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Freitag, 12. August 2011

Shadow - In der Gewalt des Bösen









Shadow - In der Gewalt des Bösen
(Shadow)
mit Jake Muxworthy, Karina Testa, Nuot Arquint, Chris Coppola, Ottaviano Blitch, Matt Patresi, Emilio De Marchi, Gianpiero Cognoli
Regie: Federico Zampaglione
Drehbuch: Federico Zampaglione / Domenico Zampaglione
Kamera: Marco Bassano
Musik: Andrea Moscianese
FSK Keine Jugendfreigabe
Italien / 2009

Der junge US-Soldat David will bei einer Mountainbike-Tour in den Alpen das Grauen des Irak-Kriegs hinter sich lassen. Doch statt einer erholsamen Reise wartet auf David und seine Urlaubsbekanntschaft Angeline ein unglaublicher Höllen-Trip: Zunächst müssen sie zwei aggressive Jäger abschütteln. Und dann findet sich David plötzlich mit seinen Verfolgern in der Gewalt des Einsiedlers Mortis wieder, der in einem geheimen Labor im Wald grausame Menschenversuche durchführt. Ein unfassbarer Albtraum beginnt


Mit "Shadow" hat das italienische Kino endlich einmal wieder einen sehr gelungenen Genre-Beitrag abgeliefert, der wirklich alles beinhaltet, was einen sehenswerten Horror / Thriller ausmacht. Dabei hat Regisseur Federico Zampaglione die traumatischen Kriegserlebnisse eines jungen Mannes gekonnt mit Elementen eines waschechten Backwood-Slashers verbunden und zudem noch einige Passagen eingebaut, die so manchem Folter-Horrorfilm alle Ehre machen würden. Das eigentliche Kunststück daran ist der Aspekt, das alle drei Thematiken in einer Laufzeit von gerade einmal knapp 75 Minuten bearbeitet werden und jeder Thematik-Anteil recht gut ausgearbeitet wird. Dabei beginnt die Geschichte eigentlich eher ruhig, denn in den ersten Minuten wird man hauptsächlich mit herrlichen Landschaftsaufnahmen konfrontiert, befindet sich die Hauptfigur David doch in einem Biker-Paradies in Italien, um dort sein Kriegstrauma zu vergessen. Ziemlich schnell wird diese Idylle jedoch zerstört, denn um einer jungen Frau beizustehen legt sich David mit zwei skrupellosen Jägern an, die sich fortan an die Fersen des jungen Päärchens heften.

Nun kommt es in dieser Phase der Geschichte noch nicht dazu, das der wahre Horror in den Vordergrund tritt, hier muss man sich noch etwas in Geduld üben und die zweite Filmhälfte abwarten, dennoch erkennt man schon jetzt den äusserst gelungenen Spannungsaufbau der Geschehnisse, der sich im weiteren Verlauf immer weiter steigern-und bis zur letzten Einstellung halten soll. Auch die Temposteigerung der Erzählweise ist unübersehbar, fast schon ruckartig wird das Szenario immer rasanter und eine Menge Action-Passagen halten Einzug in den Plot. Nachdem sich Jäger und Gejagte dann eine erbitterte Verfolgungsjagd geliefert haben, tritt dann auch der pure Horror in Erscheinung, erscheint doch auf einmal ein offensichtlicher Sadist auf der Bildfläche, der abartige Foltermethoden an Menschen ausprobiert. Mit einemmal veränderst sich die Situation vollkommen, werden doch aus Gegnern Leidensgefährten, die sich zusammentun, um den furchtbaren Gegner in seine Schranken zu weisen.

Der Einzug haltende Härtegrad nimmt nun sichtlich zu und der Film wartet mit einigen wirklich derben Momenten auf, ohne jedoch den üblichen Rahmen sprengen, dennoch gibt es einige Szenen, bei denen man unwillkürlich zusammenzuckt. Das herausragende ist jedoch die sich entfaltende Atmosphäre, war diese im ersten Teil des Filmes streckenweise schon äusserst dicht-und bedrohlich, so erhält sie nun auch noch einen richtig dreckigen-und siffigen Anstrich, was dem bis hierhin gewonnenen Gesamteindruck noch einmal noch einmal zusätzlich unterstreicht und aufwertet. Wer nun allerdings denkt, das sich die Geschichte nun geradlinig zum Ende hinzieht, wird mit einer großen Überraschung konfrontiert, hat Zampaglione dem Szenario doch zum Ende hin eine Wendung beigefügt, die man beim besten Willen nicht vorhersehen konnte. Die bis zu diesem Zeitpunkt eher sporadisch in Erscheinung tretenden Kriegstrauma-Passagen bekommen nun eine ganz andere Gewichtung und kristallisieren sich sogar als Hauptbestandsteil der Story heraus. Das gesamte Geschehen wie auch die einzelnen Charaktere werden nun ganz anders betrachtet, wodurch eine komplett neue Sichtweise des Ganzen entsteht.

Letztendlich kann man "Shadow" nur ein überdurchschnittlich gutes Gesamturteil ausstellen, offenbart sich doch ein sehr spannender und atmosphärischer Genre-Vertreter, dessen absoluter Höhepunkt die Wendung am Ende des Szenarios ist. Dort wied der Zuschauer mit einem waschechten Aha-Effekt konfrontiert, der sämtliche Ereignisse förmlich auf den Kopf stellt und in keiner Phase des Filmes vorhersehbar war. Allerdings wirkt dieser Plottwist lediglich bei der ersten Sichtung, dennoch handelt es sich bei "Shadow" um ein Werk, das man sich auch mehrmals anschauen kann.


Fazit:


"Shadow - In der Gewalt des Bösen" ist ein überdurchschnittlich guter Horrorfilm, der in einer verhältnismäßig kurzen Gesamtspielzeit mehrere Genres sehr gut miteinander verbindet. Ein dramaturgisch erstklassiger Geschichtsaufbau, eine dichte-und bedrohliche Grundstimmung und ein nicht vorhersehbares Ende sorgen für ein Filmvergnügen, das man sich sehr gut anschauen kann. Auch im darstellerischen Bereich gibt es keinerlei Grund zur Klage, oscarreifes Schauspiel sollte man allerdings nicht erwarten. Dafür sind sämtliche Figuren der Geschichte mit äusserst authentischen Darstellern besetzt, die allein schon optisch den jeweiligen Charakteren entsprechen. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann den Film bedenkenlos weiterempfehlen.


7,5/10

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