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Montag, 12. Dezember 2011

Die Hölle der lebenden Toten








Die Hölle der lebenden Toten
( Virus)
mit Margit Evelyn Newton, Franco Garofalo, Selan Karay, Robert O'Neil, José Gras, Gaby Renom, Josep Lluís Fonoll, Piero Fumelli, Bruno Boni, Patrizia Costa, Cesare Di Vito, Sergio Pislar
Regie: Bruno Mattei
Drehbuch: Jose Maria Cunilles / Claudio Fragasso
Kamera: John Cabrera
Musik: Keine Information
Ungeprüft
Italien / Spanien / 1980

Auf einem verlassenen Atoll irgendwo im Pazifik werden in einer Forschungsanstalt Versuche mit Viren durchgeführt. Nach einem Unfall werden Mitarbeiter von neuartigen Virus infiziert. Als Folge bricht in ihnen der Drang zum Kannibalismus aus. Eine Elitetruppe wird auf die Insel geschickt, um den Schrecken zu beenden. Nach den ersten schweren Verlusten beschließt man, einen Großangiff auf das Zentrallabor zu starten. Es kommt zu einer blutigen Schlacht...


Dieser herrliche Zombie - Klassiker von 1980 ist bei sehr vielen Leuten verpönt und wird teilweise als Trash angesehen. Sicher hat der Film auch wirklich eine teilweise trashige Note und man kann ihn auch nicht mit den Zombiefilmen von Romero vergleichen, aber das, was Bruno Mattei hier auf die Beine gestellt hat, besitzt meiner Meinung nach doch so etwas wie Kultcharakter. Viele Leute allerdings sind da vollkommen anderer Ansicht, ordnen den Film als Müll ein und können mit dem beinhalteten Trashgehalt rein gar nichts anfangen. Wer allerdings zur Gruppe derjenigen gehört, die ihre helle Freude an nicht ganz ernstzunehmenden Genrevertretern haben, sollte in diesem Fall bestens bedient werden.

Die Geschichte an sich wird sehr flüssig und interessant erzählt und auch von der Atmosphäre her ist der Film sehr schön dicht gehalten. Dafür darf man hier auf keinen Fall sehr viel Inhalt erwarten, da die Stpry doch äusserst sinnbefreit erscheint, was dem generellen Unterhaltungswert aber keinerlei Abbruch tut. Ein kleines Manko des Films ist es allerdings, das es teilweise kleinere Spannungseinbrüche gibt, die aber, wie ich finde, nicht so gravierend sind, als das man den Film so schlecht bewertet, wie es sehr oft der Fall ist. Da gibt es ganz andere Genre - Vertreter, die viel schlechter sind. Dafür wird der Zuschauer allerdings mit einigen wirklich netten Splatter-und Goreeinlagen belohnt, die sich durchaus sehen lassen können und auch einen nicht gerade niedrig angesiedelten Härtegrad erkennen lassen, so das auch die Freunde etwas härterer Zombiekost auf ihre Kosten kommen dürften.

Das Einzige, was mich eigentlich wirklich etwas stört, sind die teilweise schlechten Schauspielerleistungen. Einige der Akteure wirken wirklich extrem hölzern und oft ist die Verhaltensweise einiger Darsteller im Film doch schon geradezu grotesk. Natürlich erwartet man bei einem Zombiefilm nicht gerade oscarreife darstellerische Leistungen, aber hier wirkt einiges doch sehr unbeholfen. Andererseits unterstreicht das Schauspiel doch ziemlich stark die teilweise skurrile Seite dieses Werkes, so das man es auch ohne Probleme als passend bezeichnen könnte. Wie dem auch sei, "Die Hölle der lebenden Toten" ist ganz sicher kein cineastisches Meisterwerk und auch bestimmt nicht einer der besten Zombiefilme, jedoch hat das Werk einen sehr hohen Unterhaltungswert, den man ihm keinesfalls absprechen kann. Der Rest ist wie immer absolute Geschmackssache, so das jeder selbst entscheiden muss, wie er diese italienisch / spanische Co-Produktion letztendlich einordnet.

Aber auch trotz dieser etwas negativen Punkte mag ich diesen Film sehr, er bietet trotz allem sehr unterhaltsame und kurzweilige Zombie - Unterhaltung und zählt meiner Meinung nach zu den Klassikern des Genres. Jeder echte Fan sollte Bruno Mattei's Werk zumindest einmal gesehen haben, denn atmosphärisch ist die Geschichte gar nicht so schlecht, die teils düstere und äusserst bedrohliche Grundstimmung verdichtet sich im Laufe der Zeit immer mehr, was einen dazu bewegen kann über diverse kleine Mankos hinwegzusehen.



8/10

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