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Samstag, 1. Oktober 2011

I Come with the Rain









I Come with the Rain
(I Come with the Rain)
mit Josh Hartnett, Tran Nu Yen-Khe, Byung-hun Lee, Takuya Kimura, Shawn Yue, Elias Koteas, Eusebio Poncela, Simon Andreu, Thea Aquino, Jo Kuk, Sam Lee, David Tang, Lorea Soabarrieta, Benito Sagredo
Regie: Anh Hung Tran
Drehbuch: Anh Hung Tran
Kamera: Juan Ruiz Anchia
Musik: Gustavo Santaolalla
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / Großbritannien / Hongkong / Irland / Spanien / 2009

Kline ist einer der besten Cops von Los Angeles. Bis er in der Gewalt des perversen Serienkillers Hasford die Hölle auf Erden durchlebt. Seelisch und körperlich gebrochen, quittiert er den Dienst und schlägt sich fortan als Privatdetektiv durch - mehr schlecht als recht.
Eine neue Mission soll Kline von seinem Trauma erlösen. Im Auftrag eines mächtigen Magnaten reist er nach Südostasien, um dessen vom Erdboden verschluckten Sohn Shitao ausfindig zu machen. Schnell kommt Kline zu der Überzeugung, dass Shitao nicht mehr am Leben sein kann. Doch dann gibt es eine erste Spur in Hongkong, die den Amerikaner geradewegs zu dem brutalen Gangster Su und dessen drogenabhängige Freundin Lili führt und einem mysteriösen Geheimnis, das den angeschlagenen Detektiv endgültig den Verstand rauben könnte.



Von der Ausgangsposition her könnte "I Come with the Rain" ein richtig guter-und spannender Thriller sein, wenn Regisseur Anh Hung Tran sich bei der Umsetzung des Stoffes nicht so furchtbar verheddert hätte. Erwartet man doch eigentlich aufgrund der Inhaltsangabe eine interessante Siche eines Pribatdetektives, die sich jedoch innerhalb kürzester Zeit in eine vollkommen andere Richtung entwickeln soll. Denn der eigentliche Erzählstrang gerät ziemlich schnell viel eher in den Hintergrund, dreht sich das Geschehen doch viel mehr nebensächlich um die Suche nach dem jungen Shitao. Vielmehr bekommt der Zuschauer eine zugegebenermaßen recht gute-und intensive Beleuchtung des Hauptcharakters Kline und wird größtenteils mit dessen zerstörtem Seelenleben konfrontiert. Im Grunde genommen nichts Schlimmes, doch die Umsetzung des Stoffes gerät mit der Zeit leidr immer mehr aus den Fugen, so das im Gesamtbild zu keiner Zeit ein wirklich konstanter Erzählstrang zu erkennen ist. Die Geschichte zerfasert sich selbst in mehrere Nebenerzählstränge, von denen leider kein einziger so richtig konsequent verfolgt wird. Und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das hier eine eher abgehackte Erzählstruktur zum Vorschein kommt, die streckenweise schion an ein Aneinanderreihen von losen Video-Clips erinnert.

Dabei beginnt der Film im Prinzip sehr interessant und macht dem Zuschauer Lust auf mehr. Dabei stört es auch nicht weiter das eine eher ruhige Erzählweise an den Tag gelegt wird, vermutet man doch einiges an Potential, das sich sicherlich mit der Zeit zu erkennen geben wird. Leider liegt man mit dieser Einschätzung aber ziemlich weit daneben, entpuppt sich das Szenario doch streckenweise als recht verworren. Viele Szenen wirken nich richtig ausgearbeitet und die ständig eingefügten Flashbacks aus Klines Vergangenheit tragen nicht gerade zu einem kurzweiligen Filmvergnügen bei. Dennoch kann man dem ganzen eine gewisse Faszination nicht absprechen, denn Anh Hung Tran hat es sehr gut verstanden dem Betrachter das Gefühl zu vermitteln, das jederzeit etwas spektakuläres passieren kann. Hier liegt jedoch auch gleichzeitig das größte Problem des Werkes, denn dieses Gefühl bewahrheitet sich zu keiner Zeit. Stattdessen wird man mit teilweise endlos erscheinenden Einstellungen konfrontiert, in denen im Prinzip überhaupt nichts geschieht, ausser das man diverse Figuren der Story in Einzelaufnahmen sieht. Ganz bestimmt wird sich der Regisseur etwas dabei gedacht haben und man kann den Sinn in den mesiten Fällen sogar erkennen, doch die Umsetzung dieser Momentaufnahmen erscheinen dennoch fehl am Platz.

Gerade mit dem Schauplatz Hongkong hätte man hier einen wirklich guten-und auch actionreichen Thriller in Szene setzen können, jedoch kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, das Tran mit allen Mitteln ein tiefsinniges Kunstwerk in Szene setzen wollte, das aber leider nicht richtig funktionieren will. Zu unausgegoren ist die Geschichte an sich, in der die einzelnen Erzählstränge so gar nicht miteinander harmonieren wollen. Dazu zählt auch der Teil, in dem es sich um den gesuchten Shitao dreht, denn seine Figur nimmt eine ganz sonderbare Rolle im Geschehen ein. Die Grundidee dabei ist gar nicht einmal so schlecht und strahlt zudem einen gewissen Reiz aus, doch auch hier passt die Umsetzung nicht in das Gesamtbild hinein. Es baut sich also nie ein richtig konstanter Spannungsbogen auf und trotzdem verhält es sich ganz komisch mit den Ereignissen. Man kann nie den Blick vom Bildschirm abwenden, denn ganzzeitig herrscht das starke Gefühl vor, man könnte etwas Wichtiges verpassen. Das dem aber letztendlich nicht so ist sagt eine Menge über dieses Werk aus, aus dem man viel mehr hätte herausholen können, denn genügend Potential ist sicherlich vorhanden.

So bleibt letztendlich ein Gesamteindruck, den man als äusserst zwiesüältig bezeichnen kann. Ich möchte den Film keinesfalls als schlecht bezeichnen, aber sehr gute Ansätze wurden hier in eine Richtung gelenkt, die dem ganzen sehr geschadet hat. Statt einfach einen guten Thriller zu kreieren wollte man ein Kunstwerk schaffen. Das Ergebnis ist im Endeffekt eine unausgegorene Story, die sich durch vielen Nebenerzählstränge viel ihrer eigenen Stärken beraubt. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und hätte dem Zuschauer ganz bestimmt ein befriedigenderes Sehvergnügen bereitet, als es letztendlich der Fall ist. Durch das jähe und vollkommen unbefriedigende Ende wird der Eindruck dann noch einmal zusätzlich abgewertet, denn was sich die Macher dabei gedacht haben, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben, andererseits passt es absolut in die unstimmige Gesamtkonstruktion, die einem geboten wird.


Fazit:

"I Come with the Rain" ist ein Film mit jeder Menge Potential, das man aber zu keiner Zeit auch nur annähernd ausgeschöpft hat. Eine in sich zerfaserte Geschichte erreicht niemals den Höhepunkt, der mehr als nur einmal angedeutet wird. Lediglich die Hoffnung auf Besserung hält einen davon ab, diesen Film weit vor dem Ende auszuschalten, denn etliche künstlich in die Länge gezogene Passagen tragen nicht unbedingt dazu bei, für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 109 Minuten
Extras: Trailer, Making Of


4,5/10

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