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Samstag, 9. Juli 2011

Eaten Alive - Die Nacht der Bestie









Blutrausch
(Eaten Alive )
mit Neville Brand, Mel Ferrer, Carolyn Jones, Marilyn Burns, William Finley, Stuart Whitman, Roberta Collins, Kyle Richards, Robert Englund, Crystin Sinclaire, Janus Blythe, Betty Cole
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Alvin L. Fast / Mardi Rustam
Kamera: Robert Caramico
Musik: Wayne Bell / Tobe Hooper
Ungeprüft
USA / 1976

Tief in den Sümpfen von Bayou liegt das heruntergekommene "Starlight Motel", das von dem kauzigen Besitzer Judd am Leben erhalten wird. Nur selten verirrt sich ein Gast hierher. Und was niemand weiss, ist, dass Judds geliebtes Haustier ein ziemlich gefräßiges Krokodil ist, das neben der Absteige lauert und regelmäßig Nahrung in Form von Motelgästen bekommt. Doch als Judd eine lokale Prostituierte ermordet, macht er einen gewaltigen Fehler. Ihr Vater begibt sich auf die Suche nach ihr und kommt schließlich auch zu Judds Motel. Geschickt verweist Judd ihn an das lokale Bordell. Inzwischen schaltet sich auch Sheriff Martin in die Ermittlungen ein. Das Motel bekommt allerdings neue Gäste, die nicht im Traum mit dem Horror und Schrecken rechnen, der ihnen dort begegnen soll...


Nun gut, Tobe Hoopers Werk überzeugt nicht gerade durch eine sehr ausgefeilte Story, handelt es sich hier doch viel eher um eine recht ausgedünnte Rahmenhandlung, dafür kann "Eaten Alive" allerdings in vielen anderen Punkten vollends überzeugen. Herausragend ist dabei mit Sicherheit die extrem dichte Atmosphäre, die durch die düsteren Schauplätze besonders gut zur Geltung kommt. Allein schon beim Anblick des heruntergekommenen Motels mitten in den Sümpfen überzieht einen eine dezente Gänsehaut, der man sich auf gar keinen Fall erwehren kann. Die Tatsache, das sich eigentlich die gesamte Geschichte in der Nacht abspielt, unterstützt die von Haus aus schon sehr bedrohliche Grundstimmung noch zusätzlich und sorgt so für eine ganze Menge Nervenkitzel, an dem der Zuschauer ganzzeitig seine Freude haben dürfte. Das siffige und sehr dreckige Ambiente passt absolut hervorragend in das Szenario hinein, in dessen Focus der skurrile Charakter des Motelbesitzers Judd steht, der eigentlich ohne wirklich ersichtliche Gründe zu einer wahren Furie mutiert und wahllos Menschen tötet, die in seiner Absteige übernachten wollen. Als "Haustier" hält sich der gute Mann dann auch noch ein riesiges Krokodil, das gleich im See neben dem Motel sein Dasein fristet und während des Filmes eine Menge Menschenfleich als Futter serviert bekommt.

Auch wenn Hooper hier eigentlich gar nicht einmal eine klare Erzählstruktur erkennen lässt und die Geschehnisse teilweise aus heiterem Himmel passieren, bekommt man richtig gute Horrorkost geliefert, die in einigen Passagen sogar eine leicht trashige Note erkennen lässt. gerade dieser Aspekt macht den Film dann auch äusserst liebenswert und offenbart einen Charme, dem man im Prinzip nur erliegen kann. Die ziemlich oft angestellten Vergleiche zu Hoopers "Blutgericht in Texas" sollte man allerdings nicht vornehmen, auch wenn diese sich hauptsächlich auf die vorhandene Qualität der beiden Filme bezieht, ist die jeweils vorhandene Thematik doch viel zu unterschiedlich, als das direkte Vergleiche überhaupt eine Berechtigung hätten. Bei "Eaten Alive" handelt es sich um einen wirklich äusserst atmosphärischen Horrorfilm, der gehörige Anteile des Tier-Horrors beinhaltet, aber keinesfalls eindeutig diesem Sub-Genre zuzuordnen ist. Zwar gibt es hier auch einen tierischen Killer, doch im Zentrum des Ganzen steht doch eigentlich der offensichtlich durchgeknallte Judd, der übrigens von Neville Brand ganz ausgezeichnet dargestellt wird. In einer Nebenrolle kann man auch Robert Englund (Freddy Krueger) bewundern, der einen mehr als unsymphatischen Charakter darstellt.

Ganz generell sollte man hier im Bezug auf das dargebrachte Schauspiel keinerlei Wunderdinge erwarten, denn in einem Film dieser Art ist es doch eher selten, das oscarreife Darstellungen an den Tag gelegt werden. Die Leistungen passen jedoch nahezu perfekt in das streckenweise skurrile Szenario, das an diversen Stellen wirklich für so manchen Schmunzler sorgen kann. Nun ist es aber keineswegs so, das die Story in Richtung einer Komödie abdriften würde, denn die Ernsthaftigkeit der Ereignisse wird zu keiner Zeit aus den Augen verloren, es entsteht phasenweise lediglich eine sehr amüsante Situationskomik, die das Ganze absolut perfekt ergänzt und den guten Gesamteindruck noch einmal etwas aufwertet. Vom Härtegrad sollte man jetzt keine Wunderdinge erwarten, der Film offenbart zwar einige durchaus sehenswerte-und auch etwas blutigere Passagen, jedoch wird der handelsübliche Rahmen niemals gesprengt und gerade aus heutiger Sicht ist die sehr hohe Alterseinstufung doch eher befremdlich, als das sie angemessen erscheinen würde.

Alles zusammengenommen hat Tobe Hooper mit "Eaten Alive" einen absolut sehenswerten Genrevertreter geschaffen, der insbesondere in atmosphärischer Hinsicht vollkommen überzeugen kann. Ein düsterer-und äusserst dreckiger Look verpasst dem Betrachter genau das richtige Feeling und überzieht ihn dabei ganzzeitig mit einem leichten schweissfilm, den man beim besten Willen nicht verhindrn kann. Ein solider Spannungsbogen, ein angemessener Härtegrad und Darsteller, die ihre gespielten Charaktere gut rüberbringen, sorgen insgesamt gesehen für ein äusserst charmantes Filmerlebnis, das man sich auch nach etlichen Jahren immer wieder gut anschauen kann, ohne das der Film etwas von seinem reiz verliert.


Fazit:


"Eaten Alive - Die Nacht der Bestie" ist mit Sicherheit kein filmisches Meisterwerk und zählt auch nicht zu den großen Klassikern des Genres. Jedoch bietet der Film auch nach nunmehr weit über drei Jahrzehnten immer noch erstklassige Unterhaltung, an der jeder Horror-Fan seine Freude haben dürfte.


8/10

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