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Donnerstag, 29. September 2011

Cold Prey 3 - The Beginning









Cold Prey 3 - The Beginning
(Fritt vilt 3)
mit Ida Marie Bakkerud, Kim S. Falck-Jorgensen, Pal Stokka, Julie Rusti, Arthur Berning, Sturla Rui, Endre Hellestveit, Terje Ranes, Nils Johnson, Hallvard Holmen, Trine Wiggen
Regie: Mikkel Braenne Sandemose
Drehbuch: Lars Gudmestad / Peder Fuglerud
Kamera: Ari Willey
Musik: Magnus Beite
Keine Jugendfreigabe
Norwegen / 2010

Jeder Horror hat einen Anfang so auch die Saga des Spitzhackenmörders, der immer wieder Jugendlichen in den vereisten Bergen von Norwegen auflauert. Als Kind in den Siebzigern wurde er von seinem brutalen Vater im Keller ihrer einsamen Hütte missbraucht - immer wieder - die Mutter sah weg.
Jahre später ist der junge Mann für sich allein verantwortlich - und bereit für seine Rache. Andere Jugendliche sollen dafür bezahlen, dass sie all die Freiheiten haben, all den Spaß und die Freude, die er niemals verspüren durfte. Die Spitzhacke ist poliert. Es steht fest: Die Achtzigerjahre werden blutig. Verdammt blutig...



Nun endlich ist er da, der langersehnte Beginn der Geschichte um den geheimnisvollen Spitzhackenmörder. In den letzten Jahren ist es ja durchaus in Mode gekommen, einer erfolgreichen Reihe erst mit dem dritten Teil eine Vorgeschichte zu bescheren und bei diesem Aspekt macht auch "Cold Prey" keine Ausnahme. Wer jetzt allerdings auf eine ausführliche Beleuchtung der Anfänge hofft wird sicherlich etwas enttäuscht sein, denn die Entstehung des gnadenlosen Killers wird nur zu Beginn des Filmes leicht angerissen. In wenigen Minuten bekommt man einen knappen Überblick darüber, warum aus einem eher schüchternen Jungen ein Mörder wird, der unbarmherzig seine Opfer tötet. Dennoch ist selbst diese oberflächliche Beleuchtung keinesfalls uninteressant und lässt einen die Motive besser nachvollziehen. Ansonsten spielt sich die Geschichte in den 80er Jahren ab, in denen der Killer seine Opfer durch die norwegischen Wälder hetzt und einen nach dem anderen umbringt.

Es dauert eine geraume Zeit, bis "Cold Prey 3" so richtig Fahrt aufnimmt und dem Zuschauer eine wilde Menschenjagd offenbart, bei der 6 Jugendliche mit allen Mitteln versuchen am Leben zu bleiben. Das sich dieses Unterfangen nicht gerade leicht gestaltet und zudem auch nicht klappt, kann man sich aufgrund der ersten beiden Teile schon denken. So lichten sich die reihen der Opfer auch äusserst schnell, was nicht sonderlich verwundert. Die Tötungen gestalten sich dabei aber keineswegs so hart, wie man eventuell aufgrund der hohen Altersfreigabe vermuten könnte, gestaltet sich das Morden doch eher unblutig und lässt größtenteils sogar einen angemessenen Härtegrad vermissen. Lediglich ein paar Passagen in der zweiten Filmhälfte sind etwas härter gestaltet, wobei ein üblicher Rahmen zu keiner Zeit überschritten wird. Freunde der härteren Gangart kommen also nicht so ganz auf ihre Kosten, werden aber dennoch mit einem recht interessanten Horror-Szenario bedient.

Trotzdem kann diese Vorgeschichte meiner Meinung nach nicht an die Klasse der beiden Vorgänger heranreichen, die sich doch vor allem durch einen besseren Spannungsaufbau ausgezeichnet haben. Hier jedoch sind die Ereignisse teilweise zu vorhersehbar in Szene gesetzt worden, was den vorhandenen Spannungsbogen doch etwas einschränkt. Dafür begleitet den Film allerdings eine sehr dichte Grundstimmung, die an manchen Stellen auch einige bedrohliche Züge erkennen lässt. Die größte Schwäche findet man aber wohl bei den eher farblosen Charakteren, die einem lediglich äusserst oberflächlich nähergebracht werden. Zudem gibt es keine Person die irgendwelche Symphatiepunkte sammeln könnte, was sicherlich im mangelnden Bezug zu den einzelnen Figuren begründet ist. So nimmt man das Ableben der Protagonisten eher teilnahmslos hin, was man durch eine intensivere Charakterzeichnung ganz bestimmt verhindert hätte. Trotz der aufgezeigten Schwächen handelt es sich aber immer noch um einen unterhaltsamen-und sehenswerten Horrorfilm, man sollte lediglich die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

"Cold Prey 3 - The Beginning" kann die in ihn gesetzten Erwartungen zwar nicht ganz erfüllen, liegt aber vom Gesamteindruck her immer noch knapp über dem Durchschnitt. Auf die eigentliche Vorgeschichte hätte man jedoch ausführlicher eingehen sollen, denn die gerade einmal gut 10 Minuten zu Beginn sind einfach zu wenig. Mit einer intensiveren Beleuchtung hätte man diesem Werk einiges mehr an Klasse verliehen, so aber kann die Klasse der Vorgänger leider nicht erreicht werden. Alles zusammengenommen bekommt man einen soliden, aber keinesfalls herausragenden Beitrag präsentiert, der trotzdem gut zu unterhalten weiss und das ist ja die Hauptsache.


Fazit:


Vielleicht waren ja die Hoffnungen nach den beiden sehr gelungenen Vorgängern etwas zu hoch angesetzt, aber dieses Prequel hinterlässt doch einen kleinen Hauch von Enttäuschung. Viel zu kurz wird die Vorgeschichte angerissen, die aus einem Jungen einen eiskalten Mörder macht. Sollte diese Thematik doch eigentlich im Focus stehen, so wird man mit lediglich gut 10 Minuten abgespeist. Ansonsten handelt es sich um solide Horrorkost, die trotz einiger offensichtlicher Mankos immer noch absolut sehenswert daherkommt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Norwegisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,45:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Hinter den Kulissen


6/10

Dienstag, 27. September 2011

Final Destination 5









Final Destination 5
(Final Destination 5)
mit Nicholas D'Agosto, Emma Bell, Miles Fisher, Ellen Wroe, Jacqueline MacInnes Wood, P.J Byrne, Arlen Escarpeta, David Koechner, Courtney B. Vance, Tony Todd, Brent Stait, Roman Podhora, Jasmin Dring, Barclay Hope, Chasty Ballesteros
Regie: Steven Quale
Drehbuch: Eric Heisserer / Jeffrey Reddick
Kamera: Brian Pearson
Musik: Brian Tyler
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Auch im fünften Teil der Reihe ist der Tod allgegenwärtig: Er schlägt erneut zu, als eine Gruppe von Arbeitern aufgrund einer Vorahnung rechtzeitig vor dem katastrophalen Zusammenbruch einer Hängebrücke gerettet wird. Doch diesen arglosen Seelen war es nie vorherbestimmt, das fürchterliche Unglück zu überleben - und weil sie nach wie vor dem Untergang geweiht sind, beginnt nun ein grausiger Wettlauf gegen die Zeit: Hektisch versuchen sie dem unerbittlichen Terminkalender des Todes zu entkommen...


Nach dem etwas schwächeren vierten Teil der Reihe kann sich Teil 5 in Sachen Qualität wieder steigern. Natürlich sind die Innovation und die echten Überraschungsmomente schon längst verschwunden, spielt sich das Geschehen doch immer wieder nach dem gleichen Schema ab. Komischerweise verlieren die Filme aber nicht an Reiz und die altbewährten Zutaten verstehen es immer wieder, den Zuschauer zu faszinieren. Nicht anders verhält es sich in vorliegendem Film, der einmal mehr einige richtig fiese Todesfälle bietet, die auch teilweise teilweise einen gewissen Einfalssreichtum des Regisseurs offenbaren. Zudem sind die einzelnen Tötungen auch größtenteils wieder recht derbe und hart in Szene gesetzt worden, so das auch die Freunde der härteren Gangart auf ihre Kosten kommen werden. Hierbei ist meiner Meinung nach der "Sportunfall" als absolutes Highlight anzusehen, denn selbst beim Ansehen tun einem sämtliche Knochen weh und man zuckt ganz unweigerlich zusammen.

Die Geschichte an sich bietet natürlich nichts Neues, es gibt die übliche Vision, die es einmal mehr wirklich in sich hat. Danach wird das mittlerweile übliche Szenario routiniert abgespult. Erstaunlicherweise stellen sich beim Betrachter aber keinerlei Ermüdungserscheinungen ein, denn Regisseur Steven Quale hat es nahezu perfekt verstanden die altbewährten Zutaten miteinander zu vermischen und so für ein gelungenes Horrorerlebnis zu sorgen. Nur zum Ende hin erscheint dann doch eine recht innovative Idee, die allerdings auch darauf hindeutet, das die reihe nun wohl ein Ende gefunden hat. Ohne zuviel verraten zu wollen kann man aber doch andeuten, das hier eine Verbindung zum ersten Teil hergestellt wird. Diese Maßnahme hat mir persönlich sehr gut gefallen und könnte durchaus als gelungener Abschluß angesehen werden.

Obwohl man die Mechanismen der Final Destination Filme im Prinzip in-und auswendig kennt, ist man immer wieder über den gelungenen Spannungsaufbau der einzelnen Teile überrascht. Nicht anders verhält es sich auch mit vorliegendem Werk, das von der ersten bis zur letzten Minute eine echte Gänsehaut-Atmosphäre entfachen kann. Nur zu gern saugt man die gelungene Grundstimmung wie ein Schwamm in sich auf und erliegt der von den Ereignissen ausgehenden Faszination. Dies ist eine der ganz großen Stärken der Reihe, die sich bei diesem Aspekt sehr wohlwollend von diversen anderen Mehrteilern unterscheidet. Und so wäre es eigentlich sehr schade, wenn nun wirklich das Ende erreicht sein sollte, denn prinzipiell könnten ruhig noch einige Teile folgen. Da sich der Kreis des Todes aber mit dem vorliegenden Ende eigentlich geschloßen hat, ist eine Fortsetzung doch mehr als fraglich. Bedenkt man allerding, das den machern immer wieder neue Dinge einfallen um noch etliche Dollars zu verdienen, ist ein weiterer Film eventuell doch nicht so abwegig.

Im Endeffekt bietet "Final Destination 5" absolut nichts Neues, ist aber ein sehenswertes Filmerlebnis, das dem Zuschauer die üblichen Zutaten in einer sehr ansprechenden Verpackung serviert. Kurzweilige-und beste Horrorunterhaltung sind hier jedenfalls garantiert und der Qualitätsanstieg gegenübber Teil 4 tut sein Übriges, um den geneigten Fan zu begeistern.


Fazit:


Trotz mittlerweile 5 Filmen zeigt die Reihe immer noch keinerlei Abnutzungserscheinungen. Das kann man nun wirklich nicht von vielen Mehrteilern behaupten, weswegen "Final Destination" auch etwas ganz besonderes darstellt. Meinetwegen können ruhig noch einige Fortsetzungen folgen, ist der Unterhaltungswert der Reihe doch immer noch äusserst hoch angesiedelt.


8/10

Sonntag, 25. September 2011

Quarantäne 2 - Terminal









Quarantäne 2 - Terminal
(Quarantäne 2: Terminal)
mit Mercedes Masöhn, Josh Cooke, Mattie Liptak, Ignacio Serricchio, Noree Victoria, Bre Blair, Lamar Stewart, George Back, Phillip DeVona, Julie Gribble, Erin Smith, Lynn Cole, Tom Thon, Sandra Ellis Lafferty, Tyler Kunkle
Regie: John Pogue
Drehbuch: John Pogue / John Erick Dowdle
Kamera: Matthew Irving
Musik: Keine Information
FSK 16
USA / 2011

In einem heruntergekommenen Mietshaus in Los Angeles ist eine bizarre Seuche ausgebrochen, die niemand überlebte. außer der Seuche selbst. Nun zeigen sich auch an Bord des Fluges 318 erste Symptome. Plötzlich verwandelt die sich ausbreitende Infektion harmlose Passagiere in furchterregende, blutrünstige Killer. Gezwungen, in einem isolierten Terminal notzulanden und umstellt von bewaffneten Regierungstruppen, werden Crew und Passagiere zunehmend verzweifelter. Die einzige Frage lautet nun: Wie weit werden sie gehen, um das eigene Leben zu retten?


War "Quarantäne" noch eine 1:1 Kopie des spanischen Originals "[rec]", so hat Regisseur John Pogue bei seinem Regieerstling eine eigenständige Geschichte kreiert, was man schon einmal als sehr positive Maßnahme ansehen sollte. So bekommt der Zuschauer also keine US-Version von "[rec 2]" zu sehen, sondern kann sich auf ein interessantes Szenario freuen, das er noch nicht kennt. Zudem hat man auch auf die umstrittene Wackelkamera-Optik verzichtet, die doch so manchen Leuten auf den Geist gegangen ist, was ich persönlich als sehr willkommene maßnahme ansehe. Umso erstaunter war ich dann auch, als ich einige eher negative Kritiken zum Film lesen musste, offenbart sich hier doch eine ganzzeitig extrem spannende Geschichte, die insbesondere atmosphärisch voll überzeugen kann. Das Geschehen in dem verschlossenen Terminal gestaltet sich doch äusserst bedrohlich, durch den räumlich begrenzten Schauplatz entfaltet sich sogar so etwas wie eine klaustrophobische Stimmung, die einem größtenteils eine echte Gänsehaut beschert.

Gezielt eingesetzte-und sehr gelungene Schockmomente sorgen dabei für ein angespanntes Sehverhalten des Zuschauers, der sich der von den Ereignissen ausgehenden Faszination beim besten Willen nicht entziehen kann. Fast zwangsläufig schlüpft man dabei in die Haut der eingeschloßenen Protagonisten, die zu Beginn noch gar nicht wissen, warum sie sich überhaupt in dieser Lage befinden. Erst mit zunehmender Laufzeit werden die Zusammenhänge zum ersten Teil hergestellt und der Schleier lüftet sich nach und nach. Dieser Aspekt arbeitet die äusserst gelungene Dramaturgie des Geschehens noch zusätzlich heraus und verleiht dem Ganzen etwas sehr unheimliches. Im Bezug auf den Härtegrad hält sich "Quarantäne 2" eine ganze Weile eher vornehm zurück, ohne das der Film dabei in irgendeiner Weise langatmig erscheinen würde. John Pogue ist es ausgezeichnet gelungen dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, das jeden Moment etwas passieren könnte. Bis sich die aufgestaute Spannung jedoch so richtig entladen kann vergeht eine ganze Weile, dafür wird man allerdings in der zwiten Filmhälfte mit jeder Menge Action belohnt.

Bearbeitet man in den ersten 30 Minuten eher die Ursachen der vorliegenden Situation und gibt dabei eine eher etwas ruhigere Erzählweise vor, so zieht das Tempo danach doch ziemlich stark an und bietet dabei streckenweise ein richtiges Feuerwerk an Action. Für eine 16er Freigabe wird man sogar mit mehreren äusserst blutigen Passagen konfrontiert, die aber zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen. Vielleicht mag sich der ein oder andere hier etwas mehr erwartet haben, doch im Gesamtbild ist meiner Meinung nach genau die richtige Mischung gefunden worden. Das absolute Highlight von "Quarantäne 2" ist sowieso die wirklich erstklassige Grundstimmung, die an Dichte und Bedrohlichkeit schwer zu übertreffen ist. Ganzzeitig mit einer leichten Gänsehaut überzogen harrt man als Betrachter der Dinge, die noch auf die Protagonisten zukommen, deren Anzahl sich im Laufe der Zeit merklich verringert. Dabei kann man sich erstklassig in die Situation hineinversetzen, in der man niemandem mehr trauen kann, da jeder infiziert sein könnte.

Letztendlich ist "Quarantäne 2" eine in allen Belangen überzeugende Fortsetzung die beste Horrorunterhaltung anbietet, an der man seine helle Freude haben kann. Vor allem der Aspekt das hier eine eigenständige Geschichte erzählt wird, steigert die Lust auf diesen Film. Extreme Spannung, eine herausragende Gänsehaut- Atmosphäre und gelungenes Schauspiel der Darsteller sind die Aushängeschilder einer Fortsetzung, die mir sogar besser als der erste Teil gefallen hat. Und so kann ich auch ohne jegliche Bedenken eine absolute Empfehlung für dieses Werk aussprechen.


Fazit:


Gerade für ein Regie-Debüt ist hier ein wirklich gelungener Horrorfilm entstanden, der trotz einer 16er Freigabe einige sehenswerte Passagen zu bieten hat, die einen gewissen Härtegrad enthalten. Das ist aber gar nicht einmal das Wichtigste, denn die Stärken des Filmes liegen ganz eindeutig im Spannungs-und Stimmungsbereich. Gute Darsteller runden ein insgesamt erstklassiges Filmvergnügen perfekt ab und sorgen für einen gelungenen Gesamteindruck.


8/10

Freitag, 23. September 2011

Giallo









Giallo
(Giallo)
mit Adrien Brody, Emmanuelle Seigner, Elsa Pataky, Robert Miano, Valentina Izumi, Sato Oi, Luis Molteni, Taiyo Yamanouchi, Daniela Fazzolari, Nicolo Morselli, Giuseppe Lo Console, Anna Varello, Franco Vercelli, Lorenzo Pedrotti, Farhad Re/b]
Regie: [b]Dario Argento

Drehbuch: Dario Argento / Jim Agnew
Kamera: Frederic Fasano
Musik: Marco Werba
Keine Jugendfreigabe
Italien / USA / 2009

GIALLO sucht seine Opfer nach Schönheit aus. Je schöner sie sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von ihm entführt werden. GIALLO spielt mit ihnen, misshandelt sie geistig und körperlich bevor er sie schließlich tötet. Und er ist verdammt schlau, er vergreift sich nur an Touristen, Frauen, die im Polizeidepartment keine Unterstützung finden. Sein letztes Opfer ist Celine, ein wunderschönes amerikanisches Model, deren Schwester Linda sich mit Hilfe eines FBI-Agenten auf die gefährliche Spur dieses mysteriösen Killers setzt. Auf der Spurensuche der beiden Verbündeten nach Celine trifft Linda zufällig auf GIALLO, der auch sie ins Visier nimmt, um sie zu töten. Beide Schwestern schweben in Lebensgefahr und die Uhr tickt.


"Giallo" ist wohl ein Paradebeispiel dafür, das Regie-Legende Dario Argento den Höhepunkt seines Schaffens längst überschritten hat. Zwar handelt es sich keinesfalls um einen schlechten Film, doch die Qualität früherer Werke kann hier noch nicht einmal ansatzweise erreicht werden. Nun sind die Ansprüche an Filme des Italieners immer ziemlich hoch, ist man doch mit genialen Werken wie "Suspiria" oder auch "Deep Red" immer wieder verwöhnt worden. Die bei den genannten Filmen angelegte Messlatte ist allerdings viel zu hoch für die vorliegende Geschichte die zwar durchaus ihre guten Momente beinhaltet, insgesamt aber nur leicht über dem Durchschnitt anzusiedeln ist. Einerseits ist das in der Story an sich begründet, denn die Ereignisse erscheinen doch recht vorhersehbar, was man von Filmen Argentos eigentlich gar nicht kennt. Denn auch die Identität des Killers wird früh preisgegeben, was dem Geschehen eine Menge Stärke nimmt.

Andererseits ist es der leider nur mäßige Spannungsaufbau den man bemängeln muss, denn zu keiner Zeit vermag es das Szenario, den Zuschauer so richtig zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Streckenweise plätschert die Geschichte sogar etwas vor sich hin, so das man phasenweise kaum einen Bezug zum Szenario herstellen kann. Da hilft es dann auch nicht das ein Adrien Brody äusserst solide agiert, aber keinesfalls aus der breiten Masse heraussticht. Ganz generell passt sich das dargebotene Schauspiel dem eher mittelmäßigen Eindruck des Filmes an, der leider nicht zu den Höhepunkten in Argentos Filmografie zu zählen ist. Man sollte allerdings auch nicht vergessen, das der Regisseur auch gewissen Zwängen unterliegt, die das Umsetzen eigener Ideen immer schwerer, wenn nicht gar unmöglich macht. Vielleicht erscheint "Diallo" gerade aus diesen Gründen wie eine Art halbgarer Kompromiss, der weder Fisch noch Fleisch ist. Nun wird das Werk hanz sicher wieder einmal die Meinungen der Fans heftig spalten, erwarten die meisten doch immer wieder die Genialität eines "Suspiria", zu der Argento aber anscheinend nicht mehr fähig ist.

Nun will ich den Film aber auch nicht schlechter machen als er in Wirklichkeit ist, denn man kann ihn sich ohne Probleme anschauen. Jedoch sollte man von Beginn an die eigenen Erwartungen merklich herunterschrauben, denn wirklich hohe Ansprüche vermag der Film nicht zu erfüllen. Zu mittelmäßig und vollkommen unspektakulär wurde alles in Szene gesetzt und echte Höhepunkte sollte man nicht unbedingt erwarten. Das bezieht sich auch auf den vorhandenen Härtegrad, ist dieser doch nicht sonderlich hoch angesiedelt. Zwar gibt es einige Momente die etwas blutiger und härter ausfallen, jedoch gibt es keinerlei Szenen, die den üblichen Rahmen sprengen würden. Was mich allerdings am meisten enttäuscht hat ist die fehlende Atmosphäre, denn gerade bei diesem Aspekt konnte man sich doch fast immer auf Argento verlassen. Hier jedoch will zu keiner Zeit eine wirklich bedrohliche Grundstimmung aufkommen, was ganz eindeutig der Vorhersehbarkeit der Geschehnisse zuzuschreiben ist.

Letztendlich ist "Giallo" kein totaler Reinfall, ich persönlich hatte mir allerdings weitaus mehr von diesem Film versprochen. Es handelt sich um einen einfachen Durchschnittsthriller, der eigentlich ohne jegliche Highlights auskommen muss. Solche Filme gibt es wie Sand am Meer, denn das Mittelmaß ist breit gesäät. Einen nachhaltigen Eindruck wird auch dieses Werk nicht hinterlassen, so das es nach einmaligem Anschauen wohl in der Versenkung verschwinden wird.


Fazit:


Bei "Giallo" handelt es sich im Prinzip eher um einen etwas unüblichen Argento, ist der Film doch viel zu sehr auf das breite Mainstream-Publikum zugeschnitten und beinhaltet überhaupt nichts Aussergewöhnliches. Doch gerade das ist die größte Stärke der meisten Werke von Dario Argento, so das dieser Geschichte ganz klar die typische Handschrift fehlt.


6/10

Mittwoch, 21. September 2011

Triple Dog










Triple Dog
(Triple Dog)
mit Britt Robertson, Alexia Fast, Scout-Taylor Compton, Janel Parrish, Emily Tennant, Karly McCillip, Aubrey Mozino, Brett Davern, Jeffrey Ballard, Richard Harmon, Nolan Gerard Funk, Jesse Reid
Regie: Pascal Franchot
Drehbuch: Barbara Marshall
Kamera: George Campbell
Musik: Ian Honeyman
FSK 12
Kanada / 2010

Triple Dog. So nennen amerikanische Teenager ein Spiel für ganz besonders Wagemutige: Wer mitspielt, muss sich auf Mutproben einlassen, die sich die Anderen einfallen lassen. Wer versagt, dem werden die Haare rasiert. Auch die coole Skatergöre Chapin und ihre Freundinnen nutzen einen gemeinsamen Arbeit in der sturmfreien Bude, um Triple Dog zu spielen. Schnell schaukelt sich die Stimmung hoch, die Mutproben werden immer gewagter. Aus Spaß wird ernst, ein Spiel auf Leben und Tod, wie die Girls nur allzu schnell feststellen müssen.


"Triple Dog" ist ein wirklich interessantes Jugenddrama, das auf den ersten Blick gar nicht als solches zu erkennen ist. Präsentiert sich dem Zuschauer doch scheinbar viel eher ein weiterer Teenagerfilm ohne große Tiefe, in dem es hauptsächlich um kleinere Streitereien unter einigen Mädchen geht. Bei genauerer Betrachtung offenbart der Film jedoch sehr wohl eine gewisse Tiefe, beinhaltet die Geschichte doch viel mehr Substanz, als es zu Beginn den Anschein macht. Doch zunächst bekommt man die charakterlich unterschiedlichsten Teenager geboten, die aus Langeweile das Spiel "Triple Dog" spielen, um sich die Zeit zu vertreiben. Dabei kommt es zu einigen sehr witzigen Passagen, die dem Geschehen eine ordentliche Portion Humor verleihen. Doch ziemlich schnell kristallisiert sich heraus, das weitaus mehr hinter dem Ganzen steckt, denn die Ereignisse nehmen phasenweise recht bedrohliche Züge an.

Im Mittelpunkt steht dabei die junge Chapin, die anscheinend ein düsteres Geheimnis hütet, das mit dem Tod einer Schülerin in Verbindung steht. Nun ist es zwar nicht wirklich schwer die Zusammenhänge zu erkennen, dennoch verfügt die Story über einen gelungenen Spannungsaufbau, der auch ganzzeitig keinerlei Einbrüche zu erkennen gibt. Sicherlich verfügt das Szenario über keine sonderlichen Höhepunkte, dennoch versteht es Regisseur Pascal Franchot gekonnt, die Aufmerksamkeit des Betrachters jederzeit hochzuhalten. Geht doch eine nicht genau zu definierende Faszination von den Ereignissen aus, die einen irgendwie in ihren Bann zieht, ohne das man genau erklären könnte, woran das eigentlich liegt. Dazu tragen auch sicherlich die erstaunlich guten darstellerischen Leistungen bei, die hier von den Jungdarstellern dargeboten werden. Vor allem Britt Robertson in der Rolle von Chapin weiss äusserst gut zu überzeugen und ist meiner Meinung nach das absolute Highlight des Filmes.

Im Laufe der Geschichte ändert sich auch das Verhältnis der Mädchen untereinander völlig, aus den zu Beginn vollkommen zerstrittenen Personen werden mit der Zeit echte Freundinnen, was sich insbesondere zum Ende hin sehr deutlich zeigt. Komischerweise ist das gewagte Spiel dafür verantwortlich, bei dem die Mädels die kuriosesten Herausforderungen bestehen müssen, da ihnen ansonsten eine Glatze verpasst wird. Was hier am Anfang noch auf Unverständnis und Ablehnung trifft, schweisst die Gruppe letztendlich zusammen und bringt die Teenager auch menschlich näher. Vorurteile werden zur Seite geräumt und jeder versucht auf einmal, auch hinter die Fassade des anderen zu schauen. Die vorher größtenteils oberflächlichen Mädels lernen mit der Zeit, einen Menschen nicht nur nach dem Äusseren zu beurteilen, sondern machen sich auch endlich einmal die Mühe, auf die inneren Werte zu achten.

Insgesamt gesehen ist "Triple Dog" ein kleines aber sehr feines Jugenddrama, das in einigen Passagen sogar diverse Elemente des Thrillers erkennen lässt. Überraschend gut agierende Darsteller und eine wirklich interessante Geschichte machen dieses Werk absolut sehenswert. Die gelungene Mixtur aus Drama, Spannung und Humor sorgt für ganzzeitig ertsklassige Unterhaltung, die man sich jederzeit ohne Bedenken anschauen kann.


Fazit:


Man kann dieses Werk durchaus unterschätzen, offenbart sich die inhaltliche Substanz doch erst mit zunehmender Laufzeit. Eine freche und herzerfrischende Geschichte sorgt dafür, das noch nicht einmal ansatzweise Langeweile aufkommen kann. Erstklassige Darsteller und jede Menge Humor tun ihr Übriges, um für ein wirklich tolles Filmerlebnis zu sorgen, das man sich unbedingt anschauen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Trailer, Deleted Scenes


7/10

Montag, 19. September 2011

A better Tomorrow 2K12









A better Tomorrow 2K12
(Mujeogja)
mit Jin-mo Ju, Seung-heon Song, Kang-woo Kim, Han Sun Jo, Kyeong-yeong Lee, Ji-yeong Kim, Hae-gon Kim, Hyeong-jun Lim, Tae-hwa Seo, Sin-seong Lee
Regie: Hae-sung Song
Drehbuch: John Woo / Hyo-seok Kim
Kamera: Seung-gi Kang
Musik: Jae-jin Lee
FSK 16
Hongkong / Japan / Südkorea / Thailand / 2010

Kim Hyeok (Ju Jin-mo) floh einst aus Nordkorea. Dabei ließ er seine Mutter und seinen jüngeren Bruder Kim Cheol (Kim Kang-woo) zurück. In den folgenden Jahren kämpfte sich Hyeok an die Spitze der Gangsterwelt von Busan hoch, stets auf der Suche nach dem Bruder. Als er ihn endlich gefunden hat, wird er verraten und landet wegen seiner rechten Hand Tae-min (Jo Han-sun) in einem thailändischen Knast. Der treue Young-choon (Song Seung-heon) startet vergeblich eine Rettungsaktion und wird verkrüppelt.


Das ist es nun also, das langerwartete Remake des Actionkrachers "A better Tomorrow" von John Woo aus dem Jahre 1986. Einigermaßen verwundert bin ich vor allem über die doch eher durchschnittlichen Kritiken die der Film erntet, denn offenbart sich dem Zuschauer doch eine exzellent aufbereitete Neuauflage. Sicher, man sollte keine großen Neuerungen erwarten, lehnt sich die Geschichte doch extrem an der Originalstory an, doch ehrlich gesagt hatte ich auch nichts anderes erwartet. Und so bekommt man dann auch ein sehr bekanntes Geschehen serviert, das zwar im Bezug auf den vorhandenen Härtegrad nicht an das Original herankommt, aber dennoch einige recht blutige Passagen beinhaltet, die dem geneigten Fan ein ordentliches Action-Szenario bereiten. Bis es so richtig losgeht braucht der Film allerdings eine gute halbe Stunde, in der dem Betrachter die einzelnen Charaktere etwas näher gebracht werden. Dennoch gestaltet sich diese Einführung keinesfalls langatmig, ist sie doch zudem für den weiteren Verlauf der Ereignisse ausschlaggebend.

Die zeitgemäße Aufbereitung des Stoffes von John Woo zeigt ganz eindeutig, das er auch nach 25 Jahren immer noch gut funktioniert und beste Unterhaltung bietet. Auch wenn das Szenario für heutige Verhältnisse nicht ganz so hart ausgefallen ist wie es manch ein Fan eventuell erhofft hat, kommt man dennoch auf seine Kosten. Es ist hauptsächlich die gelungene Mixtur die das Werk absolut sehenswert erscheinen lässt, denn neben äusserst gelungenen Action-Passagen beinhaltet die Geschichte auch genügend Tiefe. Loyalität, Freundschaft und verlorene Bruderliebe stehen dabei im Mittelpunkt des Geschehens und all diese Dinge werden ausgezeichnet herausgearbeitet, so das sich letztendlich ein authentisches Bild bietet. Die emotionale Seite des Filmes fällt dabei keinesfalls übertrieben aus und auch die melancholische Note die dem Geschehen beiwohnt, ist genau richtig gewählt.

So präsentiert sich dann auch ein dramaturgisch sehr gelungener Spannungsaufbau, der auch bei einer Laufzeit von gut 2 Stunden keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. Eine der größten Stärken der Neuauflage sind meiner Meinung nach die erstklassigen Darsteller, die der Story ganz eindeutig ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Hervorzuheben sind dabei ganz eindeutig die 3 Hauptcharaktere, denen man die Spielfreude in jeder Sequenz anmerken kann. Durch die intensive Beleuchtung der einzelnen Figuren stellt man auch ziemlich schnell einen Bezug zu ihnen her und kann sich gut mit ihnen identifizieren. An wen man dabei seine Symphatiepunkte vergibt ist eigentlich gar keine Frage, bei diesem Aspekt sind die Fronten nämlich extrem schnell geklärt. Man fiebert regelrecht mit den 3 Hauptdarstellern mit, die trotz einer teilweise kriminellen Vergangenheit einen äusserst hohen Symphatiefaktor haben. "A better Tomorrow 2K12" mag vielleicht nicht den hohen Qualitätsstandard des Originals erreichen, ist aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Actioner der alles beinhaltet, was solche Filme so absolut sehenswert macht.

Insgesamt gesehen bietet der Film doch ganz eindeutig mehr positive als Negative Aspekte, weshalb einige Kritiken umso unverständlicher erscheinen. Die mangelnden Neuerungen könnte man zwar bemängeln, auf der anderen Seite hätten sie die Grundgeschichte doch zu sehr verfremdet. Ich persönlich finde diese Neuauflage in ihrer Art genau richtig und kann von meiner Seite aus eine absolute Empfehlung aussprechen.


Fazit:


Tolle Action, sehr gute Darsteller und viel Freiraum für inhaltliche Tiefe ergeben einen insgesamt überdurchschnittlichen Gesamteindruck. Die Qualität des genialen Uriginals wird zwar nicht erreicht, aber dennoch ist !A better Tomorrow" eine zeitgemäße Neuauflage, die den Focus nicht nur auf die Härte legt. Vielmehr offenbart sich ein Gesamtpaket, das man als rundum gelungen bezeichnen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Koreanisch DD 5.1
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 123 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Biografien


7/10

Samstag, 17. September 2011

Good









Good
(Good)
mit Viggo Mortensen, Jason Isaacs, Jodie Whittaker, Steven Macintosh, Mark Strong, Gemma Jones, Anastasia Hille, Ruth Gemmell, Ralph Riach, Steven Elder, Kevin Doyle, David de Keyser, Guy Henry, Adrian Schiller, Rick Warden
Regie: Vicente Amorim
Drehbuch: C.P Taylor / John Wrathall
Kamera: Andrew Dunn
Musik: Simon Lacey
FSK 12
Gro0britannien / 2008

Stell dir vor, du wachst auf und bist ein Nazi. So ergeht es Literaturprofessor John Halder, als er sich eines Tages in SS-Uniform in einem Konzentrationslager wiederfindet. Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Nur ein kurzer Aufsatz zum Thema aktive Sterbehilfe, ein kleiner Gefallen für die Parteipropaganda, um die prekäre Familiensituation zu erleichtern, ein erster Karriereschub, der Parteieintritt, die Aufnahme in die SS als Lohn für erwiesene Dienste, weiter nach oben auf der Karriereleiter. Irgendwann ist es zu spät, um noch Nein zu sagen. Dabei ist John Halder kein Teufel, sein Abstieg in die Hölle besteht aus vielen kleinen Kompromissen...


GOOD - Das Gute bewahren, wenn das Böse immer stärker wird


Vor dieser schweren Aufgabe steht hier Viggo Mortensen in der Rolle eines Literaturprofessors, der ohne es eigentlich wirklich zu wollen zum Nazi wird. Es ist bei der vorhandenen Klasse dieses Filmes schon wirklich erstaunlich das er es nicht in die deutschen Kinos geschafft hat, aber wahrscheinlich ist die Thematik gerade für die jüngeren Zuschauer nicht sonderlich interessant. Dabei bekommt man ein äusserst interessantes Szenario geboten, das zwar eine sehr ruhige und bedächtige Erzählstruktur an den Tag legt, aber dennoch ein hohes Maß an Intensität freisetzt, die sich ganz automatisch auf einen selbst überträgt. Einen Großteil seiner Stärke bezieht das Geschehen aus dem hervorragenden Schauspiel der Darsteller, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist das Werk von Vicente Amorim absolut perfekt besetzt. Herausragend agiert dabei ein sehr spielfreudiger Viggo Mortensen, der in überragender Manier einen Mann darstellt, der im Prinzip gegen den Nationalsozialismus ist, aber durch menschliche Schwächen immer mehr in den Dunstkreis der Nazis gerät.

Dabei ist Professor Halder ein herzensguter Mensch, der trotz eines äusserst desolaten Privatlebens in jeder Situation die Ruhe bewahrt und es jedem seiner Mitmenschen recht machen möchte. Er pflegt seine kranke Mutter, kümmert sich liebevoll um seine Kinder und nimmt seiner Ehefrau sogar die Hausarbeit ab, da diese anscheinend nicht gerade die beste Hausfrau zu sein scheint. Insbesondere diese Passagen der Geschichte werden sehr gründlich herausgearbeitet und eröffnen dem Zuschauer einen tiefen Einblick in den gutmütigen Charakter der Hauptfigur. Als die Nazis an Halder herantreten und ihn um einen kleinen Gefallen bitten, ändert sich sein Leben schlagartig und es wird eine Spirale in Gang gesetzt, die durch nichts mehr aufzuhalten ist. Er trennt sich von seiner Frau, heiratet eine ehemalige Studentin und tritt sogar in die Partei ein. Man merkt jedoch während der gesamten Laufzeit, das sich Halder nie richtig wohl in seiner Haut fühlt, plagen ihn doch riesige Gewissensbisse, da sein neues Leben sich überhaupt nicht mit seinem eigentlichen Charakter vereinbaren lässt. Mortensen bringt diese innerliche Zwiespältigkeit brillant zum Ausdruck, als Zuschauer kann man die Zerrissenheit des Mannes richtiggehend nachempfinden und möchte keinesfalls mit ihm tauschen. Der Bezug zur Hauptfigur verstärkt sich von Minute zu Minute und man leidet mit dem immer symphatischen Mann mit, der wie ein fremdes Wesen im eigenen Körper erscheint.

Am meisten belastet ihn ganz offensichtlich das Schicksal seines besten Freundes Maurice, der durch seine jüdische Abstammung in das Visier der Nazis gerät. Hin-und hergerissen muss Halder feststellen, das Gut und Böse so dicht beieinander liegen und er selbst lediglich ein kleiner Spielball in einer unaufhaltsamen Maschinerie ist, die sich unaufhaltsam immer weiterentwickelt und scheinbar nicht aufzuhalten ist. "Good" ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell ein gutmütiger Mensch eher durch Zufall zwischen die Fronten gerät und dabei einen innerlichen Kampf mit sich selbst führen muss, bei dem er auf jeden Fall immer der Verlierer ist. Es ist eine auswegslose Situation, die von Regisseur Vicente Amorim erstklassig in Szene gesetzt wurde und vor allem durch ihre ruhige Erzählweise nachhaltig zur Wirkung kommt. Selbst lange nach dem Ende des Filmes denkt man noch über das Geschehen nach und stellt sich dabei ganz automatisch die frage, wie man sich selbst in einer solchen Situation fühlen würde. Dabei kann man allerdings nur ansatzweise nachempfinden, wie sich ein Mensch in einer solchen Lage fühlen muss, die doch durch die damalige Lage in Deutschland einen unglaublich starken psychischen Druck erzeugt haben muss. Zu einem echten Ergebnis kann man dabei jedoch nicht gelangen, wenn man selbst noch nie einer so extremen Situation ausgesetzt war, in der man aus Angst vor negativen Konsequenzen alles tut, um selbst ein sorgenfreies Leben zu führen.

"Good" ist in meinen Augen ein kleines Meisterwerk, das in erster Linie von einem grandiosen Viggo Mortensen lebt, der hier in einer seiner besten Rollen zu sehen ist. Seine Darstellung eines innerlich zerrissenen Mannes ist so unglaublich authentisch-und überzeugend, das sich eine äusserst starke Bindung zwischen dem Zuschauer und der Hauptfigur entwickelt. Phasenweise wird man dadurch zu einem Teil des Geschehens und fühlt sich bei den dabei entstehenden Emotionen nicht sonderlich woh in der eigenen Haut. Dieses ergreifende Drama über menschliche Schwächen legt sich wie ein bleierner Mantel über die eigenen Schultern und hüllt einen dabei so fest ein, das man in diversen Momenten kaum noch richtig Luft bekommt. Dieses beklemmende Gefühl wird man erst lange nach dem Ende wieder los, denn die nachhaltige Wirkung des Szenarios muss erst einmal richtig sacken, bevor man wieder befreit aufatmen kann.


Fazit:


Ruhig und ohne großartigen Aktionismus wird hier eine Geschichte erzählt, die kaum eine stärkere Wirkung hinterlassen könnte. Eindrucksvoll wird dabei die schmale Grenze zwischen Gut und Böse nachgezeichnet, die man ohne es wirklich zu merken, extrem schnell überschreiten kann. Die dadurch für einen selbst entstehenden Folgen werden hier grandios herausgearbeitet und beschäftigen einen noch für eine lange Zeit. "Good" ist ein sehr emotionales Drama, das mit einem überragenden Viggo Mortensen in der Hauptrolle ein tief beeindruckendes Filmerlebnis darstellt, das man sich unbedingt anschauen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Interviews, B-Roll, Originaltrailer, Trailershow


8/10

Donnerstag, 15. September 2011

Das Kabinett des Professor Bondi








Das Kabinett des Professor Bondi
(House of Wax)
mit Vincent Price, Frank Lovejoy, Phyllis Kirk, Carolyn Jones, Paul Picemi, Rpy Roberts, Angela Clarke, Paul Cavanagh, Dabbs Greer, Charles Bronson, Reggie Rymal
Regie: Andre De Toth
Drehbuch: Crane Wilbur / Charles Belden
Kamera: Bert Glennon / J. Peverell Marley / Robert Burks
Musik: David Butolph
FSK 16
USA / 1953

Beim Brand seines historischen Wachsfigurenkabinetts wird das gesamte Werk des Bildhauers Bondi zerstört, er selber entkommt knapp dem Flammentod. Fortan hat der grausam entstellte Bondi nur ein Zeil: blutige Rache an den Brandstiftern, seinem ehemaligen Geschäftspartner und dessen Braut, zu nehmen. Er ersinnt einen neuen - und mörderischen - Weg, sein Wachsfigurenkabinett wieder zu erneuern...


Irrtümlicherweise gehen immer noch viele Leute davon aus, das es sich hier um das Original zum 2005 neu verfilmten "House of Wax" handelt, in dem ja auch Miss Hilton mitgespielt hat. Dem ist aber nicht so, handelt es sich doch auch hier um ein Remake des 1933 entstandenen Filmes "das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" von Michael Curtiz. In der Hauptrolle agiert der unvergessene Schauspieler Vincent Price wieder einmal absolut herausragend und drückt auch diesem Film durch seine grandiose Mimik seinen ganz eigenen Stempel auf. Die Rolle des verbitterten Bildhauers ist ihm wie auf den Leib geschneidert und wird durch seine allgegenwärtige Präsenz mit einer schier unglaublichen Authenzität dargestellt, das es wirklich eine wahre Freude ist, diesem großartigen Darsteller bei seiner Arbeit zuzuschauen. In einer Nebenrolle erkennt man sogar die spätere Schauspiel-Ikone Charles Bronson, der einen von Professor Bondis Helfern spielt und ihm bei seinen Greueltaten immer hilfreich zur Seite steht.

Nun mag man zu diesen Klassikern der alten Schule stehen wie man will, Regisseur Andre De Toth hat seiner Geschichte ein äusserst atmosphärisches Ambiente mitgegeben, wobei auch immer wieder Momente in den Vordergrund treten, bei denen ein echtes Grusel-Feeling beim Zuschauer entstehen kann. Aus heutiger Sicht werden vor allem die meisten jüngeren Zuschauer das sicherlich ganz anders sehen, aber "Das Kabinett des Professor Bondi" kann man durchaus zu den älteren Filmen zählen, die streckenweise sogar eine mysteriöse-und unheimliche Aura umgibt. Besonders die nächtlichen verfolgungsjagden in herrlich düsteren Straßen sind ein absoluter Höhepunkt des Filmes, menschenleere Gassen und eine unheimliche Geräuschkulisse ziehen einen dabei ganz unwillkürlich in ihren Bann. Und dann sind da nicht zuletzt die Taten des dem Wahnsinn verfallenen Professors, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen.

Das liegt aber keinesfalls in irgendwelchen Härten begründet, denn von diesen gibt es hier nichts zu sehen, aber allein schon die Vorstellung, was der gesiteskranke Mann mit seinen Opfern anstellt, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Meine offensichtliche Begeisterung für dieses Werk mag sicherlich nicht jeder teilen, aber ich liebe diese extrem atmosphärischen Klassiker, die durch den Einsatz der minimalistischsten Mittel ein maximales Gänsehautgefühl beim Betrachter hervorrufen. Zudem wohnt der Geschichte auch noch ein gut aufgebauter Spannungsbogen bei, was auch durch die Offensichtlichkeit der Ereignisse auf keinen Fall beeinträchtigt wird. Der verwendete Score und das äusserst kräftige Farbenspiel tun ihr Übriges, um dieses Werk zu einem eindrucksvollen Filmvergnügen zu machen.

Einziger kleiner Wermutstropfen im gesamten Szenario ist ganz sicher die Figur der Cathy Gray, die in der deutschen Fassung mit einer furchtbaren Synchronstimme ausgestattet wurde. Ihre piepsige Stimme raubt einem innerhalb kürzester zeit den allerletzten Nerv, so das man keinesfalls verärgert darüber ist, das auch sie dem Professor als Opfer dienen muss. Ansonsten habe ich persönlich keinerlei Grund zur Beanstandung und kann jedem diesen tollen Klassiker nur ans Herz legen, der ganzzeitig herrlich atmosphärische Gruselunterhaltung vom Feinsten bietet. Und wer nach der Sichtung des Werkes immer noch nicht genug hat, kann als Bonus auch das auf der DVD enthaltene Original aus dem Jahre 1933 bewundern, das allerdings leider nur im englischen Original vorliegt, aber mit deutschen Untertiteln versehen ist.


Fazit:


2 tolle Filme auf einer DVD, die zudem auch noch in erstklassiger Qualität vorliegen, das das allein müsste für Liebhaber der alten Klassiker schon Grund genug sein, ein paar Euro zu investieren. Ausserdem handelt es sich um wirklich sehenswerte Werke, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollten.


8/10

Dienstag, 13. September 2011

Bruc - Napoleons blutige Niederlage









Bruc - Napoleons blutige Niederlage
(La Bruc. llegenda)
mit Astrid Berges-Frisbey, Vincent Perez, Juan Jose Ballesta, Nicolas Giraud, Jerome Le Banner, Francesc Albiol, Moussa Maaskri, Marcel Borras, Santi Millan, Justin Blanckaert, Albert Vidal, Joan Bentalle, Blai Llopis
Regie: Daniel Benmayor
Drehbuch: Patxi Amezcua / Jordi Gasull
Kamera: Juan Migual Azpiroz
Musik: Xavier Capellas
FSK 16
Spanien / 2010

"Du wirst den Kopf des Trommlers abschneiden und ihn der Welt zeigen. Ganz Europa wird wissen, dass jeder sterben muss, der die Ehre Frankreichs bedroht," schreibt Napoleon Bonaparte wutentbrannt an seinen Freund Maraval. Der "Trommler" ist der spanische Köhlersohn Juan, der in den Bergen Kataloniens dem Eroberer eine bittere Niederlage bereitet hat. Eine gnadenlose Menschenjagd beginnt. Maraval lässt Juans Familie auslöschen und ermordet jeden, der nicht kooperiert. Der gehetzte Partisane hat deshalb nur noch ein Ziel: Rache für die Toten! Immer tiefer lockt er Maraval und seine Männer in die Wildnis der Berge. Die Verfolger werden zu Zielscheiben und Bruc, wie man ihn nach dem Ort der Schlacht nennt, zu einem Symbol des Widerstands für die unterdrückten Völker Europas.


Konnte mich Regisseur Daniel Benmayor mit seinem Regieerstling "Paintball" noch nicht gänzlich überzeugen, so hat er mit seinem zweiten Film "Bruc" einen wirklich erstklassigen Abenteuerfilm kreiert. Von der ersten bis zur letzten Minute wird der Zuschauer mit einer äusserst spannend inszenierten Geschichte konfrontiert, die in allen Belangen zu überzeugen weiss. Erzählt wird die Story des Wiederstandkämpfers Bruc, der zusammen mit einigen anderen Rebellen dem großen Napoleon eine blutige Niederlage zugefügt hat. Das die anscheinend unbesiegbare französische Armee gerade von spanischen Rebellen geschlagen wurde, bedeutet für den französichen Kaiser eine solche Schmach, das er seinen Elitesoldaten Maraval (Vincent Perez) damit beauftragt, ihm den Kopf des Rebellenführers zu bringen. Nun dreht sich das Geschehen nicht um die besagte Schlacht, sondern widmet sich mit der folgenden Menschenjagd auf den jungen Juan (Bruc) und gestaltet sich dabei extrem abwechslungsreich und sehr interessant. Seine besondere Stärke bezieht der Film in erster Linie aus seinen kräftigen Bildern, denn allein schon der Schauplatz der kargen Berglandschaft wirkt mit enormer Wucht auf den Zuschauer ein. Die Menschenjagd durch die katalonische Berglandschaft gestaltet sich sehr tempo-und actionreich und bietet dabei ein jederzeit faszinierendes Szenario, das einen wirklich zu fesseln versteht. In diversen Passagen wird man schon an einen Film wie "Rambo" erinnert, nur das die Story hier einen geschichtsträchtigen Hintergrund beinhaltet.

Trotz einer Laufzeit von gerade einmal knapp 90 Minuten trägt der Film schon fast epische Züge und erscheint streckenweise wie ein Monumentalfilm im Kleinformat, was jetzt keinesfalls negativ gemeint ist. Bei der spannenden Jagd durch Wald und Gebirge entfaltet sich eine äusserst dichte-und größtenteils auch bedrohliche Grundstimmung und die Dramaturgie der Ereignisse ist absolut hervorragend aufgebaut. Erscheint es am Anfang noch so, das der Gejagte wie ein scheues Reh um sein eigenes Leben fürchtet, so krisrallisiert sich im Laufe der Zeit eine erstaunliche Charakterwandlung dar. Aus dem eher unsicheren jungen Mann wird ein echter Kämpfer, der mit zunehmender laufzeit aus den Jägern Gejagte macht. Hierbei kommen ihm selbstverständlich seine Ortskenntnisse zu Gute, sind die französischen Häscher doch Kämpfe in den Bergen überhaupt nicht gewohnt. Diese Aspekte werden von Benmayor ganz hervorragend herausgearbeitet, so das sich dem Zuschauer ein jederzeit glaubwürdiges-und authentisches Szenario bietet.

Eine weitere Stärke sind ganz bestimmt die ausgezeichneten darsteller, die durch die bank mit extrem guten Darstellungen aufwarten. Ganz besonders sollte man dabei aber die beiden Hauptfiguren Bruc (Juan Jose Ballesta) und Marvarel (Vincent Perez) hervorheben, die sich den ganzen Film über eine wahre Psychoschlacht liefern, bevor es am Ende auch zum unausweichlichen Showdown zwischen den beiden kommt, in dem sie sich Mann gegen Mann gegenüberstehen. Bis dahin jedoch vergeht eine geraume Zeit und etliche Menschen müssen unfreiwillig ihr Leben lassen. Das beginnt schon mit Ermordungen im Bergdorf El Bruc, wo gleich am Anfang Juans Familie für seine Heldentaten büssen muss und zieht sich bis zum Tode der diversen Jäger hin, bis Bruc und Marvarel als einzige übrigbleiben. Benmayor hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und eine Arbeit abgeliefert, die man kaum besser hätte gestalten können. Mit der Laufzeit von knapp 90 Minuten hat man meiner Meinung auch genau das richtige Maß gefunden, um erst gar keine Langeweile aufkommen zu lassen. So ist man am Ende sogar ein wenig traurig darüber das "Bruc" nicht noch ein wenig länger geht, hätte man doch auch gern die Schlacht an sich betrachtet, die leider nur in einigen kurzen Flashbacks gezeigt wird.

Wenn man so will, ist dies eigentlich der einzige Punkt, den man überhaupt kritisieren könnte, denn ansonsten offenbart sich dem Betrachter ein richtig toller Film, der keinerlei Grund zur Beanstandung liefert. Eine tolle Story, hervorragende Darsteller und eine wahnsinnig dichte Atmosphäre sind die absoluten Höhepunkte eines ganzzeitig kurzweiligen Filmes. Zusammen mit der exzellenten Kameraarbeit und den beeindrucken Landschaftsbildern entfacht das Geschehen eine enorme Wucht, die man nur zu gern auf sich einwirken lässt. Ich wurde jedenfalls bestens unterhalten und kann nur eine unbedingte Empfehlung für dieses beeindruckende Werk aussprechen.


Fazit:


"Bruc - Napoleons blutige Niederlage" ist allerbeste Abenteuerkost, in der man eine Menschenjagd a la "Rambo" serviert bekommt. Hervorragend in Szene gesetzt offenbart sich eine Geschichte, die genau die richtige Mischung aus Geschichtsträchtigkeit-und Action beinhaltet.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Spanisch, Französisch, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,40:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making Of, Originaltrailer, Trailershow


8,5/10

Sonntag, 11. September 2011

Ruanda








Ruanda
(Le jour ou Dieu est parti en voyage)
mit Ruth Nirere, Laetitia Reva, Juliette Nsengiyumya, Afazali Dewaele, Pacifique Niyotwizera, Mariam Mupenzi, Aphrodice Tuyizere, Pierrick Le Pochat, Ismael Dusengimana, Lola Tuyaerts, Emmanuel Kayitaba
Regie: Philippe Van Leeuw
Drehbuch: Philippe Van Leeuw
Kamera: Marc Konincks
Musik: Keine Information
FSK 16
Belgien / Frankreich / 2009

Es ist der 6. April 1994. In einem beispiellosen Gewaltakt fangen in Ruanda die Angehörigen der Hutu-Mehrheit damit an, das sich in der Minderheit befindende Volk der Tutsi auszulöschen. Jacqueline, eine junge Mutter und selbst eine Tutsi, kann nur knapp ihr eigenes Leben, jedoch nicht das Leben ihrer beiden Kinder retten. Verängstigt und traumatisiert flüchtet sie in den Dschungel. Gegen jede Chance versucht sie in einem aus den Fugen geratenen Land zu überleben, in welchem die Menschlichkeit längst ein Ende gefunden hat.


The Day God Walked Away


Kaum ein Völkermord ist einem so intensiv im Gedächtnis geblieben wie der in Ruanda, der innerhalb von gut 100 Tagen knapp 1 Million Menschen das Leben gekostet hat. Und so ist dann auch der 6. April 1994 ein Tag den man niemals vergessen wird, Hat Gott doch anscheinend an diesem Tag das ostafrikanische Land verlassen. Nun ist "Ruanda" allerdings kein Film der sich direkt mit den damals beginnenden Grausamkeiten beschäftigt und dabei auf explizite Gewaltdarstellungen setzt. Hier wird das Geschehen aus der Sicht einer einzelnen Person gezeigt, die beim Beginn das Massakers ihre Kinder verliert und sich daraufhin in die umliegenden Wälder flüchtet, um sich vor ihren Jägern in Sicherheit zu bringen. Regisseur Philippe Van Leeuw setzt dabei lediglich 2 Charaktere in den Mittelpunkt seiner Geschichte, wobei der eigentliche Focus ganz eindeutig auf die junge Jacqueline (Ruth Nirere) gerichtet ist. Das Schauspiel von Ruth Nirere ist dabei das absolute Highlight eines Dramas, das insbesondere durch seine ruhige und sehr bedächtige Erzählweise ein hohes Maß an Intensität erlangt und dem Zuschauer dabei unter die Haut geht. Das Erstaunliche an der Sache ist, das der Film fast gänzlich ohne Dialoge auskommt, denn bis auf wenige Ausnahmen wird kaum gesprochen. Das mag einerseits durchaus gewöhnungsbedürftig erscheinen, kristallisiert sich allerdings mit zunehmender Laufzeit als große Stärke dieses Werkes heraus. Ist es doch gerade die bedrückende Stille die einem sehr schwer zu schaffen macht und sich wie eine zentnerschwere Last auf die eigenen Schultern legt.

Vom eigentlichen Genozid bekommt man visuell eigentlich gar nichts mit, denn der beginnende Völkermord gibt sich nur durch einige verbale Äusserungen zu erkennen. Diese treten immer dann in den Vordergrund, wenn einige Hutus den Wald nach Opfern durchkämmen und dabei von ihren Greueltaten sprechen. Mit einer erschreckenden Begeisterung wird dabei von Vergewaltigungen und Morden geredet, durch diverse Reden entsteht sogar der Eindruck eines Wettstreites bei den Mördern, prahlen sie doch geradezu mit Zahlen von Menschen, die sie schon getötet haben. Dieser Aspekt dringt meiner persönlichen Meinung nach noch intensiver in den Betrachter ein, als wenn man hier ein bildgewaltiges Massaker inszeniert hätte. So nämlich entfaltet sich im Kopf des Zuschauers ein ungeheures Maß an Härte und Brutalität, sind der eigenen Fantasie doch keinerlei Grenzen gesetzt. Dennoch beinhaltet "Ruanda" jede Menge Bildgewalt, die durch die herausragenden Kamerafahrten unterstützt wird. Immer wieder gibt es dabei Großaufnahmen vom Gesicht der Hauptfigur Jacqueline, in dem man das gesamte Leid der jungen Frau nur zu gut ablesen kann. Vor allem ihre fantastische Mimik aud die ausdrucksstarken Augen sorgen dafür, das einem immer wieder eine echte Gänsehaut über den Rücken läuft. Nur sehr selten bekommt man eine so eindringliche schauspielerische Leistung zu sehen, wie sie Ruth Nirere hier an den Tag legt. Und das, obwohl sie lediglich zu Beginn der Geschichte einige Sätze spricht und danach ausschließlich durch ihre überragende Mimik zu überzeugen versteht, in der sich die gesamte Gefühlspalette einer Frau widerspiegelt, die überhaupt nicht begreifen kann was um sie herum passiert.

"Ruanda" ist sicherlich ein Film, der die Meinungen extrem spalten wird, denn wer hier ein actiongeladenes Werk erwartet, wird ganz bestimmt maßlos enttäuscht sein. Es handelt sich um eine Geschichte, auf die man sich wirklich einlassen muss, um die von ihr ausgehende Kraft und Intensität auch wirklich wahrnehmen zu können. Ist man dazu nicht in der Lage, wird man mit diesem fantastischen Film nicht viel anfangen können, der jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt ist und betimmt nur eine gewisse Zielgruppe begeistern wird. Dabei sollte sich eigentlich jeder dieses Drama anschauen, das lediglich durch die Kraft seiner Bilder eine so eindringliche Wirkung erzielt und dabei einen dicken Kloß im Hals des Betrachters entstehen lässt. Obwohl vom eigentlichen Massaker nichts zu sehen ist, sind die Morde doch jederzeit allgegenwärtig und brennen sich unauslöschbar in das eigene Gehirn. Hinzu kommt noch erschwerend der Punkt, das sich die in der Geschichte größtenteils vorherrschende Sprachlpsigkeit auch auf einen selbst überträgt und dabei ein sehr unbehagliches Gefühl auslöst, das man zu keiner Zeit abstreifen kann.

Philippe Van Meeuw hat hier einen besonders wertvollen Film geschaffen, der die Thematik des Völkermordes einmal aus einer ganz anderen Sichtweise betrachtet. Keine großartigen Gewaltdarstellungen, sondern lediglich Bilder einer Frau, der man den innerlichen Seelenzerfall im Gesicht ablesen kann. Nie zuvor habe ich ein Gesicht gesehen, in dem man die ganze Grausamkeit menschenverachtender Aktionen so sehr ablesen kann wie in dem von Ruth Nirere, die diesem Film ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Für einige Leute mag "Ruanda" aufgrund seiner Actionarmut langweilig erscheinen, wer sich allerdings auf die hier erzählte Story einlässt, wird im Endeffekt mit einem Filmerlebnis belohnt, das ganz sicher noch sehr lange im Gedächtnis heften bleibt.


Fazit:


Kaum Dialoge und keinerlei Action, für manch einen Film wäre das vielleicht das absolute Todesurteil. Ganz anders stellt sich die Situation bei vorliegendem Werk dar, das gerade durch das Fehlen dieser Dinge seine ganze Stärke zum Ausdruck bringt. Eine überragende Hauptdarstellerin, eine äusserst ruhige aber sehr intensive Erzählweise und herausragende Bilder reichen hier vollkommen aus, um mit minimalsten Mitteln ein Drama zu erschaffen, das an seiner Wirkung kaum zu übertreffen ist.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Exklusives Booklet



9/10

Freitag, 9. September 2011

Horny House of Horror









Horny House of Horror
(Fasshon heru(su)
mit Miho Arai, Asami, Saori Hara, Yuya Ishikawa, Wani Kansai, Akira Murota, Takashi Nishina, Demo Tanaka, Toshi Yanagi
Regie: Jun Tsugita
Drehbuch: Jun Tsugita
Kamera: Shin Hayasaka
Musik: Pirania Gakudan
FSK Keine Jugenfreigabe
Japan / 2010

Die drei Freunde Nakazu, Uno und Toshida lassen es sich gut gehen. Alle drei sind angetrunken und erfreuen sich ausgelassener Stimmung, als sie sich spontan dazu entscheiden dem Bordell Shogun einen Besuch abzustatten. Uno und Toshida finden im Shogun jeweils schnell eine willige Sex-Gespielin, mit der sie aufs Zimmer verschwinden, während der schüchterne Nakazu alleine zurückbleibt. Als Nakazu plötzlich die markerschütternden Todesschreie seiner beiden Freunde vernimmt, ist es für ihn der Beginn eines bizarren und blutigen Albtraums, aus dem es kein entrinnen zu geben scheint.


Gleich zu Beginn lässt "Horny House of Horror" keinerlei Zweifel daran aufkommen, in welche Richtung dieser Film tendiert. Kommt doch von der ersten Einstellung an wieder einmal das Faible der Japaner für waschechte Trashfilme durch, das uns ja schon einige echte Trashperlen beschert hat. Gerade in Verbindung mit einem äusserst hohen Blutgehalt und jeder Menge SFX haben ja beispielsweise Werke wie "Machine Girl" oder auch "Tokyo Gore Police" einen gewissen Kultstatus bei den Fans erlangt. Doch gerade im Bezug auf den Härtegrad muss man bei der vorliegenden deutschen Veröffentlichung erwartungsgemäß ziemlich große Abstriche machen, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen gestaltet sich der Film eher harmlos. Bei den fehlenden 4 Minuten Laufzeit d+rfte es sich also um sämtliche Sequenzen handeln, die auch nur annähernd hart oder brutal geraten sind.

So muss man sich also vorerst mit einer Fassung zufriedengeben, in der man mit jeder Menge Sex und extrem trashigen Humor zufriedengeben muss, der sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 70 Minuten gestaltet sich das Geschehen allerdings nicht ganzzeitig kurzweilig und wartet doch erstaunlicherweise mit diversen Längen auf, die meiner Meinung nach vor allem in der zweiten Filmhälfte zum Vorschein kommen. Wo sich andere Filme im Normalfall zu steigern wissen, wird der Zuschauer hier leider mit einem gewaltigen Einbruch konfrontiert, der im Prinzip nicht wirklich zu erklären ist. Storymäßig hat "Horny House of Horror" zwar generell nicht viel zu bieten, dient die Geschichte doch vielmehr als ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung. Doch in der ersten halben Stunde wird man zumindest mit sehr viel Humor bedient und kann sich an den dümmlich nachgezeichneten Charakteren erfreuen. Dabei sollte man selbstverständlich kein großartiges Schauspiel erwarten, doch für die größtenteils skurrilen Ereignisse sind die Darstellungen nahezu perfekt. Doch auch hier schwächelt der Film in der zweiten Hälfte stark und man kann nur noch wenig Freude am Restgeschehen dieser grotesken Inszenierung haben.

Das gesamte Szenario spielt sich lediglich in einem sogenannten Massagesalon ab, doch es ist keinesfalls die räumliche Eingrenzung, die man als negativ bezeichnen könnte. Es ist einfach der starke Abfall einer zu Beginn äusserst unterhaltsamen Story, die einem phasenweise sogar die Lachtränen in die Augen schießen lässt. Es ist vollkommen unverständlich, warum man die Höhepunkte alle in den ersten Filmteil verlegt hat und den Rest richtiggehend vor sich hin dümpeln lässt. So merkt man dann zum Ende hin, wie lange doch gerade einmal 70 Minuten dauern können, die sich teilweise wie ein alter Kaugummi in die Länge ziehen. Hinzu kommt noch die Zensurschere, denn mit dieser zerstückelten Version hat man dem Werk noch zusätzlich viel von seiner Stärke genommen, wenn man sich einmal den Schnittbericht vor Augen nimmt.

Letztendlich hätte "Horny House of Horror" ein richtig gelungener Trashbeitrag werden können und wer aus der Sicht eines Fans die ersten 30 Minuten betrachtet müsste mir eigentlich zustimmen. Danach wirkt allerdings alles eher lustlos und öde, was sich auf sämtliche Aspekte der skurrilen Inszenierung bezieht. Und dabei wäre so viel mehr möglich gewesen, wenn man den zu Beginn eingeschlagenen Weg nur konsequent weitergegangen wäre. Eventuell wertet eine zu erwartende ungeschnittene DVD über unsere österreichischen Nachbarn das Werk insgesamt etwas auf, doch Kultstaus wird dieser Film sicherlich nie erreichen.


Fazit:


Stark angefangen und umso schwächer aufgehört, das ist das erste, was mir zu "Horny House of Horror" einfällt. Hier wurde jede Menge Potential liegengelassen, so das dieser Trashfilm maximal im Mittelmaß anzusiedeln ist.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 70 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow


4,5/10

Mittwoch, 7. September 2011

M - Eine Stadt sucht einen Mörder









M - Eine Stadt sucht einen Mörder
(M)
mit Peter Lorre, Ellen Widmann, Inge Landgut, Otto Wernicke, Theodor Loos, Gustav Gründgens, Friedrich Gnaß, Fritz Odemar, Paul Kemp, Theo Lingen, Rudolf Blümner, Georg John, Franz Stein, Ernst Stahl-Nachbaur, Gerhard Bienert
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou / Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner
Musik: Keine Information
FSK 12
Deutschland / 1931

Berlin, 1930. Die Stadt wird in Folge einer Reihe von unaufgeklärten Kindermorden in ihren Grundfesten erschüttert. Gepackt von der zunehmend um sich greifenden Hysterie bezichtigen sich selbst langjährige Nachbarn und "Freunde", der Mörder zu sein. Panik erfasst auch die Unterwelt, die ihrerseits - durch die zunehmenden Razzien der im Dunkeln tappenden Polizei - ihre "Geschäftsgrundlage" als gefährdet erachtet. Die Jagd auf den Mörder beginnt.


Es dürfte sich wohl um eine unumstößliche Tatsache handeln, das Fritz Langs erster Tonfilm einer der größten deutschen Filmklassiker ist. Allein die Thematik des Filmes ist auch in der heutigen Zeit aktueller denn je, dreht sich die Geschichte doch um einen scheinbar kranken Kindermörder, der Berlin in Angst und Schrecken versetzt. Maßgeblich beeinflusst wurde die Story vom realen Fall des Serienmörders Peter Kürten, der auch unter dem Namen "Vampir von Düsseldorf" in die deutsche Kriminalgeschichte eingegangen ist. Auch wenn sich der Film gerade bei der ersten Sichtung eventuell als stinknormaler Kriminalfilm darstellt, der in einigen Pasasagen noch nicht einmal wirkliche Spannung aufkommen lässt, so entpuppt sich das Werk doch bei genauerer Betrachtung als wahres Meisterwerk. Hier steht nicht wie so oft die Identität des Mörders im Vordergrund, denn diese lüftet sich für den Zuschauer schon recht schnell. Vielmehr ist es die vorherrschende Hysterie in der Großstadt und die sich darus ergebenden Handlungsweisen der Bewohner, die von Lang hervorragend in Szene gesetzt wurden. Durch die offensichtliche Hilflosigkeit der Polizei ergreifen die Bürger die Initiative, so das es letztendlich den Ganoven und Bettlern der Stadt zu verdanken ist, das der Mörder gefasst werden kann. Besonders hervorzuheben ist hier die absolut grandiose Kameraarbeit, die selbst unscheinbar wirkenden Momenten eine unglaubliche Intensität verleiht. Einige Szenen wirken dabei schon wie Standbilder und hinterlassen eine unglaublich starke Wirkung beim Zuschauer, der sich der vom Geschehen ausgehenden Faszination auf keinen Fall entziehen kann.

Doch auch wenn die in der Stadt herrschende Stimmung im Focus der Ereignisse steht, so nimmt auch die Person des Killers eine immer stärker in den Vordergrund rückende Rolle ein. Beim ersten Erscheinen noch als Schatten an einer Häuserwand dargestellt, bekommt die Figur mit dem bis dahin eher unbekannten Peter Lorre auch schnell ein Gesicht. Und gerade dieses Gesicht mit den überdimensional erscheinenden Glubschaugen jagt einem eine wahre Gänsehaut über den Rücken. Das kommt besonders in der letzten Phase der Geschichte äusserst gut zum Ausdruck, als Lorre vor einer Art Tribunal der Berliner Unterwelt für seine taten zur Rechenschaft gezogen werden soll. Die dabei entstehende Mimik kann man lediglich als grandios bezeichnen, spiegelst sich doch in seinem gesicht eine Mischung aus Wahnsinn und Verzweiflung wieder. Die Inbrunst, mit der er dann seinen innerlichen Zwang zu töten beschreibt, ist an Klasse kaum zu überbieten und brennt sich nachhaltig im Gedächtnis des Betrachters ein.

Das kann man allerdings auf den gesamten Film beziehen, der ansonsten seine größte Stärke sicherlich in der äusserst düsteren-und bedrohlichen Grundstimmung hat, die sich von der ersten Minute an verbreitet. Wunderbar in Szene gesetzte Schattenspiele steigern dabei die Intensität des Szenarios fast ins Unermessliche. Hinzu kommt die spannende Jagd auf den Kindesmörder und auch die sehr aufwendige Ermittlungsarbeit der Polizei, die sowohl verbal wie auch im Bild extrem gut dargestellt wird. So wird man zum Beispiel Zeuge eines Telefonats zwischen dem Polizeipräsidenten und einem Minister, in dem die Arbeit der Behörden akribisch dargelegt wird. Gerade in der damaligen Zeit und den zu der Zeit möglichen Ermittlungsmethoden kann man erahnen, welch ein immenser Aufwand betrieben wurde, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Doch letztendlich ist es doch der sogenannten Bürgerwehr zu verdanken, das man durch einen eher glücklichen Zufall auf den Täter stößt, der dann vor dem schon erwähnten Tribunal für seine Greueltaten einstehen muss. Dabei bekommt man dann auch den ganzen Hass des Mobs zu spüren der sich gegenseitig anstachelt und das Urteil schon längst gefällt hat. Lediglich der sogenannte Verteidiger des Killers wirft dann den Aspekt ein, das man einen kranken Menschen nicht für seine Taten bestrafen kann, sondern ihm sogar helfen müsste. Man sieht also, das auch schon vor über 80 Jahren die gleichen Dinge zu verschiedenen Sichtweisen führten, die auch in der heutigen Zeit die Meinungen spalten.

Die Rolle des Mobs nimmt allerdings die ganze Laufzeit über den stärksten Anteil ein, wobei die Angst und die teilweise schon blinde Wut über die Hilflosigkeit der Polizei überhaupt erst dazu führt, das die Menschen selbst aktiv werden. Äusserst gut hat Fritz Lang hier den Aspekt des totalen Misstrauens herausgearbeitet, der sowohl in Wort und Bild äusserst gut zur Geltung kommt. So wird einfach jeder verdächtigt, der sich auch nur irgendwie in die Nähe eines Kindes begibt und selbst die Verbrecher wissen nicht, wem sie überhaupt trauen können. So entseht eine bedrohliche Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Szenario zieht und sich wie ein bleerner Mantel über die Schultern des Zuschauers legt. Das dabei entstehende-und sehr beklemmende Gefühl kriecht einem regelrecht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los.

Schlußendlich ist "M" ein Film mit einer immer aktuellen Thematik, die schon damals brillant umgesetzt wurde. Der Film wirft dabei Fragen auf, die auch heute immer wieder zu Diskussionen führen und wohl niemals eine einheitliche Antwort bekommen. Fritz Lang hat hier eine echte Sternstunde des deutschen Filmes geschaffen, die auch nach 8 Jahrzehnten nichts von ihrem Reiz und ihrer Faszination eingebüßt hat. Die Neuauflage zum 80-Jährigen Jubiläum präsentiert sich in erstklassiger Qualität, so das man wirklich von einem echten Filmgenuss sprechen kann, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist eine der ersten deutschen Tonproduktionen überhaupt und ist nun endlich auch in einer würdigen Veröffentlichung erschienen, die dieser Klassiker schon längst verdient hatte. Trotz seines Alters aktueller denn je offenbart sich eine Geschichte, die den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Einstellung in ihren Bann zieht. Hervorragende Schauspieler und eine erstklassige Kameraarbeit sorgen für Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau, so das dieser Film in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


10/10

Montag, 5. September 2011

Der Fluch von Siniestro









Der Fluch von Siniestro
(The Curse of the Werewolf)
mit Oliver Reed, Clifford Evans, Yvonne Romain, Catherine Feller, Anthony Dawson, Josephine Llewellyn, Richard Wordaworth, Hira Takfray, Justin Walters, John Gabriel, Warren Mitchell, Anne Blake, George Woodbridge, Michael Ripper, Ewen Solon
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Guy Endore / Anthony Hinds
Kamera: Arthur Grant
Musik: Benjamin Frankel
FSK 16
Großbritannien / 1961

Spanien im 18. Jahrhundert. Ein taubstummes Serviermädchen, vom Schlossherrn ins Verlies gesperrt, wird dort von einem Landstreicher vergewaltigt, entkommt und bringt im Haus des Arztes Carido Sohn Leon zur Welt. Leon verwandelt sich als Teenager bei Vollmond in einen Werwolf und tötet Menschen. Als ihm sein Unwesen bewusst wird, lässt er sich im Kloster einsperren. Er entkommt, wird ins Gefängnis geworfen, bricht aus und tobt über den Dächern der Stadt Siniestro. Damit er nicht dem Mob in die Hände fällt, tötet ihn Carion mit einer Silberkugel.


Bei diesem herrlichen Klassiker handelt es sich um den einzigen Werwolffilm der je in den legendären Hammer Studios produziert wurde, aus denen uns so viele unvergleichliche Horrorfilme präsentiert wurden. Unter der Regie des legendären Terence Fisher, der für etliche prägende Filme aus dem Hause Hammer verantwortlich zeichnet, entstand hier ein eher unüblicher Vertreter des Genres. Der Werwolf an sich steht nämlich gar nicht einmal so sehr im Focus der Geschichte, sondern vielmehr die menschliche Tragödie des jungen Leon, der viele Jahre überhaupt nichts von seiner Veranlagung weiss. Auch der Umstand, wie aus dem Jungen ein Lycanthrop wurde, weicht sehr stark von den ansonsten üblichen Geschichten ab. Hier geschieht die Verwandlung in eine mordende Bestie nämlich nicht durch den Biss eines anderen Werwolfs, sondern durch einen Fluch, was dem Geschehen einen ganz besonderen Reiz verleiht.

Darum stört es auch gar nicht weiter, das man die Bestie erst gut 10 Minuten vor dem Ende das erste Mal wirklich zu Gesicht bekommt und davor lediglich den Schatten des Unholds zu sehen bekommt. Das Hauptaugenmerk des Szenarios legt sich ganz eindeutig auf den Menschen Leon, der schon als kleines Kind scheinbar von Albträumen gequält wird, an die er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann. Nachdem die Träume dann für einige Jahre aufhören, äussert sich der Zustand erst wieder, als aus dem Kind ein junger Mann geworden ist, der zu diesem Zeitpunkt aber immer noch nichts von seinem Zustand ahnt. Nun wird die Story so richtig interessant, setzt Fisher doch gekonnt die seelische Tragödie des jungen mannes in den Mittelpunkt der weiteren Ereignisse. Die Tragik und das Seelenleben des Mannes wird hervorragend herausgearbeitet und man stellt eine starke Verbindung zur Hauptfigur her, die im erwachsenen Alter von einem grandiosen Oliver Reed dargestellt wird.

Bei den tragischen Anteilen die der Film enthält, kann es hier unweigerlich kein Happy End geben, was aber ehrlich gesagt auch vollkommen deplaciert gewesen wäre und den insgesamt tollen Gesamteindruck beeinträchtigt hätte. So aber präsentiert sich nicht nur ein aussergewöhnlicher, sondern auch ein hochklassiger Vertreter des Werwolffilms, der jederzeit spannend und interessant erzählt wird. Im Zusammenklang mit einer teils herrlich gruseligen Grundstimmung und äusserst kraftvollen Bildern kann man im Prinzip nur zu einem sehr guten Gesamturteil gelangen, was ja bei Filmen aus den berühmten hammer Stusdios nicht gerade eine Seltenheit ist.

Fazit:


Terence Fisher hat mit "Der Fluch von Siniestro" einmal mehr seine herausragenden Fähigkeiten als Regisseur unter Beweis gestellt und einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen. Selbst in der heutigen Zeit hat die Geschichte nichts von ihrer Faszination-und ihrem Reiz eingebüßt und ist jederzeit für eine Sichtung zu empfehlen.


9/10

Samstag, 3. September 2011

Autopsy II - Black Market Body Parts









Autopsy II - Black Market Body Parts
(Sutures)
mit Andrew Prine, Jason London, Carlos Lauchu, Allison Lange, B.J Britt, Azie Tesfai, Nick Holmes, Kate French, C.J Thomason, Jeff Burr, Lisette Bross, Kevin Strom, Joe Unger, Walt Osborne, Timothy Muskatell
Regie: Tammi Sutton
Drehbuch: Brian Moon / Carlos Lauchu
Kamera: Kirk Douglas
Musik: Evan Frankfort
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Es sollte ein spaßiger Ausflugs-Trip unter Freunden werden. Wer würde in solch einer Situation mit einem Autounfall rechnen? Doch genau das geschieht und Rettung scheint in Sicht zu sein, als ein Krankenwagen an der Unfallstelle erscheint. Doch das Krankenhaus, in welches der verletzte Freund von Emily eingeliefert wird, erweist sich als ein bizarrer Ort unter der Leitung des teuflischen Dr. David Benway. Eine Nacht des Schreckens beginnt! Wer wird entkommen? Wer wird sich als Nächstes auf dem OP-Tisch des Todes wiederfinden?


Um es gleich vorwegzunehmen, dieser Film hat nichts mit dem erst kürzlich erschienenen "Autopsy" von I-On Media zu tun, der über Splendid vertrieben wurde. Thematisch ähneln sich die Filme zwar, das ist dann aber auch schon alles, was die Werke miteinander verbindet. Das bezieht sich vor allem auch auf die vorhandene Klasse, denn war "Autopsy" noch ein sehr atmosphärischer-und auch spannender Horrorfilm, so wird der Zuschauer dieses Mal mit einer offensichtlich niedrig budgetierten Produktion konfrontiert, die nur in ganz wenigen Phasen überzeugen kann. Die größte Schwachstelle liegt sicherlich in der Erzählstruktur begründet, erscheint die Geschichte doch zumeist ziemlich zerfasert und lässt keinen richtigen Erzählfluss aufkommen. Immer wieder eingefügte Umschnitte zu Nebenerzählsträngen erweisen sich als wahres Gift für eine straighte Erzählweise und beeinträchtigen das Filmvergnügen doch ziemlich stark. Das ist aber längst nicht das einzige Manko, denn auch die Darsteller hinterlassen nicht unbedingt einen guten Eindruck.

Nun sollte man das bei einem Film dieser Art eventuell auch nicht als Grundvorraussetzung ansehen, aber die Darsteller-Riege erweist sich doch als äusserst farblos und blass, zudem kann nicht ein einziger Charakter der Story sonderliche Symphatiepunkte beim Zuschauer sammeln. Das Einzige, was man eigentlich als positiv bewerten kann ist die Atmosphäre in dem sogenannten Krankenhaus, wo man eigentümliche Experimente an den Jugendlichen vornimmt. Hier kommt stellenweise schon etwas Bedrohliches auf und das ganze Ambiente ist herrlich siffig und düster in Szene gesetzt. Dafür kann sich allerdings zu keiner Zeit echte Spannung aufbauen, denn das Geschehen ist doch extrem vorhersehbar, selbst die zum Ende hin angedachte Wendung der Geschichte kann man nicht als Überraschungsmoment ansehen. Zu klar liegen die Zusammenhänge auf der Hand, als das man einen echten Aha - Effekt erleben würde.

Wenn die mir vorliegende deutsche DVD nun wenigstens mit einigen netten SFX aufwarten würde, dann könnte man ja teilweise von einer kleinen Entschädigung sprechen, doch sämtliche härteren Szen sind natürlich wieder der Schere zum Opfer gefallen, so das sich der Film ohne jegliche Höhepunkte seinem Ende entgegenschleppt. Zudem sind die Schnitte auch noch äusserst auffällig gesetzt und lassen die von Haus aus schon nicht flüssige Story streckenweise noch unausgegorener erscheinen. Von einem echten Filmgenuss kann man also nicht wirklich reden, denn Regisseur Tammy Sutton hat ganz einfach zu viele Fehler gemacht. Am stärksten muss man ihm die Vorhersehbarkeit der Ereignisse vorwerfen, denn selbst mit wenig Geld und in einer Zeit, in der es immer schwerer wird den Horrorfilm neu zu erfinden, kann man doch ein gewisses Maß an Kreativität vorraussetzen.

So bleibt letztendlich nicht viel übrig, was man "Autopsy II" wirklich positiv anrechnen kann, der zudem auch noch gut 10 Minuten kürzer ist, als es die Angabe von 83 Minuten aussagt. Trotz der sehr kurzen Laufzeit muss man leider feststellen, das der Film nicht dazu in der Lage ist, ganzzeitig gute-und kurzweilige Unterhaltung anzubieten. Zu unstrukturiert offenbart sich eine Geschichte, der es an jeglichen Höhepunkten mangelt. Eventuell mag eine sicherlich folgende Uncut - Version des Filmes für Gorehounds sehenswert sein, doch werden auch die härteren Passagen das Werk insgesamt nicht sonderlich aufwerten.


Fazit:


Leider ist "Autopsy II" ein eher enttäuschender Genrevertreter, den ich persönlich sogar als unterdurchschnittlich einstufen würde. Bestimmt wird der Film dennoch seine Fan-Base finden, mich konnte er jedenfalls nicht überzeugen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: Nicht wie angegeben 83, sondern lediglich knapp 74 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Trailer, Trailershow


3/10

Donnerstag, 1. September 2011

Stolen Lives - Tödliche Augenblicke






Stolen Lives - Tödliche Augenblicke
(Stolen Lives)
mit Jon Hamm, Josh Lucas, Rhona Mitra, James Van Der Beek, Jessica Chastain, Joanna Cassidy, Jimmy Bennett, Morena Baccarin, Michael Cudlitz, Andy Milder, Holt McCallany, Jude Ciccolella, Rick Gomez, Marcus Thomas, Graham Phillips
Regie: Anders Anderson
Drehbuch: Glenn Taranto
Kamera: Andy Steinman
Musik: Trevor Morris
FSK 16
USA / 2009

Ein düsterer Schatten lastet auf dem Leben von Detective Tom Adkins seit sein Sohn vor acht Jahren verschwand. Es fehlt jede Spur von Tom Jr. Wenn er schon nicht fähig ist, das Verschwinden seines eigenen Kindes aufzuklären, wird Adkins nun alles daran setzen, das Rätsel um den kleinen John Wakefield zu lösen. Die Leiche des Jungen war 50 Jahre lang in einer Holzkiste vergraben, bis sie von Bauarbeitern gefunden wurde. Wie ein Besessener stürzt sich der Ermittler auf den Fall. Als könnte er sich selbst durch die Aufklärung dieses mysteriösen Todes von seinem eigenen Verlust befreien. Doch dann findet er tatsächlich Hinweise, dass es einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen geben könnte …


Mit "Stolen Lives" ist Anders Anderson ein in allen Belangen gelungenes Regiedebüt gelungen, das aufgrund seiner Intensität einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Dabei handelt es sich um ein Thriller / Drama das eine eher ruhige Erzählstruktur offenbart, was bei der vorliegenden Geschichte als absoluter Pluspunkt anzusehen ist. Auf zwei verschiedenen Erzählebenen werden einem dabei ein gegenwärtiger-und ein Entführungsfall aus der Vergangenheit geschildert, die auf eine scheinbar geheimnisvolle Art und Weise zusammenhängen. Der ständige Wechsel der beiden Zeitebenen wirkt dabei keinesfalls störend, harmonieren doch beide Erzählstränge absolut perfekt miteinander, so das der Erzählfluss zu keiner Zeit ins stocken gerät. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Detective Tom Adkins (Jon Hamm), der einfach nicht über die 8 Jahre zuvor stattfindende Entführung seines Sohnes hinwegkommt. Durch den Fund einer Kinderleiche kommt er auf die Spur eines Falles, der mindestens 50 Jahre zurückliegt und im Laufe der Geschichte erstaunliche Parallelen zum Fall seines Sohnes aufweist.

Mit sehr viel Feingefühl und dem richtigen Gespür, gerade die emotionale Lage der Väter in den Mittelpunkt zu stellen, präsentiert Anders Anderson nun 2 Fälle, die einen keinesfalls unberührt lassen. Man bekommt dabei einen tiefen Einblick in die Seele zweier Männer, die scheinbar an ihrem Schmerz zu zerbrechen drohen. Besonders die erstklassigen darstellerischen Leistungen der Hauptfiguren sorgt dafür, das die Geschehnisse absolut glaubwürdig und authentisch wirken. Die Qual der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Söhne kommt besonders gut zur Geltung und man kann das unglaubliche Leid der Männer fast körperlich nachvollziehen. Ohne es eigentlich zu wollen, taucht man immer tiefer in die Geschichte ein und kann sich dabei eines immer stärker werdenden Gefühls der Beklemmung nicht erwehren. Wie eine zentnerschwere Last legt sich der psychische Ausnahmezustand der Väter auf die eigenen Schultern, wobei einen diese ungeheure Last fast zu erdrücken droht. Dennoch kann man sich die innerliche zerrissenheit nur annähernd vorstellen und möchte sich keinesfalls jemals in einer solchen Situation befinden. Es muss eine regelrechte innerliche Hölle sein, wenn man rein gar nichts über den Verbleib des eigenen Kindes weiss und die dabei entstehende Mischung aus Hoffnung und Ungewissheit zermürbt einen innerlich.

Es sind insbesondere diese Emotionen, die während des gesamten Filmes äusserst gut zum Vorschein kommen und dem Ganzen eine ungeheure Intensität verleihen, die sich ganz automatisch auf einen selbst überträgt. Die dabei immer stärker werdende Spannung ist in einigen Phasen kaum noch auszuhalten und obwohl man sich eigentlich denken kann das es hier kein Happy End geben wird, bewahrt man sich doch bis zum Ende einen Funken Resthoffnung auf, das der aktuelle Fall gut ausgehen wird. Es ist ganz einfach ein gewaltiges Gefühl, diese gefühlvolle Geschichte miterleben zu dürfen, die trotz der äusserst stark vertretenen emotionalen Anteile nie kitschig oder übertrieben erscheint und in der Hauptsache von ihren extrem starken Charakteren lebt. So überzeugt selbst eine in einer für sie ungewohnten Rolle agierende Rhona Mitra als trauernde Mutter, die einfach nur wieder ein normales Leben führen möchte. Im Gegensatz zu ihrem Mann (Adkins) will sie einfach nur loslassen, wohingegen sich ihr Gatte immer noch verzweifelt an die Hoffnung klammert, das sein Sohn noch am Leben ist. Auch die dadurch entstehenden Spannungen zwischen den Eheleuten kommen sehr gut zur Geltung und zeichnen ein Bild einer Ehe, die kurz vor dem Zerbrechen steht, da sich die Partner immer weiter voneinander entfernen.

Es ist wirklich sehr erstaunlich, mit wieviel Fingerspitzengefühl das gesamte Szenario umgesetzt wurde, Anders Anderson hat hier wirklich viel Talent für das Wesentliche erkennen lassen. Dies bezieht sich allein schon auf die hervorragende Zusammenstellung der Darsteller-Riege, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist der Film perfekt besetzt. Zum anderen ist es das Gespür für eine exzellente Dramaturgie der Ereignisse und die gelungene Harmonie der einzelnen Erzählstränge. So ergibt sich letztendlich ein Gesamtbild, das man uneingeschränkt als sehr gut bezeichnen kann. "Stolen Lives" ist ein Thriller / Drama auf höchstem Niveau, das gerade wegen seiner ruhigen-und bedächtigen Töne einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt und den Zuschauer auch noch lange nach dem Ende stark beeindruckt. Wer intensive Filme zu schätzen weiss, sollte sich diesen Leckerbissen auf keinen Fall entgehen lassen.


Fazit:


"Stolen Lives" erzählt eine eindrucksvolle Geschichte in ruhigen Tönen, entfesselt dabei aber eine ungeheure Intensität, die den Zuschauer unweigerlich zu einem teil der Geschehnisse machen. Stark in das Szenario eingebunden erlebt man dabei die Emotionen der Protagonisten am eigenen leib und taucht in eine Gefühlswelt ein, in der Schmerz, Leid und Ungewissheit an der Tagesordnung stehen. Insgesamt gesehen handelt es sich um einen Film, den man uneingeschränkt weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 84 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8,5/10