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Donnerstag, 29. Juli 2010

Ebola Syndrom






Ebola Syndrom
(Yibula bing du)
mit Anthony Wong Chau-Sang, Yeung Ming Wan, Fui-On Shing, Wong Tsui-ling, Miu-Ying Chan, Meng Lo, Edward Corbett, Lori Shannon, Michael Tam, Bobby Yip
Regie: Herman Yau
Drehbuch: Ting Chau
Kamera: Gok Bing Tsui
Musik: Maik Chang Hung
Ungeprüft
Hongkong / 1996

Kai ist in Hongkong in einem Restaurant angestellt. Als er jedoch von seinem Boss beim Geschlechtsverkehr mit dessen Frau gestört wird, sieht Kai nur einen Ausweg: er tötet die beiden bestialisch, doch die kleine Tochter kann entkommen. Kai flüchtet darauf nach Afrika, wo er wieder einen Job in einem Restaurant annimmt. Als er mit seinem Chef in ein Eingeborenendorf fährt, um dort Schweine zu kaufen, vergewaltigt Kai nebenbei eine Eingeborene. Was er aber nicht weiss: die Frau hat den Virus Ebola. Kai steckt sich natürlich an, merkt aber vorläufig noch nichts. Plötzlich wird er dann krank, wird aber schnell wieder gesund, da er einer der wenigen Menschen ist, die immun gegen das Virus sind. Als er mal wieder beim ficken mit der Frau des Chefs erwischt wird, tötet er beide und verarbeitet sie zu Fleischbällchen, welche er im Restaurant verkauft. Alle Leute, die diese essen, stecken sich automatisch auch mit Ebola an. Das Virus verbreitet sich schnell. Als Kai wegen Mord gesucht wird, reist er wieder nach Hongkong zurück. Doch dort sucht ihn die Polizei auch schon mit Unterstützung der Tochter seines früheren Arbeitgebers...


Zynisch, schwarzhumorig, makaber, kompromislos, hart und eklig, all diese Begriffe treffen auf das Werk von herman Yau zu, so das man eigentlich von der ersten Minute an weiss, das man es hier nicht mit einem seichten Kaffeekränzchen zu tun bekommt. Vielmehr ist "Ebola Syndrom" ein Film, der in allererster Linie von seinem grandiosen Hauptcharakter Kai (Anthony Wong Chau-Sang) und dessen herausragendem Schauspiel bestimmt wird. Die Darstellung eines Mannes, der wirklich zu 100 % nur an sich selbst denkt und dem alle anderen Menschen scheinbar vollkommen egal sind wird hier so eindrucksvoll in den Vordergrund gerückt, das die Figur einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Der Begriff Rücksichtslosigkeit erhält hier eine vollkommen neue Dimension, so das man einen egoistischen menschen im Prinzip vollkommen neu erfinden muss. Wenn man es nicht besser wüsste, dann müsste man schon fast zwangsläufig davon ausgehen, das Wong sich hier selbst spielt, so eindrucksvoll und authentisch wirkt sein Schauspiel, das einem stellenweise schon richtig unter die Haut fährt.

"Ebola Syndrom" ist ein Film, der vollkommen abseits jeglichen Mainstreams anzusiedeln ist und insbesondere zartbesaitete Gemüter sollten sich ganz genau überlegen, ob es sinnvoll ist, sich dieses Werk anzusehen, das doch über einen sehr beachtlichen Härtegrad verfügt, der sich aber längst nicht nur durch visuelle Eindrücke offenbart. Vielmehr hat es Regisseur Herman Yau nahezu perfekt verstanden, eine mehr als gelungen Kombination aus visueller Härte und der Härte, die sich im Kopf des Zuschauers entfaltet, zu erschaffen. Hinzu kommt eine gehörige Anzahl wirklich ekliger Szenen, so das Leute mit einem empfindlichen magen besser einen großen Bogen um diesen Film machen sollten. Manch ein Gorehound mag vom vorhandenen Härtegrad eventuell sogar etwas enttäuscht sein, denn werden viele Passagen doch eher im Ansatz gezeigt, wobei sich dann die wahre Härte in der Vorstellung des betrachters entfaltet. Dies geschieht allerdings auf eine so brachiale Art, das man sich größtenteils eines sehr beklemmenden gefühls kaum erwehren kann, das fast zwangsläufig in einem aufsteigt.

Das dabei auch immer wieder aufsteigende Ekelgefühl äussert sich insbesondere in den Passagen des Filmes, die automatisch an einen Film wie "The Untold Story" erinnern, denn auch hier werden Menschen getötet und zu Fleisch verarbeitet, das dann später in einem restaurant den Gästen in Form von Hamburgern serviert wird. Gerade bei diesen Passagen kann das psychische Element der Geschichte greifen, denn entsteht doch schon ein flaues Gefühl im Magen des Zuschauers, wenn man sich vorstellt, was diese Menschen gerade essen. Hinzu kommt die tatsache, das die Hamburger zudem noch als Überträger des Ebola-Virus dienen und man kann sich denken, das die Anzahl der Todesopfer nicht gerade gering ist. das alles interessiert Kai aber herzlich wenig, denn selbst zu dem Zeitpunkt als ihm bewust wird, das er mit dem Ebola-Virus infiziert ist und so einen absolut tödlichen Überträger darstellt, denkt er nur an sich selbst. Statt verzweifelt zu sein, kommt ihm nichts anderes in den Sinn, als möglichst viele Menschen auch zu infizieren, was die zynische Seite seines Charakters noch einmal ganz besonders in den Vordergrund rückt.

Letztendlich ist "Ebola Syndrom" ganz sicher ein Film, der nicht für zarte Gemüter geeignet ist. Besonders gut hat mir der Aspekt gefallen, das Herman Yau es nicht darauf angelegt hat, den Film in eine sinnbefreite Gewaltorgie ausarten zu lassen, sondern die schon erwähnte Mischung aus visueller Härte und der Härte zu erschaffen, die im Kopf stattfindet. Das daraus entstehende Endprodukt ist an brachialer Gewalt schwer zu toppen und hinterlässt einen sehr beklemmenden und nachhaltigen Eindruck, dessen man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Hinzu kommt die exzellente Grundstimmung des Filmes, die herrlich versifft und dreckig erscheint. Und selbst in einer so schonungslos dargestellten Geschichte wie hier ist dann auch noch Platz für jede Menge erstklassigen und tiefschwarzen Humor, der in den meisten Einstellungen ganz vortrefflich zum Ausdruck kommt und dem Geschehen eine ganz besondere Note verleiht. Untermalt wird das Geschehen dann auch noch von einem erstklassigen Score, der insbesondere die bedrohliche Atmosphäre noch mehr hervorhebt, so das man insgesamt von einem erstklassigen Film-Erlebnis sprechen kann, das man nicht so schnell vergessen wird.


Fazit:


"Ebola Syndrom" ist wirklich ein sehr hartes und beklemmendes Stück Film, das nicht spurlos an einem vorbeigeht. Hier wird man mit Cat III Kino der allerersten Güte konfrontiert, das extrem brutal und schonungslos über einen hineinbricht. Die hier gewonnenen Eindrücke sind durchaus dazu in der Lage, den Zuschauer richtig zu schocken, stimmen aber auf der anderen Seite auch nachdenklich und erzeugen dabei eine Sichtweise über den Begriff Egoismus, den man in dieser ausgeprägten Form vielleicht noch nicht gesehen hat.


9/10

Dienstag, 27. Juli 2010

Slaughter






Slaughter
(Slaughter)
mit Lucy Holt, Amy Shiels, David Sterne, Antonia Bernath, Andrei Araditz, Ingrid Bisu, Vance Daniels, Cristi Hogas, Maxim Knight, C.J Singer, Denis Stefan, Craig Robert Young
Regie: Stewart Hopewell
Drehbuch: Stewart Hopewell
Kamera: Marius Ivascu / Amando Salas
Musik: Justin Caine Burnett
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Nachdem sich die junge Faith von ihrem brutalen Freund getrennt hat, glaubt sie, dass ein kompletter Neuanfang in ihrem Leben die beste Lösung sei. Als sie Lola kennenlernt und diese ihr anbietet einige Zeit bei ihr auf der Farm ihrer Eltern zu verbringen, sagt sie umgehend zu. Faith beobachtet, dass Lola mit ihrer Familie, und insbesondere ihrem Vater, Probleme hat, möchte sich aber nicht in diese Angelegenheiten einmischen. Zusammen mit ihrer neuen Freundin macht sie viel lieber nachts die Kneipen und Clubs unsicher, wobei sich Lola als offenbar sexuell sehr aktiv darstellt. Nahezu jede Nacht bringt sie einen anderen jungen Mann mit zu sich nach Hause, der am nächsten Tag wieder fort ist. Doch Faith wird misstrauisch: Verlassen diese Männer wirklich die Farm am nächsten Morgen wieder oder schwebt ein dunkles, unvorstellbares Geheimnis über Lolas Familie?


Hier hat man es einmal mehr mit einem Film zu tun, bei dem einen das DVD-Cover in eine falsche Richtung lenken kann, denn ist dieses doch ziemlich reisserisch dargestellt und wird in so manchem Zuschauer die Hoffnung erwecken, es mit einem äusserst harten Horrorfilm zu tun zu bekommen. Diese Hoffnung ist jedoch leicht trügerisch, denn offenbart sich doch vor allem in den ersten gut 60 Minuten vielmehr ein Drama, das erst in der letzten halben Stunde mit einigen Horror-Elementen angereichert wird. Auch wenn in der ersten Stunde des Geschehens eigentlich recht wenig passiert und sich die Geschichte hauptsächlich mit den beiden Hauptcharakteren Lola und Faith beschäftigt, die beide nicht gerade vom Leben begünstigt wurden, so hat das Szenario doch seinen ganz eigenen Reiz und übt eine ganz eigenartige Faszination auf den Zuschauer aus, obwohl man sich gar nicht so genau erklären kann, woran das im Endeffekt liegt.

Vielleicht liegt es ganz einfach an der geheimnisvollen Person der Lola, bei der man von Beginn an denkt, das sie ein Geheimnis verbirgt, oder auch nur an der alten Farm, auf der sie lebt und die eine schon mysteriöse Aura umgibt. Hinzu kommen auch noch Lolas Vater und ihre zwei Brüder, die immer wieder wie nebensächlich durch Kurzauftritte in Erscheinung treten, von denen man aber nie so richtig weiss, welche Bedeutung sie für das Gesamtbild der Geschichte haben. So wird man also in erster Linie mit den beiden Mädchen konfrontiert, bei denen sich scheinbar eine echte Freundschaft entwickelt, bei der es aber auch immer wieder zu kleineren Meinungsverschiedenheiten und Streitereien kommt, aus denen man erst einmal nicht so richtig schlau wird.

Auch wenn sich das Ganze jetzt vielleicht nicht extrem spannend anhört, ist es aber doch gerade ein sehr gelungener Spannungsaufbau, der insbesondere in den ersten beiden Dritteln des Filmes zum Vorschein kommt, bevor sich dann die angestaute Spannung im letzten Drittel fast schon auf fulminante Art so richtig entladen kann. Das Geschehen nimmt eine Wendung an, die man so nicht unbedingt vorhersehen konnte, da die eigenen vermutungen doch viel eher in eine etwas andere Richtung tendiert haben. Hinzu kommt die Tatsache, das die geschichte mit einemmal gehörig an Tempo zulegt und auch der härtegrad rapide in die Höhe schnellt, was man schon fast nicht mehr für möglich gehalten hat, da in den ersten 60 Minuten in dieser Beziehung eher tote Hose geherrscht hat. Nun ist es zwar nicht so, das jetzt ein feuerwerk an Splatter-und Gore Szenen stattfinden würde, aber es gibt schon so manch fiese und auch blutigere Passage zu begutachten.

Was mich persönlich am letzten Drittel des Filmes etwas gestört hat, sind die etlichen Haken und Wendungen, die das Geschehen bereithält. Abwechslung und Überraschungsmomente sind ja schön und gut, doch wie oft es in der letzten Phase der Story hin-und her geht, das ist schon etwas zu viel des Guten. Hier wäre vielleicht sogar weniger etwas mehr gewesen, so das die letzten Minuten schon etwas überladen wirken. So wird man stellenweise das Gefühl nicht ganz los, das Regisseur Stewart Hopewell die Versäumnisse der ersten 60 Minuten nachholen wollte, indem er den rest des Filmes mit Ereignissen und Tempo vollädt.

Letztendlich aber ist "Slaughter" in seiner Gesamtheit ein durchaus gelungener Genre-Beitrag, an den man aber mit den richtigen Erwartungen herangehen sollte. Es erwatet einen keinesfalls eine Schlachteplatte, wie das DVD-Cover eventuell vermuten lassen könnte, sondern vielmehr ein recht gelungenes Drama mit Anleihen aus dem Horror-Genre, die sich aber erst relativ spät zu erkennen geben. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen Film, der kurzweilig und äusserst spannend unterhalten kann und zudem noch ein äusserst fieses Ende bereithält.


Fazit:


Gorehounds werden hier sicherlich eher enttäuscht sein, denn "Slaughter" bietet keinesfalls ein Schlachtfest, das sich so manch einer vielleicht erwartet hat, dafür aber eine spannende Geschichte mit einigen doch überraschenden Wendungen, die man in der Art nicht zwangsläufig vorhersehen kann. Solide Darsteller tun ihr Übriges, um ein insgesmt doch recht überzeugendes Gesamtbild zu präsentieren, das man sich jederzeit gut anschauen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Making Of, Deleted Scenes, Trailer, Trailershow


6,5/10

Sonntag, 25. Juli 2010

The Burrowers






The Burrowers
(The Burrowers)
mit Clancy Brown, Steph Delgado, David Busse, William Mapother, Jocelin Donahue, Alexandra Edmo, Brighid Fleming, Karl Geary, Christopher Hagen, Doug Hutchison, Galen Hutchison, Laura Leighton, Harley Coriz, Suzi McLaughlin, Tatanka Means
Regie: J.T Petty
Drehbuch: J.T Petty
Kamera: Phil Parmet
Musik: Joseph LoDuca
FSK 16
USA / 2008

Die Dakota Gebiete 1879, nur eine handvoll mutiger Siedler ist bisher soweit in den unwirtlichen Westen vorgedrungen. Als eine Familie bei einem brutalen nächtlichen Angriff verschleppt wird, fällt der Verdacht auf die feindlichen Indianer. Ein Suchtrupp wird zusammengestellt und nimmt die Jagd auf. Doch schon bald muss die Gruppe auf blutige Weise lernen, dass ihre Beute grauenvoller ist, als jeder menschliche Gegner ... und ihnen ein grausameres Schicksal als der Tod droht.


Horror-Western kann man schon fast an einer Hand abzählen, denn dieses Sub-Genre zählt nicht unbedingt zu den populärsten. Umso schöner ist es dann, wenn doch irgendwann mal einer dieser Filme auf den Markt kommt, der durchaus dazu in der Lage ist, dem Zuschauer spannende und sehr atmosphärische Unterhaltung zu bieten. Und so kann man diesen Film von Regisseur J.T Petty auf jeden Fall zu den besseren Vertretern seiner Art zählen, denn die Geschichte, die sich hier präsentiert ist es allemal wert, die Aufmerksamkeit des Betrachters für sich zu gewinnen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das es einige Zeit dauert, bis "The Burrowers" so richtig Fahrt aufnimmt, da sich auch die Einführungsphase in das Geschehen recht interessant gestaltet. Dabei haben die Macher des Films sorgsam darauf geachtet, das sich mit der Zeit eine immer unheilvollere-und mysteriöse Atmosphäre entfalten kann, da man die ersten gut 30 Minuten gar nicht so recht weiss, mit was man es hier eigentlich zu tun hat.

Und so geht auch der in der Inhaltsangabe erwähnte Suchtrupp erst einmal davon aus, es hier mit menschlichen Gegnern zu tun zu haben, muss aber im Laufe der Zeit feststellen, das es sich dabei um eine fatale Fehleinschätzung handelt, denn die Gegner haben rein gar nichts menschliches an sich und stellen sich als extrem gefährlich und unberechenbar heraus. Immer wieder kommt es so zu Konfrontationen zwischen Mensch und Monster, die immer in der Nacht stattfinden, was den Monstern einen nicht unerheblichen Vorteil bietet. Dennoch kommt es immer wieder zu Verlusten auf beiden Seiten, was im Endeffekt für eine Menge Abwechslung sorgt und das Ganze für den Zuschauer noch interessanter gestaltet. Ganz generell verfügt die Geschichte über einen wirklich gelungenen Spannungsbogen, der sich von Beginn an immer weiter aufbaut und mit zunehmender Laufzeit auch immer weiter verdichtet, so das die ganze Zeit über eine äusserst gelungene Grundstimmung zum tragen kommt, die ihre Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt. Denn ist man doch trotz manchmal fehlender Action äusserst stark von der Szenerie fasziniert und möchte endlich wissen, was es mit den ominösen "Wühlern" auf sich hat.

Alle aufkommenden Fragen werden dann auch mit zunehmender Spielzeit beantwortet, in dieser Beziehung gibt es also überhaupt nichts zu beanstanden, lediglich das Ende des Films empfand ich persönlich als etwas unbefriedigend. Hatte man doch bis dahin eigentlich alles richtig gemacht, so wirken doch die letzten Passagen irgendwie unausgeoren und seltsam abgehackt. Der bis dahin sehr flüssige Erzählstil gerät unnötigerweise ins Stocken und vermittelt sogar das Gefühl, das man eventuell ein kapitel übersprungen hat. Vielleicht stehe ich da mit meiner Sichtweise auch ziemlich allein da, jedoch hatte ich das Empfinden, das hier ein paar Minuten mehr Spielzeit durchaus Abhilfe hätten schaffen können. Das soll das insgesamt gute Gesamtbild aber nicht sonderlich trüben, nor hätte ein etwas ausführlicheres Ende aus einem guten einen sehr guten Film gemacht, denn in allen anderen Belangen kann dieses Werk absolut überzeugen. dazu zählen auch die durch die Bank toll agierenden Darsteller, die durch ihr überzeugendes und authentisches Schauspiel zum guten gesamteindruck nicht unwesentlich beitragen.

Letztendlich bekommt man es hier mit einem gelungenem Horror-Western zu tun, der zwar keine sonderlich harten Passagen beinhaltet, aber dennoch ganzzeitig gute und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet, die man als Horror-Fan keineswegs verpassen sollte. Insbesondere die Verpackung in das Western-Gewand ist eine äusserst willkommene Abwechslung und bietet einmal etwas anderes als den doch zuoft angebotenen Horror-Einheitsbrei, der einem fast täglich serviert wird. Gute Darsteller, eine gelungene und sehr unheilvolle Atmosphäre und ein gelungener Spannungsbogen ergeben ein Endprodukt, das sich jederzeit sehen lassen kann.


Fazit:


"The Burrowers" zählt ganz sicher zu den besseren Horror-Western und hätte mit einem etwas ausführlicherem Ende einen noch besseren Gesamteindruck hinterlassen. Aber auch so bekommt man es mit einer sehr spannenden Geschichte zu tun, deren Grundstimmung von Anfang an sehr bedrohlich-und unheivoll erscheint. So ist auf jeden Fall die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Zuschauers garantiert, der interessiert das Geschehen verfolgt, das sich so mysteriös gestaltet und in manchen Passagen auch für die ein oder andere Gänsehaut sorgen kann. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen Film, den man bedenkenlos weiterempfehlen kann.


7/10

Donnerstag, 22. Juli 2010

Daybreakers






Daybreakers
(Daybreakers)
mit Ethan Hawke, Hamet Minto-Day, Willem Dafoe, Jay Laga'aia, Damien Garvey, Sahaj Dumpleton, Allan Todd, Gabriella Di Labio, Ben Siemer, Peter Welman, Callum McLean, Jarrad Pon, Victoria Williams, Sam Neill, Zoe White, Aolani Roy, Tiffany Lamb
Regie: Michael Spierig / Peter Spierig
Drehbuch: Michael Spierig / Peter Spierig
Kamera: Ben Nott
Musik: Christopher Gonton
FSK 16
Australien / USA / 2009

Im Jahr 2019 beherrschen fast ausschliesslich Vampire die Erde. Die noch wenigen, letzten lebenden Menschen werden von ihnen wegen ihrem kostbaren Blut gejagt. Vampir Edward Dalton ist Wissenschaftler und arbeitet verzweifelt an einem künstlichen Blut um die Weltbevölkerung weiterhin zu ernähren. Doch dann trifft er auf eine Gruppe menschlicher Überlebender, die nicht nur eine Lösung für das Problem anbieten kann, sondern etwas weit Besseres offeriert: Heilung. Aber nicht jeder Vampir will wieder zum Mensch werden. Ein blutiger Krieg bricht aus...


Hier wird der Zuschauer einmal mit einem Vampirfilm konfrontiert, der zwar teilweise an die "Blade-Trilogie" erinnert, aber sich gerade inhaltlich doch ziemlich von dieser unterscheidet. Hier regieren nämlich die Blutsauger in einer nicht so fernen Zukunft die Erde und die wenigen Menschen die noch am Leben sind, befinden sich auf einer schier aussichtslosen Flucht, um den Vampiren nicht zum Opfer zu fallen und ihren Durst nach menschlichem Blut zu stillen. Allein schon die Grundidee der vorliegenden geschichte, kann man durchaus als innovativ bezeichnen, denn ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, das es schon einmal einen Genre-Vertreter gegeben hat, in dem die beliebten Blutsauger den gesamten Erdball regieren.

Besonders hat mir die äusserst blasse Optik gefallen, bei der einen schon phasenweise das Gefühl überkommt, das man es mit einem älteren s/w Film zu tun hat. Durch den Einsatz der sehr blassen Farbfilter erhält das Geschehen so eine extrem düstere und bedrohliche Ausstrahlung, die ihre Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt und nahezu perfekt in diesen modernen Genre-Beitrag hineinpasst. Doch auch ganz generell gesehen kann sich das Werk der Regisseure Michael und Peter Spierig jederzeit sehen lassen, auch wenn manchem Fan eventuell der Härtegrad etwas zu niedrig angesiedelt ist. Doch für eine 16er Freigabe bekommt man einige herrlich blutige Passagen geboten, die zwar nicht gerade im Überfluss vorhanden sind, aber sehr gut in das hier gezeigte Gesamtbild hineinpassen.

Ehrlich gesagt vertrete ich sogar den Standpunkt, das mehr Härte der Story eher geschadet hätten, denn es steht ganz eindeutig die Suche nach einer Lösung des in der Inhaltsangabe geschilderten Problems im Focus der Geschichte und diese Thematik wird auch wirklich gut herausgearbeitet. Nun gibt es sicherlich wieder genügend Leute, die dem Film einige Längen ankreiden wollen, die aber prinzipiell überhaupt nicht vorhanden sind. Schon der äusserst gelungene Spannungsaufbau und das wohl durchdachte heranführen an die endgültige Problemlösung sorgen dafür, das keinerlei Langeweile aufkommen kann. Ausserdem wurde sorgsam darauf geachtet, das die etwas dialoglastigeren Passagen des Filmes nie zu lang geraten sind und immer wieder mit wirklich guten Action-Passagen angereichert wurden.

Und zu guter Letzt ist da auch noch die agierende Darsteller-Riege, die mit teils recht namenhaften Akteuren (Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill) besetzt ist und die durch die Bank absolut sehenswerte leistungen abliefert. Selbst Ethan Hawke, dem ich eigentlich noch nie besonders viel abgewinnen konnte, spielt seinen Part als Wissenschafts-Vampir sehr authentisch und gänzlich überzeugend, so das man insgesamt von einem äusserst gelungenem Vampirfilm sprechen kann. Es wird kurzweilige und bestens unterhaltende Vampirkost geboten, die in einer größtenteils herrlich düsteren Optik daherkommt und auch mit mehreren recht blutigen Passagen aufwarten kann, so wie es sich für einen ordentlichen Genre-Vertreter gehört.


Fazit:


"Daybreakers" ist ganz sicher kein Meisterwerk, aber ein teils sehr innovativer und bestens unterhaltender Vampirfilm, in dem einmal nicht die menschen die Oberhand haben. So wird die beliebte Thematik einmal von der anderen Seite aufgezäumt, was man durchaus als sehr willkommene Abwechslung ansehen kann. Gute Darsteller, ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine erstklassig dichte Grundstimmung sorgen für ein sehr lohnenswertes Film-Vergnügen, das sich kein Fan entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:1,85 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Audiokommentar der Regisseure


8/10

Montag, 19. Juli 2010

Die Stadt der Blinden






Die Stadt der Blinden
(Blindness)
mit Julianne Moore, Mark Ruffalo, Yüsuke Iseya, Danny Glover, Don McKellar, Lilian Blanc, Alice Braga, Mitchell Nye, Douglas Silva, Maury Chaykin, Jason Bermingham, Yoshino Kimura
Regie: Fernando Meirelles
Drehbuch: Jose Saramago / Don McKellar
Kamera: Cesar Charlone
Musik: Marco Antonio Guimaraes
FSK 12
Brasilien / Japan / Kanada / 2008

Von einer Sekunde zur anderen verliert ein Mann am Steuer seines Wagens das Augenlicht. Zunächst wird ein medizinischer Sonderfall vermutet, doch als kurz darauf auch seine Frau, sein Arzt und alle Menschen, die mit ihm in Kontakt standen, erblinden, ist die Epidemie schon nicht mehr aufzuhalten. Aus Angst vor Ansteckung werden alle Betroffenen ohne weitere Behandlung in einer ehemaligen Nervenheilanstalt interniert und sich selbst überlassen. Immer mehr Opfer werden in die überfüllten Räume gepfercht, wo bald Chaos, Gewalt und Anarchie um sich greifen. Doch unter ihnen gibt es einen Menschen, der von der Epidemie verschont geblieben ist


Immer wieder gibt es Filme, die die verschiedensten Gefühle beim Zuschauer auslösen und ihn auch nachhaltig so stark beeindrucken, das man immer wieder an sie denken muss. "Die Stadt der Blinden" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, denn dieser Mystery-Thriller mit äusserst dramatischen Zügen setzt sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr unter der Haut des Betrachters fest, wobei er den Betrachter den extremsten Gefühlsschwankungen aussetzt. Dabei überwiegen ganz klar die nagativen Gefühle, die im Laufe der Geschichte ausgelöst werden, denn schwankt man doch immer zwischen Wut, Zorn, Beklemmung und teilweise sogar von einem regelrechten Schockzustand, in den man phasenweise versetzt wird und der nicht gerade selten extrem intensive Ausmaße annimmt. Wenn man sieht, wie die blinden Menschen hier behandelt werden, dann kann einem schon streckenweise die Galle hochkommen, entstehen doch schon gewisse Ähnlichkeiten mit der Zeit des Nazional-Sozialismus, in der auch eine bestimmte Zielgruppe von der Aussenwelt getrennt wurde, um sie dann unter menschenunwürdigen Verhältnissen wie Tiere einzupferchen.

Ähnlich verhält es sich auch in vorliegender Geschichte, denn die Blinden werden in einer alten und vollkommen verwahrlosten Heilanstalt richtiggehend kaserniert. In dem Gebäude gibt es keinerlei sanitäre Anlagen, Hygiene ist kaum möglich und zudem sind die Menschen vollkommen auf sich allein gestellt, da die plötzliche Erblindung als ansteckende Krankheit angesehen wird und sich kein Aussenstehender in das Gebäude hineintraut. Lediglich mit knapp bemessenen Essensvorräten ausgestattet, müssen die Betroffenen ihr neues Leben meistern, was sich insbesondere am Anfang mehr als schwierig gestaltet. Lediglich Julianne Moore in der Rolle der Ehefrau eines erblindeten Augenarztes ist freiwillig mit in die Anstalt gegangen, obwohl sie ihre Sehkraft nicht verloren hat. Das verleiht dem geschehen auch eine teils sehr unheimliche Note, denn man erhält keinerlei Erklärung dafür, warum nicht auch sie von der mysteriösen Blindheit betroffen ist. Ebenso erhält man auch für das plötzlich auftretende erblinden der unzähligen Menschen keinerlei Begründung, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da hier ganz andere Dinge in den Vordergrund gerückt werden und man sich so gar nicht die frage nach dem warum stellt.

Der Focus des Szenarios liegt ganz eindeutig auf dem Verhalten der Betroffenen untereinander und die Dinge, die hier zu Tage treten, sind teilweise richtig erschütternd. denn wer jetzt denkt, das die menschen in ihrem Leid zusammenhalten und füreinander da sind, der sieht sich ziemlich schnell getäuscht. Trotz der Behinderung tritt auch jetzt die typische menschliche Natur in den Vordergrund, denn es bilden sich verschiedene gruppierungen und Machtkämpfe stehen auf einmal in der Tagesordnung. Begriffe wie Moral und Menschenwürde werden auf äusserst brachiale Art und Weise ausser Kraft gesetzt, denn eine der Gruppen ist im Besitz einer Pistole und droht damit, diese auch zu benutzen, wenn die anderen Gruppen sich nicht an gewisse Regeln halten. Von diesem zeitpunkt an setzt die pure Willkür in der Anstalt ein, denn die nicht bewaffneten Gruppirungen erhalten nur noch Essen, wenn sie bereit sind, dafür ihre Wertgegenstände abzugeben. Nachdem diese Einnahmequelle irgendwann logischerweise erschöpft ist, müssen die Frauen den "Diktatoren" zu Willen sein und ihnen für deren sexuelle Gelüste zur Verfügung stehen. Es sind insbesondere diese Passagen des Films, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen, denn die zu Tage tretende Grausamkeit ist schwer zu überbieten. Es entsteht eine Art Ohnmacht, da das Gesehene wirklich nur schwer verdaulich ist. Man will sich einfach nicht vorstellen, das Menschen selbst in einer Situation, in der sie eigentlich extrem stark aufeinander angewiesen sind, nur an den eigenen Nutzen denken und jegliche Moral und den letzten Funken Anstand vollkommen über Bord werfen.

Dies bezieht sich aber auch auf die Soldaten, die das von der Aussenwelt abgeschottete Anstalts-Gelände bewachen und sich teilweise einen Spaß daraus zu machen, die Insassen aufgrund ihrer Behinderung auch noch an der Nase herumzuführen. Doch nicht nur das, wenn ein Blinder dem Zaun zu nahe kommt, der das Gelände umzäunt, wird er einfach erschossen. Hier wird man wieder einmal stark an die NS-Zeit erinnert und diese Anlehnungen sind auch ganz sicher bewust eingefügt worden, um die Schockwirkung des Geschehens noch zusätzlich zu erhöhen. Und das gelingt auch vortrefflich, denn größtenteils sitzt der Zuschauer mit einer Gänsehaut überzogen und Tränen in den Augen vor dem Bildschirm, um das unvorstellbare Gesamtbild auf sich wirken zu lassen. Überwältigt von Wut, Ohnmacht, Beklemmung und Mitleid versucht man, aus einer Art Schockstarre auszubrechen, was aber einfach nicht gelingen will, da die Intensität des Gezeigten ganz einfach zu überwältigend ist. So sieht man dann auch die Figur von Julianne Moore in einem ganz anderen Licht, da ihrem Charakter eine ungehuer starke Gewichtung zukommt. Wie muss man sich wohl als einziger Sehender unter lauter Blinden fühlen, für die man sich auch noch bis zur körperlichen-und seelischen Erschöpfung einsetzt? Hinzu kommt noch die Tatsache, das man die Agressionen und auftretenden Machtspiele sehen kann und sich so manches Mal vielleicht sogar wünscht, selbst nicht mehr sehen zu können.

Und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich , das unter den insgesamt hervorragenden Darstellern J. Moore noch einmal herausragt, da ihr Schauspiel einfach nur als absolut brillant-und hingebungsvoll zu bezeichnen ist. Für mich persönlich spielt sie hier ihre bisher mit Abstand beste Rolle, in der sie scheinbar richtig aufgeht und den von ihr gespielten Charakter lebt. Ihre Präsenz ist allgegenwärtig und drückt dem Film ihren ganz persönlichen Stempel auf. Es ist äusserst schwer, den Eindrücken dieses Filmes nicht zu erliegen, der kurz vor dem Ende auch noch eine sehr apokalyptische Endzeitstimmung entfacht, da scheinabr alle Menschen mittlerweile das Augenlicht verloren haben. So kann auch die Anstalt verlassen werden, da niemand mehr da ist, der sie bewacht. Die unbekannte Stadt ist vollkommen verwüstet und von sehenden Menschen ist weit und breit keine Spur mehr. Doch selbst in diesem anscheinend hoffnungslosen Szenario bietet "Die Stadt der Blinden" ganz am Ende doch noch einen Hoffnungsschimmer, auf den ich jetzt nicht näher eingehen möchte, der den Zuschauer aber mit einem sehr positiven Moment und voller Hoffnung zurücklässt, was man nach den ganzen negativen Gefühlen, die man während der Geschichte verspürt hat, als äusserst positives Ende ansehen kann.


Fazit:


"Die Stadt der Blinden" ist ein ungeheuer intensives Film-Erlebnis, das einen auch noch lange nach dem Ende weiterbeschäftigt. Zu stark und schockiernd sind die Eindrücke, die man während der Sichtung des Filmes gesammelt hat und die man erst einmal so richtig verarbeiten muss. Herausragende Schauspieler und eine alles überragende J. Moore drücken dem Film ihren Stempel auf und machen ihn zu einem wirklich faszinierenden Erlebnis, das seine Spuren hinterlässt.


9,5/10

Freitag, 16. Juli 2010

Die Horde






Die Horde
(La Horde)
mit Claude Perron, Jean-Pierre Martins, Eriq Ebouaney, Aurelien Recoing, Doudou Masta, Antoine Oppenheim, Jo Prestia, Yves Pignot, Adam Pengsawang, Sebastien Peres, Laurent Dernianoff, Alain Figlarz, Stephane Orsolani, Maud Heywang, Ali Karamoko
Regie: Yannick Dahan / Benjamin Rocher
Drehbuch: Arnaud Bordas / Yannick Dahan
Kamera: Julien Meurice
Musik: Christopher Lennertz
Ungeprüft
Frankreich / 2009

Eine Gruppe von korrupten französischen Cops schwört blutige Rache, als ein Kollege auf brutale Weise umgebracht wird. Schon bald finden sie heraus, dass sich die Gangster in einem verlassenen Hochhaus im Norden von Paris verschanzt haben. Der Vergeltungsakt endet jedoch in einem Fiasko, als sich die Cops in der Gewalt der Verbrecher wiederfinden. Ihrem Ende ins Auge blickend, werden sie überraschend befreit - von Horden entstellter Zombies, die von nichts anderem getrieben werden als von ihrem unstillbaren Hunger.


Dem Sub-Genre des Zombiefilms etwas Innovatives und Neues beizufügen, ist gar nicht einmal so leicht, gerade wenn man die regelrechte Schwemme an genre-Vertretern sieht, die in den letzten Jahren über uns gekommen ist. Zumeist versuchen die Macher der jeweiligen Filme, ihre Filme durch explizite Gewaltdarstellungen aufzupeppen und damit vor allem das junge Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Nicht anders verhält es sich bei "Die Horde", der rein auf den vorhandenen Härtegrad vollkommen überzeugen kann, denn blutige Passagen und jede Menge Splatter-und Gore sind hier keine Seltenheit. Da dies aber noch längst nicht alles für einen rundum gelungenen Film und ein kurzweiliges Film-Vergnügen ist, hat man bei vorliegendem Werk anscheinend vergessen, denn die Geschichte weist doch so einige unübersehbare Defizite auf, die man beim besten Willen einfach nicht übersehen kann. Ausserdem ist es auch ziemlich unverständlich, das die deutsche DVD um einige Minuten erleichtert wurde, denn härter und brutaler als einige vergleichbare Zombiefilme der letzten Jahre (Dawn of the Dead-Remake, 28 Weeks later usw.) ist "Die Horde" keineswegs, was einmal mehr den Verdacht der Willkür bei der FSK aufkommen lässt, denn logisch ist dieses Phänomen nicht zu erklären.

So kommen also die Freunde der härteren Welle hier durchaus auf ihre Kosten und es wird ganz sicher nicht wenige Leute geben, die schon einmal den Kultstatus ausrufen werden, doch um diesen zu erreichen, fehlt dem Film doch Einiges an Klasse. Die Geschichte an sich ist ganz einfach viel zu dünn geraten, so erfährt man überhaupt nicht, wie sich auf einmal die verheerende Zombie-Seuche entwickelt hat, die lieben Untoten sind einfach da und man hat es als Zuschauer zu akzeptieren. Sicherlich wirkt sich diese "Null Informations-Politik" nicht unbedingt negativ auf den Unterhaltungswert der Geschichte aus, der prinzipiell die ganze Zeit über vorhanden ist, aber ganz ehrlich gesagt wären einige Hintergrundinformationen doch ganz nett gewesen und hätten das gewonnene Gesamtbild schlüssiger erscheinen lassen. Statt sich aber darüber Gedanken zu machen, haben die Macher viel lieber auf teilweise äusserst überzogene Action-Passagen gesetzt, die zwar zugegebenermaßen sehr viel Spaß machen, aber stellenweise so unlogisch sind, das man sich nur an den Kopf fassen kann.

Die Logik scheint aber ganz generell nicht als Stärke der Story angesehen werden, so schnallt es anscheinend keiner der Protagonisten, das die Zombies nur durch Kopfschüsse endgültig zu töten sind, denn anders ist es nicht zu erklären, das die gesamte Laufzeit über tausende von Patronen in die Leiber der Untoten gejagt werden und diese nach kurzer Zeit wieder aufstehen, damit ihre Oberkörper die nächste Salve aus einem maschinengewehr entgegennehmen können. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das diverse Sequenzen des Geschehens schon einen fast skurrilen Anstrich aufzeigen, zu unglaubwürdig und hanebüchen wirkt das Szenario. Die Krönung des Ganzen ist aber, das auch etliche Nahkämpfe mit den Zombies stattfinden, in denen diese minutenlang mit Tritten, Fäusten und Gegenständen maltretiert werden, bis endlich einmal jemand auf die Idee kommt, den Viechern das Genick zu brechen. Nun ist es bei einem Film dieser Art sowieso äusserst schwer, einen Begriff wie realitätsnah zu gebrauchen, doch die hier gezeigten Kampfszenen sind schon extrem unrealistisch, das selbst für einen Zombiefilm neue Maßstäbe gesetzt werden.

Stellvertretend für diese Behauptung möchte ich nur die Stelle anführen, an der einer der Polizisten kurz vor dem Ende auf einem Autodach stehend gegen hunderte von Untoten kämpft und diesen kampf doch wirklich einige Minuten durchhalten kann, bevor endlich einmal ein Zombie auf die Idee kommt, auch auf das Dach zu steigen. In der Zwischezeit hat der Polizist selbstverständlich etliche Gegner beseitigt, was einem als Zuschauer schon fast ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert. Man sollte meine Kritik aber nicht in den falschen Hals bekommen, das Ganze ist sehr unterhaltsam und auch actionreich inszeniert worden und auch der vorhandene Härtegrad ist sehr ansehnlich, aber etwas mehr Story und realistischere Action-Passagen hätten dem Gesamtbild ganz sicher nicht geschadet. So aber reduziert sich "Die Horde" doch selbst fast ausschließlich auf die vorhandenen Splatter-und Gore Szenen, was ich persönlich etwas schade finde. Zudem ist es auch nicht wirklich gelungen, eine überzeugende Endzeit-Atmosphäre zu schaffen, lediglich an einigen wenigen Stellen kommt diese wirklich zum Vorschein, was den gewonnenen Gesamteindruck nicht wirklich aufwertet.

Dafür bekommt man es allerdings mit äusserst überzeugenden und authentisch agierenden Charakteren zu tun, denn Polizisten wie auch die Gangster hinterlassen einen sehr realistischen Eindruck. Besonders gut hat mir die Tatsache gefallen, das eigentlich kein wirklicher Symphatieträger vorhanden ist, denn selbst auf der Seite der Ordnungshüter gibt es eher Charaktere mit Ecken und Kanten zu begutachten, die alles andere als äusserst symphatisch erscheinen. Letztendlich kann man so von einem Zombiefilm sprechen, der insgesamt gesehen als recht gelungen bewertet werden kann, sich allerdings nicht als der Überfilm offenbart, den viele in ihm erwartet haben.


Fazit:


"Die Horde" bitet stellenweise sehr harte, aber auch vollkommen unlogische Zombie-Unterhaltung, die rein auf die Härte reduziert absolut überzeugen kann. Wenn man allerdings seine Ansprüche etwas höher angesetzt hat, kann es durchaus zu einer kleinen Enttäuschung kommen. Für mich persönlich bewegt sich dieses Werk im oberen Mittelmaß, ohne jedoch daraus herausstechen zu können. Rein filmisch gesehen kann es der Film jedenfalls mit keinem der anderen harten Werke aus Frankreich aufnehmen, die in den letzten Jahren das Herz eines jeden Horror-Fans haben höher schlagen lassen.


6/10

Dienstag, 13. Juli 2010

White Lightnin'






White Lightnin'
(White Lightnin')
mit Edward Hogg, Carrie Fisher, Stephanie Astalos-Jones, Kirk Bovill, Owen Campbell, Stephen Lester, Wallace Merck, Steve Nicolson, Damian Samuels, Clay Steakley, Allison Varnes, Raymond Waring, Muse Watson
Regie: Dominic Murphy
Drehbuch: Eddy Moretti / Shane Smith
Kamera: Tim Maurice-Jones
Musik: Nick Zinner
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

WHITE LIGHTNIN erzählt die schockierende Lebensgeschichte von Jesco White, "The Dancing Outlaw", der tief im Herzen West-Virginias in einer brutalen und verkommenen Welt aufwächst. Die Eindrücke von Gewalt und Verfall verschmelzen in seinem jungen Geist zu einer ersten Form von Wahnsinn, die nicht zuletzt durch die mit Alkohol, Klebstoff und Benzin ausgelösten Rauschzustände verstärkt werden. Um Jescos extremen Agressionen beizukommen, bringt ihm sein Vater den "Mountain-Dance" bei, eine wilde, lokale Abart des Steptanzes. Jesco lässt seine Emotionen im Tanz aus sich heraus, begeistert das Publikum und wird zu einer Legende im ganzen Land. Doch sein derangierter Geist findet keine Ruhe und es kommt zur Katastrophe...


Von Beginn an weiss der Zuschauer, das er es hier mit einem Biopic zu tun hat und dennoch erscheint es einem fast unmöglich, das die geschilderten Ereignisse sich wirklich so zugetragen haben. Doch noch verwunderlicher wirkt die Tatsache, das Jesco White, dessen vollkommen durchgeknalltes Leben hier nachgezeichnet wird, immer noch lebt, denn insbesondere das Ende dieser Biografie lässt einen doch eher das Gegenteil annehmen. Was dem Zuschauer hier geboten wird, ist ein tiefer Einblick in das Leben eines Menschen, das schon im frühen Kindesalter voller Exzesse und Extreme erfüllt ist. Drogen in Form von Flüssig-Gas, das Jesco in Massen schnüffelt und inhaliert und jede Menge Gewalt durchziehen das Leben dieses Menschen wie ein roter Faden und man stellt sich ganz automatisch die Frage, wie aus dem Jungen überhaupt ein Mann werden konnte und er nicht schon in seiner Jugend verstorben ist. Denn wenn die hier in Szene gesetzten Ereignisse und der damit verbundene Lebenswandel nur einigermaßen authentisch ist, muss sein Gehirn schon in frühen Jahren einen so starken Schaden genommen haben, das es fast unglaublich scheint, das dieser Mann immer noch am Leben ist.

Das hier vorliegende Regie-Debut von Dominic Murphy kann man schon fast als genial bezeichnen, denn es ist ihm gelungen, den Geschehnissen einen solch überzeugenden und authentischen Anstrich zu verleihen, das man als Zuschauer in ein Wellenbad der Gefühle gestoßen wird. Denn die Wirkung des Szenarios ist so manigfaltig, das es fast schon schwerfällt, überhaupt etwas darüber zu schreiben, da man auch nach einigem zeitlichen Abstand immer noch sehr unter dem gewonnenen Eindruck dieses Werkes steht. Teilweise befindet man sich bei der Ansicht des Films in einem regelrechten Schockzustand, wechselt zur vollkommenen Ungläubigkeit, da man sich nur schwerlich vorstellen kann, wie sich ein Mensch selbst so sehr zerstören kann, wie es hier der Fall ist. Doch phasenweise empfindet man auch Mitleid mit der Figur des Jesco und möchte keinesfalls mit ihm die Rollen tauschen, da seine Lebensumstände auch von Beginn an nicht gerade die besten waren.

Ganz generell wird das Leben des "The Dancing Outlaw" so dargestellt, wie es bis jetzt auch verlaufen ist, nämlich bizarr, äusserst extrem und völlig durchgeknallt. Durch die Schwarz/Weiß Optik des Films wird dies noch einmal zusätzlich unterstrichen und entfaltet so eine viel höhere Intensität, wie es ansonsten der Fall gewesen wäre. Das ganze Geschehen nimmt teilweise sehr bedrohliche Ausmaße an, was auch in der darstellerischen Leistung von Edward Hogg begründet ist, der den erwachsenen Jesco White mit einer Brillanz und Ausdruckskraft darstellt, das man den Mund vor Staunen kaum mehr zubekommt. Selten habe ich in den letzten Jahren ein solch inbrünstiges Schauspiel gesehen, das so gar nicht wie Schauspiel erscheint. Vielmehr überkommt einen nicht selten das Gefühl, das sich der Titelheld hier selbst spielt und kein Darsteller in eine Rolle geschlüpft ist. Stellenweise wirkt die Darstellung von Hogg so intensiv, das sich beim Zuschauer fast uneigerlich eine Gänsehaut bildet, was wohl so ziemlich das größte Kompliment ist, das man einem Schauspieler machen kann, das hier aber durchaus angebracht ist. So erweckt "White Lightnin'" eigentlich eher selten den Eindruck, das man es mit einem Film zu tun hat, wirkt die Geschichte doch viel eher wie ein Tatsachenbericht, der einem das Gefühl vermittelt, das man live dabei ist.

Auch wenn man visuell eher weniger Härte wirklich zu sehen bekommt, entwickelt das drastisch dargestellte Geschehen insbesondere im Kopf des Betrachters ein Höchstmaß an Härte und Brutalität aus, dem man sich unmöglich entziehen kann und die Lebensgeschichte eines mehr als extremen Menschen fast körperlich miterlebt. Dazu trägt auch der hammergeile Score bei, der diesem Film beiwohnt und der genau die bizarren und durchgeknallten Elemente noch einmal zusätzlich hervorhebt, obwohl das im Prinzip gar nicht nötig gewesen wäre, denn selbst ohne Ton wäre das Szenario schon so intensiv und würde sich im Kopf des Zuschauers einbrennen, das man es keinesfalls vergessen kann. Letztendlich kann man also festhalten, das man es hier mit einem aussergewöhnlich intensiven Biopic zu tun hat, das einem merklich unter die Haut geht und sichtbare Spuren hinterlässt. Jenseits jeglichem Mainstreams präsentiert sich eine Lebensgeschichte, die so exzessiv und durchgeknallt dargestellt ist, das sie einfach wahr sein muss, denn so etwas kann sich kein Mensch ausdenken.


Fazit:


Man kann es kaum für möglich halten, das es sich bei "White Lightnin'" um das Regie-Debut von Dominic Murphy ist, denn ein solch visuell berauschendes und verstörendes Werk ist eine geniale Leistung und lässt darauf hoffen, das man in den nächsten Jahre noch Einiges von diesem Regisseur erwarten kann, da hier anscheinend ein sehr hohes Potential vorhanden ist. Sicherlich wird diese Biografie nicht jeden Geschmack treffen, aber dennoch bin ich der Meinung, das man diesen Film gesehen haben muss, der auf wahren Tatsachen beruht und dessen Hauptfigur trotz aller Extreme immer noch unter uns weilt, obwohl man das nach Ansicht dieses Filmes nur schwerlich glauben kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


9/10

Samstag, 10. Juli 2010

The Legend of Goemon






The Legend of Goemon
(Goemon)
mit Yösuke Eguchi, Takao Ösawa, Ryoko Hirosue, Jun Kaname, Gori, Mikijiro Hira, Masato Ibu, Tetsuji Tamayama, Hashinosuke Nakamura, Eiji Okuda, Choi Hong Man, Susumu Terajima, Eriko Sato, Erika Toda, Mayu Tsuruta
Regie: Kazuaki Kiriya
Drehbuch: Kazuaki Kiriya
Kamera: Kazuaki Kiriya
Musik: Akihiko Matsumoto
FSK 16
Japan / 2009

Japan im Jahr 1582. Der vom Volk geliebte Meisterdieb Ishikawa Goemon (Yosuke Eguchi), eine Art japanischer Robin Hood, erleichtert machtgierige Adelige um ihr Hab und Gut, um es den Ärmeren im Volk zu geben. Bei einem seiner tollkühnen Raubzüge stiehlt er eine wertlos anmutende Box ohne zu wissen, dass diese Büchse der Pandora das Schicksal des gesamten Landes beeinflussen kann. Kurz darauf scheint ganz Japan in Aufruhr und Goemon sind Heerscharen grausamer Ninja-Krieger auf den Fersen. Dame Cha Cha (Ryoku Hirosue) - die sich in ihn verliebt - versucht ihm zu helfen, seine Mission zu erfüllen.


Der Vergleich mit einem Film wie "300", der auf der Rückseite des DVD-Covers gezogen wird, ist hier gar nicht einmal fehl am Platz, denn wird der Zuschauer doch mit mehreren Schlachten konfrontiert, die in ähnlicher Art und Optik dargestellt werden. Dabei ist die Optik neben der interessanten Geschichte an sich die ganz große Stärke eines Filmes, der extrem stylisch, bunt und teilweise auch etwas grell daherkommt. Phasenweise ist dieses beeindruckende Werk zudem mit diversen Fantasy-Elementen angereichert, so das die Geschichte schon etwas märchenhaftes an sich hat, was den Zuschauer streckenweise regelrecht verzaubern kann.

Man sollte allerdings von Anfang an mit den richtigen Erwartungen an "The Legend of Goemon" herangehen, denn wer hier einen Film erwartet, der logisch und realistisch erscheint, der ist definitiv an der falschen Adresse. Dies äussert sich insbesondere in den teils erstklassigen Kampfszenen und Schlachten, die einerseits alles bieten, was das Herz eines echten Action-Fans begehrt und zudem noch über einen hohen Qualitäts-Standard verfügen, die aber andererseits vollkommen überzogen und total unrealistisch sind. Denn es ist doch ziemlich an den haaren herbeigezogen wenn man sieht, das hier stellenweise ein einzelner Mann eine ganze Armee aufreibt. Wenn man sich allerdings an solchen Dingen nicht stört, dann wird man mit einem streckenweise herausragendem Action-Spaktakel belohnt, das brachial und sehr bildgewaltig in Szene gesetzt wurde.

Es mag sein, das die Geschichte im Endeffekt um einige Minuten zu lang geraten ist, doch gerade bei asiatischen Produktionen ist man es ja gewöhnt, das auch ein gewisser Spielraum für große Gefühle und einen Hauch Melodramatik vorhanden sein muss, was sich auch bei vorliegendem Film nicht anders verhält. Diese Seite des Geschehens bewegt sich allerdings in einem wirklich überschaubaren Rahmen und verleiht dem Ganzen meiner Meinung nach auch eine ganz besondere Note, so das man sich prinzipiell gar nicht weiter daran stört, weil dadurch auch keinerlei nenneswerte Längen entstehen. Dafür sorgen schon allein die zu Hauf vorhandenen Action-Passagen, die einen immer wieder in ihren Bann ziehen und von denen eine ungeheure Faszination ausgeht.

Was mich persönlich etwas verwundert hat ist die Tatsache, das die in der Inhaltsangabe genannte Anlehnung an die Robin Hood-Thematik hier eigentlich eine eher untergeordnete Rolle spielt und nur nebenbei zum Ausdruck kommt. Denn im Prinzip geht die Geschichte mit der Zeit in eine ganz andere Richtung, die dem Betrachter insbesondere durch zeitliche Rückblenden nähergebracht wird und einem so auch die Gesamt-Zusammenhänge logisch erläutert. Wie so oft geht es um Intrigen, Mord und Betrug und selbstverständlich ist auch der Titelheld in diese Dinge involviert. Gerade durch die andere Richtung, die das Geschehen einschlägt, wird das Gesamtbild um einiges komplexer und auch interessanter, so das der insgesamt gewonnene Gesamteindruck, der von haus aus schon sehr beeindruckend ist, noch einmal zusätzlich aufgewertet und sorgt für ein Film-Erlebnis der ganz besonderen Art, das auch einen durchaus nachhaltigen Eindruck auf den Zuschauer hinterlässt.


Fazit:


"The Legend of Goemon" ist ein wirklich sehr imposantes Action-Spektakel, das insbesondere durch seine aussergewöhnliche Optik fasziniert, die einen stellenweise wirklich einen Film wie "300" in Erinnerung ruft. Man sollte keine Geschichte erwarten, die im Bezug auf ihre Action-Passagen durch einen hohen Realitätsgehalt überzeugt, denn der ist definitiv nicht vorhanden. Vielmehr wird man mit teils vollkommen überzogenen Schlachten konfrontiert, die aber erstklassig in Szene gesetzt wurden und eine Menge Spaß bereiten. Gute Darsteller, die eigentlich durch die Bank einen überzeugenden Job abliefern tun ihr Übriges dazu, das dieser Film auch nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers haften bleibt. Ich fühlte mich jedenfalls ganzzeitig bestens unterhalten und kann dieses optisch brillante Action-Feuerwerk nur wärmstens weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch DTS 6.1, DD 5.1 / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 123 Minuten
Extras: 5 Sammel-Postkarten, Making Of Goemon, Making Of Kiriya World, Interviews, Premiere


8/10

Donnerstag, 8. Juli 2010

Open Season






Open Season - Jagdzeit
(Open Season)
mit Peter Fonda, Richard Lynch, Cornelia Sharpe, John Phillip Law, Alberto de Mendoza, William Holden, Helga Line, Didi Sherman, Concha Cuetos, May Heatherly, Simon Andreu, Jaime Doria
Regie: Peter Collinson
Drehbuch: Liz Charles-Williams / David D. Osborn
Kamera: Fernando Arribas
Musik: Ruggero Cini
Keine Jugendfreigabe
USA / Argentinien / Schweiz / Spanien / Großbritannien / 1974

Drei Männer im besten Alter machen einen Jagdausflug. Schon auf der Fahrt schwelgen sie in Erinnerungen, in Ihrer Jugend haben sie gemeinsam ein Mädchen vergewaltigt. Damit aber nicht genug, auch während Ihrer Zeit in Vietnam haben sie Frauen missbraucht, und diese dann auch noch einem ganzen Panzer-Bataillon überlassen . Heute, viele Jahre später, sind sie sadistischer denn je: Sie entführen ein junges Pärchen und verschleppen sie in ihre einsame Waldhütte. Dort missbrauchen sie die Frau. Bis sie mit der Wahrheit herausrücken. Sie geben den beiden eine halbe Stunde Vorsprung, dann beginnt die grausame Menschenjagd. Aber die Gejagten ergeben sich nicht kampflos und im Wald wartet der Richter und Henker aus der Vergangenheit der drei Jäger ...


Nun wird es sicherlich wieder genügend Leute geben, die sich daran stören, das die eigentliche Hetzjagd in diesem Film erst in der letzten halben Stunde stattfindet und in der Stunde zuvor eigentlich überhaupt keine Action geboten wird. Doch gerade diese Zeitspanne ist meiner Meinung nach die intensivste des gesamten Filmes, da sich die Härte hier auf ganz andere Art und Weise zu erkennen gibt. Man muss sich einmal in die Lage der beiden Opfer hineinversetzen, die überhaupt nicht auf die Idee kommen, das sie als lebende Zielscheiben dienen sollen, sondern die ganze Zeit davon ausgehen, das sie gekidnappt wurden, um Geld von ihnen zu erpressen. Es entwickelt sich ein extrem perfides Katz-und Mausspiel zwischen den 3 Tätern und ihren Gefangenen, das von psychischem Sadismus geprägt ist, der immer intensiver zum Ausdruck kommt, je länger die Gruppe in der einsam gelegenen Blockhütte zusammenhockt.

Dabei legen die Entführer ein Verhalten an den Tag, das an Sarkasmus kaum zu überbieten ist, so wird sich beispielsweise so verhalten, als wenn man sich auf einem gemeinsamen Campingausflug befindet und gut miteinander befreundet ist. Es wird sehr viel Wert auf Freundlichkeit gelegt, gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder einige kleine Machtdemonstrationen von Seiten der Täter, die sich richtiggehend daran ergötzen, wenn sie den Opfern ihren Willen aufzwingen. Sie genießen ihre vorhandene Macht und rücken dieses Gefühl ihrer Überlegenheit in den Vordergrund, wann immer es nur möglich ist. Sicher, das alles geschieht ohne jegliche physische Gewaltanwendung, ist aber dennoch äusserst intensiv und verfehlt auch nicht seine Wirkung auf die Opfer wie auch auf den betrachter, der nicht gerade selten ein intensives Gefühl der Beklemmung verspürt, dessen man sich beim besten Willen nicht entledigen kann.

Im Gegensatz zur darauf folgenden Hetzjagd empfand ich diesen Teil des Geschehens als wesentlich härter, da sich alles im Kopf des Zuschauers abspielt, die eigentliche Jagd hingegen entwickelt sich eher unspektakulär und ist doch ziemlich vorhersehbar. Lediglich die letzten Minuten sorgen hier für etwas Spannung, da man nicht unbedingt sofort ahnt, um wen es sich bei dem geheimnisvollen Henker handelt, der schon in der Inhaltsangabe des Filmes erwähnt wird. Dieser sorgt dann auch für ein Ende, das man als durchaus befriedigend bezeichnen kann, denn führt er doch die 3 Peiniger ihrer gerechten Strafe zu, so das man im Endeffejt sogar so etwas wie Genugtuung verspürt und keinerlei Mitleid mit den 3 Jägern empfindet. Bei diesen ragt vor allem Peter Fonda in der Rolle des Ken durch sein Schauspiel heraus, ist er doch ganz offensichtlich der Leitwolf der Freunde und auch an Eiseskälte kaum zu überbieten. Arti (Richard Lynch) und Greg (John Phillip Law) hingegen offenbaren doch gerade zum Ende des Geschehens hin einige menschliche Schwächen und von der zuvor zur Schau getragenen Selbstsicherheit ist bei beiden plötzlich rein gar nichts mehr zu spüren.

Insgesamt gesehen ist "Open Season" meiner Meinung nach ein äusserst intensives Stück Film, bei dem mir insbesondere die fast vollkommen actionlose erste Stunde besonders gut gefallen hat, da hier das psychische Element der Geschichte besonders gut zum tragen kommt. Man wird förmlich dazu animiert, sich in die Rolle der Opfer hineinzuversetzen und überlegt schon fast zwangsläufig, wie man sich selbst in einer schier aussichtslosen Situation verhalten würde, in der man 3 anscheinend psychophatischen Killern ausgeliefert ist, für die das Leben eines anderen menschen so gut wie gar nichts zählt. Und so bekommt man hier ganzzeitig wirklich interessante und sehr intensive Filmkost geboten, die ihre Wirkung keineswegs verfehlt und auch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


Fazit:


"Open Season" ist ganz sicher nicht der actiongeladenste Film seiner Art, bietet aber dennoch erstklassige Unterhaltung, die sich größtenteils auf der psychischen Schiene abspielt. Es muss nicht immer visuell dargestellte Härte sein, denn das, was sich im Kopf des Zuschauers abspielt, kann so manches Mal viel mehr bewirken als literweise Kunstbut und SFX. Mich hat dieses Werk vollkommen überzeugt und trotz mittlerweile 36 Jahren, die es auf dem Buckel hat, ist es jederzeit zu empfehlen. Allerdings sollte man fairerweise darauf hinweisen, das die DVD nicht den höchsten Qualitätsansprüchen genügt, aber leider die einzige Veröffentlichung auf einem Silberling darstellt.



7,5/10

Dienstag, 6. Juli 2010

Days of the Dead 3 - Evilution






Days of the Dead 3 - Evilution
(Evilution)
mit Guillermo Diaz, James Duval, Jonathan Breck, Noel Gugliemi, Peter Stickles, Nathan Bexton, Tim Colceri, Bruna Rubio, Eric Peter-Kaiser, Jeannie Epper, Ben Tolpin, Lu Johnson
Regie: Chris Conlee
Drehbuch: Brian Patrick O'Toole
Kamera: Mathew Rudenberg
Musik: Alan Howarth
FSK 16
USA / 2008

Eine mikroskopisch kleine Lebensform, die nicht von der Erde stammt, besitzt die Macht, das Leben und auch den Tod zu beeinflussen. Darren Hall, ein junger Forscher, stiehlt die Alien-Proben, um auf eigene Faust hinter das Geheimnis zu kommen. Aber die Lebensform kann entkommen und mutiert. Sie befällt völlig Unbeteiligte und verwandelt die Opfer in Menschenfresser. Hall und eine kleine Gruppe Überlebender machen sich auf den Weg, die Aliens zu stoppen und zu vernichten, um die Apokalypse zu verhindern.


Auch wenn während der hier voliegenden Geschichte oft genug darauf hingewiesen wird, das es sich um eine ausserirdische Lebensform handelt, kann man die Sache drehen und wenden wie man will, im Endeffekt handelt es sich um einen weiteren Beitrag zum Sub-Genre des Zombiefilms. Dabei sollte man aber wirklich erwähnen, das es sich um einen recht unterhaltsamen Vertreter seiner Art handelt, was in den letzten Jahren ja nicht immer zwangsläufig der Fall war. Regisseur Chris Conlee ist es gelungen, einen ordentlichen B-Movie zu präsentieren, der für eine 16er Freigabe sogar einige überraschend blutige Passagen beinhltet, die sich aber zugegebenermaßen in einem überschaubaren Rahmen bewegen.

Für eine Low Budget Produktion bekommt der geneigte Zombie-Fan äusserst gute und sehr kurzweilige Unterhaltung geboten, die Geschichte beinhaltet keinerlei Längen und wird von der ersten Minute an sehr rasant - und temporeich erzählt, zudem sind genügend Action-Passagen vorhanden und mit der Zeit macht sich auch eine gewisse klaustrophobisch anmutende Atmosphäre breit, da sich das Geschen fast ganzzeitig in einem Wohnhaus abspielt, aus dem es anscheinend kein Entkommen für die wenigen nicht infizierten Personen zu geben scheint.

Der Begriff Wohnhaus spottet hier allerdings jeder Beschreibung, denn in dieser Bruchbude möchte man noch nicht einmal umsonst wohnen. Allein die Vorstellung dort zu wohnen, kann durchaus einen gewissen Juckreiz auslösen, so versifft und dreckig ist es dort. Doch für Darren Hall ist es anscheinend der richtige Platz, um hier seine Forschungen weiterzutreiben, was sich jedoch äusserst schnell als Trugschluß herausstellt. Seine Probe der ausserirdischen Lebensform wird ihm gestohlen und freigesetzt, so das die katastrophe unausweichlich ist. Das sogenannte Wohnhaus wird innerhalb kürzester Zeit zu einer Zombie-Behausung und das Szenario nimmt noch einmal zusätzlich ordentlich an Fahrt auf.

Ganz nebenbei mischt sich in die von haus aus schon sehr unterhaltsame Geschichte auch noch eine ordentliche Portion Humor bei, die sich insbesondere in mehreren Passagen durch skurrile Situationskomik äussert und als sehr angenehm empfunden werden kann. So kann man also letztendlich von einem durchaus gelungenem Zombiefilm sprechen, in dem auch die Darsteller ordentlich agieren und so ihren Anteil an einem rundum gelungenem Gesamtbild haben, das sich dem Zuschauer offenbart. Lediglich der Titel des Filmes "Days of the Dead 3" ist meiner Meinung nach etwas irreführend, denn wo bitte sind denn dann die ersten beiden Teile geblieben? Vielleicht handelt es sich aber auch lediglich um eine geschickte Marketing-Strategie, um den Film besser an den Mann zu bringen, obwohl dieser gelungene Vertreter des Zombie-Genres das eigentlich gar nicht nötig hat.


Fazit:


Freunde des Zombiefilms sollten hier auf jeden Fall zugreifen, denn mit "Days of the Dead 3" offenbart sich ein netter Film, der zwar ganz sicher kein cineastisches Highlight darstellt, aber ganzzeitig extrem kurzweilig und witzig zu unterhalten weiss. Selbst einige blutige und etwas härtere Sequenzen sind trotz einer 16er Freigabe vorhanden, so das man im Endeffekt ein echt gelungenes Film-Erlebnis geboten bekommt.


6,5/10

Sonntag, 4. Juli 2010

Robo Vampire






Robo Vampire
(Robo Vampire)
mit Robin MacKay, Nian Watts, Harry Myles, Joe Browne, Nick Norman, George Tripos, David Borg, Diana Byrne, Alan Drury
Regie: Godfrey Ho
Drehbuch: William Palmer
Kamera: Anthony Mang
Musik: Alan Wilson
Ungeprüft
USA / Hongkong / 1988

Rauschgiftagent Tom Wilde wird bei einem Einsatz erschossen. Durch ein Experiment kommt er als Android-Roboter zurück und nimmt den Kampf gegen den Rauschgiftboss Mr. Young auf. Die Belohnung für seinen erfolgreichen Kampf bedeutet für Tom Wilde sein Leben.


Als bekennender Fan von Trashfilmen habe ich in den letzten Jahren schon einige Werke gesehen, die mich richtiggehend begeistert haben, aber was Regisseur Godfrey Ho hier abgeliefert hat, sprengt eigentlich jeden Rahmen und das ist absolut positiv gemeint. Hier wurde eine vollkommen hanebüchene Story auf so abstruse Art umgesetzt, das man über die gesamte Laufzeit gegen die Tränen ankämpfen muss, die einem vor lachen in die Augen steigen. Insbeondere die Filme, in denen eigentlich gar nichts Positives zu finden ist, bereiten dem geneigten Trash-Fan das größte Vergnügen und "Robo Vampire" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie. Von der ersten bis zur letzten Minute werden die Lachmuskeln des Zuschauers extrem strapaziert, wobei das Geschehen einen solch naiven Charme versprüht, das man diesen Film einfach lieben muss.

Was sofort auffällt, ist die grottenschlechte deutsche Synchronisation, denn die deutschen Synchronstimmen würden jeder Porno-Billig-Produktion zu ungeahnten Ehren verhelfen, so das allein schon diese eine Sache zu einem äusserst vergnüglichen Film-Erlebnis beitragen würde. Nun handelt es sich hierbei aber noch längst nicht um das einzige Highlight eines Filmes, der auch in allen anderen Belangen an postivem Dilletantismus nur schwerlich zu überbieten ist. Wäre da doch beispielsweise die Darsteller-Riege, die ausnahmslos aus vollkommem talentbefreiten Zonen besteht, die aber für die hier erzählte Geschichte nahezu perfekt gecastet wurden und mit ihren üblen Darstellungen zu einem fantastischen Trash-Erlebnis beitragen. Selten hat man ein so ungelenk-und hölzern agierendes Schauspieler-Ensemble gesehen, das wohl noch nicht einmal in einer Dayly Soap unterkommen würde. Zum grandiosen Schauspiel gesellen sich fast zwangsläufig schon erstklassige und tiefergehende Dialoge, die an Sinnfreiheit kaum zu übertreffen sind und den Unterhaltungswert noch einmal zusätzlich in ungeahnte Höhen treiben.

Doch im Prinzip ist schon die Story an sich so dermaßen skurril und abgedreht, das man hier selbst ohne Ton eine Menge Freude haben würde, ein Höhepunkt des Geschehens ist ganz eindeutig der an "Robocop" erinnernde Kampfroboter, dessen "Ummantelung" so niedlich erscheint, das man sich vor lachen fast in die Ecke schmeißen möchte, doch der absolute Oberhammer sind die sogenannten Vampire, mit denen man hier konfrontiert wird. Sind die Blutsauger schon rein optisch ein grotesker Höhepunkt, so wird dies noch durch ihre Bewegungsabläufe vollkommen in den Hintergrund gerückt, denn hüpfen die drolligen Viecher doch mit vor der Brust verschränketen Armen wie sackhüpfende Kängurus durch die Gegend, die sich anscheinend in einem Drogenrausch befinden. Ganz nebenbei verfügen sie dabei aber auch noch über diverse Kampfsport-Fähigkeiten, die ihnen in Nahkämpfen zugute kommen. Und so kann man sich sicherlich gut vorstellen, das man hier etliche kuriose Passagen zu sehen bekommt, deren Unterhaltungswert teilweise in astronomische Höhen schnellt. Dazu zählen beispielsweise auch die Szenen, in denen Menschen durch Schußwechsel getötet werden, aber man weder Einschußstellen geschweige denn Blut zu sehen bekommt, obwohl die Getöteten eigentlich von etlichen Kugeln durchsiebt sein müssten.

Insgesamt gesehen offenbart sich hier Trash in absoluter Reinkultur, an dem man als Fan des Sub-Genres seine helle Freude haben wird. Manche Filme sind wirklich so grottenschlecht, das sie schon wieder fast genial erscheinen und "Robo Vampire" ist definitiv ein solcher Film. Eine Trash-Granate sondergleichens, in der aber auch rein gar nichts zusammenpasst, die Geschichte aber insbesondere daraus ihren ganz besonderen Reiz bezieht und dabei einen naiven Charme entwickelt, dem man einfach erliegen muss.


Fazit:


Wer ein Faible für Trashfilme hat, wird diesen Film lieben, denn hier wird einfach alles geboten, was diese Film-Gattung so auszeichnet. Eine haarsträubende Geschichte, deren Umsetzung man nicht dilletantischer hätte gestalten können, extrem schlechte Darsteller, eine Synchronisation, die diese bezeichnung eigentlich gar nicht verdient und Vampire, die den totalen Höhepunkt eines Werkes darstellen, das ganz generell mit etlichen Highlights gespickt ist und eigentlich einen "Trash-Oscar" verdient hätte, so das man letztendlich nur zu einer Wertung gelangen kann, nämlich...


10/10 Punkten auf der Trash-Punkte Skala.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Days of Darkness






Days of Darkness
(Days of Darkness: Rise of the Flesheaters)
mit Tom Eplin, Sabrina Gennarino, Travis Brorsen, Roshelle Pattison, John Lee Ames, Bryan Rasmussen, Eric Stuart, Chris Ivan Chevis, Marian Thomas Griffin, Ashley Elizabeth Pierce, William Cannon
Regie: Jake Kennedy
Drehbuch: Jake Kennedy
Kamera: Brandon Trost
Musik: Jamey Scott
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Die Behörden sagten, dass der Niederschlag eines in der Erdatmosphäre zerschellten Kometen keinerlei Gefahr für die Bevölkerung darstellen würde. Aber sie lagen falsch. Eine Seuche bricht aus, die sich rasend schnell ausbreitet und Männer, Frauen und Kinder zu blutdürstigen Zombies mutieren lässt. Eine Handvoll Überlebender findet zusammen und beschließt in einem alten Armeebunker so lange zu verharren, bis Hilfe eintrifft. Doch schon bald ergibt sich erstes Konfliktpotenzial und die Zombies scheinen nicht mehr die größte Gefahr für die Gruppe zu sein…


Der vorliegende Zombiefilm ist das Langfilm-Debut von regisseur Jake Kennedy und im Prinzip kann man davon ausgehen, das der Film als durchaus ernstzunehmender genre-Beitrag gedacht war. Lediglich die Umsetzung der hier ziemlich hanebüchenen Geschichte ist phasenweise schon als äusserst grotesk zu bezeichnen, so das man dieses Werk nur schwerlich zu den ernsten Zombiefilmen zählen kann. Der Versuch, die aus heiterem Himmel auftretende Zombie-Seuche einmal etwas anders darzustellen, ist ja durchaus als lobenswert zu bezeichnen, doch wenn man insbesondere zum Ende des Geschehens die Erklärung dafür erhält und vor allem die Gründe, warum einige Leute nicht infiziert wurden, muss man sich doch merklich ein Lachen verkneifen. Zu sehr wirkt die Auflösung doch an den Haaren herbeigezogen und strotzt nur so von Dummheit. Und auch die Zeit bis dorthin wird einem nicht unbedingt mit hochklassiger Zombie-Action versüßt, da das Geschehen doch weitesgehend höhepunktarm daherkommt und bis auf wenige Ausnahmen auch im Härte-Bereich nicht sehr viel zu bieten hat.

Dennoch übt der Film durchaus eine gewisse Faszination auf den Betrachter aus, die sich allerdings nur so richtig entfalten kann, wenn man die Geschichte von Beginn an als Trash ansieht. Aus diesem Blickwinkel gesehen funktioniert das Szenario nämlich ganz ausgezeichnet und man sieht auch die äusserst dümmlich agierenden Darsteller und die teilweise extrem skurrilen Dialoge mit ganz anderen Augen. Hohe Schauspielkunst sollte man hier keinesfalls erwarten, jedoch sind die hölzernen Darstellungen der einzelnen Charaktere einem Trashfilm vollkommen angemessen und können so für eine Menge Spaß beim Zuschauer sorgen, der sich bei den größtenteils schon grotesken Verhaltensweisen der Schauspieler so manches Mal die Hände vor den Kopf schlägt, da sie an mangelnder Logik kaum zu überbieten sind.

Echte Spannung oder gar eine ordentliche Endzeitstimmung wollen hier nie so richtig aufkommen, das Bemühen ist zwar zu erkennen, jedoch bleiben diese Dinge doch in gutgewollten Ansätzen stecken. Im Prinzip ist das aber auch nicht weiter schlimm, denn man sollte lediglich auf den Unterhaltungs-Faktor der Geschichte achten, denn der ist unter der Vorraussetzung, das man den Film als Trash ansieht, ziemlich hoch angesiedelt. Das Problem ist lediglich, das viele Leute eventuell mit falschen Erwartungen an diesen Genre-Beitrag herangehen werden und deshalb eventuell enttäuscht sein werden. Auf dem DVD-Cover wird die Geschichte doch so angepriesen, das diverse Ideen eines george A. Romero eingeflossen sind, was ganz sicher zu hohe Erwartungen auslösen kann. Hier sollte man von beginn an mit den richtigen Erwartungen zur Stelle sein, um später keine Enttäuschung zu erleben.

Letztendlich ist "Days of Darkness" als ernster Zombiefilm eher als Reinfall zu bezeichnen, wer jedoch einen ordentlichen Trashfilm zu schätzen weiss, wird voll auf seine Kosten kommen. Eine skurrile Geschichte mit einer mehr als nur witzigen Auflösung, vollkommen hirn-und sinnlose Dialoge, dümmliche Schauspieler und einige auch etwas härtere Passagen sorgen so dafür, das man einen wirklich kurzweiligen und gut unterhaltenden Film präsentiert bekommt, der sehr viel Laune macht, wenn man nicht zuviel erwartet.

Fazit:


"Days of Darkness" als ernsteren Film anzusehen, ist beim vorhandenen Trashgehalt schon fast nicht möglich, da die Inszenierung zu billig ist und zuviel unfreiwilliger Humor vorhanden ist. Dadurch wird die Geschichte allerdings für jeden Trash-Fan zur absolut lohnenswerten Angelegenheit, denn in dieser beziehung kann das Werk vollkommen überzeugen. Spaß, kurzweilige Unterhaltung und etwas Splatter -und Gore sorgen dafür, das man den Film durchaus weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailershow


6/10