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Freitag, 1. April 2011

Legend of the Fist









Legend of the Fist
(Jing mo fung wan: Cheng Zhen)
mit Donnie Yen, Qi Shu, Anthony Wong Chau-Sang, Yasuaki Kurata, Shawn Yue, Karl Dominik, Ryu Kohata, Bo Huang, Jiajia Chen, Siyan Huo, Zhou Yang, Alex Ahlstrom, Shi Feng, Yale Varty
Regie: Andrew Lau
Drehbuch: Gordon Chan
Kamera: Andrew Lau / Man Ching Ng
Musik: Kwong Wing Chan
Keine Jugendfreigabe
China / Hongkong / 2010

Shanghai 1925: Die japanischen Besatzer kontrollieren mit brutaler Härte den nördlichen Bezirk der pulsierenden Weltstadt, um heimlich ihre anstehende Invasion vorzubereiten. Dort liegt der glamouröse Nachtclub Casablanca, ein Treffpunkt für die chinesischen Triaden, hochrangige japanische Offiziere und internationale Spione. Mitten im Geschehen: Kung-Fu-Kämpfer Chen Zhen, der inkognito in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist. Vor vielen Jahren rächte er den blutigen Mord an seinem Meister und floh danach ins Ausland. Als maskierter Widerstandskämpfer versucht er den Japanern Einhalt zu gebieten. Die Lage spitzt sich zu, als eine Todesliste mit unliebsamen Regimegegnern veröffentlicht wird und Chen Zhen vom unbarmherzigen japanischen Oberst Chikaraishi herausgefordert wird.


Mit "Legend of the Fist" hat die Firma Splendid mal wieder einen erstklassigen aistischen Actioner von Amasia veröffentlicht, in dem insbesondere der Name des Haupt-Charakters (Chen Zhen) den eingefleischten Eastern-Fans bekannt vorkommen dürfte. Und richtig, handelt es sich doch um den Helden aus "Todesgrüße aus Shanghai", der 1972 vom unvergessenen Bruce Lee dargestellt wurde. Nun handelt es sich allerdings keineswegs um eine weitere Neuauflage der damaligen Geschichte, sondern vielmehr um eine Fortsetzung die einige Jahre später angesiedelt ist. Hält man sich jetzt allerdings noch einmal die letzten Einstellungen des legendären Bruce Lee-Klassikers vor Augen, dürfte es im Prinzip gar keine Fortsetzung geben, verstarb der Held doch ziemlich offensichtlich im Kugelhagel der Polizei. Aber gut, wenn man einmal von diesem kleinen Widerspruch absieht, dann bekommt man in vorliegendem Film eine erstklassige und zudem äusserst actiongeladene Geschichte präsentiert, an der man als Fan asiatischer Kampfsportfilme seine helle Freude haben kann. Doch Regisseur Andrew Lau hat dabei nicht ausschließlich auf gelungene Fights und kampfhandlungen gesetzt, sondern seinem Werk auch noch eine wirklich farbenprächtige und sehr ansehnliche Story verpasst, an der es eigentlich kaum Grund zur Kritik gibt.

In der Hauptrolle des Chen Zhen ist der allseits beliebte "Ip Man" - Donnie Yen zu sehen, der wieder einmal diverse Kostproben seiner hervorragenden Kampfkunst in die Waagschale wirft und der Story so einen ziemlich hohen Unterhaltungswert garantiert. Doch es sind längst nicht nur die erstklassigen Fights die für Begeisterung beim Zuschauer sorgen, denn ganz generell handelt es sich um eine mehr als gelungene Inszenierung, die meiner Meinung nach auch durch die sehr interessante Thematik vollkommen überzeugen kann. Wie schon im Original von 1972 dreht sich eigentlich alles um die im eigenen Land unterdrückten Chinesen, die von den japanischen Besatzern gedemütigt werden, wo es nur geht. Eine endgültige Invasion der Agressoren steht kurz bevor und der chinesische Widerstand versucht mit allen Mitteln, diese zu verhindern. Chen Zhen, der jahrelang auf der Flucht war, nachdem er den Tod seines Meisters gerächt hatte und dabei auch im ersten Weltkrieg in Europa mitgewikt hat, kehrt unter falscher Identität nach Shanghai zurück, um sich am Widerstand zu beteiligen. Das es dabei zu etlichen gelungenen Action-Passagen kommt, kann man sich selbst ohne große Fantasie ausmalen und auch, wenn manch einer sich eventuell noch mehr Action gewünscht hätte, sind die vorhandenen Kämpfe absolut erstklassig in Szene gesetzt worden.

Gut über den Film verteilt bekommt der Zuschauer wieder einmal einen guten Einblick über das Können eines Donnie Yen, der zur Hochform aufläuft und den Japanern das Leben äusserst schwer macht. Das Ganze gipfelt in einem unvermeidlichen Showdown zwischen ihm und dem japanischen Oberst Chikaraishi, dessen Vater vor einigen Jahren Chen Zhens Rache zum Opfer gefallen ist. Der finale Endkampf der beiden Gegner ist allerdings nur einer von vielen vorhandenen Höhepunkten eines Filmes, in dem auch die vollkommen gegensätzlichen Charaktere grandios dargestellt werden. Als Zuschauer steht man von der ersten Minute an auf der Seite der unterdrückten Chinesen, wobei aber vor allem Donnie Yen durch seine großartige Ausstrahlung wie immer jede Menge Symphatiepunkte sammeln kann, wohingegen insbesondere Ryu Kohata (Oberst Chikaraishi) ganz hervorragend als böser Gegenpart aufgebaut wird. Ob dies alles in einer politisch korrekten Art geschieht lasse ich einmal dahingestellt, jedoch kommen die Kontraste erstklassig zum Ausdruck. Fiebert man einerseits mit dem symphatischen Helden mit, so bauen sich andererseits Wut und Abneigung gegen den Gegenspieler auf, der aber auch wirklich in höchstem Maße unsymphatisch dargestellt wird. Handelt es sich doch augenscheinlich um einen vollkommen machtbesessenen und absolut gefühlslosen Mann, der auch vor der Ermordung der eigenen Leute nicht zurückschreckt. Dabei scheint es ihm ganz offensichtlich sogar Freude zu machen, andere zu demütigen und sie seine von ihm ausgehende Eiseskälte spüren zu lassen. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das man ihm im finalen Endkampf jeden einzelnen Schlag von Herzen gönnt, den er von Chen Zhen einstecken muss, phasenweise überkommt einen dabei sogar das Gefühl, das man selbst diese Schläge austeilt.

Ob sich die damaligen Verhältnisse zwischen China und japan nun wirklich in ähnlicher Form abgespielt haben mag ich nicht zu beurteilen, wird in vorliegendem Film doch kaum eine Grauzone zwischen Gut und Böse gelassen, doch ist die gewählte Inszenierung von Andrew Lau auf jeden fall darauf ausgerichtet, das man als Zuschauer ganz eindeutig Stellung für eine Seite bezieht. Das mag für viele Leute eher ein Defizit darstellen, doch sollte man dieses Werk nicht unbedingt nach seiner Glaubwürdigkeit, sondern vielmehr nach seinem Unterhaltungswert beurteilen und dieser ist definitiv ziemlich hoch angesiedelt. Tolle Bilder, eine sehr spannende Story, gut agierende Darsteller und jede Menge hochklassiger Action lassen hier einen Gesamteindruck entstehen, den man letztendlich nur als sehr gut bezeichnen kann. Mir persönlich hat der Film äusserst gut gefallen, so das ich nur eine unbedingte Empfehlung aussprechen kann, denn Action-Fans kommen voll auf ihre Kosten.


Fazit:


Mit Donnie Yen hat man ganz eindeutig den richtigen Mann für die Hauptrolle verpflichten können, denn seine kampfkunst ist einfach immer wieder absolut sehenswert. Doch auch ansonsten kann sich die Darsteller-Riege jederzeit sehen lassen und überzeugt durch sehr gutes Schauspiel. Meiner Meinung nach hat Andrew Lau alles richtig gemacht und mit "Fist of the Legend" einen hervorragenden Film kreiert, der jede Menge Action und absolute Kurzweil bietet, die sich kein fan solcher Filme entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Mandarin DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten
Extras: B-Roll, Featurettes


8/10

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