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Samstag, 29. Oktober 2011

Rivals









Rivals
(Les Liens du sang)
mit Guillaume Canet, Francois Cluzet, Clotilde Hesme, Marie Denamaud, Mehdi Nebbou, Olivier Perrier, Carole Franck, Helene Foubert, Eric Bonicatto, Alain Beigel, Thierry Levaret, Marc Bodnar, Stephane Gilton, Laurent Gitton
Regie: Jacques Maillot
Drehbuch: Pierre Chosson / Jacques Maillot
Kamera: Luc Pages
Musik: Stephan Oliva
FSK 16
Frankreich / 2008

Frankreich in den 70er Jahren. Francois und Gabriel sind Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Der eine ist ein guter, strebsamer Kerl, der zum braven Sohn und Polizisten wurde, der andere ein impulsiver, rebellischer Schwerenöter, der folgerichtig im Knast landete. Nun kommt Gabriel gerade mal wieder aus dem Gefängnis frei, und Francois will ihm nach besten Kräften helfen, eine bürgerliche Existenz zu gründen. Dafür lässt er Beziehungen spielen, riskiert gar, als es eng wird, seine Karriere. Gabriel aber dankt es ihm schlecht.


Das die Franzosen nicht nur erstklassige Horrorfilme auf den Weg bringen sondern auch in anderen Genres mit hervorragenden Filmen aufwarten, wird mit "Rivals" einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die vorliegende Geschichte ist ein äusserst gekonnter Mix aus Action/Krimi-und Drama, wobei das letztgenannte Genre ganz klar im zentralen Mittelpunkt des Geschehens steht. Jacques Maillot bietet dem Zuschauer eine packende Story, in der die angespannte Beziehung zweier grundverschiedener Brüder im Focus steht. Dabei bekommt man insbesondere erstklassige Charakterzeichnungen geboten, jede einzelne Figur der Geschichte wird einem sehr gut nähergebracht, so das man äusserst schnell den richtigen Bezug zu den Ereignissen bekommt und gedanklich tief in das Szenario eintauchen kann. Die Erzählstruktur des Filmes gestaltet sich eher ruhig, wird aber immer wieder durch diverse Tempowechsel angereichert. Nun ist "Rivals" ganz sicher kein Action-Feuerwerk, beinhaltet aber dennoch einige absolut sehenswerte Action-Passagen, die vor allem extrem authentisch und glaubwürdig erscheinen. Die einzelnen Komponenten dieses eindrucksvollen Filmes hermonieren nahezu perfekt und ergeben ein Gesamtbild, das in wirklich allen Belangen vollständig überzeugen kann.

Schon rein optisch gesehen erlebt der Zuschauer eine rückwärtige Zeitreise in die 70er Jahre, die Ausstattung und die Kulissen des Filmes sind grandios gestaltet, so das letztendlich ein waschechter 70er Jahre Look entsteht. Doch auch ansonsten handelt es sich um einen Film, der an Authenzität kaum zu überbieten ist, was zum Großteil auch den herausragenden Schauspielern zu verdanken ist. Bis in die kleinsten Nebenrollen wird man hier mit brillantem Schauspiel verwöhnt, wobei die beiden Brüder Francois und Gabriel absolut perfekt dargestellt werden. Guillaume Canet (Francois) und Francois Cluzet ( Gabriel) ist die Spielfreude in jeder einzelnen Passage anzumerken, sie verleihen ihren Charakteren eine enorme Ausdruckskraft, so das man eher selten den Eindruck hat sich einen Spielfilm anzuschauen. das gesamte Geschehen wirkt so realistisch das viel eher der Eindruck entsteht, das sich alles wirklich so abspielt und man selbst zu einem Teil der Ereignisse wird. Von der ersten Minute an ist man von den stattfindenden Geschehnissen gefesselt und erliegt der Faszination, die von ihnen ausgeht. In erster Linie sind es die äusserst gelungenen Charakterzeichnungen der einzelnen Figuren, die das Interesse des Zuschauers wecken. Maillot lässt sich bei diesem Aspekt genügend Zeit, einem die Personen und auch deren von Haus aus komplizierte Familiengeschichte näherzubringen und bietet damit förmlich die Möglichkeit, sich extrem gut in die Geschichte hineinzuversetzen.

Die dadurch entstehende Intensität packt einen in nahezu jeder einzelnen Einstellung, so das man sich immer stärker mit dem Szenario identifizieren kann. Dabei entsteht aber auch eine innere Zerrissenheit, kann man sich doch zu keiner Zeit wirklich entscheiden, mit welchem der beiden ungleichen Brüder man mehr symphatisiert. Erscheinen doch beide Männer äusserst symphatisch, selbst der kriminelle Gabriel wirkt trotz seiner unzähligen Straftaten viel eher wie ein Mensch, dem einfach keine Chance gegeben wird, um sein Leben wirklich in die richtigen Bahnen zu lenken. Als er mit der Zeit wieder rückfällig wird ist es nur noch eine Frage der Zeit, das es zu einem tragischen Ende kommt. Dieses fällt dann aber doch ganz anders aus als wie manch einer es sich eventuell vorstellt, denn es kommt nicht zu dem eigentlich erwarteten Showdown zwischen den beiden Brüdern. Die Geschichte nimmt eine ganz andere Wendung die man nicht zwangsweise vorhersehen konnte und offenbart durch eine einzige Szene die gesamte Tragik, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Auch wenn der Schlußakkord ziemlich abrupt erscheint, ist er doch genau richtig gewählt, um einen nachhaltigen Eindruck im Kopf des Betrachters zu hinterlassen. Und so denkt man auch noch lange nach dem Ende über die Ereignisse nach, die einen noch lange beschäftigen.

Mit "Rivals" hat Jacques Maillot einen erstklassigen Genre-Mix kreiert, der von der ersten bis zur letzten Minute einen erstklassigen Filmgenuss beschert, an den man sich noch lange erinnern wird. Ein toller Story-Plot, jede Menge Spannung und eine ungeheuer starke Intensität der Ereignisse machen dieses Werk zu einem echten Erlebnis. Die absolut brillanten Schauspieler setzen dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf, so das hier auch höhere Ansprüche erfüllt werden dürften. Gut gesetzte Tempowechsel und einige härtere Szenen runden das Gesamtbild perfekt ab und lassen einen zu Schluß kommen, das man gerade einen wirklich überzeugenden Film gesehen hat, den man bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Fazit:


Die Geschichte um zwei vollkommen unterschiedliche Brüder ist ein Paradebeispiel für die Qualität des europäischen Kinos. Es müssen nicht immer die großen US-Blockbuster sein. immer öfter kommen auch aus unseren regionen wahre Filmperlen. "Rivals" kann man ganz sicher in diese Kategorie einordnen, erzählt der Film doch eine Story, die in allen Belangen perfekt umgesetzt wurde.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten
Extras: Trailer, Making Of, Zwei Brüder und ein Film


8,5/10

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