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Freitag, 29. Oktober 2010

Harry Brown






Harry Brown
(Harry Brown)
mit Michael Caine, Emily Mortimer, Charlie Creed-Miles, David Bradley, Iain Glen, Sean Harris, Ben Drew, Jack O'Connell, Jamie Downey, Lee Oakes, Joseph Gilgun, Liam Cunningham, Marva Alexander, Forbes KB, Liz Daniels
Regie: Daniel Barber
Drehbuch: Gary Young
Kamera: Martin Ruhe
Musik: Ruth Barrett / Martin Phipps
FSK 16
Großbritannien / 2009

Wer nichts mehr zu verlieren hat und dazu eine Riesenwut im Bauch, kann sehr, sehr gefährlich werden. Harry Brown ist Witwer und sein einziger Freund wird von einer Gang brutal erschlagen. Ihm ist nichts geblieben. Und deshalb räumt er jetzt auf. Statt resigniert sein stilles Rentnerdasein weiter zu führen, packt der ehemalige Royal Marine noch einmal die Knarre aus und lehrt den gewalttätigen Abschaum in seinem Viertel gründlich das Fürchten. Den harten Jungs bleibt das überhebliche Gelächter schnell im Hals stecken, denn Harry weiß noch genau, wie's geht. Ein Mann sieht rot - blutrot!


Ob "Harry Brown" nun wirklich die europäische Antwort auf "Gran Torino" ist kann ich nicht beurteilen, da ich das Werk von Clint Eastwood noch immer nicht gesehen habe. Aber eines ist "Harry Brown" auf jeden Fall, nämlich ein äusserst brillanter Film, in dem Michael Caine eine absolute Paraderolle spielt. Thematisch gesehen bewgt man sich hier auf einer Schiene mit so fantastischen Rache-Thrillern wie "Ein Mann sieht rot" oder "Death Sentence" und dennoch unterscheiden sich diese Filme doch ganz gewaltig in ihrem Stil. Das ist in erster Linie schon in dem Hauptcharakter der vorliegenden Geschichte begründet, denn handelt es sich bei Harry Brown (Michael Caine) keinesfalls um einen harten und eiskalten Rächer, sondern um einen gerade zum Witwer gewordenen alten Mann, der vollkommen zurückgezogen in einem tristen Wohnghetto lebt, das die Trostlosigkeit eines sozialen Brennpunktes perfekt widerspiegelt. Seine einzige Freude sind die täglichen Schachpartien mit seinem einzigen Freund, der ständig von rebellischen Jugendlichen terrorisiert wird. Erst als dieser von den Jugendlichen ermordet wird und die Polizei kaum etwas unternehmen kann, überkommt Harry eine maßlose Wut, die sich letztendlich darin äussert, das er das Recht in die eigenen Hände nimmt, um seinen Freund zu rächen.

Nun ist die Erzählweise des Geschehens eher von der sehr ruhigen und bedächtigen Art, was dem ganzen aber eine ungeheure Intensität verleiht, die man diesem Werk eigentlich auf den ersten Blick überhaupt nicht zutraut. Es gibt keinerlei blinden Aktionismus, vielmehr haben die Macher des Films ihr Hauptaugenmerk auf inhaltliche Stärke und tiefergehende Charakterzeichnungen gelegt. Insbesondere die Darstellung der Jugendlichen kann man als äusserst gelungen bezeichnen, die Sinnlosigkeit ihrer Taten werden ganz ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht. So ist es vor allem die Motivation der Täter, die einem hier kalte Schauer über den Rücken jagt, denn eigentlich gibt es gar keine. Es geht einzig und allein um einen perfiden Unterhaltungswert, den die Täter aus ihren Taten ziehen, da ihr Leben ansonsten von einer Tristess geprägt ist, aus der es anscheinend kein Entrinnen gibt. Diese wird insbesondere durch die erstklassigen Schauplätze der Ereignisse extrem gut in den Vordergrund gerückt, die schon eine recht beklemmende Wirkung auf den Betrachter hinterlassen, so das in den meisten passagen ein ausgeprägtes gefühl der Schwermut aufkommen kann.

Die trostlose Grundstimmung des Filmes kriecht einem dabei förmlich unter die Haut und hinterlässt einen äusserst authentischen Eindruck der Geschehnisse, die unglaublich real und glaubwürdig erscheinen, spiegeln sie doch durchaus realistische Geschehnisse dar, wie sie in der heutigen Zeit fast täglich vorkommen. Man wird fast selbst ein Teil der Geschichte, denn könnte sich das Szenario doch jederzeit auch vor der eigenen haustür abspielen, was die intensive Wirkung zusätzlich verstärkt und einen selbst zu einem Teil der Abläufe macht. Zudem gerät man auch in einen emotionalen Zwiespalt, denn weiss man doch ganz genau, das Selbstjustiz keinesfalls der richtige Weg sein kann, um der Gewalt entgegenzuwirken, bringt aber andererseits jede Menge menschliches Verständnis für Harry auf, der das Recht in die eigene Hand nimmt. Letzteres wird insbesondere durch die Hilflosigkeit der Polizei noch zusätzlich verstärkt, die der Täter nicht wirklich habhaft werden kann. Hierfür sind in erster Linie die stattfindenden Verhöre ein Paradebeispiel, in denen die ermittelnden Beamten eine Respektlosigkeit und Eiseskälte der Jugendlichen entgegenschlägt, die einen fast schon sprachlos macht. Von Reue ist dort überhaupt nichts zu spüren, vielmehr müssen sich die Polizisten auf das Übelste beleidigen lassen.

Auch wenn "Harry Brown" ein Film der leiseren Töne ist, entfaltet dieses Werk eine ungeheure Intensität, die sich auch in mehreren wirklich harten Szenen bemerkbar macht, die für eine 16er Freigabe nicht unbedingt selbstverständlich sind. Da dies trotz allem in einer sehr bedächtigen und ruhigen Erzählweise geschieht, ist die ausgehende Wirkung noch stärker und legt sich schon fast wie eine zweite Haut über den Zuschauer, der sich der brutalen Faszination der Ereignisse keinesfalls entziehen kann und so schon fast jede einzelne Einstellung kürperlich miterlebt. Besonders die letzten gut 20 Minuten des Filmes entfalten hierbei eine Intensität, die nur schwerlich zu überbieten ist. Gerät die Situation doch vollkommen ausser Kontrolle, was eine vollkommene Eskalation von Härte und Gewalt zur Folge hat. Hier bekommt man auch gleichzeitig sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, mit welcher Kälte die Täter zu Werke gehen und wie wenig ihnen ein anderes Leben wert ist. Stellvertretend dafür stehen die Ereignisse, die sich zum Ende hin in Harry's Stammkneipe abspielen und die die extreme Wirkung dieses Filmes noch einmal ganz besonders hervorhebt.

Abschließend kann man eigentlich nur von einem äusserst guten Gesamtpaket sprechen, das Regisseur Daniel Barber hier in Szene gesetzt hat. Wenn man dann noch bedenkt, das es sich um sein Regie-Debut handelt, ist man noch um ein Vielfaches tiefer beeindruckt und muss diesem Mann seinen tiefsten respekt zollen. Ist es ihm doch gelungen, eine altbewährte Thematik in beeindruckende Bilder umzusetzen, die ihre Wirkung auf den Betrachter zu keiner Zeit verfehlen und ihm dabei immer das Gefühl zu vermitteln, das es sich hier um die ungeschönte und brutale Realität handelt, die auch jeden von uns täglich ereilen könnte. Das es dabei ohne ausufernden Aktionismus gelungen ist, ein so intensives und bedrückendes Filmerlebnis zu kreieren ist eine Leistung, die man meiner Meinung nach gar nicht hoch genug würdigen kann. Ganz sicher ist dies auch zu einem sehr großen teil den erstklassigen Darstellern zu verdanken, unter denen Michael noch einmal ganz besonders hervorsticht, denn seine Darstellung des "Harry Brown" kann man ganz einfach nur als absolut brillant bezeichnen.


Fazit:


"Ein Mann sieht rot" zählt wohl noch immer als größter Klassiker unter den Rachethrillern, jedoch braucht sich auch ein "Harry Brown" keineswegs ehrfurchtsvoll hinter diesem Meisterwerk verstecken. Zwar ist mit Michael Caine kein cooler Charles Bronson-Verschnitt zu erwarten, doch ist es gerade der Charakter eines alternden und vollkommen durchschnittlichen Rentners, der diesem Film seine ungeheuer authentische Ausstrahlung verleiht. Kein extrem cooler Rächer, sondern eine absolute Durchschnittserscheinung steht hier im Mittelpunkt des Geschehens, das dadurch umso glaubwürdiger erscheint und den Zuschauer so zu einem teil seiner Geschichte macht. Mit leisen Tönen und einer eher ruhigen Erzählweise wurde hier eine so starke Intensität geschaffen, das man auch nach dem Ende der Story noch sehr nachhaltig unter deren Eindruck steht.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 98 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow


9/10

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Resident Evil: Afterlife






Resident Evil: Afterlife
(Resident Evil: Afterlife)
mit Milla Jovovich, Ali Larter, Wentworth Miller, Kim Coates, Shawn Roberts, Sergio Peris-Mencheta, Spencer Locke, Boris Kodjoe, Sienna Guillory, Kacey Barnfiled, Norman Yeung, Fulvio Cecere, Ray Olubowale, Christopher Kano
Regie: Paul W.S. Anderson
Drehbuch: Paul W.S. Anderson
Kamera: Glen MacPherson
Musik: tomandandy
FSK 16
USA / Großbritannien / Deutschland / 2010

Die von der Umbrella Corporation ausgelöste Apokalypse hat fast die gesamte Menschheit mit ihrem Virus infiziert und in mörderische Untote verwandelt. Die noch nicht infizierte Alice macht sich auf die Suche nach anderen Überlebenden um mit ihnen die Umbrella Corporation zu vernichten. Sie macht sich auf den Weg nach Los Angeles, dort soll es für die letzten Überlebenden eine Oase des Friedens geben. Bei Ihrer Ankunft merkt sie, dass auch diese Stadt bereits von Zombies bevölkert wird. Die Situation scheint sich für Alice und ihre Begleiter zu einer ausweglosen und tödlichen Falle zu entwickeln.


Schon seit der ersten Realverfilmung des Kult-Games "Resident Evil" sind die Meinungen der Fans in mindestens 2 Lager gespalten. Vor allem die Gamer können hierbei den Verfilmungen nicht gerade viel abgewinnen, da die Filme mit dem Spiel nicht sonderlich viel gemein haben sollen. Andererseits gibt es widerum die Leute die nur die Filme kennen und sich an deren Unterhaltungswert begeistern können, der allen mittlerweile 4 Realverfilmungen auf jeden Fall beiwohnt. Dennoch liegt nun mit "Resident Evil: Afterlife" der meiner Meinung nach schwächste Teil der Reihe vor, der zwar immer noch sehr unterhaltsam und actiongeladen daherkommt, jedoch im Gegensatz zu seinen Vorgängern qualitativ etwas abfällt und vor allem inhaltlich etwas zu unergiebig ist, weil er kaum mehr als eine äusserst dünne Rahmenhandlung aufzuweisen hat.

Dafür sollten allerdings die Action-Freaks durchaus auf ihre Kosten kommen, denn in dieser Beziehung hat der vierte Teil doch eine Menge zu bieten. Stellvertretend dafür stehen schon allein die ersten 15 Minuten der Geschichte, in denen der Zuschauer mit Action ohne Ende gefüttert wird. Was sich nun für viele im ersten Moment sehr positiv anhören mag, beinhaltet aber auch gewisse Schwachstellen, denn erscheint das Geschehen am Anfang doch schon fast mit Action total überladen, so das man von einem schon äusserst sinnbefreiten Szenario reden kann, das wohl lediglich die absoluten Action-Junkies wirklich zufriedenstellen dürfte. Das Geschehen wirkt teilweise maßlos übertrieben und auch die Umsetzung der fast 15-minütigen Action-Sequenz ist nicht ganz gelungen, da die unverkennbaren Anlehnungen an "Matrix" nicht so ganz zur Wirkung kommen. Im Gegensatz zum Werk der Wachowski-Brüder aus dem Jahre 1999 wirken die Effekte hier phasenweise etwas aufgesetzt und gekünstelt, es entsteht zu keiner Zeit die erstklassige Harmonie der Bewegungsabläufe, wie man sie aus "Matrix" her gewoöhnt ist.

Trotz dieses doch recht offensichtlichen Mankos wird man immer noch sehr gut unterhalten, wird aber einfach dieses befremdliche Gefühl nicht los, das während der meisten Action-Passagen in einem aufsteigt und sich immer mehr festsetzt. So wird man dieses Empfinden auch während der gesamten Laufzeit nicht mehr los, was das Sehvergnügen doch auf die ein oder andere Art etwas beeinträchtigt. Auch die Darsteller-Riege empfand ich persönlich keineswegs so gut, wie es in den vorangegangenen Teilen der Fall war, zwar agiert Milla Jovovich gewohnt routiniert in der Rolle der Alice, jedoch erscheinen ihre Schauspiel-Kollegen größtenteils eher etwas blass und irgendwie unmotiviert. Nun erwartet man ja in Filmen dieser Art nicht zwangsweise brillante Schauspielleistungen, aber etwas mehr Engagement und Überzeugungskraft hätte ganz sicher nicht geschadet und dem Film insgesamt auch ganz gut getan.

Im Endeffekt bekommt man zwar eine recht kurzweilige und actiongeladene Verfilmung geboten, doch irgendwie will dieser vierte Teil der Reihe nicht so richtig zünden. Phasenweise erscheint das Szenario etwas zu kalt und glatt, so das trotz eines gehörigen Zombieaukommens zu keiner Zeit eine wirklich bedrohliche Grundstimmung aufkommen will, vielmehr überkommt einen so etwas Ähnliches wie eine sterile Krankenhaus-Atmosphäre. In diesem Bezug erschienen die Vorgänger doch um ein Vielfaches atmosphärischer, was vor allem in Teil 2 & 3 zu verspüren war. Dennoch sollten Fans der Reihe sich auch diesen Film keinesfalls entgehen lassen, denn auch wenn er qualitätsmäßig etwas abfällt, bekommt man immer noch unterhaltsame Actionkost geliefert, deren Ende schon ganz eindeutig einen weiteren Ableger ankündigt.


Fazit:


Auch wenn "Resident Evil: Afterlife" meiner Meinung nach nicht an die 3 Vorgänger herankommt, handelt es sich um einen durchaus soliden teil der Reihe, der es allerdings gerade im Bezug auf die Action manchmal schon etwas zu gut meint. Weniger wäre hier sogar mehr gewesen und insbesondere die teils äusserst übertriebene Darstellung gewisser Kampfszenen hinterlässt doch einen etwas schalen Beigeschmack.


6,5/10

Montag, 25. Oktober 2010

Next Door - Manche Türen sollten nie geöffnet werden






Next Door - Manche Türen sollten nie geöffnet werden...
(Naboer)
mit Kristoffer Joner, Cecille A. Mosli, Julia Schacht, Anna Bache-Wiig, Michael Nyquist, Oystein Martinsen, Odd Arno Midtsjo, Magne Kipperrud
Regie: Pal Stetaune
Drehbuch: Pal Stetaune
Kamera: John Andreas Andersen
Musik: Simon Boswell
Keine Jugendfreigabe
Norwegen / Dänemark / Schweden / 2005

John macht nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin eine schwere seelische Krise durch, als er seine hübschen Nachbarinnen Kim und Anne kennen lernt, deren Apartment nebenan er bizarrerweise nie beachtet hat. Das Verhalten der beiden Frauen ist mehr als eigenwillig: John soll für kurze Zeit in den weitläufigen und heruntergekommenen Räumen der Nachbarwohnung die Aufpasserrolle über die von Phobien geplagte Kim übernehmen. Diese lockt ihn immer tiefer in das Labyrinth aus Zimmern und Korridoren, hinein in eine Welt, in der John ungeahnte Grenzen überschreitet. Die Realität existiert nicht mehr, und in dem wirbelnden Chaos aus Terror, Sex, Gewalt und Schizophrenie sucht der Verzweifelte nach einem rettenden Ausweg.


Hitchcock meets David Lynch



Zu diesem Eindruck könnte man nach der Sichtung dieses skandinavischen Psychothrillers durchaus gelangen, der dem Zuschauer ganz eindeutige Anleihen an Hitchcock's Psycho liefert, andererseits aber auch in die Richtung der Werke eines David Lynch tendiert. Und gerade diese sehr aussergewöhnliche Kombination sorgt hier für ein absolut beeindruckendes Filmerlebnis, bei dem man als Zuschauer ständig an der Grenze zwischen Realität und Fiction wandelt, die größtenteils ineinander überlaufen und so die volle Konzentration des Betrachters einfordern, damit man nicht den roten faden verliert. So entpuppt sich "Next Door" als ein Film, den man nicht einfach mal im Vorbeigehen anschauen sollte, eröffnet sich doch gerade in der ersten Filmhälfte ein Szenario, das man als äusserst bizarr bezeichnen könnte, denn wird man doch mit etlichen Passagen bedient, bei denen man zu Beginn nicht unbedingt weiss, was man mit ihnen anfangen soll. Und so wird man mit Szenen bedient, in denen sich der Hauptcharakter John in der Wohnung seiner beiden hübschen Nachbarinnen aufhält und die anscheinend überhaupt keinen Sinn ergeben.

Zudem wird John auch noch zu härterem Sex förmlich genötigt, so das man sich erst recht gar keinen Reim auf das sehr kuriose Geschehen machen kann. Als man dann auch noch immer wieder mit kleineren Rückblenden bedient wird, in denen John noch mit seiner Ex-Freundin zu sehen ist, scheint die Verwirrung absolut komplett, jedoch ergeben diese verwirrenden und zu diesem Zeitpunkt noch recht sinnlosen Puzzle-Teilchen am Ende eine Aufklärung, die eigentlich keinerlei Fragen offen lässt. Das unterscheidet dann auch "Next Door" ganz erheblich von den meisten David Lynch-Filmen, die am Ende doch viel der Interpretation des Zuschauers überlassen, der sich damit eventuell überfordert fühlen könnte. Das dies hier nicht der Fall ist, macht diesen intensiven Psycho-Tripp extrem symphatisch, der einen von der ersten Minute an vollkommen in seinen Bann zieht und ganzzeitig für äusserst spannende Unterhaltung sorgt. Manch einer mag jetzt eventuell denken, das dies bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 73 Minuten nicht besonders schwerfallen dürfte, aber dennoch muss man es erst einmal hinbekommen, auch in einem so relativ kurzen Spielfilm für ganzzeitige Spannung und Faszination zu sorgen.

Und in dieser Beziehung kann man Regisseur Pal Stetaune nur ein ganz großes Lob aussprechen, was aber auch ganz generell für die gelungene Gesamt-Komposition anzuwenden ist. Das fängt schon bei der Location an, denn die Wohnung, in der sich ein Großteil der Geschichte abspielt ist ganz einfach riesig und hinterlässt beim Betrachter den Eindruck, das man sich in einer Art Labyrinth befindet, aus dem es anscheinend keinerlei Ausweg gibt, was den phasenweise verwirrenden Eindruck der Ereignisse noch einmal zusätzlich unterstreicht. Hinzu kommen die wirklich ganz ausgezeichnet agierenden Schauspieler, die für diese Geschichte absolut perfekt ausgewählt wurden und vor allem durch authentische und ausdrucksstarke Darstellungen zu einem insgesamt herausragenden Gesamteindruck beitragen. Und nicht zu vergessen ist da die Story an sich, die durch die gewählte Erzählstruktur vor allem in der ersten Hälfte für einige Verwirrungen sorgt, zum Ende hin jedoch die Geschehnisse aufklärt und den Zuschauer mit keinerlei Fragen zurücklässt.

So wird man nach der Ansicht dieses tollen Filmes mit einem absolut befriedigendem Eindruck zurückgelassen und muss feststellen, das man gerade einen erstklassigen Psycho-Tripp gesehen hat, der von der ersten bis zur letzten Minute mit einem äusserst straffen Spannungsbogen versehen ist und zudem auch in atmosphärischer Hinsicht vollkommen überzeugend daherkommt. Es passt einfach alles perfekt zueinander, die einzelnen Zahnräder greifen stimmig ineinander über und offerieren so letztendlich einen Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.


Fazit:


Meiner Meinung nach handelt es sich bei "Next Door" um einen fiesen kleinen Psychothriller, den man ohne Probleme als echten Geheimtipp ansehen kann. Ein weiteres Beispiel dafür, das in Europa jede Menge erstklassige Filme produziert werden und innerhalb unseres Kontinents ist Skandinavien ganz sicher nicht die schlechteste Adresse. Wer äusserst intensive und intelligente Thriller zu schätzen weiss, sollte sich dieses Werk keinesfalls entgehen lassen.


9/10

Freitag, 22. Oktober 2010

A Nightmare on Elm Street (2010)






A Nightmare on Elm Street
(A Nightmare on Elm Street)
mit Jackie Earle Haley, Kyle Gallner, Rooney Mara, Katie Cassidy, Thomas Dekker, Kellan Lutz, Clancy Brown, Connie Britton, Lia D. Mortensen, Julianna Damm, Christian Stolte, Katie Schooping Knight, Hailey Schooping Knight, Leah Uteg, Don Robert Cass
Regie: Samuel Bayer
Drehbuch: Wesley Strick / Eric Heisserer
Kamera: Jeff Cutter
Musik: Steve Jablonsky
FSK 16
USA / 2010

Nancy, Kris, Quentin, Jesse und Dean wohnen in der Elm Street. Nachts träumen sie alle denselben Traum von einem Mann in einem zerfetzten, rot-grün gestreiften Pullover, einem zerbeulten Filzhut, unter dem sich ein entstelltes Gesicht verbirgt, und einem Arbeitshandschuh mit Messern statt der Finger. Und alle hören sie dieselbe gruselige Stimme ... Einen nach dem anderen hetzt er durch das Gefängnis ihrer Träume, wo allein er die Regeln bestimmt. Ein Entrinnen gibt es nur, wenn man aufwacht. Doch als einer der Teenager auf brutale Weise umkommt, wird ihnen schnell klar, dass ihre Albträume Realität sind - schützen können sie sich nur, indem sie wach bleiben. Die vier Überlebenden sind aufeinander angewiesen - gemeinsam versuchen sie herauszubekommen, wie sie in dieses grausige Märchen hineingeraten sind und warum der fürchterliche Mann sie verfolgt. Trotz des Schlafentzugs müssen sie sich auf die alles entscheidenden Fragen konzentrieren: Warum wir? Warum gerade jetzt? Und was verschweigen unsere Eltern? Eine seit vielen Jahren verdrängte Schuld wird jetzt beglichen, und um sich selbst zu retten, müssen sie sich in den abartigsten Albtraum überhaupt hineinversetzen ... Freddy Krueger.


Nach Michael Myers und Jason Voorhees hat nun auch die dritte Horror-Ikone vergangener Tage ihre Neuauflage erhalten, denn mit Freddy Krueger kehrt eine absolute Kultfigur auf die Leinwand zurück. Haben schon die Neuverfilmungen von "Halloween" und "Freitag der 13." die unterschiedlichsten Meinungen hervorgerufen, so spaltet sich auch hier die Fan-Gemeinde in die unterschiedlichsten Lager. Aufgrund einiger extrem schlechter Kritiken über die Auferstehung von Freedy bin ich mit äusserst gemischten Gefühlen an das Werk von Regisseur Samuel Bayer herangegangen und musste umso überraschter feststellen, das mich der Film vollkommen überzeugt hat. Liegt hier doch in meinen Augen die mit Abstand beste Neuverfilmung der drei größten Horror-Reihen vor, in der eine gelungene Kombination aus einer zeitgemäßen Neuinterpretation mit dem unvergleichbaren Charme des genialen Originals gefunden wurde. Eine 1:1 Kopie wäre sicherlich der falsche Weg gewesen, jedoch hat Bayer zum größten Teil an der Originalgeschichte festgehalten, diese aber mit einigen interessanten Abänderungen und Neuerungen versehen, so das man keinesfalls von einem Plagiat sprechen kann. Das bezieht sich vor allem auf die Rückblenden in Freddy's Vergangenheit, die recht ausführlich in die Geschichte eingebaut wurden, aber auch auf viele andere Handlungsabläufe, die hier doch entschieden anders als im Werk von 1984 dargestellt werden. So stehen auch die betroffenen Teenager in abgeänderter Verbindung zueinander, was man als durchaus gelungene Änderung ansehen kann.

Im Prinzip gibt es an diesem Film eigentlich recht wenig zu beanstanden, ist doch ein äusserst guter Spannungsaufbau zu verzeichnen, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht und den Zuschauer auch jederzeit bei Atem hält, zudem ist auch iene äusserst temporeiche Erzählweise zu erkennen, die keinerlei Platz für langatmige oder gar zähflüssige Passagen lässt, was einen ganzzeitig sehr hohen Unterhaltungswert garantiert. Auch die düstere und sehr bedrohliche Grundstimmung kann sich absolut sehen lassen, auch wenn in dieser Beziehung bestimmt nicht ganz das hohe Niveau des Originals erreicht werden kann, doch ehrlich gesagt konnte man das auch nicht unbedingt erwarten. Dafür sind allerdings für einen Film mit einer 16er Freigabe einige recht harte und blutige Sequenzen zu sehen, die dem geschehen einen ordentlichen Härtegrad verleihen, den ich als absolut angemessen bezeichnen würde. Hier muss man den Machern des Films ein Kompliment aussprechen, sind sie doch nicht in blinden Aktionismus verfallen um die Geschichte künstlich aufzupushen und mit übermäßig viel Härte anzureichern, nur um eventuell beim jüngeren Publikum mehr Pluspunkte zu sammeln.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich erkennen konnte, liegt in der Figur des Freddy Krueger begründet, denn kaum eine andere Kultfigur des Genres ist so dermaßen mit ihrem Darsteller in Verbindung zu bringen. Robert Englund hat diese Rolle nicht nur gespielt, er hat sie förmlich gelebt und ihr eine Seele eingehauht. Deswegen hatte der gute Jackie Earle Haley (Watchmen - Die Wächter) es auch von Anfang an extrem schwer, in diese großen Fußstapfen zu treten, die Englund überlassen hat. Haley ist zwar sehr bemüht, die Figur möglichst authentisch und überzeugend zu interpretieren, jedoch erreicht er zu keiner Zeit die Ausstrahlung und das Charisma eines Robert Englund's, der ganz einfach untrennbar mit diesem Charakter verbunden ist. Zudem ist es für Fans der Original-Reihe äusserst gewöhnungsbedürftig, sich mit der Gesichtsmaske des neuen Freddy anzufreunden, denn die optischen Unterschiede fallen doch recht deutlich in das Auge des Betrachters, so das man doch größere Schwierigkeiten hat, sich mit dem neuen Gesicht so wirklich anzufreunden. Dennoch ist gerade das Schauspiel von haley gar nicht einmal so schlecht, kann allerdings keinesfalls an die Leistungen des Original-Freddy's heranreichen. Es fehlt vor allem an dem herrlichen Sarkasmus und den bitter-bösen Sprüchen, die man aus den alten Filmen kennt, ausserdem hat Haley auch im Bereich der Mimik einige eklatante Defizite aufzuweisen, lässt er doch lediglich ein-und denselben Gesichtsausdruck erkennen, der herzlich wenig von der vielseitigen Mimik des alten Freddy's erkennen lässt. Auch wenn es sich hier um lediglich einen einzigen Kritikpunkt handelt den ich persönlich empfunden habe, ist es selbstverständlich ein äusserst wichtiger Punkt, denn hat die Nighmare-Reihe doch in erster Linie von ihrer prägenden Hauptfigur gelebt, die ihr den ganz besonderen Stempel aufgedrückt hat.

Trotz dieses nicht gerade unwichtigen Mankos komme ich zu einem äusserst positiven Gesamteindruck, den dieser Film bei mir hinterlassen hat. Die teilweise vorgenommenen Abänderungen innerhalb der Story sind sehr positiv zu bewerten, bringen sie doch einigen neuen Pfiff in die Ereignisse, die teilweise auch recht hart in Szene gesetzt wurden. Hierfür sei stellvertretend nur die Schlußszene angeführt, die ein absoluter Höhepunkt eines Filmes ist, der auch mit den gezielt eingesetzten Schockmomenten überzeugen kann. Und so wird man dann auch letztendlich gerade durch die gelungene Schluß-Pointe mit einem äusserst befriedigendem Gefühl entlassen, das die Vorfreude auf einen weiteren Teil in die Höhe schnellen lässt. Man kann sich wohl auch ziemlich sicher darüber sein, das diese Neuverfilmung nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang einer neuen Reihe sein wird, denn alles andere würde schon als eine sehr starke Überraschung gelten.


Fazit:


Wes Craven's Original ist und bleibt ganz sicher unangetastet, jedoch hat Samuel Bayer eine wirklich gelungene Neuinterpretation kreiert, deren einzige Schwachstelle aber ausgerechnet die Hauptfigur darstellt. Auch wenn viele Leute das sicherlich ganz anders sehen, konnte ich keinerlei andere Defizite erkennen, da auch die restlichen Schauspieler durch äusserst solides Schauspiel zu gefallen wussten. Und so wird man im Endeffekt mit einem tollen Horrorfilm konfrontiert, in dem ein gelungener Spannungsbogen und eine herrlich düstere Grundstimmung für ein jederzeit gelungenes Filmvergnügen sorgen, das zudem auch noch mit guten Schockmomenten und einem angemessenen Härtegrad angereichert wurde. Als Nightmare-Fan kommt man an dieser Neuauflage auf keinen Fall vorbei, verspürt allerdings dennoch ein wenig Wehmut, da der neue Freddy Krueger noch nicht so recht zu überzeugen weiss.


8/10

Mittwoch, 20. Oktober 2010

A Crime






A Crime
(A Crime)
mit Harvey Keitel, Norman Reedus, Emmanuelle Beart, Joe Grifasi, Lily Rabe, Kim Director, Brian Tarantna, Patrick Collins, Chuck Cooper, Clem Cheung, Jonathan Lam, Ted Koch, Natalie Caron, Ben Wang, Stephen Payne
Regie: Manuel Pradal
Drehbuch: Tonino Benacquista / Manuel Pradal
Kamera: Giorgos Arvantis
Musik: Ennio Morricone
FSK 16
Frankreich / USA / 2006

Diesen Abend wird Vincent niemals vergessen: Nichtsahnend kommt er abends nach Hause und findet seine Frau. Blutüberströmt. Leblos. Ermordet. Der Schock sitzt ihm tief in den Knochen. Die Jagd nach dem unbekannten Täter wird zur fixen Idee, zum schwarzen Loch, das jede Aussicht auf Normalität in seinem Schlund beerdigt. Vincents verführerische Nachbarin Alice hat schon lange ein Auge auf den Iren geworfen. Bislang ohne Aussicht auf Erfolg. Sie beschließt, Vincent einen Schuldigen zu präsentieren, damit er endlich Rache üben und die Vergangenheit hinter sich lassen kann. Der nichts ahnende Taxifahrer Roger ist das perfekte Opfer ...


Das es immer wieder Menschen gibt die für ihr persönliches Glück wirklich alles tun würden ist sicherlich keine weltbewegende Neuigkeit. Da wird dann auch gern einmal über das eventuell damit verbundene Schicksal anderer hinweggesehen und eine Eiseskälte an den Tag gelegt, die für manch einen unvorstellbar erscheint. Wie weit würde man wohl selbst gehen, um dem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen und wäre man sogar dazu bereit, sprichwörtlich über Leichen zu gehen? Diese Fragen spielen in Manuel Pradal's Werk aus dem Jahre 2006 eine ziemlich große Rolle, denn ist es doch die bildhübsche Alice (Emmanuelle Beart), die einen nahezu perfiden Plan schmiedet, um nach 3 Jahren endlich ihr persönliches Glück mit ihrem Nachbarn Vincent (Norman Reedus) finden will, der immer noch von der Idee besessen ist, den brutalen Mörder seiner Frau zu finden, die 3 Jahre zuvor ermordet wurde. Das in diesem Plan ein scheinbar vollkommen unschuldiger sein Leben verlieren soll, scheint Alice dabei nicht sonderlich zu stören, ist sie doch vollkommen auf ihren eigenen Vorteil focusiert, weshalb sie auch vollkommen kühl und absolut berechnend vorgeht, um ihr Ziel zu erreichen.

Es ist gar nicht einmal so leicht eingehender auf diesen Film einzugehen, ohne dabei zuviel zu verraten, deshalb kann und darf man auch nicht mehr über den Inhalt dieser wirklich spannend umgesetzten Geschichte erzählen. Denn was sich dem Zuschauer als scheinbar leicht durchschaubare Story offenbart, nimmt insbesondere im letzten Filmdrittel wendungsreiche und überraschende Züge an, die man wirklich nicht zwangsweise vorhersehen konnte. Die ganz große Stärke des Filmes sind mit Sicherheit die 3 Hauptcharaktere, wobei man allerdings anmerken sollte, das im Prinzip keiner von ihnen die absolute Hauptrolle in diesem eher ruhigen Thriller spielt, denn sind doch die schauspielerischen Anteile recht gleichwertig verteilt worden. Wenn man eine bestimmte Figur in den Vordergrund rücken will dann kann es sich eigentlich nur um Alice handeln, die in meinen Augen der heimliche Star dieser Inszenierung ist. Emmanuelle Beart verleiht diesem Charakter durch ihr ausdrucksstarkes und authentisches Schauspiel sehr viel Überzeugungskraft und schafft es, das Alice trotz ihres perfiden Planes jederzeit unglaublich symphatisch erscheint und so auch beim Betrachter jede Menge Pluspunkte zu sammeln. Andererseits ist da ein brillant aufspielender harvey Keitel, der in der Figur des ahnungslosen Opfers eine Kostprobe seines schauspielerischen Könnens zum Besten gibt, die allein schon eine Sichtung dieses Filmes rechtfertigt. Lediglich die Rolle von Norman Reedus als rachebesessener Witwer gerät in der Geschichte teilweise etwas zu sehr in den Hintergrund, was vor allem in der ersten Stunde der Story äusserst stark auffällt. Hier wirkt sein Auftreten doch eher sehr sporadisch, was sich erst in den letzten Minuten etwas ändert.

Nun ist "A Crime" sicherlich kein Thriller, der eine rasante Erzählweise an den Tag legt oder der durchsetzt ist mit actionreichen Passagen, vielmehr handelt es sich um ein Werk mit einem eher bedächtigen und ruhigen Erzähltempo, was jetzt aber keineswegs als negative Kritik aufgefasst werden sollte. Vielmehr präsentiert sich ein Szenario der eher ruhigen Töne, das aber gerade durch diese Tatsache eine äusserst intensive Wirkung auf den Zuschauer hinterlässt. Ganz besonders die ersten 60 Minuten mögen hierbei einen auf manche Leute schon fast zähflüssigen Eindruck hinterlassen, jedoch dürfte man bei genauerer Betrachtung erkennen, das hier der Grundstein für ein überraschendes und sehr wendungsreiches letztes Filmdrittel gelegt wurde, das die Gesamtzusammenhänge der Geschichte erst ganz am Ende erkennen lassen. Mir persönlich hat gerade der bedächtige Story-Aufbau ausnehmend gut gefallen, bekommt man doch auch eine ziemlich tiefgehende Charakterzeichnung der Hauptfiguren geboten, die es einem sichtlich leicht macht, sich mit den einzelnen Personen zu identifizieren und auch einen intensiven Einblick in das jeweilige Seelenleben der Charaktere zu erhaschen. Dabei wird man mit der kompletten menschlichen Gefühls-Palette konfrontiert, die sämtliche positiven wie auch negativen Nuancen beinhaltet.

Das wirkt sich letztendlich auch auf das eigene Sehverhalten aus, denn immer wieder ertappt man sich selbst dabei, wie man in die einzelnen Figuren hineinschlüpft und sich dabei vorstellt, wie man selbst in ihrer Situation reagieren würde. Man wird also fast schon zu einem Teil des Geschehens und nimmt praktisch eine Dreifach-Rolle ein, was einen die Ereignisse auch aus verschiedenen Sichtweisen betrachten lässt. So entsteht ein wirklich absolut faszinierendes Filmerlebnis das man durchaus als aussergewöhnlich bezeichnen kann und das zudem noch eine starke Symbolik beinhaltet, die man aber letztendlich erst ganz am Ende der Story erkennen und zuordnen kann. Diese Symbolik äussert sich durch ein australisches Wurfgerät (Boomerang), das Roger eigentlich immer bei seinen Treffen mit Alice bei sich führt und dessen Bedeutung man am Ende durchaus auf die stattfindenden Geschehnisse beziehen kann. Wer die Handhabung eines Boomerangs kennt, der wird sicherlich erkennen, auf was ich hinaus will, denn schlußendlich können sämtliche Geschehnisse, die man selber ausgelöst hat, auch wieder auf einen zurückfallen.

Manuel Pradal hat hier einen meiner Meinung nach absolut gelungenen Thriller abgeliefert, der vor allem durch seine leisen Töne und die herausragenden Hauptdarsteller zu überzeugen weiss. Trotz fehlender Action präsentiert sich ein Thriller, der durch seinen gekonnten Spannungsaufbau und die im letzten Drittel auftretenden Wendungen ein intensives Filmerlebnis garantiert. Teilweise überragendes Schauspiel und eine gewisse Symbolik runden das Ganze nahezu perfekt ab und offenbaren ein insgesamt in allen belangen überzeugendes Gesamtpaket, an dem jeder Thriller-Freund seine Freude haben dürfte.


Fazit:


Das es nicht immer massenhaft Action sein muss, um einen äusserst gut zu unterhalten, wird in diesem Film eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Manchmal reicht schon eine gut erzählte Geschichte, die mit erstklassigen Darstellern besetzt ist und eine bedächtige Erzählweise, um den Zuschauer zu faszinieren. Sicherlich sollte man aber eine Vorliebe für Filme der ruhigen Art haben, denn für Action-Junkies ist "A Crime" ganz sicher nicht ausgelegt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 98 Minuten
Extras: Trailershow, Biografien


8/10

Sonntag, 17. Oktober 2010

Inglorious Zombie Hunters






Inglorious Zombie Hunters
(Joshikyoei hanrangun)
mit Sasa Handa, Yuria Hidaka, Ayumu Tokito, Mizuka Arai, Hiromitsu Kiba, Hidetomo Nishida, Sakae Yamazaki, Toshi Yanagi, Kiyo Yoshizawa
Regie: Koji Kawano
Drehbuch: Satoshi Owada
Kamera: Mitsuaki Fujimoto
Musik: Hideto Takematsu
Ungeprüft
Japan / 2007

Die attraktive Japanerin Aki ersetzt ihre Schwimmkameradin, weil diese vom übereifrigen Trainer aus der Mannschaft geprügelt wurde. Der leicht gestörte Schularzt soll die knackig-trainierten Bodies der Studentinnen gegen ein Virus impfen und infiziert die Mädels eher aus Versehen. Die ganze Schule verwandelt sich in einem Amoklauf von rabiaten Zombies, die sich zum Pimpern und Fressen gernhaben. Der Kampf beginnt. Es liegt an Aki und das Schwimm-Team, die lüsterne Zombiehorde zurück zu den Duschszenen zu schicken! "..


Und wieder einmal stellen die Japaner unter Beweis, das sie ein ausgesprochenes Faible für trashige Splatterfilme besitzen und dabei nicht unbedingt viel Wert auf inhaltliche Substanz und andere Dinge legen, die einen Film im Normalfall ausmachen. So merkt der Zuschauer hier auch recht schnell, in welche Richtung die vorliegende Geschichte geht, denn inhaltliche Tiefe oder eine sinnvolle Story sollte man keinesfalls erwarten. Vielmehr erwartet einen ein vollkommen sinnbefreites Geschehen, das phasenweise zwar recht skurril erscheint, aber im Gesamtbild doch eher etwas enttäuschend daherkommt. Trotz seines extrem hohen Trashanteil weiss "Inglorious Zombie Hunters" zu keiner Zeit wirklich zu überzeugen, in einigen Passagen entpuppt sich das Werk trotz seiner kurzen Laufzeit von knapp 78 Minuten sogar als ziemlich zähflüssig, was für einen Trashfilm im Prinzip absolut tödlich ist. Leben doch gerade diese Filme von ihrem hohen Unterhaltungswert, der hier leider nur streckenweise zum Ausdruck kommt.

Vor allem Freunde der harten Welle dürften etwas enttäuscht sein, denn trotz der hohen Alterseinstufung bekommt man eigentlich herzlich wenig geboten. Es fließt zwar eine Menge Kunstblut und man sieht auch einige abgetrennte Körperteile, doch die Metzeleien an sich sind zumeist lediglich in Ansätzen zu erkennen. Zudem kommt die Tatsache, das die vorhandenen Effekte nicht gerade von hoher Qualität sind, die vorhandenen Splatter-und Gore Szenen wirken viel eher äusserst künstlich und billig in Szene gesetzt. Sicherlich könnte man darüber hinwegsehen, wenn der Film ansonsten ganzzeitige Kurzweil bieten würde, doch leider wird man auch in dieser Beziehung nicht gerade verwöhnt. Die Story hat zwar durchaus ihre komischen und unterhaltsamen Momente, jedoch sind diese nicht oft vorhanden und manchmal zieht so sogar etwas Langeweile in das Geschehen ein.

Selbst die Darsteller passen sich dem äusserst mäßigen Niveau an und agieren phasenweise doch ziemlich lustlos und unmotiviert. Nun ist es keinesfalls so, das ich in einem Trashfilm grandiose Schauspielkunst erwarte, jedoch sind die hier gezeigten Leistungen doch teilweise so schlecht das sie einer wirklichen Beschreibung spotten. Auch die Dialoge untereinander sind einfach nur dumpf und dämlich, zudem enthalten sie keinerlei Wortwitz der den Ereignissen wenigstens etwas unfreiwillig Komisches verleihen würde. Das trägt sicherlich nicht gerade zu einem guten Gesamteindruck bei und selbst eingefleischte Trash-Fans dürften hier zu keinem insgesamt überzeugendem Gesamtbild gelangen, denn dafür beinhaltet der Film selbst für eine japanische Trash-Produktion zu viele offensichtliche Defizite. Anstatt den Zuschauer mit etwas Witz und Humor zu konfrontieren oder ihm einige wirklich gelungene Effekte zu servieren, setzen die Macher auf mehrere Sex-Passagen, die man sich auch durchaus hätte sparen können.

Letztendlich bekommt man es mit einem Film zu tun der zwar einige durchaus gute Ansätze beinhaltet, die aber nicht konsequent ausgearbeitet werden. Das die Japaner es weitaus besser können, haben sie ja beispielsweise mit Filmen wie "The Macjine Girl" oder "Tokyo Gore Police" eindrucksvoll unter Beweis gestellt, jedoch beinhalten diese Werke eine Klasse, an die vorliegende Geschicht nicht einmal ansatzweise herankommt. Dennoch bin ich mir sehr sicher, das auch vorliegende Produktion ihre Fangemeinde finden wird und das obwohl es sich hier um eine äusserst bescheidene Trash-produktion handelt, aus der man weitaus mehr hätte herausholen können.


Fazit:


"Inglorious Zombie Hunters" kann die in ihn gesetzten Erwartungen leider nur phasenweise erfüllen, so das man im Endeffekt lediglich streckenweise kurzweilig unterhalten wird. Selbst für einen Trashfilm wird ganz einfach zu wenig geboten, als das man eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen könnte. Zu krampfhaft wird versucht, die Ereignisse witzig erscheinen zu lassen, vielmehr wirkt der vorhandene Humor ziemlich platt und stellenweise extrem albern. Da können auch einige skurrile Momente nicht drüber hinwegtäuschen, die aber immerhin vorhanden sind, so das man dieses Werk nicht als Totalausfall bezeichnen muss.


Die DVD:

Vertrieb: 8 Films
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Japanisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 80 Minuten
Extras: Trailer, Photogalerie, 4 Collector's Cards


3/10

Freitag, 15. Oktober 2010

Under the Mountain






Under the Mountain
(Under the Mountain)
mit Tom Cameron, Matthew Chamberlain, Oliver Driver, Matt Gillanders, Bruce Hopkins, Toi Iti, Bill Johnson, Nathaniel Lees, Sophie McBride, Chelsea McEwan-Miller, Colin Moy, Sam Neill, Gareth Reeves, Michaela Rooney, Leon Wadham
Regie: Jonathan King
Drehbuch: Maurice Gee / Matthew Grainger
Kamera: Richard Bluck
Musik: Victoria Kelly
FSK 12
Neuseeland / 2009

Was ist bloß mit diesem seltsamen Haus am See? Die Zwillinge Rachel und Theo können nicht widerstehen und steigen eines Abends heimlich in die heruntergekommene Villa ein. Dort entdecken sie äußerst Unheimliches. Das ganze Haus ist im Inneren von schleimigen, stinkenden Ranken überwuchert. Doch die Wilberforces, die dort leben, fühlen sich in dieser Umgebung offensichtlich sehr wohl. Noch ahnen die Geschwister nicht, wie gefährlich das Geheimnis ist, auf das sie gestoßen sind. Erst der mysteriöse Mr. Jones klärt die beiden darüber auf, welche Kreaturen die Menschheit bedrohen. Nur Zwillinge wie sie können die Erde noch retten ...


Wenn man sich in den Weiten des Internets einmal so umsieht, dann trifft man doch eher auf negative Kritiken zu dieser neuseeländischen Produktion, die ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen kann. Sicherlich präsentiert sich mit "Under the Mountain" nicht unbedingt ein Film, den man als Meisterwerk bezeichnen könnte, ihn jedoch qualitätsmäßig auf eine Stufe mit einer Daily Soap zu stellen, halte ich persönlich für maßlos überzogen. Da wird teilweise von nahezu dilletantischen Effekten geredet, dem Film wird jegliche Atmosphäre und Spannung abgesprochen und auch an den Darstellern lässt man kein gutes Haar. Sicherlich ist alles immer reine Geschmackssache, doch sollte man als Rezensent doch wenigstens etwas Objektivität in seine Texte einbauen und ein Werk nicht einfach nur gnadenlos niedermachen, um andere Film-Freunde so eventuell um ein sehenswertes Filmerlebnis zu bringen.

Ganz bestimmt hätte man hier auch einiges besser machen können und so muss sich Regisseur Jonathan King leider den Vorwurf gefallen lassen, das die auftretenden Charaktere wirklich etwas konturlos erscheinen. Der Zuschauer bekommt so nur einen recht oberflächlichen Einblick in die einzelnen Personen, wobei man insbesondere die beiden Zwillinge stärker hätte beleuchten können, damit man eine stärkere Identifikation zu ihnen aufbauen kann. Leider wurde dieser Punkt etwas vernachlässigt, was aber meiner Meinung nach auch der einzige wirkliche Kritikpunkt in diesem sehenswerten Genre-Mix ist. Denn auch die so niedergemachten darstellerischen Leistungen können sich jederzeit sehen lassen, sicherlich ist kein oscarreifes Schauspiel zu erwarten, doch sind die Darbietungen auf einem sehr soliden Niveau angesiedelt.

Ganz generell ist die erzählte Geschichte zwar nicht unbedingt etwas Neues, denn Filme in denen Ausserirdische die Welt zerstören wollen gibt es zur Genüge. Jedoch ist die Umsetzung dieser Thematik hervorragend gelungen und verbindet vor allem mehrere Genres miteinander. Beginnt "Under the Mountain" noch wie ein normales Jugend-Drama, so offenbaren sich doch im Verlauf der Story herrliche Fanzasy-Elemente und in einigen schaurig-schönen Momenten treten sogar ganz leichte Anleihen beim Horror-Genre in den Vordergrund. Allein schon das Auftreten der Aliens in Menschengestalt weckt doch einige Erinnerungen an die schwarzen Männer in Michael Endes "Momo" und entführt einen doch manchmal in eine badrohlich anmutende Märchenwelt, die ihre ganz eigene Faszination auf den Betrachter ausübt, der man sich keinesfalls entziehen kann. Und so sind es besonders die Passagen die bei Nacht spielen, die einem sogar phasenweise eine leichte Gänsehaut bescheren können, was durch die generell sehr düstere Grundstimmung noch zusätzlich unterstüzt wird. Zudem ist auch der vorhandene Spannungsbogen ein Markenzeichen des Filmes und auch wenn zu keiner Zeit die absolute Hochspannung entsteht, wird man in dieser Beziehung äusserst gut bedient und kommt auf seine Kosten.

Und dann wären da ja auch noch die Effekte, die als dilletantisch bezeichnet werden, was nun aber überhaupt nicht der Fall ist. Ich weiss ja nicht, was manch einer hier erwartet hat, denn nicht jeder Film bietet ein Effekt-Gewitter wie Emmerichs "2012", aber die in diesem Werk dargebotenen Effekte sind alles andere als schlecht. Ich möchte hier nur an die Passage erinnern, in der eines der Aliens versucht, in ein Wohnhaus einzudringen, oder auch an die herrliche Schluss-Sequenz, in der einem alle Vulkane gezeigt werden. Wenn das mindere oder gar dilletantische Effekte sind, dann bin ich wohl zu anspruchslos, denn mich konnten diese Bilder durchaus begeistern und faszinieren. So bleibt also letztendlich ein wirklich sehenswerter Genre-Mix aus Abenteuer-und Fantasy, der in einigen Passagen leichte Horror-Elemente beinhaltet und jederzeit gute und kurzweilige Unterhaltung bietet. Die etwas schwachen Charakterzeichnungen allein rechtfertigen in keinster Weise die teilweise extrem schlechten Kritiken, die "Under the Mountain" schon erhalten hat, da er ansonsten eine grundsolide Inszenierung bietet, an der man als Zuschauer seine Freude haben kann.


Fazit:


"Under the Mountain" ist insbesondere für alle empfehlenswert, die Filme zu schätzen wissen, in denen die Genres ineinander übergehen und miteinander verschmelzen. Genau das wird hier geboten und zwar in einer Umsetzung, die sich jederzeit sehen lassen kann. Man sollte dabei sicher kein Meisterwerk erwarten, darf sich aber auf einen interessanten und spannenden Film freuen, der sehr gute Effekte beinhaltet und vor allem in atmosphärischer Hinsicht voll zu überzeugen weiss. Mir hat diese neuseeländische Produktion jedenfalls sehr gut gefallen, so das ich durchaus eine Empfehlung aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9
Laufzeit: 88 Minuten
Extras: Interviews, Beim Dreh, Trailershow


7/10

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Audie & the Wolf






Audie & the Wolf
(Audie & the Wolf)
mit Derek Hughes, Tara Price, Christa Campbell, Rance Howard, Richard Riehle, Alex Alexander, Annabelle Milne, Atticus Todd, Elana Krausz, Laura Lance, Christo Dimassis, Tom Carey, Frank Kowal, Avi K. Garg, Arely Alas
Regie: B. Scott O'Malley
Drehbuch: Frank Kowal / B. Scott O'Malley
Kamera: Kenneth Yeung
Musik. Karl Preusser
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Jeder kennt die Sage vom verfluchten Menschen, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. Aber haben Sie schon einmal vom Fluch des Menschen gehört? Bei jedem Vollmond verwandelt sich ein ganz normaler, freundlicher Wolf in einen blutrünstigen und wilden Menschen, der nach frischem Fleisch giert und ohne jeden Skrupel tötet. Er ist John Doe, ein Mensch, der für jeden in seiner Umgebung zur tödlichen Gefahr wird. Aber John Doe liebt die junge Frau Audie, die alles daran setzt, ihn davon zu überzeugen, dass er kein Werwolf ist. Kann die Liebe den Fluch ein für allemal brechen?


Werwolffilme gibt es nun wirklich mehr als genug, doch das die Thematik einmal vollkommen umgedreht wird und ein normaler Wolf sich bei Vollmond in einen blutrünstigen Menschen verwandelt, dürfte ziemlich neu sein. Doch so verhält es sich in vorliegender Horror-Komödie, in der man mit "John Doe" konfrontiert wird, der eigentlich ein Wolf ist, aber in Menschengestalt zu einer reissenden Bestie wird die etlichen Menschen bei ihrem frühzeitigen Tod behilflich ist. Da die Toten aber wieder zum Leben erwachen, muss John sie alle im Keller einsperren, damit sie ihm nicht im Wege stehen. Dies alles geschieht auf eine urkomische Art und Weise, die sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, wer jedoch mit dem hier gezeigten Humor etwas anfangen kann, wird seine helle Freude am Werk von B. Scott O'Malley haben. Nun mag manch einem der vorhandene Humor etwas zu albern erscheinen, jedoch gibt es jede Menge Situationskomik zu beobachten, die phasenweise schon recht groteske Formen annimmt.

Trotz der hohen Alterseinstufung bewegt sich der Härtegrad der Geschichte in einem überschaubaren Rahmen, es gibt zwar einige blutige Passagen doch der Großteil der von John vorgenommenen Tötungen ist eher im Ansatz zu sehen, so das die Ereignisse zu keiner Zeit in ein vollkommen sinnbefreites Gemetzel ausarten. Im Vordergrund steht ganz eindeutig die vorherrschende Komik, die auch durch das Schauspiel von Derek Hughes äussert, der den zum Menschen gewordenen Wolf meiner Meinung nach erstklassig und extrem witzig darstellt. Es ist schon sehr drollig ihn dabei zu beobachten, wie er an Zimmerpflanzen pinkelt oder mit seiner neugewonnenen Freundin Audie bei Vollmond den Geschlechtsakt vollzieht. Dies sind aber lediglich zwei kleine Beispiele in einer Geschichte, die von Anfang bis zum Ende äusserst gute und kurzweilige Unterhaltung darbietet und dabei mit einigen netten Horror-Elementen angereichert wurde, die zwar kein immenses maß an Härte beinhalten, aber als vollkommen ausreichend erscheinen.

Nun ist "Audie & the Wolf" ganz sicher kein Meisterwerk, jedoch hat B. Scott O'Malley ein durchaus gelungenes Regie-Debut kreiert, das ganz bestimmt seine Fan-Gemeinde finden wird. Ganz generell kann ich es nicht ganz nachvollziehen, das der Film bisher eher unterdurchschnittliche Kritiken erhalten hat, ich persönlich habe mich jedenfalls bestens amüsiert und konnte auch herzhaft dabei lachen. Allein schon die Idee, die Werwolf-Thematik einmal von der anderen Seite zu zeigen, ist sehr erfrischend und auch durchaus als innovativ zu bezeichnen. Hinzu kommt die doch nette Geschichte die hier erzählt wird und die äusserst skurrilen Geschehnisse, die sich mit der Zeit abspielen. Das dem Ganzen dabei noch eine entstehende Liebesgeschichte beigefügt wurde, rundet das doch überraschend gute Gesamtbild nahezu perfekt ab und sorgt so für ein extrem kurzweiliges Filmvergnügen.

Letztendlich bin ich der Meinung, das man Regisseur O'Malley ein sehr gelungenes Regie-Debut bescheinigen kann, in dem er eine innovative Idee vielleicht nicht ganz perfekt, aber dafür sehr gut unterhaltend und witzig in Szene gesetzt hat. Dabei agieret auch die Darsteller-Riege sehr solide, allerdings sollte man keinerlei oscarreife Darstellungen erwarten. Insgesamt gesehen bekommt man ein gelungenes Gesamtpaket serviert, an dem man wirklich viel Freude haben kann, wenn man auf den vorhandenen Humor abfährt.


Fazit:


Äusserst skurrile Situationskomik ist die Stärke dieser Horror-Komödie, die je nach Geschmack extreme Kurzweil verbreiten kann. Bestimmt hätte man auch noch etwas mehr aus dieser innovativen Idee herausholen können, doch für ein Erstlingswerk bekommt der Zuschauer absolut gelungene Kost geboten, die sich jederzeit sehen lassen kann. Mir jedenfalls hat "Audie & the Wolf sehr gut gefallen, so das ich ohne schlechtes Gewissen eine EMpfehlung für diesen witzigen Film aussprechen kann.



7/10

Montag, 11. Oktober 2010

Storm Warriors






Storm Warriors
(Fung wan II)
mit Aaron Kwok, Ekin Cheng, Kenny Ho, Nicholas Tse, Charlene Choi, Simon Yam, Suet Lam, Patrick Tam, Anson Leung, Byron Pang, Yan Tang, Tak-bun Wong
Regie: Oxide Pang Chun / Danny Pang
Drehbuch: Wing Shing Ma
Kamera: Decha Srimantra
Musik: Ronald Ng
FSK 16
Hongkong / 2009

Lord Godless (Simon Yam) und sein Sohn Heart (Nicholas Tse) sind auf der Suche nach dem Drachengrab. Mit diesem Artefakt sind sie in der Lage, die Macht über China an sich zu reißen. Auf ihrem Feldzug durch das Land haben sie Ausnahme-Kämpfer Nameless seiner Kräfte beraubt und den Kaiser entführt. Nun können sie nur noch von den Kriegern Wind und Cloud gestoppt werden. Doch einer muss sich von Lord Wicked in der Kampfkunst des Bösen ausbilden lassen und kann dabei für immer der dunklen Seite verfallen. Wind wird von Nameless in neue Kampftechniken eingeweiht und Cloud kehrt dem Guten den Rücken zu. Gemeinsam müssen sie nun Lord Godless gegenübertreten. Doch kann Cloud dem Bösen widerstehen und sich mit Wind verbünden?


Ohne jegliche Vorkenntnis bin ich an diese Fortsetzung des 1998 erschienenen "Storm Riders" herangegangen und hatte deswegen doch einige Bedenken, ob man trotzdem gut in die Geschichte hineinkommt. Und obwohl ich den Vorgänger noch nie gesehen habe, bin ich mit einem Film konfrontiert worden, der mich in allen Belangen regelrecht begeistern konnte. Selsbt wenn man so wie ich kein eingefleischter Fan von asiatischen fantasy-Filmen ist, muss man von dieser bildgewaltigen Inszenierung ganz einfach begeistert sein, wird einem doch eine eindrucksvolle Kombination aus fantasy-und Actionfilm geboten, die insbesondere durch ihre visuelle Intensität herausragend in Szene gesetzt wurde. Dies äussert sich schon in den ersten Passagen des Filmes in denen man sehr schnell erahnen kann, mit welch bildgewaltigen Spaktakel man konfrontiert wird. So entstehen fast zwangsläufig von Beginn an äusserst hohe Erwartungen, die dieses Werk aber in der Folge auch jederzeit befriedigen, wenn nicht sogar noch übertreffen kann.

Die Bildgewalt des hier stattfindenden Geschehens zieht den Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann, so das man absolut fasziniert vor dem heimischen Bildschirm einer Geschichte folgt, die phasenweise schon märchenhafte Züge trägt und den Betrachter so auch in eine Fantasiewelt entführt, aus der man eigentlich gar nicht mehr zurückkehren möchte. Rein visuell wird man von der Kraft der gezeigten Bilder streckenweise fast schon erschlagen, denn entfalten diese doch eine ungeheure Wucht und hinterlassen so einen extrem intensiven Eindruck, den man erst einmal verdauen muss. Hinzu kommt ein phasenweise regelrechtes Effekt-Gewitter, das zudem eine solch hohe Qualität beinhaltet, das man atemlos in seinen Sitz gedrückt wird und den Mund vor lauter Begeisterung nicht mehr schließen kann. Es gibt auch kaum Erholungsphasen, in denen man mal etwas durchatmen könnte, denn immer wenn man der Meinung ist das etwas Ruhe in das Geschehen einkehrt, wird man im nächsten Moment schon wieder eines Besseren belehrt und befindet sich mitten in den nächsten kampf-Passagen, die sich wirklich sehen lassen können.

Es würde "Storm Warriors" allerdings nicht gerecht werden, wenn man lediglich die Choreografie der gezeigten Kämpfe hervorheben würde, denn ist es doch vielmehr die Gesamtchoreografie dieses Fantasy-Epos, die einen äusserst nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, der sich an der Bildgewalt dieser Inszenierung regelrecht berauschen kann. dabei ist es fast unmöglich, sich der von den Bildern ausgehenden Faszination zu verschließen, viel eher saugt man sie wie ein Schwamm in sich auf und lässt sich gern mit auf die Reise in eine Fantasywelt nehmen, die die eigenen Sinne anregt und einem ein unvergessliches Filmerlebnis bereitet. Zu diesem insgesamt fantastischen Gesamtbild passen auch die gezeigten darstellerischen Leistungen, denn die agierenden Schauspieler tragen ihren Teil dazu bei, das man diesen Film nicht so schnell aus seinem Gedächtnis streichen kann. Durch die Bank wird man mit erstklassigem Schauspiel belohnt, das jederzeit authentisch und überzeugend erscheint, so das absolut keinerlei Grund zur Beanstandung besteht.

So kann man den Regisseuren Oxide Pang Chun und Danny Pang nur ein uneingeschränktes Kompliment aussprechen, haben sie doch mit "Storm Warriors" ein gewaltiges Fantasy-Spektakel kreiert, das selbst den höchsten Ansprüchen genügen dürfte. Wenn selbst schon jemand wie ich der nun wirklich kein ausgesprochener Fan dieser Filme ist so absolut begeistert ist, dann möchte ich gar nicht erst wissen, was die wahren Fans von diesem Werk halten. Wer diese Art von Filmen mag, der kommt an "Storm Warriors" auf keinen Fall vorbei und sollte sich von diesem berauschenden Film mitreissen lassen und dessen vorhandene Bildgewalt einfach nur genießen. Eine Gesamt-Komposition, die wirklich keine Wünsche offen lässt und ganzzeitig extrem kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet. So passt dann auch das gewählte Ende nahezu perfekt in das Gesamtbild, kein billiges Happy End wie man es aus vielen anderen Filmen kennt, sondern ein Schluss-Akkord, der tragische Züge erkennen lässt, die fast schon selbstverständlich in einer asiatischen Produktion nicht fehlen dürfen.


Fazit:


Auch wenn man den ersten teil der Geschichte (Storm Riders) nicht kennt, kommt man ohne Startschwierigkeiten in die vorliegende Geschichte hinein, die von Anfang an äusserst spannend und interessant erzählt wird. Selten habe ich in den letzten jahren einen Film gesehen, der eine so perfekte Gesamt-Inszenierung darstellt, an der es aus meiner Sicht eigentlich nichts zu bemängeln gibt. Das Geschehen entführt den Zuschauer streckenweise in eine fast schon märchenhafte Welt, in der Gut und Böse um die Zukunft eines ganzen Landes kämpfen. Herrliche Bilder und eine exzellente Gesamt-Choreografie machen diesen fantasy-Film zu einem echten Erlebnis, das man keinesfalls versäumen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Kantonesisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 106 Minuten
Extras: Titelmusik, Making Of: Die Geschichte und ihre Charaktere, Making OF: Die Spezialeffekte,Interviews mit Cast und Crew, Entstehung und Herkunft der Waffen, Production Line-up


9/10

Freitag, 8. Oktober 2010

Predators






Predators
(Predators)
mit Adrien Brody, Topher Grace, Alica Braga, Walton Goggins, Oleg Taktarov, Laurence Fishburne, Danny Trejo, Louis Ozawa Changchien, Mahershalalhashbaz Ali, Carey Jones, Brian Steele, Derek Mears
Regie: Nimrod Antal
Drehbuch: Alex Litvak / Michael Finch
Kamera: Gyula Pados
Musik: John Debney
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Der Söldner Royce führt eine Gruppe von Spitzenkriegern an, die auf eine nicht weiter spezifizierte Mission auf einen fremden Planeten geschickt wird. Erst als er dort gelandet ist, stellt der bunt zusammen gewürfelte Trupp, der aus Soldaten, Schwerverbrechern, Todesschwadronen und Yakuza besteht, fest, dass sie nur als Kanonenfutter dienen - für eine Mutation jener todbringenden Jäger, die erst vor kurzem die Erde besucht hatten. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt, bei dem sich die Söldner nur auf die eigenen Fähigkeiten verlassen können.


Nun gab es ja schon im Vorfeld dieses Filmes die hitzigsten Diskussionen, ob es sich um ein Remake des Originals aus dem Jahre 1987 handelt, doch nach Sichtung dieses unter der Regie von Nimrod Antal entstandenen Werkes kann man diese Frage durchaus verneinen. Im Prinzip ist das aber auch vollkommen unwichtig, so das ich als Fan der Predator-Filme voller Vorfreude an diese neue Geschichte herangegangen bin. Umso größer war dann doch die teilweise auftretende Enttäuschung, denn irgendwie wollte der Film zu keiner Zeit so richtig zünden, wodurch auch der Funke nie so wirklich überspringen wollte. Sicherlich bekommt man ein phasenweise recht interessantes und auch actionreiches Szenario geboten, doch irgenwie fehlt dem ganzen der richtige Pfiff, um von einem in allen Belangen überzeugendem SCI/FI-Action-Spektakel sprechen zu können.

Das liegt gar nicht einmal an der hanebüchenen Geschichte, denn über Logik und Glaubwürdigkeit sollte man bei einem Film dieser Art erst gar nicht nachdenken, sondern vielmehr am Mittelteil des Werkes, der doch ziemlich in die Länge gezogen erscheint und insbesondere im Bezug auf Action nicht besonders viel bietet. Bei einem Predator-Film erwartet man als Action-fan ganz einfach möglichst durchgehende Action-Kost, was aber in vorliegendem Fall nicht gegeben ist. Dafür wird man allerdings mit einer äusserst gelungenen Atmosphäre im 80er Jahre Style bedient, was widerum für einige Pluspunkte sorgen kann, denn musste man doch prinzipiell befürchten, das "Predators" gerade für die jüngere Generation künstlich aufgepeppt wird, um deren Interesse zu wecken. Das dies nicht geschehen ist, spricht in jedem Fall für die Macher, denn bleibt so doch auch die Grundstimmung der beiden alten Teile erhalten, was insbesondere den älteren Semestern sehr gut gefallen dürfte.

Nun ist auch unter den Darstellern keiner dabei, der einen Arnold Schwarzenegger oder auch einen Danny Glover aus dem zweiten teil ersetzen könnte, doch ist gerade Adrian Brody hier als positive Überraschung anzusehen, spielt er doch die für seine Person ungewohnte Figur eines Söldners absolut authentisch und glaubwürdig. Zudem ist auch mit Danny Trejo ein weiterer symphatischer und altbekannter Darsteller dabei, dessen Rolle aber leider viel zu schnell von der Bildfläche verschwindet, wie es auch in vielen anderen Filmen mit seiner Mitwirkung der Fall ist. Und dann wäre da noch der Kurzauftritt von Laurence Fishburne, der in der Mitte der Geschichte auftaucht, aber auch so schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist. Insgesamt kann man bei den schauspielerischen Leistungen wohl von äusserst solider Kost sprechen, ohne das sich ein Akteur in besonderer Weise aufdrängen würde.

Letztendlich ist "Predators" ein durchaus guter Actionfilm, der allerdings nicht die Erwartungen erfüllen kann, die man eventuell in ihn gesetzt hat. Trotz einer grundsoliden Inszenierung und einer herrlich dichten Grundstimmung kommt der Film keinesfall an die beiden Original-Teile heran, die qualitativ weitaus höher angesiedelt sind. Irgendwie wird man dann auch das Gefühl nicht los, das es sich um einen phasenweise recht lahmen Aufguss handelt, der leider nicht ganzzeitig zu überzeugen weiss. Dennoch handelt es sich um einen Film, der immer noch gut genug ist, um aus dem Durchschnittsbereich herauszukommen, was auch sicherlich im vorhandenen 80er Jahre Feeling zu begründen ist, das die Macher ihrem Werk verliehen haben. Sollte es zu einer Fortsetzung der Geschichte kommen, wovon man in der heutigen zeit schon fast zwangsläufig ausgehen muss, kann man nur hoffen das der nachfolger etwas überzeugender und innovativer gestaltet wird, als es hier der Fall ist, denn nur so könnte man vielleicht die Qualität der alten Teile einigermaßen erreichen.


Fazit:


"Predators" ist wirklich kein schlechter Film, beinhaltet aber leider einen Mittelteil, den man durchaus unterhaltsamer hätte gestalten können. Einige Passagen erscheinen leider etwas zähflüssig und trüben so auch den gewonnenen Gesamteindruck. Solide Darsteller, eine gelungene Grundstimmung und einige gelungene Action-Sequenzen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, das hier eine Menge mehr möglich gewesen wäre. Action-Fans werden aber immer noch auf ihre Kosten kommen und sicher ihre Freude an diesem Film haben.


6,5/10

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Watchmen - Die Wächter






Watchmen - Die Wächter
(Watchmen)
mit Malin Akerman, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan, Patrick Wilson, Carla Gugino, Matt Frewer, Stephen McHattie, Laura Mennell, Rob LaBelle, Gary Houston, James M. Connor, Mary Ann Burger, John Shaw
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David Hayter / Alex Tse
Kamera: Larry Fong
Musik: Tyler Bates
FSK 16
Großbritannien / USA / 2009

In den Achtzigerjahren ist Richard Nixon immer noch Präsident der USA. Mit Hilfe der mittlerweile pensionierten Superheldengruppe Watchmen konnte er den Vietnamkrieg gewinnen. Als einer der ihren ermordet wird, beginnt Rorschach mit Ermittlungen, wer dahinter stecken könnte und stößt auf eine Verschwörung, die in seinen Augen die Zerstörung aller ehemaliger Superhelden vorsieht. Damit ruft er seine alten Kollegen auf den Plan. Schnell steht fest, dass die Antwort auf alle Fragen in der Vergangenheit zu finden ist.


Wenn man bedenkt das die Watchmen-Comics eigentlich als unverfilmbar galten, ist es umso erstaunlicher, welch filmisches Meisterwerk am Ende doch herausgekommen ist. Nun sind Comic-Verfilmungen ja in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen und einige von ihnen sind absolut sehenswert, aber "Watchmen" ist schon ein ganz besonderer Vertreter seiner Art und sticht doch schon erheblich aus der breiten Masse heraus. Mit Zack Snyder als Regisseur hat man dann auch die perfekte Wahl getroffen, hat er doch schon mit "300" eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie bildgewaltig und spektakulär man ein Comic filmisch umsetzen kann. So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das der Zuschauer hier mit einem stillistisch herausragendem Film konfrontiert wird, der allein schon durch seine imposante Bildgewalt eine ungeheure Faszination auf den Betrachter ausübt. Doch die größte Stärke dieses Werkes ist ganz eindeutig die Geschichte an sich, denn anders wie in vielen Genre-Vertretern ist diese ziemlich komplex angelegt und kann eventuell sogar durch die vielen enthaltenen Rückblenden für zeitweise Verwirrungen sorgen, wenn man nicht voll konzentriert bei der Sache ist.

Man sollte diesem fantastischen Film also schon seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, um die ganzen Zusammenhänge zu erkennen und den roten Faden nicht zu verlieren, jedoch dürfte das auch kein größeres Problem darstellen, da die Story trotz einer Länge von gut 155 Minuten jederzeit extrem spannend und interessant erzählt wird und zu keiner Zeit irgendwelche langatmiggen Passagen enthält. Besonders gut hat mir die Tatsache gefallen, das man hier nicht in blinden Aktionismus verfallen ist und den Film mit sinnloser Action vollgestopft hat, im Mittelpunkt steht immer die Geschichte an sich. Doch Action-Fans sollten jetzt keine Angst aufkommen lassen, denn es gibt durchaus genügend Phasen in denen es so richtig zur Sache geht und diese sind sehr gut über den gesamten Film verteilt worden. Wenn manch einer vielleicht trotzdem der Meinung ist, das nicht genügend Action vorhanden ist, dann könnte dies auch der doch ziemlich langen Laufzeit geschuldet sein. Wenn man die vorhandenen actiongeladenen Passagen bewerten soll dann muss man feststellen, das diese sich auf einem qualitativ äusserst hohem Niveau ansiedeln und zudem auch noch phasenweise extrem hart erscheinen. Insbesondere deswegen ist auch die 16er Freigabe in Frage zu stellen, denn gibt es doch genügend Filme, die schon wegen viel weniger harter Szenen eine höhere Alterseinstufung bekommen haben.

Es ist die gelungene Kombination aus einem herausragendem Action-Spektakel, einer sehr komplexen Geschichte und einer tiefergehenden Beleuchtung der einzelnen Charaktere, die "Watchmen" zu einer ganz besonderen Comic-Verfilmung macht, die sich doch ganz erheblich von den meisten anderen Genre-Vertretern abhebt. Dies zeichnet sich ganz besonders durch die etlichen zeitlichen Rückblenden aus, mit denen man die ganze Laufzeit über konfrontiert wird und die auch lückenlos alle aufkommenden Fragen beantworten, so das man als Zuschauer am Ende mit einem äusserst befriedigendem Gefühl zurückgelassen wird. Zudem werden während der Rückblenden auch die einzelnen Charaktere sehr gut und intensiv beleuchtet, so das man auch eine sehr gute Beziehung zu den einzelnen Figuren aufbauen kann. Es findet schon eine Art Identifikation mit den symphatischen Superhelden statt, die einem im Laufe der Zeit so richtig ans Herz wachsen und jede Menge Symphatiepunkte sammeln können. Kein Wunder also, das man selbst schon fast ein Teil des Geschehens wird und richtiggehend die Abenteuer miterlebt, die unsere Helden hier durchleben. Zudem geht es ja auch nicht gerade um irgendwelche Banalitäten, steht doch die Welt vor dem Abgrund, da der nukleare Holocaust droht. Geht man die ganze Zeit davon aus, das die Sowletunion der Agressor ist und die drohende Gefahr von ihr ausgeht, so erfährt die Story gerade in diesem Bezug eine nicht vorhersehbare Wendung, die dem Geschehen eine zusätzlich überraschende Note verleiht, die dem Gesamtbild äusserst gut zu Gesicht steht.

Letztendlich kann man wohl ohne große Übertreibung feststellen, das "Watchmen" eine der besten Comic-Verfilmungen überhaupt ist. Sind Verfilmungen wie beispielsweise Spiderman, Hulk usw. hauptsächlich auf spektakuläre Action-Passagen ausgerichtet, so bekommt man in vorliegendem Film auch noch eine fantastische Geschichte präsentiert, die nicht lediglich als Rahmenhandlung dient, sondern zudem noch eine gewisse inhaltliche Tiefe besitzt. Ausserdem enthält diese Produktion auch bitter-bösen Zynismus, unverhohlenen Sarkasmus und einen gewissen Anteil Gesellschaftskitik, so das es sich nicht lediglich um ein banales Fantasy-Filmchen handelt, sondern um eine erstklassige Inszenierung, die auch Leute mit höheren Ansprüchen zufriedenstellen dürfte. Und wenn das nicht schon längst ausreichen würde, ist das Geschehen auch noch mit einem erstklassigen Score unterlegt, der punktgenau an den richtigen Stellen zum Einsatz kommt. Einige Songs sind richtiggehende Ohrwürmer, unter denen sich auch Werke von Nena oder Simon & Garfunkel befinden. Man merkt also, das es sich hier um eine sehr stimmige Gesamt-Komposition handelt, in der einfach alles perfekt aufeinander abgestimmt ist, da auch die Darsteller - Riege nicht besser besetzt sein könnte. Jeder einzelne Charakter der Geschichte wurde mit einem authentisch und überzeugend agierenden Schauspieler besetzt, so das letztendlich überhaupt kein Grund für irgendeine Beanstandung vorhanden ist.


Fazit:


"Watchmen - Die Wächter" ist für mich persönlich die beste Comic-Verfilmung, die ich je gesehen habe. Eine absolut perfekte Mischung aus einer sehr komplexen Story, erstklassiger Action-Passagen und einer visuell äusserst ansprechenden Inszenierung. Erstklassige Schauspieler und tiefergehende Charakter-Zeichnungen runden die ganze sache zu einer perfekten Gesamt-Komposition, an der jeder Freund von Comic-Verfilmungen seine helle Freude haben sollte. Man sollte sich auch keinesfalls von der relativ langen Laufzeit einschüchtern lassen, denn während der gut 2,5 Stunden erscheint noch nicht einmal ein Anflug von Langeweile, zudem wird man von der Faszination dieses Werkes dermaßen ergriffen, das man gar nicht merkt wie schnell die Zeit vergeht. So kann man diesen Film nur bedenkenlos weiterempfehlen und wer hier nicht zugreift, hat es auch nicht besser verdient.


10/10

Montag, 4. Oktober 2010

5150 Elm's Way






5150 Elm's Way
(5150, Rue des Ormes)
mit Marc-Andre Grondin, Normand D'Amour, Sonia Vachon, Mylene St-Sauveur, Elodie Larivere, Catherine Berube, Normand Chouinard, Louise Bombardier, Pierre-Luc Lafontaine, Rene-Daniel Dubois, Jacques Allard
Regie: Eric Tessier
Drehbuch: Patrick Senecal
Kamera: Francois Dutil
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2009

Ein Fahrradunfall mit Folgen: Als der Teenager Yannick mit seinem Fahrrad hinfällt, ahnt er noch nicht, dass dies der Beginn seines größten Alptraums wird. Vom sadistischen Nachbarn eingesperrt und misshandelt, wird Yannick nur eine Möglichkeit offeriert seinem Leiden ein Ende zu machen. Er muss sich mit seinem Peiniger in einer Partie Schach messen. Der Einsatz: Yannicks Leben.


Auch die mittlerweile schon vierte Veröffentlichung aus der Störkanal-Reihe konfrontiert den Betrachter wieder mit einem äusserst intensiven Thriller, der fast vollkommen auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet und vielmehr die aussergewöhnliche Geschichte und die darin mitwirkenden Protagonisten in den Mittelpunkt des faszinierenden Geschehens stellt. Und so wird man nach einer sehr kurzen Einführung in der auch gleich der Symphatiewert der Hauptfigur Yannick angehoben wird, da er sich für ein kleines Mädchen einsetzt sofort in das teilweise schon bizarr anmutende Geschehen eingeführt, das sich fast den gesamten Film über im Haus der Familie Beaulieu abspielt. Das es bei dieser Familie nicht unbedingt mit rechten Dingen zugeht wird einem sehr schnell bewust, denn hat es sich doch der vater zur Lebensaufgabe gemacht, charakterlich schlechte Menschen zu ermorden. Er fühlt sich dazu regelrecht berufen und diese thematische Seite der Geschichte erinnert einen doch schon fast automatisch an den Film "Dämonisch" von Bill Paxton, der dort ja sogar von Gott berufen war, diese Aufgabe auszuüben. So verleiht dann auch die Motivlage des Familienoberhauptes der Geschichte einen ganz besonderen Reiz und es entfaltet sich im Laufe der Zeit eine immer stärker werdende Faszination, der man sich auch beim besten Willen nicht entziehen kann.

Insbesondere ab dem Zeitpunkt, wenn die ganzen Zusammenhänge des Täters klar werden, nimmt die Szenerie schon recht kranke Züge an, die sich dann auch in der entstehenden Beziehung zwischen dem Täter Jacques und dem Opfer Yannick entwickelt. denn nachdem Yannick zu Beginn noch vehement versucht, aus seiner Gefangenschaft zu entkommen, nimmt seine psychische Verfassung doch nach und nach recht aussergewöhnliche Züge an. Auf einmal steht ein Schachspiel im absoluten Focus der Ereignisse, Yannick braucht nur eine Partie zu gewinnen um seine Freiheit zu erlangen, doch ist die ganze Sache nicht so einfach, da Jacques noch nie in seinem leben eine Partie verloren hat. Auch wenn sich das jetzt für einige Leute etwas dämlich anhören mag, sind die Schachspiele der beiden ein absoluter Höhepunkt dieser kanadischen Produktion, wird der Zuschauer doch mit einigen surrealen Passagen konfrontiert, die den Ereignissen einen schon fast bizarren Anstrich verleihen, aber nahezu perfekt in das gewonnene Gesamtbild hineinpassen. Die visuelle Veränderung des Spielortes, der sich in der Realität in einem Zimmer befindet ist der absolute Hammer, denn verschwinden doch auf einmal die ganzen Farben und wechseln in eine weiss-blaue und vollkommen surreal anmutende Winterlandschaft.

Dieser Umschwung erscheint dermaßen wuchtig, das er den Betrachter fast mit der Wucht eines Keulenschlages trifft und somit einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Als Yannick dann auch noch merkt, das er immer besser spielt und den schachmeister sogar an den rand einer Niederlage bringt, geraten die Ereignisse völlig ausser Kontrolle. Von einer Minute zur anderen verschwindet sein Bedürfnis, seine Freiheit zurückzubekommen und er ist nur noch von dem Gedanken beseelt, seinen Peiniger im Spiel zu schlagen. So lässt er dann sogar die Möglichkeit zu fliehen verstreichen und bleibt freiwillig in dem Haus, in dem ihm soviel angetan wurde. Vergessen sind die Taten, die ihm beispielsweise Jacques ältere Tochter Michelle angetan hat, die ursprünglich die Nachfolge ihres Vaters antreten sollte, der Wunsch nach Freiheit ist einer bizarren Obsession gewichen, so das er nur noch an einen spielerischen Sieg über seinen Peiniger denken kann. Er ist so von diesem einen gedanken besessen, das auch die schlimmsten Ereignisse im letzten Drittel des Films emotional vollkommen an ihm abprallen. Es entsteht sogar der Eindruck, das der junge Mann jegliches menschliches Empfinden verloren hat und nur noch auf eine entscheidende Partie Schach focussiert ist, deren Gewinn ihm die einzig wahre Freiheit bringen würde.

So ist dann auch die letzte halbe Stunde dieses von Haus aus sehr intensiven Geschehens besonders hervorzuheben, da sich die Intensität und Faszination der Story noch einmal zusätzlich verdichtet und für ein aussergewöhnlich gutes Sehvergnügen sorgt. das liegt auch in den erstklassigen Darbietungen der beiden hauptdarsteller begründet, die äusserst überzeugend und authentisch agieren. Das zwischen ihnen stattfindende psychische Katz-und Mausspiel steht dabei immer im Mittelpunkt und fasziniert von der ersten bis zur letzten Minute. Sicher wird es aber auch wieder genügend Leute geben, die den Film als langatmig und actionarm ansehen werden und so evebtuell nicht die wahre Qualität dieses Werkes erkennen. Zwar ist "5150 Elm's Way" sicherlich für Action-Freks und Freunde visueller Härte nicht unbedingt geeignet, wer allerdings einen erstklassigen Thriller zu schätzen weiss, der insbesondere durch seine Charaktere und seine Geschichte zu überzeugen weiss, der ist bei diesem Film genau an der richtigen Adresse.


Fazit:


Starke Charaktere, ein perfides Katz-und Mausspiel und phasenweise visuell beeindruckende Bilder sind die großen Stärken eines Filmes, der zwar weder actionreich noch blutig ist, aber dennoch eine ungeheuer starke Intensität entfaltet, die sich auch auf den Zuschauer überträgt. Um dieses aber auch wirklich zu fühlen, muss man sich selbstverständlich auf das Geschehen einlassen und sollte vor allem mit den richtigen Erwartungen an diese kanadische Produktion von Regisseur Eric Tessier herangehen. Denn wenn man das tut, wird man dafür mit einem absolut erstklassigen und intensiven Filmerlebnis belohnt, das auch durchaus nachhaltig im Gedächtnis hängenbleiben wird.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2, 35:1 (16:9)
Laufzeit: 106 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Booklet


8,5/10

Freitag, 1. Oktober 2010

Brain Dead Zombies






Brain Dead Zombies
(Mangue Negro)
mit Ricardo Araujo, Kika de Oliveira, Walderrama Dos Santos, Markus Konka, Antonio Lamego, Andre Lobo, Mauricio Ribeiro, Reginaldo Secundo, Julio Tigre
Regie: Rodrigo Aragao
Drehbuch: Rodrigo Aragao
Kamera: Rodrigo Aragao
Musik: Keine Information
Ungeprüft
Brasilien / 2008

Eine Siedlung in den Sümpfen von Brasilien wird von einer Zombie-Seuche heimgesucht. Nur der junge Luis und seine Angebetete blieben bisher verschont und müssen sich gegen die Horden von nahezu unbesiegbaren Untoten zur Wehr setzen. Sie nutzen alles was ihnen zur Verfügung steht, seien es Schusswaffen oder Äxte.


Bisher ist es mir ziemlich selten passiert, das ich nach der Sichtung eines Horrorfilmes gar nicht so recht wusste, wie ich ihn bewerten soll. Bei vorliegendem Werk aus Brasilien ist das aber wirklich gar nicht so leicht, denn rein filmisch gesehen ist "Brain Dead Zombies" eigentlich eine einzige Katastrophe, da hier so gut wie gar nichts zusammenpasst und die Geschichte auch nicht unbedingt viel Substanz enthält. Im Prinzip wäre es nämlich schon stark übertrieben, wenn man auch nur von einer seichten Rahmenhandlung sprechen würde, da so gut wie überhaupt keine Erzählstruktur vorhanden ist. So werden echte Cineasten sich bei der Ansicht des Filmes von Rodrigo Aragao wohl vielmehr die Haare raufen als das sie in Begeisterungsstürme ausbrechen, jedoch dürfte sich im lager der Trash-Liebhaber wahre Freude ausbreiten, denn die Freunde des schlechten Geschmacks werden hier bestens bedient und dürften vollends auf ihre Kosten kommen. Eigentlich passt so gut wie überhaupt nichts zusammen, ganz egal ob man über die üblen darstellerischen Leistungen, die schlechten Effekte oder den vollkommen fehlenden Inhalt der sogenannten Story geht.

Die Geschehnisse spielen sich irgendwo in einem brasilianischen Sumpfgebiet ab und die in der knappen Inhaltsangabe bezeichnete Siedlung besteht eigentlich nur aus zwei an Geräteschuppen erinnernde Hütten. Allein daran kann man schon erkennen, das diese Produktion wohl nicht gerade Unsummen verschlungen hat, denn man bemerkt das wohl äusserst geringe Budget an allen Ecken und Enden. So erscheint das Ganze dann auch bestenfalls im Amateur-Look, was ja nicht zwingenderweise etwas Negatives sein muss. Dieser gewonnene Eindruck zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch den gesamten Film, da auch die vorhandenen Effekte und die dargestellten Zombies nicht gerade von einer hohen Qualität zeugen, wodurch der Film aber auch einen zusätzlichen Trash-Schub erhält, der Freunde dieser Filmgattung begeistern dürfte. Hinzu kommt die Tatsache, das wirklich jede Menge SFX vorhanden sind und der Härtegrad insgesamt gesehen als ziemlich hoch bezeichnet werden kann.

Sicherlich muss man dabei gewisse qualitative Abstriche machen, doch als Freund der harten gangart dürfte man recht zufrieden sein, denn phasenweise artet das Geschehen schon in ein vollkommen sinnbefreites, aber absolut blutiges Gemetzel aus, an dem man als wahrer Gorehound durchaus seine helle Freude haben kann. In dieser Beziehung hat "Brain Dead Zombies" wirklich eine ganze Menge zu bieten, jedoch ist das noch lange nicht ausreichend, um hier einen wirklich guten Film zu präsentieren. Doch auch wenn dieses Werk in filmischer Hinsicht eigentlich auf ganzer Linie versagt, so kann man ihm doch keinesfalls einen recht hohen Unterhaltungswert absprechen und manchmal reicht das ja auch vollkommen aus, um ein recht kurzweiliges Filmvergnügen zu erleben. In allen anderen Belangen sollte man aber mit extrem niedrigen Erwartungen an diesen Film herangehen, denn wie schon kurz erwähnt gibt es eigentlich so gut wie gar keine geschichte und auch die agierenden Schauspieler glänzen hauptsächlich als absolut talentfreie Zonen, die allerdings den äusserst hohen Trashgehalt noch einmal zusätzlich hervorheben.

So kann man im Endeffekt lediglich eine Empfehlung für echte Freunde des schlechten Geschmackes aussprechen, die sich ganz sicher an diesem Film erfreuen können. Denen wird es dann auch sicherlich nichts ausmachen, das die Masken der Untoten teilweise extrem billig erscheinen, aber gerade dadurch für so manchen Lacher sorgen können. Wer einen guten Zombiefilm erwartet, der sollte besser die Finger von der vorliegenden DVD lassen, wenn man allerdings seine Freude an einer herrlich trashigen Independent-Produktion hat, der kommt an diesem brasilianischen Werk auf keinen Fall vorbei, das inhaltlich auf absoluter Sparflamme kocht, den Zuschauer aber mit jeder Menge SFX und Blut bedient, denn hier wird nun wirklich gemetzelt was das Zeug hält. Und auch, wenn das nicht unbedingt auf einem qualitätsmäßig hohem Level geschieht, so dient es auf jeden Fall der Unterhaltung des Genre-Freundes, der sich über mangelnde Härte auf keinen Fall beschweren kann.


Fazit:


Der auf der Rückseite des DVD-Covers angeführte Vergleich mit Peter Jacksons Meitserwerk "Braindead" ist sicherlich irreführend, denn kann vorliegender Film sich in keinster Weise mit der "Mutter aller Fun-Splatter" messen. Dennoch bekommt man kurzweilige Splatter-Unterhaltung geboten, an der man die Messlatte allerdings nicht besonders hoch anlegen darf. "Brain dead Zombies" ist extrem trashige Independent-Kost, die in erster Linie durch den vorhandenen Härtegrad überzeugen kann, aber rein filmisch äusserst wenig zu bieten hat.


Die DVD:

Vertrieb: 8-Films
Sprache / Ton: Deutsch Dd 5.1 / Portugiesisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 108 Minuten
Extras: Making Of, Make Up F/X, Trailer, Bildergalerie, 4 Collector's Cards



als normaler Film 2/10
als Trashfilm 6/10