Follower

Dienstag, 30. August 2011

Sturm auf die Festung Brest








Sturm auf die Festung Brest
(Brestskaya krepost)
mit Andrey Merzlikin, Pavel Derevyanko, Veronika Nikonova, Aleksei Kopashov, Anna Tsukanova, Yana Yesipovich, Madlen Dzhabrailova, Aleksandr Sirin, Aleksandr, Korshunov, Anatoly Kot, Vladimir Kapustin
Regie: Alexander Kott
Drehbuch: Igor Ugolnikov / Konstantin Vorobyov
Kamera: Vkadimir Bashta
Musik: Yuri Krasavin
FSK 16
Russland / 2010

22. Juni 1941: Die Festung der weißrussischen Stadt Brest ist eines der ersten Ziele der Deutschen Wehrmacht zu Beginn des Russlandfeldzuges. Die in der Festung stationierten 300 Offiziersfamilien und 9000 Soldaten werden von dem Angriff im Schlaf überrascht und erleiden heftige Verluste. Es herrscht Panik, doch den Offizieren Gawrilow, Kischewatow und Fomin gelingt es, die Verteidigung an drei Frontabschnitten zu organisieren und die Deutschen zurückzudrängen. Die Wehrmacht reagiert auf die unerwartet starke Gegenwehr mit dem Einsatz von Stukas und Panzern. In der Festung werden Munition, Essen und Wasser knapp, die ärztliche Versorgung ist katastrophal. Die drei Offiziere entscheiden sich zum Ausbruch aus dem deutschen Kessel. Ein Kampf bis zum letzten Mann beginnt ...


Spannend und aufwendig inszeniert (TV Movie)


Diesen einen Satz kann man nach Sichtung dieses erstklassigen Kriegsdramas sofort unterschreiben, präsentiert sich dem Zuschauer doch ein aufwendig ausgestattetes Kriegsgeschehen. Besonders positiv fällt dabei schon nach wenigen Minuten auf, das es sich hier um eine Produktion handelt, die jenseits jeglicher Hollywood-Klischees angeiedelt ist. Natürlich beinhaltet auch diese Geschichte, die sich übrigens sehr realitätsnah an den wirklichen Ereignissen orientiert, eine gewisse Portion Patriotismus, was sich bei Filmen dieser Art wohl nie ganz vermeiden lässt. Im Gegensatz zu etlichen US-Produktionen wirkt dieser hier allerdings keinesfalls zu dick aufgetragen, denn der aufopferungsvolle Kampf der russischen Soldaten gegen die deutsche Übermacht, drückt lediglich das Herzblut aus, mit dem die Männer ihre Heimat verteidigen. Regisseur Alexander Kott hat es dabei hervorragend verstanden, die allgemeinen Kampfhandlungen autjenstisch-und überzeugend in Szene zu setzen und gleichzeitig einige Hauptcharaktere in den Mittelpunkt zu stellen, ohne dabei die Nebenrollen zu sehr zu vernachlässigen.

Im Mittelpunkt steht der kleine Sashka Akimov, der auch gleichzeitig als Erzähler der Geschichte auftritt und die Ereignisse aus seiner Sicht schildert. Zudem stehen 3 russische Offiziere im Focus, die mit ihren jeweiligen Soldaten an verschiedenen Standpunkten innerhalb der Festung eingeschlossen sind und sich gegen die deutschen Angriffe erwehren müssen. Den Offizieren ist es überhaupt zu verdanken, das eine Verteidigung der Festung möglich ist, hat der Angriff die Russen doch vollkommen überrascht. Die dabei ausgebrochene Panik und Hilflosigkeit wurde sehr gut in Szene gesetzt und hinterlässt einen äusserst glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer. Das kann man aber auch ganz generell auf das gesamte Szenario ummünzen, offenbaren sich einem doch sehr kräftige und intensive Bilder, die einem streckenweise richtig unter die Haut gehen. Untermalt von einem erstklassigen Score erzielen bestimmte Passagen eine besonders starke Intensität, so das einem teilweise ein dicker Kloß im Halse entsteht, denn die Grausamkeit und Härte des ungleichen Kampfes geht nicht spurlos an einem vorbei und hinterlässt durchaus einige Spuren.

Trotz einer Laufzeit von gut 130 Minuten beinhaltet "Sturm auf die Festung Brest" keinerlei Längen, die Erzählstruktur ist jederzeit flüssig und bietet keinerlei Grund zur Beanstandung. Eine weitere Stärke sind ganz sicher die hervorragenden Schauspieler, die durch die Bank einen tollen Job erledigen und dabei immer authentisch agieren. Über die vorhandenen Kampfpassagen braucht man nicht groß zu diskutieren, sie sind herausragend umgesetzt worden und unterstreichen nur den hohen Qualitätsstandard des Filmes, der meiner Meinung nach zu den besten Antikriegsfilmen überhaupt gehört. Das liegt ganz sicher an der hervorragenden Mischung, die Alexander Kott hier gelungen ist, den neben den zahlreichen Kampfhandlungen bietet die Geschichte auch genügend Spielraum für zwischenmenschliche Momente und starke Emotionen. Das Schöne daran ist, das diese immer wieder eingestreuten Phasen zu keiner Zeit auch nur annähernd kitschig oder übertrieben erscheinen, sie unterstreichen sogar noch zusätzlich die realistische Note, die diesem Werk beiwohnt. Eher das Gegenteil ist der Fall, lösen diese Phasen doch sogar ein starkes Gefühl der Beklemmung beim Zuschauer aus, der man sich beim besten Willen nicht erwehren kann.

Insgesamt gesehen gibt es eigentlich nichts, was man "Sturm auf die Festung Brest" negativ ankreiden könnte, wenn überhaupt dürfte der enthaltene Patriotismus einigen leuten etwas schwer im Magen liegen. Vergleicht man diesen allerdings mit amerikanischen Werken, so hält er sich doch in überschaubearen Grenzen und lässt sich im Prinzip auch gar nicht vermeiden. Zudem sind die Stärken des Filmes einfach zu groß, um sich an einer solch kleinen Sache aufzuhängen, die den äusserst guten Gesamteindruck noch nicht einmal wirklich trüben kann. In meinen Augen zählt diese russische Produktion auf jeden Fall zu den herausragendsten Beiträgen im Genre des Antikriegsfilmes, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


Fazit:


Starke Charaktere, hervorragende Kampfszenen und eine insgesamt äusserst spannend erzählte Geschichte sind die hervorstechendsten Merkmale dieses Filmes. Faszinierende-und kräftige Bilder und eine ergreifende musikalische Untermalung der Ereignisse sorgen streckenweise sogar für eine gepflegte Gänsehaut, denn die Situation der Eingeschlossenen kriecht einem doch schleichend unter die Haut und macht einen auch irgendwie befangen. Man sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen, der auch nachhaltig im Kopf des Betrachters nachwirken wird.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Russisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 132 Minuten
Extras: Making Of, Kinotrailer



8/10

Sonntag, 28. August 2011

Rubber










Rubber
(Rubber)
mit Stephen Spinella, Jack Plotnick, Wings Hauser, Roxane Mesquida, Ethan Cohn, Charley Koontz, Daniel Quinn, Devin Brochu, Hayley Holmes, Cecelia Antoinette, David Bowe, Remy Thorne, Tara Jean O'Brien, Thomas F. Dulfy
Regie: Quentin Dupieux
Drehbuch: Quentin Dupieux
Kamera: Quentin Dupieux
Musik: Gaspard Auge / Quentin Dupieux
FSK 16
Frankreich / 2010

Robert wäre ein ganz normaler Reifen und würde sich nicht von seinen "Artgenossen" unterscheiden, wenn er nicht allein in der Wüste rumrollen würde und es zudem auf Mensch und Tier abgesehen hätte. Im blutigen Sinne, er hat telepathische Kräfte. Leichen pflastern seinen Weg. Nur einer kann ihn stoppen: Lieutenant Chad. Aber der hat schon mit einem Plüschkrokodil zu kämpfen. Das alles ist wenig erfreulich aber scheiße komisch!


Nun könnte man aufgrund der Inhaltsangabe von einer herrlich erfrischenden Horror-Komödie ausgehen, die einem von Quentin Dupieux präsentiert wird. Was aber letztendlich über bleibt, ist ein vollkommen sinnbefreiter Film, der dem Zuschauer auch noch als extrem unterhaltsam und witzig verkauft werden soll. Hört sich der Inhalt der Geschichte im ersten Moment noch lustig an und schürt sogar die Hoffnung aucf eine Menge Innovation, so bleibt letztendlich aber nur ein weiterer Film, den die Welt beim besten Willen nicht gebraucht hätte. Zugegeben, "Rubber" beinhaltet einige blutige Momente, das war es dann aber auch schon mit der gesamten Herrlichkeit. Entpuppt sich das Geschehen doch als dermaßen grotesk und einfach nur dämlich, das man trotz größter Anstrengung keine Passagen finden kann, die einen zum lachen animieren würden. Zudem ziehen sich allein schon die ersten gut 20 Minuten des Filmes wie ein Kaugummi in die Länge, sieht man doch fast ausschließlich den später killenden Autoreifen, wie er lustlos vor sich hinrollt, ohne das irgendetwas passieren würde. In dieser Phase des Szenarios würde man nur zu gern schon dazu neigen, die Stoptaste des DVD Players zu betätigen, um sich diesen dümmlichen Unsinn nicht weiter ansehen zu müssen.

Doch was tut man nicht alles in der Hoffnung, das eventuell doch noch sehenswerte Dinge geschehen würden, die man keinesfalls verpassen möchte. So übt man sich in Geduld, muss aber im Nachhinein feststellen, das man am Ende eine weitere Stunde kostbare Lebenszeit vergeudet hat, indem man bis zum Schluß durchgehalten hat. Quentin Dupieux war hier längst nicht nur als Regisseur verantwortlich , auch Drehbuch, Kamera und selbst die Musik standen unter seiner Regentschaft. Vielleicht liegt es auch darin begründet, das hier im Endeffekt ein Gesamtpaket entstanden ist, das man getrost auf den Müll werfen kann. Der enthaltene Humor mag eventuell einige Leute ansprechen, doch wenn man ganz ehrlich ist, gibt es im Prinzip überhaupt keine Stellen, die einem auch nur einen Schmunzler entlocken könnten. Irgendwie erscheint alles vollkommen aufgesetzt und künstlich, so das "Rubber" selbst als Parodie zu keiner Zeit funktioniert. Das kuriose Szenario kann nie die gewünschte Wirkung erzielen, so das sich der Film im Endeffekt als absoluter Rohrkrepierer entpuppt.

Natürlich ist das immer reine Geschmackssache, doch zähle ich mich im Normalfall zu den Leuten, die gerade bei aussergewöhnlichen-und skurrilen Werken eine Menge Freude haben, doch diese französische Produktion würde ich als Ausschußware bezeichnen, die man sich nun wirklich nicht antun muss. Von den gut 80 Minuten Spielzeit ist ein großteil absolute Langeweile und selbst die Passagen in denen etwas passiert sind nicht gerade der Brüller. So wird hier eine eigentlich sehr witzige Grundidee sinnlos vergeudet, indem man den Zuschauer mit vollkommen hirnrissigen Sequenzen quält, die einen wirklich an die Grenzen des Erträglichen bringen. Von den total miesen Darstellern will ich gar nicht erst richtig anfangen, denn was einem hier als Schauspiel verkauft werden soll, spottet jeder Beschreibung. Keine einzige Figur erscheint auch nur annähernd lustig, vielmehr gewinnt man verstärkt den Eindruck, das alle wissen, welchen Murks sie da verzapfen. Teilweise ist dann auch noch echtes Fremdschämen angesagt, denn so viel Schrott in einem einzigen Film, das bekommt wahrlich nicht jeder Regisseur hin.

Im Endeffekt muss selbstverständlich jeder sein eigenes Urteil bilden, aber ich kann von diesem Film nur abraten. Als kuriose-und aussergewöhnliche Horror-Komödie angepriesen, eröffnet sich dem Zuschauer ein Wulst an Langeweile und Hirnrissigkeit. Der erwartete Lachanfall bleibt im Halse stecken, was dann ganz automatisch zu einer der größten Enttäuschungen heranreift, die einem in den letzten Jahren vor die Augen gekommen ist. Da schaue ich mir lieber einen Jochen Taubert Film an, denn den kann man wenigstens mit einer Kiste Bier im Bauch ertragen.


Fazit:


Nach etlichen echten Horror-Krachern in den letzten Jahren haben die Franzosen nun auch ihren Ausschuß produziert, der sich "Rubber" nennt. Sicher wird auch dieses unsinnige Filmchen seine Freunde finden, mich konnte er jedenfalls nicht eine Sekunde überzeugen, geschweige denn gut.und kurzweilig unterhalten.


2/10

Freitag, 26. August 2011

Krieger des Lichts








Krieger des Lichts
(Fading of the Cries)
mit Brad Dourif, Thomas Ian Nicholas, Mackenzie Rosman, Elaine Hendrix, Halee Hirsh, Lateef Crowder, Jessica Morris, Julia Whelan, Jordan Matthews, Pamela Clay, Heidi Sheperd, Ryan Bartley, Harry Zimm
Regie: Brian A. Metcalf
Drehbuch: Brian A. Metcalf
Kamera: Brad Rushing
Musik: Nathaniel Levisay
FSK 16
USA / 2011

Der Kampf gegen die Wesen der Nacht hat begonnen! Das Böse ist zurück! In Sarahs kleinem Heimatort herrscht das Chaos. Denn der Teufel selbst ist dort auf der Suche nach einer antiken Halskette, die einst im Besitz von Sarahs Onkel war. Jacob, ein mysteriöser junger Mann mit einem magischen Schwert, steht Sarah im Kampf gegen die Wesen der Nacht treu zur Seite. Auf ihrem gemeinsamen Weg muss sich das Duo gegen Horden dämonischer Kreaturen verteidigen, um am Ende Matthias, dem Anführer des Bösen, zum finalen Kampf gegenüber zu stehen.


Mit "Krieger des Lichts" hat man wieder einmal einen Film vor sich, der einen mit etwas zwiespältigen Gefühlen zurücklässt. Grundsätzlich hat man es mit einer recht guten Mischung aus Fantasy-und Horror zu tun, die allerdings in entscheidenden Momenten nicht das bietet, was man sich erhofft. Dabei beginnt die Geschichte schon sehr schwungvoll, man wird ohne große Anlaufzeit mit gelungenen Action-Passagen konfrontiert und es baut sich zudem ein scheinbar gelungener Spannungsbogen auf. Leider kann sich dieser allerdings nicht konstant aufrechterhalten, gibt es doch während der gut 90 Minuten Spielzeit immer wieder kleinere Einbrüche zu verzeichnen. Diese trten vor allem durch den Aspekt auf, das diverse Nebenerzählstränge in die Geschichte eingebaut sind, so wird man beispielsweise immer wieder mit Flashbacks in die Vergangenheit konfrontiert, die von Sarahs Onkel Michael erzählt werden. Im Normalfall ist das ja nicht weiter schlimm, doch in vorliegendem Fall harmonieren die verschiedenen Erzählstränge nicht wirklich miteinander, so das die Dramaturgie des Geschehens teilweise etwas abgehackt erscheint. Dieser Punkt schränkt den Erzählfluss schon ziemlich ein, was man sicherlich hätte vermeiden können.

Trotzdem handelt es sich auf jeden Fall um einen sehenswerten und soliden Genrevertreter, der bis auf die genannten Einschränkungen größtenteils sehr unterhaltsame Filmkost bietet. Dabei bietet das Werk von Brian A. Metcalf sogar eine Menge Abwechslung, wechseln sich doch ständig auftretende Horror-Phasen mit etlichen Fantasy-Elementen ab, so das der Film streckenweise den Eindruck eines schaurigen Horror-Märchens beim Zuschauer hinterlässt. Sogar einige recht harte Szenen sind enthalten, die man bei einer 16er Freigabe nicht zwangsläufig erwartet. Kann man doch sehen, wie einigen der Kreaturen Körperteile abgetrennt werden, manche werden sogar richtiggehend zerstückelt, was der Geschichte einen blutigen-und angemessenen Härtegrad verleiht. Der eigentliche Schwachpunkt des Szenarios liegt in den zu abrupten Tempowechseln, die jeweiligen Übergänge sind ganz einfach nicht wirklich flüssig. Denn immer, wenn man sich gerade in einem wahren Kampfgetümmel befindet, wechselt das Geschehen auf einmal in einen eingestreuten Flashback, der wiederum äusserst ruhig und bedächtig in Szene gesetzt wurde. Die dabei entstehenden Umschwünge hätte man weicher gestalten müssen, so aber wird das Sehvergnügen ständig beeinträchtigt und drückt den Gesamteindruck des Filmes doch etwas nach unten.

Darstellerisch gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, man bekommt ordentliches Schauspiel zu sehen, ohne das sich jemand besonders in den Vordergrund spielen würde. Allerdings hätten die jeweiligen Charakterzeichnungen etwas intensiver ausfallen können, bekommt man doch einen eher nur oberflächlichen Eindruck über die einzelnen Figuren. Insbesondere die Figuren von Jacob (Jordan Matthews) und Matthias (Brad Dourif) hätte man mit intensiveren Beleuchtungen versehen müssen, die enthaltenen Hintergrundinformationen sind doch äusserst spärlich geraten und werden einem zudem erst in der zweiten Filmhälfte dargelegt. Dadurch fällt es zunächst auch sehr schwer einen wirklichen Bezug zu diesen Charakteren herzustellen, die doch für die Story extrem wichtig sind. Nun aber genug mit den eher negativen Aspekten, denn es gibt meiner Meinung nach auch viel Positives, das man nicht unbeachtet lassen sollte. Da wären beispielsweise die sehenswerten CGI-Effekte, oder auch die sehr gelungene Atmosphäre, die vor allem in den Momenten zum Vorschein kommt, wenn sich das Geschehen in der Nacht abspielt. Hier entpuppt sich die Grundstimmung als äusserst dicht- und düster, stellenweise trten sogar sehr bedrohliche Momente in den Vordergrund, die für ein gepflegtes Grusel-Feeling sorgen.

Wenn man im Nachhinein noch einmal den gesamten Film vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, handelt es sich um einen sehenswerten Film, aus dem man allerdings weitaus mehr hätte herausholen können. Viele gute Ansätze werden leider sofort wieder im Keim erstickt, wodurch sich das Szenario viel von seiner eigenen Stärke nimmt. Dennoch hat mir "Krieger des Lichts" recht gut gefallen und siedelt sich im oberen Durchschnittsbereich an. Eine bessere Bewertung wird durch teils fehlendem Erzählfluss leider verhindert.


Fazit:


Ich finde es immer wieder sehr bedauerlich, wenn vorhandenes Potential einer Geschichte nicht wirklich ausgeschöpft wird. Brian A. Metcalf hätte mit "Krieger des Lichts" einen wirklich herausragenden Film kreieren können, hat aber durch einige Fehler dafür gesorgt, das dieses Werk über den oberen Durchschnitt nicht hinauskommt. Eine Sichtung der Geschichte ist aber dennoch empfehlenswert, man sollte lediglich mit der richtigen Erwartungshaltung an den Film herangehen.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailer



6/10

Mittwoch, 24. August 2011

Shoot 'Em Down








Shoot 'Em Down
(Zero 2)
mit Zemyna Asmontaite, Donatas Ivanauskas, Kestutis Jakstas, Inga Jankauskaite, Bronius Kindurys, Mindaugas Papinigis, Andrius Paulavicius, Ramunas Rudokas, Vytas Sapranaukas, Kristina Savickyte, Laimutis Sedzius, Saulis Siparis
Regie: Emilis Velyvis
Drehbuch: Emilis Velyvis / Jonas Banys
Kamera: Robertas Pileckas
Musik: Endless Happy
FSK Keine Jugendfreigabe
Litauen / 2010

Die zwei Auftragskiller Max und Sylvester haben den Auftrag eine verloren gegangene Schiffsladung voller Drogen wieder zu beschaffen. Gar nicht so einfach, denn auf einmal herrscht Krieg auf den Strassen als die zwei größten Gangsterbosse um die Herrschaft des Landes kämpfen. Nebenbei werden sie von Killern gejagt, sollen noch einen entführten Lieferjungen retten, massenhaft Leute umbringen und Gangsterbräute beglücken. Und irgendwie spielen Silikontitten auch noch eine Rolle. Die wichtigste Regel in diesem Chaos lautet: verliere bloss nicht deine Nerven! Oder deine Eier...


Mit seinem Regieerstling "Shoot 'Em Down" hat Regisseur Emilis Velyvis gleich einen absoluten Volltreffer gelandet, in dem er auch gleichzeitig noch als Darsteller zu bewundern ist. Bisher ist das litauische Kino eigentlich vollkommen an mir vorbeigegangen, doch dieser filmische Beitrag in allerbester Tarantino-Manier ist extrem gut gelungen und kann sich wirklich sehen lassen. Dem Zuschauer offenbart sich dabei eine herrliche Kombination aus Action / Thriller-und Komödie, die zudem auch stellenweise recht hart daherkommt, so das die hohe Alterseinstufung durchaus gerechtfertigt erscheint. Doch es ist keineswegs der stellenweise ansehnliche Härtegrad der die vorliegende Geschichte so äusserst unterhaltsam macht, sondern vielmehr die gewählte Erzählstruktur, die doch offensichtliche Anlehnungen an Tarantinos Meisterwerk "Pulp Fiction" erkennen lässt. Besteht der Story-Plot doch aus mehreren kleinen Erzählsträngen die zu Beginn kaum Zusammenhänge erkennen lassen und erst gegen Ende zu einem einzigen Erzählstrang zusammenlaufen.

Bis dahin jedoch entpuppt sich das Geschehen ineinander verschachtelt und offenbart episodenartige Abschnitte, bei denen man die Gesamtzusammenhänge noch nicht so ganz erkennen kann. Ständig neu auftauchende Charaktere sorgen zu Beginn noch für einige verwirrung, die sich aber mit zunehmender laufzeit immer mehr in Luft auflösen, da die verschiedenen Puzzleteilchen immer besser ineinander passen. Jede Episode an sich ist dabei sehr unterhaltsam und interessant gestaltet und wird von einem dramaturgisch erstklassig aufgebautem Spannungsbogen begleitet. Zudem wohnt den Ereignissen ganzzeitig eine recht geheimnisvolle Note bei, da man selbst die ganzen Kleinteile richtig einordnen muss, um zum Ende hin das große Ganze erkennen zu können. Bis es soweit ist, kann man sich allerdings an toller Action und sehr spielfreudigen Darstellern erfreuen, die durch die bank einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und denen man die Freude am Schauspiel richtig anmerkt.

Das Beste ist jedoch der brillante Humor, mit dem das actiongeladene Szenario versehen ist. Dabei ist es vollkommen egal, ob man sich am teils äusserst bissigen Wortwitz oder an der brillanten Situationskomik erfreut, die Lachmuskeln bekommen einiges an Arbeit. Manche Passagen sind dabei schon so skurril gestaltet, das einem fast zwangsläufig die Tränen in die Augen schießen. Das liegt hauptsächlich an den beiden Hauptfiguren der Geschichte, die absolut perfekt miteinander hermonieren und ein Highlight des Filmes darstellen. Aber auch in den kleinsten Nebenrollen ist "Shoot 'Em Down" perfekt besetzt, so das es im Bezug auf das dargebotene schauspiel nicht den kleinsten Grund zur Beanstandung gibt.

Es ist immer wieder schön, wenn ein bis hierher unbekannter Regisseur gleich mit seinem Debütfilm einen so herzerfrischenden Film auf die Beine stellt, wie es mit "Shoot 'Em Down" ganz eindeutig der Fall ist. Eine tolle und gut umgesetzte Story, die nahezu perfekte Verknüpfung verschiedener Genres und unbekannte, aber sehr gut aufspielende Darsteller sind hier die richtigen Zutaten für einen äusserst kurzweiligen Filmgenuss, der zudem noch mit tollem Humor und einer Menge Action angereichert wurde. Und so kann man Emilis Velyvis letztendlich nur einen erstklassigen Film attestieren und die Hoffnung hegen, das weitere Werke in der gleichen Qualität nachfolgen werden.


Fazit:


Wenn man es nicht besser wüsste dann könnte man wirklich auf einen Beitrag von Tarantino tippen, denn Emilis Velyvis hat sich ganz offensichtlich an dessen Werken orientiert. Das Ergebnis ist ein in allen Belangen überzeugender Filmspaß, der Action, Härte-und köstlichen Humor brillant miteinander vereint. Spätestens ab diesem Film sollte man auch den baltischen Staat Litauen auf der Film-Landkarte vermerken und die Augen nach weiteren sehenswerten Filmen dieses Landes offenhalten.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Litauisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten



8/10

Montag, 22. August 2011

Insane - Hotel der Angst








Insane - Hotel des Todes
(Insane)
mit Jacobsson Anton, Lars Bethke, Tommy Hall, Johanna Leamo, David Lenneman, Maria Litorell, George Mauroy, Sanna Messo, Alida Morberg, Lennart Ström
Regie: Anders Jacobsson / Tomas Sandquist
Drehbuch: Mikael Fuchs / Anders Jacobsson
Kamera: Anders Jacobsson
Musik: Göran Floren
FSK Keine Jugendfreigabe
Schweden / 2009

Ein einsames Hotel in einer gottverlassenen Gegend. Sarah ist auf der Suche nach ihrer Schwester, die seit 2 Wochen vermisst wird. Sie ist müde und braucht unbedingt einen Platz zum schlafen. Auf großen Leuchtbuchstaben am Straßenrand ist "The Bridgeburn Hotel" zu lesen. Bei Näherkommen wirkt das Haus leer und verlassen. Dennoch steigt sie aus, um sich genauer umzusehen. Ein fataler Fehler, denn damit beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens und mit dem Check-in löst sie gleichzeitig das Ticket direkt in die Hölle ...


!4 Jahre hat es gedauert, bis Anders Jacobsson nach "Evil Ed" 2009 mit "Insane" seine zweite Regiearbeit präsentierte. Dabei handelt es sich um eine schwedische Horror-Produktion, die leichte Ähnlichkeiten zu Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Psycho" erkennen lässt. Zwar wird hier zu keiner Zeit eine ähnliche Qualität erreicht, jedoch ist "Insane" keinesfalls so schlecht-und langweilig, wie es einige Kritiken eventuell vermuten lassen. Die Übereinstimmungen mit Hitchcocks Werk beziehen sich insbesondere auf den Schauplatz und die Charaktere, so spielt sich auch hier das Geschehen in einem einsam gelegenen Hotel ab, das von einem merkwürdigem Eigenbrödler geführt wird. Das weiträumige Hotel hinterlässt einerseits einen sehr kalten und sterilen Eindruck, andererseits entfaltet sich eine herrlich düstere-und bedrohliche Grundstimmung innerhalb der Räumlichkeiten, in denen man selbst nicht allein unterwegs sein möchte.

Von Langeweile ist eigentlich weit und breit keine Spur, entwickelt sich doch innerhalb kürzester Zeit ein durchaus konstanter Spannungsbogen, der von einer sehr dichten Atmosphäre begleitet wird. Und so dauert es auch nicht lange, bis das Szenario den Zuschauer in seinen Bann zieht und eine starke Faszination auf ihn ausstrahlt. Dabei stört es auch nicht sonderlich, das die Geschichte an sich relativ vorhersehbar erscheint und keinerlei wirkliche Überraschungsmomente beinhaltet, denn immer wieder auftretende Indizien lassen einen zu keiner Zeit eine echte Gewissheit erlangen, ob sich die Ereignisse wirklich so offensichtlich darstellen, wie es im Prinzip den Anschein hat. Anders Jacobsson präsentiert einem einen scheinbar leicht zu erkennenden Täter, streut aber immer wieder Passagen ein die eine Menge Restzweifel aufkommen lassen, ob es sich denn auch wirklich um den Mörder handelt, der junge Frauen auf bestialische Art und Weise tötet. So bekommt man die endgültige Identität des Killers auch erst im letzten Filmdrittel serviert, in dem sich auch die Motivlage zu erkennen gibt.

"Insane" beinhaltet eigentlich keine nennenswerten Höhepunkte, ist aber ein äusserst solider Horrorfilm, der zudem einen sehr ansehnlichen Härtegrad beinhaltet. So bekommt man einige wirklich derbe-und blutige Passagen geboten, die allerdings zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen. Dennoch gibt es immer wieder Momente die einen ganz unwillkürlich zusammenzucken lassen, denn einigen Tötungsmethoden des scheinbar psychphatischen Mörders sind recht brachial in Szene gesetzt worden, so das auch Freunde der härteren Gangart durchaus auf ihre Kosten kommen. Und auch in darstellerischer Hinsicht wird der Zuschauer nicht schlecht bedient, zwar bekommt man kein oscarreifes Schauspiel geboten, aber die einzelnen Figuren werden überzeugend-und authentisch dargestellt. Besonders gut haben mir persönlich die ständigen Tempowechsel in der Erzählstruktur gefallen, ist die Erzählweise doch eigentlich eher ruhig und bedächtig, so treten immer wieder Passagen auf, in denen das Tempo-und die Intensität des Szenarios merklich ansteigen, um danach wieder in ruhigeres Fahrwasser zurückzuwechseln. Das wirkt sich auch auf das eigene Sehverhalten aus, bietet der Film doch ein ständiges Auf und Ab der eigenen Gefühle, so das sich die Geschehnisse auch durchaus zu einer schweisstreibenden Angelegenheit entwickeln.

Insgesamt gesehen bekommt man zwar keinen sonderlich innovativen, dafür aber durchaus sehenswerten Horrorfilm geboten, der durchgehend gute Unterhaltung bietet. Altbewährte Zutaten wurden ansehnlich verpackt und bieten ein sehenswertes Gesamtpaket. Mit der richtigen Erwartungshaltung ausgestattet sollte man eigentlich zu einem positiven Gesamteindruck gelangen und kann sich auf ein spannendes Filmerlebnis einstellen, das phasenweise auch wirklich gute Splatter-und Gore Szenen zu bieten hat.


Fazit:


Offensichtliche Ähnlickeiten zu Hitchcocks "Psycho" verleihen diesem Film schon einmal einen besonderen Reiz und machen ihn absolut sehenswert. Selbstverständlich bestehen dabei offensichtliche Qualitätsunterschiede, doch "Insane" ist keinesfalls ein langweiliger oder uninspirierter Horrorfilm. Eine dichte-und bedrohliche Atmosphäre, solide agierende Darsteller und einige heftige Momente machen eine Sichtung dieser schwedischen Produktion auf jeden Fall lohnenswert, ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten.


7/10

Samstag, 20. August 2011

Green Lantern








Green Lantern
(Green Lantern)
mit Ryan Reynolds, Melanie Hebert, Blake Lively, Peter Sarsgaard, Mark Strong, Tim Robbins, Jay O. Sanders, Taika Waititi, Angela Bassett, Mike Doyle, Nick Jandl, Dylan James, Gattlin Griffith, Jon Tennery, Leanne Cochran
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Greg Berlanti / Michael Green
Kamera: Dion Beebe
Musik: James Newton Howard
FSK 12
USA / 2011

Testpilot Hal Jordan hat mit Verantwortung nicht viel am Hut, er genießt lieber sein Leben. Doch da findet er an der Absturzstelle eines Raumschiffes den sterbenden Piloten, der ihm einen Ring übergibt. Dank des Rings verfügt Hal nicht nur plötzlich über übermenschliche Fähigkeiten und Kräfte, sondern er ist auch Teil einer Organisation, die für das Gute kämpft. An seine neuen Fähigkeiten und vor allem an seine neue Aufgabe muss sich Hal erst gewöhnen.


In der heutigen Zeit wird man ja mit Comic-Verfilmungen regelrecht zugeschüttet und so war es auch nur eine Frage der Zeit, bis auch die im Gegensatz zu "Hulk" oder "Spider-Man" eher etwas unbekannteren Superhelden zu hohen Filmehren kommen. Dieses Mal hat es "Die grüne Laterne" erwischt, der älteren Semestern noch aus den DC-Comics in Erinnerung geblieben sein dürfte. Mit einem geschätzten Budget von 200.000.000 $ hat man sich das Projekt wirklich eine Menge kosten lassen und rein technisch gesehen gibt es an dem Film auch nichts zu kritisieren. Die vorhandenen Effekte sind äusserst gut ausgefallen und bieten dem Zuschauer streckenweise ein recht kurzweiliges Filmerlebnis, das dennoch weit entfernt vom perfekten Popcorn-Kino anzusiedeln ist. Dies ist meiner Meinung nach in der doch recht schwachen Story begründet, von der einfach kein richtiger Funke überspringen will und die zudem auch einige langatmige Passagen offenbart, die man weitaus besser hätte gestalten können. Bevor es nämlich wirklich losgeht und zugegebenermaßen gute Action-Sequenzen Einzug in das Geschehen halten, ist schon der halbe Film vorbei. Bis dahin versucht man dem Betrachter hauptsächlich den Charakter der Hauptfigur Hal Jordan etwas näher zu bringen, was allerdings nicht so recht gelingen will, gestaltet sich die Charakterzeichnung doch trotz größter bemühungen eher ziemlich oberflächlich.

Das mag aber auch in der Person von Ryan Reynolds begründet sein, der seinen Part zwar mit Humor und jugendlichem Elan abspult, aber als zukünftiger Superheld nicht so ganz überzeugend wirkt. Ich will nun nicht von einer Fehlbesetzung sprechen, jedoch fällt es äusserst schwer, eine wirkliche Identifikation zu seiner Person herzustellen. Das bezieht sich allerdings auch auf den Film insgesamt, der einerseits recht unterhaltsam gestaltet ist, andererseits aber trotz des extrem hohen Budgets nie wirklich überzeugen kann. Zu seicht und teilweise unspektakulär gestalten sich die Ereignisse und trotz gelungener Effekte kann man eigentlich zu keiner Zeit einen wirklichen Bezug zur Geschichte herstellen, die teilweise richtiggehend vor sich hin dümpelt. Hier stellt auch die agierende Darsteller-Riege leider keine Ausnahme dar, denn bis auf einen gut aufspielenden Tim Robbins bekommt man eher uninspiriertes Schauspiel zu sehen, das nicht gerade einen überzeugenden Eindruck hinterlässt.

Am schlimmsten empfand ich persönlich allerdings den Aspekt, das sich eigentlich nie so etwas wie echte Spannung entwickelt und auch die Erzählstruktur des Ganzen phasenweise seltsam abgehackt erscheint. Es fehlt einfach an wirklichem Erzählfluss und auch die wenigen Action-Passagen können das Werk insgesamt nicht unbedingt aufwerten. Wenn man sich hier nur einmal Comic-Verfilmungen wie beispielsweise "X-Men" oder "Spider-Man" zum Vergleich heranzieht, dann fehlt es "Green Lantern" doch an allen Ecken und Enden. Bieten die genannten Filme doch jede Menge Action, erzählen aber auch gleichzeitig wirklich gut inszenierte Geschichten. Bei diesen Dingen muss man allerdings bei vorliegendem Film doch recht große Abstriche machen, so das letztendlich nicht mehr als ein durchschnittliches Filmerlebnis bleibt, das keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Bei dem vorhandenen Budget hätte man eine ganze Menge mehr bewerkstelligen können, um einen ganzzeitig kurzweiligen Blockbuster auf den Weg zu bringen. So aber bleibt "Green Lantern" unter den unzähligen Comic-Verfilmungen lediglich ein eher farbloser Vertreter, den man sich auch durchaus hätte sparen können. Uninspirierte Darsteller, so gut wie keine Spannung und eine dürftig umgesetzte Geschichte dürften nicht gerade für Begeisterungsstürme beim Betrachter sorgen, der hier mit absoluter Durchschnittsware konfrontiert wird, die sich lediglich zur einmaligen Sichtung anbietet.


Fazit:


Regisseur Martin Campbell (Auftrag Rache) hat mit "Green Lantern" nicht gerade einen Film inszeniert, der im Gedächtnis des Zuschauers hängenbleibt. Zu viel Leerlauf und zu wenig Action verleihen einer uninspirierten Story-Umsetzung fast schon den Todesstoß. Unter den mittlerweile schon fast infltionär produzierten Comic-Verfilmungen nimmt "Green Lantern" maximal einen Platz im Mittelfeld ein, was man sicherlich hätte vermeiden können.


6/10

Donnerstag, 18. August 2011

Insidious







Insidious
(Insidious)
mit Patrick Wilson, Rose Byrne, Ty Simpkins, Lin Shaye, Leigh Whannell, Angus Sampson, Barbara Hershey, Andrew Astor, Corbett Tuck, Heather Tocquigny, Ruben Pla, John Henry Binder, Joseph Bishara, Philip Friedman, J. LaRose
Regie: James Wan
Drehbuch: Leigh Whannell
Kamera: David M. Brewer / John R. Leonetti
Musik: Joseph Bishara
FSK 16
USA / 2010

Gerade sind die Lamberts in ein altes Anwesen gezogen und leben noch aus dem Umzugskarton, da stellt die dreifache Mutter Renai schon paranormale Aktivitäten fest: Türen schwingen auf, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ihrem Sohn Dalton wird seine Neugier zum Verhängnis - nach einem Leitersturz auf dem Dachboden fällt er in ein für die Ärzte unbegreifliches Koma, aus dem er nicht mehr erwacht. Drei Monate später, als er von der Klinik nach Hause verlegt wird, intensiviert sich der Schrecken: Nach unheimlichen Geräuschen aus dem Babyphon, Gestalten im Kinderzimmer und blutigen Handabdrücken überredet die deprimierte Renai ihren skeptischen Mann Josh zum Auszug. Jedoch es hilft nichts. Denn nicht das Haus, sondern der im Koma liegende Junge wird heimgesucht. Die Familie muss sich, im wörtlichen Sinne, ihren Dämonen stellen.


Im Grunde genommen bietet das neue Werk von James Wan (Saw) eigentlich nichts Neues, denn die bearbeitete Thematik hat man so oder ähnlich schon in genügend anderen Filmen gesehen. Dennoch bietet "Insidious" eine sehr interessant umgesetzte Geschichte, die einige Anleihen an Filme wie "Entity", "Poltergeist" oder auch "Paranormal Activity" erkennen lässt. So entwickelt sich von Beginn an ein immer bedrohlicher anschwellendes Szenario, das mit etlichen gut in Szene gesetzten Schockmomenten aufwarten kann und den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht. Bevor es allerdings so richtig zur Sache geht, wird man mit einer gut 25 minütigen Einführungsphase konfrontiert, die aber keineswegs langweilig ist. Vielmehr dient diese als Aufbau eines äusserst gelungenen Spannungsbogens, der sich danach fast im Minutentakt immer mehr verdichtet. Fast zwangsläufig wird das Szenario von einer extrem dichten Atmosphäre begleitet, die nach und nach immer bedrohlichere-und unheimliche Züge erkennen lässt.

James Wan ist es dabei gelungen, ein absolut gelungenes Gänsehaut-Feeling zu schaffen, das den Betrachter wie eine zweite Haut überzieht, von der man sich die ganze Laufzeit über nicht befreien kann. Der dabei entstehende Horror ist in der ersten Filmhälfte eher subtiler Art und gibt sich eher langsam zu erkennen. Was allerdings zu Beginn noch gar nicht richtig greifbar erscheint, verwandelt sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr zu einem wahren Schockerlebnis für alle Beteiligten, manifestiert sich der Horror doch immer mehr und nimmt dabei auch sehr agressive Formen an. Dies kommt insbesondere im letzten Drittel der Geschichte sehr gut zum Ausdruck, in der auch die zu Beginn noch eher ruhige Erzählstruktur merklich an Tempo zulegt. Die Geschehnisse gewinnen dabei immer mehr an Intensität, was für den Zuschauer zu einer äusserst schweisstreibenden Angelegenheit wird. Dazu trägt auch die dargestellte Zwischenwelt bei, die rein optisch sehr düster-und unheivoll umgesetzt wurde. Die hier stattfindenden Passagen enthalten sogar einige Action-Elemente, die dem gewonnenen Gesamtbild äusserst gut zu Gesicht stehen.

Der Hammer trifft einen allerdings erst am Ende des Filmes, denn obwohl alles nach einem echten Happy End aussieht nimmt das Geschehen noch einmal eine entscheidende Wendung. Obwohl man sich schon denken kann das noch irgend etwas nachkommt, trifft einen der gewählte Schluß wie ein Keulenschlag in den Unterleib und entlässt einen mit einem Gefühl des Unwohlseins aus der Geschichte. Dennoch muss man ganz ehrlich sagen, das der finale Showdown die Krönung eines erstklassigen Filmes ist, der ganzzeitig hervorragende Horrorkost bietet, die man unbedingt gesehen haben sollte. Und trotz der ganzen herausragenden Merkmale von "Insidious" kann ich persönlich einige Höchstnoten nicht ganz nachvollziehen. Vergleicht man das Werk einmal mit den weiter oben von mir genannten Filmen, dann kommt Wans Werk keinesfalls an die Klasse eines "Entity" heran, der für mich bei dieser Film-Gattung absolut unangefochten bleibt. In keinem anderen vergleichbaren Film wird der Betrachter so brachial und schnell mit dem vorherrschenden Horror konfrontiert, der erst gar keine Zeit zur Eingewöhnung für die Ereignisse lässt.

Trotzdem ist "Insidious" ganz sicher im oberen Drittel des Genres anzusiedeln und James Wan hat einmal mehr unter Beweis gestellt, das er hervorragende Horrorfilme kreieren kann, die eine unglaublich starke Faszination auf den Betrachter ausüben. Ein dramaturgisch erstklassiger Spannungsaufbau, eine sehr gelunge Grusel-Atmosphäre und sehr überzeugende Darsteller ergeben ein sehenswertes Gesamtpaket, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, wenn man ein Liebhaber gepflegter Horrorkost ist.


Fazit:


"Insidious" bietet kaum etwas was man noch nicht gesehen hat, bietet aber altbewährte Zutaten in einer ansprechenden Verpackung. Und auch wenn es sich hier nicht um den besten Vertreter seiner Art handelt, bekommt man auf jeden Fall sehenswerte und intensive Genrekost serviert.


7,5 / 10

Dienstag, 16. August 2011

Deadly Crossing









Deadly Crossing
(True Justice)
mit Steven Seagal, Meghan Ory, Warren Christie, William "Big Slepps" Stewart, Sarah Lind, Gil Bellows, Anna Van Hooft, Ben Cotton, Adrian Hough, Elizabeth Thai, Diana Pavlovska, John Tench, Kyle Cassie, Sarah-Jane Redmond, Alex Mallari Jr.
Regie: Keoni Waxman
Drehbuch: Steven Seagal
Kamera: Nathan Wilson
Musik: Carly Paradis
FSK 16
USA / 2010

Elijah Kane (Steven Seagal) ist der Boss einer Undercover-Einheit, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Straßen von Seattle von den Drogen zu säubern. Dafür müssen allerdings die Hintermänner und das Vertriebssystem der Drogen-Mafia gefunden werden, da snsonsten keine Erfolge verbucht werden können. Eine heikle Aufgabe für das Elite-Team beginnt, das jede Menge gefährliche Situationen überstehen muss.


"Deadky Crossing" ist der Pilotfilm zu einer amerikanischen TV-Serie, die unter dem Titel "True Justice" läuft und in der Action-Haudegen Steven Seagal den Chef einer Undercover-Gruppe darstellt, die in Seattle Jagd auf skrupellose Drogendealer macht. So macht die ehemalige Action-Ikone sich also auf, um auch die letzte noch nicht angetastete Bastion zu erobern, nämlich das Fernsehen. Nun sollte man allerdings fairerweise anmerken, das Seagal seine besten Tage längst hinter sich hat, was nicht nur rein optisch mehr als deutlich wird, sondern sich auch in seinem gesamten Bewegungsablauf widerspiegelt, denn von ehemals äusserst geschmeidigen Bewegungen ist nicht mehr sehr viel übriggeblieben. Dennoch macht es immer noch viel Spaß, seine Kampfkünste zu bewundern, die auch in vorliegendem Piloten einige Male zum Einsatz kommt, denn in Nahkämpfen ist er den meisten seiner Gegnern immer noch überlegen.

Man sollte hier jedoch keinesfalls die Action-Qualität seiner frühen Filme zugrunde legen, handelt es sich doch bei "Deadly Crossing" lediglich um einen Actioner, der sich auf solidem TV-Niveau bewegt, was ganz nebenbei auf den Film insgesamt zu beziehen ist. Knisternde Spannung oder gar furiose Kampfeinlagen sollte man nicht unbedingt erwarten, vielmehr entpuppt sich das Werk als eher handelsübliche Dutzendware, die leider ohne jegliche Höhepunkte auskommen muss. Trotzdem lässt sich das Geschehen doch weitaus besser anschauen, als man eventuell vermuten könnte, denn die Haupt-Charaktere der Geschichte erscheinen doch einigermaßen symphatisch, was durchaus als positiver Aspekt anzumerken ist und so vielleicht sogar der gesamten Serie einen gewissen Charme verleihen kann, was sich allerdings erst mit den nächsten Veröffentlichungen zeigen wird.

Auf jeden Fall aber ist das um Kane aufgebaute Team durchaus zeigenswert, auch wenn die Figuren an sich eher ziemlich blass und oberflächlich nachgezeichnet sind. Kane selbst stellt im Prinzip genau den Charakter dar, den Seagal bisher immer gespielt hat, nämlich einen obercool erscheinenden-und recht wortkargen Typen, der viel lieber seine Fäuste sprechen lässt. Die üblichen Macho-Sprüche dürfen an der Stelle selbstverständlich auch nicht fehlen, nur wirken diese keinesfalls mehr so authentisch wie noch in den 80er Jahre Filmen und haben dadurch manchmal schon fast einen etwas peinlichen Nachgeschmack. Doch selbst in fortgeschrittenem Alter und mit etlichen Pfunden zuviel auf den Rippen kommt diese Art bei Seagal irgendwie immer noch einigermaßen lässig rüber und man nimmt ihm diesen Typus Mann immer noch eher ab als so manch anderem in die jahre gekommenen Schauspieler.

Letztendlich sollte man als Zuschauer die Erwartungen nicht zu hoch ansiedeln, denn auch die in den letzten Jahren etlichen B-Movies mit Seagal waren schon nicht mehr das Gelbe vom Ei. Da macht dann auch vorliegender Pilotfilm der TV-Serie "True Justice" keine Ausnahme. Trotz einiger recht unterhaltsamer Action-Passagen mangelt es ein wenig an Qualität und auch im Bezug auf Spannung wird man nicht unbedingt verwöhnt. Und so handelt es sich mit Sicherheit nicht gerade um einen absoluten Quoten-Renner, aber immerhin um einen soliden Einstieg in eine TV-Serie, die noch einiges Potential nach oben hat.


Fazit:


Die Zeiten von "Alarmstufe : Rot", "Zum Töten freigegeben" und "Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker" sind längst vorbei und Steven Seagal hat den Zenit schon seit etlichen Jahren überschritten. Trotzdem schafft es die 80er Jahre Ikone immer noch, halbwegs gute Actioner an den Start zu bringen, was etlichen anderen Schauspielern aus seiner Ära ( z.B Van Damme) schon seit Ewigkeiten nicht mehr gelungen ist. "Deadly Crossing" stellt dabei alles andere als ein echtes Highlight dar, bietet aber immerhin solide TV-Action, die größtenteils kurzweilig zu unterhalten weiss und die Vorfreude auf die weiteren Veröffentlichungen aufrecht erhält.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 87 Minuten


6/10

Sonntag, 14. August 2011

Hanger









Hanger
(Hanger)
mit Debbie Rochon, Dan Ellis, Nathan Dashwood, Ronald Patrick Thompson, Lloyd Kaufman, Wade Gibb, Alastair Gamble, Candice Lewald, Nadia Grey, Stephanie Walker, Randy Jones, Rochelle-Lynn Jones, Susan Arum
Regie: Ryan Nicholson
Drehbuch: Ryan Nicholson / Patrick Coble
Kamera: Jay Gavin
Musik: Patrick Coble
Ungeprüft
USA / 2009

Eine Abtreibung zu überleben, grenzt schon an ein Wunder. Nicht jedoch für Hanger, der dieser Hölle entrinnen konnte und nun 18 Jahre später den Mord an seiner Mutter rächen will. Dabei muss er sich aber nicht nur mit dem Luden Leroy herumschlagen, sondern steht auch noch einer Horde von Zuhältern, Junkies und Prostituierten Auge in Auge gegenüber. Aber Hanger hat seine Angst vor dem unfassbaren schon vor langer Zeit überwunden.


Der neue Film von Ryan Nicholson ist durchaus dazu in der Lage, einen mit zwiespältigen Gefühlen zurückzulassen, jedenfalls ist das bei mir der Fall. Nachdem mir sein letztes Werk "Gutterballs" eigentlich sehr gut gefallen hat, bin ich doch mit einigen Erwartungen an diesen neuen und sehr trashigen Film herangegangen, die aber leider nur teilweise erfüllt wurden. Nun ist Nicholson ja nicht gerade dafür bekannt, das seine Produktionen besonders wertvoll sind, oder einen tiefergehenden Sinn haben, vielmehr steht ganz einfach der Härtegrad und der Unterhaltungswert im Vordergrund. Teilweise fühlt man sich schon an die kultigen Troma-Produktionen erinnert, die natürlich zugegebenermaßen nicht jeden Geschmack treffen, jedoch handelt es sich dabei eigentlich immer um ziemlich harte Trash-Granaten.

Auch "Hanger" geht ganz eindeutig in diese Richtung, denn wie man schon aus der Inhaltsangabe ersehen kann, ist die Geschichte absolut trashig und man sollte hier definitiv keine Ernsthaftigkeit erwarten. Dafür wird man viel eher mit absolut skurrilen Charakteren konfrontiert, das dabei gebotene Schauspiel ist allerdings nicht der Rede wert, doch hat man das wohl auch nicht unbedingt erwarten können und ausserdem passt es absolut hervorragend in die vollkommen groteske Szenerie, die einem hier präsentiert wird. Es gibt die unmöglichsten und weniger glaubhafzen Situationen, von denen einige mal so richtig eklig sind und manch einem eventuell sogar Schwierigkeiten bereiten, das Mittagessen in sich zu behalten, hierfür könnte allein schon die Abtreibungsszene am Anfang des Filmes sorgen.

Was mich etwas enttäuscht hat, ist der hier vorhandene Härtegrad, denn gerade nach "Gutterballs" hätte ich persönlich da etwas mehr erwartet, doch in dieser Beziehung war Nicholson dieses Mal meiner Meinung nach etwas zu sparsam. Das soll aber keineswegs bedeuten, das dieser Film hier weichgespült wäre, denn es gibt schon mehrere wirklich harte Passagen zu sehen, aber die Phasen dazwischen sind einfach etwas zu lang geraten und bieten nicht gerade sehr viel Abwechslung für den Zuschauer, da sie doch mit eher sinnbefreiten Dialogen und Handlungen gefüllt sind. Auch fand ich, das der Titelheld dieses Werkes viel zu wenig im Mittelpunkt des Geschehens stand, sondern vielmehr sein Vater, der unbedingt Rache nehmen will.

Letztendlich handelt es sich bei "Hanger" um einen typischen Film von Ryan Nicholson, Niveau oder Story-Inhalt sind hier eher Nebensache, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Für Fans extrem trashiger und vollkommen sinnbefreiter Filme mit teils sehr ekligen Szenen und einem gesunden Maß an Härte ist dieses Werk allerdings absolutes Pflichtprogramm, an dem man nicht vorbei kommt.


7/10

Freitag, 12. August 2011

Shadow - In der Gewalt des Bösen









Shadow - In der Gewalt des Bösen
(Shadow)
mit Jake Muxworthy, Karina Testa, Nuot Arquint, Chris Coppola, Ottaviano Blitch, Matt Patresi, Emilio De Marchi, Gianpiero Cognoli
Regie: Federico Zampaglione
Drehbuch: Federico Zampaglione / Domenico Zampaglione
Kamera: Marco Bassano
Musik: Andrea Moscianese
FSK Keine Jugendfreigabe
Italien / 2009

Der junge US-Soldat David will bei einer Mountainbike-Tour in den Alpen das Grauen des Irak-Kriegs hinter sich lassen. Doch statt einer erholsamen Reise wartet auf David und seine Urlaubsbekanntschaft Angeline ein unglaublicher Höllen-Trip: Zunächst müssen sie zwei aggressive Jäger abschütteln. Und dann findet sich David plötzlich mit seinen Verfolgern in der Gewalt des Einsiedlers Mortis wieder, der in einem geheimen Labor im Wald grausame Menschenversuche durchführt. Ein unfassbarer Albtraum beginnt


Mit "Shadow" hat das italienische Kino endlich einmal wieder einen sehr gelungenen Genre-Beitrag abgeliefert, der wirklich alles beinhaltet, was einen sehenswerten Horror / Thriller ausmacht. Dabei hat Regisseur Federico Zampaglione die traumatischen Kriegserlebnisse eines jungen Mannes gekonnt mit Elementen eines waschechten Backwood-Slashers verbunden und zudem noch einige Passagen eingebaut, die so manchem Folter-Horrorfilm alle Ehre machen würden. Das eigentliche Kunststück daran ist der Aspekt, das alle drei Thematiken in einer Laufzeit von gerade einmal knapp 75 Minuten bearbeitet werden und jeder Thematik-Anteil recht gut ausgearbeitet wird. Dabei beginnt die Geschichte eigentlich eher ruhig, denn in den ersten Minuten wird man hauptsächlich mit herrlichen Landschaftsaufnahmen konfrontiert, befindet sich die Hauptfigur David doch in einem Biker-Paradies in Italien, um dort sein Kriegstrauma zu vergessen. Ziemlich schnell wird diese Idylle jedoch zerstört, denn um einer jungen Frau beizustehen legt sich David mit zwei skrupellosen Jägern an, die sich fortan an die Fersen des jungen Päärchens heften.

Nun kommt es in dieser Phase der Geschichte noch nicht dazu, das der wahre Horror in den Vordergrund tritt, hier muss man sich noch etwas in Geduld üben und die zweite Filmhälfte abwarten, dennoch erkennt man schon jetzt den äusserst gelungenen Spannungsaufbau der Geschehnisse, der sich im weiteren Verlauf immer weiter steigern-und bis zur letzten Einstellung halten soll. Auch die Temposteigerung der Erzählweise ist unübersehbar, fast schon ruckartig wird das Szenario immer rasanter und eine Menge Action-Passagen halten Einzug in den Plot. Nachdem sich Jäger und Gejagte dann eine erbitterte Verfolgungsjagd geliefert haben, tritt dann auch der pure Horror in Erscheinung, erscheint doch auf einmal ein offensichtlicher Sadist auf der Bildfläche, der abartige Foltermethoden an Menschen ausprobiert. Mit einemmal veränderst sich die Situation vollkommen, werden doch aus Gegnern Leidensgefährten, die sich zusammentun, um den furchtbaren Gegner in seine Schranken zu weisen.

Der Einzug haltende Härtegrad nimmt nun sichtlich zu und der Film wartet mit einigen wirklich derben Momenten auf, ohne jedoch den üblichen Rahmen sprengen, dennoch gibt es einige Szenen, bei denen man unwillkürlich zusammenzuckt. Das herausragende ist jedoch die sich entfaltende Atmosphäre, war diese im ersten Teil des Filmes streckenweise schon äusserst dicht-und bedrohlich, so erhält sie nun auch noch einen richtig dreckigen-und siffigen Anstrich, was dem bis hierhin gewonnenen Gesamteindruck noch einmal noch einmal zusätzlich unterstreicht und aufwertet. Wer nun allerdings denkt, das sich die Geschichte nun geradlinig zum Ende hinzieht, wird mit einer großen Überraschung konfrontiert, hat Zampaglione dem Szenario doch zum Ende hin eine Wendung beigefügt, die man beim besten Willen nicht vorhersehen konnte. Die bis zu diesem Zeitpunkt eher sporadisch in Erscheinung tretenden Kriegstrauma-Passagen bekommen nun eine ganz andere Gewichtung und kristallisieren sich sogar als Hauptbestandsteil der Story heraus. Das gesamte Geschehen wie auch die einzelnen Charaktere werden nun ganz anders betrachtet, wodurch eine komplett neue Sichtweise des Ganzen entsteht.

Letztendlich kann man "Shadow" nur ein überdurchschnittlich gutes Gesamturteil ausstellen, offenbart sich doch ein sehr spannender und atmosphärischer Genre-Vertreter, dessen absoluter Höhepunkt die Wendung am Ende des Szenarios ist. Dort wied der Zuschauer mit einem waschechten Aha-Effekt konfrontiert, der sämtliche Ereignisse förmlich auf den Kopf stellt und in keiner Phase des Filmes vorhersehbar war. Allerdings wirkt dieser Plottwist lediglich bei der ersten Sichtung, dennoch handelt es sich bei "Shadow" um ein Werk, das man sich auch mehrmals anschauen kann.


Fazit:


"Shadow - In der Gewalt des Bösen" ist ein überdurchschnittlich guter Horrorfilm, der in einer verhältnismäßig kurzen Gesamtspielzeit mehrere Genres sehr gut miteinander verbindet. Ein dramaturgisch erstklassiger Geschichtsaufbau, eine dichte-und bedrohliche Grundstimmung und ein nicht vorhersehbares Ende sorgen für ein Filmvergnügen, das man sich sehr gut anschauen kann. Auch im darstellerischen Bereich gibt es keinerlei Grund zur Klage, oscarreifes Schauspiel sollte man allerdings nicht erwarten. Dafür sind sämtliche Figuren der Geschichte mit äusserst authentischen Darstellern besetzt, die allein schon optisch den jeweiligen Charakteren entsprechen. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann den Film bedenkenlos weiterempfehlen.


7,5/10

Mittwoch, 10. August 2011

Das 3. Auge








Das 3. Auge
(Il Terzo occhio)
mit Franco Nero, Gioia Pascal, Erika Blanc, Olga Solbelli, Marina Morgan, Richard HillockLuciano Foti
Regie: Mino Guerrini
Drehbuch: Gilles De Reys / Mino Guerrini
Kamera: Alessandro D'Eva
Musik: Francesco De Masi
FSK 18
Italien / 1966

Der junge Graf Mino lebt mit seiner herrischen Mutter und der eifersüchtigen Haushälterin Martha auf einem Schloss an der italienischen Küste. Ein paar Tage vor seiner Hochzeit mit der attraktiven Laure verunglückt diese auf mysteriöse Weise. Kurz darauf wird seine Mutter ermordet. Der labile Mino verliert mehr und mehr den Verstand und beginnt, wahllos junge Mädchen zu töten. Martha, die ihn liebt, steht ihm dabei tatkräftig zur Seite. Eines Tages erhält er Besuch von einer Frau, die seiner verstorbenen Laura wie aus dem Gesicht geschnitten ist...


Das es sich bei Mino Guerrinis Klassiker aus dem Jahre 1966 um das Original zu Joe D'Amatos Horror-Klassiker "Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf" handelt, dürfte einigen Leuten nicht unbedingt geläufig sein. Vom Bekanntheitsgrad her dürfte nämlich D'Amatos weitaus härtere Version der Geschichte um den jungen Grafen Mino weitaus verbreiteter sein, der hier vom jungen Franco Nero dargestellt wird, wobei man auch gleichzeitig bei einem absoluten Höhepunkt des Filmes angelangt ist. Ist Neros Performance doch nahezu grandios und bietet dem Zuschauer einen erstklassigen Einblick in die kranke Seele eines Mannes, der in einem schon als krankhaft zu bezeichnenden Abhängigkeitsverhältnis zu seiner strengen Mutter aufgewachsen ist. Schon im frühen Alter von 25 Jahren gibt Nero hier eine Probe seines schauspielerischen Könnens und besticht insbesondere durch eine herausragende Mimik. Man kann dem von ihm dargestellten Charakter förmlich im Gesicht ablesen und kann sich so einen äusserst guten Eindruck von der offensichtlich kranken Psyche des Mannes machen. Sein generell recht gestörtes Verhältnis zu Frauen kommt immer wieder zum Vorschein, vor allem aber drückt sich dieses in seiner Beziehung zu seiner Verlobten aus, der gegenüber er einen schon sehr ausgeprägten Kontrollzwang ausübt.

Ganz generell unterscheidet sich der Film im Gegensatz zu seiner Neuauflage vor allem darin, das Mino hier fast gänzlich ohne explizite Gewaltdarstellungen auskommt und sich viel intensiver um die tiefgehende Beleuchtung der einzelnen Figuren kümmert. So sollte man dann auch trotz einer 18er Freigabe keinesfalls einen harten Horrorfilm erwarten, sondern vielmehr eine Art Horror-Drama, in dem der aufkommende Horror lediglich subtiler Natur ist und einem schleichend unter die Haut kriecht. Bis auf eine kleine Messerattacke hat der Betrachter keinerlei Härten zu erwarten und selbst die erwähnte Passage wirkt aus heutiger Sicht vollkommen harmlos, so das eine 16er Freigabe vollkommen ausreichend gewesen wäre. Dennoch entfaltet das Geschehen aber einen gewissen Härtegrad, der sich allein durch das Verhalten des Grafen und die verbale Andeutung gewisser Aktionen andeutet (Säurebad). Dadurch wird die eigene Fantasie in Gang gesetzt und die blose Vorstellung der Aktionen kann durchaus für eine gepflegte Gänsehaut sorgen. So beinhaltet der Film dann auch durchgehend ein herrlich schauriges Grusel-Feeling, das durch den Schauplatz der riesigen Villa noch zusätzlich untermauert wird, in der sich der Großteil der Geschichte abspielt.

Am hervorstechendsten sind bei Minos Klassiker allerdings die offensichtlichen Ähnlichkeiten zu Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Psycho", dessen offensichtlicher Einfluss kaum zu übersehen ist. Auch hier ist die seelisch kranke Hauptfigur als Tierpräparator tätig, dann wäre da noch das absolut gestörte Verhältnis zur Mutter und zu guter Letzt die Aufbewahrung einer Leiche im eigenen Haus. So drängt sich ein indirekter Vergleich der Werke fast schon zwangsläufig auf und so schlecht schneidet "das 3. Auge" in diesem Vergleich gar nicht ab. Nimmt man einmal D'Amatos Remake zur Hand, das selbstverständlich viel mehr auf Härte getrimmt ist und durch einige recht derbe Passagen auffällt, so handelt es sich in vorliegendem Original um die Qualitativ bessere Version. Dies ist meiner Meinung nach auch sehr einfach zu begründen, denn die weitaus bessere Beleuchtung der einzelnen Figuren lässt einen einen viel besseren bezug zu den Personen herstellen. Ausserdem werden auch die krankhaften Beziehungen untereinander viel besser ausgearbeitet, der pure Wahnsinn ist hier einfach viel greifbarer und hinterlässt einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis.

Alles zusammengenommen hat man es hier mit einem herrlichen Klassiker zu tun, der leider nicht die Anerkennung und den Bekanntheitsgrad erfährt, der im aufgrund seiner Klasse zustehen würde. Handelt es sich doch um eine spannend umgesetzte Story, die vor allem in atmosphärischer Hinsicht eine echte Granate ist. Hinzu kommen die wirklich hervorragenden Schauspieler, die allesamt durch glänzende Leistungen auffallen. Und trotzdem ragt ein spielfreudiger-und ausdrucksstarker Franco Nero noch einmal ganz besonders hervor und schafft es ganzzeitig, den Zuschauer förmlich in seinen Bann zu ziehen. Nicht nur für Fans des italienischen Kinos ist dieser Klassiker absolut sehenswert, denn jeder Genre-Freund, der mit der Neuauflage von D'Amato Bekanntschaft gemacht hat, sollte allein aus Vergleichsgründen auch einmal zum Original greifen.


Fazit:


"Das 3. Auge" ist ein rundum stimmiger Genre-Beitrag, der vollkommen ohne Härten auskommt und dennoch jederzeit gruselige Stimmung und jede Menge Spannung beinhaltet. Tiefgehende Charakter-Beleuchtungen und ein äusserst spielfreudiges Darsteller-Ensemble sind die weiteren Zutaten für einen Filmgenuss auf höchstem Niveau, den man unbedingt erlebt haben sollte.


8,5/10

Montag, 8. August 2011

Terror Firmer








Terror Firmer
(Terror Firmer)
mit Will Keenan, Alyce La Tourelle, Lloyd Kaufman, Trent Haaga, Sheri Wenden, Debbie Rochon, Yaniv Sharon, Charlotte Kaufman, Gary Hrbek, Joe Fleishaker, Ron Jeremy, Mario Diaz, Mo Fischer, Lyle Derek
Regie: Lloyd Kaufman
Drehbuch: Patrick Cassidy / Douglas Buck
Kamera: Brendan Flynt
Musik: Nobuhiko Morino
Ungeprüft
USA / 1998

ennifer kann am Set Punkte sammeln – eine kleine aber feine Sexrolle mit Jerry ist die Belohnung. Trotzdem entwickeln sich die Dreharbeiten langsam aber sicher zur Katastrophe. Die Darsteller sterben wie die Fliegen, ob erschossen, überfahren, zerstückelt oder auch mal durch „langziehen der Nudel“ . Durch den Killer, durch Unfälle oder einfach nur Dusseligkeit, wen juckt das noch ? Am Ende kommt Jennifer dem Killer auf die Spur. Die Motive sind genauso merkwürdig, wie die Taten und der Killer selbst. Die Probleme lösen sich tromatisch !!


Nach langen Jahren des Wartens hat es nun endlich auch dieses "Juwel des schlechten Geschmacks" auf eine deutschsprachige DVD geschafft und das ist durchaus ein Grund zu jubilieren, denn hier wird einem alles geboten, was den Begriff "Trash" ausmacht.

Als Liebhaber der "Toxic Avenger" Filme bin ich auch mit ziemlich großen Erwartungen an diesen Troma-Film herangegangen und was soll ich sagen, sie sind mehr als nur erfüllt worden. Obwohl ich eigentlich der Meinung war, das Toxie nicht zu toppen ist, hat mich dieser Film aus der Troma-Schmiede doch eines Besseren belehrt.

Regisseur Lloyd Kaufman, der hier übrigens selbst einen blinden Film-Regisseur spielt, hat sich mit dieser Trash-Granate selbst übertroffen. Die Story ist so simpel wie genial, das Troma Filmteam dreht einen Tromafilm, da kann ja nur allerbester Trash herauskommen. Und genau das ist auch der Fall, denn was ich hier zu sehen bekam, das geht schon fast auf keine Kuhhaut mehr. Es wird gesplattert, das die Herzen aller Splatter-Fans in die Höhe schlagen, Körperflüssigkeiten-und Inhalte werden hier reihenweise verteilt und das alles ist garniert mit dem typischen Humor, der diese Filme so auszeichnet.

Die vorhandenen S/FX sind wie immer nicht die hochwertigsten, aber sie erfüllen ihren Zweck und steigern den von Haus aus schon sehr hoch angesiedelten Unterhaltungswerk. Ausserdem kann man den Härtegrad in Produktionen aus dem Hause Troma sowieso nicht mit normalen Maßstäben messen, hier herrschen halt die ganz eigenen Gesetze, die da lauten: härter, skurriler, Troma !

Über den geistigen Inhalt der Story, oder auch über Dialoge braucht man hier nicht lange reden, alles dient zur reinen Belustigung und Unterhaltung der Fans, die hier einmal mehr voll auf ihre Kosten kommen. Wenn es um wirklich tollen und phasenweise grotesken Humor geht, dann kommt man an dieser Perle des Trashfilms ganz einfach nicht vorbei, denn "Terror Firmer" bietet alles, was zur Belustigung beiträgt. Innovative Tötungsarten, dämliche Dialoge, skurrile Darsteller und Fäkal-Humor der extremsten Sorte.

Wer all diese Zutaten nicht mag, der sollte die Finger von diesem Film lassen, alle anderen werden hier ein unvergessliches Spaß-Erlebnis haben, das man nicht so schnell vergisst.


9/10

Samstag, 6. August 2011

Source Code









Source Code
(Source Code)
mit Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga, Jeffrey Wright, Michael Arden, Cas Anvar, Russell Peters, Brent Skagford, Craig Thomas, Gordon Masten, Susan Bain, Paula Jean Hixson, Lincoln Ward, Kyle Gatehouse, Albert Kwan
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Ben Ripley
Kamera: Don Burgess
Musik: Chris Bacon
FSK 12
Frankreich / USA / 2011

Eben war US-Soldat Colter Stevens noch im Kriegseinsatz, plötzlich findet er sich in einem Zug nach Chicago wieder - an der Seite einer jungen Frau, die ihn kennt, er sie aber nicht. Kurz darauf explodiert der Zug, und eine Stimme instruiert Stevens, dass er wieder zurück muss. Dank einer revolutionären Technologie kann er im Körper eines Passagiers die letzten acht Minuten vor der Explosion wiederholt miterleben, damit den Bomber ermitteln und dessen nächsten Terroranschlag noch am selben Tag verhindern.


Mit "Source Code" präsentiert Duncan Jones seine zweite Regiearbeit in Spielfilmlänge und präsentiert dem Zuschauer einen Film, der sich einer schon oft verarbeiteten Thematik bedient. Wurde das Tema der Zeitreisen oder zeitlicher Endlosschleifen schon in Filmen wie "12:01", "Butterfly Effect" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier" verarbeitet, bietet vorliegende Geschichte dennoch keinesfalls einen Abklatsch diverser Szenarien, denn das Geschehen ist äusserst spannend-und intelligent umgesetzt worden. Dabei beginnt die Story in den ersten Minuten eigentlich wie ein absolut typischer Thriller und lässt dabei keinerlei Rückschlüsse auf einen herausragenden SCI/FI Film zu, als der sich "Source Code" dann letztendlich entpuppt. Im Focus der Ereignisse steht der junge Soldat Colter Stevens, der von einem glänzend aufgelegten Jake Gyllenhaal absolut perfekt-und glaubwürdig dargestellt wird. Kann man sich zu Beginn der Story noch keinen echten Reim auf die sonderbaren Ereignisse-und den Aufenthaltsort des Soldaten machen, so lichtet sich dieser Schleier doch verhältnismäßig schnell, denn spätestens nach dem ersten Filmdrittel weiss man ziemlich genau, wo der Hase langläuft.

Nun könnte man durch diesen Aspekt schnell zu der Meinung gelangen, das dieser Punkt die gerade aufgebaute Spannung in sich zusammenfallen lassen würde, doch in diesem Bezug braucht man sich überhaupt keine Sorgen zu machen. Tritt doch viel eher das Gegenteil ein, denn durch das Verstehen der Zusammenhänge wird der Zuschauer immer tiefer in eine herausragende Geschichte hineingezogen, die sich in 8 Minuten Abschnitten abspielt. Denn genau für diese Zeitspanne wird Stevens immer wieder durch eine hochwertige Technologie (Source Code) in den Zug transportiert, der dem in der Inhaltsangabe erwähnten Terroranschlag zum Opfer fällt. Dabei schlüpft er in die Identität eines ihm vollkommen unbekannten Mannes, der mit seiner Freundin unterwegs ist. Sein Ziel ist es dabei allerdings nicht das Unheil zu verhindern, was auch gar nicht möglich ist, er soll lediglich die Identität des Terroristen herausfinden, der noch weitere Anschläge angekündigt hat, die es zu verhindern gilt. Und so kommt es dann in erster Linie zu offensichtlichen Gleichheiten zu einem Film wie "Und täglich grüßt das Murmeltier", nur das es sich beim erwähnten Werk halt um eine Komödie handelt.

Man wird immer wieder mit dem gleichen Ausgangs-Szenario konfrontiert, was allerdings keinerlei Langeweile aufkommen lässt, da sich das Geschehen mit jeder Wiederholung auch zusehends verändert und Stevens seinem Ziel immer näher kommt. Doch nicht nur der äusserst spannende Storyverlauf sorgt hier für ein erstklassiges Filmerlebnis, denn Duncan Jones hat auch genügend Platz fpr zwischenmenschliche Töne und einen ordentlichen Schuß Tragik gelassen. Letzteres bezieht sich insbesondere auf die Situation in der sich die Hauptfigur befindet, ist sie doch absolut hoffnungslos und bietet im Prinzip keinerlei Spielraum für ein eventuelles Happy End. Das bezieht sich aber nicht auf veränderte veränderte Handlungsabläufe, die Colter durch seine ständigen Zeitreisen erwirkt, sondern lediglich auf die Lage, in der sich der junge Mann befindet. Und doch ist es Duncan Jones meiner Meinung nach gelungen, den Betrachter insbesondere in diesem Punkt mit einem befriedigendem Ende zu beglücken. Zwar wirft der gewählte Schluss auch gleichzeitig einige Fragen auf und eröffnet einige Logiklöcher, doch das insgesamt erstklassige Gesamtbild des Filmes wird dadurch nur ein klein wenig geschmälert.

Die zwischenmenschlichen Töne werden durch eine im Nebenerzählstrang aufkommende Liebesgeschichte zum Ausdruck gebracht, die sich zwischen Cole und der hübschen Christina (Michelle Monaghan) entwickelt. Es fällt ziemlich schwer, noch mehr über diesen tollen Film zu sagen, ohne anderen dabei die Spannung vorwegzunehmen, denn jede weitere Andeutung könnte einigen Leuten eventuell die Laune verhageln. Man sollte sich schon selbst der Faszination dieses Werkes hingeben, das eine äusserst gelungene Mixtur aus Thriller-und SCI/FI Film darstellt und zudem auch noch mit einem absolut grandiosen Darsteller-Ensemble besetzt ist, dem man die Spielfreude wirklich anmerkt. Dennoch sticht Gyllenhaal mit seiner überragenden Performance noch einmal merklich heraus, besser hätte man die Hauptrolle nun wirklich nicht besetzen können.


Fazit:


Auch wenn man die hier bearbeitete Thematik schon einmal in ähnlicher Form gesehen hat, so unterscheidet sich "Source Code" dennoch in etlichen Dingen von anderen Genre-Vertretern. Eine perfekte Bewertung des Filmes wird lediglich durch die zum Ende hin auftretenden Logiklöcher verhindert, die allerdings im Gesamtergebnis eher zu vernachlässigen sind, da es sich um ein Defizit auf eeinem extrem hohen Niveau handelt. Genre-Fans sollten sich diesen Leckerbissen jedenfalls nicht entgehen lassen.


9/10

Donnerstag, 4. August 2011

Priest









Priest
(Priest)
mit Paul Bettany, Karl Urban, Cam Gigandet, Maggie Q., Lily Collins, Brad Dourif, Stephen Moyer, Christopher Plummer, Alan Dale, Mädchen Amick, Jacob Hopkins, Dave Florek, Joel Polinsky, Josh Wingate, Jon Braver
Regie: Scott Charles Stewart
Drehbuch: Cory Goodman / Min-Woo Hyung
Kamera: Don Burgess
Musik: Christopher Young
FSK 16
USA / 2011

In einer postapokalyptischen Welt kämpft die Menschheit seit Jahrhunderten gegen Vampire. Priest bricht mit seinen kirchlichen Herren, um seine von Vampiren entführte Nichte Lucy zu retten. Auf seinem fast aussichtslosen Unterfangen - er hat nur wenige Tage Zeit bevor Lucy selbst zum Vampir wird - begleiten ihn der junge Freund Lucys, Hicks, ein Halbvampir und eine Priester-Kollegin und Kämpferin mit übernatürlichen Fähigkeiten.


In den letzten Jahren ist es mittlerweile Gang und Gebe geworden, das Vampire längst nicht mehr als die klassischen-und aristokratischen Blutsauger dargestellt werden, wie es vor allem in etlichen alten Klassikern des Genres der Fall war. Und so werden auch hier glitschige-und schleimige Monster präsentiert, die mit riesigen Fangzähnen ausgestattet sind und mit dem Vampir im herkömmlichen Sinne nur noch sehr wenig zu tun haben. Ob man diese Art neuer Blutsauger mag oder nicht, liegt immer im Auge des Betrachters, doch in vorliegender Geschichte passen diese Wesen perfekt in das dargestellte Szenario. Nun ist "priest" eine weitere Comic-Verfilmung, beruht das Szenario doch auf asiatischen Manga-Comics, was dem Zuschauer auch gleich zu Beginn der Story durch einige Comic-Passagen verdeutlicht wird. Die Verfilmung an sich hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck, weiss man doch eigentlich nicht so richtig, wie man das Werk von Scott Charles Stewart bewerten soll, das zwar etliche positive, aber durchaus auch negative Aspekte beinhaltet.

Rein technisch gesehen gibt es eigentlich überhaupt nichts auszusetzen, entfaltet sich doch äusserst schnell ein äusserst temporeiches-und auch actiongeladenes Geschehen, das eine sehr gelungene Mixtur aus Western, SCI/FI-und Horrorfilm bietet und insbesondere durch seine düstere Optik zu überzeugen weiss. Hinzu kommt eine herrlich apokalyptische Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte zieht. Auch im Bezug auf die vorhandenen Effekte kann man nicht klagen, hier wartet der Film mit mehreren wirklich gelungenen Passagen auf, die jede Menge Kurzweil und erstklassige Unterhaltung versprechen. Das war es dann allerdings auch mit den positiven Aspekten und wir kommen zu den negativen Seiten eines Werkes, das wirklich nur als nette Unterhaltung für zwischendurch angesehen werden kann. Die inhaltliche Substanz von "Priest" geht nämlich gegen null, hat man doch den Ablauf der Story schon unzählige Male in dieser oder ähnlicher Form in anderen Genre-Vertretern gesehen, so das man keinerlei Neuerungen oder innovative Ideen erwarten sollte.

Das ist auch der Hauptgrund dafür, das der Film trotz seines hohen Unterhaltungswertes auch durchaus etwas Langeweile aufkommen lassen kann. Man merkt doch ziemlich stark, das einen die Story an sich streckenweise richtig anödet und nie so richtige Begeisterung auslösen kann. Ich persönlich hatte jedenfalls ganzzeitig das Empfinden, das ich dieser sich ständig wiederholender Story-Plots überdrüssig bin und frische Ideen doch schmerzlich vermisse. Dennoch zähle ich "Priest" zu den Filmen, die man sich ohne Bedenken gut anschauen kann, denn allein schon die Kombination aus mehreren Genres macht eine Sichtung absolut sehenswert. Denn auch die Darsteller machen einen ordentlichen Job, wobei die jeweiligen Charaktere nicht besonders viel hergeben, als das man von gutem oder schlechten Schauspiel sprechen könnte. Keine der Figuren wird einem wirklich nähergebracht oder erfährt eine tiefere Beleuchtung, so das man eigentlich auch keinen echten Bezug zu einer der Personen herstellen könnte. Und so kann man im Endeffekt lediglich die Leistungen in den jeweiligen Action-Sequenzen beurteilen und diese werden allesamt mit Bravour gemeistert.

Letztendlich ist "Priest" eine durchaus gelungene Comic-Verfilmung, die vor allem in technischer Hinsicht keinerlei Grund zur Beanstandung liefert. Coole Action, ein temporeiches Szenario und eine grandiose Optik sorgen für ein absolut kurzweiliges Filmvergnügen. Wenn man allerdings etwas mehr erwartet, wird die Enttäuschung am Ende doch ziemlich groß ausfallen, da man die Handlungsabläufe fast komplett vorhersehen kann, die man schon sooft in dieser oder ähnlicher Form gesehen hat. Eine gute Geschichte sieht jedenfalls anders aus als die hier eher sehr ausgedünnte Rahmenhandlung, die keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockt.


Fazit:


Wem handelsübliche Genrekost noch immer nicht aus den Ohren herauskommt, ist dieser Film sicherlich zu empfehlen. Kurzweilige Filmkost bekommt man auf jeden Fall geboten, wer jedoch etwas Neues zu Gesicht bekommen möchte, sollte sich "Priest" erst gar nicht anschauen, denn Innovation bekommt man in keiner einzelnen Phase der Geschichte geboten.


6/10

Mittwoch, 3. August 2011

96 Hours








96 Hours
(Taken)
mit Liam Neeson, Maggie Grace, Leland Orser, Jon Gries, David Warshofsky, Holly Valance, Katie Cassidy, Xander Berkeley, Olivier Rabourdin, Gerard Watkins, Famke Janssen, Marc Amyot, Mathieu Busson
Regie: Pierre Morel
Drehbuch: Luc Besson / Robert Mark Kamen
Kamera: Michel Abramowicz
Musik: Nathaniel Mechaly
FSK 16
Frankreich / Großbritannien / USA / 2008

Weil er sie jahrelang für seinen Regierungsjob vernachlässigen musste, hat Ex-Agent Bryan vieles gutzumachen bei seiner Tochter Kim. Als die 17-Jährige beim Urlaub in Paris verschleppt wird, bietet sich dem entsetzten Vater die Chance dazu. Mit beispielloser Härte und Konsequenz erklärt er albanischen Mädchenhändlern den Krieg, die Kim in einer geheimen Auktion versteigern wollen. Alsbald zieht sich eine Schneise der Zerstörung durch die französische Hauptstadt, bis Bryan auf dem Boot eines reichen Arabers landet.


Liam Neeson ist nun wirklich ein absolut toller Darsteller und hat auch schon in etlichen Filmen geglänzt, ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, ihn schon einmal in einer solch coolen Rolle gesehen zu haben wie in "96 Hours". Er mimt den Ex-Agenten Bryan dabei mit einer Lässigkeit und Authenzität, das es wirklich eine wahre Pracht ist, wodurch der Sehgenuss dieses erstklassigen Action-Thrillers noch einmal zusätzlich gesteigert wird. In den ersten gut 25 Minuten der Geschichte bekommt man einen Überblick über die für die Story wichtigen Figuren, den man als vollkommen ausreichend ansehen kann, auch wenn dabei keine sonderliche Tiefe vorliegt. Nach dieser ruhigen Einführungsphase zieht das Erzähltempo dann ganz enorm an und es entwickelt sich ein regelrechtes Action-Spektakel, das dem Zuschauer phasenweise die Luft zum atmen nimmt. Liam Neeson läuft dabei zur absoluten Galaform auf und entpuppt sich als knallharter und kompromissloser Mann, der kein ihm zur Verfügung stehendes Mittel auslässt, um seine entführte Tochter wohlbehalten wiederzufinden. Und dabei kracht und knallt es ganz gewaltig, ganze Gebäude werden zum Einsturz gebracht und den Menschenhändlern geht es gehörig an den Kragen, denn Gnade scheint ein Begriff zu sein, der im Sprachschatz des Ex-Agenten nicht existent ist.

Nun gibt es sicherlich etliche Momente, in denen man gewisse Ereignisse - und Handlungsabläufe durchaus in Frage stellen darf, wird Bryan doch schon fast als eine Art unverwundbarer Superheld dargestellt, der zudem auch noch über unglaubliche Fähigkeiten verfügt. An so manchen Stellen muss man fast zwangsläufig an die TV-Serie "McGyver" denken, in der Richard Dean Anderson sich aus den hoffnungslosesten Situationen befreien konnte, oder selbst aus Kugelschreibern und Kaugummi eine Bombe herstellen konnte. Zwar gibt es in "96 Hours" nicht annähernd eine so große Ansammlung von unwahrscheinlichen Ereignissen, doch in gewissen Momenten kommen Erinnerungen an die genannte TV-Serie zurück. Dieser Aspekt ist allerdings noch nicht einmal als negativ anzukreiden, viel eher tritt sogar das Gegenteil ein, denn steigern diese Passagen den von Haus aus schon enorm hohen Unterhaltungswert gleich noch einmal und passen zudem auch nahezu perfekt in das herausragende Gesamtbild, das dieser Film hinterlässt.

Umgangssprachlich kann man dieses Werk wirklich als echtes "Brett" bezeichnen, in dem sämtliche Komponenten perfekt ineinander greifen und einen Gesamteindruck beim Betrachter hinterlassen, den man nur als sehr gut bezeichnen kann. Ganz egal, mit welchen Erwartungen man an den Film herangeht, sie werden auf jeden Fall übertroffen. Das Szenario ist dramaturgisch erstklassig aufgebaut und beinhaltet einen Spannungsbogen, der noch nicht einmal den kleinsten Einbruch erkennen lässt. Die wenigen eher ruhigen Phasen des Story-Plots benötigt man sogar, um zwischendurch einmal etwas zur Ruhe zu kommen, bevor schon wieder das nächste Action-Highlight auf einen wartet. Und davon gibt es wahrlich mehr als genug, ausserdem handelt es sich keinesfalls um banale Prügelszenen oder billige Stunts, das gesamte Geschehen bewegt sich vielmehr auf einem großartigen Niveau. Dennoch sollte man die Ereignisse nicht ausschließlich aus der Action-Perspektive sehen, denn wenn man sieht, wie skrupellos und menschenverachtend die Menschenhändler hier mit ihren Opfern umgehen, dann hinterlässt das Ganze auch noch einen sehr bitteren, aber jederzeit realistischen Nachgeschmack. Vor allem die zum Ende hin stattfindenden Auktionen erinnern doch eher an eine Vieh-Messe, auf der Nutztiere angeboten werden, von Menschlichkeit ist hier weit und breit keine Spur.

Man sieht also ganz eindeutig, das "96 Hours" nicht nur ein herausragendes Action-Feuerwerk darstellt, sondern zudem auch einen harten-und glaubwürdigen Einblick in die Welt emotionsloser Verbrecher gestattet, für die ein Menschenleben überhaupt nichts bedeutet. Mädchen werden durch Drogen gefügig gemacht und dann an den Meistbietenden versteigert. Sollte ein Girl die Drogen-Tortur einmal nicht überleben ist das auch nicht weiter schlimm, denn mit Schwund muss schließlich gerechnet werden. Diesen teils erschreckend realistischen Eindruck hinterlässt das Geschehen jedenfalls beim Zuschauer, der durch das Gesehene auch durchaus zum nachdenken angeregt wird. So bietet der Film also wirklich alles was man sich nur wünschen kann, eine erstklassig besetzte Darsteller-Riege, aus der ein Liam Neeson noch einmal ganz besonders herausragt und eine Geschichte, die an Action und Spannung schwerlich zu überbieten ist, so das man im Endeffekt eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Von einigen Unwahrscheinlichkeiten einmal abgesehen bietet "96 Hours" absolut perfekte Unterhaltung. Ein Action-Thriller der Superlative der mit einem Hauptdarsteller besetzt ist, den man noch nie so cool gesehen hat. Zudem offenbart das Werk in diversen Passagen eine gewisse Tiefe, die einem die Thematik glaubhaft näher bringt, sowie ein Feuerwerk an Tempo-und Action, das man in dieser Form nicht jeden Tag geboten bekommt.


9/10

Montag, 1. August 2011

Eaters









Eaters
(Eaters)
mit Rosella Elmi, Guglielmo Favilla, Elisa Ferretti, Riccardo Floris, Fabiano Lioi, Alex Lucchesi, Francesco Malcom, Roberto Mariotti, Claudio Marmugi, Steve Sylvester,
Regie: Luca Boni / Marco Ristori
Drehbuch: Germano Tarricone / Marco Ristori
Kamera: Paco Ferrari
Musik: Bahntier / Justin Bennett / Wheelsfargo
FSK Keine Jugendfreigabe
Italien / 2010

Nach der Zombiekatastrophe hockt Dr. Gyno im geheimen Militärlabor und forscht angeblich nach einem Gegenmittel. Zwei mäßig motivierte Soldaten versorgen ihn mit frischen Testobjekten und unternehmen periodisch Ausflüge in die Umgebung, um nach Überlebenden zu suchen. In einem vergitterten Verschlag hockt eingesperrt die ehemalige Freundin von einem der Soldaten, infiziert, doch noch menschlich, auf ein Wunder oder den Durchbruch hoffend. Doch Dr. Gyno spielt falsch, plant in Wahrheit die Schöpfung einer Superrasse.


Uwe Boll präsentiert


Dieser Satz prangt einem auf dem DVD-Cover entgegen und kann im Prinzip als gelungene Marketing-Strategie angesehen werden, weckt er doch sicherlich die Neugier des Konsumenten. Liefern die Werke des deutschen Regisseurs Uwe Boll doch immer wieder genügend Stoff für etliche Diskussionen und lassen die Meinungen der Zuschauer teils sehr drastisch auseinandergehen. Dabei hat der gute Mann mit dem Film gar nichts zu tun und gibt lediglich seinen Namen her, um eventuell die Vermarktung dieses B-Movies etwas anzukurbeln. Der Film an sich bietet eine nicht unbedingt neue Variante der Zombie-Thematik, wieder einmal hat eine Epidemie Großteile der Menschheit dahingerafft und nur einige Überlebende fristen ein eher karges Dasein inmitten der Untoten. Dennoch hebt sich "Eaters" einigermaßen von anderen Genre-Vertretern ab und setzt dabei insbesondere nicht auf eine ansonsten übliche Erzählstruktur. Im Focus des Geschehens stehen zwei Soldaten, die mit einem Wissenschaftler in einem Militärlabor hausen und diesen immer wieder mit Untoten versorgen, damit dieser angeblich ein Heilmittel finden kann, mit dem man die Seuche bekämpft.

Nun entwickelt sich aber keineswegs ein italienischer Zombiefilm wie man ihn aus den 80er Jahren kennt, in denen diese Film-Gattung ihre absolute Blütezeit erlebt hat und Filme wie beispielsweise "Ein Zombie hing am Glockenseil" oder "Geisterstadt der Zombies" das Herz eines jeden Zombie-Fans höher schlagen ließen. Hier ist eine ganz neue Art von Untoten-Thematik am Start, was sich allein schon auf den Actiongehalt des Filmes bezieht, denn bei diesem Aspekt hält sich "Eaters" eher ziemlich vornehm zurück. Zwar gibt es immer wieder einige recht blutige Momente zu sehen, doch im Vergleich mit anderen Vertretern kocht man viel eher auf einer kleinen Sparflamme. Die Geschichte ist dafür äusserst dialoglastig ausgefallen, wobei es sich allerdings in erster Linie nicht unbedingt um qualitativ sehr hochwertige Wortwechsel handelt, in diversen Passagen gestalten sich die Gescpräche sogar aufgrund der vorherrschenden Situation etwas gewöhnungsbedürftig und lassen den nötigen Ernst etwas vermissen.

Die eigentliche Stärke dieser italienischen Low Budget Produktion ist die sehr gelungene Grundstimmung, die das Szenario verbreitet, offenbart sich dem Zuschauer doch eine Trostlosigkeit und Tristesse, die es jederzeit mit weitaus höher budgetierten Produktionen aufnehmen kann. So merkt man dem Film keinesfalls die gerade einmal 100.000 $ an, die zur Fertigstellung des Projektes zur Verfügung standen, bekommt man doch für ein solches Szenario perfekte Schauplätze geboten, die ein wirklich gelungenes Endzeit-Feeling vermitteln. Im Endeffekt handelt es sich also keinesfalls um einen so schlechten Vertreter, wie es einige Kritiken eventuell vermuten lassen könnten, denn das Werk von Luca Boni und Marco Ristori versprüht trotz einiger offensichtlicher Mankos auch durchaus seinen Reiz. Zwar offenbaren sich nur einige wenige Passagen, in denen echte Spannung entsteht und auch an Zombie-Action hätte es ruhig etwas mehr sein können, doch als Gesamtpaket präsentiert sich immer noch ein recht solider Genre-Beitrag, den man sich gut anschauen kann.

Zudem ist das Geschehen auch noch herrlich klischeebehaftet, so wird beispielsweise auch die Nazi-Thematik einmal mehr durch eine Gruppe Überlebender eingeführt, die sich einen Spaß daraus macht, diverse Wettschießen auf Untote zu veranstalten. Den Anführer der Bande sieht man zwar nur einmal während des Filmes, dennoch stellt die Figur einen absoluten Höhepunkt dar. Wenn man sieht, wer hier letztendlich dargestellt werden soll, kann man die erwähnte Passage sogar als äusserst gelungene Satire ansehen, die keinesfalls einer skurrilen Komik entbehrt. Und so kann man insgesamt von einem Zombiefilm sprechen der sicherlich kein Highlight darstellt, aber trotz einiger Defizite größtenteils gute Unterhaltung anbietet.


Fazit:


"Eaters" ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein cineastischer Hochgenuß, jedoch ist der Film weitaus besser als sein Ruf. Für ein so niedriges Budget bekommt man ein äusserst solides Szenario präsentiert, an dem man durchaus seine Freude haben kann, auch wenn sich das Werk im Bezug auf die Action-Sequenzen vornehm zurückhält.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Italienisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten


5,5/10