliches Scheidungs-Drama anmutet. So könnte man das Szenario am Anfang auch mit dem Titel eines Films von Ingmar Bergman (Szenen einer Ehe) ausstatten, was dem Gesamtwerk aber nicht einmal ansatzweise gerecht werden würde. denn was sich hier mit der Zeit entwickelt, ist so bizzar und größtenteils surrealistisch, das man es schwerlich in Worte fassen kann. Wenn man einmal davon ausgeht, das Zulawski hier seine eigenen Gefühle verarbeitet hat, dann muss es zur damaligen Zeit in seinem Inneren äusserst konfus ausgesehen haben, denn anders lässt sich das Geschehen nicht erklären. Vielleicht ist das auch der Hauptgrund, warum "Possession" damals beim Publikum durchgefallen ist, denn ist dieses Werk doch alles andere als für das breite Mainstream-Publikum geeignet.

Dabei erscheint es doch vollkommen logisch und verständlich, das die hier erzählte Story nicht jeden Geschmack trifft und wohl nur einem recht kleinen Kreis von Leuten zugänglich ist, die das Aussergewöhnliche an einem Film zu schätzen wissen. Hinzu kommt die Tatsache, das Zulawskis Film im Endeffekt viel mehr Fragen offen lässt, als das er welche beantwortet. So erfährt man beispielsweise zu keiner Zeit, welcher Arbeit Frank nachgeht, oder was es mit der geheimnisvollen Lehrerin Helen auf sich hat, die Franks Frau Anna bis aufs Haar gleicht (Isabelle Adjani in einer Doppelrolle). Vielmehr wird der Zuschauer mit immer mehr surrealistischen- und phantastischen Elementen konfrontiert, die mit der Zeit ein äusserst bizarres Gesamtbild ergeben, auf das man sich im Prinzip keinen Reim machen kann. Ist es doch aber gerade der Umstand, das man sehr viel Raum für eigene Interpretationen hat und keine wirklichen Antworten auf die vielen offenen Fragen erhält, der diesen Film so aussergewöhnlich und sehenswert macht und ihn somit von jeglichem Mainstream abhebt.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um nahezu geniales Kopf-Kino, in dem man ähnlich wie in Lars von Triers "Antichrist" enormen Spielraum für eigene Interpretationen hat und in dem auch die schauspielerischen Leistungen ganz eindeutig das absolute Highlight darstellen. Sam Neill und Isabelle Adjani spielen ihre Charaktere mit einer unglaublichen Ausdruckskraft und drücken dem Film damit ihren ganz persönlichen Stempel auf. Insbesondere die dargestellte Besessenheit der beiden wird ganz hervorragend in Szene gesetzt, nur das sie vollkommen anderen Dingen gilt. Ist es bei Frank die Besessenheit zu seiner Frau, so dient sie bei Anna doch eher dem schleimigen und unförmigen Monster, zu dem sie sich magisch hingezogen fühlt. Wenn man das grandiose Schauspiel der beiden einmal näher betrachtet, dann kommt man schon fast zwangsläufig zu der Erkenntnis, das der Titel des Films absolut zutreffend ist, denn "Possession" bedeutet ja übersetzt Besitz-oder Besessenheit. So kann man dann auch viel besser nachvollziehen, das es sich im Großen und Ganzen doch hauptsächlich um verlustängste und gekränkte Eitelkeit dreht, wenn man beobachtet, wie Frank mit allen Mitteln um eine Frau kämpft, die in seit nunmehr schon einem Jaht betrügt. Man stellt sich zwangsläufig die Frage, ob er die aus Liebe tut, oder lediglich aus der Angst heraus, seinen "Besitz" zu verlieren, der ihm anscheinend doch schon längst entglitten ist.

Auch religiöse Anspielungen nehmen in Zulawskis Werk einen größeren raum ein, so wird die "Gott-Thematik" nicht gerade selten in den Vordergrund gerückt. Gerade bei den surrealistischen Passagen des Films kommt dies sehr gut zum Ausdruck, wobei die Sequenz, in der man Anna kniend-und betend in einer Kirche sieht und sie kurz darauf in einem U-Bahn Tunnel eine Fehlgeburt erleidet. Auch hier gibt es wieder einmal mehrere Sichtweisen, um das Geschehen zu deuten, was aber ganz generell auf den gesamten Film zutrifft. Man muss diesen fantastischen Film aber wirklich selbst gesehen haben, um sich eine eigene Meinung-und Sichtweise zu bilden, denn die Geschichte beinhaltet extrem viel Diskussions-Potential, was an sich schon ein Gütesiegel für einen Film darstellt. Genialität und Wahnsinn, Realität und Fiktion, alle diese Dinge sind hier im Überfluss vorhanden, so das "Possession" eines der aussergewöhnlichsten Film-Erlebnisse darstellen dürfte, das man je zu Gesicht bekommen hat. Für viele Leute verständlicherweise eher unzugänglich, offenbart sich einem ein grandioses Werk, das einerseits extrem phantastisch und bizarr erscheint, bei dem man aber ja nach eigener Sichtweise, das gesamte Geschehen auf einen recht minimalistischen Nenner bringen kann. Denn im Prinzip wird hier lediglich die gesamte Gefühlspalette einer nahezu zerstörten Ehe dargestellt, was zugegebenermaßen auf eine Art und Weise geschieht, wie man es in dieser Form noch nicht gesehen hat.

So hat das Independent Label "Bildstörung auch mit seiner sechsten Veröffentlichung wieder einmal einer wahren Perle den Weg auf DVD verschafft und sich auch bei den Extras wieder nicht lumpen lassen. So gibt es neben Audiokommentaren zusätzlich die Dokumentation "Die andere Seite der Mauer", eine Bildergalerie und ein 48-seitiges Booklet. Insgesamt also eine weitere Veröffentlichung, deren Anschaffung sich wirklich lohnt, vor allem, wenn man ein Freund von aussergewöhnlichen Filmen ist, die sich vollkommen abseits des Mainstreams ansiedeln.


Fazit:


Was hier wie ein gewöhnliches Ehe-Drama beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu einem bizarren und sehr blutigen Geschehen, in dem die Gewalt-Spirale immer höher gedreht wird und die surrealistischen Elemente immer mehr zum Vorschein kommen. Grandiose Darsteller, eine tristesse Optik und hervorragende Kameraarbeit machen "Possession" zu einem der aussergewöhnlichsten Filme, die man je gesehen hat. Man sollte erst gar nicht versuchen, dieses Werk unbedingt zu verstehen oder logisch zu erklären, denn man wird ganz sicher zu keinem Ergebnis gelangen. Viel eher sollte man den gegebenen Spielraum für eigene Interpretationen nutzen und sich seine ganz eigene Sichtweise der hier dargestellten Geschehnisse machen. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen grandiosen Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Bildstörung
Sprache / Ton: Englisch DD 2.0 Mono
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:1,66 (16:9 anamorph)
Laufzeit: 119 Minuten
Extras: US-Audiokommentar von Andrzej Zulawski und Daniel Bird (dt. UTs), Dokumentation mit aktuellen Interviews von Andrzej Zulawski, Marie-Laure Reyre (Produzentin), Andrzej Jaroszewicz (Kamera) und Frederic Tuten (Koautor) (dt. und engl. UTs´) [51:40 Min.], Bildergalerie (32 Filmfotos), Filmtrailer [02:37 Min.], Booklet mit einem Grußwort von Andrzej Zulawski, einem Text von Jörg Buttgereit, einem Text von Daniel Bird und einem Text von Marcus Stiglegger zu Zulawskis Gesamtwerk (farbig, 48 Seiten)



10/10

Montag, 12. April 2010

Cabin Fever 2






Cabin Fever 2
(Cabin Fever 2: Spring Fever)
mit Rider Strong, Noah Segan, Alerxander Isaiah Thomas, Giuseppe Andrews, Alexi Wasser, Regan Deal, Rusty Kelley, Marc Senter, Michael Bowen, Amanda Jelks, Angela Oberer, Lindsey Axelsson, Lila Lucchetti, Andrea Powell, Patrick Durham
Regie: Ti West
Drehbuch: Joshua Malkin / Randy Pearlstein
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Ryan Shore
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Die KILLERBAKTERIEN sind wieder da ... ... und diesmal sind sie im städtischen Trinkwasser gelandet !!! Die tödliche Brühe wird auch rechtzeitig zum kleinstädtischen College-Abschlussball fertig und findet, zusammen mit einigen anderen Körperflüssigkeiten, ihren Weg in die Bowle. Die Auswirkungen bekommen die spaß- und sexhungrigen Teens schon nach einigen Schlucken zu spüren: Bald ist die blutgetränkte Tanzfläche rutschiger als eine Eisbahn. Deputy Winston erkennt die brenzlige Lage, riegelt die Schule ab und postiert seine Scharfschützen. Ab jetzt lauert nicht nur draußen der sichere Tod für die Kids, nein auch drinnen ist die Lage nicht eben entspannt. Die wenigen noch nicht Infizierten müssen zusehen, ob und wie sie ihre Haut vor ihren matschbeuligen Mitschülern retten.


Lange mussten die Fans warten, bis nun endlich das Sequel zu Eli Roth's "Cabin Fever" aus dem Jahr 2002 den Weg auf DVD gefunden hat. Und ganz ehrlich, das lange Warten hat sich durchaus gelohnt, denn Regisseur Ti West hat einen wirklich würdigen Nachfolger kreiert, der meiner Meinung nach sogar besser gelungen ist als das Original. Denn hat der erste Teil doch eher sehr ernste Züge offenbart, so wurde im Nachfolger doch eine gehörige Portion Humor eingefügt, die dem Geschehen sehr gut zu Gesicht steht und so für ein ganzzeitig sehr kurzweiliges Film-Vergnügen sorgt. Es wäre also angeraten, dieses Werk von Anfang an nicht ganz so ernst zu nehmen und alles mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen, denn die phasenweise schon fast skurril erscheinende Situationskomik und die teils schrägen Charaktere lassen die ganze Geschichte trotz der vorhandenen Ernsthaftigkeit auch witzig erscheinen und ergeben so eine nahezu perfekte Kombination aus Ekel-Horror und jeder Menge komödiantischer Elemente.

Und Ekel ist hier ein besonders gutes Stichwort, da man hier nicht unbedingt mit einem Härtegrad konfrontiert wird, den man aus vielen anderen Horrorfilmen gewohnt ist. Es geht stellenweise äusserst hart zur Sache, wobei sich die Härte auf extrem ekelhafte Art und Weise äussert, beispielsweise bekommt man blutende und eiternde Penisse zu sehen, oder aber auch etliche Passagen, in denen sich Infizierte Teenies gegenseitig mit Blut anspeien. War der Ekelfaktor schon im Vorgänger ziemlich hoch angesiedelt, so wird in vorliegendem Film noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt. Diese Art von Horror mag vielleicht nicht unbedingt die wahren Gorehounds ansprechen, da sie sich doch von ansonsten üblichen Splatter / Gore Festivals abhebt, doch gerade diese etwas andere Art stellt in meinen Augen eine äusserst willkommene Abwechslung dar und hebt den Film auch insgesamt gesehen etwas vom handelsüblichen Einheitsbrei ab.

Jedoch sollte man keinesfalls eine Geschichte mit viel Substanz erwarten, es handelt sich vielmehr um eine typische High School Story, die an manchen Stellen schon etwas an "American Pie" erinnert und so eher als seichte Rahmenhandlung angesehen werden kann, die aber vollkommen ausreichend ist und so keinen größeren Grund zur Beschwerde liefert, auch wenn einige anspruchsvolle Cineasten das sicherlich ganz anders sehen werden und sich wohl eher auf die eher banale Story stürzen werden, um sie zu zerreissen.

Das einzige Manko der Geschichte ist die Tatsache, das sich kein konstanter Spannungsbogen im eigentlichen Sinne entwickelt, da´das gesamte Geschehen doch recht vorhersehbar ist und keine größeren Überraschungmomente bietet, die dem Zuschauer einen sogenannten Aha-Effekt bescheren könnten. Allerdings fällt das nicht besonders ins Gewicht, da hier ansonsten äusserst kurzweilige und bestens unterhaltende Horrorkost geboten wird, die zu keiner Zeit auch nur annähernd langweilig erscheint und sich so der ungeteilten Aufmerksamkeit des Betrachters sicher sein kann. Stellvertretend dafür kann man auch die hier agierenden Jungdarsteller anführen, die selbstverständlich keine herausragenden schauspielerischen Leistungen abliefern, deren Schauspiel aber nahezu perfekt in das phasenweise schräge Gesamtbild hineinpassen, das sich einem hier offenbart.

Letztendlich kann man "Cabin Fever 2" vor allem jedem Horrorfan nur wärmstens empfehlen, denn wer schon Teil 1 gemocht hat, der wird von der Fortsetzung begeistert sein. Die gelungene Mischung aus Horror, Ekel und sehr viel Humor ergibt ein Gesamtpaket, das man kaum besser hätte in Szene setzen können. Auch die Tatsache, das nie die absolute Hochspannung erzeugt wird, ist nicht weiter negativ zu beurteilen und fällt noch nicht einmal besonders auf, da das Szenario ansonsten absolut überzeugen kann und Ekel-Horror vom Feinsten bietet, bei dessen Ansicht sich so manchem Fan eventuell der Magen umdreht.


Fazit:


Hat Eli Roth seinem Film von 2002 viel eher ernsthafte Züge verliehen, so hat Ti West genau die richtige Maßnahme getroffen und seinem Film eine ordentliche Portion Humor beigefügt, so das man in den ersten Minuten schon teilweise das Gefühl bekommt, sich in einer reinen Komödie zu befinden. Ziemlich schnell ändert sich aber dieser Eindruck und es präsentiert sich eine äusserst gelungene Kombination aus Horror und Komik, die jeden Fan begeistern dürfte. Dabei wirkt gerade der humorige Anteil der Geschichte zu keiner Zeit unpassend oder gar übertrieben, da man sich trotzdem der Ernsthaftigkeit der Geschehnisse durchaus im Klaren ist. So kann man im Endeffekt zu der Erkenntnis gelangen, das mit "Cabin Fever 2" ein Genre-Beitrag vorliegt, bei dem sich das lange Warten auf sein Erscheinen in jedem Fall gelohnt hat und der eine Art ekel-Horror bietet, die man nicht jeden Tag geboten bekommt.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Gore-Reel, Behind the Scenes, Trailer


8/10

Samstag, 10. April 2010

Perkins' 14






Perkins' 14
(Perkins' 14)
mit Patrick O'Kane, Richard Brake, Michale Graves, Mihaela Mihut, Shayla Beesley, Gregory O'Connor, Katherine Pawlak, Josh Davidson, Jeremy Donaldson, Trey Farley, Sean Farragher, Roxanna Ravenor, F. Stone Roberts, Dean Samsone, C.J. Singer
Regie: Craig Singer
Drehbuch: Lane Shadgett
Kamera: John Sosenko
Musik: Konstantinos Christides
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Vor zehn Jahren sind in der kleinen Stadt Stone Cove 14 Kinder auf mysteriöse Weise verschwunden, darunter auch der Sohn des Sheriffs Dwayne Hooper. Hooper findet heraus, dass die 14 Kinder die ganzen Jahre lang vom Psychiater Perkins unter unmenschlichen Bedingungen in seinem Haus in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurden. Durch barbarische Experimente und Gehirnwäsche sind sie zu grausamen Kannibalen und rasenden zombiegleichen Raubtieren verkommen. Bei der Untersuchung des Hauses werden unbeabsichtigt die Käfige geöffnet und über die Kleinstadt bricht die Hölle auf Erden herein.


Ich glaube nicht, das man zu sehr übertreibt, wenn man behauptet, das Regisseur Craig Singer (Dark Ride) mit "Perkins' 14" einen echten Geheimtipp für Horror-Fans geschaffen hat, der durch 2 vollkommen verschiedene Filmhälften besticht, die beide auf ihre ganz eigene Art eine sehr starke Faszination auf den Zuschauer ausüben. Dabei offenbaren sich einem die ersten knapp 40 Minuten eher recht actionarm, sind aber eine sehr atmosphärische und auch nötige Einführung in das später stattfindende blutige Szenario, das sich einem in der zweiten Filmhälte präsentiert. Die Geschichte beginnt eher etwas ruhig und beschäftigt sich am Anfang fast ausschließlich damit, wie Sherriff Dwayne Hooper (Patrick O'Kane) eher zufällig auf den Täter stösst, der 10 Jahre zuvor 14 Kinder entführte, an denen er barbarische Experimente durchgeführt hat. Ohne den Dienstweg einzuhalten, ermittelt er auf eigene Faust, da auch er ein Elternteil ist, das damals einen Sohn verloren hat. Das er durch sein eigenmächtiges Handeln eine nicht vorhersehbare Katastrophe heraufbeschwört, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Und diese Katastrophe ereignet sich dann in der zweiten Hälfte des Films, da die inzwischen zu zombieähnlichen Kreaturen mutierten Kinder von damals unfreiwillig freigelassen werden und auf Alles Jagd machen, was ihnen in die Finger kommt. Die bisher schon sehr gut aufgebaute Spannung entlädt sich nun auch in einer temporeich gestalteten Hatz, die zudem noch extrem blutig geraten ist und vor allem den Freunden der härteren Gangart sehr zusagen dürfte. Der vorhandene Splatter-und Gore Anteil ist mehr als nur beachtlich, phasenweise gleicht das Geschehen jetzt schon einer ordentlich garnierten Schlachteplatte, die ausserdem noch eine hervorragende Grundstimmung beinhaltet, die wunderbar düster und bedrohlich gehalten wurde und auch für einige gut eingesetzte Schockmomente beim Zuschauer sorgt.

Ganz generell ist "Perkins' 14" ein ganzzeitig äusserst atmosphärischer Horrorfilm, denn schon in der Einführungsphase kann man das aufkommende Unheil förmlich greifen, was fast schon zwangsläufig für ein eher angespanntes Sehverhalten beim Betrachter sorgt, der ständig von dem Gefühl begleitet wird, das jeden Moment eine Art Explosion stattfinden kann und letztendlich trügt einen diese Vorahnung ja auch in keinster Weise. Insbesondere durch die Tatsache, das sich das gesamte Geschehen bei Nacht abspielt, überkommt einen von der ersten Minute an eine leichte Gänsehaut-Schicht, die sich wie eine unsichtbare zweite Haut über einen legt und die man bis zum bitteren Ende auch nicht mehr ablegen kann. Besonders im letzten Drittel der Geschichte überkommt einen noch zusätzlich ein gewisses Gefühl der Beklemmung, das schon fast klaustrophobische Ausmaße annimmt, Dieses äussert sich dadurch, das die wenigen Überlebenden sich im Keller des Gefängnisses verschanzen müssen, da sie dort anscheinend in Sicherheit sind, was sich allerdings als Trugschluß erweisen soll, denn die zombieähnlichen Kreaturen scheinen durch nichts aufzuhalten zu sein.

So liegt es im Prinzip auf der Hand, das es zum unausweichlichen Aufeinandertreffen zwischen dem Vater und dem mutierten Sohn kommt, doch diese Begegnung gestaltet sich im Endeffekt nicht so, wie Sherriff Dwayne Hooper sie sich vorgestellt hat. Die blutige Jagd erfährt dabei ein absolut abruptes und vollkommen kompromissloses Ende, das genau richtig gewählt wurde, denn jeder andere Abschluss des Szenarios wäre unlogisch und unpassend gewesen. Dadurch erhält der Film noch einmal eine zusätzlich harte und glaubwürdige Note, die das insgesamt gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich etwas aufwertet. Letztendlich hat man es hier mit einem in allen Belangen sehr gelungenem Horrorfilm zu tun, an dem ich lediglich einen kleinen Wermutstropfen gefunden habe. Bei der wirklich exzellenten und sehr düsteren Atmosphäre, die dieses Werk beinhaltet, sind einige Passagen leider ein bisschen zu dunkel geraten, wodurch man diverse Szenen nur ansatzweise erkennen kann. Dies soll den ansonsten äusserst gelungenen Genre-Beitrag aber nicht sonderlich abwerten, denn andere Kritikpunkte sind mir persönlich nicht aufgefallen.


Fazit:


Im teilweise erscheinenden 08/15 Einheitsbrei, den man in der regel gerade im Horror-Genre vorgesetzt bekommt, stellt "Perkins' 14 meiner Meinung nach eine sehr willkommene Abwechslung dar. Zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften, die beide ihren ganz eigenen Reiz haben, bieten ein insgesamt gesehen absolut kompromissloses Horror-Erlebnis, in dem sich eine immense Intensität entfalten kann, die auch nicht spurlos am Zuschauer vorbeigeht und ihm ein Wechselbad der Gefühle beschert. Hier bekommt man allerbeste Horror-Unterhaltung geboten, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


8,5/10

Donnerstag, 8. April 2010

Der Junge im gestreiften Pyjama






Der Junge im gestreiften Pyjama
(The Boy in the Stripped Pyjamas)
mit Asa Butterfield, Zac Mattoon O'Brien, Domonkos Nemeth, Henry Kingsmill, Vera Farmiga, Cara Horgan, Zsusza Holl, Amber Beattie, Laszlo Aron, David Thewlis, Richard Johnson, Sheila Hancock, Charlie Baker, Ivan Verebely, Bela Vesztbaum
Regie: Mark Herman
Drehbuch: John Boyne / Mark Herman
Kamera: Benoit Delhomme
Musik: James Horner
FSK 12
Großbritannien / USA / 2008

Bruno ist der achtjährige Sohn eines Offiziers im Dritten Reich. Als der Vater als Aufseher eines Vernichtungslagers aufs Land versetzt wird, muss ihm die gesamte Familie folgen. Bruno fühlt sich einsam und allein gelassen. Auf seinen verbotenen Streifzügen durch die Wälder, gelangt er an den Zaun des Arbeitslagers. Dort lernt er den gleichaltrigen Shmuel kennen und zwischen den ungleichen Jungen entsteht eine enge, aber auch gefährliche Freundschaft.


Wenn man das DVD-Cover nicht kennt und auch keine Informationen über die Thematik des Films hat, dann erscheint einem der Filmtitel im ersten Moment schon etwas eigenartig. Nach Sichtung dieses Werkes muss man jedoch feststellen, das man keinen besseren Titel hätte finden können. Die Geschichte, die sich einem hier offenbart, entwickelt mit der Zeit ihre ganz eigene Härte und Intensität, der man sich als Zuschauer einfach nicht entziehen kann. Dieses bewegende Drama zeigt dem Zuschauer die Schrecken des zweiten Weltkrieges durch die naive Sichtweise eines 8 Jahre alten Jungen, dessen Vater zum Lagerkommandanten eines auf dem Land gelegenen KZ's ernannt wird.

So hält der kleine Bruno das Konzentrationslager für einen Bauernhof und wundert sich lediglich darüber, das alle dort arbeitenden Bauern in gestreiften Pyjamas herumlaufen. Nun mag sich das für viele Leute vielleicht nicht gerade besonders interessant anhören, doch dieser Schein trügt ganz gewaltig. Was hier zu Beginn nämlich noch wie ein Kinderfilm wirken mag, der zeitlich gesehen im zweiten Weltkrieg spielt, entwickelt sich mit der Zeit zu einem immer beklemmenderen Drama, das insbesondere zum Ende hin so starke tragische Züge annimmt, das es einem die Tränen in die Augen treiben kann. Und auch, wenn man hier einmal nicht mit den sonst üblichen harten Tötungsszenen an Juden konfrontiert wird, wie es beispielsweise in Filmen wie "Schindlers Liste" oder "Holocaust" der Fall ist, erzielt das dargestellte Szenario eine so extrem beklemmende und auch verstörende Wirkung, das man als Betrachter sichtlich schockiert ist und phasenweise einen dicken Kloß im Hals stecken hat.

Größtenteils ist dafür die entstehende Freundschaft zwischen dem kleinen Bruno und dem jüdischen Jungen Shmuel verantwortlich, die eigentlich gar nicht hätte entstehen dürfen, da es Bruno von seinen Eltern verboten wurde, sich dem "Bauernhof" zu nähern. Sich über dieses Verbot hinwegsetzend, lernt Bruno so den kleinen Shmuel kennen, mit dem er schnell eine sehr ungewöhnliche Freundschaft schließt, die durch die kindlich naive Sichtweise einige sehr rührende und bewegende Momente beinhaltet. Beide Kinder wissen dabei nicht, was es wirklich mit dem Lager auf sich hat, denn auch Shmuel weiss nur, das er dort sein muss, weil er jüdischer Abstammung ist. So ist es dann fast schon logisch, das die beiden unter den gegebenen Umständen sogar einigermaßen kindgerecht miteinander umgehen, sie spielen durch den Zaun getrennt mit einem Ball und unterhalten sich, wie es Kinder in diesem Alter nun einmal tun.

Wenn man gerade diese Passagen mit dem thematischen Hintergrund sieht, wirkt das ganze Szenario schon äusserst makaber und es entfaltet sich gerade durch die angewandte Sichtweise der Kinder ein so hohes Maß an Intensität, das man es kaum in Worte fassen kann, weil die dabei entstehenden Gefühle beim Zuschauer so manigfaltig sind, das man es einfach nicht in Worten ausdrücken kann. Denn kaum ein Wort könnte die Emotionen auch nur annähernd Dem nahebringen, was einen während dieses Films innerlich durchtobt. Trauer, Ungläubigkeit, Ohnmacht und Wut kommen dem Gefühlten wohl einigermaßen nahe, doch es steckt noch viel mehr in dieser tief bewegenden Geschichte, die auch ihre rührenden und schönen Momente hat. Der absolute Hammer kommt dann allerdings mit dem Ende des Films, das zwar einerseits fast logisch erscheint, deswegen aber nicht minder tragisch ist. Es entlässt einen mit absoluter Fassungslosigkeit aus einem Film, der insbesondere durch seine eher bedächtige und recht ruhige Erzählweise seine gesamte Intensität und Härte entfalten kann, die den Zuschauer mit der brachialen Wucht eines Keulenschlages in die Innereien trifft und ihn in einer Art Schockzustand zurücklässt, aus dem man sich erst einmal wieder befreien muss, so schwer dies auch fallen mag.


Fazit:


Man sollte sich bei diesem Film nicht vom Titel abschrecken lassen, denn "Der Junge im gestreiften Pyjama" zeigt einem die Schrecken des Krieges einmal von einer ganz anderen Seite. Dabei bedient man sich der naiven Sichtweise zweier kleiner Jungen, die gar nicht so recht wissen, was da eigentlich um sie herum wirklich passiert. Die dabei entstehende Fehleinschätzung der wahren Situation führt letztendlich zu einer tragischen Katastrophe, die einem unter die Haut geht und fühlbare Spuren hinterlässt. Hier handelt es sich keineswegs um einen Film, den man sich einfach so nebenbei ansehen sollte, da er ansonsten auf keinen Fall die vollständige Intensität entfalten kann, die er beinhaltet.


10/10

Dienstag, 6. April 2010

Whiteout






Whiteout
(Whiteout)
mit Kate Beckinsale, Gabriel Macht, Tom Skerritt, Columbus Short, Alex O'Loughlin, Shawn Doyle, Joel S. Keller, Jesse Todd, Arthur Holden, Erin Hickock, Bashar Rahal, Julian Cain, Dennis Keiffer, Andrei Runtso, Roman Varshavsky
Regie: Dominic Sena
Drehbuch: Jon Hoeber / Erich Hoeber
Kamera: Christopher Soos
Musik: John Frizzell
FSK 16
USA / 2009

Carrie Stetko ist U.S. Marshal auf einem der einsamsten Flecken der Erde, der Antarktis. Drei Tage bevor dort der Winter mit ganzer Kraft zuschlägt und die für Monate letzten Versorgungsflüge Richtung Zivilisation starten, geschieht auf dem vereisten Kontinent etwas Schreckliches: ein Mord. Der erste der Antarktis. Carrie wird beauftragt, zusammen mit einem Vertreter der UN das Verbrechen aufzuklären. Die beiden bekommen es dabei nicht nur mit den widrigen Wetterverhältnissen, sondern auch mit weiteren Morden zu tun.


Mörderjagd in der Antarktis



Anscheinend stösst dieser sehenswerte Thriller nur auf ziemlich begrenzte Gegenliebe, denn anders sind die doch eher durchschnittlichen Kritiken nicht zu erklären, die der Film in den meisten Fällen erhält. Dabei wird dem Zuschauer doch eine durchaus ansehnliche Mörderjagd in den schier unendlichen Weiten der Antarktis geboten, die jederzeit spannend und interessant gestaltet ist und dabei noch zusätzlich durch eine ausgezeichnete Atmosphäre unterstützt wird, die allein schon durch den ungewöhnlichen Schauplatz zum Ausdruck kommt, denn eine Jagd nach einem Mörder bei arktischen Minusgraden bekommt man ja auch nicht jeden Tag zu sehen. Bei - 55 Grad und ständig wechselnden Wetterverhältnissen gestaltet sich diese Jagd nicht immer leicht und birgt auch so einige Gefahren, wie auch U.S. Marshal Carrie Stetko (Kate Beckinsale) schnell feststellen muss.

Es ist insbesondere der Schauplatz des Films, der hier einen ganz besonderen Reiz auf den Betrachter ausübt und dem Geschehen eine ganz eigene Faszination verleiht. Man stelle sich einmal diese Situation vor, das man sich in der Antarktis befindet und dort ein Mörder sein Unwesen treibt, der eine geheimnisvolle Fracht aus einem vor 50 Jahren abgestürzten Flugzeug in seinen Besitz gebracht hat. Mit genau diesem Flugzeugabsturz wird man zu Beginn des Filmes konfrontiert, bevor es dann in der Gegenwart weitergeht, selbstverständlich erfährt man zu Beginn noch nicht, welche ach so begehrte Fracht sich an Bord des Flugzeugs befunden hat. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn dient diese Fracht am Ende lediglich dazu, die Motive des Mörders zu erklären, ist aber ansonsten für die Geschichte nicht weiter wichtig.

Die Story besticht nicht unbedingt durch ein hohes Maß an Innovation, bietet jedoch ein recht spannungsgeladenes Szenario, bei dem sich allein schon durch den gewählten Schauplatz eine herrlich beklemmende Grundstimmung entfaltet, befindet man sich doch anscheinend am Ende der Welt, wo es anscheinend weit und breit keinerlei Zivilisation gibt, so das man auch keinerlei Hilfe von irgendeiner Seite zu erwarten hat. Man ist praktisch von allem abgeschnitten und dabei vollkommen auf sich allein gestellt. Dabei wird die Situation noch zusätzlich umso bedrohlicher, als die Forschungsstation, in der man sich hier befindet, aus Witterungsgründen verlassen werden muss und lediglich eine Handvoll Menschen zurückbleibt, unter denen sich selbstverständlich auch der Mörder befindet, der zudem auch noch einen Helfer hat, der eigentlich alle Fäden in der Hand hält.

Nun ist "Whiteout" ganz sicher nicht zu der Art von Thrillern zu zählen, die man in die Kategorie Hochspannungs-Thriller einordnen kann, aber die Inszenierung des Geschehens sorgt auf jeden Fall für überdurchschnittlich gute Thriller-Unterhaltung, die einen phasenweise auch fesselt und die insbesondere durch ihre kühle Optik überzeugen kann. Hinzu kommen die gut agierenden Schauspieler, von denen sich zwar keiner besonders in den Vordergrund spielt, die aber alle einen insgesamt guten Eindruck hinterlassen, der sich auch sehr wohlwollend auf den insgesamt erlangten Gesamteindruck des Filmes legt. Freunden spannender Thriller, die am Ende auch noch einen Täter präsentieren, mit dem man nicht unbedingt gerechnet hat, ist dieses Werk von Regisseur Dominic Sena jedenfalls durchaus zu empfehlen, denn kurzweilige Unterhaltung ist auch in der Antarktis garantiert.


Fazit:


Sicherlich gibt es intelligentere Thriller als "Whiteout", wer aber solide und spannende Kost zu schätzen weiss, bei der es mit Kate Beckinsale auch noch ein optisches Appetit-Häppchen obendrauf gibt, der wird hier bestens bedient. Eine Sichtung des Filmes lohnt sich also auf jeden Fall, auch wenn das Hochspannungs-Level nie wirklich erreicht wird. Dennoch ist jederzeit genügend Spannung vorhanden, so das dem Film im Prinzip ganzzeitige die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers garantiert sein sollte.


7,5/10

Sonntag, 4. April 2010

Antichrist






Antichrist
(Antichrist)
mit Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg, Storm Acheche Sahlstrom
Regie: Lars von Trier
Drehbuch: Lars von Trier
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
Deutschland / Dänemark / Polen / Italien / Schweden / Frankreich / 2009

Ein trauerndes Paar zieht sich in ihre einsame Hütte "Eden" in den Wäldern zurück. Sie kämpft nach dem Tod des kleinen Sohnes mit Trauer und Schuldgefühlen, die in ihr eine Depression hervorrufen. Er ist Psychiater und will sie dort im Wald, vor dem sie sich so sehr fürchtet, therapieren. Doch er muss bald erkennen, dass sehr viel mehr hinter dem Verhalten seiner Frau steckt, und beide stürzen in der Abgeschiedenheit der Hütte in eine Spirale aus Sex und Gewalt.


Wohl selten gingen die Meinungen über einen Film in den letzten Jahren so weit auseinander, wie es bei "Antichrist" der Fall ist. Von langweiligem Schund bis hin zu einem genialen Meisterwerk ist so ziemlich alles vertreten, was man sich nur vorstellen kann. Und ganz ehrlich gesagt kann ich diese extrem unterschiedlichen Meinungen durchaus nachvollziehen, denn handelt es sich hier doch um ein Werk, das schwerlich mit normalen Maßstäben zu messen ist und das man in seiner Gesamtheit auch kaum erklären kann, da die erzählte Geschichte doch so viele verschiedene Sichtweisen bietet, die jeder Zuschauer anders deuten kann. Im Wesentlichen dreht sich alles um die Natur des Menschen, Schmerz, Trauer und die verschiedenen Arten, diese zu verarbeiten. Dabei provoziert der Film durch ständige Andeutungen und Sex-Szenen, die manch Einem eventuell vollkommen überflüssig erscheinen, jedoch sehr ästhetisch in Szene gesetzt wurden und hier als Ventil für angestaute Agressionen und Ängste dienen.

Ganz bewust hat Lars von Trier auf eine sehr ruhige und bedächtige Erzählweise gesetzt, die Vielen wahrscheinlich eher langweilig vorkommen mag, doch nur so war es möglich, das hier eine zu Beginn noch nicht erkennbare Intensität entsteht, die sich wie eine zweite Haut über den Betrachter legt und in so zunehmends in Beschlag nimmt. So bemerkt man erst mit der Zeit, wie einen das Geschehen fasziniert und man phasenweise selbst zu einem Teil des surreal anmutenden Szenarios wird. Man kann es sich irgenwie selbst nicht richtig erklären, weshalb dieser kammerspielartige Film eine so ganz eigenartige Faszination auf einen ausübt, von der man sich teilweise magisch angezogen fühlt. Sicherlich ist einer der Gründe dafür bei den beiden herausragenden Darstellern zu suchen, denn der vorhandene Kontrast zwischen den beiden könnte kaum größer sein. Ist da auf der einen Seite der schon fast stoisch ruhig erscheinende Willem Dafoe, der in seiner therapeutischen Art die Ängste und Verhaltensweisen seiner Frau analysieren will, erscheint andererseits Charlotte Gainsbourg, die von ihren Ängsten und dem extrem tiefsitzenden Schmerz nahezu besessen wirkt und mit der Zeit lediglich durch äusserst starke Agressionen ein Ventil findet, um sich von ihrer Last zu befreien. Diese Befreiung äussert sich dabei mit der Zeit auch in purer Gewalt, die sie aber nicht nur ihrem mann, sondern auch sich selbst antut. Die dabei gezeigten Szenen möchte ich nicht weiter beschreiben, aber es geht dabei ziemlich krass und derbe zur Sache.

Es sind insbesondere die darstellerischen Leistungen, die hier ganz besonders hervorstechen und dem Film ganz unweigerlich seine extrem hohe Intensität verleihen, die sich von Minute zu Minute immer mehr steigert, bis sie sich zum Ende hin in einem unglaublichen Showdown vollkommen entladen kann und auch eine stellenweise schockierende Wirkung auf den Zuschauer hinterlässt. Eine weitere große Stärke von "Antichrist" sind die vielen verschiedenen Möglichkeiten zur Deutung des Geschehens, die sich dem Zuschauer offenbaren. So kann man beispielsweise Anlehnungen an die Hexen-Thematik erkennen, es wird religiöse Symbolik eingestreut, oder aber der Satan höchstpersönlich wird mit ins Spiel gebracht. Allein schon diese thematischen Andeutungen verleihen dem Ganzen eine sehr surrealistische Note, die allerdings noch zusätzlich durch die visuelle Inszenierung der Geschichte äusserst stark unterstützt wird. Das äussert sich schon im Intro des Films, das sich in Zeitlupe und in Schwarz/Weiß präsentiert. Dort kann man das Ehepaar in Slow Motion beim intensiven Geschlechtsakt beobachten und gleichzeitig die Situation sehen, wie es zum Tod des kleinen Sohnes kommt, der sich aus seinem Gitterbett befreien kann und durch dicke Schneeflocken fasziniert auf einen Tisch klettert, um daraufhin aus dem offen stehenden Fenster in die Tiefe zu stürzen.

Allein schon diese Eröffnungs-Sequenz ist visuell so brillant in Szene gesetzt worden, das die Erwartungen an das folgende Szenario deutlich in die Höhe schnellen. Für mich persönlich wurden die Erwartungen auch vollkommen erfüllt, denn die ineinander verschachtelte Story, die sich einem hier offenbart, bietet so viel Stoff zum Nachdenken und lässt unheimlich viel Platz für eigene Interpretationen, so das einen nicht selten das Gefühl überkommt, das man seinen ganz eigenen Film kreieren kann und die vorliegende Story lediglich eine rahmanhandlung bietet, die man nach eigenem Gutdünken gestalten kann. Selten habe ich einen solchen Film gesehen, der ganz sicher sehr harter Tobak ist und sich vollkommen abseits des üblichen Mainstreams bewegt, aber dem Betrachter etliche Möglichkeiten bietet, sich sein eigenes Szenario auszumalen und so praktisch in seinem Kopf eine ganz andere Version von "Antichrist" entstehen zu lassen.


Fazit:


Mit "Antichrist" hat der Däne Lars von Trier einen extrem provozierenden beitrag abgeliefert, der die Meinungen extrem spaltet. Sicher nicht für das breite Mainstrem-Publikum geeignet, bietet der Film allerdings Kopf-Kino der allerbesten Art. Visuell beeindruckend wird eine Geschichte präsentiert, die manch Einem eher langatmig und sinnlos erscheinen mag, aber andererseits äusserst viele Möglichkeiten der Interpretation bietet, so das man in seinem eigenen Kopf einen ganz anderen Film entstehen lassen kann. Die Faszination des hier dargestellten Geschehens mag sich eventuell nicht Jedem erschließen, ist deswegen aber dennoch im Überfluss vorhanden und bereitet so ein aussergewöhnliches Film-Erlebnis der ganz besonderen Art, das man keinesfalls verpassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1, DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 104 Minuten
Extras: Trailer, Audiokommentar


9/10

Freitag, 2. April 2010

Vampire Party - Freiblut für alle!






Vampire Party - Freiblut für alle!
(Les dants de la nuit?
mit Patrick Mille, Frederique Bel, Julie Fournier, Vincent Desagnat, Sam Karmann, Helene de Fougerolles, Antoine Dulery, Gilles Gaston-Dreyfus, Jean-Luc Couchard, Joseph Malerba, Julien Boisselier, Stephane Freiss, Tchecky Karyo
Regie: Stephen Cafiero / Vincent Lobelle
Drehbuch: Jean-Patrick Benes / Stephen Cafiero
Kamera: Olivier Cocaul
Musik: Gast Waltzing
FSK 16
Frankreich / 2008

Ein prächtiges Schloss, weit außerhalb von Paris - hier steigen die heißesten Partys der Stadt. Normalsterbliche kommen eigentlich gar nicht rein, sondern nur handverlesene VIPs. Den Freunden Sam, Alice und Prune gelingt es jedoch Karten zu ergattern. Die Location ist einfach großartig: der Alkohol fließt in Strömen, die Hemmungen der Feiernden fallen, die Party ist zum Sterben schön. Nur hätte niemand gedacht, dass ihr Gastgeber Le Duc de Journiac und seine Freunde, alles waschechte Blutsauger, das gleich so wörtlich meinen. Die Vampire fiebern dem Höhepunkt der Party entgegen, denn dann wird das Buffet endlich eröffnet...


Das die Franzosen nicht nur gnadenlos harte Horrorfilme produzieren können, sondern auch ein feines Näschen für schräge Horror-Komödien haben, wird in diesem Film sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, denn wird der Zuschauer doch mit einer herrlich erfrischenden Vampir-Komödie bedient, die phasenweise bestehende Klischees über die Blutsauger vollkommen auf den Kopf stellt und auch ansonsten durch extrem gelungenen Humor auffällt. Ein bisschen "Tanz der Vampire" und gewisse Anleihen bei "From Dusk Till Dawn", das alles mit äusserst gelungenem Wortwitz und teils schon skurril anmutender Situationskomik angereichert und schon bekommt man einen Film präsentiert, der so kurzweilig zu unterhalten weiss, das man gar nicht merkt, wie schnell doch die Zeit vergeht und der Film auf einmal schon zu Ende ist.

Ein besonderes Markenzeichen dieser französischen Produktion sind ganz eindeutig die Schauspieler, die den von ihnen gespielten Charakteren eine Menge an Witz und Charme verleihen, so das man eigentlich alle hier vorkommenden Figuren ganz unweigerlich symphatisch findet, ganz egal, wie schräg und absurd diese teilweise nachgezeichnet werden. Und das diese Figuren absolut schräg sind merkt man in jeder einzelnen Sekunde des Films, dabei ist es vollkommen unerheblich, ob es sich um normale Menschen oder die bösen Blutsauger handelt, die hier einmal nicht den ansonsten üblichen Klischees entsprechen, sondern in einigen Dingen vollkommen anders erscheinen. Lediglich der Durst nach immer mehr Blut ist hier genauso vorhanden, wie es in allen Vampirfilmen der Fall ist. Ansonsten aber gibt es doch erhebliche, wenn auch nicht immer vollkommen ernstgemeinte Unterschiede, so ist beispielsweise die größte Sorge des obersten Vampirs die Pflege seines langen Haares, andere Vampire können Knoblauch essen und bekommen lediglich eine leichte allergische Reaktion, die sich in ihren Gesichtern abzeichnet.

So könnte man die Liste nun beliebig fortführen, denn dienen diese beiden Dinge doch letztendlich nur als 2 Beispiel von etlichen Kuriositäten, die sich einem hier offenbaren. Ebenso kurios wie die gesamte Geschichte sind auch die einzelnen Charaktere, die man kaum witziger hätte in Szene setzen können. Es gibt die üblichen Quoten-Blondinen, von denen insbesondere eine durch nicht vorhandene Intelligenz überzeugt, was sich vor allem in absolut brillantem Wortwitz widerspiegelt, bei dem man sich phasenweise den Bauch halten muss, da man vor lachen kaum noch an sich halten kann. Aber auch ein an absoluter Selbstüberschätzung leidender Zahnarzt ist mit von der Partie, den die Blutsauger unbedingt zu einem von ihnen machen wollen, um sich gegebenenfalls seine Dienste bei der Zahnpflege zu sichern. Ganz nebenbei verfügt dieser Zahnarzt wohl auch noch über das strahlendste Gebiss, das die Welt je gesehen hat.

Man könnte jetzt noch etliche Dinge aufzählen, aber am besten macht sich jeder sein eigenes Bild von dieser herrlich schrägen Vampir-Komödie, die einem stellenweise die Tränen in die Augen treibt. Nur auf Härte muss man hier verzichten, was aber auch nicht weiter ins Gewicht fällt, so bekommt man Härte lediglich im Ansatz zu sehen, doch stört einen das nicht weiter, da man härtere Passagen in keiner Phase des Films auch nur ansatzweise vermisst. Hier ist Unterhaltung und Komik pur angesagt und das bekommt der Zuschauer zur Genüge präsentiert, so das im Endeffekt ein extrem kurzweiliger und bestens unterhaltender Film auf einen zukommt, den sich kein Fan des Genres durch die Lappen gehen lassen sollte.


Fazit:


Spätestens nach diesem Film weiss man ganz genau, das die Franzosen im Bereich des Horrorfilms nicht nur die harte Variante nahezu perfekt in Szene setzen können, denn mit "Vampire Party - Freiblut für alle!" haben sie uns eine erstklassige Vampir-Komödie serviert, bei der ein jeder Fan vollkommen auf seine Kosten kommt. Genialer Wortwitz, skurrile Situationskomik und herrlich überzeichnete und absolut schräge Charaktere garantieren einen Film, den man nicht so schnell vergisst und sei es lediglich wegen der Bauchschmerzen, die man vor lauter lachen bekommt.


8/10