Follower

Dienstag, 11. Oktober 2011

Helldriver









Helldriver
(Nihon bundan: Heru doraiba)
mit Yumiko Hara, Eihi Shiina, Kazuki Namioka, Yurei Yanagi, Minoru Torihada, Gadarukanaru Taka, Asami, Yukihide Benny, Norman England, Yasuhiko Fukuda, Honoka, Yuya Ishikawa
Regie: Yoshihiro Nishimura
Drehbuch: Yoshihiro Nishimura / Daichi Nagisa
Kamera: Shu G. Momose
Musik: Kou Nakagawa
Keine Jugendfreigabe
Japan / 2010

Aus dem Weltall geht ein mysteriöser Ascheregen über Japan nieder, der den größten Teil der Bevölkerung in Zombies verwandelt. Die Überlebenden versuchen der Zombieplage Herr zu werden, indem sie die Untoten hinter einer großen Mauer wegsperren. Eines Tages macht sich die hübsche Kika mit einem Kettensägen-Schwert bewaffnet auf den Weg, um Japan ein für alle Mal von den Zombies zu befreien. Ihr Ziel ist ihre eigene Mutter, die Herrscherin über alle Zombies.


Die ausgeprägte Vorliebe der Japaner für extreme Splatterfilme mit einem extrem hohen Trashgehalt dürfte ja allen Fans bekannt sein, doch was einem Regisseur Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police) einem mit "Helldriver" nun vorsetzt, dürfte selbst in Fankreisen für eine Menge Aufsehen sorgen. Selbst in der japanischen Trashkultur ist dieser Film sicherlich etwas ganz Besonderes, was dem Zuschauer schon nach wenigen Minuten auffallen dürfte. Präsentiert sich doch ein vollkommen durchgeknalltes und grelles Szenario, das sämtliche Grenzen des Absurden sprengt. Das sollte jetzt nicht als negative Kritik verstanden werden, denn Freunde vollkommen überzogener Trashfilme werden hier auf eine Art bedient, wie es sie bisher wohl noch nicht gegeben hat. "Helldriver" katapultiert das Subgenre förmlich in eine neue Dimension und offenbart ein Geschehen, das nur so vor SFX und absurden Ereignissen strotzt. Dabei ist das Szenario äusserst grell-und temporeich in Szene gesetzt worden, das einem noch nicht einmal die Zeit bleibt, zwischendurch einmal ein wenig zu Atem zu kommen. Selten bekommt man ein Werk zu Gesicht, in dem sich die Splatterszenen so dermaßen aneinanderreihen und dabei so bluttriefend daherkommen.

Wenn man ansonsten eventuell etwas inflationär mit dem Begriff Actionfeuerwerk umgeht, so ist dieser Begriff noch nie so treffend gewesen wie bei dieser Geschichte. Yoshihiro Nishimura hat sein Werk so extrem mit Tempo-und Action gefüllt, als würde es kein Morgen geben. Für den geneigten Fan ergibt sich dadurch ein Filmerlebnis, das man sicherlich nicht so schnell wieder vergessen wird. Obwohl die deutsche DVD wie üblich einmal mehr der Schere zum Opfer gefallen ist, beinhalten die Ereignisse soviel Blut und Härte, das es im Prinzip für mehrere Filme reichen würde. Das die Story an sich dabei etwas auf der Strecke bleibt erscheint nicht weiter störend, ist sie doch von haus aus schon im Bereich der Fantasie angesiedelt. Hier zählt einzig und allein der reine Unterhaltungswert und dieser siedelt sich ganz oben in der Skala an. Zudem ist der Film auch rein optisch gesehen ein absoluter Leckerbissen, was sich insbesondere auf die Darstellung der Zombies bezieht. Dabei sollte man sämtliche Vorstellungen über Untote vergessen, denn die hier gezeigten Wiedergänger gleichen viel eher Fabelwesen, die im Fantasy-Bereich heimisch sind.

Für das relativ geringe Budget von geschätzten 600.000 $ bekommt man hier eine Menge geboten und erhält eigentlich nie den Eindruck, das es sich um eine Billigproduktion handeln würde. Sicher, einige Effekte erscheinen schon etwas künstlich, was aber in keiner Form den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck trübt. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn durch die phasenweise vorhandene Künstlichkeit wird der enorm hohe Trashanteil noch einmal zusätzlich hervorgehoben und unterstreicht zusätzlich die absurden Ereignisse. Selbstverständlich wird "Helldriver" nur eine bestimmte Zielgruppe überzeugen, denn wer keine ausgeprägte Vorliebe für diese Art von Film hat, wird nicht viel damit anfangen können. Wer allerdings seine Freude an bunt-grellen Trashszenarien hat, wird hier mehr als nur gut bedient. Dafür sorgen beispielsweise auch die absolut überzeichneten Charaktere oder diverse kleinere Anspielungen auf die deutsche Vergangenheit (Nazi-Symbole). Die fantasievolle Darstellung der einzelnen Figuren wie auch die schrillen Kostüme tun ihr Übriges, um überzogene Note des Werkes besonders stark herauszustellen.

Wer den Film in der ungeschnittenen Version sehen möchte, muss auf unsere österreichischen nachbarn warten, die sicher in absehbarer Zeit eine Uncut-Version herausbringen werden. Allerdings bietet auch die deutsche Veröffentlichung genügend Blut und Härte, so das man ohne Weiteres einen Blick riskieren kann. Ich fühlte mich jedénfalls bestens unterhalten und habe selten einen Film gesehen, der so mit Action und Blut vollgestopft ist, wie es bei "Helldriver" der Fall ist. Ausserdem gibt es auch noch jede Menge echte Ekelszenen, die zudem auch noch in Großaufnahme zu betrachten sind. Leute mit einem empfindlichen magen könnten dabei auf eine harte Probe gestellt werden, denn bei einigen Passagen kann sich einem durchaus der Magen umdrehen.


Fazit:


Sind Filme wie "The Machine Girl" oder auch "Tokyo Gore Police" schon absolute Aushängeschilder der japanischen Trashkultur, so setzt vorliegender Film dem Ganzen die Krone auf. Schrill, bunt und extrem temporeich eröffnet sich ein dermaßen groteskes Geschehen, das es eine helle Freude ist. Die immense Aneinanderreihung von Splatter-und Ekelszenen gönnt einem dabei keinerlei Ruhe und bieten Trashkost auf extrem hohem Niveau .


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 105 Minuten


8/10 Trash - Granaten

Keine Kommentare: