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Freitag, 23. September 2011

Giallo









Giallo
(Giallo)
mit Adrien Brody, Emmanuelle Seigner, Elsa Pataky, Robert Miano, Valentina Izumi, Sato Oi, Luis Molteni, Taiyo Yamanouchi, Daniela Fazzolari, Nicolo Morselli, Giuseppe Lo Console, Anna Varello, Franco Vercelli, Lorenzo Pedrotti, Farhad Re/b]
Regie: [b]Dario Argento

Drehbuch: Dario Argento / Jim Agnew
Kamera: Frederic Fasano
Musik: Marco Werba
Keine Jugendfreigabe
Italien / USA / 2009

GIALLO sucht seine Opfer nach Schönheit aus. Je schöner sie sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von ihm entführt werden. GIALLO spielt mit ihnen, misshandelt sie geistig und körperlich bevor er sie schließlich tötet. Und er ist verdammt schlau, er vergreift sich nur an Touristen, Frauen, die im Polizeidepartment keine Unterstützung finden. Sein letztes Opfer ist Celine, ein wunderschönes amerikanisches Model, deren Schwester Linda sich mit Hilfe eines FBI-Agenten auf die gefährliche Spur dieses mysteriösen Killers setzt. Auf der Spurensuche der beiden Verbündeten nach Celine trifft Linda zufällig auf GIALLO, der auch sie ins Visier nimmt, um sie zu töten. Beide Schwestern schweben in Lebensgefahr und die Uhr tickt.


"Giallo" ist wohl ein Paradebeispiel dafür, das Regie-Legende Dario Argento den Höhepunkt seines Schaffens längst überschritten hat. Zwar handelt es sich keinesfalls um einen schlechten Film, doch die Qualität früherer Werke kann hier noch nicht einmal ansatzweise erreicht werden. Nun sind die Ansprüche an Filme des Italieners immer ziemlich hoch, ist man doch mit genialen Werken wie "Suspiria" oder auch "Deep Red" immer wieder verwöhnt worden. Die bei den genannten Filmen angelegte Messlatte ist allerdings viel zu hoch für die vorliegende Geschichte die zwar durchaus ihre guten Momente beinhaltet, insgesamt aber nur leicht über dem Durchschnitt anzusiedeln ist. Einerseits ist das in der Story an sich begründet, denn die Ereignisse erscheinen doch recht vorhersehbar, was man von Filmen Argentos eigentlich gar nicht kennt. Denn auch die Identität des Killers wird früh preisgegeben, was dem Geschehen eine Menge Stärke nimmt.

Andererseits ist es der leider nur mäßige Spannungsaufbau den man bemängeln muss, denn zu keiner Zeit vermag es das Szenario, den Zuschauer so richtig zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Streckenweise plätschert die Geschichte sogar etwas vor sich hin, so das man phasenweise kaum einen Bezug zum Szenario herstellen kann. Da hilft es dann auch nicht das ein Adrien Brody äusserst solide agiert, aber keinesfalls aus der breiten Masse heraussticht. Ganz generell passt sich das dargebotene Schauspiel dem eher mittelmäßigen Eindruck des Filmes an, der leider nicht zu den Höhepunkten in Argentos Filmografie zu zählen ist. Man sollte allerdings auch nicht vergessen, das der Regisseur auch gewissen Zwängen unterliegt, die das Umsetzen eigener Ideen immer schwerer, wenn nicht gar unmöglich macht. Vielleicht erscheint "Diallo" gerade aus diesen Gründen wie eine Art halbgarer Kompromiss, der weder Fisch noch Fleisch ist. Nun wird das Werk hanz sicher wieder einmal die Meinungen der Fans heftig spalten, erwarten die meisten doch immer wieder die Genialität eines "Suspiria", zu der Argento aber anscheinend nicht mehr fähig ist.

Nun will ich den Film aber auch nicht schlechter machen als er in Wirklichkeit ist, denn man kann ihn sich ohne Probleme anschauen. Jedoch sollte man von Beginn an die eigenen Erwartungen merklich herunterschrauben, denn wirklich hohe Ansprüche vermag der Film nicht zu erfüllen. Zu mittelmäßig und vollkommen unspektakulär wurde alles in Szene gesetzt und echte Höhepunkte sollte man nicht unbedingt erwarten. Das bezieht sich auch auf den vorhandenen Härtegrad, ist dieser doch nicht sonderlich hoch angesiedelt. Zwar gibt es einige Momente die etwas blutiger und härter ausfallen, jedoch gibt es keinerlei Szenen, die den üblichen Rahmen sprengen würden. Was mich allerdings am meisten enttäuscht hat ist die fehlende Atmosphäre, denn gerade bei diesem Aspekt konnte man sich doch fast immer auf Argento verlassen. Hier jedoch will zu keiner Zeit eine wirklich bedrohliche Grundstimmung aufkommen, was ganz eindeutig der Vorhersehbarkeit der Geschehnisse zuzuschreiben ist.

Letztendlich ist "Giallo" kein totaler Reinfall, ich persönlich hatte mir allerdings weitaus mehr von diesem Film versprochen. Es handelt sich um einen einfachen Durchschnittsthriller, der eigentlich ohne jegliche Highlights auskommen muss. Solche Filme gibt es wie Sand am Meer, denn das Mittelmaß ist breit gesäät. Einen nachhaltigen Eindruck wird auch dieses Werk nicht hinterlassen, so das es nach einmaligem Anschauen wohl in der Versenkung verschwinden wird.


Fazit:


Bei "Giallo" handelt es sich im Prinzip eher um einen etwas unüblichen Argento, ist der Film doch viel zu sehr auf das breite Mainstream-Publikum zugeschnitten und beinhaltet überhaupt nichts Aussergewöhnliches. Doch gerade das ist die größte Stärke der meisten Werke von Dario Argento, so das dieser Geschichte ganz klar die typische Handschrift fehlt.


6/10

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