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Donnerstag, 21. Juli 2011

Haunters









Haunters
(Choneung Ryukja)
mit Kang Dong-won, Ko Soo, Jeong Eun-chae, Yoon Da-kyeong, Choi Deok-moon, Abu Dod, Enes Kaya, Yang Kyeong-mo, Kang Hyeon-joong, Kim Seo-won, Kim Gye-seon, Kim Seong-min
Regie: Kim Min-suk
Drehbuch: Kim Min-suk
Kamera: Kyung-Pyo Hong
Musik: keine Information
FSK 16
Südkorea / 2010

Was würdest du tun, wenn du mit deinen Blicken jeden kontrollieren könntest, der sich in Sichtweite befindet? Menschen wie willenlose Puppen zu leiten, die sich anschließend an nichts erinnern? Diese Frage hat sich der labile und vom Leben enttäuschte Cho-in vor langer Zeit selbst beantwortet: Er nutzt seine übernatürlichen Fähigkeiten, um Pfandhäuser auszurauben. Keiner kann sich ihm widersetzen, mit nur einem Blick ergreift er sogar von ganzen Gruppen Besitz ... Bis er auf einem seiner Beutezüge den gutmütigen Kyu-nam trifft, der sich Cho-ins Macht widersetzen kann! Kyu-nam beschließt, Cho-in zu stoppen. Doch wie hält man jemanden auf, der ganze Menschenmengen auf einen hetzen kann und für den ein Menschenleben wertlos ist?


Mit diesem Film kommt ein weiterer Blockbuster aus Südkorea zu uns, der eine wirklich gelungene Kombination aus Horror-und Fantasy/Thriller beinhaltet und zudem auch noch größtenteils bildgewaltig in Szene gesetzt wurde. Es handelt sich dabei um das Langfilmdebüt von Regisseur Kim Min-suk, der vorher auch schon als Drehbuchautor für "The Good, the Bad, the Weird" verantwortlich zeichnete. Nun kann man seine erste Regiearbeit wirklich als äusserst gelungen bezeichnen, garantiert doch allein schon die Grundidee der vorliegenden Geschichte für eine Menge Spannung, was man während der gesamten Laufzeit des Filmes auch eindrucksvoll vor Augen geführt bekommt. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit einer Rückblende in die Kindheit des Cho-in konfrontiert und bekommt einen ersten zarten Einblick in dessen erschreckende Fähigkeit, Menschen allein durch seinen Blick zu manipulieren und diese dabei sogar soweit zu bringen, sich selbst das Leben zu nehmen. Nach diesem Einstieg dümpelt das Geschehen dann gut 20 Minuten eher etwas belanglos vor sich hin, bevor das Geschehen danach ordentlich an Tempo und Intensität zulegt und zudem auch noch eine unglaubliche Faszination freisetzt, der man sich als Betrachter unmöglich entziehen kann, selbst wenn man es wollte.

Es entfaltet sich ein immer weiter ansteigender Spannungsbogen, der hauptsächlich durch das Aufeinandertreffen der beiden Haupt-Charaktere zustande kommt, denn mit dem ruhigen und vom Pech verfolgten Kyu nam tritt eine Figur in die Story ein, die anscheinend gegen die Fähigkeiten des Cho in immun ist und somit den Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Gegner aufnimmt. Dabei entwickelt sich ein Szenario, das insbesondere durch äusserst spektakuläre Action-Passagen auffällt, wobei man fairerweise anmerken sollte das etliche Momente nicht unbedingt sehr realistisch erscheinen, was aber rein gar nichts an der Tatsache ändert, das es sich hier um ein extrem kurzweiliges Action-Spaktakel handelt, bei dem man vollends auf seine Kosten kommt. Das dabei einige Momente viel eher in den Fantasy-Bereich abdriften, stellt in vorliegendem Fall überhaupt keine negative Seite dar, sondern kommt dem Gesamtbild sogar eher positiv zugute. Es ist nämlich die Mixtur aus Thriller, Horror-und Fantasy, die dieses Werk so besonders macht und für ein sehr kurzweiliges Filmvergnügen sorgt. Dazu tragen auch die guten Schauspieler bei, die in ihren Rollen jederzeit zu überzeugen wissen. Vor allem die beiden Hauptdarsteller tun sich besonders hervor und drücken der Geschichte ganz unweigerlich ihren Stempel auf, kristallisiert sich doch mit zunehmender Laufzeit immer mehr die ständige Konfrontation der beiden heraus, die andauernden Aufeinandertreffen der Protagonisten sind dabei hervorragend und actionreich in Szene gesetzt worden und entpuppen sich größtenteils als wahre Action-Spektakel der Superlative.

Wie für einen asiatischen Film eigentich absolut typisch, hält insbesondere im letzten Drittel der Story auch eine tragische Note Einzug in die Ereignisse, dabei handelt es sich aber auf keinen Fall um die ansonsten so oft gesehene und viel zu dick aufgetragene Tragik. Vielmehr erscheint dieser Aspekt der Ereignisse erschreckend nüchtern, hart und absolut kompromisslos, was ganz hervorragend in das überdurchschnittlich gute Gesamtbild hineinpasst, das man von "Haunters" gewonnen hat. So gibt es dann im Prinzip recht wenige Dinge, die man wirklich nagativ bewerten könnte, bei mir persönlich sind es lediglich einige äusserst unglaubwürdige Action-Szenen, bei denen es die macher des Filmes etwas zu gut gemeint haben. Zwar sind diese Momente extrem unterhaltsam, bewegen sich aber doch jenseits jeder Realität, was den ansonsten aber erstklassigen Gesamteindruck nicht sonderlich schmälern soll. Dennoch ist insbesondere der finale Showdown der beiden Hauptfiguren nicht gerade von Realität durchzogen, bildet aber trotzdem das einzig mögliche Ende in einem ungleichen Kampf zweier Männer, die sich als gegenseitige Bedrohung angesehen haben.

Letztendlich ist "Haunters" ein absolut gelungener Film, der ganzzeitig sehr gute-und vor allem kurzweilige Genrekost bietet, die spannend und interessant umgesetzt wurde. Herrliche, wenn auch manchmal stark übertriebene Action-Passagen, eine sehr interessante Grundgeschichte und sehr gute Schauspieler machen diesen Genre-Mix zu einem absolut überzeugenden Filmerlebnis, das ausserdem auch noch äusserst bildgewaltig daherkommt. Und so kann man eigentlich gar nicht anders, als Regisseur Kim Min-suk ein in allen Belangen gelungenes Regiedebüt zu attestieren, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, denn auch wenn man mit einigen eher unglaubwürdigen Momenten konfrontiert wird, ändert das nichts an dem extrem hohen Unterhaltungswert dieser südkoreanischen Produktion, für die man ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Es ist immer wieder schön einen gelungenen Genre-Mix zu sehen, in dem Elemente aus den unterschiedlichsten Genres so gut zusammengeführt werden, wie es bei "Haunters" der Fall ist. Natürlich kann man bei genauerer betrachtung fast immer ein Haar in der Suppe finden, jedoch präsentiert sich in vorliegendem Fall ein Gesamtbild, das man im Endeffekt nur als überdurchschnittlich gut bezeichnen kann. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann diesen tollen Film nur wärmstens empfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Koreanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 108 Minuten
Extras: Originaltrailer, Musikvideo


7,5/10

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