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Montag, 4. April 2011

Fröhliche Weihnacht









Fröhliche Weihnacht
(Don't Open 'Til Christmas)
mit Edmund Purdom, Alan Lake, Belinda Mayne, Mark Jones, Gerry Sundquist, Kelly Baker, Kevin Lloyd, Wendy Danvers, Nicholas Donnelly, Pat Astley, Laurence Harrington, Ken Halliwell, Ray Marioni, Wilfried Corlet, Ricky Kennedy
Regie: Edmund Purdom
Drehbuch: Derek Ford / Al McGoohan
Kamera: Alan Pudney
Musik: Des Dolan
Ungeprüft
Großbritannien / 1984

Eine ganze Stadt in Angst und Schrecken. London zittert. Eine Serie bizarrer Morde erschüttert die Metropole. Bereits fünf Männer wurden von einem Wahnsinnigen Unbekannten auf makabere Weise getötet. Immer wieder schlägt er erbarmungslos zu. Jeder kann der nächste sein. Doch die Opfer des Psychopathen müssen immer ein Weihnachtsmann-Kostüm tragen und an ausgefallenen Orten - im Wachsfigurenkabinett oder in einer Sexshow - arbeiten. Der Mörder hinterläßt keine brauchbaren Spuren. Die Männer um Inspektor Harris vom Scottland Yard tappen völlig im Dunkeln. Immer wieder schlägt der Killer grausam zu. Auch das bildhübsche und unter seinem Nikolausmantel kaum bekleidete Fotomodell Sharon gerät in seine Fänge.


Die Meinungen zu diesem Slasher aus den 80er Jahren sind größtenteils eher negativer Art, Begriffe wie absoluter Mist oder totale Zeitverschwendung sind dabei keine Seltenheit. Und zugegebenermaßen erscheint diese britische Produktion nicht unbedingt logisch und beinhaltet auch ansonsten einige ziemlich offensichtliche Defizite. Dennoch übt das Werk von Edmund Purdom, der auch gleichzeitig in der Hauptrolle zu sehen ist, seine ganz eigene Faszination auf den Zuschauer aus, die nicht unbedingt in logischen Handlungsabläufen zu suchen ist. Streckenweise erscheint das Szenario sogar ein wenig abgehackt und seltsam aneinandergestückelt, so das phasenweise eine nicht gerade flüssige Erzählstruktur in den Vordergrund tritt, was vielleicht auch ein Grund für die zumeist eher schlechten Kritiken sein dürfte. Und trotzdem offenbart sich meiner Meinung nach eine recht interessante und spannende Geschichte, in der die Identität des scheinbar psychophatischen Mörders anscheinend offen auf der Hand liegt, sich aber am Ende doch noch als Trugschluß herausstellen soll. Die wahre Identität des Täters ist dann zwar an den Haaren herbeigezogen und wird auch durch einen eher banlen Erklärungsversuch dargelegt, doch mich hat das im Prinzip gar nicht einmal sonderlich gestört.

Das liegt in erster Linie an den teilweise netten Kills, die der Film beinhaltet und vor allem daran, das man hier noch handgemachte Effekte zu sehen bekommt. Nun verfügt das Geschehen zwar nicht unbedingt über einen immensen Härtegrad, jedoch bekommt man solide Horrorkost geboten, bei der man durchaus auf seine Kosten kommen kann. Einige blutige Einstellungen und diverse Splatter/Gore Effekte sorgen dabei für kurzweilige Unterhaltung und auch in atmosphärischer Hinsicht weiss das Werk von Edmund Purdom durchaus zu überzeugen. Insbesondere in den nächtlichen Passagen entfalten sich dabei auch bedrohliche und unheimliche Züge, die einen über so manch vorhandenes Manko gern hinwegschauen lassen. Logik-Liebhaber und Freunde gekonnten Schauspiels hingegen könnten sich durchaus die Haare raufen, denn gerade im Bezug auf diese beiden Dinge ist "Fröhliche Weihnacht" viel eher ein schwacher Vertreter seiner Art, obwohl Slasher ganz generell bei diesen Dingen nicht gerade oft zu punkten wissen. Und so erscheint vor allem das Darsteller-Ensemble streckenweise etwas ungelenk und hölzern, auch Ausdrucksstärke der Akteure ist keine besondere Stärke dieses Filmes.

Wer allerdings über diese ganzen negativen Sachen hinwegsehen kann, wird immer noch mit einem sehr unterhaltsamen Horrorfilm konfrontiert, den man sich jederzeit gut anschauen kann. Mich selbst hat eigentlich lediglich die Erzählstruktur ein wenig gestört, die wie schon kurz erwähnt in vielen Passagen seltsam abgehackt erscheint, wodurch nur sehr selten so etwas wie ein richtiger Erzählfluss entsteht. Dadurch wird das Sehvergnügen dann doch etwas getrübt, ein etwas besseres Drehbuch wäre in dieser Beziehung sicherlich eine große Hilfe gewesen. Dennoch kann ich die größtenteils schon fast vernichtenden Meinungen nicht so ganz nachvollziehen, gibt es doch gerade im Sub-Genre des Slashers genügend Vertreter, die weitaus schlechter geraten sind und noch nicht einmal auf den reinen Unterhaltungswert bezogen überzeugen können.

Regisseur Edmund Purdom hat sicherlich viele Dinge falsch gemacht, aber insgesamt gesehen handelt es sich bei seinem Film um nicht ganz logische, dafür aber um teilweise sehr spannende und atmosphärische Horrorkost, die zudem noch mit mit etlichen sehenswerten kills garniert ist. Wie eigentlich immer ist es letztendlich reine Geschmackssache und die Geschmäcker sind ja bekanntlicherweise sehr verschieden. Ich fühlte mich jedenfalls ganzzeitig gut unterhalten und kann nur jedem raten, diesem Film mal eine Chance zu geben.


Fazit:


"Fröhliche Weihnacht" ist mit absoluter Sicherheit kein Klassiker des Genres und auch kein Film, der höheren Ansprüchen genügen könnte. Dennoch hat auch dieses Werk berechtigterweise seine ganz eigene Fan-Gruppe, zu der ich mich auch zähle. Und auch wenn die Logik teilweise ziemlich offensichtlich ausser Kraft gesetzt wurde und die Darsteller nicht zu den Besten gehören, entsteht ein unterhaltsamer Gesamteindruck, den man dem Film ganz einfach nicht absprechen kann.


7/10

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