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Dienstag, 28. September 2010

Suck - Bis(s) zum Erfolg!






Suck - Bis(s) zum Erfolg!
(Suck)
mit Rob Stefaniuk, Jessica Pare, Paul Anthony, Mike Lobel, Chris Ratz, Alice Cooper, Moby, Henry Rollins, Iggy Pop, Dimitri Coats, Dave Foley, Alex Lifeson, Malcolm McDowell, Carole Pope, Barnara Mamabolo
Regie: Rob Stefaniuk
Drehbuch: Rob Stefaniuk
Kamera: D. Gregor Hagey
Musik: John Kastner
FSK 16
Kanada / 2009

Die Rockband „The Winners” tourt durch Amerika und versucht erfolglos, einen Plattenvertrag zu bekommen. Doch als eines Morgens Bassistin Jennifer zum Tourbus kommt, ist alles anders. Sie wird von einer mysteriösen, erfolgversprechenden Aura umgeben, mit der der Erfolg als Band schnell kommt. Genauso schnell kommt aber auch die Gewissheit, dass Jennifer ein Vampir geworden ist. Doch die Vampir-Nummer ist gut für die Band: Einer nach dem anderen wird zum Blutsauger und sie bekommen einen Plattenvertrag. Sie haben nun alles, was sie wollten, ausverkaufte Hallen und Groupies, die ihren letzten Tropfen Blut für ihre Idole geben. Aber mit dem Erfolg kommt ihnen auch Vampirjäger Van Helsing auf die Spur, und der findet Blutsauger gar nicht gut.


Der etwas andere Weg zum Erfolg!



So könnte man die extrem witzige und erfrischende Geschichte mit einem Satz beschreiben, die sich einem hier offenbart. Rob Stefaniuk, der hier gleichzeitig als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion fungiert hat mit "Suck" eine Horror-Komödie kreiert, die man wohl ohne zu übertreiben als ein Genre-Highlight des Jahres 2010 bezeichnen kann. Tolle Musik, extrem coole Charaktere und ein Wiedersehen mit einigen Größen der Musikbranche ergeben hier eine exzellente Mischung und sorgen zudem für ein äusserst vergnügliches und sehr kurzweiliges Filmvergnügen der Extraklasse. Man kann wohl auch ohne weiteres behaupten, das es selten einen so musikalischen Vampirfilm gegeben hat, wenn sich die Geschichte allerdings um eine Rockband dreht, bleibt es natürlich kaum aus auch mit einigen Liedern konfrontiert zu werden, die absolut perfekt in das teils sehr skurrile Geschehen hineinpassen. Nahezu perfekt erscheinen dann auch die Gastauftritte einiger Größen der Rockmusik, sind doch so bekannte Musiker wie Alice Cooper, Moby, Iggy Pop oder auch Henra Rollins mit von der Partie, was das insgesamt schon hervorragende Gesamtbild noch einmal zusatzlich aufwertet und authentischer erscheinen lässt.

Doch im Focus des Ganzen steht selbstverständlich die Vampir-Thematik, die dieses Mal auf sehr aussergewöhnliche Art und Weise darstellt und zudem mit so viel Charme und Komik angereichert wurde, das es eine wahre Pracht ist. Dabei legt der Film sein Hauptaugenmerk auch nicht auf explizit dargestellte Härte, denn die vorhandenen blutigen Passagen sind eher etwas rar gesäät, das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn im Vordergrund steht ganz eindeutig der herrlich erfrischende Humor, der das phasenweise skurrile Treiben so ganz besonders sehenswert macht. Und hier handelt es sich keineswegs um platte Sprüche oder gar alberne Komik, vielmehr äussert sich der Witz der Story in brillantem Wortwitz und exzellenter Situationskomik, die einem so manchen Lacher entlocken kann. Eine weitere große Stärke von "Suck" sind die absolut überzeugenden Darsteller, die durch ihre Darbietungen ganzzeitig dazu beitragen, das nie so etwas wie Langeweile aufkommen kann. Dabei hat mir persönlich insbesondere Chris Ratz in der Rolle des Hugo besonders gut gefallen, der als "Mädchen für alles" fungiert und sich um alle Belange der Band kümmert. Allein schon sein genialer Dialekt und seine leicht warme Ader sind ein absolutes Highlight und sorgen für so manch belustigende Momente in einer Geschichte, die von haus aus nicht gerade höhepunktarm daherkommt.

Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich auch das Mitwirken von Malcolm McDowell, der hier als innerlich gebrochener Vampirjäger agiert, der witzigerweise auch noch den Namen "Van Helsing" trägt. Ihm ist es auch mit zu verdanken, das es im Laufe der Zeit zu einigen recht ungewöhnlichen Situationen kommt, wie beispielsweise eine Art Verbrüderung mit der Vampir-Band. Diese erfolgt im letzten Drittel des Filmes, als bis auf Hugo schon alle anderen Mitglieder der Band Vampire sind, denn nach und nach haben sich alle freiwillig von Jennifer mit dem Virus infizieren lassen, um den Erfolg der Gruppe zu festigen. Sinn der Verbrüderung ist es, den Ober-Vampir zu töten, um letztendlich wieder als menschliches Wesen aufzuerstehen. Und auch diese letzte Phase der Story sprüht nur so vor Witz und Komik und hält auch noch einige nicht unbedingt vorhersehbare Wendungen parat, die ein insgesamt nahezu perfektes Filmvergnügen stimmig abzurunden und den Zuschauer mit einem Grinsen im Gesicht zurückzulassen.

Im Endeffekt kann man Rob Stefaniuk nur zu diesem großartigen und witzigen Film gratulieren, der selbst die Blutsauger äusserst symphatisch erscheinen lässt. Denn hier wird ein Szenario präsentiert, das zwar überhaupt nichts mit dem Vampirfilm der klassischen Art zu tun hat, aber eine Horror-Komödie der neuen Generation zeigt, an dem jeder fan seine helle Freude haben wird. Die gewählte Mixtur aus toller Rockmusik in Verbindung mit der Vampir-Thematik ist dermaßen herzerfrischend, das man phasenweise aus dem lachen kaum herauskommt. Hinzu kommen die Cameo-Auftritte einiger sehr bekannter Musiker und einige witzige Anspielungen auf andere Größen der Musik (Der Gang der Band über den Zebrastreifen, der das Cover einer Beatles-LP nachstellt). Und als wenn das noch nicht genug wäre, hat Stefaniuk auch noch genau den richtigen Humor gefunden, um dem Betrachter ein brillantes Gesamtpaket abzuliefern, das man sich auch gern mehrmals anschauen wird, denn langweilig wird diese geschichte mit Sicherheit nicht.


Fazit:


Vampir-Komödien gibt es genügend, aber sicherlich nur recht wenige, die genauso kurzweilig und unterhalzsam gestaltet sind wie diese. Auch die Tatsache, das eigentlich nicht viele blutige Szenen enthalten sind fällt keinesfalls negativ auf, denn steht doch ganz eindeutig der charmante Humor ganz eindeutig im Vordergrund. Doch die enthaltenen Szenen, in denen es etwas härter zugeht, kann man als durchaus gelungen ansehen, denn sieht man doch auch nicht jeden tag, wie ein Opfer beispielsweise mit einem Strohhalm ausgesaugt wird. So kann man insgesamt von einem äusserst gelungenem Film sprechen, der in der Limited Edition zudem noch in einem schicken Steelbook erschienen ist. Hier sollte man auch einmal ein kleines Kompliment an die Firma Splendid aussprechen, die als eines der wenigen Labels ihre Steelbooks mit einem abziehbaren FSK-Aufkleber versieht, was leider längst nicht bei allen Firmen der Fall ist.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making Of, Interviews, Behind the Scenes


8,5/10

Sonntag, 26. September 2010

Sauna - Wash Your Sins






Sauna - Wash Your Sins
(Sauna)
mit Ville Virtanen, Tommi Eronen, Viktor Klimenko, Rain Tolk, Kari Ketonen, Sobja Petäjäjärvi, Vilhelmina Virkkunen, Taisto Reimaluoto, Ismo Kallio, Kati Outinen, Dick Idman, Ivo Kubecka, Elena Leeve, Elena Spirina, Peter Holmlund
Regie: Antti-Jussi Annila
Drehbuch: Iiro Küttner
Kamera: Henri Blomberg
Musik: Panu Aaltio
Keine Jugendfreigabe
Finnland / Tschechische Republik / 2008

1595: Der lang andauernde Krieg ist endlich beendet. Die Brüder Knut und Erik sind Mitglieder der Kommission, die die Grenze zwischen Finnland und Russland markiert. Im Zuge dieser Aufgabe begehen sie eine schreckliche Sünde: Sie überlassen ein junges Mädchen einem fürchterlichen Tod. Als sie später eine noch nicht kartografierte Sumpflandschaft durchqueren, taucht der Geist des Mädchens auf und verfolgt sie. Aus dem Antlitz der Erscheinung quillt endlos Schmutz. In der Sauna eines namenlosen Dorfs finden die beiden Unterschlupf. In diesem geheimnisvollen Ort kann man sich von allen Sünden reinwaschen. Knut und Erik betreten die Hütte auf der Suche nach Vergebung ...


Wenn man diversen Meinungen über diesen Horrorfilm im historischen Ambiente Glauben schenkt, dann müsste man es eigentlich mit einer eher langatmigen Geschichte zu tun bekommen, die über keine sonderlichen Höhepunkte verfügt und zudem noch extrem blutarm in Szene gesetzt wurde. Nun gut, die Sache mit der Blutarmut stimmt zu 100 %, jedoch gestaltet sich das Geschehen alles andere als langatmig oder gar langweilig, vielmehr wird der Zuschauer mit einem insbesondere in atmosphärischer Hinsicht absolut überzeugendem Werk konfrontiert, in dem sich der Horror langsam und schleichend entwickelt, wodurch ein hohes Maß an Intensität freigesetzt wird, das seine Wirkung auf den Betrachter auf keinen Fall verfehlt. Von der ersten Sekunde an wird man mit einer herrlich dreckigen und düsteren Grundstimmung konfrontiert, die einem langsam aber sicher unter die Haut kriecht, so das ein ganzzeitig vorhandes Unbehagen entsteht, das man bis zum Ende nicht wieder los wird.

Regisseur Antti-Jussi Annila ist es hervorragend gelungen, eine authentisch erscheinende Atmosphäre zu erzeugen die jederzeit das Gefühl vermittelt, das man sich wirklich zeitlich gesehen im 16. Jahrhundert befindet und so die Ereignisse auch glaubwürdig nachvollziehen kann. Es ist die vorhandene Kraft der imposanten Bilder, die eine ungeheure Faszination entfaltet, der Einsatz blasser Farbfilter lässt die Schauplätze dermaßen düster erscheinen, das einem phasenweise schon kalte Schauer über den Rücken laufen. Und so kann sich dann auch das unheilvolle Element der Geschichte vollends entfalten, das den Zuschauer mit zunehmender Laufzeit immer mehr in seinen Bann zieht, obwohl im Prinzip nicht wirklich viel passiert. Es gibt keinerlei visuelle Härte, auf blutige Passagen wartet man vergebens und dennoch geht vom Geschehen eine ungeheuer starke faszination aus, der man sich keinesfalls erwehren kann. Sicherlich gibt es genügend Leute, die sich über die fehlende Härte beschweren werden, die man aufgrund der hohen Alterseinstufung vielleicht erwartet hat. Dazu sollte man allerdings erwähnen, das der Film ab 16 Jahren freigegeben ist und lediglich wegen einiger Trailer auf der DVD mit Keine Jugendfreigabe eingestuft wurde. So wird manch einer wieder auf eine falsche Fährte gelockt und geht mit vollkommen falschen Erwartungen an dieses Werk heran.

Neben der erstklassigen Stimmung und dem schleichend aufkommendem Horror sind ganz sicher auch die darsteller eine große Stärke der Geschichte, insbesondere das Brüderpaar Eerik und Knut, die hier die Charaktere der beiden Kartografen darstellen bestechen durch ausgezeichnetes und authentisches Schauspiel. Vor allem der scheinbar eiskalte Eerik wird dabei so unheimlich dargestellt, das es einen in manchen Passagen schon einmal frösteln kann, wohingegen Knut der emotionale und menschliche Part des ungleichen Brüderpaares ist. Die unterschiedlichen Charaktere der beiden sind für das Geschehen somit auch immens wichtig und drücken dem Ganzen einen ganz eigenen Stempel auf, der mit der Zeit immer stärker in den Vordergrund tritt. Aber auch ganz allgemein kann man im Bezug auf die darstellerischen Leistungen überhaupt nichts bemängeln, da auch die Figuren, die nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen, durch absolut gute Leistungen auffallen und den Film so noch einmal zusätzlich aufwerten.

Nun mag "Sauna" sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, denn vielen wird bestimmt etwas die Action fehlen. Allerdings handelt es sich hier um eine wirklich etwas aussergewöhnliche Produktion, der man unbedingt eine Chance geben sollte. Denn wenn man sich auf diesen Film einlässt, dürfte der eher unterschwellige Horror der hier entsteht einen voll in Beschlag nehmen und so für ein exzellentes Grusel-Feeling sorgen, das eher schleichend aber deswegen nicht minder intensiv auf den Betrachter überspringt. In einigen Passagen der Story verschwimmen sogar die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, was dem Geschehen noch einmal zusätzlich eine äusserst unheimliche Note verleiht, die das Gesamtbild noch stimmiger erscheinen lässt, so das man letztendlich von einem in allen Belangen gelungenem Filmerlebnis sprechen kann.


Fazit:


Wer Horrorfilme mag, in denen sich der aufkommende Horror eher sehr langsam und unterschwellig entwickelt, der ist hier an der genau richtigen Adresse, denn "Sauna" schafft es mit den minimalsten Mitteln, ein maximales Grusel-Feeling zu entfalten. Liebhaber der harten Welle kommen sicher nicht auf ihre Kosten, wer sich allerdings an eher subtilem Horror erfreuen kann, der dürfte von diesem Werk begeistert sein. Mir persönlich hat der Film jedenfalls erstklassig gefallen und so kann ich ihn auch bedenkenlos weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: 8-Films
Sprache / Ton: Deutsch / Finnisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Making Of, Extended / Deleted Scenes, Bloopers, Teaser, Trailer


8/10

Freitag, 24. September 2010

Stepfather (Remake)






Stepfather
(The Stepfather)
mit Dylan Walsh, Sela Ward, Penn Badgley, Amber Heard, Sherry Stringfield, Paige Turco, Jon Tenney, Nancy Linehan Charles, Marcuis Harris, Braeden Lemasters, Deirdre Lovejoy, Skyler Samuels, Blue Deckert, Jason Wiles, Kara Ortiz
Regie: Nelson McCormick
Drehbuch: J.S. Cardone / Donald E. Wrestlake
Kamera: Patrick Cady
Musik: Charlie Clouser
FSK 16
USA / 2009

Als Michael nach einem Jahr Militärschule endlich wieder nach Hause zurückkehrt, ist seine Mutter Susan frisch liiert. Doch Michael hat eine dumpfe Vorahnung, dass mit seinem zukünftigen Stiefvater David irgendetwas nicht stimmt. Nur leider glaubt ihm niemand. Seine Mutter und seine Freundin halten Michael schlichtweg für paranoid, obwohl sich David ihm gegenüber ganz subtil immer bedrohlicher und böswilliger benimmt. Michael stöbert derweil in Davids Vergangenheit und als er endlich auf sein wohlgehütetes Geheimnis stößt, ist es fast zu spät. Plötzlich liegt es ganz allein an Michael, seine Familie vor dem Möchtegern-Familienoberhaupt zu beschützen


Nun kann man sicher vortrefflich darüber streiten, ob man überhaupt eine Neuauflage des 1987 erschienenen Originals machen musste, denn immerhin zählt der Film nicht unbedingt zu den Größen des Genres. Allerdings fällt ja mittlerweile fast jeder Horrorfilm dem Remake-Wahn der Amerikaner zum Opfer, so das man nicht wirklich überrascht ist. Da ich das Original sehr schätze, war ich doch recht gespannt auf die Neuauflage und auch diese hat meinen Geschmack durchaus getroffen. Die Macher haben sich doch ziemlich stark am Original orientiert, wodurch selbstverständlich keine großartigen Neuerungen oder gar innovative Ideen zu erwarten sind. Dafür wurde die Geschichte aber äusserst spannend in Szene gesetzt, was dem Zuschauer doch ein kurzweiliges und interessantes Sehvergnügen bereitet, das zwar nicht mit sonderlichen Höhepunkten aufwarten kann, aber auch zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt. Wer sich schon am Original erfreuen konnte, der wird hier auch voll auf seine Kosten kommen, präsentiert sich dem Zuschauer doch ein spannender und teilweise äusserst atmosphärischer Horror-Thriller.

Das liegt meiner Meinung nach auch an der überzeugenden Darsteller-Riege, an deren Schauspiel es nichts zu bemängeln gibt. Vor allem Dylan Walsh in der Rolle des Stifvaters weiss hier durch authentisches Schauspiel voll zu überzeugen und steht Terry O'Quinn, der 1987 diese Rolle gespielt hat in nichts nach, seine Darstellung des anscheinend harmoniesüchtigen Familienoberhauptes ist absolut authentisch und hinterlässt einen sehr glaubwürdigen Eindruck. Aber auch die restlichen Schauspieler agieren äusserst routiniert und geben keinerlei Anlass zur Klage. Zudem entwickelt sich während der Geschichte ein äusserst straff gezogener Spannungsbogen, der seine Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt. Auch die Grundstimmung verdichtet sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr und nimmt insbesondere zum Ende hin sehr bedrohliche Züge an.

Und auch wenn man die hier erzählte Story schon kennt und sie somit auch leicht vorhersehbar erscheint, kann man eine von ihr ausgehende Faszination nicht abstreiten. Vor allem das gut inszenierte Finale des Films kann sich durchaus sehen lassen und lässt einen doch schon fast zwangsläufig mitfiebern, auch wenn der Ausgang des Geschehens doch sichtlich auf der Hand liegt und so auch einen Nachfolger dieser Neuauflage erahnen lässt. Ich persönlich hätte ehrlich gesagt nichts dagegen, hat mir doch das Remake sehr gut gefallen und mich auch ganzzeitig kurzweilig unterhalten. Natürlich gibt es auch wieder genügend Leute die das vollkommen anders sehen und die anhaltende Einfallslosigkeit der Filmemacher kritisieren, die ein remake nach dem anderen produzieren und dabei auch nicht vor eher unbedeutenden Slashern halt machen. Doch sollte man dabei auch fair bleiben, denn auch wenn man hier nichts Neues geboten bekommt, handelt es sich um einen gelungenen Horror-Thriller, der jederzeit spannend unterhalten kann.

Letztendlich handelt es sich bei "Stepfather" um ein weiteres der mittlerweile fast unzähligen Remakes, die in den letzten Jahren förmlich wie eine Flutwelle über uns hineingebrochen sind. Über den Sinn ider Unsinn dieser Welle kann man sicherlich geteilter Meinung sein, aber der vorliegende Film zählt meiner Meinung nach auf jeden fall zu den besseren Vertretern seiner Art und dürfte für fans des Genres ganz bestimmt einen Blick wert sein. Gute Darsteller, ein konstanter Spannungsbogen und eine herrlich dichte Atmosphäre sind vollkommen ausreichend, um hier ein insgesamt überzeugendes Gesamtpaket zu präsentieren, an dem man durchaus seine Freude haben kann.


Fazit:


Auch wenn "Stepfather" nicht unbedingt zu den Klassikern des Genres zu zählen ist und manch einer die berechtigung einer Neuauflage anzweifeln mag, so ist diese doch sehr gelungen und bitet einen spannenden Film, der zwar keine sonderlichen Höhen, aber auch keinerlei Tiefen erkennen lässt. So kann man hier bedenkenlos zugreifen, wenn man einen Film für einen gemütlichen DVD-Abend vor dem heimischen Bildschirm sucht, denn gibt es doch genügend Werke, die weitaus schlechter unterhalten, als es dieses Remake tut.


7/10

Mittwoch, 22. September 2010

[Rec] 2






[Rec] 2
([Rec] 2)
mit Jonathan Mellor, Manuela Velasco, Oscar Zafra, Ariel Casas, Alejandro Casaseca, Pablo Rosso, Pep Molina, Andrea Ros, Alex Batllori, Pau Poch, Juli Fabregas, Ferran Terraza, Claudia Silva, Martha Carbonell
Regie: Jaume Balaguero / Paco Plaza
Drehbuch: Jaume Balaguero / Manu Diez
Kamera: Pablo Rosso
Musik: Keine Information
FSK 16
Spanien / 2009

In einem betagten innerstädtischen Miethaus ist ein scheußliches Tollwutvirus ausgebrochen. Draußen hat die Polizei alles abgeriegelt, während drinnen Gottweißwas geschieht. Ein aus Elitekriegern und Geistlichen rekrutiertes Expertenteam sieht nach dem rechten und erhält unversehens Verstärkung durch abenteuerlustige Kids, die durch den Keller vom Nachbarhaus einstiegen. Jetzt ist man konfrontiert mit rasenden Zombies und ihrer dämonischen Ursache, während Scharfschützen allen den Garaus machen, die sich zu nah an Fenster und Türen wagen.


Nach dem schon fast sensationellen Erfolg von [Rec] war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann der Nachfolger erscheinen würde, vor allem da die Hintergründe der ausgebrochenen Seuche in einem Mietshaus lediglich durch eher schwammige Andeutungen überhaupt nicht aufgeklärt wurden. Diesen Luxus konnten sich die Macher des Filmes im zweiten teil nun nicht mehr leisten, denn wartete man als Zuschauer doch dieses Mal auf eine Lösung des Rätsels, die ausserdem auch noch einigermaßen plausibel sein sollte. Die Lösung der ominösen Seuche bekommt man nun auch geliefert, ob diese allerdings für jeden glaubwürdig erscheinen mag, muss jeder für sich selbst beurteilen, jedoch ist die gewählte Variante einer Erklärung auf jeden Fall äusserst interessant und verleiht dem ganzen Geschehen meiner Meinung nach eine noch mysteriöse Note, als es schon im ersten Teil der Fall war. Ganz generell kann man diesen Film als absolut gelungene Fortsetzung ansehen, denn im Bezug auf die ausgehende Intensität der Ereignisse nehmen sich die beiden Filme wirklich nicht viel, der einzige Unterschied besteht eventuell darin, das Teil 1 eine Spur härter in Szene gesetzt war.

Und so kann man sich also schon denken, das auch hier die gleiche dichte Grundstimmung vorhanden ist, die schon den Vorgänger so ausgezeichnet hat. Die Geschichte befinnt zeitmäßig nur wenige Minuten nach dem Ende von [Rec], wodurch es auch sehr empfehlenswert wäre, sich beide Filme nacheinander anzuschauen und das spannende Sehvergnügen so noch um Einiges zu steigern. Doch auch, wenn man sich diesen Film allein anschaut, ist man von der ersten Minute an gleich wieder mittendrin in dem extrem atmosphärischen und unheimlichen Treiben, das sich in dem Mietshaus abspielt, gleichzeitig fühlt man sich auch selbst wieder in die Story involviert und folgt schon fast fieberhaft den Ereignissen, die nicht minder spannend erzählt werden als im ersten Teil. Es herrscht ganzzeitig die gleiche bedrohliche Stimmung vor, die den neuen Protagonisten auch sogleich entgegenschlägt.

Ziemlich schnell bekommt man dann auch schon den eigentlichen Grund für die sogenannte "Zombie-Seuche" präsentiert, die sich einerseits eventuell etwas fantastisch anhören mag, was auch die Reaktion der Mitglieder des Spezialkommandos zum Ausdruck bringt, die die angebliche Ursache zu Beginn kaum glauben können. Andererseits verleiht der neue Aspekt der Geschichte insgesamt einen noch weitaus mysteriöseren Anstrich, der auch gleichzeitig eine ungeheure Faszination auf den Betrachter ausübt. Durch die neu eingebrachte Wendung der Ereignisse verdichtet sich die so schon exzellente Grundstimmung noch einmal zusätzlich und nimmt dabei auch herrlich okkulte Züge an. Zusätzlich sorgt auch ein eingebauter Nebenerzählstrang, in dem einige Jugendliche trotz etlicher Sicherheitsvorkehrungen in das unter Quarantäne stehende Mietshaus für zusätzliche Spannung, obwohl dies gar nicht zwingend notwendig gewesen wäre. So aber steht das Einsatzkommando vor der schwierigen Aufgabe, auch das Leben der Jugendlichen zu beschützen, was ihnen die Arbeit nicht unbedingt erleichtert, da sie mittlerweise auch zahlenmäßig schon stark dezimiert sind.

Man sieht also, das die Macher des Filmes sich Einiges haben einfacllen lassen, um auch hier wieder eine sehr temporeich erzählte Geschichte zu bieten, die nahtlos an die Geschehnisse von Teil 1 anknüpft und diesem im Bezug auf Spannung und Atmosphäre in überhaupt nichts nachsteht. Lediglich der vorhandene Härtegrad ist hier meiner Meinung nach etwas niedriger angesiedelt, was aber überhaupt nicht als kritikpunkt, sondern lediglich als Feststellung gemeint ist. Trotzdem sind auch in dieser Geschichte einige ordentlich blutige Passagen enthalten, so das man insgesamt keinen zu großen Unterschied zum Vorgänger erkennen kann. Alles zusammengenommen wird jeder Horror-Fan seine helle Freude an dieser Fortsetzung haben, die durch das gewählte Ende auch die Vorfreude auf einen weiteren Teil der Reihe aufkommen lässt, der auch ruhig kommen darf, wenn die Qualität der ersten beiden Teile auch nur annähernd gehalten werden kann. Diese bewegt sich nämlich auf einem sehr hoch angesiedelten Niveau, was als äusserst positiv bewertet werden kann.


Fazit:


"[Rec] 2" ist das, was man ohne Übertreibung als absolut gelungene Fortsetzung bezeichnen kann. Die Weiterführung der unheilvollen Ereignisse in einem unter Quarantäne stehenden Mietshaus wurden vollkommen spannend und intensiv in Szene gesetzt, so das man als Zuschauer auch hier wieder mit teilweise schweissnassen Händen vor dem heimischen Bildschirm sitzt uns voll atemloser Spannung den Ereignissen folgt, die da auf einen zukommen. Ein intensives und jederzeit bestens unterhaltendes Horror-Szenario, das insbesondere durch den Drehstil mit einer Hand-Cam ein starkes Maß an Authenzität hervorruft, dem man sich kaum erwehren kann, selbst wenn man es wollte.


8,5/10

Sonntag, 19. September 2010

Wolfman (2010)






Wolfman
(The Wolfman)
mit Benicio Del Toro, Anthony Hopkins, Simon Merrells, Gemma Whelan, Emily Blunt, Mario Marin-Borquez, Asa Butterfield, Cristina Contes, Art Malik, Malcolm Scates, Nicholas Day, Michael Cronin, David Sterne, David Schofield, Roger Frost
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Andrew Kevin Walker / David Self
Kamera: Shelly Johnson
Musik: Danny Elfman
FSK 16
Großbritannien / USA / 2010

Lawrence Talbot stammte aus adligem Hause und verlor seine Kindheit in dem Augenblick, als seine Mutter starb. Inzwischen erwachsen hört er eines Tages von dem Verschwinden seines Bruders - was ihn zurückkehren lässt in seine einstige Heimat. Dort trifft er nicht nur auf seinen entfremdeten Vater, sondern erfährt auch von einem blutrünstigen Monster, welches die Dorfbewohner reihenweise umbringt. Allmählich sieht Lawrence sich auf der Suche nach seinem Bruder mit seiner eigenen dunklen Seite konfrontiert und macht eine unheilvolle Entdeckung.


Man kann ja nun zu Neuauflagen von alten Horror-Klassikern stehen wie man will, doch auf das Remake des wohl größten Werwolf-Klassikers (Der Wolfsmensch 1941) habe ich mich schon seit langer Zeit gefreut. Und was soll man sagen, der Film hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern zusätzlich noch übertroffen. Deshalb war ich doch auch sichtlich verwundert, das diese neuauflage teilweise doch recht schlechte Kritiken erhält, was ich persönlich nun überhaupt nicht nachvollziehen kann. Vielleicht liegt es an den vorhandenen CGI-Effekten, die insbesondere für Verehrer des Originals äusserst gewöhnungsbedürftig sind, doch zähle ich mich auch zu den Liebhabern des Originals und empfand dennoch die vorhandenen Rffekte alles andere als störend.

Das Wichtigste ist jedoch die Tatsache, das Regisseur Joe Johnston (Jurassic Park 3) bei seiner Inszenierung keinesfalls in blinden Aktionismus verfallen ist und die Geschichte durch zu viel übertriebene Härte verfälscht hat, sondern immer die Story an sich im Vordergrund gehalten hat. Manch einem wird eventuell garade in der ersten Stunde etwas die Action fehlen, aber insgesamt gesehen wurden die blutigen Passagen meiner Meinung nach wohl dosiert und gut über die gesamte Laufzeit verteilt. Insbesondere die zweite Filmhälfte hat dann doch so einige Szenen zu bieten, die für eine 16er Freigabe doch streckenweise recht beachtlich erscheinen. Dennoch ist die Alterseinstufung durchaus gerechtfertigt und passend, eine höhere Freigabe wäre somit auch etwas überzogen gewesen.

Der Aspekt, das die Story hier etwas abgeändert wurde empfand ich keineswegs als Schwäche, denn kommt so doch etwas frischer Wind in das Geschehen und macht das Gesamtpaket doch noch um Einiges interessanter. Dazu zählt auch das vollkommen zerrüttete Verhältnis zwischen vater und Sohn Talbot, die von A. Hopkins und B. Del Torro ganz hervorragend dargestellt werden. Vor allem Hopkins als scheinbar eiskalter und vollkommen gefühlsloser Vater liefert einmal mehr eine grandiose Kostprobe seines schauspielerischen Könnens ab, zudem gebührt im gerade zum Ende hin noch eine entscheidende Rolle zu, wenn das gut gehütete Geheimnis der Familie Talbot endgülzig gelöst wird und sich die Gesamtzusammenhänge so richtig offenbaren. Natürlich wird es wieder genügend leute geben, die gerade die Abänderung der Story nicht gutheissen werden, doch ehrlich gesagt ergibt sich doch ein äusserst gelungenes Gesamtbild, in dem alles nahezu perfekt aufeinander absgestimmt ist.

Nun wird das Original von 1941 sicherlich trotz allem znangetastet bleiben, doch die neuauflage kann sich jederzeit sehen lassen. Mich hat sie sogar regelrecht begeistert, wurde mir doch ein Film mit einer erstklassigen und sehr dichten Atmosphäre geboten, der jederzeit spannend und interessant in Szene gesetzt wurde. Zudem wurde wurde das genau richtige Maß an Härte und blutigen Passagen gewählt, so das keineswegs ein künstlich herbeigeführtes und vollkommen sinnbefreites Gemetzel geboten wird. Die Abänderung der Geschichte verleiht dem Ganzen noch zusätzlich eine äusserst interessante Note, die ihm extrem gut zu Gesicht steht.


Fazit:


Allen Unkenrufen zum Trotz hat mich diese Neuauflage regelrecht begeistert. Eine sehr spannende Geschichte wurde in imposante Bilder umgesetzt und mit erstklassigen darstellern besetzt, die allesamt einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Und auch wenn viele das ganz anders sehen werden, ist hier eines der besten remakes der letzten jahre entstanden, das auch dem unerreichten Original alle Ehre macht und jedem zu empfehlen ist, der Filme mit der Werwolf-Thematik zu schätzen weiss.


9/10

Freitag, 17. September 2010

From Paris with Love






From Paris with Love
(From Paris with Love)
mit John Travolta, Jonathan Rhys Meyers, Kasia Smutniak, Richard Durden, Yin Bing, Amber Rose Revah, Eric Gordon, Francois Bredon, Chems Dahmani, Sami Darr, Julien Hagnery, Mostefa Stiti, Rebecca Dayan, Michael Vander-Meiren, Didier Constant
Regie: Pierre Morel
Drehbuch: Luc Besson / Adi Hasak
Kamera: Michael Abramowicz
Musik: David Buckley
FSK 16
Frankreich / 2010

Schon immer träumte James Reese, Assistent des amerikanischen Botschafters in Paris, von einer Karriere als Geheimagent. Unerwartet kommt der schmächtige Bürokrat tatsächlich zu einem Spezialeinsatz, als er CIA-Agent Wax bei dessen Auftrag an der Seine unterstützen soll. Doch die rücksichtslosen Ermittlungsmethoden von Wax gegen Drogengangster und Terroristen sind nicht nur unkonventionell, sondern für die meisten seiner Gegner tödlich. Und sie führen schließlich zu einer Spur, die Reese zu einer schweren Entscheidung zwingt.


Es gibt genügend Leute, die diesem Actionfilm fast jegliche handlung absprechen, manch einer hält ihn sogar für menschenverachtend oder politisch unkorrekt. Das mag sogar größtenteils zutreffen, doch das Wichtigste kann man dem Werk von Pierre Morel keineswegs absprechen, nämlich seinen extrem hoch angesiedelten Unterhaltungswert. Sicher, die Geschichte beinhaltet nicht gerade viel Substanz, doch bietet sie zwei äusserst coole Hauptcharaktere, von denen John Travolta ganz eindeutig einen der absoluten Höhepunkte dieses Filmes darstellt, denn seine Interpretation des mega-coolen Agenten steht eindeutig im Vordergrund der zugegebenermaßen etwas dünnen Rahmenhandlung, die aber dennoch vollkommen ausreichend erscheint, um ganzzeitig für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Es handelt sich nun einmal um einen echten Action-Kracher, der im Prinzip genau das bietet, was sich ein echter Action-Freak von einem solchen Film erwartet.

Jede Menge Schießereien die auch etliche Tote fordern, eine rasante und sehr temporeiche Erzählweise, einige überraschende Wendungen und zwei Hauptdarsteller, denen ihre Rollen wie auf den Leib geschneidert erscheinen. Nun gibt es bestimmt genügend Film-Freunde, denen das längst nicht ausreicht, um den Film als gut zu bewerten, jedoch sollte man hier meiner meinung nach nicht zu hohe Maßstäbe ansetzen, denn inhaltliche Tiefe ist bei einem Film dieser Art doch nicht zwingend notwendig. Wie schon bei Werken wie "Crank" oder "Shoot 'Em Up" sollte doch der Unterhaltungswert im Vordergrund stehen und der ist nun wirklich jederzeit gegeben.

Allein das Schauspiel eines John Travolta ist es schon wert, sich diesen Film anzuschauen, denn ist seine Darstellung des coolen Killers der im Auftrag der Regierung tötet doch äusserst gelungen und an Coolness kaum zu überbieten. Ihm zur Seite steht mit Jonathan Rhys Meyers eigentlich der genaue Gegenpart, der als eher bieder wirkender Regierungsbeamter zu Beginn etreme Schwierigkeiten mit der Art seines neuen Partners hat. Da sich Gegensätze aber bekanntlicherweise anziehen, wird aus den beiden vollkommen unterschiedlichen Charakteren letztendlich doch noch ein schlagkräftiges Duo, das seinen Auftrag mit allen Mitteln erfüllen will.

Nun sollte man hier nicht unbedingt auf Logiklöcher oder teils übertriebene Action-Passagen nachdenken, auch die mangelnde Substanz der Geschichte darf nicht als zu großer Kritikpunkt herhalten, denn bietet "From Paris with Love" letztendlich das, was man von einem Actionfilm erwartet, nämlich coole Charaktere, lockere Sprüche und ein Action-Feuerwerk, das sich jederzeit sehen lassen kann.


Fazit:


"From Paris with Love" bietet extrem kurzweilige Unterhaltung, ohne jedoch größere Ansprüche zu befriedigen. Insbesondere die ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung kann höher gesteckte Erwartungen nicht erfüllen, dafür dürfte das Herz eines jeden Action-Fans bei der temporeichen Unszenietung vor Begeisterung im Leibe hüpfen. Ein Action-Spektakel, das im Bezug auf den Unterhaltungswert keine Wünsche offen lässt und jederzeit beste Unterhaltung bietet.


8/10

Mittwoch, 15. September 2010

Stag Night






Stag Night
(Stag Night)
mit Scott Adkins, Vinessa Shaw, Breckin Meyer, Kip Pardue, Karl Geary, Luca Bercovici, Suzanna Urszuly, Nikolai Sotirov, Sarah Barrand, Rachel Oliva, Jo Marr, Itai Diakov, Radoslav Paranov, Amy Mihailova, Phil Jackson
Regie: Peter A. Dowling
Drehbuch: Peter A. Dowling
Kamera: Toby Moore
Musik: Benedikt Brydem
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Eine Gruppe junger Männer auf dem Heimweg von einem ausgiebigen Junggesellenabschied: Ahnungslos steigen die Vier an einer längst geschlossenen U-Bahn-Station aus und beschließen den Weg durch den Tunnelschacht zur nächsten Haltestelle zu laufen. Doch dann werden sie Zeuge eines grausamen Mordes an einem Polizisten und flüchten schockiert zurück in die Wirren des U-Bahn-Netzes. Die Täter wollen die stillen Beobachter aber nicht entkommen lassen - eine gnadenlose Jagd durch die Tunnel beginnt...


Filme wie "Creep" oder "Mimic" haben es gezeigt, Horror in der U-Bahn kann sehr unterhaltsam sein. Und so nimmt sich auch das Regie-Debut von Peter A. Dowling diese Thematik zum Vorbild und erzählt eine Geschichte, die sich durchaus sehen lassen kann. Für mich persönlich ziemlich unverständlich erhält der Film viele eher schlechte Kritiken, wo man sich dann schon fast zwangsläufig die Frage stellt, mit welchen Erwartungen man an einen Film dieser Art herangeht. Sicherlich bietet der Plot nicht unbedingt Innovation, es wird nichts gezeigt, was man so oder so ähnlich nicht schon einmal irgendwo gesehen hat, doch die Umsetzung des Geschehens ist extrem spannend und sehr atmosphärisch, so das ein intensives Horror-Feeling jederzeit gegeben ist. Allein schon die ersten Sekunden der geschichte, in denen man eine blutende und schreiende Frau aus der U-Bahn laufen sieht, machen hier Appetit auf mehr und das soll der Zuschauer dann im Laufe des Geschehens auch präsentiert bekommen.

Das ein Junggesellenabschied auch ganz derbe in die Hose gehen kann und vollkommen anders verläuft, als wie man es eigentlich geplant hat, wird hier eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Durch einige dumme Äusserungen kommen insgesamt 6 Personen so in eine Situation, die sich zu Beginn noch gar nicht als bedrohlich entpuppt und vielmehr zum Schmunzeln animiert. Das ändert sich jedoch unglaublich schnell, als 4 Personen aus der Gruppe einen Mord beobachten, der von scheinbar degenerierten kannibalen an einem Aufsichtsbeamten begangen wird. Schon entwickelt sich eine mörderische Hatz durch die unterirdischen Tunnel der New Yorker U-Bahn, die größtenteils sehr temporeich-und stellenweise äusserst hart in Szene gesetzt wurde. Der mörderische Kampf ums nackte Überleben gestaltet sich für die jungen Leute äusserst schwierig, denn scheint es doch kein Entkommen vor der mordlüsternen Horde zu geben, die sich in dem weitverzweigten Tunnelsystem selbstverständlich viel besser auskennen.

Nun mag es Leute geben, die sich in vorliegender Geschichte über zu wenig Abwechslung beschweren, denn die ist nun wirklich nicht vorhanden, dafür wird man allerdings mit einer exzellenten Atmosphäre entschädigt, die herrlich düster und bedrohlich gehalten ist und auch für so manchen kalten Schauer sorgen kann, der dem Betrachter über den Rücken läuft. So ist man heilfroh über die tatsache, das man selbst vor dem heimischen Bildschirm sitzt und sich nicht in der bedrohlichen Situation befindet, wie die Protagonisten der vorliegenden Story. Und auch wenn diese sich durch eigene Dummheit in diese gefährliche Lage hineinmanövriert haben, fiebert man doch mit ihnen mit, pbwohl man ganz genau weiss, das die Menschenjagd keinesfalls ohne Opfer ablaufen wird. Auf der rasanten jagd durch die Tunnel kommt es dann auch immer wieder zum Aufeinandertreffen der beiden ungleichen Gruppen und man kann sich auch ohne viel Fantasie sehr gut vorstellen, das diese Begegnungen nicht ohne Blut und Härte enden.

Selbst der geneigte Gorehound dürfte bei den entsprechenden Passagen voll auf seine Kosten kommen, denn es gibt einige recht derbe und blutige Szenen, die den Ereignissen einen ordentlichen Härtegrad verleihen, der aber keineswegs vollkommen überzogen oder gar unpassend erscheint. Dennoch ist es schon leicht verwunderlich, das "Stag Night" das Siegel keine Jugendfreigabe erhalten hat und zudem noch ungeschnitten ist, denn sind doch in letzter Zeit schon ganz andere Filme für weniger Härte der Schere zum Opfer gefallen. Das soll jetzt sicher keine Beschwerde sein, aber etwas verwundert darf man als Horror-Fan aufgrund der manchmal nicht nachvollziehbaren Kriterien schon sein, die für eine Kürzung diverser Filme herhalten müssen, die doch teilweise recht willkürlich erscheinen. Wie dem auch sei, hier wurde die Schere nicht bemüht und das ist auch gut so, denn so kann man diesen gelungenen Horrorfilm in seiner vollen Pracht genießen.

Insgesamt gesehen ergibt sich so ein doch überdurchschnittlich gutes Gesamtbild, das kurzweilige und spannende Horror-Unterhaltung bietet. Konstante und immer vorhandene Spannung, eine erstklassig dichte und düstere Grundstimmung und ein ordentlicher Härtegrad versetzen einen in genau die richtige Stimmung, die für einen Film dieser Art notwendig ist, um sich an ihm zu erfreuen. Zudem bieten auch die Schauspieler recht solide Leistungen, auch wenn einige Verhaltensweisen nicht immer logisch erscheinen. So gibt es im Endeffekt nicht wirklich etwas an "Stag Night" auszusetzen, da auch das gewählte Ende noch bitter-böse gestaltet ist, auch wenn man es ziemlich deutlich vorhersehen kann.


Fazit:


"Stag Night" bietet sicherlich nichts was dem Horror-Genre Neues einhauchen würde, bietet aber sehr kurzweilige und spannende Unterhaltung, die man sich jederzeit gut anschauen kann. Keinerlei Innovation, dafür aber eine grundsolide Inszenierung, die jederzeit spannend und äusserst blutig gestaltet wurde. Wer einen Horrorfilm zu schätzen weiss, der alle Zutaten beinhaltet um für ein ordentliches Horror-Feeling zu sorgen wird hier bestens bedient und wird seine wahre Freude an den blutigen Ereignissen haben.


7,5/10

Montag, 13. September 2010

Tobruk






Tobruk
(Tobruk)
mit Jan Meduna, Petr Vanek, Robert Nebrensky, Michal Novotny, Martin Nahalka, Matus Kratky, Krystof Rimsky, Petr Lnenicka, Andrej Polak, Petr Stach, Radim Fiala, Matej Hadek, Karel Klinovsky, Petr Halberstadt, Petr Vrsek
Regie: Vaclav Marhoul
Drehbuch: Vaclav Marhoul / Stephen Crane
Kamera: Vladimir Smutny
Musik: Sussan Deyhim / Richard Horowitz
FSK 16
Slowakei / Tschechische Republik / 2008

1941 Jiri Posichal ist 18 Jahre jung und steckt voller naiver Ideen über Heldentum und Tapferkeit, als er sich freiwillig als Soldat meldet. Im Ausbildungslager in Ägypten bekommt er vor allem Hitze, Staub und schlechtes Essen. Unter den Soldaten entstehen Spannungen und Konflikte, aber auch Kameradschaft, sogar Freundschaft. Dann kommt der Marschbefehl. Jiris Bataillon soll die alliierten Truppen bei der Verteidigung der Hafenstadt Tobruk verstärken. In den glutheißen, staubigen Schützengräben in der libyschen Wüste, dem feindlichen Artilleriefeuer ausgeliefert, wird Überleben zur Glückssache und Jiri erlebt, wie schmal die Linie zwischen Heldenmut und Feigheit sein kann ...


Es gibt Kriegsfilme, die in erster Linie durch einen sehr hohen Actionanteil und jede Menge bildgewaltige Schlachten überzeugen und den Zuschauer faszinieren. Und dann gibt es Filme wie "Tobruk", die zwar auch durchaus sehenswerte Action-Passagen beinhalten, die aber durch eine eher bedächtige Erzählweise eine so hohe Intensität entfachen, das man als Zuschauer die ganze Zeit über eine gewisse Beklemmung verspürt, die man beim besten Willen nicht ablegen kann. Und so besticht auch dieses Werk von Vaclav Marhoul hauptsächlich durch seine imponierenden Bilder und starken Charaktere, die der Geschichte unweigerlich ihren Stempel aufdrücken. Schon in den ersten Szenen des Films wird eine Richtung vorgegeben, die an Trostlosigkeit und Tristesse schwerlich zu überbieten ist, denn befindet man sich doch gleich in einem Ausbildungslager für die jungen tschechischen Rekruten, das sich mitten in der weiten Einöde der Wüste befindet, in der sie auf den bevorstehenden kampf gegen die nazis auf den Ernstfall vorbereitet werden sollen.

Die vollkommen trostlose Umgebung schlägt selbst dem Betrachter erheblich auf das Gemüt und man kann sich recht schnell vorstellen, wie sich die jungen Soldaten fühlen müssen, die nichts anderes zu sehen bekommen als Sand, soweit das Auge reicht. So weicht dann auch äusserst schnell die anfängliche Euphorie über die Tatsache, das man für sein vaterland in den Krieg ziehen darf, der absoluten Ernüchterung und man quält sich eher durch die harte Vorbereitung, die einem hier zuteil wird. Das die rekruten zudem noch von einem scheinbar sadistisch veranlagten Corporal befehligt werden trägt nicht gerade dazu bei, die Stimmung in irgendeiner Weise anzuheben. Beschäftigt sich die erste halbe Stunde der Geschichte recht ausführlich mit der Ausbildung der Soldaten, so geht es danach an den Einsatzort der Einheit der sich in Lybien, nahe der kleinen Stadt Tobruk befindet, wo man sich den Angriffen der scheinbar zahlenmäßig weit überlegenen Nazis erwehren muss.

Hier kommt man jetzt zum meiner Meinung nach stärksten Zeil der Geschichte, denn legt man doch in dieser Phase des Films sehr viel Wert auf eine äusserst authentische Darstellung der Geschehnisse, was sich vor allem im Verhalten der jungen Rekruten äussert. Werden diese trotz aller Überlegenheit des Gegners in den meisten Kriegsfilmen als patriotische Helden dargestellt, so werden in diesem Fall auch ganz nachvollziehbare Verhaltensweisen gezeigt, die insbesondere menschliche Schwächen zeigen. So begeht beispielsweise Private Pospichal regelrecht Fahnenflucht, nachdem die tschechischen Stellungen einem gewaltigen Artillerie-Beschuss ausgesetzt waren. nachdem er etliche Kameraden hat fallen sehen, überkommt ihn die nackte Angst und nichts ist mehr zu sehen vom Stolz eines Soldaten, der für sein Vaterland kämpft. Pospichal, der gerade einmal 18 jahre alt ist, wird vom puren und absolut nachvollziehbaren Überlebenswillen erfasst, verlässt seine Stellung und ergreift die Flucht.

Spater von einem verwundeten-Transport eingesammelt, wird er zu seiner Einheit zurückgebracht und muss überrascht feststellen, das doch einige kameraden den Angriff überlebt haben. An dieser Stelle zeigt sich jetzt sehr eindrucksvoll, wie sehr der Krieg einen Menschen in kürzester Zeit verändern kann, denn aus den zuvor eher lustigen und unbeschwerten jungen Männern sind eiskalte und anscheinend gefühlsarme Killermaschinen geworden, die nur noch Rücksicht auf sich selbst nehmen. Die Schrecken des Krieges haben hier sehr tiefe Narben hinterlassen und in kürzester Zeit aus Jungen Männer gemacht, nur das die Entwicklung viel schneller war als in einem normalen Reifeprozess. Das ganze Szenario ist von einer unglaublichen Intensität ummantelt und sorgt phasenweise dafür, das dem Zuschauer kalte Schauer über den Rücjen jagen, was in allersrster Linie den hervorragenden Darstellern zu verdanken ist. Zwei Personen ragen dabei aus der insgesamt erstklassigen Darsteller-Riege heraus, ist da einerseits Jan Meduna, der in der Rolle des Jiri Pospichal einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlässt, indem er der von ihm gespielten Figur ein immenses Maß an Authenzität und Glaubwürdigkeit verleiht, so steht auf der anderen Seite Rovert Nebrensky, der den von allen gehassten Corporal sehr überzeugend darstellt.

Und gerade diese beiden vollkommen unterschiedlichen Charaktere stehen in den letzten Minuten der Geschichte im Focus der Ereignisse, die eine Tragik in den Film einflißen lassen, die manch einem eventuell sogar so manche Träbne in die Augen treibt. So bedrückend schon der ganze Film auf einen gewirkt hat, der Schlusspunkt dieser imposanten und berührenden Geschichte setzt dem Ganzen noch einmal die Krone auf und lässt einen sehr nachdenklich zurück, so das man das gesehene erst einmal in aller Ruhe verdauen und verkraften muss.


Fazit:


Es müssen nicht immer die mit Action vollgepackten Kriegsfilme sein, die einen äusserst nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlassen. Manchmal sind es gerade die etwas ruhigeren, dafür aber umso intensiveren Geschichte, die einem einen Kloß im hals bescheren. "Tobruk" ist definitiv ein solches Werk, das von der ersten Minute an ein extremes Bild von Trostlosigkeit und Tristesse zeichnet, das sich ganz automatisch auf den Zuschauer überträgt. Grandiose Darsteller verleihen den von ihnen dargestellten Figuren eine Seele und sehr viel Menschlichkeit, was die geschehnisse umso stärker wirken lässt. Alles zusammengenommen handelt es sich hier um einen Film, den man unbedingt gesehen haben sollte und man kann eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses Werk aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Tschechisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 98 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8/10

Samstag, 11. September 2010

The Expendables






The Expendables
(The Expendables)
mit Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Randy Couture, Steve Austin, David Zayas, Giselle Itie, Charisma Carpenter, Gary Daniels, Terry Crews, Mickey Rourke, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Dave Callaham / Sylvester Stallone
Kamera: Jeffrey L. Kimball
Musik: Brian Tyler
FSK 18
USA / 2010

Die Söldnertruppe um Barney Ross (Slyvester Stallone) bekommt einen riskanten Auftrag. Für viel Geld sollen Ross, der Messerexperte Christmas (Jason Statham), Nahkampfspezialist Yang (Jet Li), Pistolenmann Caesar (Terry Crews) und Sprengstoff-Fachmann Road (Randy Couture) einen südamerikanischen Diktator stürzen. Doch sie merken recht bald, dass ihre Auftraggeber nicht mit offenen Karten spielen.


Da haben wir doch einmal wieder einen Film, der den echten Action-Fan regelrecht begeistern düfte. Allein schon der Cast von Stallones neuesrem Werk liest sich wie das "Who is who" des Genres. Faurerweise sollte man allerdings anmerken, das beispielsweise ein A. Schwrzenegger oder ein B. Willis über eine sehr kleine Nebenrolle nicht hinauskommen. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn mit J. Statham oder Jet Li ist mehr als nur würdiger Ersatz für die größeren Rollen gefunden worden. Nun sollte man als Zuschauer aber keinesfalls mit den Erwartungen an diesen Film gehen, hier tiefgehende oder extrem anspruchsvolle Unterhaltung geboten zu bekommen, denn dafür ist "The Expendables" auch ganz sicher nicht gemacht worden. Man sollte dieses Werk als das sehen was es ist, nämlich ein extrem kurzweiliges Action-Feuerwerk, in dem es ordentlich kracht und zur Sache geht.

Schon in den ersten Minuten zeigt die Geschichte ganz eindeutig die Richtung an in die es gehen wird, wird man doch gleich zu Beginn mit einem Kampfeinsatz der Söldnertruppe konfrontiert, in dem es nicht nur hart und blutig zur Sache geht, sondern auch der äusserst humorige Teil des Geschehens erstklassig zum Ausdruck kommt. Coole Sprüche, erstklassige Situationskomik und toller Wortwitz sorgen für den richtigen Einstieg in einen Film, der davon noch jede Menge zu bieten hat. Man kann sich also nur zu gut vorstellen, das es sich hier um ein wirklich erstklassiges Film-Vergnügen handelt und wird auch zu keiner Zeit dieser Vorstellung beraubt. Selbst in den etwas ruhigeren Phasen der Story, die zwar nicht gerade oft, aber dennoch vorhanden sind, kommt nie so etwas wie Langeweile auf, wofür allein schon die Darsteller sorgen, die jederzeit einen coolen Spruch auf der Lippe haben und somit den Unterhaltungswert immer aufrecht erhalten.

Im Prinzip gibt es eigentlich nur eine negative Sache, die ganz offensichtlich ins Auge fällt und das ist das Gesicht von Sylvester Stallone, denn damit wird einem sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das Schönheitsoperationen nicht zwangsläufig etwas Positives sind. Allerdings ändert das nichts daran, das die Action-Ikone immer noch äusserst gut drauf ist, was er eindrucksvoll unter Beweis stellt. Ganz generell liefern alle Darsteller einen wirklich guten Job ab und es ist einfach fantastisch, die alten Action-Helden im Zusammenspiel mit denen von heute zu sehen, denn das daraus entstehende Ergebnis ist der absolute hammer. Wilde Schießereien, jede Menge spektakuläre Explosionen und toll in Szene gesetzte Nahkämpde sorgen für einen Unterhaltungswert, der nur sehr schwer zu toppen sein dürfte.

Sicherlich wird es wieder genügend Leute geben, die sich über die fehlende inhaltliche Tiefe der Geschichte aufregen werden, allerdings sollte man dies bei einem Film dieser Art auch nicht zwangsläufig erwarten. Es gibt eine nette Rahmengeschichte, eine große Ansammlung von erstklassigen und bekannten darstellern und jede Menge allerfeinste Action-Unzerhaltung, in der im Prinzip nur die vorhandenen CGI- Effekte nicht gänzlich überzeugend erscheinen. Ansonsten gibt es meiner Meinung nach nichts zu bemängeln, denn "The Expendables" bietet nun wirklich alle Zutaten, die ein richtiger Actionkracher beinhalten sollte, um den geneigten Fan zufriedenzustellen.


Fazit:


Schon mit "Rocky Balboa" und "John Rambo" hat Sylvester Stallone eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das er es trotz hohen Alters immer noch drauf hat. Das er noch nie ein Charakterdarsteller war, das weiss man nicht erst seit heute, aber im Genre des Actionfilms ist er ganz einfach nicht wegzudenken. Der Cast, den er hier zusammengebracht hat, kann sich nun wirklich sehen lassen und garantiert schon fast zwangsläufig für ein spektakuläres Spektakel, das man letztendlich dann auch geboten bekommt. Und so wird jeder echte Fan hier ganz sicher auf seine Kosten kommen und eventuell schon jetzt die Hoffnung auf eine Fortsetzung hegen.


9/10

Donnerstag, 9. September 2010

Toxic Lullaby






Toxic Lullaby
(Toxic Lullaby)
mit Samantha Richter, Eva Balkenhol, Noah Hunter, Andreas Pape, Yvo Rene Scharf, Gerrit Reinecke, Nima Conradt, Christian Sprecher, Franz Hofmann, Carla vom Hoff, Prashant Prabhakar, Reinhold Sievers, Horst Hermann von Allwörden
Regie: Ralf Kemper
Drehbuch: Ralf Kemper
Kamera: Ralf Kemper
Musik: Herbert Maria Klinkenberg
Keine Jugendfreigabe
Deutschland / 2010

Nach einem Drogenrausch erwacht die junge Eloise in einer zerstörten und lebensfeindlichen Welt. Von ihren Freunden getrennt, lernt sie in einer bizarren Wirklichkeit zu überleben. Die Welt um sie herum befindet sich im Chaos. Sie erfährt, das die Gründe die Spekulationen um die letzten Lebensmittelressourcen und deren völligen Vernichtung sind. Der Einsatz biologischer Waffen führt zudem dazu, dass sich unter den Menschen ein Virus verbreitet hat, der sie zu blutrünstigen Mutanten werden ließ. Immer auf der Suche nach Fleisch …


Was soll man von einer hessischen Independent-Produktion erwarten, für die gerade einmal ein Budget von ca. 10.000 Euro zur Verfügung stand? Diese Frage erhält noch viel mehr Gewicht, wenn man bisher als einziges Werk des Regisseurs Ralf Kemper den deutschen Trash-Klassiker "Überfall der Mörderrucksäcke" gesehen hat, der zwar durch seinen extrem naiven und fast schon dilletantischen Charme zu überzeugen wusste, aber ganz ehrlich gesagt nur für echte Trash-Liebhaber geignet ist, da er keinerlei echte Klasse beinhaltet. Nicht sehr viel, könnte man jetzt meinen und erliegt da schon dem ersten Trugschluss, entpuppt sich "Toxic Lullaby" doch ziemlich überraschend als wirklich gelungener Genre-Beitrag, der zudem noch eine sehr interessante und gut gelungene Mixtur beinhaltet. Nicht umsonst hat der Film doch im Sommer beim "New York International Film Festival" den Award für den besten internationalen Horrorfilm gewonnen, ein Umstand, der den Film umso mehr aufwertet wenn man bedenkt, das auch eine Schauspiel-Größe wie Forest Whitaker der Jury angehört hat, dessen Meinung wohl nicht so ganz unwichtig erscheint.

Trotz dieser Information war ich zu Beginn noch sehr skeptisch, da mir immer diese ominösen Mörderrucksäcke im Kopf rumgespukt haben. Von Beginn an also vollkommen auf Trash eingestellt, musste ich ziemlich schnell feststellen, das sich mir hier eine äusserst gelungene Mischung aus apokalyptischer Endzeit-Story- und Horrorfilm offenbarte, die diese bezeichnung auch durchaus verdient. Kemper hat es hier mit dem Einsatz von extrem spartanischen Mitteln bewerkstelligt, das sich innerhalb kürzester Zeit eine wirklich ansehnliche Endzeit-Atmosphäre entfalten kann, die so manchem amerikanischen B-Movie zu Ruhm und Ehre gereichen würde. Natürlich muss man das immer unter dem Gesichtspunkt einer absoluten Low Budget Produktion sehen, doch dafür wird der Zuschauer nun wirklich ganz vortrefflich bedient. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich die ausgewählten Schauplätze und man bekommt eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das es manchmal gar nicht mehr braucht als verlassene Landschaften, einen einsamen Wald, ein paar abbruchreife Häuser und einen stillgelegten U-Bahn Tunnel, um eine absolut überzeugende und trostlose Grundstimmung zu erschaffen.

Besonders imponiert hat mir wie schon kurz erwähnt die sehr gute Kombination aus Endzeit-und Horrorfilm, denn sind hier auch zombieähnliche Wesen mit am Start, die unter der Bezeichnung "Schläfer" immer wieder in den Vordergrund treten, aber im Endeffekt die gleichen Merkmale aufweisen wie die berühmten Untoten. Sind doch auch sie auf der Jagd nach den wenigen noch lebenden Menschen, um ihr warmes Fleisch zu essen. Auch Bisse dieser Kreaturen haben die gleiche Wirkung, denn verwandelt sich die gebissene Person doch auch nach kurzer Zeit in einen "Schläfer". So kann man also getrost davon ausgehen, das "Toxic Lullaby" auch im Bezug auf Action und Härte so Einiges zu bieten hat und wer diese Hoffnung hegt, wird auch keinesfalls enttäuscht. Hält man sich in den ersten gut 30 Minuten mit der Action und den SFX noch einigermaßen vornehm zurück, so geht es danach doch ziemlich beachtlich zur Sache, so das auch insbesondere die Freunde der etwas härteren Gangart voll auf ihre Kosten kommen. Das Erstaunliche für mich persönlich war aber gar nicht einmal der vorhandene Härtegrad, sondern vielmehr die Qualität der Splatter-und Gore Einlagen, denn diese sind für eine Produktion dieser Art wirklich gut gelungen. Spaätestens hier merkt man ganz eindeutig, das zwischen Kemper's Mörderrucksäcken und der vorliegenden Produktion im Bezug auf die Qualität wahre Welten liegen, denn "Toxic Lullaby" hinterlässt streckenweise einen recht professionellen Eindruck beim Betrachter, denn man wird einfach das Gefühl nicht los, das es sich hier auch durchaus um einen ausländischen B-Movie handeln könnte.

Zu diesem guten Eindruck trägt auch die Darsteller-Riege bei, die nicht wie so oft bei deutschen Independent-Filmen hauptsächlich durch vollkommen künstlich auftretende Mimik oder absolut hölzerne Dialoge auffällt, sondern absolut solides Schauspiel darbietet, das sich jederzeit sehen lassen kann. Ich habe bis jetzt nicht gerade wenige Filme dieser Art aus deutschen Landen gesehen und der größte Kritikpunkt war für mich fast immer der darstellerische Bereich, doch in dieser Beziehung konnte mich dieses Werk auch absolut überzeugen. So gibt es im Prinzip kaum etwas an diesem Film zu bemängeln, zudem Ralf Kemper es auch noch ausgezeichnet verstanden hat, den Zuschauer durch die ersten Minuten der Geschichte in eine bestimmte Richtung zu steuern, die sich kurz vor dem Ende als geschicktes Täuschungsmanöver herausstellt, auf das man schon fast zwangsläufig durch den Story-Aufbau hereinfallen musste. Stellt sich das Geschehen doch am Ende ganz anders dar, als wie man es die gesamte Laufzeit über angenommen hat. Und so ist dann auch letztendlich das gewählte Ende das einzig Passende und unterstreicht noch einmal zusätzlich die äusserst düstere und triste Grundstimmung, die den Ereignissen die gasamte Zeit über beigewohnt hat.

Zum Ende sollte man noch erwähnen, das die DVD in erstklassiger Bild-und Tonqualität erscheint, so das man auch im technischen Bereich keinerlei Grund zur Beanstandung findet. Ausserdem ist die düstere Geschichte auch noch mit einem sehr passenden Score untermalt, was das gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwertet. Man kann also ohne Übertreibung von einer absolut gelungenem Film sprechen, der meiner Meinung nach nicht nur für Freunde des Independent Films eine Empfehlung wert ist, auch Leute, die sich ansonsten nicht allzu viel aus Low Budget Werken machen sollten mal einen Blick riskieren, denn es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, das sie positiv überrascht werden.


Fazit:


Man kann Ralf Kemper wohl ohne Übertreibung bescheinigen, das er mit "Toxic Lullaby" einen absolut sehenswerten Genre-Beitrag abgeliefert hat, dem man sein geringes Budget phasenweise gar nicht einmal ansieht. Mich persönlich hat der Film jedenfalls richtiggehend begeistert, denn so gute und unterhaltsame Kost hatte ich beim besten Willen nicht erwartet. Umso schöner erscheint es deshalb auch, wenn sich die schlimmsten befürchtungen überhauot nicht erfüllen und man stattdessen einen richtig guten Film geboten bekommt, in dem eine packende und actionreiche Geschichte mit den bescheidendsten Mitteln erstklassig in Szene gesetzt wurde. Leute, die diese Art von Film zu schätzen wissen, kommen keinesfalls an "Toxic Lullaby" vorbei und werden ganz sicher ihre helle Freude an dieser deutschen Produktion haben.


7/10

Dienstag, 7. September 2010

In My Skin






In My Skin
(Dans ma peau)
mit Marina de Van, Laurent Lucas, Lea Drucker, Thibault de Montalembert, Dominique Reymond, Bernard Alane, Marc Rioufol, Francois Lamotte, Adrien de Van, Alain Rimoux, Chantal Baroin, Caroline Brunner
Regie: Marina de Van
Drehbuch: Marina de Van
Kamera: Pierre Barougier
Musik: Esbjorn Svensson
FSK 16
Frankreich / 2002

Durch einen Unfall verändert sich das Leben von Esther auf verhängnisvolle Weise. Zwar zog sie sich nur eine leichte Fleischwunde zu, aber eben diese Beschädigung ihres Körpes beginnt die junge Frau nachhaltig zu beschäftigen. Die Wunde schafft ein neues Bewusstsein zu ihrem Körper und dieser neue Zugang erscheint ihr erhaltungswürdig. Immer wieder öffnet sie diese Wunde und erfreut sich an dem Anblick ihres frischen Blutes und dem roten Fleisch. Schon bald reicht ihr diese eine Wunde nicht mehr und sie beginnt damit sich selbst zu verstümmeln. Eine düstere Obsession nimmt ihren Lauf, die besonders in Esthers Umfeld für Entsetzen sorgt.


Marina de Van, die bei diesem eindrucksvollen Film nicht nur für die Regie und das Drehbuch verantwortlich zeichnet, sondern auch noch die weibliche Hauptrolle spielt, hat mit "In My Skin" ein größtenteils absolut schockierendes Werk erschaffen, das dem Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Dabei fällt es recht schwer, diese Geschichte lediglich als gut oder schlecht zu bezeichnen, bekommt man doch einen äusserst tiefen Einblick in die Psyche einer Frau, deren gesamtes Leben sich aufgrund eines Unfalls vollkommen verändert und aus allen Fugen gerät. Wird doch durch eben diesen Unfall, der ihr eine Fleischwunde am Bein bescherte ziemlich deutlich, das sie anscheinend kein echtes Schmerzgefühl empfinden kann, was einerseits ja manchmal von großem Vorteil sein kann, bei Esther aber ein vollkommen anderes Bewustsein gegenüber ihrem Körper zum Vorschein bringt. Die junge Frau, die bis dahin ein absolut geregeltes Leben geführt hat erliegt mit einemmal einer schockierenden Faszination die sich darin äussert, das sie sich selbst immer wieder mit spitzen und scharfen Gegenständen an ihrer Wunde maltretiert.

Geht bei anderen Menschen die Faszination davon aus, sich selbst Schmerzen zuzufügen, indem man sich beispielsweise selbst die haut ritzt oder sich Brandwunden zufügt, so scheint hier eher das Gegenteil der Fall zu sein. Durch die Tatsache, das Esther anscheinend keine-oder kaum Schmerzen verspürt, wird ihr Verlangen immer größer, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Was hier zu Beginn des Filmes schon als äusserst schockierend anzusehen war, steigert sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einem einerseits seltsam faszinierendem Geschehen, das aber gleichzeitig extrem abstossend und widerwärtig erscheint. Man fragt sich zwangsläufig, wie ein Mensch dazu in der Lage sein kann, seinen Körper immer mehr zu zerstören und dabei vollkommen die Kontrolle über sein Leben verliert. Es bleibt nämlich nicht dabei, das Esther lediglich ihr verletztes Bein immer weiter zerstört, mit der Zeit beginnt sie auch, sich mit Messern ihren Arm zu bearbeiten um dann sogar Teile der eigenen Haut von ihrem Körper abzutrennen.

Zwar werden die meisten dieser Passagen visuell eher ansatzweise gezeigt, was aber in diesem Fall gerade für einen extrem hoch angesiedelten Härtegrad sorgt, spielt sich doch ein Großteil der Härte im Kopf des Betrachters ab und sorgt so für ein äusserst angespanntes Sehverhalten. Und obwohl man streckenweise regelrecht angewidert von den Ereignissen ist, kann man zu keiner Zeit seinen Blick vom Geschehen abwenden, da man selbst von einer ganz eigenartigen Faszination ergriffen wird, derer man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Neben der absolut fesselnden Geschichte ist es insbesondere Marina de Val, die dem Werk durch ihr überzeugendes und ausdrucksstarkes Schauspiel ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Gerade in den Phasen, in denen sie gegen den immer stärker werdenden Drang ankämpft sich selbst zu verletzen, kann man den in ihr tobenden Kampf richtiggehend in ihrem Gesicht ablesen, bringt ihre Mimik doch eine Mischung aus Faszination und Ekel zum Ausdruck, die dem Zuschauer einen sehr intensiven Einblick in die psychische Verfassung der jungen Frau gewährt.

Es wird ganz sicher Leute geben, die diesem Film nicht viel abgewinnen können, oder ihn sogar als sinnlos einstufen. Dabei lässt "In My Skin" doch gerade die Tragik erkennen die einen Menschen befallen muss, der einer für normale Menschen nicht erklärbaren Obsession erliegt. Eindrucksvoll wird hier der innere kampf einer jungen Frau geschildert, die sich zu Beginn noch gegen den in ihr entstehenden Drang wehren kann jedoch mit der Zeit erkennen muss, das es sich um einen aussichtslosen Kampf handelt, in dem sie am Ende ganz deutlich als verliererin vom Platz geht. das ganze wurde so eindrucksvoll und stellenweise erschütternd in Szene gesetzt, das einem als Betrachter kalte Schauer über den Rücken jagen, da man das Gesehene nur schwerlich verdauen kann und der eigene Verstand sich weigert anzuerjennen, das ein mensch zu solchen taten am eigenen Körper in der Lage ist.


Fazit:


"In My Skin" ist definitiv ein Film, den man gesehen haben sollte, wird doch eine Thematik behandelt, die verschiedenste Gefühle in einem selbst wachruft. Ist man einerseits vom dargestellten Geschehen angewidert, so fällt es dennoch extrem schwer, sich der von den Ereignissen ausgehenden Faszination zu entziehen. Phasenweise wie gelähmt verfolgt man trotzdem gebannt den Niedergang einer jungen Frau, die der Faszination erliegt, ihren eigenen Körper zu zerstören und dabei eine eigenartige Form der Befriedigung zu erlangen. Zartbesaitete Leute sollten sich genau überlegen, ob die vorhandene Härte dieses Werkes für sie erträglich ist, denn auch wenn rein visuell alles im Rahmen bleibt, so ist die sich im Kopf des Betrachters entfaltende Härte eine ganz andere Sache, die man keinesfalls unterschätzen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Musikvideo, Kurzfilm Alias, Trailer, Trailershow, Booklet


9/10

Samstag, 4. September 2010

7 Days






7 Days
(Les 7 jours du talion)
mit Claude Legault, Remy Girard, Martin Dubreuil, Fanny Mallette, Rose-Marie Coallier, Alexandre Goyette, Dominique Quesnel, Pascale Delhaes, Maxime Bessette, Pascal Contamine, Daniel Desputeau, Valerie Gervais-Lillo, Isabelle Page
Regie: Daniel Grou
Drehbuch: Patrick Senecal
Kamera: Bernard Couture
Musik: Nicolas Maranda
Keine Jugendfreigave
Kanada / 2010

Wie weit gehst du, wenn jemand deinem Kind Leid zufügt? Diese Frage stellt sich auch Bruno Hamel, als er am Grab seiner Tochter steht. In seiner Trauer kann die Antwort auf diese Frage nur lauten: Über alle Grenzen hinweg. Er fasst den Plan, den Mörder seiner Tochter zu kidnappen und ihn 7 Tage für seine Tat büßen und leiden zu lassen. 7 Tage Folter. 7 Tage Terror. 7 Tage, in denen das Opfer zum Täter und der Täter zum Opfer wird.


Rache-Thriller gibt es wie Sand am Meer, doch nur wenige wissen auch wirklich zu überzeugen. "Ein Mann sieht rot" ist hier wohl als echter Klassiker zu nennen, doch ist "7 Days" trotz ähnlicher Thematik dennoch vollkommen anders gelagert. Für mich persönlich stellt dieser Film ein kleines Meisterwerk dar, das an Intensität und authentischer Wirkung kaum zu überbieten ist. Ganz anders als bei etlichen action-und tempogeladenen Genre-Kollegen besticht dieses kanadische Werk durch eine vielmehr sehr nüchterne und ruhige Erzählweise, die das gesamte Geschehen noch um Einiges härter auf den Betrachter einprasseln lässt, als es sowieso schon der Fall ist. Ist schon die erste Phase des Filmes an bedrückender-und beklemmender Stimmung kaum zu toppen, so verstärkt sich dieses Gefühl beim Zuschauer noch einmal um ein Vielfaches, wenn der rächende Vater mit seinen Folterungen am Mörder seiner Tochter beginnt. Unterstützt wird diese fast erdrückende Atmosphäre noch zusätzlich durch die phasenweise sehr matten und blassen Farben, die dem Ganzen streckenweise schon etwas Gespenstisches verleihen.

Als Betrachter ist man während der gesamten Geschichte ständig hin-und hergerissen, denn steht einerseits das gesetzlose handeln des Vaters im Raum, so kann man dies vom rein menschlichen Standpunkt aus durchaus nachvollziehen. Und so stellt man sich selbst während des Filmes nicht selten die Frage, wie weit man selber gehen würde, wenn man in der gleichen Situation wäre. So ertappt man sich auch oft dabei, wie man eine Art Befriedigung dabei verspürt, wenn der Mörder der kleinen Jasmine gequält und gefoltert wird. Hier bekommt auch der gewählte Titel des Filmes seine ganz eigene Bedeutung, den man ohne Vorkenntnisse oder die Inhaltsangabe schwerlich einordnen kann. 7 Tage will Bruno den Mörder seiner Tochter quälen, ihm die Schmerzen zufügen, die sein Kind erlitten haben muss, um ihn danach endgültig zu töten, denn Jasmine hätte ihren neunten Geburtstag gefeiert. Und so gibt es jeden Tag wieder neue Foltermethoden, bei deren Ansicht einem wirklich kalte Schauer über den Rücken jagen, denn der von ihnen ausgehende Härtegrad ist wirklich nicht für schwache Gemüter geeignet. Es ist aber bei weitem nicht nur der Härtegrad, der einem hier zu schaffen macht, die ganze Inszenierung des Geschehens entfaltet nämlich eine solche Intensität, das es den Betrachter wie ein Schlag in die Eingeweide trifft.

Doch auch das absolut brillante Schauspiel der Protagonisten trägt seinen Teil dazu bei, hier die Authenzität der Ereignisse so realistisch und nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Kann man ganz generell von mehr als nur überzeugenden Darbietungen sprechen, so ragt Claude Legault in der Rolle des verzweifelten Vaters noch einmal zusätzlich heraus. Seine Interpretation geht einem richtiggehend unter die Haut und es entsteht nicht selten der Eindruck, das er lediglich eine Rolle spielt. Vielmehr vermittelt sein Schauspiel den Eindruck, das dieser Mann wirklich gerade seine Tochter durch einen Sexualmord verloren hat. Das herausarbeiten seines unerträglichen Schmerz über den Verlust ist ebenso grandios gelungen, wie die Zweifel die ihn mit der Zeit überkommen, ob sein Handeln diesen etwas erträglicher macht. Dies alles geschieht fast gänzlich ohne Worte, lediglich die grandiose Mimik Legault's bringt sämtliche Gefühle so dermaßen intensiv zum Ausdruck, das es einen selbst als Zuschauer nur noch fröstelt, da man Schmerzen und Zweifel fast körperlich mitträgt. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das sich die Geschichte fast schon wie ein interaktives Erlebnis darstellt, in das man schon fast zwangsläufig involviert wird und so phasenweise schweissgebadet vor dem Bildschirm sitzt und die Augen einfach nicht vom geschehen abwenden kann, von dem eine einzigartige und grausame Faszination ausgeht, der man sich einfach nicht erwehren kann.

Vergleichbare Filme wie "Ein Mann sieht rot" oder auch "Death Sentence" sind sicherlich temporeichere und actiongeladenere Vertreter einer Thematik, die meiner Meinung nach selten so intensiv wie in vorliegendem Werk dargestellt wurde. Insbesondere die äusserst nüchterne und ruhige Erzählweise verleiht "7 Days" eine solch intensive Wirkung, das man diese streckenweise nur sehr schwer ertragen kann. Insbesondere Menschen, die selber Kinder haben, dürften die Taten des Hauptdarstellers vom menschlichen Standpunkt her nachvollziehen können und bei den dargestellten Folterungen sogar so etwas wie stille Befriedigung verspüren. In diesem Film wird die gesamte Gefühlspalette durchlebt, wobei diese sich auf die negativen Gefühle beschränkt. Die Emotionen des Zuschauers werden auf eine harte Probe gestellt, denn dieser Film ist nicht unbedingt für Leute geeignet, die etwas zarter besaitet sind. Harter Tobak, der selbst hartgesottenen Menschen mit einer ganzzeitigen Gänsehaut überziehen-und manch einen an seine Grenzen führen dürfte. Dies ist nicht auf die visuelle Härte bezogen, denn in der Beziehung gibt es weitaus härtere Filme. Allerdings habe ich selten ein so beklemmendes und hartes Gesamtpaket gesehen, das einen emptional wirklich an die Grenzen des Erträglichen führt.

Fazit:


"7 Days" ist an Härte und Intensität kaum zu überbieten. Noch nie habe ich einen Rache-Thriller gesehen, bei dem nur ganz selten der Eindruck entsteht, das es sich nur um einen Spielfilm handelt, vielmehr entsteht fast ganzzeitig das Gefühl, das man selbst ein Teil des Geschehens ist. Das allein zeigt schon ganz eindeutig die Wirkung, die durch die stattfindenden Ereignisse ausgelöst wird. Der Zuschauer wird fast schon zum Spielball der Ereignisse, verfäält er doch immer mehr in die Rolle des Vaters und durchlebt dessen gesamtes Gefühls-Chaos, das aus grenzenloser Wut, den stärksten Rachegefühlen aber auch aus großen Selbstzweifeln besteht. Grandiose Darsteller, eine realistisch-und authentische Inszenierung und eine extrem beklemmende Grundstimmung sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das unter die Haut geht und Spuren hinterlässt. Gleichzeitig hinterlässt der Film einen solch nachhaltigen Eindruck, das man auch nach langer Zeit immer wieder an ihn denkt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 106 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Booklet


9,5/10

Donnerstag, 2. September 2010

Bruchreif






Bruchreif
(The Maiden Heist)
mit Christopher Walken, Joseph McKenna, Wynn Everett, Patricia B. Till, Marcia Gay Harden, Bhavesh Patel, Todd Weeks, Philip Dorn Herbert, Morgan Freeman, William H. Macy, Jim Chiros, Breckin Meyer, Stephen E. Stapinski, Bates Wilder, Anthony Cascio
Regie: Peter Hewitt
Drehbuch: Michael LeSieur
Kamera: Ueli Steiger
Musik: Rupert Gregson-Williams
FSK 12
USA / 2009

Drei brave Museumswärter, ein Schicksalsschlag - Trennung! Der neue Chef des Museums hat ihre über alles geliebten Kunstwerke nach Dänemark verkauft, um Platz für wüste Avantgarde-Kunst zu schaffen. Ihr halbes Leben haben Charles, Roger und George vor und mit ihren Lieblingswerken verbracht - ihr Verlust wäre wie eine Amputation. Doch bevor es so weit kommt, tüfteln die Brüder im Geiste einen genialen Coup aus. Sie werden ihre drei Favoriten vor den Dänen retten und einfach stehlen. Ein raffinierter Masterplan wird minutiös ausgearbeitet. Nichts bleibt dem Zufall überlassen - wenn die frisch gebackenen Meisterdiebe da nicht eine winzige Kleinigkeit übersehen hätten ...


Bei "Bruchreif" hat man es ganz sicher nicht mit einer Krimi-Komödie zu tun, die durch Innovation oder einen straffen Spannungsaufbau überzeugen kann, denn ist die erzählte Geschichte doch äusserst vorhersehbar, so das keinerlei große Überraschungsmomente vorhanden sind. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn stehen doch die 3 extrem symphatischen Hauptcharaktere und deren verrückter Plan im Focus des Geschehens, das sehr charmant und liebenswürdig in Szene gesetzt wurde. Mit Christopher Walken, Morgan Freeman und William H. Macy konnte man Darsteller für das "Diebes-Trio" verpflichten, die den von ihnen gespielten Figuren viel Ausstrahlung und Darstellungskraft verleihen, so das ihr dargebotenes Schauspiel ohne Übertreibung als Höhepunkt des Filmes angesehen werden kann. Und auch wenn die 3 Protagonisten hier auf die falsche Bahn geraten, so wirken sie dabei immer äusserst symphatisch und können dadurch jede Menge Symphatiepunkte beim Betrachter sammeln, der dem Trio selbstverständlich den ganzen Film über die Daumen drückt, das ihr waghalsiger Coup doch bitte auch gelingen würde.

Das dies auch gelingt steht eigentlich von Anfang an fest und ist für den Storyverlauf eigentlich auch gar nicht so wichtig, vielmehr verfolgt man zusehends amüsiert die Planungen und diverse Trainings-Passagen, mit denen die 3 älteren Herrschaften ihre körperliche Fitness überprüfen wollen. Fast schon selbstverständlich kann man davon ausgehen, das es dabei auch zu teils skurriler Situationskomik kommt, die für so manchen Schmunzler beim Zuschauer sorgt. Ganz generell handelt es sich beim vorhandenen Humor keinesfalls um übertriebenen oder gar albernen Witz, Regisseur Peter Hewitt hat vielmehr großen Wert darauf gelegt, das alles fein säuberlich aufeinander abgestimmt ist und der Witz der Geschichte größtenteils von der dezenten, aber sehr charmanten Art ist. Es gibt keinerlei übertriebene Slapstickeinlagen, lediglich die Nacktauftritte von William H. Macy, der sich ständig vor seiner angebeteten Bronze-Skulptur entblößen muss, sorgen phasenweise für Tränen in den Augen des Zuschauers. Macy ist es auch, der trotz überzeugender Leistungen eines C. Walken oder M. Freeman hier ganz eindeutig das Highlight der Darsteller-Riege darstellt und dem Film seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Seine Versuche, den Coup mit militärischer Präzision und Disziplin zu planen, hat schon etwas Urkomisches an sich und sorgt für den Hauptanteil der erstklassigen Situationskomik, mit der man den ganzen Film über konfrontiert wird.

Wie schon einmal erwähnt, sollte man nicht unbedingt mit den Erwartungen an dieses Werk herangehen, das es vor Spannung nur so knistert, denn dafür ist die Geschichte auch nicht unbedingt ausgelegt, vielmehr kann man erstklassiges Schauspiel genießen und sich an jeder Menge Schmunzel-Humor erfreuen, der in Mengen vorhanden ist. Selten hat man es mit "Ganoven" zu tun gehabt, die so extrem symphatisch erscheinen und mit allen Mitteln versuchen, ihre Lieblings-Exponate in ihren Besitz zu bringen. Dabei werden nervende Ehefrauen belogen und Sicherheitsbeamte in die Irre geführt und dies alles geschieht nicht aus Profitgier oder um sich zu bereichern, es dient nur dazu, die eigenen und geheimsten Leidenschaften zu befriedigen, was schon fast zwangsläufig dazu führt, das man auf der Seite der Gesetzesbrecher steht und ihnen bei ihrem Plan die Daumen drückt.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Bruchreif" um eine äusserst liebevoll gestaltete Krimi-Komödie, die ganzzeitig beste und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet. Ein solch charmantes Diebes-Trio hat man wohl bis hierhin eher selten zu Gesicht bekommen und so begibt man sich sehr gerne mit ihnen auf die schiefe Bahn, da man von der ersten Minute an auf ihrer Seite steht. Brillante Darsteller, jede Menge Humor und eine teils recht temporeiche Erzählweise sorgen hier für ein Film-Vergnügen der ganz besonderen Art, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Peter Hewitt ist es gelungen, mit "Bruchreif eine äusserst liebevoll inszenierte Krimi-Komödie zu kreieren, an der man einfach seinen Spaß haben muss. 3 in die Jahre gekommene Herrschaften kämpfen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln um Bilder und Skulpturen, die ihnen im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen sind. Dies geschieht auf eine solch witzige und amüsante Art, das man nicht anders kann und sich auch als Betrachter auf ihre Seite zu schlagen und so praktisch zum Komplizen zu werden. "Bruchreif" ist ein Film für die ganze Familie und sorgt ganzzeitig für ein erstklassiges Film-Vergnügen, an dem man seine wahre Freude haben wird.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5,1, DD 5,1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten
Extras: Making Of, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow


7/10