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Montag, 31. Mai 2010

The Collector (2009)






The Collector
(The Collector)
mit Josh Stewart, Michael Reilly Burke, Andrea Roth, Juan Fernandez, Karley Scott Collins, Daniella Alonso, Haley Pulos, William Prael, Diane Ayala Goldner, Alex Feldman, Madeline Zima, Robert Wisdom, Patrick Rizzotti, Krystal Mayo, Layme Suzzone Riser
Regie: Marcus Dunstan
Drehbuch: Patrick Melton / Marcus Dunstan
Kamera: Brandon Cox
Musik: Jerome Dillon
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Arkin (Josh Stewart) hat einen Haufen Schulden. Seine Gläubiger sitzen ihm im Nacken. Ein letzter Coup soll ihn retten. Er bricht in die Villa seines Chefs ein um einen Diamanten zu stehlen. Doch er ist nicht allein, ein maskierter Serienmörder hat das Haus mit Fallen gespickt und verriegelt. Arkin ist gefangen, in jedem Zimmer warten neue, tödliche Überraschungen auf ihn. Als er im Keller schließlich die bestialisch gefolterte Familie entdeckt, wächst die Wut, doch zunächst muss er im Haus noch die kleine Tochter finden…


Mit "The Collector" präsentiert sich dem Zuschauer ein sehr packender und spannender Mix aus Horror-und Thriller, für den die Erfolgs-Drehbuchautoren von Saw IV-Vi verantwortlich zeichnen. Marcus Dunstan hat so bei seinem Regie-Debut auch auf etliche Elemente zurückgegriffen, die man aus den Saw-Filmen her kennt, was jetzt zwar nicht unbedingt für sehr viel Innovation sorgt, aber ein durchgehend äusserst spannendes Szenario präsentiert, das den Betrachter auch schon fast zwangsläufig in seinen Bann zieht und gleichzeizig eine ungeheure Faszination aussendet, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Dabei ist dies in den ersten Minuten des Filmes noch gar nicht unbedingt abzusehen, bekommt man es doch zuerst mit den Problemen des ehemaligen Diebes Arkin zu tun, der in argen Geldnöten steckt und sich deshalb dazu entschließt, einen Diamanten aus dem Safe seines Arbeitgebers zu stehlen.

Doch ab dem Moment, in dem Arkin bei Nacht dessen Haus betritt, ändert sich das Geschehen schlagartig, was man insbesondere an der vorherrschenden Atmosphäre spürt, die sich nämlich schlagartig verdichtet und innerhalb kürzester Zeit äusserst bedrohliche Ausmaße annimmt. Als dann klar wird, das Arkin sich nicht wie erhofft, allein in dem Haus aufhält, erlangt die Geschichte extrem viel an Intensität, denn entwickelt sich doch ein perfides Katz-und Maus Spiel zwischen Arkin und dem "Collector", das zwar nicht immer vollkommen logisch erscheint, aber an Spannung kaum zu überbieten ist. Die manchmal anscheinend etwas fehlende Logik bezieht sich darauf, das es doch ziemlich lange dauert, bis dem Täter wirklich bewust wird, das sich ein Gegenspieler im Haus befindet, der seine Pläne durchkreuzen will. Die ist meiner Meinung nach aber auch schon der einzige kleine Kritikpunkt, den man der Geschichte ankreiden kann und der nicht unbedingt weiter ins Gewicht fällt.

Ein Höhepunkt der Ereignisse sind sicherlich die im haus aufgebauten Fallen, bei denen man spätestens die starke Anlehnung an die Saw-Reihe nicht mehr übersehen kann. Diese sind teilweise auch noch richtig fies gestaltet und sorgen so auch dafür, das die ein oder andere Gänsehaut entstehen kann, wenn man sich in die Rolle der Opfer versetzt. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das sich eine größtenteils sehr temporeiche Hatz entwickelt, die einen Spannungs-Höhepunkt nach dem anderen bietet und den Zuschauer richtiggehend dazu animiert, richtiggehend mitzufiebern. Das dies von einer extrem dichten und bedrohlich anmutenden Atmosphäre begleitet wird, die durch ein nächtliches Gewitter noch zusätzlich unterstützt wird, ist eine äusserst gute Begleiterscheinung, die das insgesamt sehr gute Gesamtbild des Werkes noch einmal zusätzlich aufwertet und so für ein ausgezeichnetes Film-Erlebnis sorgt, das phasenweise echte Hochspannung bietet.

Auch die Tatsache, das die Identität des Täters eher anonym bleibt, empfand ich als sehr gelungen, denn bleibt seine Figur doch vielmehr unpersönlich und man kann erst gar keine Beziehung zu ihm aufbauen. Er wirkt lediglich wie eine vorprogrammierte Killermaschine, die vollkommen emotionslos darauf aus ist, Menschen zu quälen und sie später zu töten. Dadurch beschäftigt man sich vielmehr mit dem Charakter des Arkin, der trotz seiner kriminellen Absichten zu einer Art Held aufgebaut wird und dadurch auch beim Zuschauer etliche Symphatiepunkte sammeln kann. Man fiebert mit ihm mit und hofft darauf, das er letztendlich als Sieger aus dem perfiden Spiel herausgeht. Ob dies allerdings der Fall ist, wird man erst ganz am Ende sehen, das ohne zuviel verraten zu wollen, das einzig logische für diese Geschichte ist.

Letztendlich ist "The Collector" ein absolut sehenswerter Genre-Beitrag, dessen deutsche Veröffentlichung aber auch leider der Schere zum Opfer gefallen ist, denn leider ist dieser tolle Film bei uns nur in einer um knapp 2 Minuten erleichterten Version erhältlich. Trotzdem ist schon diese Version durchaus sehenswert, wer aber unbedingten Wert auf die ungeschnittene Geschichte legt, der muss wohl noch etwas warten, bis der Film auch über Österreich erscheint. Da es sich aber laut dem Schnittbericht wohl eher um äusserst dunkel fotografierte Bilder handelt, muss man sich schon die Frage stellen, ob die deutsche Veröffentlichung nicht vollkommen ausreichend ist, mich jedenfalls hat auch diese Version schon absolut in ihren Bann gezogen und absolut fasziniert, so das ich auch hier eine Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Mit "The Collector" ist ein packender und äusserst atmosphärischer Mix aus Horror-und Thriller entstanden, der teilweise sogar absolute Hochspannung bietet und so dei Fans des Genres begeistern dürfte. Offensichtliche Ähnlichkeiten mit der Saw-Reihe empfand ich dabei keineswegs als negativ, eher ist das Gegenteil der Fall, denn diese Anlehnungen verleihen dem Geschehen eine herrlich fiese und blutige Note. Wer auf diese Art Film abfährt, wird seine helle Freude an dem Werk von Marcus Dunstan haben, der ein unheilvolles und beklemmendes Szenario geschaffen hat, von dem eine ungeheure Faszination ausgeht, die sich fast automatisch auch auf den Zuschauer überträgt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Alternatives Ende, Deleted Scenes, Music Video



8,5/10

Samstag, 29. Mai 2010

Live Evil






Live Evil
(Live Evil)
mit Tim Thomerson, Mark Hengst, Asa Wallander, Ken Foree, Lee Perkins, David Ament, Kevin Bangos, Fidencio Barrios, Jeff Burr, Sean Cain, Richard G. Calderon, Al Cortez, Eva Derrek, Dan Glenn, Clint James, Tammy Klein
Regie: Jay Woelfel
Drehbuch: Jay Woelfel
Kamera: Kelly Richard / Scott Spears
Musik: Austin Wintory
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Der Priester ist ein Vampirjäger. Er ist gewillt, ein Leben in Sünde zu verbringen, um das Böse zurück in die Hölle zu schicken. Nun jagt er eine Vampir-Clique, die sich auf der Suche nach reinem Blut auf nach Los Angeles macht. Denn Vampire können nur reines, nicht von Krankheiten oder Umwelteinflüssen kontaminiertes Blut verzehren. Doch solch reines Blut zu finden, wird in der selbstzerstörerischen Gesellschaft der Menschen immer schwerer. Benedict ist der älteste Vampir der Gruppe, der den Aufstieg und Fall seines Geschlechts miterlebt hat. Er liebt die immer mehr außer Kontrolle geratene Sidney. Yael ist ein früher Stummfilmstar, der noch immer damit hadert, dass der Ton seine Karriere vernichtete. Sie alle wollen zu Max, einem Blut-Dealer, der noch reine Ware besitzt. Doch der Priester ist ihnen auf den Fersen. Und er will Blut fließen sehen ...


Das mittlerweile schon seit mehreren Jahren der Vampirfilm ein vollkommen neues Gewand bekommen hat und immer mehr von der klassischen Vampir-Thematik entfernt hat, ist beileibe keine wirkliche Überraschung und so erscheinen immer mehr Werke, die teilweise immer mehr Neuerungen beinhalten. Um solch einen Film handelt es sich auch bei "Live Evil", der zwar sicherlich kein filmisches Meisterwerk offenbart, aber eine sehr kurzweilige und teils bizarre Geschichte, die sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, was in etlichen Passagen des Films sehr gut zur Geltung kommt. Es ist eine ganz besondere Kombination aus deftigen Sprüchen, skurriler Situationkomik und äusserst blutigen und harten Passagen, die dieses Werk von Regisseur Jay Woelfel so extrem unterhaltsam erscheinen lässt und so auch darüber hinwegsehen lässt, das insbesondere in der ersten Filmhälfte die Zusammenhänge des Ganzen nicht eindeutig zu erkennen sind. Gerade die Motive des Priesters, der anscheinend richtiggehend besessen davon ist, die vierköpfige Vampir-Clique zu töten, offenbaren sich erst zum Ende hin, so das man vorher den Bezug der ganzen Ereignisse nur schwerlich erahnen kann.

Doch auch, wenn sich die ganzen Zusammenhänge erst am Ende zusammenfügen, ändert das rein gar nichts am hohen Unterhaltungswert, den dieser Film beinhaltet und der die gesamte Laufzeit über vorherrscht. Schon die einzelnen Charaktere sorgen hier für eine Menge Spaß, so wird man beispielsweise mit einem Vampir konfrontiert, der perfektes Schweizer-Deutsch spricht, was einerseits wirklich gewöhnungsbedürftig erscheint, aber andererseits ein untrügliches Zeichen für den erstklassigen Humor ist, denn man dem Geschehen beigefügt hat. Doch auch der Priester stellt eine sehr markante Erscheinung dar und legt ein Verhalten an den Tag, das man nicht unbedingt von einem Mann Gottes erwartet. Lediglich seine Kleidung lässt den Kirchenmann in ihm erkennen, jedoch zeigt sein Verhalten vielmehr die Züge eines knallharten Desperados auf, denn er säuft, flucht und schmeißt mit markigen Sprüchen um sich, das einem teilweise Hören und Sehen vergeht.

Ganz nebenbei scheut er sich auf seiner Jagd nach der Vampir-Clique, bei der er von einer schwarzfarbigen Schönheit begleitet wird, auch nicht davor zurück, etliche andere Blutsauger zu töten, was phasenweise äusserst hart und blutig in Szene gesetzt wird. Und so ist man fast zwangsläufig beim Härtegrad des Filmes angelangt, der sich wirklich sehen lassen kann und vor allem die Splatter-und Gore Freunde begeistern dürfte. Nun sind zwar die vorhandenen SFX nicht unbedingt auf dem höchsten Qualitäts-Standard angesiedelt, doch für eine Produktion, die gerade einmal ein Budget von geschätzten 400.000 $ hatte, kann man sich wirklich nicht beschweren, denn hat man doch schon in weitaus höher budgetierten Werken weitaus schlechtere Effekte zu Gesicht bekommen. Wer also nicht mit den allerhöchsten Ansprüchen an "Live Evil" herangeht, der dürfte im Endeffekt keinen Grund zur Beanstandung haben und müsste sich an diesem herrlich bizarren Horrorfilm erfreuen können.

Eine solide Rahmenhandlung, deren Zusammenhänge sich allerdings erst zum Ende hin zu erkennen geben, jede Menge schräge Situationskomik, derbe Sprüche, skurrile Charaktere und eine äusserst derbe und blutige Inszenierung garantieren hier für eine bunte Mixtur, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und so sollte man auch als Betrachter die Geschehnisse mit einem Augenzwinkern betrachten. Wenn man dazu in der Lage ist und über kleine Schwächen hinwegsehen kann, wird man mit einem Vampirfilm belohnt, der so vollkommen anders gestrickt ist als die Klassiker des Genres, aber durch einen extrem hohen Unterhaltungs-Faktor zu überzeugen weiss. Fehlende inhaltliche Substanz wird mit viel Charme und Humor ausgeglichen und ein stellenweise derber Härtegrad wird selbst Gorehounds in verzückung geraten lassen, so das man insgesamt von einem äusserst gelungenen Genre-Beitrag sprechen kann, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst hat.


Fazit:


Jay Woelfel hat mit "Live Evil" nicht unbedingt einen hochklassigen, aber jederzeit bestens unterhaltenden Vampirfilm abgeliefert und aus einem geringen Budget das Maximale herausgeholt, um dem Zuschauer ein spaßiges und sehr hartes Film-Vergnügen zu bescheren. Ein Film, der über keinerlei inhaltliche Tiefe verfügt, sondern lediglich dafür ausgelegt ist, den Horror-Fan kurzweilig und humorvll zu unterhalten. Und das schafft dieser Film absolut perfekt, der zudem noch über ein hohes Maß an Härte verfügt, so das der Gesamteindruck trotz kleinerer, aber verzeihbarer Schwächen als überdurchschnittlich gut zu bezeichnen ist. Für Freunde des neuen Vampirfilms kann man jedenfalls bedenkenlos eine absolute Empfehlung aussprechen.


7/10

Donnerstag, 27. Mai 2010

Colin - Die Reise des Zombie






Colin - Die Reise des Zombie
(Colin)
mit Alastair Kirton, Daisy Aitkins, Kate Aldeman, Leanne Pammen, Tat Whalley, Kerry Owen, Leigh Crocombe, Justin Mitchell-Davey, Dan Weekes, Dominic Burgess, Rami Hilmi, Simba Ngei, Clare-Louise English, Mari-Claire Turley, Sarah Strong
Regie: Mark Price
Drehbuch: Mark Price
Kamera: Keine Information
Musik: Jack Elphick / Dan Weekes
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2008

Colin (Alastair Kirton) wird von einem Zombie angefallen. Er überlebt die Attacke und mutiert nun zusehends selbst zum Zombie. Eine urbane Odyssee beginnt, Colin ist auf der Suche nach Nahrung. COLIN ist mehr eine Versinnbildlichung des menschlichen Charakters als ein typischer Zombie-Splatter. Der Regisseur arbeitet nahezu ausschließlich mit Sound und visuellen Effekten. Anfangs ist Colin noch von moralischen Grundsätzen geplagt, doch mit fortschreitendem Zombie-Sein wird auch das weniger.


Man muss diesem Low Budget Werk von Regisseur Mark Price schon einen gewissen Respekt zollen, denn dafür, das der Film angeblich nur 50 Pfund gekostet haben soll, bekommt man eine ganze Menge geboten. Allein schon die sehr innovative Idee, das Geschehen aus der Sicht eines Zombies zu erzählen, kann man als äusserst gelungen bezeichnen. Ist es doch einmal eine sehr willkommene Abwechslung, das der Überlebenskampf der Menschen eher im Hintergrund steht und alle Ereignisse aus der Sicht von Colin gezeigt werden. So wird der Zuschauer auch von der ersten Minute an sofort ins kalte Wasser geschmissen, denn ohne jegliche Einführung ist man mit der Zombie-Seuche konfrontiert, die in Großbritannien ausgebrochen ist, ohne das man auch nur den Ansatz einer Erklärung erhält, wie und wann diese überhaupt ausgebrochen ist. Das mag für viele Leute eventuell etwas unbefriedigend erscheinen, verleiht der Geschichte aber von Anfang an ein hohes Maß an Intensität und schafft sofort eine extrem beklemmend und äusserst bedrohliche Atmosphäre, die auch in keiner einzigen Phase des Films an Intensität verliert.

So wird auch Colin gleich zu Beginn gebissen, allerdings erfährt man am Ende der Story, das hier nicht der Grund für die Infizierung zu suchen ist, sondern das diese schon früher entstanden ist. Die letzten Minuten sind nämlich ein Rückblick und zeigen die Passagen, in denen Colin mit dem Virus in Berührung kommt und wer für seine Verwandlung in einen Zombie wirklich verantwortlich zeichnet. Bis dahin jedoch ist es für Colin ein weiter Weg, der ziemlich beeindruckend in Szene gesetzt wurde, man wird mit äusserst harten Straßenschlachten zwischen Mensch und Zombie konfrontiert, die stellenweise auch sehr blutig daherkommen. Das Einzige, was mir hier nicht so besonders gefallen hat, sind die teils extrem hektischen Bildschnitte und die Wackel-Optik, da man durch diese Drehweise des Geschehens einige Szenen nicht zu 100 % verfolgen kann, da alles viel zu schnell geschieht.

Beeindruckend ist hingegen die Tatsache, das bis auf wenige Ausnahmen auf Dialoge verzichtet wird und Mark Price lediglich mit einer sehr bedrohlichen Sound-Untermalung arbeitet, die den jeweiligen Passagen perfekt angepasst ist und die Bedrohlichkeit der Situation noch einmal zusätzlich hervorhebt. Durch die fehlenden Dialoge kommt es allerdings auch zu einigen Sequenzen, die etwas langatmig erscheinen können und für so manchen Zuschauer ein Manko darstellen könnten, da gewisse Teile der Geschichte doch ziemlich zähflüssig erscheinen und so eine gewisse Beeinträchtigung des Seh-Vergnügens darstellen könnten. Nun sollte man allerdings die messlatte für diesen Film nicht zu hoch legen, den gerade unter der Berücksichtigung des Budgets, wenn man dies überhaupt so nennen kann, ist hier ein erstklassiger Zombiefilm entstanden, der die Thematik einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet und somit auch für äusserst frischen Wind im Genre sorgt.

"Colin - Die Reise des Zombies" ist ganz sicher einer der aussergewöhnlichsten, aber auch gewöhnungsbedürftigsten Zombiefilme überhaupt und die Meinungen über dieses Werk werden auch äusserst stark auseinandergehen, denn bekommt der Betrachter einen Film präsentiert, der sich doch grundlegend von anderen Genre-Kollegen unterscheidet. Was für viele Fans als innovativ und genial erscheinen mag, wird von anderen sicherlich ganz anders gesehen. Doch eine ganz wichtige Sache sollte man keinesfalls ausser acht lassen, denn hier ist mit einem "Trinkgeld" eine kreative und innovative Geschichte umgesetzt worden, die besonders viele Stärken, aber auch kleinere Schwächen beinhaltet. Jedoch gibt es genügend Genre-Filme, die "Colin" nicht das Wasser reichen können, denn hier liegt ein Paradebeispiel dafür vor, wie man praktisch ohne Geld einen wirklich sehenswerten und interessanten Film kreieren kann, den ein jeder gesehen haben sollte.


Fazit:


"Colin - Die Reise des Zombies" ist alles andere als ein handelsüblicher Zombiefilm, denn wird das Geschehen hier doch einmal aus der Sicht eines Untoten gezeigt, was an sich schon einmal etwas Besonderes ist. Hinzu kommt die Tatsache, das fast ausschließlich mit Sound-Untermalung gearbeitet wird und Dialoge nur in den seltensten Fällen vorkommen. Sicher ist dieses Werk äusserst gewöhnungsbedürftig, aber kein echter Fan dieser Filme sollte sich dieses Film-Vergnügen entgehen lassen, das sich als Gesamtpaket vollkommen überzeugend präsentiert, so das man auch ruhig einmal über die ein oder andere kleine Schwäche hinwegsehen kann.


7/10

Dienstag, 25. Mai 2010

Inland Empire






Inland Empire - Eine Frau in Schwierigkeiten
(Inland Empire)
mit Laura Dern, Jeremy Irons, Justin Theroux, Karolina Gruszka, Jan Hencz, Krzysztof Majchrzak, Grace Zabriskie, Ian Abercrombie, Karen Baird, Bellina Logan, Amanda Foreman, Peter J. Lucas, Harry Dean Stanton, Cameron Daddo, Jerry Stahl
Regie: David Lynch
Drehbuch: David Lynch
Kamera: David Lynch
Musik: Keine Information
FSK 12
Frankreich / Polen / USA / 2006

Nikki Grace, deren Ruhm als Schauspielerin deutlich verblasst ist, erhält ihre wohl letzte Chance auf ein Comeback. Für den Regisseur Kingsley Stewart soll sie die Hauptrolle in einem Film an der Seite von Devon Berk übernehmen. Doch schon bei den Proben zu dem Film häufen sich die Merkwürdigkeiten. Kurz vor Drehbeginn erfahren die beiden Hauptdarsteller, dass der Originalfilm nie fertiggestellt werden konnte, weil die damaligen Schauspieler ermordet wurden... Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft vermischen sich auf beängstigende Weise mit Fiktion und Realität.


Filme von David Lynch haben schon immer die Meinungen extrem gespalten, denn sind seine Werke doch für die eine Seite an Genialität kaum zu überbieten, so präsentieren sie sich doch für viele Leute lediglich als Ansammlung schwer zusammenfügbarer Puzzle-Teilchen, deren Deutung in den seltensten Fällen logisch oder leicht nachvollziehbar erscheint. Was der Meister des Mystery-Thrillers jetzt aber mit "Inland Empire" abgeliefert hat, setzt dem Ganzen doch die Krone auf, denn offenbart sich doch von der ersten Minute an eine Geschichte, die so ineinander verschachtelt ist, das es selbst dem aufmerksamsten Zuschauer äusserst schwer fallen dürfte, eine wirkliche Struktur zu erkennen. Dabei verlaufen die ersten 45 Minuten noch verhältnismäßig normal, wobei der Ausdruck normal immer unter dem Aspekt zu sehen ist, das es sich hier um ein Werk von Herrn Lynch handelt.

Danach allerdings wird die Aufmerksamkeit des Betrachters doch extrem auf die Probe gestellt, denn nicht selten überkommt einen das Gefühl, das die Geschichte nun vollkommen aus dem Ruder läuft und nur noch über die surreale Schiene läuft. Erschwerend kommt hinzu, das sich das Geschehen auf insgesamt drei Zeit-Ebenen abspielt (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), die sich so intensiv und phasenweise wirr miteinander vermischen, das es wirklich nicht leicht ist, den dargestellten Ereignissen auch nur einigermaßen zu folgen. Andererseits liegt aber ganau darin der ganz besondere Reiz des Filmes, der durch die Vermischung von Realität und Fiktion eine ungeheuer faszinierende Wirkung auf den Zuschauer ausübt, der man sich trotz teilweise auftretendem Unverständnis für die Zusammenhänge nur sehr schwer entziehen kann. Lynch hat wirklich einmal wieder alle Register gezogen, um ein sehr bizarres Szenario zu erschaffen, das für mehr als nur vorrübergehende Verwirrung sorgt und im Endeffekt die Deutung des Gesamt-Geschehens vollkommen in die Hände des Zuschauers legt, der sich nun seinen Reim auf das teils recht konfus erscheinende Gesamtbild machen muss.

Dazu passt auch das Einfügen skurriler Figuren (Darsteller im Hasenkostüm) und ein vermehrtes Auftreten diverser Charaktere, von denen man einige gar nicht so recht einordnen kann. Erst im späten Verlauf der Geschichte ergeben sich hier einige Zusammenhänge, so das man die Berechtigung der meisten Charaktere zuordnen kann und sich somit einen besseren Eindruck über das Gesamtgefüge machen kann, das ansonsten doch extrem verschachtelt ist.

Im Prinzip gibt es in dieser sehr surrealen Story nur eine einzige Konstante und das ist die Angst, die durch Mimik, Erzählungen oder diverse Andeutungen immer wieder in den Focus des Geschehens tritt. Man kann dies dabei nicht an einer bestimmten Sache festmachen, man merkt lediglich die gesamte Laufzeit über, das die Thematisierung der Angst im Allgemeinen der Hauptbestandteil dieser Geschichte ist, die ansonsten hauptsächlich durch ihre surrealen Einflüsse auffällt, die meiner Meinung nach um ein Vielfaches höher sind als in anderen Filmen von David Lynch. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das insbesondere bei "Inland Empire" die Meinungen noch stärker auseinandergehen und selbst eingefleischte Lynch-Verehrer diesem Film mit großer Skepsis begegnen. Denn ist doch in vorliegendem Fall wirklich fast alles der eigenen Sichtweise des Szenarios untergeordnet, weshalb man auch gar nicht weiter auf die Story eingehen sollte, die man anderen gar nicht richtig näherbringen kann, was meiner Meinung nach auch vollkommen beabsichtigt ist.

So sollte man auch die kurze Inhaltsangabe, die sich ja noch recht normal liest, lediglich als Grundgerüst für einen Film nehmen, der doch in den meisten Passagen wie ein wirrer Drogen-Cocktail erscheint, in dem man mit scheinbar zusammenhanglosen Puzzle-Teilchen konfrontiert wird, die aber im Endeffekt doch irgenwie einen Sinn ergeben, wenn man sie richtig einordnet. Doch gerade diese Einordnung ist sichtlich schwer und hängt ganz eindeutig von der Betrachtungsweise eines jeden Einzelnen ab. Wer jedenfalls auf intelligentes Kopf-Kino steht, das im Endeffekt keine logische Aufklärung der Geschehnisse bietet und somit seine Deutung vollkommen in die Hände des Betrachters legt, der das Szenario selbst interpretieren muss, der sollte sich diesen fantastischen, aber sehr schwer nachvollziehbaren Film keinesfalls entgehen lassen, der irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt ist. "Inland Empire" ist ganz sicher kein Film, der für das breite Mainstream-Publikum geeignet ist, sondern vielmehr für eine kleinere Gruppe, der es auch überhaupt nichts ausmacht, knapp 3 Stunden intensivstes Kopf-Kino über sich ergehen zu lassen. Wenn man dazu bereit ist, wird man aber auf jeden fall mit einem erstklassigen Film-Erlebnis bedient, das einem auch im Nachhinein noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten wird.


Fazit:


Man sollte gar nicht erst versuchen, einen Film wie "Inland Empire" wirklich zu verstehen, denn das wird man wohl nie so richtig. Doch gerade darin liegt wohl die Absicht des Regisseurs, nämlich die Bewertung und die Deutung der Geschehnisse in die Verantwortung des Zuschauers zu legen. Lynch hat bewust lediglich ein Grundgerüst geliefert, das sich durch seine starken surrealen Einflüsse in ein Gesamtkonstrukt verwandelt, das jeder anders interpretiert. Der dabei entstehende Spielraum für eigene Interpretationen ist so riesig, das jede Menge Diskussionsstoff geliefert ist. Erstklassige Darsteller, von denen sich die brillant agierende Laura Dern noch einmal zusätzlich positiv abhebt, machen dieses Werk zu einem der wohl aussergewöhnlichsten Film-Erlebnisse, die man in den letzten Jahren bewundern durfte.


8,5/10

Samstag, 22. Mai 2010

Zombieland






Zombieland
(Zombieland)
mit Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Amber Heard, Bill Murray, Derek Graf
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Rhett Reese / Paul Wernick
Kamera: Michael Bonvillain
Musik: David Sardy
FSK 16
USA / 2009

Nerd Columbus hat seine eigenen Methoden, um die Zombies auszuschalten, die seit einer Virus-Katastrophe die Welt bevölkern. Er trifft auf den unerschrockenen, supercoolen und bis an die Zähne bewaffneten Cowboy Tallahassee, der sich als noch besserer Terminator von Zombies herausstellt. Sie verbünden sich um gemeinsam der Plage Herr zu werden bzw. weitere Überlebende zu finden. Unterwegs werden die beiden von zwei Schwestern übers Ohr gehauen, die ihnen ihr Auto und ihre Ausrüstung klauen.


Im Moment scheint es ja fast eine Art Glaubensfrage zu sein, auf welche Seite man sich als Fan von Zombie-Komödien schlägt, denn gibt es doch mit "Zombieland" und "Zombieworld gleich 2 Vertreter des Genres, die beide ganz sicher ihren eigenen Reiz haben. Die Vergleiche, die allerdings teilweise gemacht werden, sind nur bedingt möglich, da sich die beiden Filme doch bis auf die ähnliche Thematik ziemlich grundlegend unterscheiden. Bei vorliegendem Titel wird man mit einer äusserst witzig-und charmanten Geschichte konfrontiert, die hauptsächlich von ihren wirklich symphatischen Charakteren getragen wird, die zwar unterschiedlicher kaum sein könnten, aber von der ersten Minute an äusserst viele Symphatiepunkte beim Zuschauer sammeln können, so das man auch im Verlauf der Story mit ihnen mitfiebert und hofft, das alle mit heiler Haut aus dem Geschehen herauskommen. Insbesondere Woody Harrelson in der Rolle des nach Aussen hin extrem coolen Tallahassee offenbart hier eine erstklassige Kostprobe seines schauspielerischen Könnens, die auch sein durchaus vorhandenes komödiantisches Talent an den Tag bringt und das nahezu perfekt in das Szenario hineinpasst. Ein weiteres Highlight ist der Kurzauftritt von Bill Murray, der sich hier selbst spielt, aber durch einen kuriosen Unfall sehr schnell wieder aus der Geschichte verschwindet.

So witzig und gut die Geschichte aber auch ist, sie stellt leider die Charaktere auch etwas zu sehr in den Vordergrund und beschäftigt sich schon etwas zu ausführlich mit deren kleinen Macken und Wesenszügen, die zugegebenermaßen durchaus lustig ausfallen, wie beispielsweise die immer wieder in Szene gesetzten Regeln, die sich der zwanghaft veranlagte Columbus aufgestellt hat, um die Zombie-Seuche zu überleben. Dadurch gerät aber leider die Zombie-Action etwas zu sehr in den Hintergrund, denn wenn man ganz ehrlich ist, hätte es davon ruhig etwas mehr sein können. Die enthaltenen Szenen, in denen es zu Konfrontationen mit den Untoten kommt sind allerdings erstklassig und treiben einem stellenweise die Tränen in die Augen, da man sich vor Lachen kaum halten kann. Auch der dabei entstehende Härtegrad kann sich für eine 16er Freigabe durchaus sehen lassen, auch wenn sich alles in einem überschaubaren Rahmen bewegt. In diesem Punkt hat definitiv "Zombieworld" erheblich mehr zu bieten, wodurch auch die höhere Altersfreigabe logisch zu erklären ist. Hier muss man sich als Betrachter nun entscheiden, was einem selbst wichtiger ist, nämlich eine etwas charmantere Story mit durchweg symphatischen Charakteren, oder die etwas härtere Variante, in der einem der Humor phasenweise etwas plump vorkommen mag.

Doch weg mit den Vergleichen und zurück zu vorliegendem Film, der gearde zum Ende hin mit einem wirklich sensationellen Showdown in einem Vergnügungspark aufwarten kann, der so witzig und actionreich gestaltet ist, das man nur applaudieren kann. Hier wurde noch einmal alles in die Wagschale geworfen, was den Machern des Filmes zur Verfügung stand, um den Zuschauer zufriedenzustellen. Tallahassee räumt eine Horde Zombies auf seine ganz eigene Art und Weise ganz allein aus dem Weg und der eher schüchterne und ängstliche Columbus entdeckt eine heldenhafte Seite an sich, um seine "Herzdame" zu retten. Gerade dieses tolle Finale unterstreicht noch einmal zusätzlich den von Haus aus schon guten Gesamteindruck, den man von "Zombieland" gewonnen hat und bestärkt einen in dem Gefühl, hier gerade einen sehr gelungenen Vertreter seiner Art gesehen zu haben, der ganzzeitig kurzweilige und bestens unterhaltende Filmkost geboten hat, die man sich bestimmt nicht zum letzten Mal angesehen hat.


Letztendlich hat Regisseur Ruben Fleischer mit diesem Werk einen absolut gelungenen Genre-Beitrag abgeliefert, der vor allem durch seine gelungene Mischung überzeugen kann. Besonders erwähnenswert ist die feine Art von Humor, die sich hier offenbart, von äusserst gelungenem Wortwitz über tolle Situationskomik wird alles geboten, was einen solchen Film auszeichnet und so absolut sehenswert macht. Hinzu kommen die tollen Darsteller, die die von ihnen gespielten Charaktere mit extrem viel Charme aussstatten und so dafür sorgen, das der Betrachter sie zwangsläufig in sein Herz schließt. Und dann wäre da noch der vorhandene Härtegrad, der zwar nicht unbeding übermäßig ausfällt, aber für eine 16er Freigabe angemessen ist. Dennoch wäre etwas mehr Zombie-Action sicherlich nicht gerade schädlich gewesen, denn in dieser Beziehung hat man sich doch etwas zurückgehalten, was aber keineswegs als negative Kritik aufgefasst werden soll, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind und das ist auch gut so.


Fazit:


Im Endeffekt kommt man doch fast zwangsläufig noch einmal auf den vergleich zwischen "Zombieland" und "Zombieworld" zurück, denn bei beiden Filmen handelt es sich meiner Meinung nach um äusserst gelungene Beiträge des Genres, die sich aber doch ziemlich stark unterscheiden. Ist "Zombieworld" mit stellenweise etwas plumpen Humor ausgestattet, dafür aber um einiges härter, so schwingt man bei "Zombieland" die eher feine humoristische Klinge und setzt auf äusserst symphatische Figuren, die einen zum Mitfiebern animieren. Zwei Filme, die ganz sicher ihre Fan-Gemeinde finden werden, dessen bin ich mir sicher.Mir persönlich hat vorliegender Film noch einen Hauch besser gefallen, da das gesamtpaket ganz einfach eine Spur besser ist, doch die großen Unterschiede, die man aus einigen Meinungen herauslesen kann, sind nicht ganz nachvollziehbar. Da kommt es dann wirklich auf die persönlichen Vorlieben an und das ist auch ganz normal. "Zombieland" sollte sich jedenfalls kein Fan des Genres entgehen lassen, denn kurzweilige Unterhaltung ist garantiert.


8,5/10

Donnerstag, 20. Mai 2010

Wild Dogs






Wild Dogs
(Cani arrabbiati)
mit Ricardo Cucciolla, Don Backy, Lea Lander, Maurice Poli, George Eastman, Maria Fabbri, Erika Dario, Luigi Antonio Guerra, Francesco Ferrini, Emilio Bonucci, Pino Manzari, Ettore Manni
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Alessandro Perenzo
Kamera: Emilio Varriano / Mario Bava
Musik: Stelvio Cipriani
FSK 18
Italien / 1974

Nach einem blutigen Banküberfall flüchten die Täter quer durch die Stadt. Um ungesehen und ungehindert entkommen zu können, nehmen sie Geiseln und verschwinden in einem fremden Auto. Der Fahrer transportiert ein Kleinkind, daß dringend ärztliche Hilfe benötigt. Verfolgt von der Polizei beginnt ein gnadenloser Nervenkrieg zwischen den Geiseln und den brutalen Kriminellen. Die Situation spitzt sich immer mehr zu, denn die Gangster nutzen ihre Machtposition rücksichtslos aus.


Das Mario Bava nicht nur im Horror-Genre mit großartigen Filmen aufgewartet hat, sieht man ganz eindeutig im vorliegenden Ausflug in das Genre des Thrillers, denn "Wild Dogs" ist ein wirklich exzellenter Genre-Beitrag, der sich auch heute noch, nach mittlerweile fast 4 Jahrzehnten immer noch sehen lassen kann. Es ist sicher eher selten, das eine Geschichte, die sich bis auf ganz wenige Ausnahmen lediglich in einem Auto abspielt, eine so ungeheure Faszination auf den Zuschauer ausüben kann. Lediglich einige Minuten zu Beginn, einige kleinere Szenen während des Films und das knappe Ende finden nicht im Auto statt, woraus jetzt sicherlich nicht wenige Leute schon einmal die pure Langeweile herauslesen. Doch genau das Gegenteil ist hier der Fall, denn spannender und atmosphärischer als in vorliegender Geschichte kann es kaum zur Sache gehen.

Es ist fast kaum zu glauben, welche Intensität sich aus der gegebenen Situation zwischen den Ganoven und den Geiseln entfaltet, die dabei entstehende Dramatik und bedrückende Stimmung überträgt sich automatisch auch auf den Zuschauer, der immer mehr mit den Geiseln mitleidet. Denn auch, wenn der Chef der Bankräuber, der von allen nur Doktor genannt wird, anscheinend die Fäden in der Hand hält und größtenteils recht beherrscht wirkt, entpuppen sich doch seine beiden freunde als wahre Psychophaten mit einem ausgeprägten Hang zum Sadismus, den sie insbesondere der weiblichen geisel gegenüber verstärkt zum Ausdruck bringen. Ganz besonders tut sich hier George Eastman hervor, der seinen Part mit absoluter Bravour darstellt und seinem Charakter sehr viel glaubwürdigkeit und Authenzität verleiht. Doch ganz generell kann man das dargebotene Schauspiel als absolut gelungen bezeichnen, wobei in erster Linie gerade die "Bad Boys" extrem fies und scheinbar vollkommen emotionslos dargestellt werden, was der ganzen Szenerie noch zusätzlich einen extrem beklemmenden Anstrich verleiht.

Hier liegt mal wieder ein absolutes Paradebeispiel vor, wie man mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen Film kreieren kann, der an Spannung und einer äusserst bedrohlichen Atmosphäre nur schwer zu überbieten ist und den Zuschauer richtiggehend in seinen Bann zieht. Denn sitzt man doch mit zunehmender Laufzeit fast selbst wie ein Nervenbündel vor dem Bildschirm und kann die teils atemraubende Spannung kaum noch aushalten. Und immer wenn man der Meinung ist, das sich die Lage nicht noch mehr zuspitzen kann, wird man schnell eines Besseren belehrt, denn Bava hat hier wirklich sämtliche Register gezogen, um den Betrachter in ein wahres Wechselbad der Gefühle zu stürzen, aus dem es bis zum Ende einfach kein Entkommen gibt. Und gerade dieses Ende hat es dann so wirklich in sich und liefert noch einmal eine Wendung, die in dieser Form nicht unbedingt vorhersehbar war. Die Karten werden vollkommen neu gemischt und nichts ist mehr so, wie man es im Prinzip erwartet hat. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine der genialsten Schlußsequenzen, die man hätte finden können und die dem gesamten geschehen eine extrem makabere Note verleiht.

Letztendlich hat Mario Bava mit "Wild Dogs" wirklich auf eine sehr beeindruckende Art und Weise unter Beweis gestellt, das sein riesiges Potential nicht nur im Horror-Genre sehr gut zur Geltung gekommen ist, denn auch das Genre des Thrillers hat mit vorliegendem Beitrag eine absolute Bereicherung erhalten, die sich kein wahrer Fan entgehen lassen sollte. Mit minimalstem Aufwand wurde eine äusserst spannende Geschichte in Szene gesetzt, die in erster Linie von ihren tollen Darstellern und einer fast einzigartigen Atmosphäre lebt, die sich immer mehr verdichtet, so das sie sogar für schweissnasse Hände beim Zuschauer sorgen kann, der sich der von ihr ausgehenden Faszination beim besten Willen nicht entziehen kann, selbst wenn er es wollte. Zu beeindruckend ist das Gesamtbild, das dieser Film erzeugt und das auch nachhaltig auf einen einwirkt, selbst wenn der Abspann schon längst zu Ende ist.


Fazit:


Es gibt genügend Menschen, die das Schaffen des Mario Bava nicht anerkennen, wobei sich mir die Gründe dafür nicht erschließen können. Denn wenn man einen Thriller wie "Wild Dogs" gesehen hat, dann müsste man im Prinzip vom Können dieses Mannes beeindruckt sein, der hier eine Perle des Genres geschaffen hat, die auch im Laufe der Jahre rein gar nichts von ihrer Faszination verloren hat und sich auch hinter heutigen Genre-Vertretern nicht zu verstecken braucht, sondern vielmehr ein Vorbild sein sollte, wie man mit wenigen Mitteln ein Maximum an Thrill-und Spannung herausholen kann.


9,5/10

Montag, 17. Mai 2010

Bitch Slap






Bitch Slap
(Bitch Slap)
mit Julia Voth, Erin Cummings, America Olivo, Michael Hurst, Ron Melendez, William Gregory Lee, Minae Noji, Kevin Sorbo, Lucy Lawless, Renee O'Connor, Dennis Keiffer, Scott Hanley, Mark Lutz, Debbie Lee Carrington, Zoe Bell
Regie: Rick Jacobson
Drehbuch: Eric Gruendemann / Rick Jacobson
Kamera: Stuart Asbjomsen
Musik: John R. Graham
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Drei böse Mädchen - eine heruntergekommene Stripperin, eine Drogen schmuggelnde Killerin und eine führende Börsenmaklerin - kommen in einer verlassenen Wüste zusammen, um dort von einem Unterweltboss Diamanten im Gesamtwert von 200 Millionen zu stehlen. Die Dinge geraten aber schnell außer Kontrolle: Die Loyalitäten der drei verschieben sich, Wahrheiten werden enthüllt, andere Gangster streben nach der Beute, das Schicksal der Welt hängt am seidenen Faden und sie müssen sich einem Bösewicht stellen, der viel schlimmer ist, als sie es je für möglich gehalten hätten… Nach und nach erkennen sie in dieser ultimativ moralischen Geschichte, dass diese ganze Nummer ein abgekartetes Spiel war und eine von ihnen vielleicht noch nicht einmal ein Mensch ist…


Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man diese herrliche Hommage an die Blütezeit des Exploitationfilms auch für das neueste Werk von Quentin Tarantino halten, denn wird dem Zuschauer doch ein herrliches Szenario im Grindhouse-Look serviert, das einfach nur Spaß macht und extrem kurzweilige und actionreiche Unterhaltung bietet. Die Hauptattraktion der Geschichte sind sicherlich die 3 extrem heissen Mädels, die eine optische Augenweide sind, so das sich manch einer vielleicht schwerlich auf die Geschichte konzentrieren kann, da die optischen Reize doch ziemlich offensichtlich zur Schau gestellt werden. Und auch, wenn die damen zu keiner Zeit nackt zu sehen sind, so können sie doch ganz sicher im Kopf des Zuschauers die wildesten Männer-Fantasien auslösen, die durch diverse Wasserspiele noch zusätzlich verstärkt werden. Doch nicht nur die hübschen Hauptdarstellerinnen machen diesen Film absolut sehenswert, denn auch die zugrunde liegende Geschichte kann sich durchaus sehen lassen.

Diese spielt sich auf verschiedenen Zeitebenen ab, denn wird man hauptsächlich mit der gegenwärtigen Situation in einer kargen Wüstenlandschaft konfrontiert, werden immer wieder Rückblenden eingefügt, wobei mit der Einblendung "4 Stunden zuvor" begonnen wird und man dann zeitlich gesehen immer weiter zurückgeht, bis man am Ende sogar eine Rückblende präsentiert bekommt, die ein halbes Jahr vor den gegenwärtigen Ereignissen angesiedelt ist. Durch diese verschachtelte Erzähl-Struktur werden so immer nur kleinere Puzzle-Teilchen präsentiert, die sich erst ganz am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen und auch keinerlei offene Fragen zurücklassen.Allerdings dürfte die Auflösung der Geschenisse für die meisten Leute nicht sonderlich überraschend sein, denn wenn man während des Filmes einigermaßen aufpasst und auf die Kleinigkeiten achtet, dann weiss man recht schnell, was am Ende herauskommt, so das der gedachte Überraschungs-Effekt nicht wie gewollt zur Geltung kommt.

Ich persönlich sehe darin allerdings keinen negativen Aspekt, da man "Bitch Slap" ganz einfach als stylisches Gesamt-Kunstwerk ansehen sollte, das in dieser Beziehung hervorragend funktioniert und dem Betrachter jede Menge Freude bereitet. Allein schon der optische Kontrast der verschiedenen Schauplätze der Ereignisse ist ein absoluter Hingucker, ist da auf der einen Seite die Gegenwart mit der nüchternen und kargen Wüstenlandschaft und andererseits die stylischen und bunten Schauplätze der zeitlichen Rückblenden, bei denen man nicht selten den Eindruck erhält, das sie einem Comic entsprungen sind. Hinzu kommen die teilweise recht skurrilen Charaktere, die im Laufe der Story auf der Bildfläche erscheinen und dem Gesamtbild einen schon fast bizarren Anstrich verleihen. Macht man doch beispielsweise die Bekanntschaft mit einer jungen Asiatin, die ihre Opfer nur zu gern mit einem rasiermesserscharfen Jo-Jo maltretiert, oder einem durchgeknallten Punker-Verschnitt, der größte Probleme hat, sich anständig zu artikulieren. Diese Figuren passen absolut perfekt in das phasenweise bunte Szenario hinein und verleihen dem Gesamtbild eine leicht groteske Note, die ihm ganz ausgezeichnet zu Gesicht steht.

Ganz generell hat mich auch das dargebotene Schauspiel vollkommen überzeugt, das zwar streckenweise gewollt überzogen dargestellt wird, aber in einem Film dieser Art vollkommen angebracht erscheint. Gerade dieses vorhandene Overacting ist in vorliegendem Fall ein absolutes Highlight und erhöht den Unterhaltungs-Faktor noch einmal zusätzlich. Und dann wären da ja auch noch die Action-Passagen, die reichlich vorhanden sind und selbstverständlich auch mit etlichen Übertreibungen ausgestattet sind. Denn gerade wenn man sieht, wie sich insbesondere die Frauen gegenseitig die Schläge und Tritte zufügen, was zum Ende hin auch noch ziemlich oft in Zeitlupe geschieht, kann man doch eher bezweifeln, das im Normalfall die hier dargestellten Nehmer-Qualitäten vorhanden wären. Man sollte also keinen gesteigerten Wert auf Logik oder Glaubwürdigkeit legen, denn dafür ist dieses Werk ganz sicher nicht geschaffen worden. Hier zählt der Spaß und der Unterhaltungswert und beide Dinge sind fast schon im Überfluss vorhanden.


Fazit:


Freunde von dreckigen Actionern im 70er Look dürften von "Bitch Slap" begeistert sein, wäre dieser Film doch sicher zur damaligen Zeit der absolut typische Männerfilm gewesen. In bester Tarantino-Manier wird eine in sich verschachtelte Story präsentiert, die sehr tempo-und actionreich in Szene gesetzt wurde und über einen äusserst hohen Unterhaltungswert verfügt. Skurrile Charaktere, heisse Mädchen und teils comicartig wirkende Schauplätze erzeugen ein insgesamt exzellentes Gesamtbild und sorgen so für ein erstklassiges-Film-Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, vor allem dann nicht, wenn man eine Vorliebe für diese Film-Gattung hat.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DTS, DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 102 Minuten
Extras: Kinki Guide of ...Bitch Slap 101, Kinki, Zoe Bell, Mother Superior / Sister Bartrill, Watch Bitch Slap, Teaser, Red Bond Trailer, Deleted Scenes, Dokumentation, Behind Bitch Slap: Building a better B Movie


8/10

Freitag, 14. Mai 2010

Das unsichtbare Auge






Das unsichtbare Auge
(Someone's Watching Me)
mit Lauren Hutton, David Birney, Adrienne Barbeau, Charles Cyphers, Grainger Hines, Len Lesser, John Mahon, James Murtaugh, J. Jay Saunders, Michael Laurence, George Skaff, Robert Phalen, Robert Snively, Lean Le Bouvier, James McAlpine
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter
Kamera: Robert B. Hauser
Musik: Harry Sukman
FSK 16
USA / 1978

Zuerst sieht es nach einer Folge von dummen Zufällen aus: Die anonymen Anrufe, die Päckchen mit den mysteriösen Geschenken, und die Benachrichtigungen von einer Firma, die gar nicht existiert. Doch dann begreift Leigh: Jemand in ihrer unmittelbaren Nähe versucht, sie systematisch um den Verstand zu bringen. Für die junge Frau beginnt ein mörderischer Kampf um ihr Leben.


Im gleichen Jahr, in dem Altmeister John Carpenter mit "Halloween" einen Meilenstein des Slasherfilms herausbrachte, erschien auch dieser herrliche Psycho-Thriller, der im Prinzip eine eher untypische Arbeit der Regie-Legende darstellt und leider in der Filmografie Carpenters nie die Aufmerksamkeit erlangt hat, die ihm von der Qualität her durchaus zustehen müsste. Denn hat man hier doch einen erstklassigen und spannenden Thriller kreiert, der auf den Spuren von Alfred Hitchcock wandelt und mit den minimalistischsten Mitteln die maximale Spannung erzeugt. Dabei ist es immer wieder erstaunlich zu sehen, das es keiner teuren Effekte oder anderer kostspieligen Dinge bedarf, um den Zuschauer absolut zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. "Das unsichtbare Auge" ist dabei schon eine Art Paradebeispiel, wie man mit einigen wenigen Darstellern, von denen die meisten zudem noch vielmehr als nötiges Beiwerk anzusehen sind und einigen minimalistischen Mitteln einen extrem bedrohlichen und atmosphärischen Film zu schaffen, der in so mancher Passage auch für eine gepflegte Gänsehaut sorgen kann.

Insbesondere die angesprochene Atmosphäre ist das absolute Aushängeschild dieses Werkes, in dem Leigh (Lauren Hutton) ständig seltsame Telefonanrufe-und Geschenke erhält. Erscheint das zu Beginn noch eher wie eine Verwechslung, so entpuppt sich das Geschehen doch äusserst schnell als perfides Psycho-Spielchen, das jemand mit ihr treibt, um sie anscheinend in den Wahnsinn zu treiben. Fast minütlich verdichtet sich die Grundstimmung des Szenarios immer mehr und es entfalten sich bedrohliche-und unheimliche Züge, die ihre Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlen. Obwohl das Geschehen zu keiner Zeit durch spektakuläre Aktionen auffällt, entwickelt sich ein Spannungsbogen, der phasenweise Ausmaße von absoluter Hochspannung erkennen lässt. Es sind lediglich Anrufe, seltsame Briefe und die Tatsache, das anscheinend jemand in Leigh's Wohnung war, die hier für atemlose Spannung sorgen. Und dann wäre da selbstverständlich wirkliche überzeugende und authentische Darstellung von Lauren Hutton, die dem Ganzen sehr viel Glaubwürdigkeit verleiht. Nimmt sie die ganzen Dinge zu Beginn noch auf die leichte Schulter und gibt sich als selbstbewuste und taffe Frau, so wird gerade der Übergang zu einem ängstlichen Nervenbündel, zu dem sie mit der Zeit mutiert, brillant dargestellt

Man kann sich sehr gut in ihre Lage hineinversetzen, da die Dinge, mit denen sie konfrontiert wird, im eigenen Alltag passieren könnten, was der ganzen Geschichte einen ungeheuer realistischen Anstrich verleiht. Somit sind wir auch bei der ganz großen Stärke dieses Filmes angelangt, denn hier gibt es nichts Übernatürliches oder Phantastisches, das man in das Reich der Fantasie abschieben kann, vielmehr wird man mit einem perfiden Katz-und Maus Spiel konfrontiert, das in dieser Form jedem normalen Menschen an jedem Ort der Welt passieren kann. So fragt man sich fast zwangsläufig, wie man selbst in einer solchen Situation reagieren würde und wird eventuell mit seinen eigenen Ängsten konfrontiert. Es werden die ureigensten Ängste des Menschen offenbart, denn eine bedrohliche Gefahr wirkt immer erheblich stärker, wenn sie unsichtbar ist und man nicht weiss, von wem sie ausgeht.

So ist dann auch die Identität des Täters eher nebensächlich und wird zum Ende der Geschichte lediglich zur Kenntnis genommen, hat aber während der gesamten Laufzeit eine vielmehr unbedeutende Gewichtung für das gewonnene gesamtbild, es geht einzig und allein um das Psycho-Spiel an sich und deren Auswirkung auf das Opfer. Und man kann es nur noch einmal wiederholen, dieser Aspekt wurde einfach erstklassig und ausdrucksstarl in Szene gesetzt, Mrs. Hutton gibt eine fantastische Kostprobe ihres Könnens und verleiht dem von ihr gespielten Charakter extrem viel Authenzität, so das die auftretende Angst auch spürbar beim Betrachter ankommt und man sich selbst in seiner Haut nicht unbedingt sehr wohlfühlt, obwohl man ja sicher vor dem eigenen Bildschirm sitzt und eigentlich kein Teil der Ereignisse ist, die sich da vor dem eigenen Auge abspielen. Und das ist doch ein untrügliches Zeichen dafür, das die Faszination des Geschehens auf einen übergesprungen ist und man sich mit der Situation identifizieren kann, denn ohne es wirklich zu merken, wird man selbst teilweise zum Spielball der Ereignisse und ist tief in die Story eingetaucht, so das die unheimliche Stimmung schon körperlich zu spüren ist.

Letztendlich ist "Das unsichtbare Auge" ein Film, der auch nach mittlerweile über 3 Jahrzehnten nichts von seinem reiz und seiner Faszination eingebüßt hat, behandelt er doch auch eine Thematik, die jederzeit aktuell ist und in der sich auch die eigenen Ängste widerspiegeln. Man könnte es auch "Extrem-Stalking" nennen, oder auch einfach nur die Befriedigung, einen anderen Menschen mit einer unsichtbaren macht zu belegen, gegen die er sich nur schwerlich zur Wehr setzen kann. Auf jeden Fall aber wurde das Thema hier erstklassig und extrem authentisch umgesetzt, so das Fans spannender Psycho-Thriller sich diese Perle des Genres unbedingt anschauen sollten.


Fazit:


Vielleicht liegt es daran, das Carpenter's "Halloween" im gleichen Jahr erschien und "Das unsichtbare Auge" dadurch nie die Beachtung erhalten hat, die dieser erstklassige Film verdient hätte. Dabei hat der Altmeister hier einen äusserst gelungenen Film geschaffen, der mit den geringsten Mitteln die größtmögliche Spannung und Atmosphäre erzeugt. Jeder, der dieses kleine Juwel noch nicht kennt, sollte diesen Zustand so schnell wie möglich ändern, denn ansonsten verpasst man ein fantastisches und sehr intensives Film-Erlebnis, das unter die Haut geht und auch einen nachhaltigen Eindruck im Kopf des Zuschauers hinterlässt.


8,5/10

Mittwoch, 12. Mai 2010

Dread






Dread
(Dread)
mit Jackson Rathbone, Shaun Evans, Hanne Steen, Laura Donnelly, Jonathan Readwin, Vivian Gray, Carl McCrystal, Derek Lea, Siobhan Hewlett, Kieran Murphy, Cheyanne Raymond, Zoe Stollery, Elspeth Rae, Erin Gavin, Kerry Ann Smith
Regie: Anthony DiBlasi
Drehbuch: Anthony DiBlasi / Clive Barker
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Theo Green
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Die drei Studenten Quaid (SHAUN EVANS), Stephen (JACKSON RATHBONE) und Cheryl (HANNE STEEN), starten ein Projekt, das sich mit Furcht beschäftigt. Zu diesem Zweck sucht das Trio auskunftsfreudige Menschen, die über ihre tiefsten Ängste und persönlichen Dämonen sprechen wollen. Doch weder Stephen noch Cheryl ahnen, dass dies für Quaid nur die Vorstufe ist. Er möchte die Studie noch weiter ausreizen: Denn er glaubt, dass man Ängste nur überwinden kann, wenn man mit ihnen konfrontiert wird. Oder aber man zerbricht an ihnen. Und um sein Experiment zum Erfolg zu führen, schreckt Quaid nicht davor zurück, Stephen und Cheryl die Hölle auf Erden erleben zu lassen …


Verfilmungen diverser Kurzgeschichten aus den "Büchern des Blutes" von Clive Barker stehen im Moment anscheinend ziemlich hoch im Kurs und erfreuen sich großer Beliebtheit. So erscheint mit "Dread" ( Moloch Angst) mittlerweile die dritte Verfilmung innerhalb kurzer Zeit, die zudem auch noch als äusserst gelungen angesehen werden kann. Wies beispielsweise "Book of Blood" noch einige Längen auf, so hat es Regisseur Anthony DiBlasi hier sehr gut verstanden, die Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge zu bringen, ohne den Zuschauer dabei mit zähflüssigen Passagen zu langweilen. Insbesondere die Entwicklung der hier erzählten Geschichte ist dabei exzellent in Szene gesetzt worden und versetzt dem Betrachter nicht gerade selten in ein absolutes Wechselbad der Gefühle. Wird man doch gerade im ersten drittel des Films mit einer eher harmlos wirkenden Konstellation konfrontiert, in der drei Studenten die Idee verwirklichen wollen, eine Studie über die Furcht und die Ängste der Menschen zu erstellen, so nimmt die Story danach doch merklich an Tempo auf, als Quaid sich mit den gewonnenen Ergebnissen keinesfalls zufriedengeben will. Vielmehr ist es sein Ansinnen, die betroffenen Personen mit ihren Ängsten frontal zu konfrontieren, wobei seine darauf folgenden Maßnahmen an Härte, Brutalität und Sadismus nur schwerlich zu überbieten sind.

Es ist insbesondere die drastische Wendung, die hier zu Tage tritt, die diesen Film so besonders intensiv erscheinen lässt, denn wird man in der ersten Filmhälfte doch hauptsächlich mit einer recht gelungenen Beleuchtung der einzelnen Haupt-Charaktere konfrontiert und erfährt auch eine Menge über deren eigene Ängste, so entfaltet sich danach ein äusserst harter und blutiger Psycho/Thriller, der merklich unter die Haut geht und auch sich auch nachhaltig im Kopf des Zuschauers einnistet, so das man auch noch lange nach dem Ende über ihn nachdenkt. Dabei sollte man anmerken, das sich der erste Teil des Films trotz etas fehlender Action keineswegs langatmig gestaltet, denn immer wieder wird man mit wirkungsvollen Schockmomenten bedient, die sich hauptsächlich durch visionsartige Flashbacks offenbaren. Ausserdem sind die diversen Informationen, die man über die Haupt-Protagonisten erhält, sehr interessant und auch für den weiteren verlauf des Geschehens ziemlich wichtig, damit mit die später folgenden Ereignisse besser nachvollziehen kann.

Bei den Charakter-Darstellungen der drei Studenten sticht ganz besonders das vollkommen unterschiedliche Wesen der beiden männlichen Personen hervor, während Stephen (Jackson Rathbone) eher der ruhige Pol ist, der lediglich eine normale Studie für seine Semester-Arbeit anfertigen will, entpuppt sich Quaid (Shaun Evans) doch ziemlich schnell als der äusserst impulsive Typ, der auch schnell einmal die Beherrschung verliert und anscheinend von der Idee regelrecht besessen ist, die Studien-Teilnehmer mit ihren ureigensten Ängsten ziemlich brutal zu konfrontieren. Dieser Kontrast der beiden total verschieden tickenden Männer kommt hervorragend zur Geltung und wurde erstklassig herausgearbeitet. So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das dieser Unterschied ein Hauptbestandteil des weiteren Verlaufes der Geschichte ist, die sich in der zweiten Filmhälfte extrem zuspitzt und äusserst harte-und blutige Züge annimmt. Insbesondere die Eiseskälte, die von Quaid ausgeht, sorgt hier für die ein oder andere Gänsehaut und lässt einen keinesfalls unberührt. das liegt auch ganz sicher im ausgezeichneten Schauspiel begründet, das die Darsteller an den tag legen und das einen sehr glaubwürdigen und authentischen Eindruck hinterlässt.

Nun kann man sich schon fast denken, das die Geschehnisse hier wohl für einige Beteiligetn kein gutes Ende nehmen werden, was dann letztendlich auch der Fall ist. Denn Quaid beschränkt sich bei seinen Taten nicht nur auf diverse Studien-Teilnehmer, sondern will vor allem seine beiden Mit-Studenten mit ihren Ängsten konfrontieren. Dies geschieht dann auch auf eine sehr intensive Art und Weise, wobei sogar ein gewisser Ekel-faktor beigemischt wird, so das man bei bestimmten Passagen ein aufkommendes Würgen nur sehr schwer unterdrücken kann. Letztendlich kann man "Dread" als wirklich absolut gelungen ansehen, denn hier ist ein Film entstanden, der in seiner Gesamtheit vollkommen überzeugen kann und durch seine beiden sehr unterschiedlichen Filmhälften ein hohes Maß an Intensität freisetzt, das sich ganz automatisch auch auf den Zuschauer überträgt und diesen streckenweise richtig mit den Opfern mitleiden lässt. Wer einen absolut unter die Haut gehenden Horror/Thriller zu schätzen weiss, der im zweiten Abschnitt zudem noch mit einem ordentlichen Härtegrad daherkommt, der sollte sich diese Werk keinesfalls durch die Lappen gehen lassen.


Fazit:


"Dread" ist eine weitere sehr gelungene Verfilnung einer Kurzgeschichte von Clive Barker und stellt bestimmt noch längst nicht das Ende der Fahnenstange dar, da die "Bücher des Blutes" noch genügend Stoff für weitere Filme bieten. Wenn diese dann auch noch so gelungen sind, wie das vorliegende Werk, dann kann man sich als Fan nur riesig darauf freuen. Ein toller Film, der einen von der ersten Minute an in seinen bann zieht und dessen Grundstimmung sich minütlich immer weiter verdichtet, um im Verlauf des Geschehens extrem bedrohliche Züge zu offenbaren, deren Intensität man sich nicht erwehren kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Making Of, Interviews, Trailer

Montag, 10. Mai 2010

The Mutilator






The Mutilator
(The Mutilator)
mit Matt Mitler, Ruth Martinez, Bill Hitchcock, Connie Rogers, Frances Raines, Morey Lampley, Jack Chatham, Ben Moore, Trace Cooper, Pamela Weddle Cooper, Jimmy Guthrie, George Sutton, Steve Davis, Tom Outlaw, Pat Jordon
Regie: Buddy Cooper
Drehbuch: Buddy Cooper
Kamera: Peter Schnall
Musik: Michael Minard
Ungeprüft
USA / 1985

Vor 10 Jahren am Geburtstag seines Vaters versucht Ed als Geschenk die Waffe seines Vaters zu reinigen. Dabei löst sich ein Schuss und die Mutter wird versehentlich erschossen. Dies frustriert den Vater so sehr, dass er zu trinken beginnt und über die Jahre immer zurückgezogener lebt. Heute hat Ed kaum noch Kontakt zu seinem Vater bis dieser ihn bittet sein Sommerhaus winterfest zu machen. Ed und seine Freunde nehmen die Gelegenheit war um ein paar Tage Urlaub zu verbringen. Doch der Urlaub wird zur Hölle da ein brutaler Mörder sein Unwesen treibt. Einer nach dem anderen muss grausam sterben bis Ed herausfindet wer der bestialische Schlächter ist.


Die 80er Jahre haben Slasher hervorgebracht wie Sand am Meer, wobei der vorliegende Beitrag von Buddy Cooper eher zu den unbekannteren Vertretern seiner Art zu zählen ist, sich jedoch im Laufe der Zeit bei seiner Fan-Gemeinde einen gewissen Kultstatus erworben hat. Das liegt ganz sicher auch im Härtegrad begründet, den der Film beinhaltet, ist dieser doch wirklich ziemlich hoch angesiedelt. Die stattfindenden Morde werden dabei größtenteils auf eine äusserst derbe Art und Weise in Szene gesetzt, wie es nicht gerade in vielen Genre-Vertretern der damaligen Zeit der Fall war. Und dennoch sind die meisten Meinungen über diese kleine "Slasher-Perle" doch eher negativer Art, was ich persönlich nur schwerlich nachvollziehen kann.

Sicherlich ist die erzählte Geschichte nicht viel mehr als eine etwas solidere Rahmenhandlung, besitzt keinerlei tiefergehende Substanz, doch bei welchem Film dieser Art ist das schon unbedingt der Fall? Vielleicht liegt es aber auch daran, das es einige Zeit dauert, bis es zu den ersten Morden kommt, jedoch sollte auch bei einem Horrorfilm eine gewisse Einleitung in das Haupt-Geschehen erlaubt sein, bevor es dann so richtig zur Sache geht. Und das geht es hier dann wirklich, die einzelnen Morde sind sehr blutig und zudem auch äusserst hart in Szene gesetzt worden, so das gerade auch die Freunde der etwas härteren Kost hier jederzeit vollkommen zufriedengestellt werden und ihre wahre Freude an dem dargebotenen Schlachte-Fest haben dürften. Es macht einfach sehr viel Spaß, sich die sehr gut inszenierten Morde anzuschauen, da man auch keinerlei Mitleid mit den Opfern empfindet, denn echte Symphatiepunkte kann keine der Personen für sich verbuchen, da die einzelnen Charaktere lediglich vollkommen oberflächlich dargestellt werden, so das man erst gar keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen kann.

So kann man sich letztendlich auf das Wesentliche der Geschichte konzentrieren und sich den äusserst gelungenen härteren Passagen widmen, die ganz eindeutig das absolute Highlight dieses Werkes darstellen, in dem es absolut nicht wichtig ist, wer der Mörder ist, denn das weiss man extrem schnell, hier seine Taten im Focus und machen den ungeheuer starken Reiz dieses Slashers aus. Denn ganz sicher gibt es etliche Genre-Kollegen, die vom Gesamteindruck her ein besseres Bild abgeben, jedoch nur recht Wenige, die so absolut kompromisslos und hart erscheinen. Da kann man als Fan auch schon einmal über einige inhaltliche Schwächen hinwegsehen, die sich einem hier offenbaren, aber im Endeffekt nicht weiter ins Gewicht fallen. Umso unverständlicher erscheinen mir deshalb die vielen negativen Meinungen, die ich mittlerweile über "The Mutilator" gelesen habe, denn letztendlich bietet dieser Horrorfilm doch genau das, was man sich als Freund des Genres wünscht, nämlich eine solide Rahmenhandlung, jede Menge harte und blutige Passagen und Darsteller, die zwar nicht herausragend agieren, aber immerhin Leistungen abliefern, die vollkommen ausreichend für das hier gezeigte Szenario sind.

Letztendlich hat man es mit einem absolut gelungenem Genre-Beitrag zu tun, der im Prinzip das Herz eines jeden Horror-Fans höher schlagen lassen müsste, denn es sind alle Zutaten enthalten, die man für einen kurzweiligen und spannenden Horrorfilm benötigt. Dazu zählt auch eine äusserst schmutzige Atmosphäre, die das Seh-Vergnügen des Zuschauers noch zusätzlich positiv beeinflusst, so das es im Endeffekt keinen größeren Grund für Beanstandungen gibt. Wer dieses kleine Juwel noch nicht kennen sollte, wäre gut damit beraten, diesen Zustand schnellstmöglich zu ändern, vor allem wenn man eine Vorliebe für etwas härter geratene Slasher haben sollte.


Fazit:


Leider hat "The Mutilator" anscheinend immer noch nicht den Bekanntheitsgrad erlangt, den dieser Film eigentlich verdient hätte, wer ihn jedoch kennt, dürfte seinen Wert zu schätzen wissen, denn nur wenige andere Slasher dürften über einen ähnlich hohen Härtegrad verfügen, der zudem noch äusserst gut in Szene gesetzt wurde, so das selbst Gorehounds ihre Freude an diesem Werk haben sollten.


8/10

Freitag, 7. Mai 2010

Zombieworld






Zombieworld
(ZMD: Zombies of Mass Destruction)
mit Janette Armand, Doug Fahl, Cooper Hopkins, Bill Johns, Russell Hodgkinson, Ali Hamadani, Cornelia Moore, James Mesher, Andrew Hyde, Ryan Barret, Victoria Drake, Linda Jensen, Sydney Sweeney, Jake Gear, Erik Lagace
Regie: Kevin Hamedani
Drehbuch: Kevin Hamedani / Ramon Isao
Kamera: John Guleserian
Musik: Andrew Rohrmann
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ruhig und abgelegen ist die kleine Halbinsel Port Gamble im Norden der USA, hier ist die Welt für die aufrechte amerikanische Bevölkerung noch in Ordnung. Doch an einem Tag sollte sich alles ändern. Da wäre z.B. Tom, der als erfolgreicher Banker zurück in seine Heimatstadt kommt, um seiner konservativen Mutter endlich einzugestehen, dass sein Freund Lance eben mehr als nur ein Freund für ihn ist. Dann ist da die junge Halbiranerin Frida, die ihrem Vater auf der Insel in seiner Werkstatt helfen möchte, der man aber aufgrund ihres "orientalischen Aussehens" in Zeiten des "Krieg gegen den Terror" sehr vorurteilsbehaftet gegenüber tritt. Und schlussendlich ist da noch dieses fiese Virus, das wild um sich greift und alle Menschen in fleischfressende Zombies verwandelt! Die noch lebendigen Bewohner von Port Gamble haben so ihre Theorien, wer für diesen Zombie-Outbreak verantwortlich sein muss: Islamistische Terroristen oder Homosexuelle! Für Frida, Tom und Lance wird nun klar, dass die Zombies nicht unbedingt ihr größtes Problem an diesem Ort sein werden...


Ob es sich bei vorliegendem Film wirklich um einen Abklatsch oder eine Billig-Variante von "Zombieland" handelt, wie es von vielen Leuten behauptet wird, mag ich nicht zu entscheiden, da ich "Zombieland" noch nicht gesehen habe. Aber Eines kann man glaube ich auf jeden Fall sagen, hier handelt es sich um eine äusserst gelungene Zombie-Komödie, die zwar gut 20 Minuten benötigt, um so richtig in Schwung zu kommen, diesen Schwung dann aber auch bis zum Ende beibehalten kann und nichts von ihrer temporeichen Erzählweise einbüsst. Doch selbst die ersten 20 Minuten erscheinen keineswegs langweilig, man bekommt einen Eindruck über die Haupt-Charaktere der Geschichte und wird auch hier schon mit leichtem Wortwitz und etwas Situationskomik konfrontiert, so das Langeweile erst gar nicht aufkommen mag. Jedoch ist der hier auftretende Humor noch gar nichts gegen das, was danach noch folgt, denn die Geschichte nimmt nun so richtig an Fahrt auf, bedient sich sämtlicher Klischees und präsentiert etliche Passagen, die extrem skurril erscheinen und so manchen Lacher parat halten.

In erster Linie sind es die typischen Klischees, die hier für aussergewöhnlich witzige Situationskomik sorgen, so muss sich einerseits die in den USA geborene Iranerin Frida den Vorwurf gefallen lassen, das die plötzlich aufgetretene Zombie-Seuche das Ergebnis eines terroristischen Anschlags ist, andererseits müssen sich die beiden Homosexuellen Tom und Lance den Vorwurf gefallen lassen, das die Schwulen die Wurzel des Übels sind. Das bei dieser Ausgangslage die skurrilsten Situationen auftreten, kann man sich sicherlich denken und so wird Frida von einem Einheimischen gefoltert und die beiden Jungs sollen gar in der Kirche in einem Bekehrungsraum auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden. Man merkt also ziemlich schnell, das hier für jede Menge Spaß gesorgt ist und man bestens unterhalten wird. Einige Passagen des Films erscheinen dabei schon so grotesk, das man aus dem lachen kaum noch herauskommt, stellvertretend dafür sei nur an die Sequenz erinnert, in der sich Tom gegenüber seiner Mutter outen will und zugibt, das er schwul ist. Die Dialoge und der Wortwitz, die hierbei zu Tage treten, sind einfach nur brillant und auch die sich danach ergebene Situation, in der sich Tom's Mutter in einen Zombie verwandelt, ist dermaßen schräg, das einem die Tränen in die Augen schießen.

Doch es ist längst nicht nur der wirklich köstliche und phasenweise pechschwarze Humor, der "Zombieworld" absolut sehenswert macht, auch der enthaltene Härtegrad ist mehr als ordentlich und kann sich jederzeit sehen lassen. So geht es stellenweise äusserst blutig und deftig zur Sache, da werden Arme ausgerissen, Köpfe abgeschlagen und auch ansonsten fliegen etliche Gliemaßen durch die Luft, so das insbesondere auch die Gorehounds voll auf ihre Kosten kommen dürften. Bis auf die ersten 20 Minuten präsentiert sich also eine mehr als ansehbare Schlachte-Platte, die mit jeder Menge Witz und Charme versehen ist und dem Betrachter so ein erstklassiges und extrem kurzweiliges Seh-Vergnügen bietet, an dem ein jeder Fan des Genres seine reine Freude haben dürfte. Für mich persönlich zählt das Werk von Regisseur Kevin Hamedani auf jeden Fall zu den besseren Vertretern der Zombie-Komödie, auch wenn das einige Leute anscheinend anders sehen mögen.

Dazu tragen auch die Schauspieler bei, die ihre Parts absolut überzeugend darbieten und dem Film so auch teilweise ihren Stempel aufdrücken. Sicherlich darf man bei einem Werk dieser Art keine oscarverdächtigen Leistungen erwarten, aber liegt es doch größtenteils auch an den Darstellern, ob vorhandener Humor zündet oder nicht und hier zündet er total. Gerade die stellenweise vollkommen überzeichnete Darstellung der einzelnen Figuren ist absolut perfekt gelungen und verleiht dem geschehen schon etwas trashiges, was in vorliegendem Fall als vollkommen positiv anzusehen ist und der Geschichte ihre ganz eigene Note verleiht. Letztendlich bekommt man es mit einem wirklich erstklassigen Film-Vergnügen zu tun, das kaum kurzweiliger hätte ausfallen können. Jede Menge Humor und ein ordentlicher Härtegrad, gepaart mit guten Darstellern und schon sind gut 90 Minuten Spaß und Kurzweil garantiert, den man sich als Fan des Genres keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Ganz egal, wie später mein Urteil über "Zombieland" ausfallen wird, "Zombieworld" hat es wirklich geschafft, mich zu begeistern. Schön blutiger Zombie-Horror im Einklang mit exzellentem Wortwitz und jeder Menge skurriler Situationskomik, Zombie-Fan, was willst Du mehr. Ich für meinen teil kann hier jedenfalls nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn wenn man dieses tolle Werk unbeachtet an sich vorbeiziehen lässt, weiss man nicht, was man verpasst hat und das ist eine ganze Menge.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Making Of, Trailer, Trailershow

Dienstag, 4. Mai 2010

Der Fluch der 2 Schwestern






Der Fluch der 2 Schwestern
(The Uninvited)
mit Emily Browning, Arielle Kebbel, David Strathaim, Elizabeth Banks, Maya Massar, Kevin McNulty, Jesse Moss, Dean Paul Gibson, Don S. Davis, Lex Burnham, Matthew Bristol, Danny Bristol, Heather Doerksen, Alf Humphreys, Ryan Cowie
Regie: Charles Guard / Thomas Guard
Drehbuch: Craig Rosenberg / Doug Miro
Kamera: Dan Landin
Musik: Christopher Young
FSK 16
USA / 2009

Anna musste nach dem tragischen Tod ihrer Mutter längere Zeit im Krankenhaus verbringen. Nun kehrt sie nach hause zurück und muss schockiert feststellen, dass ihr Vater sich neu verlobt hat - ausgerechnet mit Rachael, der ehemaligen Pflegerin ihrser Mutter. In ihrer ersten Nacht zu Hause wird Anna vom Geist ihrer Mutter heimgesucht, die ihre Tochter eindringlich wart: Rachael führt nichts Gutes im Schilde. Gemeinsam mit ihrer Schwester versucht Anna verzweifelt, ihren Vater davon zu überzeugen, dass seine Verlobte nicht die ist, für die sie sich ausgibt. Was eine glückliche Familienzusammenführung sein sollte, entwickelt sich zu einer brutal eskalierenden Schlacht zwischen einer Stiefmutter und ihren Stieftöchtern...


Das die Amerikaner mittlerweile von eigentlich jedem asiatischen Gruselfilm ein Remake anfertigen, dürfte keine große Überraschung mehr darstellen, ebensowenig die Tatsache, das diese Kopien selten die Klasse der Originale erreichen. Was die beiden Regisseure Charles und Thomas Guard mit "Der Fluch der 2 Schwestern" auf die Beine gestellt haben, darf man durchaus als sehr gelungene US-Version des visuellen Meisterwerkes "A Tale of two Sisters" aus dem Jahr 2003 ansehen. Zwar kann vorliegende Version rein visuell nicht mit dem Original mithalten, das vor allem durch sein äusserst kräftiges Spiel mit den Farben einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen hat, doch ansonsten bekommt man hier wirklich erstklassige Gruselkost geboten, die von der ersten bis zur letzten Minute extrem spannend in Szene gesetzt wurde.

Und in einer Beziehung ist das Remake vielleicht sogar etwas besser geraten, denn bei einer Spieldauer von nur knapp 84 Minuten wurde die Geschichte doch um Einiges abgespeckt und das um immerhin knapp 25 Minuten. Das hat den sehr positiven Effekt, das das gesamte Geschehen viel knackiger verpackt ist und erst überhaupt keine langatmigen Phasen entstehen, wie man sie eventuell beim Original noch beobachtet hat. So handelt es sich hier auch nicht um eine vollständige 1:1 Kopie, auch wenn die Thematik vollkommen identisch ist. Im Film von 2003 wurden halt gewisse Passagen etwas in die Länge gezogen, um den aufkommenden Grusel-Effekt noch schleichender erscheinen zu lassen, darauf hat man in vorliegendem Werk fast gänzlich verzichtet, was der Geschichte insgesamt sogar sehr gut getan hat, da durchgehend ein äusserst hoch angesiedelter und sehr konstanter Spannungsbogen zu verzeichnen ist, der zu keiner Zeit irgendwelche Einbrüche erkennen lässt.

Wenn man "A Tale of two Sisters" schon gesehen hat, fehlt hier selbstverständlich der Überraschungseffekt am Ende, da man ja von Beginn an weiss, worauf das Ganze hinausläuft, das ändert aber rein gar nichts an der Tatsache, das es sich bei der US-Version um einen wirklich hervorragend gelungenen Gruselfilm handelt, in dem auch die agierenden Schauspieler durch tolle Leistungen zu einem insgesamt erstklassigen Gesamteindruck beitragen, den der Film hinterlässt. Dazu zählt auch ganz sicher die sich entfaltende Atmosphäre, die dem Zuschauer ein schaurig-gruseliges Feeling vermittelt, so das man eine teilweise aufkommende Gänsehaut nur schwerlich unterdrücken kann. Und diese herrliche Grundstimmung herrscht die ganze Zeit über vor, man kann die immer stärker werdende Bedrohlichkeit und das aufkommende Unheil streckenweise förmlich greifen, was für einen nahezu perfektes Grusel-Erlebnis garantiert, dessen Intensität sich unwillkürlich auch auf einen selbst überträgt.

Wurde man bei einigen anderen US remakes zu Asia-Gruslern doch so manches Mal ziemlich enttäuscht, dürfte dies bei vorliegendem Film eigentlich nicht der Fall sein. Dafür dürfte allein schon der geschickte Schachzug sorgen, die Original-Story um Einiges zu erleichtern und dem Betrachter so eine knackige und gut verpackte Szenerie zu offenbaren, die ganzzeitig spannende und gruselige Unterhaltung darbietet und meiner persönlichen Meinung nach eigentlich keine größeren Schwächen offenbart.


Fazit:


"Der Fluch der 2 Schwestern" zählt in meinen Augen ganz definitiv zu den besseren US-Kopien asiatischer Gruselfilme und bietet ein überdurchschnittlich gutes Horrorfilm-Erlebnis, an dem jeder Grusel-Fan seine Freude haben dürfte. Eine abgespeckte Geschichte sorgt dafür, das keinerlei Längen auftreten und so das Interesse des Zuschauer zu keiner Zeit beeinträchtigt wird. Auf jeden Fall handelt es sich um einen Film, den man sich unbedingt anschauen sollte, allein schon um die herrlich-gruselige Stimmung in sich aufzusaugen.


8/10

Samstag, 1. Mai 2010

Wenn die Gondeln Trauer tragen






Wenn die Gondeln Trauer tragen
(Don't Look Now)
mit Donald Sutherland, Julie Christie, Hilary Mason, Clelia Matania, Massimo Serato, Renato Scarpa, Giorgio Trestino, Leopoldo Trieste, David Tree, Ann Rye, Nicholas Salter, Sharon Williams, Bruno Cattaneo, Adelina Poerio
Regie: Nicolas Roeg
Drehbuch: Daphne Du Maurier / Allan Scott
Kamera: Anthony B. Richmond
Musik: Pino Donaggio
FSK 16
Großbritannien / Italien / 1973

Nachdem die geliebte Tochter in einem Teich ihres englischen Landsitzes ertrank, kommen John und Laura Baxter (Donald Sutherland & Julie Christie) nach Venedig. Hier passieren mysteriöse Dinge. Der Geist des toten Kindes scheint auf die Erde zurückgekehrt, um die Eltern vor den tödlichen Gefahren der Lagunenstadt zu warnen. Laura gerät ganz in den Bann dieser unheimlichen Visionen. Was geschieht aber, wenn John die warnenden Signale aus dem Reich der Toten ignoriert? Kann das Paar sich noch länger den drohenden Folgen entziehen, in welche es durch die Voraussagen der geheimnisvollen, blinden Hellseherin verstrickt wurde?


Wenn man von Mystery / Thrillern mit leichtem Horror-Einschlg spricht, dann kann man an diesem subtilen Meisterwerk von Nicolas Roeg kaum vorbei, denn kann man diesen Film wohl ohne Übertreibung zu den besten Vertretern seiner Sparte zählen. Hier liegt einmal wieder ein Paradebeispiel dafür vor, das man selbst mit einem äusserst geringen Budget (geschätzte 1.500.000 $) eine maximale Wirkung erzielen kann. Aus heutiger Sicht mag dieses Werk auf viele eventuell einen etwas angestaubten Eindruck hinterlassen und auch die eher sehr ruhige Erzählweise der Geschichte mag nicht mit jedem Geschmack konform gehen, doch ist es doch insbesondere der gewählte Erzähl-Stil, der dem Geschehen ein so hohes Maß an Intensität verleiht und den Zuschauer förmlich in seinen Bann zieht. Der dabei entstehende Horror ist vollkommen unblutig und von der subtilen Art, so das trotz der Tatsache, das im Prinzip gar nicht so viel geschieht, ein äusserst angespanntes Seh-Verhalten beim Betrachter entsteht.

In der Hauptsache wird man fast ganzzeitig mit den beiden Hauptcharakteren John und Laura konfrontiert, die durch einen tragischen Unfall ihre kleine Tochter verloren haben. Die beiden anderen, für die Geschichte besonders wichtigen Figuren sind 2 skurrile Schwestern, von denen die eine blind ist und anscheinend über "Das zweite Gesicht" verfügt. Vor allem Laura ist den Prophezeiungen dieser Frau besonders zugänglich, die ihr und ihrem Mann dringend rät, Venedig so schnell wie möglich zu verlassen, um einer Katastrophe zu entgehen, die insbesondere John betrifft. Mehr kann und darf man über den Inhalt einfach nicht verraten, um die Spannung nicht schon vor der Sichtung des Filmes zu nehmen.

Doch prinzipiell ist es eigentlich vollkommen egal, wieviel man über den Inhalt weiss, denn selbst nach mehrmaligem Anschauen verliert dieses Meisterwerk des Mystery / Thrillers rein gar nichts von seiner Faszination, die auch nach mittlerweile 37 Jahren immer noch vorhanden ist, da es sich hier wirklich um einen zeitlosen Klassiker handelt. Dazu tragen schon allein die erstklassigen darstellerischen Leistungen bei, die sich einem hier offenbaren, wobei insbesondere D. Sutherland und J. Christie herausragen, die der Geschichte durch ihr authentisches und überzeugendes Schauspiel ganz unweigerlich ihren Stempel aufdrücken. Doch ist es längst nicht nur das Schauspiel, das diesen Klassiker so absolut sehenswert macht, auch die sich entfaltende Atmosphäre ist als absolutes Highlight anzusehen. Mit der Zeit verdichtet sich die Grundstimmung immer mehr, die aufkommende Bedrohlichkeit der Geschehnisse tritt immer mehr in den Vordergrund und das Szenario nimmt immer mehr unheimliche und mysteriöse Elemente an, denen man sich als Zuschauer nicht erwehren kann. Immer mehr versinkt man selbst in den geheimnisumwobenen Geschehnissen, die sich einem präsentieren und kann auch eine phasenweise auftretende Gänsehaut nicht unterdrücken.

Und dann sollte man es auch nicht unerwähnt lassen, das dieser Film wohl eine der ästhetischsten und ausdrucksstärksten Sex-Szenen der Filmgeschichte beinhaltet, denn auch, wenn solche Passagen in vielen Filmen eher unnötig und überflüssig erscheinen, so passt es hier perfekt in das exzellente Gesamtbild. Selten hat eine solche Szene so viele Gefühle beinhaltet, denn über Leidenschaft, Schmerz, Trauer und Liebe ist doch die gesamte Gefühls-Palette vorhanden und wird dabei brillant zum Ausdruck gebracht, so das einen das Gefühl überkommt, das die beiden Personen in ihrem Schmerz richtiggehend miteinander verschmelzen wollen.

So kann man letztendlich zu der Erkenntnis gelangen, das mit den minimalsten Mitteln eine maximale Wirkung erzielt wurde, die auch noch lange nach dem Ende des Films nachwirkt und einen nicht so schnell wieder freigibt. Ständig lässt man das Szenario immer wieder vor seinem geistigen Auge vorüberziehen und sucht nach weiteren Anhaltspunkten und Kleinigkeiten, die man vielleicht übersehen hat und die einem noch eine andere Sichtweise auf die Ereignisse bieten, um diese auch anders interpretieren zu können. So beschäftigt einen die Geschichte auch noch sehr nachhaltig, was meiner Meinung nach immer das größte Kompliment ist, das man einem Film machen kann, ist es doch praktisch die Garantie dafür, das man ihn nicht das letzte Mal gesehen hat.


Fazit:


"Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist ein absolut brillanter Mystery / Thriller, dem subtile Horror-Elemente und dramatische Züge beigefügt wurden, so das insgesamt eine nahezu perfekte Kombination entstanden ist, die ihre beabsichtigte Wirkung auf den Zuschauer nicht verfehlt. Trotz seines Alters von nun fast schon 40 Jahren ist der Film dabei immer wieder sehenswert und garantiert ein intensives und auch unheimliches Film-Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird.


9/10