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Montag, 21. März 2011

The New Daughter





The New Daughter
(The New Daughter)
mit Kevin Costner, Ivana Baquero, Samantha Mathis, Gattlin Griffith, Erik Palladino, Noah Taylor, James Gammon, Sandra Ellis Lafferty, Margarat Anne Florence, Christopher Harvey, Brynn Massey, Martin Thompson, Rob Bonz
Regie: Luis Berdejo
Drehbuch: John Travis / John Connolly
Kamera: Checco Varese
Musik: Javier Navarrete
FSK 16
USA / 2009

Der alleinerziehende Vater John James zieht nach einer schmerzvollen Scheidung mit seinen zwei Kindern auf eine abgelegene Farm aufs Land. Seine pubertierende Tochter Louisa kann sich mit der langweiligen Umgebung überhaupt nicht anfreunden, bis sie beim Spielen am Waldrand seltsam geformte Hügel entdeckt. Von da an benimmt sie sich immer seltsamer und macht sogar ihrem kleinen Bruder Sam Angst. Als John der Sache nachgeht, wird ihm schnell klar, dass sie nicht alleine auf dem Anwesen leben. Unter den Hügeln scheint irgendetwas Unheilvolles zu schlummern. Schon bald muss John erkennen, dass seine Tochter nicht mehr dieselbe ist und dass er alles tun muss, um seine Familie vor dem Tod zu retten.


Die Inhaltsangabe dieses Horror-Thrillers klingt ja wirklich ziemlich verheissungsvoll und weckt so auch durchaus einige Begehrlichkeiten beim Zuschauer, der sich von Beginn an auf ein sehr interessantes und gruseliges Szenario einstellt. Und größtenteils werden die aufkommenden Hoffnungen auch durchaus erfüllt, wobei man allerdings fairerweise anmerken sollte, das dieses Werk auch einige Längen beinhaltet, die den Sehgenuss doch etwas trüben. So gestaltet sich doch ganz besonders die Einführungsphase in die Geschehnisse etwas zäh und langatmig, dauert es doch eine gehörige Weile, bis sich so langsam der aufkommende Horror zu erkennen gibt. Dieser kommt eher langsam und schleichend daher und äusserst sich in den charakterlichen Veränderungen der jungen Louisa, die auf einmal merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag legt, von denen sie einen Tag später anscheinend gar nichts mehr weiss. So entfaltet sich mit der Zeit eine immer düstere und unheilgeschwängerte Grundstimmung, die der Geschichte sehr gut zu Gesicht steht. Dennoch dauert es eine ganze Zeit, bis sich der aufkommende Horror so richtig entfalten kann und in einem wirklich gelungenen Finale ein tragisches Ende zur Folge hat.

Im Prinzip sind es ja gerade die Filme, in denen der Horror subtiler Natur ist, die eine große und sehr intensive Wirkung beim Zuschauer hinterlassen, doch leider verhindert "The New Daughter" diesen Aspekt viel zu lange. Die Begründung dafür ist eigentlich ziemlich schnell gefunden, hinterlässt das Geschehen doch zu lange den Eindruck, das man mit einem stinknormalen Erziehungs-Drama konfrontiert wird, bevor die Gründe für die Wesensveränderung der Tochter wirklich thematisiert werden. So bleibt das echte Grusel-Feeling doch lange Zeit auf der Strecke und tritt erst im letzten Drittel des Filmes verstärkt in den Vordergrund. Dadurch gerät fast schon zwangsläufig auch der Spannungsaufbau etwas ins stocken, was man sicherlich hätte vermeiden können. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Ereignisse beinhalten einen durchaus soliden Spannungsaufbau, der allerdings in einigen Passagen auch immer wieder kleinere Einbrüche verzeichnet, die dem Szenario einen besseren Gesamteindruck verweigern.

Im darstellerischen Bereich gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, Kevin Costner agiert hier sehr routiniert und überzeugend, so das er den gesamten Film fast im Alleingang trägt. Er verkörpert den alleinerziehenden und besorgten Vater absolut authentisch, ohne das man dabei aber von einer herausragenden Leistung sprechen könnte. Mir persönlich ist allerdings die Figur von Louisa etwas zu kurz gekommen, denn ist sie doch im Prinzip die eigentliche Hauptperson in diesem Werk. Zwar kann Ivana Baquero (Pans Labyrinth) in der Rolle der Tochter durchaus überzeugen, doch sind ihre Anteile in der mysteriösen Geschichte doch etwas zu kurz gehalten. Ganz generell kann man aber von solidem Schauspiel sprechen, das vom hier versammelten Ensemble abgeliefert wird.

Der Höhepunkt des Ganzen ist dann sicherlich das letzte Drittel des Filmes, in dem es endlich so richtig gruselig und spannend zur Sache geht. Denn auch wenn hier nichts wirklich Überraschendes passiert, so ist das Finale doch sehr gut in Szene gesetzt worden und auch mit einem tragischen Anteil versehen, der die Sache insgesamt gesehen nachvollziehbar abrundet. Hätte Regisseur Luis Berdejo nur die gesamte Geschichte so spannend wie das Ende inszeniert, dann würden wir über einen absolut gelungenen Horror-Thriller sprechen, der zudem noch über einen angemessenen Wiedererkennungswert verfügen würde. In vorliegender Form allerdings handelt es sich lediglich um einen soliden Film, der keinerlei Überraschungsmomente beinhaltet und auch ansonsten nicht besonders innovativ daherkommt. Dennoch handelt es sich auf jeden Fall immer noch um einen sehenswerten Genre-Beitrag, bei dem man jedoch die Ansprüche nicht zu hoch ansetzen sollte, um keine Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Man kann es schnell auf einen Nenner bringen, "The New Daughter" ist ein in allen Belangen recht solider Film, der größtenteils kurzweilige und atmosphärische Filmkost anbietet. Große Wendungen und Überraschungen sollte man nicht erwarten, dafür wird man mit einem gut agierenden Kevin Costner belohnt, der die Geschichte im Alleingang trägt. Trotz der Vorhersehbarkeit der Ereignisse und dem äusserst spät aufkommendem Horror kann man den Film durchaus empfehlen, denn es gibt doch genügend ähnlich gelagerte Vertreter, die weitaus schlechter geraten sind.


6/10

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