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Samstag, 26. November 2011

The House of the Devil








The House of the Devil
(The House of the Devil)
mit Jocelin Donahue, Tom Noonan, Mary Woronov, Greta Gerwig, AJ Bowen, Dee Wallace, Heather Robb, Darryl Nau, Brenda Cooney, Danielle Noe, Nary B. McCann, John Speredakos, Lena Dunham, Graham Reznick, Ti West
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Jeff Grace
FSK 16
USA / 2009

Samantha ist neu an der Uni und muss sich dringend Geld nebenher verdienen, damit sie sich das schöne neue Appartement leisten kann. Als sie an einem Aushang ein Jobgesuch für einen Babysitter findet, gestaltet sich die Kontaktaufnahme mit der etwas merkwürdigen Familie zunächst schwierig. Es stellt sich heraus, dass Samantha kein Baby, sondern eine alte Dame hüten soll. Als ihre Arbeitgeber schließlich das alte, weitläufige Haus scheinbar verlassen haben, sieht sich Sam mal ein bisschen dort um. Und was sie so entdeckt, gefällt ihr gar nicht.


Nach der Sichtung dieses Werkes von Ti West (Cabin Fever 2) könnte es durchaus möglich sein, das gerade die jüngere Generation ein Gefühl der Enttäuschung verspürt. Bekommt man es hier doch in einer Zeit der schnellen und immer härter werdenden Horrorfilme mit einer Homage an die 70er-und 80 Jahre Filme zu tun, bei denen Begriffe wie Atmosphäre und Gruselfaktor noch einen ziemlich hohen Stellenwert hatten. So präsentiert sich dann auch eine Geschichte, in der bis auf die letzten gut 15 Minuten relativ wenig passiert, die es aber trotzdem ganzzeitig schafft, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Ti West hat mit den minimalistischsten Mitteln eine extrem bedrohliche Grundstimmung geschaffen und zudem ein absolut authentisches Gefühl der damaligen zeit erschaffen, das insbesondere die etwas älteren Zuschauer total begeistern dürfte. Die Geschichte an sich ist dabei das typische "Babysitter-allein im Haus" Szenario, so das ganz automatisch Parallelen zu einem Film wie "Das Grauen kommt um 10" aufgeworfen werden.

Nun eröffnet sich hier kein actiongeladenes Szenario denn die etwas härteren Szenen sind durchaus rar gesäät, so das Freunde der harten gangart sicherlich nicht auf ihre Kosten kommen. Manch einem mögen die ersten 50 Minuten der Geschichte sogar etwas langatmig erscheinen, doch Liebhaber gepflegter Gruselkost dürften absolut begeistert sein. Fast im Minutentakt baut sich immer mehr Spannung auf und der dabei aufkommende Horror ist von herrlich subtiler Natur. Immer mehr kriecht einem dabei die unheilvolle Grundstimmung unter die Haut und sorgt für eine ganzzeitig vorherrschende Gänsehaut. Insbesondere der Aspekt das man bis kurz vor dem Ende gar nicht so recht weiß welche Bedrohung eigentlich zum Vorschein kommt, lässt einen in so manchen Passagen richtiggehend erschaudern.

Mit "The House of the Devil" liegt einmal mehr ein Paradebeispiel dafür vor, das es nicht immer ein wahnsinnig hohes Tempo oder explizite Gewaltdarstellungen sein müssen, um dem Betrachter ein hervorragendes Horror-Feeling zu vermitteln. Es reicht vollkommen aus, mit den geringsten Mitteln eine authentische Szenerie zu erschaffen, von der etwas extrem mysteriöses und Unheimliches ausgeht. Das lange Zurückhalten der eigentlichen Bedrohung und eine fantastische Geräuschkulisse tun ihr Übriges, um die vom Geschehen ausgehende Faszination noch zusätzlich zu intensivieren. Hinzu kommen vorzüglich aufspielende Darsteller, denn das Schauspiel beinhaltet keinerlei Theatralik und erscheint phasenweise sogar recht unscheinbar. Doch gerade dadurch erhöht sich die Authenzität der Ereignisse, da alles extrem realistisch und zu keiner Zeit künstlich oder überzogen erscheint.

Letztendlich hat Ti West hier eine absolut gelungene Homage an den 70er-und 80er Jahre Gruselfilm geschaffen, die insbesondere die damalige Atmosphäre brillant zum Ausdruck bringt. Wer mit den Filmen dieser Zeit aufgewachsen ist, wird von diesem Werk absolut begeistert sein und seine helle Freude haben. Subtil aufkommender Horror, tolle Schauspieler und eine sagenhaft dichte Atmosphäre sorgen dabei für ein Filmerlebnis, das man sich auch gern mehrmals anschauen kann, ohne das die Geschichte an Reiz verliert.


Fazit:


Auch wenn viele Leute das eventuell anders sehen werden, bietet "The House of the Devil" Oldschool-Horrorkost der allerbesten Art. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man gar nicht auf die Idee kommen, das dieser Film erst 2009 herauskam. Zu glaubwürdig und authentisch wurde das Gefühl der damaligen Zeit eingefangen, so das man dem Werk nur ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen kann.


9/10

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