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Donnerstag, 26. Mai 2011

The Hole (2009)









The Hole
(The Hole)
mit Chriss Massoglia, Haley Bennett, Nathan Gamble, Teri Polo, Bruce Dern, Quinn Lord, John DeSantis, Douglas Chapman, Mark Pawson, Peter Shinkoda, Jonathan Bruce, Merritt Patterson, Ali Cobrin, Chelsea Ricketts, Chord Overstreet
Regie: Joe Dante
Drehbuch: Mark L. Smith
Kamera: Theo van de Sande
Musik: Javier Navarrete
FSK 16
USA / 2009

Niemand sollte diese Falltür finden, niemand sollte sie je wieder öffnen. Doch was sind Vorhängeschlösser und aufgehäuftes altes Zeug gegen die Neugier eines Zehnjährigen.
Lucas und sein älterer Bruder Dane entdecken die seltsame Falltür im Keller ihres neuen Hauses jedenfalls gleich nach dem Einzug. Und öffnen sie natürlich! Ein bodenloser schwarzer Schacht tut sich vor ihnen auf, der sein Geheimnis nicht preisgibt. Dann geschieht etwas Unheimliches. Die schlimmsten Ängste der Jungen materialisieren sich in der Realität und alptraumhafte Gestalten greifen sie an. Dem Abgrund ist etwas wirklich Böses entstiegen...



Manche Türen sollten verschlossen bleiben


Regie-Altmeister Joe Dante (Das Tier) hat mit "The Hole" einen wirklich guten-und überzeugenden Genre-Beitrag abgeliefert, an dem freunde spannender Gruselfilme ihre Freude haben dürften. Dabei bin ich aufgrund etlicher eher mittelmäßigen Kritiken mit eher niedrigen Erwartungen an diesen Film herangegangen, um dann umso überraschter festzustellen, das "The Hole" weitaus schlechter dargestellt wird als der Film im Endeffekt ist. Man sollte sich selbstverständlich darüber im Klaren sein, das hier eine Geschichte erzählt wird, in der es nicht um Härte oder Splatter-Gore Effekte geht, man bekommt einen herrlich atmosphärischen Gruselfilm präsentiert, der im letzten Drittel auch noch mit einigen Fantasy-Elementen angereichert wurde. Doch gerade dieser Aspekt scheint einigen Leuten etwas schwerer im Magen zu liegen, wobei diese Passagen doch absolut perfekt in das sehr gute Gesamtgefüge hineinpassen. Schon nach einer eher recht kurzen Einführungsphase entfaltet das Geschehen eine schön düstere Grundstimmung, die genau an dem Punkt beginnt, als die beiden Brüder Dane und Lucas die im Keller ihres neuen Hauses gefundene Falltür öffnen, aus der ihnen eine unendliche Dunkelheit entgegenschlägt. Zusammen mit Nachbarin Julie versuchen die Jungen, das Geheimnis der Dunkelheit zu ergründen und geraten dabei in ziemlich große Gefakr. Ist dem Zuschauer am Anfang noch nicht ganz klar, um welche Art von Bedrohung es sich eigentlich handelt, so kristalliert sich mit zunehmender Laufzeit doch ziemlich schnell heraus, das die scheinbar unendlichen Tiefen der Dunkelheit die Kids mit ihren ureigensten Ängsten konfrontiert, die sich auf verschiedendste Art und Weise manifestieren.

Dante ist es hier meiner Meinung nach hervorragend gelungen, seiner Geschichte das genau richtige Grusel-Feeling zu verpassen, das zudem von einigen wohlplacierten Schockmomenten noch zusätzlich unterstützt wird. Der dabei entstehende Spannungsbogen kann sich wirklich sehen lassen und obwohl man schon einigermaßen zeitig erkennt worauf die mysteriösen Ereignisse hinauslaufen, nimmt das dem geschehen rein gar nichts von der vorhandenen Spannung, die sich bis zum Ende konstant aufrechterhalten kann. Dazu tragen auch die im letzten Drittel auftretenden Fantasy-Elemente bei, die von nicht wenigen Leuten negativ kritisiert werden und deren Meinung nach "The Hole" zu einem familientauglichen Fantasy-Film mutieren lassen. Nun gut, dann könnte man auch Die Nightmare on Elm Street Filme in diese Kategorie einordnen, denn wenn ich an die Auseinandersetzung zwischen Dane und seinem Vater in der Fantasiewelt denke, tun sich doch erstaunliche Parallelen zu den Traumwelten diverser Nightmare-Teile auf, die ja wohl auch eher in den fantasy-bereich einzuordnen sind. Wie dem aber auch sei, es ist natürlich immer Ansichtssache, aber warum wird ein Gruselfilm ohne Härte und Blut gleich als familientauglicher Fantasyfilm eingestuft, wohingegen solche Elemente in harten Horrorfilmen als sehr gelungen bezeichnet werden?

Eigentlich ist das aber auch vollkommen egal, denn die Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Doch Dantes Film bietet ein wirklich überzeugendes Gesamtpaket, von dem sich auch eine gleichbleibende Faszination auf den Zuschauer überträgt. Die ganz große Stärke des Filmes ist dabei die wirklich herrlich düstere-und teils schaurige Atmosphäre, die einen auch phasenweise mit einer Gänsehaut überziehen kann. Zudem lässt das Geschehen auch in diversen Passagen bedrohliche Züge erkennen, die dem gewonnenen Gesamteindruck einen noch positiveren Anstrich verleihen. Zu diesem tragen auch die überzeugenden Jung-Darsteller bei, die allesamt einen sehr guten Eindruck hinterlassen und denen man die Freude am Schauspiel anmerkt. Doch das Bete am Film ist meiner Meinung nach der Aspekt, das man den aufsteigenden Horror zumeist nicht wirklich greifen kann, da er sich immer wieder auf die verschiedendsten Arten zu erkennen gibt. Dabei ist es vollkommen egal, ob dies in der Form von Geistererscheinungen oder durch angriffslustige Clown-Puppen geschieht, denn die Wirkung auf den Zuschauer ist dabei gleichbleibend. Und so kann man sich insgesamt gesehen über einen gelungenen Gruselfilm freuen, der eine äusserst kurzweilige und dabei immer spannende Geschichte erzählt.

Letztendlich ist dieser Film von Joe Dante ganz sicher kein revolutioniernder Genre-Beutrag, aber "The Hole" bietet angenehme Gruselkost, die sich als absolut sehenswert entpuppt. Wer allerdings auf Härte und Blut eingestellt ist, wird ganz sicher nicht auf seine Kosten kommen, doch dafür ist die Geschichte auch überhaupt nicht ausgelegt. Dafür bekommt man einen sehenswerten Film serviert, der in erster Linie durch eine hervorragende Atmosphäre zu überzeugen weiss und auch durchgehend spannend inszeniert wurde. Gute Darsteller und eingefügte Fantasy-Elemente runden die ganze sache sehr gut ab und präsentieren insgesamt ein Filmerlebnis, das man sich jederzeit gut anschauen kann, ohne dabei seine Zeit zu verschwenden.


Fazit:


Joe Dante hat mit "The Hole" ganz bestimmt kein Meisterwerk des Genres geschaffen, präsentiert aber dem Zuschauer einen Film, der genau das bietet was man von ihm erwarten sollte. Eine gut unterhaltende-und sehr atmosphärische Gruselgeschichte, die mit guten darstellern besetzt ist und über einen sehr gelungenen Spannungsbogen verfügt, der den Zuschauer bis zum Ende in Beschlag nimmt. Ich fühlte mich jedenfalls bestens und sehr kurzweilig unterhalten und kann eine uneingeschränkte Empfehlung für diesen Film aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten
Extras: Making Of, Interview mit Cast & Crew, Arbeiten mit 3D am Set, Originaltrailer, Trailershow


8/10

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