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Freitag, 9. September 2011

Horny House of Horror









Horny House of Horror
(Fasshon heru(su)
mit Miho Arai, Asami, Saori Hara, Yuya Ishikawa, Wani Kansai, Akira Murota, Takashi Nishina, Demo Tanaka, Toshi Yanagi
Regie: Jun Tsugita
Drehbuch: Jun Tsugita
Kamera: Shin Hayasaka
Musik: Pirania Gakudan
FSK Keine Jugenfreigabe
Japan / 2010

Die drei Freunde Nakazu, Uno und Toshida lassen es sich gut gehen. Alle drei sind angetrunken und erfreuen sich ausgelassener Stimmung, als sie sich spontan dazu entscheiden dem Bordell Shogun einen Besuch abzustatten. Uno und Toshida finden im Shogun jeweils schnell eine willige Sex-Gespielin, mit der sie aufs Zimmer verschwinden, während der schüchterne Nakazu alleine zurückbleibt. Als Nakazu plötzlich die markerschütternden Todesschreie seiner beiden Freunde vernimmt, ist es für ihn der Beginn eines bizarren und blutigen Albtraums, aus dem es kein entrinnen zu geben scheint.


Gleich zu Beginn lässt "Horny House of Horror" keinerlei Zweifel daran aufkommen, in welche Richtung dieser Film tendiert. Kommt doch von der ersten Einstellung an wieder einmal das Faible der Japaner für waschechte Trashfilme durch, das uns ja schon einige echte Trashperlen beschert hat. Gerade in Verbindung mit einem äusserst hohen Blutgehalt und jeder Menge SFX haben ja beispielsweise Werke wie "Machine Girl" oder auch "Tokyo Gore Police" einen gewissen Kultstatus bei den Fans erlangt. Doch gerade im Bezug auf den Härtegrad muss man bei der vorliegenden deutschen Veröffentlichung erwartungsgemäß ziemlich große Abstriche machen, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen gestaltet sich der Film eher harmlos. Bei den fehlenden 4 Minuten Laufzeit d+rfte es sich also um sämtliche Sequenzen handeln, die auch nur annähernd hart oder brutal geraten sind.

So muss man sich also vorerst mit einer Fassung zufriedengeben, in der man mit jeder Menge Sex und extrem trashigen Humor zufriedengeben muss, der sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 70 Minuten gestaltet sich das Geschehen allerdings nicht ganzzeitig kurzweilig und wartet doch erstaunlicherweise mit diversen Längen auf, die meiner Meinung nach vor allem in der zweiten Filmhälfte zum Vorschein kommen. Wo sich andere Filme im Normalfall zu steigern wissen, wird der Zuschauer hier leider mit einem gewaltigen Einbruch konfrontiert, der im Prinzip nicht wirklich zu erklären ist. Storymäßig hat "Horny House of Horror" zwar generell nicht viel zu bieten, dient die Geschichte doch vielmehr als ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung. Doch in der ersten halben Stunde wird man zumindest mit sehr viel Humor bedient und kann sich an den dümmlich nachgezeichneten Charakteren erfreuen. Dabei sollte man selbstverständlich kein großartiges Schauspiel erwarten, doch für die größtenteils skurrilen Ereignisse sind die Darstellungen nahezu perfekt. Doch auch hier schwächelt der Film in der zweiten Hälfte stark und man kann nur noch wenig Freude am Restgeschehen dieser grotesken Inszenierung haben.

Das gesamte Szenario spielt sich lediglich in einem sogenannten Massagesalon ab, doch es ist keinesfalls die räumliche Eingrenzung, die man als negativ bezeichnen könnte. Es ist einfach der starke Abfall einer zu Beginn äusserst unterhaltsamen Story, die einem phasenweise sogar die Lachtränen in die Augen schießen lässt. Es ist vollkommen unverständlich, warum man die Höhepunkte alle in den ersten Filmteil verlegt hat und den Rest richtiggehend vor sich hin dümpeln lässt. So merkt man dann zum Ende hin, wie lange doch gerade einmal 70 Minuten dauern können, die sich teilweise wie ein alter Kaugummi in die Länge ziehen. Hinzu kommt noch die Zensurschere, denn mit dieser zerstückelten Version hat man dem Werk noch zusätzlich viel von seiner Stärke genommen, wenn man sich einmal den Schnittbericht vor Augen nimmt.

Letztendlich hätte "Horny House of Horror" ein richtig gelungener Trashbeitrag werden können und wer aus der Sicht eines Fans die ersten 30 Minuten betrachtet müsste mir eigentlich zustimmen. Danach wirkt allerdings alles eher lustlos und öde, was sich auf sämtliche Aspekte der skurrilen Inszenierung bezieht. Und dabei wäre so viel mehr möglich gewesen, wenn man den zu Beginn eingeschlagenen Weg nur konsequent weitergegangen wäre. Eventuell wertet eine zu erwartende ungeschnittene DVD über unsere österreichischen Nachbarn das Werk insgesamt etwas auf, doch Kultstaus wird dieser Film sicherlich nie erreichen.


Fazit:


Stark angefangen und umso schwächer aufgehört, das ist das erste, was mir zu "Horny House of Horror" einfällt. Hier wurde jede Menge Potential liegengelassen, so das dieser Trashfilm maximal im Mittelmaß anzusiedeln ist.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 70 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


4,5/10

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