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Montag, 31. Oktober 2011

Unmoralische Geschichten









Unmoralische Geschichten
(Contes immoraux)
mit Lise Danvers, Fabrice Luchini, Charlotte Alexandra, Paloma Picasso, Pascale Christophe, Florence Bellamy, Jacopo Berinizi, Lorenzo Berinizi, Philippe Desboeuf, Nicole Karen, Tomas Hnevsa, Mathieu Rivollier, Robert Capia
Regie: Walerian Borowczyk
Drehbuch: Andre Pieyre de Mandiargues
Kamera: Bernard Daillencourt / Guy Durban / Noel Very / Michel Zolat
Musik: Maurice Leroux
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / 1974

Vier Episoden, vier Epochen, vier sexuelle Spielarten: in "Unmoralische Geschcihten", seinem größten Filmerfolg, lässt Walerian Borowczyk seinen erotischen Phantasien freien Lauf. Mit gewohnt fetischistischem Blick für erotische Details erzählt er diesmal Geschichten über Fellatio, die verführerische Anziehungskraft von Gemüse, vom Reiz jungfräulichen Blutes und von inzestuösen Ausschweifungen im Vatikan - vier Episoden, in denen jede Geste, jeder Gegenstand - ein Mund, ein Finger, eine Perle - vor erotischer Aufladung nur so knistern. Eine hinreißend schöne, bös-romantische Orgie erotischer Phantasie. Vier Episoden aus verschiedenen Jahrhunderten mit kunsthistorischem Raffinement in schwarze Poesie verwandelt.


Wenn man "Unmoralische Geschichten" gesehen hat kann man relativ gut nachvollziehen, das dieser Film etliche Jahre auf dem Index gestanden hat. Das in vier Episoden eingeteilte Werk von Walerian Borowczyk (La Bete) vermittelt dem Zuschauer ein äusserst provokantes Szenario sexueller Natur, das insbesondere in der damaligen Zeit seines Erscheinens für großen Wirbel sorgte. Ist schon "La Bete", der übrigens ein Jahr später erschien im Bezug auf die sexuelle Provokation schwerlich zu überbieten, so setzt der vorliegende Film dem Ganzen doch die Krone auf. Nun haben alle vier Episoden ihren ganz besonderen Reiz und alle Geschichten aus verschiedenen Zeitepochen ihre Stärken, doch besonders hervorstechend ist meiner Meinung nach die vierte Folge. Wird hier schon durch die Thematik "Sex im Vatikan" ein heißes Eisen angefasst, so setzt Borowczyk durch die inzestiöse Verbindung zwischen dem Papst und seiner eigenen Tochter noch einmal einen provokanten Höhepunkt in einem Film, der sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird.

Es wird bestimmt nicht wenige Leute geben, die dieses umstrittene Werk als pornographisch angehauchten Schund abtun, obwohl diese Einschätzung diesem künstlerischen Meisterwerk ganz sicher nicht gerecht werden würde. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn sämtliche Episoden beinhalten eine ungeheure Ästhetik. Dabei ist eigentlich jede einzelne Szene und jeder Gegenstand eine sexuelle Anspielung, die zudem die Fantasie des Betrachters in Bewegung setzt. Es gibt jede Menge nackte Haut zu sehen und zwischendurch werden auch diverse Geschlechtsorgane ins Bild gesetzt. Dennoch hat der Film rein gar nichts Pornographisches an sich, denn die sexuellen Handlungen sind lediglich angedeutet und werden somit nicht voll gezeigt. Insbesondere dadurch umgibt das gesamte Szenario auch etwas geheimnisvolles und es entfaltet sich ein Gefühl der Entdeckungslust. Hierfür steht vor allem die erste Episode, in der ein junger Mann seiner Cousine durch Fellatio die Gezeiten erklären will. Das hört sich im ersten Moment vielleicht sogar etwas lächerlich an, doch wenn man die Geschichte gesehen hat muss man sich eingestehen, das sie sogar eine Menge Poesie beinhaltet. So verhält es sich allerdings im Prinzip mit allen Geschichten, die einerseits einen einzigen Sinnesrausch bescheren, andererseits aber auch sehr stark polarisieren.

Der geschickteste Schazug des Regisseurs besteht allerdings darin das der Film verhältnismäßig wenig Dialoge beinhaltet, denn lediglich Episode 1 ist etwas dialoglastig ausgefallen. Ansonsten wird eigentlich sehr wenig geredet, wodurch sich erst die ganze Faszination der Ereignisse so richtig entfalten kann. Da wird selbst das Liebesspiel einer jungen Frau zu einem echten Erlebnis, das einzig und allein durch die Ausdruckskraft der vorhandenen Bilder besticht. Vollkommen bewust ist Borowczyk diesen Weg gegangen, um die Sinne des Zuschauers zu schärfen und so keinerlei Ablenkung durch unnütze Worte entstehen zu lassen. Der dabei größtenteils entstehende Sinnesrausch ist schon imposant, man taucht immer tiefer in das Geschehen ein und erliegt der einzigartigen Faszination, die das Gesamtszenario ausstrahlt. Dabei kann man richtiggehend spüren, wie sich der eigene Geist öffnet, um das Gezeigte wie ein Schwamm in sich aufzusaugen. Sicherlich werden jetzt viele Leute anderer Meinung sein, doch man muss sich diesem Meisterwerk an Sinnlichkeit wirklich öffnen, um überhaupt einen Zugang zu den Geschehnissen zu finden, die an Ästhetik und Faszination schwer zu überbieten sind.

Letztendlich kann man nach der Sichtung des Werkes durchaus nachvollziehen, warum dieser Film so lange auf dem Index stand. Selbst in der heutigen Zeit sind die einzelnen Episoden immer noch ungeheuer polarisierend und greifen dabei Themen auf, die noch immer von vielen tabuisiert werden. Auch wenn "Unmoralische Geschichten" sicher nicht jeden Geschmack treffen wird, handelt es sich auf jeden fall um ein künstlerisches Meisterwerk. Ich gebe aber auch gerne zu, das nicht jeder den Zugang zu den hier dargestellten Ereignissen finden wird, die sich jenseits jeglichen Mainstreams ansiedeln und deswegen wohl auch nur einer bestimmten Zielgruppe zugänglich sind.


Fazit:


Einmal mehr hat das Label Bildstörung einen ganz aussergewöhnlichen Film auf den Markt gebracht und damit seine Ausnahmestellung eindrucksvoll untermauert. Wie mittlerweile gewohnt hat man sich auch bei den Extras nicht lumpen lassen, neben einem Audiokommentar ist beispielsweise auch ein Kurzfilm enthalten und selbstverständlich darf auch das obligatorische Booklet nicht fehlen. Und so bekommt man wieder einmal eine perfekte Veröffentlichung beschert, die sich kein Freund provokanter-und aussergewöhnlicher Filme entgehen lassen sollte.


Die DVD:


Vertrieb: Bildstörung
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 2.0 Mono
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,66:1 (anamorph 16:9)
Laufzeit: 99 Minuten
Extras: Kurzfilm UNE COLLECTION PARTICULIERE (15 Min.), Kurzdokumentation (ca. 20 Min), Audiokommentar von Daniel Bird und David Thompson, Umfangreiches Booklet mit Texten von Daniel Bird und Auszügen aus dem original Presseheft


9/10

Samstag, 29. Oktober 2011

Rivals









Rivals
(Les Liens du sang)
mit Guillaume Canet, Francois Cluzet, Clotilde Hesme, Marie Denamaud, Mehdi Nebbou, Olivier Perrier, Carole Franck, Helene Foubert, Eric Bonicatto, Alain Beigel, Thierry Levaret, Marc Bodnar, Stephane Gilton, Laurent Gitton
Regie: Jacques Maillot
Drehbuch: Pierre Chosson / Jacques Maillot
Kamera: Luc Pages
Musik: Stephan Oliva
FSK 16
Frankreich / 2008

Frankreich in den 70er Jahren. Francois und Gabriel sind Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Der eine ist ein guter, strebsamer Kerl, der zum braven Sohn und Polizisten wurde, der andere ein impulsiver, rebellischer Schwerenöter, der folgerichtig im Knast landete. Nun kommt Gabriel gerade mal wieder aus dem Gefängnis frei, und Francois will ihm nach besten Kräften helfen, eine bürgerliche Existenz zu gründen. Dafür lässt er Beziehungen spielen, riskiert gar, als es eng wird, seine Karriere. Gabriel aber dankt es ihm schlecht.


Das die Franzosen nicht nur erstklassige Horrorfilme auf den Weg bringen sondern auch in anderen Genres mit hervorragenden Filmen aufwarten, wird mit "Rivals" einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die vorliegende Geschichte ist ein äusserst gekonnter Mix aus Action/Krimi-und Drama, wobei das letztgenannte Genre ganz klar im zentralen Mittelpunkt des Geschehens steht. Jacques Maillot bietet dem Zuschauer eine packende Story, in der die angespannte Beziehung zweier grundverschiedener Brüder im Focus steht. Dabei bekommt man insbesondere erstklassige Charakterzeichnungen geboten, jede einzelne Figur der Geschichte wird einem sehr gut nähergebracht, so das man äusserst schnell den richtigen Bezug zu den Ereignissen bekommt und gedanklich tief in das Szenario eintauchen kann. Die Erzählstruktur des Filmes gestaltet sich eher ruhig, wird aber immer wieder durch diverse Tempowechsel angereichert. Nun ist "Rivals" ganz sicher kein Action-Feuerwerk, beinhaltet aber dennoch einige absolut sehenswerte Action-Passagen, die vor allem extrem authentisch und glaubwürdig erscheinen. Die einzelnen Komponenten dieses eindrucksvollen Filmes hermonieren nahezu perfekt und ergeben ein Gesamtbild, das in wirklich allen Belangen vollständig überzeugen kann.

Schon rein optisch gesehen erlebt der Zuschauer eine rückwärtige Zeitreise in die 70er Jahre, die Ausstattung und die Kulissen des Filmes sind grandios gestaltet, so das letztendlich ein waschechter 70er Jahre Look entsteht. Doch auch ansonsten handelt es sich um einen Film, der an Authenzität kaum zu überbieten ist, was zum Großteil auch den herausragenden Schauspielern zu verdanken ist. Bis in die kleinsten Nebenrollen wird man hier mit brillantem Schauspiel verwöhnt, wobei die beiden Brüder Francois und Gabriel absolut perfekt dargestellt werden. Guillaume Canet (Francois) und Francois Cluzet ( Gabriel) ist die Spielfreude in jeder einzelnen Passage anzumerken, sie verleihen ihren Charakteren eine enorme Ausdruckskraft, so das man eher selten den Eindruck hat sich einen Spielfilm anzuschauen. das gesamte Geschehen wirkt so realistisch das viel eher der Eindruck entsteht, das sich alles wirklich so abspielt und man selbst zu einem Teil der Ereignisse wird. Von der ersten Minute an ist man von den stattfindenden Geschehnissen gefesselt und erliegt der Faszination, die von ihnen ausgeht. In erster Linie sind es die äusserst gelungenen Charakterzeichnungen der einzelnen Figuren, die das Interesse des Zuschauers wecken. Maillot lässt sich bei diesem Aspekt genügend Zeit, einem die Personen und auch deren von Haus aus komplizierte Familiengeschichte näherzubringen und bietet damit förmlich die Möglichkeit, sich extrem gut in die Geschichte hineinzuversetzen.

Die dadurch entstehende Intensität packt einen in nahezu jeder einzelnen Einstellung, so das man sich immer stärker mit dem Szenario identifizieren kann. Dabei entsteht aber auch eine innere Zerrissenheit, kann man sich doch zu keiner Zeit wirklich entscheiden, mit welchem der beiden ungleichen Brüder man mehr symphatisiert. Erscheinen doch beide Männer äusserst symphatisch, selbst der kriminelle Gabriel wirkt trotz seiner unzähligen Straftaten viel eher wie ein Mensch, dem einfach keine Chance gegeben wird, um sein Leben wirklich in die richtigen Bahnen zu lenken. Als er mit der Zeit wieder rückfällig wird ist es nur noch eine Frage der Zeit, das es zu einem tragischen Ende kommt. Dieses fällt dann aber doch ganz anders aus als wie manch einer es sich eventuell vorstellt, denn es kommt nicht zu dem eigentlich erwarteten Showdown zwischen den beiden Brüdern. Die Geschichte nimmt eine ganz andere Wendung die man nicht zwangsweise vorhersehen konnte und offenbart durch eine einzige Szene die gesamte Tragik, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Auch wenn der Schlußakkord ziemlich abrupt erscheint, ist er doch genau richtig gewählt, um einen nachhaltigen Eindruck im Kopf des Betrachters zu hinterlassen. Und so denkt man auch noch lange nach dem Ende über die Ereignisse nach, die einen noch lange beschäftigen.

Mit "Rivals" hat Jacques Maillot einen erstklassigen Genre-Mix kreiert, der von der ersten bis zur letzten Minute einen erstklassigen Filmgenuss beschert, an den man sich noch lange erinnern wird. Ein toller Story-Plot, jede Menge Spannung und eine ungeheuer starke Intensität der Ereignisse machen dieses Werk zu einem echten Erlebnis. Die absolut brillanten Schauspieler setzen dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf, so das hier auch höhere Ansprüche erfüllt werden dürften. Gut gesetzte Tempowechsel und einige härtere Szenen runden das Gesamtbild perfekt ab und lassen einen zu Schluß kommen, das man gerade einen wirklich überzeugenden Film gesehen hat, den man bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Fazit:


Die Geschichte um zwei vollkommen unterschiedliche Brüder ist ein Paradebeispiel für die Qualität des europäischen Kinos. Es müssen nicht immer die großen US-Blockbuster sein. immer öfter kommen auch aus unseren regionen wahre Filmperlen. "Rivals" kann man ganz sicher in diese Kategorie einordnen, erzählt der Film doch eine Story, die in allen Belangen perfekt umgesetzt wurde.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten
Extras: Trailer, Making Of, Zwei Brüder und ein Film


8,5/10

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Schön, nackt und liebestoll








Schön, nackt und liebestoll
(Rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile)
mit Farley Granger, Sylva Koscina, Silvano Tranquilli, Annabella Incontrera, Chris Avram, Femi Benussi, Krista Nell, Angela Covello, Fabrizio Moresco, Andrea Scotti, Irene Pollmer, Luciano Rossi, Ivano Staciolli, Nino Foti, Jessica Dublin
Regie: Roberto Bianchi Montero
Drehbuch: Luigi Angelo
Kamera: Fausto Rossi
Musik: Giorgio Gaslini
Ungeprüft
Italien / 1972

Ein eiskalter Mörder geht um. Wieder und wieder sterben junge willige Ehefrauen aus der High Society eines bestialischen Todes, weil sie sich vor der Sinnentleertheit ihrer luxuriösen Existenz in die starken Arme eines Liebhabers flüchten. Ein Fehler, der sie teuer zu stehen kommt, denn der Wahnsinnige, der im Schatten der Nacht lauert, ist Richter und Henker zugleich: Am Tatort hinterlässt das Monster als scheußliches Signum seiner Tat einen Fotobeweis der unkeuschen Zweisamkeit. Ein Katz- und-Maus-Spiel mit der Polizei nimmt seinen Lauf, und die atemlose Hetzjagd nach dem Killer wird Kommissar Capuana an die Grenzen seines Verstandes führen...


Schön, nackt und liebestoll


Auch wenn der deutsche Titel des Filmes vielmehr auf einen Sexfilm hindeutet, handelt es sich um einen waschechten Giallo der komischerweise hauptsächlich durchschnittliche Kritiken erhält. Sicherlich handelt es sich nicht um einen absoluten Meilenstein des Subgenres, jedoch kann man das Werk von Roberto Bianchi Montero durchaus zu den guten Vertretern seiner Art zählen. Die Geschichte an sich bietet zwar die handelsübliche Thematik die man aus den meisten Giallis her kennt, dennoch unterscheidet sie sich doch in einigen Punkten ziemlich deutlich von den üblichen 08/15 Story-Plots. Am meisten zeigt sich das durch den Aspekt, das die ansonsten zumeist im Hintergrund agierenden Ermittler in der Mordserie hier ganz eindeutig im Focus des Geschehens stehen. Und so ist dann auch Kommissar Capuana (Farley Granger) die zentrale Figur des Szenarios, das äusserst spannend und sehr atmosphärisch umgesetzt wurde. Rein optisch gesehen überkommt einen sofort das Gefühl, das man durch eine Zeitmaschine in die 70er Jahre zurückversetzt wurde. Die grell-bunten Wohnungseinrichtungen, die Kleidung der Darsteller und insbesondere die furchtbaren Tapeten wecken Erinnerungen an extremste Geschmacksverirrungen, denen man in der Zeit unterlegen war.

Andererseits unterstreicht das nur die Authenzität der Ereignisse und zaubert dem etwas älteren Zuschauer auch so manchen Schmunzler ins Gesicht. Dieses verschwindet dann aber aufgrund der bestialischen Mordserie ziemlich schnell, immer mehr hübsche Frauen aus der römischen Gesellschaft fallen einem maskierten Killer zum Opfer. Gibt es zu Beginn noch keinerlei Spuren und Anhaltspunkte so stellt sich dann mit der Zeit heraus, das es sich immer wieder um untreue Ehefrauen handelt. Hier kommt man dann auch wieder auf den deutschen Filtitel, denn sämtliche Opfer sind wirklich "Schön, nackt und liebestoll". Vor allem der Begriff nackt trifft wie die Faust aufs Auge, kann ich mich doch an keinen anderen Giallo erinnern, in dem dermaßen viel nackte Haut gezeigt wird. Dennoch erscheint der nacktszenen-Anteil durchaus angemessen, zudem sich die verschiedenen Damen wirklich sehen lassen können. Ausserdem kann man den Szenen auch eine gweisse Ästhetik keinesfalls absprechen, so das zu keiner Zeit der Eindruck eines Soft-Pornos entsteht.

Die größte Stärke des Filmes ist aber meiner Meinung nach der absolut gelungene Spannungsaufbau, die Identität des Täters bleibt über lange Zeit im Verborgenen. Etliche falsche Fährten werden gelegt und präsentieren so manch verdächtige Person, die wahre Identität wird allerdings erst ganz kurz vor dem Ende gelüftet. Kenner der Filmgattung können sicherlich schon etwas früher auf die richtige Spur kommen, zu offensichtliche Hinweise auf den Mörder werden allerdings nicht geliefert. Und so tappt dann auch die Hauptfigur Capuana lange im Dunkeln und wird mit zunehmender Spielzeit immer tiefer in das grausige Geschehen hineingerissen, das ihn zum Ende hin sogar weitaus mehr angreift, als er es sich in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hätte. Farley Granger interpretiert den Charakter des Ermittlers absolut erstklassig und man kann sich als Aussenstehender ein sehr gutes Bild von der Gefühlswelt des Mannes machen, die immer mehr aus den Fugen gerät.

Letztendlich bietet "Schön, nackt und liebestoll" absolut sehenswerte Genrekost, die mir persönlich sogar extrem gut gefällt. Sicherlich liegt es immer im Auge des Betrachters, doch für mich handelt es sich definitiv um einen Giallo, der im oberen Drittel anzusiedeln ist. Sämtliche notwendigen Zutaten sind im Überfluss vorhanden und ergeben eine äusserst interessante Mischung, die ganzzeitig beste Unterhaltung bietet.


Fazit:


An die ganz großen Meilensteine des Subgenres kann "Schön, nackt und liebestoll" zwar nicht heranreichen, jedoch präsentiert sich ein jederzeit spannender Story-Plot, der in allen Belangen überzeugen kann. Eine dichte und bedrohliche Grundstimmung, ein äusserst kräftiges Farbenspiel und gut agierende Darsteller machen dieses Werk für jeden Fan des Genres zu einem unvergesslichen Filmerlebnis.


8/10

Dienstag, 25. Oktober 2011

Mr. Untouchable









Mr. Untouchable
(Mr. Untouchable)
mit Leroy "Nicky" Barnes, Don Ferrarone, Thelma Grant, Carol Hawkins Williams, Joseph Jazz Hayden, Leon Scrab Batts
Regie: Marc Levin
Drehbuch: Dokumentation
Kamera: Henry Adebonojo
Musik: Hi-Tek
FSK 16
USA / 2007

Leroy "Nicky" Barnes ist der erste schwarze Pate von New York. In den 1970er Jahren vom Heroinabhängigen aus kleinsten Verhältnissen aufgestiegen zu einem der berüchtigsten Drogenbosse der US-Geschichte prägt er das Urbild des glamourösen, schillernden Gangsters. Seinen Reichtum und seinen Erfolg stellt er ungeniert öffentlich zur Schau. Als er schließlich dingfest gemacht werden kann und lebenslang in den Knast wandert, packt Barnes nach wenigen Jahren gründlich aus. Er liefert Dutzende Weggefährten einschließlich seiner eigenen Ehefrau ans Messer. Dafür kommt er nach 21 Jahren Haft frei und lebt heute unerkannt irgendwo in den USA. Für den Dokumentarfilmer Marc Levin rekapituliert er seinen Aufstieg und seinen Fall als "Mr. Untouchable".


Schon seit längerer Zeit bringt das Label Ascot Elite in regelmäßigen Abständen hochinteressante Dokumentationen heraus die von den verschiedendsten Themen handeln und immer wieder extrem interessante Unterhaltung bieten. Auch "Mr. Untouchable" macht hier keine Ausnahme, die Doku dreht sich um den einstigen Drogenbaron Nicky Barnes, der als erster Drogenpate von New York in die Geschichte eingegangen ist. Die Schilderung seines unaufhaltsamen Aufstieges, aber auch seines Untergangs wird durch spannende Erzählungen diverser Augenzeugen und Weggefährten untermauert, die dem Zuschauer eine intensive Charakterbeleuchtung des schwarzen Paten gestatten. Zudem wird einem der Werdegang auch aus der Sicht von Nicky Barnes selbst dargelegt, der mittlerweile Teil des Zeugenschutzprogrammes der USA ist, da er seine einstigen Freunde skrupellos ans Messer geliefert hat.

Von der ersten bis zur letzten Minute ist man vom Aufstieg dieser Legende absolut fasziniert und ist gelinde gesagt ziemlich erstaunt darüber, das ein so berechnender Mensch einen regelrechten Heldenstatus bei der schwarzen Bevölkerung im New York der 70er Jahre eingenommen hat. Denn im Laufe dieser Doku kristallisiert sich doch immer mehr heraus, das Barnes keineswegs der Wohltäter war, für den ihn viele gehalten haben. Dieser Mann hat nämlich rein gar nichts getan, wenn nicht irgend ein Profit für ihn selbst und seine Organisation herausgesprungen ist. Die Erzäählungen der einzelnen Personen bringen ganz klar zum Ausdruck, das es sich bei ihm um einen selbstverliebten und äusserst arroganten Narzisten gehandelt hat, dem seine Mitmenschen letztendlich vollkommen egal waren. Seine unglaubliche Arroganz war es dann schlußendlich auch, die ihm das Genick gebrochen hat, hat sich doch Barnes selbst gern als "Mr. Untouchable" angesehen.

Mit diesem Namen erschien auch eine Titelstory über ihn in der New York Times, dieser name wurde ihm übrigens aufgrund der Tatsache verliehen, das er in etlichen gegen ihn geführten Prozessen immer wieder als freier Mann das Gericht verlassen hat. Doch in der Carter-Ära zum Ende der 70er Jahre war es gerade dieser Zeitungsartikel, der auch für die Regierung eine schallende Ohrfeige war, wurde dem Drogenboss doch eine Art Unantastbarkeit angehaftet, ganz egal welche Verbrechen er auch begehen würde. So wurden dann auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um endlich handfeste beweise zu sammeln, um "Mr. Untouchable" endlich aus dem Verkehr zu ziehen. Diese Kurzzusammenfassund der Ereignisse drückt allerdings noch nicht einmal ansatzweise die Faszination aus die von dieser fantastischen Dokumentation ausgeht, man muss diesen Film wirklich selbst gesehen haben, um auch die damaligen Strukturen zu erkennen, die den Aufstieg des "Paten" überhaupt ermöglicht haben. Dabei erscheint die Struktur der Organisation fast spielerisch leicht, doch waren die Methoden zur damaligen Zeit etwas vollkommen Neues.

Auch das Privatleben von Nicky wird hier eingehend beleuchtet und durch die Schilderungen seiner Ex-Ehefrau bekommt man einen ausgezeichneten Einblick in die Person Nicky Barnes, die sich als vollkommen selbstherrlich herausschält. Dies kommt dann auch insbesondere durch den Aspekt zum Vorschein, das er im Gefängnis nach geraumer Zeit seine eigenen Freunde verrät und ans Messer liefert. Selbst seine damalige Ehefrau bleibt von seinem Verrat nicht verschont, der einzig und allein aus Selbstzweck sattfindet. Als ihm im Gefängnis nämlich bewust wird das er von dort aus seine Organisation nicht mehr leiten kann und seine Freunde diese Situation ausnutzen, zerstört er sein eigenes Imperium durch Verrat. Sein übergroßes Ego scheint ihm bis in die heutige Zeit hinein zu signalisieren, das seine damalige Handlungsweise auf jeden Fall richtig war, was ganz klar aus den eigenen Worten hervorgeht. Das er dabei gegen das ungeschriebene Gesetz der Straße verstoßen hat scheint ihn weniger zu berühren, denn wenn er nicht mehr die Fäden in der hand halten konnte, sollte es auch kein anderer tun.


Fazit:


"Mr. Untouchable" stellt ohne Frage ein absolutes Doku-Highlight dar, das einen ganzzeitig fesselt und eine ungeheuer starke Intensität beinhaltet. Dadurch fühlt man sich phasenweise in der Zeit zurückversetzt und kann sich das damalige New York vor dem geistigen Auge äusserst gut vorstellen. Die authentischen Erzählungen der einzelnen Beteiligten vermitteln dabei einen extrem glaubhaften Eindruck und machen diese Doku zu einem absoluten Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8/10

Sonntag, 23. Oktober 2011

Space Battleship Yamato








Space Battleship Yamato
(Space Battleship Yamato)
mit Takuya Kimura, Meisa Kuroki, Toshiro Yanagiba, Naoto Ogata, Hiroyuki Ikeuchi, Shin'ichi Tsutsumi, Maiko, Reiko Takashima, Toshiyuki Nishida, Toshihiro Yashiba, Kazuki Namioka, Takumi Saito
Regie: Takashi Yamazaki
Drehbuch: Leji Matsumoto / Shimako Sato
Kamera: Kozo Shibasaki
Musik: Naoki Sato
FSK 16
Japan / 2010

Seit Jahren schon tobt der Krieg gegen die außerirdischen Gamilon und fordert hohe Verluste. Die Erdatmosphäre ist nach Meteor-Bombardements radioaktiv verseucht, die wenigen Überlebenden vegetieren in unterirdischen Bunker-Städten vor sich hin. Das Ende der Menschheit steht kurz bevor, als unerwartet eine Nachricht der Iscandarier die Erde erreicht. Die Erzfeinde der Gamilon verfügen über die nötige Technologie, um unseren Planeten wieder bewohnbar zu machen! Das letzte übrig gebliebene Kampfschiff Yamato macht sich auf den gefährlichen Weg nach Iscandar. Wird sich die Yamato gegen die übermächtige Gamilon-Flotte behaupten können und ihr Ziel erreichen?


Es ist in letzter Zeit ein ungeteilter Trend zu erkennen, das immer mehr Anime-Vorlagen nunmehr eine Realverfilmung erhalten. Und so basiert auch vorliegender Film von Takashi Yamazike auf so einem Anime, das in Japan einen gewissen Kultstatus beinhaltet. Die hier vorliegende Umsetzung der Geschichte entpuppt sich recht schnell als äusserst hochwertig und ist vor allem mit etlichen sehr gut anzusehenden Effekten ausgestattet, so das man ein oppulentes SCI/FI Spektakel der besseren Kategorie geboten bekommt. Von Beginn an präsentiert sich eine spannende und sehr interessante Geschichte, die zugegebenermaßen ein wenig zu heroisch aufgezogen ist, was sich mit zunehmender laufzeit immer mehr herauskristallisiert und mit einem fast schon pathetischen Ende seinen absoluten Höhepunkt findet. Ehrlich gasagt sieht man das als Zuschauer aber gar nicht einmal als negativ an, denn in diesem Szenario kommt der vorhandene Helden-Pathos doch gut rüber und erscheint sogar absolut passend.

Dementsprechend fällt dann auch ein Großteil der vorhandenen Dialoge aus die diesen Aspekt extrem unterstreichen. Die Besatzung des Raumschiffes wird mit schier flammenden Ansprachen motiviert und jedes einzelne Besatzungsmitglied scheint stolz darauf zu sein, für das angestrebte Ziel sein Leben zu geben. Manch einem mag das etwas zu dick aufgetragen zu sein, doch der vorliegende Story-Plot ist geradezu prädestiniert für Heldentum. Man sollte allerdings auch nicht zu sehr auf diesem Punkt herumreiten, denn der Film ist insgesamt gesehen ein wirklich überzeugendes SCI/FI Abenteuer, das trotz einer Lauflänge von gut 134 Minuten keinerlei langatmige Passagen offenbart. Hinzu kommt ein gekonnt gezogener Spannungsbogen, der bis zum bitteren-und melodramatischen Finale beste und äusserst kurzweilige Unterhaltung bietet. Insbesondere die Weltraumschlachten wissen zu überzeugen, das phasenweise gebotene Effektgewitter kann sich allemal sehen lassen und beinhaltet meiner Meinung nach eine hohe Qualität.

Doch auch ansonsten gibt es an diesem Film im Prinzip herzlich wenig auszusetzen, die Darsteller glänzen durch gutes Schauspiel und auch für genügend Action ist immer gesorgt. Auch die Story an sich ist nicht von schlechten Eltern, so das sich insgesamt gesehen ein wirklich überzeigendes Filmerlebnis bietet, das man sich auch gern mehrmals anschauen kann. Ehrlich gesagt war ich doch sehr skeptisch, ist "Space Battleship Yamato" doch der erste asiatische SCI/FI Film, den ich je gesehen habe. Diese Skepsis hat sich aber doch äusserst schnell verflüchtigt, denn das Werk braucht sich auch keinesfalls hinter weitaus höher budgetierten US-Varianten nicht zu verstecken. Für ein verhältnismäßig geringes Budget von geschätzten 12.000.000 $ wurde hier eine Menge auf die Beine gestellt, um dem Zuschauer ein tolles Science/Fiction Feeling zu übermitteln.

Im Endeffekt handelt es sich um ein richtig gutes Werk, bei dem man lediglich die manchmal etwas zu heroischen Züge ein klein wenig bemängeln könnte. Ansonsten gibt es allerdings keinerlei Ansatz für negative Kritik, so das man diesen tollen Film bedenkenlos weiterempfehlen kann. Takashi Yamazaki hat alles genau richtig gemacht und ein oppulentes Weltraum-Spektakel inszeniert, das für jeden Fan des Genres absolut sehenswert erscheint.


Fazit:


Eine spannende Geschichte, gute Darsteller, genügend Action und tolle Effekte sind die richtigen Zutaten, um kurzweilige und gute Unterhaltung zu garantieren. Da sieht man auch gern über die manchmal etwas zu heldenhaften Dialoge hinweg und verzeiht auch so manche Passage, die etwas zu pathetisch ausgefallen ist. "Space Battleship Yamato" ist auf jeden Fall eine sehr positive Überraschung, die man sich unbedingt anschauen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 134 Minuten
Extras: VFX Making Of, Bildergalerie, Pre-Visualization uvm.



8/10

Freitag, 21. Oktober 2011

Species









Species
(Species)
mit Ben Kingsley, Michael Madsen, Alfred Molina, Forest Whitaker, Marg Helgenberger, Natasha Henstridge, Michelle Williams, Jordan Lund, Don Fischer, Scott McKenna, Virginia Morris, Jayne Luke
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Dennis Feldman
Kamera: Andrzej Bartkowiak
Musik: Christopher Young
FSK 16
USA / 1995

Sie ist attraktiv, verführerisch, intelligent ... und ihr Charme könnte das Ende der gesamten Menschheit bedeuten! Durch die erstklassige Besetzung und atemberaubende Spezialeffekte erweist sich "Species" als mit Adrenalin aufgeputschte Mischung aus Action, Spannung und Leidenschaft. Als ein wunderschönes Hybridwesen aus menschlichen und Alien-Genen Natasha Henstridge ihren Beobachtern entkommen kann, engagiert der Wissenschaftler Xavier Fitch (Ben Kingsley) einen Killer (Michael Madsen), einen "Empath" (Forest Whitaker), eine Biologin (Marg Helenberger) und einen Anthropologen (Alfred Molina), um das Wesen aufzuspüren. Das Team verfolgt das Alien bis nach L.A. und entdeckt seinen grausigen Plan Es paart sich mit ahnungslosen Männern und sorgt so für Nachkommen, die die Menschheit vernichten könnten. Die tödliche biologische Uhr tickt unerbittlich, und mit hämmerndem Puls jagt Fitchs Team dem Schicksal hinterher, das über das Fortbestehen unserer Welt entscheiden wird.


Die Thematik, das Ausserirdische Lebensformen die Herrschaft über die Welt erlangen wollen, wurde ja nun schon in unzähligen Varianten filmisch dargestellt. Kaum ein anderer Beitrag beinhaltet eine so verführerische Version wie "Species", denn Natasha Henstridge in der Rolle eines weiblichen Hybridwesens ist die Verführung pur. Nun bekommt der Zuschauer in vorliegendem Fall ganz sicher keine realistisch anmutende Möglichkeit der behandelten Thematik präsentiert, vielmehr handelt es sich um eine äusserst klischeebeladene Umsetzung, was allerdings keinesfalls negativ gemeint ist. Regisseur Ronald Davidson hat eine actiongeladene Geschichte konstruiert, in der es größtenteils sehr temporeich zur Sache geht. Dabei werden wirklich sämtliche Klischees bedient die man sich nur vorstellen kann, jedoch kommt das diesem Werk meiner Meinung nach sogar zu Gute, denn der reine Unterhaltungswert des Geschehens ist äusserst hoch angesiedelt. Für ein realistisch ausgelegtes Szenario wurde "Species" sicherlich nich kreiert, handelt es sich doch vielmehr um eine kurzweilige SCI/FI-und Horror-Kombination, die in diesem Bereich auch zu den absolut gelungenen Vertretern zu zählen ist.

Allein schon die Darsteller können sich sehen lassen, ist der Cast doch absolut prominent besetzt. Nun sollte man nicht zwangsweise herausragendes Schauspiel erwarten, doch jede der einzelnen Hauptfiguren wird durch den jeweiligen Schauspieler absolut glaubhaft und authentisch dargestellt. Oscarreife Leistungen bekommt man zwar nicht geboten, jedoch agieren alle Akteure sehr routiniert und dem Geschehen angemessen. Das Highlight des Filmes ist allerdings die spannend umgesetzte Story die zwar nicht unbedingt sehr realitätsnah daherkommt, aber auf jeden Fall beste Unterhaltung bietet. Von der ersten bis zur letzten Minute entpuppen sich die Ereignisse als absolut fesselnd und faszinierend und strahlen eine größtenteils enorm bedrohliche Grundstimmung aus. Zudem enthält das Szenario für eine 16er Freigabe einige recht blutige Momente, die aber zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen.

"Species" beinhaltet auch eine ordentliche Portion Erotik, denn die Invasion der Ausserirdischen soll hier durch Fortpflanzung des Hybridwesens Sil stattfinden. So bekommt man dann auch die damals noch blutjunge und bildhübsche Natasha Henstridge einige Male in ihrer vollen Pracht zu sehen, was rein optisch gesehen ein absoluter Leckerbissen ist. Das die Geschichte dabei extrem in die Klischeehaftigkeit abdriftet, kann man meiner Meinung nach durchaus vernachlässigen, passt dieser Aspekt doch absolut perfekt in das Gesamtkonstrukt eines Werkes, das man keinesfalls nach seinem Realitätsgehalt bewerten sollte. Dazu gibt es genügend andere Genrevertreter wie beispielsweise "Contact" mit Jodie Foster, hier zählt einzig und allein der reine Unterhaltungswert und der ist äusserst hoch angesiedelt.

Letztendlich bietet "Species" eine sehr gelungene Mischung aus SCI/FI-und Horror, die auch nach über 15 Jahren nichts von ihrem reiz verloren hat. Selbst nach mehrmaliger Sichtung ist man immer wieder fasziniert von dieser temporeichen und actiongeladenen Geschichte. Für mich persönlich zählt das Werk zu den absolut zeitlosen Filmen, die man sich getrost immer wieder anschauen kann, ohne dabei an Langeweile zu sterben.


Fazit:


Auch wenn die hier gewählte Variante der Thematik um Ausserirdische nicht unbedingt durch einen hohen Realitätsanteil besticht, bekommt man einen in allen Belangen überzeugenden Film präsentiert. Ein gesunder Härtegrad, ein bildschöner Todesengelt und eine spannende Geschichte lassen die Zeit wie im Flug vergehen.


8/10

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gesichter des Todes









Gesichter des Todes
(Faces of Death)
mit Michael Carr, Samuel Berkowitz, Mary Ellen Brighton, Thomas Noguchi
Regie: John Alan Schwartz
Drehbuch: John Alan Schwartz
Kamera: Keine Information
Musik: Gene Kauer
Ungeprüft
USA / 1978

GESICHTER DES TODES ist der wohl bekannteste unter den sogenannten Mondo-Filmen. Der Großvater von "Traces of Death", "Death Scenes" und den etwas neueren "Faces of Gore". Verboten in 46 Ländern, das ist absoluter Rekord! Selbst "Faces of Gore" schafft es auf nur 38 Länder. Der Film zeigt im Prinzip 50% echte und 50% gefakete Szenen, im Abspann wird darauf hingewiesen, dass nicht alles echt ist. Dr. Gross wird von einen Schauspieler namens Michael Carr gespielt wird.


Jahrelang hielt sich sie Behauptung, das die in "Gesichter des Todes" gezeigten Dinge alle der Realität entsprechen und wirklich so passiert sind. Mittlerweile weiss man allerdings, das es sich um eine Mischung aus wahrhaften und gefakten Szenarien handelt, was der Intensität des Filmes jedoch keinerlei Abbruch tut. Gerade bei der ersten Sichtung dieses Werkes treffen einen die Bilder größtenteils wie ein Dampfhammer in die Eingeweide und man erhält zu keiner Zeit den Eindruck, das auch nur eine einzige Passage gestellt wäre. Fast schon fassungslos verfolgt man die verschiedendsten Todesarten, die hier beleuchtet werden und steht stellenweise unter einer regelrechten Schockwirkung. Das liegt hauptsächlich an der realistisch erscheinenden Inszenierung und an der nicht unwesentlichen Tatsache, das man nicht genau weiss, welche Szenen echt und welche gestellt sind.

Die einzelnen "Gesichter des Todes" beinhalten allesamt einen schaurigen Beigeschmack und diverse Dinge sind extrem makaber. Ganz egal, ob es sich um Unfälle, Selbstmorde oder auch Hinrichtungen handelt, jede einzelne Darstellung wirkt so intensiv auf den Zuschauer ein, das selbst heute, über 30 Jahre nach erscheinen des Filmes die Luft zum atmen knapp bemessen ist. Man kann das ganzzeitig vorhandene Gefühl der Beklemmung ganz einfach nicht ablegen, bekommt man doch streckenweise so grausame Bilder präsentiert, das diese einen wie eine zentnerschwere Last niederdrücken.

Dieser erste Teil der Reihe ist auch gleichzeitig der mit Abstand beste Film, in keinem der Nachfolger konnte auch nur annähernd die gleiche Wirkung beim Betrachter erzielt werden. Im Gegensatz zu diesem Original erscheinen die Folgeteile fast schon etwas weichgespült und leicht verdaulich. Wer jedoch die Anfänge der "Faces of Death" einmal gesehen hat, wird sie sein Leben lang nicht wieder vergessen, da sich die Bilder unauslöschbar im Gehirn des Zuschauers festbrennen. Besonders makaber sind vor allem eine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl, oder die Tötung eines kleinen Affen, um danach sein Gehirn zu verspeisen. Das sind aber lediglich zwei Beispiele von vielen, die hier für eine ganzzeitige Gänsehaut sorgen.

Letztendlich handelt es sich bei "Gesichter des Todes" um einen Film, den man schwer als gut oder schlecht einstufen kann. Man sollte das Werk aber sicherlich kennen, um sich selbst ein Bild über die realistische Darstellung einzelner Todesarten zu machen, die einem hier präsentiert werden. Zudem hinterlässt diese "Doku" einen weitaus stärkeren und einprägsamen Eindruck, als es der härteste Horrorfilm je tun könnte.


Fazit:


Knallhart, kompromisslos und extrem glaubwürdig werden dem Betrachter hier die verschiedendsten Arten des Todes nähergebracht, wobei es sich um eine äusserst gelungene Mictur aus echten und gestellten Passagen handelt. Die Klasse des Filmes zeigt sich dabei allein darin, das es einem so gut wie unmöglich ist, die Unterschiede auszumachen. Ganz egal ob Fake oder Wahrheit, diesen Film sollte man gesehen haben.


9/10

Montag, 17. Oktober 2011

Clash of Empires









Clash of Empires
(Malay Chronicles: The Bloodlines)
mit Stephen Rahman Hughes, Gavin Stenhouse, Jing Lusi, Craig Fong, Henrik Norman, Umie Aida, Jehan Miskin, Ummi Nazeera, Nell Ng, Khir Rahman, Raham Razali, W. Hanafi W. Su
Regie: Yusry Abd Halim
Drehbuch: Yusry Abd Halim / Amir Hafizi
Kamera: Keine Information
Musik: Edry Abdul Halim
FSK 16
Malaysia / 2011

Im 2. Jahrhundert gefällt es den Großreichen Rom und China, ihre friedliche Koexistenz mit einer Hochzeit ihrer Königskinder zu besiegeln. Ort der Trauung soll das auf halber Strecke liegende Malaysia sein, von beiden Seiten stechen die Flotten in See. Dann aber entführen gefürchtete Seepiraten unter Führung eines bösen Zauberers die chinesische Prinzessin und richten ein Blutbad unter ihrem Gefolge an. Der Römer Marcus tut sich daraufhin mit dem einheimischen Abenteurer Merong zusammen und eilt der Gekidnappten mit einer Handvoll Krieger hinterher.


Ich bin doch ziemlich überrascht wie viele eher schlechte Meinungen "Clash of Empires" erntet, offenbart sich doch ein interessanter-und spannender Story-Plot, der zudem auch alles beinhaltet, was ein gelungenes Historien-Epos ausmacht. Man sollte sich nur die Inhaltsangabe des Filmes gründlich durchlesen, um dann auch mit der richtigen Erwartungshaltung an ihn heranzugehen. Gut, die wirklich epischen Schlachten sucht man vergebens, aber die in Szene gesetzten Kämpfe sind absolut sehenswert und zudem erstklassig umgesetzt worden. Zudem bietet das Werk auch endlich einmal eine gelungene Abwechslung zum manchmal doch monotonen Einheitsbrei, offenbart sich doch ein mystisch angehauchtes Szenario, das geradezu geheimnisvoll daherkommt und so auch die Neugier des Zuschauers weckt. Nun mag der doch verhältnismäßig starke Einfluss diverser Fantasy-Elemente nicht jeden begeistern, doch verleihen gerade diese dem Film einen ganz besonderen Reiz und machen ihn auf eine gewisse Art und Weise ziemlich einzigartig.

Rein optisch gesehen kann sich die Inszenierung wirklich sehen lassen, gut ausgewählte Schauplätze-und tolle Kampf-Choreografien lassen das Herz eines jeden Historienfans höher schlagen. Zugegebenermaßen erscheinen einige der vorhandenen Effekte leicht künstlich, was den insgesamt sehr guten Gesamteindruck des Werkes aber keinesfalls beeinträchtigt. Auch in darstellerischer Hinsicht kann man sich nicht beklagen, bekommt man doch überzeugendes Schauspiel auf gehobenem Niveau zu sehen, zudem sind die einzelnen Charaktere absolut authentisch und glaubwürdig besetzt worden. Die eigenen Symphatiepunkte hat man dann auch äusserst schnell vergeben, teilen sich die Lager von Symphatieträgern und Schurken recht schnell. Regisseur Yusry Abd Halim hat es zudem gut verstanden, einem die einzelnen Figuren näherzubringen, was streckenweise auch mit einer kleinen Portion Himor versehen ist.

Es ist also eine wirklich gelungene Mischung die man als Betrachter zu sehen bekommt, grandiose Fights, ein wenig Humor, tolle Charaktere und eine äusserst interessante Geschichte werden mit herrlichen Fantasy-Elementen zusammengefügt und ergeben insgesamt gesehen einen erstklassigen Film. Selbstverständlich hat die Story auch ihren heroischen Anteil, der insbesondere durch die Figur des Merong zum Ausdruck kommt, der von Stephen Rahman Hughes ganz ausgezeichnet dargestellt wird. Dabei agiert er nicht nur als erstklassiger und mutiger Kämpfer, sondern avanciert im Laufe der Zeit auch zum Anführer, der die zerstrittenen malayischen Stämme wiedervereinigt.

Im Endeffekt bekommt man mit "Clash of Empires" einen in allen Belangen überzeugenden-und sehenswerten Historienfilm zu Gesicht, der durchaus etwas Aussergewöhnliches an sich hat. Wahrscheinlich liegt gerade darin auch der Grund, das viele Leute zu einer eher schlechten Meinung gelangt sind, da sie etwas vollkommen Anderes erwartet haben. Mir jedoch hat die hier erzählte Geschichte ganz ausgezeichnet gefallen und bis auf den Einsatz des künstlichen CGI-Blutes gibt es nichts zu beanstanden. Von meiner Seite aus kann ich nur eine unbedingte Empfehlung an alle aussprechen, die auch einmal einen etwas anderen Historienfilm sehen möchten.


Fazit:


Mit der richtigen Erwartungshaltung kann man bei diesem Film nichts falsch machen, der gut 100 Minuten beste-und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet. Tolle Kämpfe und eine spannende Story vertreiben die Zeit wie im Flug und entlassen den Zuschauer mit einem befriedigten Gefühl, hier ein sehenswertes Historien-Spektakel erlebt zu haben.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch & Bahasa Melayu DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 105 Minuten
Extras: Musikvideos, Making Of, Behind the Scenes, Originaltrailer, Promotrailer, Trailershow


7,5/10

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Forke des Todes









Die Forke des Todes
(The Prowler)
mit Vicky Dawson, Christopher Goutman, Lawrence Tierney, Farley Granger, Cindy Weintraub, Lisa Dunsbeath, David Sederholm, Bill Nunnery, Thom Bray, Diane Rode, Bryan Englund, Donna Davis, Carleton Carpenter
Regie: Joseph Zito
Drehbuch: Neal Barbera / Michael Edens
Kamera: Raoul Lomas / Joao Fernandes
Musik: Richard Einhorn / Nowhere Fast
Ungeprüft
USA / 1981

Irgendwann kurz nach dem Sieg der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg kehrt ein Soldat aus der Schlacht zurück. Als er feststellt, dass ihn seine Geliebte betrügt, tötet er sie beim Highschool-Abschlussball in rasender Wut und verschwindet spurlos. Viele Jahre später feiern junge Teenager wieder ihren Abschlussball, doch es kommt zu einer furchtbaren Mordserie. Die grausamen Morde scheinen im Zusammenhang mit dem Vorfallk von damals zu stehen...


Joseph Zitos Film zählt wohl ganz eindeutig zu den 80er Jahre Slashern, bei denen die Meinungen der Horrorfans extrem auseinandergehen. Einerseits mit einem gewissen Kultsatatus ausgestattet und von vielen verehrt, sehen andere in dem Werk einen der schlechtesten Slasher überhaupt. Ich persönlich zähle mich zu den Verehrern des Filmes, der eine eigentlich handelsübliche Geschichte erzählt die eigentlich keinerlei Innovation beinhaltet, dafür aber mit einer herrlich dichten und bedrohlichen Grundstimmung ausgestattet ist, die den Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann zieht. Da sich fast der gesamte Film bei Nacht abspielt, kommt so auch ganzzeitig das genau richtige Horror-Feeling auf, das für eine derartige Story notwendig ist.

Die Identität des scheinbar wahnsinnigen Mörders ist dabei gar nicht einmal die Hauptsache, ist diese doch recht schnell zu erahnen. Nach einer relativ kurzen Zeitspanne kann man sich nämlich schon denken, das es sich um den gleichen Täter handelt wie fast 40 Jahre zuvor. Dadurch wird der Täterkreis selbstredend äusserst stark eingeschränkt, muss es sich doch zwangsläufig um jemanden handeln, der auch schon ein gewisses Alter erreicht hat. Dennoch nimmt dieser Aspekt dem Geschehen keinesfalls etwas von seiner Spannung, denn Joseph Zito ist es durchaus gelungen, hier einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich bis zum blutigen Ende halten kann, ohne dabei irgendwelche Einbrüche erleiden zu müssen. So ergibt sich über die gesamte laufzeit ein sehr interessantes Filmvergnügen, das meiner Meinung nach zu den besten Slashertn der 80er Jahre zu zählen ist.

Seinen in gewissen Kreisen erlangten Kultstatus verdankt "The Prowler" nicht zuletzt auch seiinen streckenweise recht derben SFX, für die kein geringerer als Tom Savini verantwortlich zeichnet. Wird in etlichen anderen genrevertretern gerade bei den eigentlichen Tathandlungen die Kamera abgeschwenkt, so hält sie hier zumeist voll drauf, so das man die begangenen Morde in ihrer vollen Pracht bewundern kann. das sorgt dann auch für einen äusserst ansehnlichen Härtegrad, der selbst Liebhaber der etwas härteren Welle zufriedenstellen dürfte. Die größte Schwachstelle ist ganz sicher die deutsche Synchronisation des Filmes, die doch mehr als nur gewöhnungsbedürftig ist, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Die Synchronsprecher scheinen nicht unbedingt Meister ihres Faches zu sein, doch komischerweise trifft das längst nicht auf alle zu. Einige Figuren sprechen nämlich ziemlich normal, andere widerum sind mit Stimmen ausgestattet, die einem schon manchmal die Tränen in die Augen treiben können. das Ergebnis sind streckenweise in die Länge gezogene Dialoge, die zudem so hölzern und ungelenk klingen, als wenn die Darsteller die Worte direkt von einem Zettel ablesen würden. Monotone Stimmen ohne jegliche erkennbare Gefühlslagen sind auf die Dauer schon eine akkustische Tortur, verleihen dem ganzen aber eine ordentliche Portion unfreiwilligen Humors, der insgesamt gesehen gar nicht einmal so fehl am Platz erscheint.

So verhälst es sich am Ende wie eigentlich immer, denn die Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Auf jeden Fall aber ist "Die Forke des Todes" ein Genrebeitrag, der sich jederzeit sehen lassen kann und als einzige echte Schwäche seine deutsche Synchro zu erkennen gibt. Ansonsten beinhaltet der Film sämtliche Zutaten die man braucht, um ein spannendes-und sehr atmosphärisches Horror-Szenario anzubieten, bei dem man gut unterhalten wird. Durch Savinis äusserst gelungene Arbeit beinhaltet das Szenario zudem einige richtig blutige Passagen, die man selbst in der heutigen Zeit bei etlichen Slashern vergeblich sucht. Von mir gibt es jedenfalls eine dicke Empfehlung für diese leicht trashig angehauchte Perle des Genres, die in jeder gutsortierten Sammlung ihren Platz haben sollte.


Fazit:


"Die Forke des Todes" ist ganz bestimmt kein filmisches Meisterwerk, bietet aber alle Elemente, die ein Film dieser machart haben sollte. Gute und blutige Unterhaltung sorgen hier für ein extrem kurzweiliges Filmerlebnis, das man sich immer wieder gut anschauen kann.


8/10

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Vampire Nation









Vampire Nation
(Stake Land)
mit Danielle Harris, Michael Cerveris, Connor Paolo, Kelly McGillis, Bonnie Dennison, Nick Damici, Sean Nelson, Chance Kelly, Adam Scarimbolo, Marianne Hagan, Gregory Jones, Stuart Rudin, Eilis Cahill, Traci Hovel,
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici / Jim Mickle
Kamera: Ryan Samul
Musik: Jeff Grace
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Aus heiterem Himmel bricht die Vampirkatastrophe über Amerika herein und verwandelt weite Teile der Bevölkerung in blindwütige Blutsauger. Der jugendliche Martin überlebt die Ausrottung seiner Familie nur mit Hilfe des zufällig vorbei kommenden Vampirjägers Mister und weicht diesem fortan auf dessen Odyssee Richtung Kanada nicht mehr von der Seite. Unterwegs treffen sie andere Überlebende, die aber nicht alle freundlich sind, und geraten schließlich kurz vor dem Ziel mit einer Gruppe religiös motivierter Vigilanten aneinander.


Von den ganzen neuartigen Vampirfilmen der letzten Jahre ist "Vampire Nation" mit großem Abstand das Beste, was einem seit langer Zeit unter die Augen gekommen ist. Regisseur Jim Mickle (Mulberry Street) hat hier eine fantastische Mischung aus Endzeitszenario und Vampirfilm gefunden, die den Zuschauer von der ersten Minute an totl in ihren Bann zieht. Mickle ist bei seiner Geschichte nicht in blinden Aktionismus verfallen um eine entsprechende Zielgruppe zu befriedigen, die einen Film lediglich nach dem enthaltenen Härtegrad beurteilt. Vielmehr setzt er auf eine gut erzählte Story, die über eine eher ruhige Erzählstruktur verfügt, die dem Betrachter aber umso mehr unter die Haut kriecht und dabei eine ungeheuer starke Intensität entfaltet. Das liegt in erster Linie in der fantastisch eingefangenen Endzeitatmosphäre begründet die schon in den ersten Minuten des Geschehens extrem stark in den Vordergrund rückt. Zudem werden die Hauptfiguren des Szenarios gekonnt in den Mittelpunkt gerückt und ihre schier endlose Odysee durch ein zerstörtes Land beleuchtet.

Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten, das "Vampire Nation" keine Härte enthält, nur wurden die enthaltenen Passagen absolut perfekt über die gesamte Laufzeit verteilt. Dabei handelt es sich um streckenweise wirklich ziemlich derbe Szenen, so das man schon ein wenig überrascht darüber sein kann, das dieses Werk es geschafft hat, in Deutschland ungeschnitten zu erscheinen. Es ist gerade die fast schon bedächtige Erzählstruktur im Zusammenspiel mit den immer wieder eingeführten Temposteigerungen, die hier für ein exzellentes Filmerlebnis sorgt, das vor allem durch seine düstere-und beklemmende Grundstimmung voll zu überzeugen weiss. Wie eine zentnerschwere Last legt sich das Geschehen auf die Schultern des Zuschauers, der sich der immensen Wirkung der Ereignisse einfach nicht erwehren kann. Dabei ist es ganz besonders die vollkommene Trost-und Hoffnungslosigkeit, die einem hier schwer zu schaffen macht, verspürt man doch den ganzen Film über das Gefühl, sich selbst in dieser scheinbar auswegslosen Situation zu befinden.

Erschwert wird das Ganze noch zusätzlich durch die Tatsache, das die Hauptcharaktere sich nicht nur gegen die Blutsauger zur Wehr setzen müssen, sondern auch von der sogenannten "Bruderschaft" verfolgt werden, bei der es sich um eine große Gruppe religiöser fanatiker handelt. So kämpfen also auch Menschen gegen Menschen, was bei der aussichtslosen Lage schon wie ein schlechter Witz erscheint, die Intensität der Geschichte aber noch zusätzlich hervorhebt. Es ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, das Menschen in jeglicher Situation nicht aus ihrer haut herauskonnen und sich anstatt zusammenzuhalten auch noch selbst bekämpfen. Für den Storyablauf an sich ist das ein ganz wesentlicher Faktor, erhält das Szenario dadurch doch auch eine erhebliche Tiefe, was ansonsten in Filmen dieser Art nicht unbedingt der Fall ist und als sehr wohlwollende Abwechslung angesehen werden kann. Wo andere Vampirfilme der neueren Art immer diverse Schwächen aufweisen, kommt "Vampire Nation" als ein Film daher, in dem die einzelnen Komponenten perfekt miteinander harmonieren und so ein herausragendes Gesamtwerk ergeben, das meiner persönlichen Meinung nach zum Besten gehört, was das Subgenre je hervorgebracht hat.

Mit dafür verantwortlich zeichnet ganz bestimmt auch die hervorragend agierende Darstellerriege, denn bis in die kleinsten nebenrollen sind die einzelnen Figuren mit den perfekten schauspielern besetzt. So gibt es beispielsweise auch ein Wiedersehen mit einer Kelly McGillis, die man auf den ersten Blick in der Rolle einer Nonne überhaupt nicht erkennt. Sämtliche Akteure legen absolut überzeugende Leistungen an den Tag und wirken vor allem äusserst authentisch und sehr glaubwürdig. Am meisten beeindruckt hat mich dabei Connor Paolo in der Rolle des jungen Martin, kann man doch bei ihm die Wandlung eines Teenagers in einen Mann perfekt nachvollziehen. Trotzdem bringt er auch immer wieder die Ungläubigkeit und Unsicherheit eines Kindes zum Ausdruck, das einfach nicht begreifen kann, warum sein leben auf einmal vollkommen aus den Fugen geraten ist. Hier kommt man dann zwangsläufig zu der wohl größten Stärke des Filmes die ganz einfach in der Tatsache begründet ist, das man im Prinzip keinerlei Erklärung dafür geliefert bekommt, wie und warum die Vampirseuche über die USA gekommen ist. Von der ersten Einstellung an wird man einfach mit diesem Fakt konfrontiert, was den Ereignissen eine noch unheilvollere Seite verleiht. Bemängelt man ansonsten in Filmen fehlende Hintergrundinformationen, so ist diese Maßnahme in vorliegendem Werk absolut perfekt gewählt und unterstreicht das geniale Enzeitszenario.

Letztendlich ist "Vampire Nation" ein Film, der in allen Belangen aus dem breiten Einheitsbrei sehr positiv heraussticht. Man könnte das Werk auch als Kombination aus "28 Days later" und John Carpenter's "Vampire" bezeichnen, denn dieser Vergleich drängt sich doch in mehreren Passagen förmlich auf. Wie dem aber auch sei, wer aussergewöhnliche Vampirfilme zu schätzen weiss, kommt an dieser Geschichte keinesfalls vorbei.


Fazit:


Jim Mickle hat endlich das geschafft, was auch schon viele andere Regisseure in den letzten Jahren eher vergeblich versucht haben. Er hat einen modernen Vampirfilm geschaffen, bei dem wirklich alle Zutaten perfekt miteinander harmonieren und so ein letztendlich perfektes Gesamtwerk ergeben. Viel Spannung, eine tolle Story, hervorragende Schauspieler und eine geniale Endzeitatmosphäre machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, das man keinesfalls verpassen darf.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 95 Minuten


9/10

Dienstag, 11. Oktober 2011

Helldriver









Helldriver
(Nihon bundan: Heru doraiba)
mit Yumiko Hara, Eihi Shiina, Kazuki Namioka, Yurei Yanagi, Minoru Torihada, Gadarukanaru Taka, Asami, Yukihide Benny, Norman England, Yasuhiko Fukuda, Honoka, Yuya Ishikawa
Regie: Yoshihiro Nishimura
Drehbuch: Yoshihiro Nishimura / Daichi Nagisa
Kamera: Shu G. Momose
Musik: Kou Nakagawa
Keine Jugendfreigabe
Japan / 2010

Aus dem Weltall geht ein mysteriöser Ascheregen über Japan nieder, der den größten Teil der Bevölkerung in Zombies verwandelt. Die Überlebenden versuchen der Zombieplage Herr zu werden, indem sie die Untoten hinter einer großen Mauer wegsperren. Eines Tages macht sich die hübsche Kika mit einem Kettensägen-Schwert bewaffnet auf den Weg, um Japan ein für alle Mal von den Zombies zu befreien. Ihr Ziel ist ihre eigene Mutter, die Herrscherin über alle Zombies.


Die ausgeprägte Vorliebe der Japaner für extreme Splatterfilme mit einem extrem hohen Trashgehalt dürfte ja allen Fans bekannt sein, doch was einem Regisseur Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police) einem mit "Helldriver" nun vorsetzt, dürfte selbst in Fankreisen für eine Menge Aufsehen sorgen. Selbst in der japanischen Trashkultur ist dieser Film sicherlich etwas ganz Besonderes, was dem Zuschauer schon nach wenigen Minuten auffallen dürfte. Präsentiert sich doch ein vollkommen durchgeknalltes und grelles Szenario, das sämtliche Grenzen des Absurden sprengt. Das sollte jetzt nicht als negative Kritik verstanden werden, denn Freunde vollkommen überzogener Trashfilme werden hier auf eine Art bedient, wie es sie bisher wohl noch nicht gegeben hat. "Helldriver" katapultiert das Subgenre förmlich in eine neue Dimension und offenbart ein Geschehen, das nur so vor SFX und absurden Ereignissen strotzt. Dabei ist das Szenario äusserst grell-und temporeich in Szene gesetzt worden, das einem noch nicht einmal die Zeit bleibt, zwischendurch einmal ein wenig zu Atem zu kommen. Selten bekommt man ein Werk zu Gesicht, in dem sich die Splatterszenen so dermaßen aneinanderreihen und dabei so bluttriefend daherkommen.

Wenn man ansonsten eventuell etwas inflationär mit dem Begriff Actionfeuerwerk umgeht, so ist dieser Begriff noch nie so treffend gewesen wie bei dieser Geschichte. Yoshihiro Nishimura hat sein Werk so extrem mit Tempo-und Action gefüllt, als würde es kein Morgen geben. Für den geneigten Fan ergibt sich dadurch ein Filmerlebnis, das man sicherlich nicht so schnell wieder vergessen wird. Obwohl die deutsche DVD wie üblich einmal mehr der Schere zum Opfer gefallen ist, beinhalten die Ereignisse soviel Blut und Härte, das es im Prinzip für mehrere Filme reichen würde. Das die Story an sich dabei etwas auf der Strecke bleibt erscheint nicht weiter störend, ist sie doch von haus aus schon im Bereich der Fantasie angesiedelt. Hier zählt einzig und allein der reine Unterhaltungswert und dieser siedelt sich ganz oben in der Skala an. Zudem ist der Film auch rein optisch gesehen ein absoluter Leckerbissen, was sich insbesondere auf die Darstellung der Zombies bezieht. Dabei sollte man sämtliche Vorstellungen über Untote vergessen, denn die hier gezeigten Wiedergänger gleichen viel eher Fabelwesen, die im Fantasy-Bereich heimisch sind.

Für das relativ geringe Budget von geschätzten 600.000 $ bekommt man hier eine Menge geboten und erhält eigentlich nie den Eindruck, das es sich um eine Billigproduktion handeln würde. Sicher, einige Effekte erscheinen schon etwas künstlich, was aber in keiner Form den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck trübt. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn durch die phasenweise vorhandene Künstlichkeit wird der enorm hohe Trashanteil noch einmal zusätzlich hervorgehoben und unterstreicht zusätzlich die absurden Ereignisse. Selbstverständlich wird "Helldriver" nur eine bestimmte Zielgruppe überzeugen, denn wer keine ausgeprägte Vorliebe für diese Art von Film hat, wird nicht viel damit anfangen können. Wer allerdings seine Freude an bunt-grellen Trashszenarien hat, wird hier mehr als nur gut bedient. Dafür sorgen beispielsweise auch die absolut überzeichneten Charaktere oder diverse kleinere Anspielungen auf die deutsche Vergangenheit (Nazi-Symbole). Die fantasievolle Darstellung der einzelnen Figuren wie auch die schrillen Kostüme tun ihr Übriges, um überzogene Note des Werkes besonders stark herauszustellen.

Wer den Film in der ungeschnittenen Version sehen möchte, muss auf unsere österreichischen nachbarn warten, die sicher in absehbarer Zeit eine Uncut-Version herausbringen werden. Allerdings bietet auch die deutsche Veröffentlichung genügend Blut und Härte, so das man ohne Weiteres einen Blick riskieren kann. Ich fühlte mich jedénfalls bestens unterhalten und habe selten einen Film gesehen, der so mit Action und Blut vollgestopft ist, wie es bei "Helldriver" der Fall ist. Ausserdem gibt es auch noch jede Menge echte Ekelszenen, die zudem auch noch in Großaufnahme zu betrachten sind. Leute mit einem empfindlichen magen könnten dabei auf eine harte Probe gestellt werden, denn bei einigen Passagen kann sich einem durchaus der Magen umdrehen.


Fazit:


Sind Filme wie "The Machine Girl" oder auch "Tokyo Gore Police" schon absolute Aushängeschilder der japanischen Trashkultur, so setzt vorliegender Film dem Ganzen die Krone auf. Schrill, bunt und extrem temporeich eröffnet sich ein dermaßen groteskes Geschehen, das es eine helle Freude ist. Die immense Aneinanderreihung von Splatter-und Ekelszenen gönnt einem dabei keinerlei Ruhe und bieten Trashkost auf extrem hohem Niveau .


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 105 Minuten


8/10 Trash - Granaten

Sonntag, 9. Oktober 2011

Manson Girl









Manson Girl
(Leslie, My Name is Evil)
mit Peter MacNeill, Gregory Smith, Ryan Robbins, Anjelica Scannura, Kaniehtiio Horn, Kristen Hager, Don McKellar, Tom Barnett, Tracy Wright, Kristin Adams, Cindy Wolfe, Peter Keleghan, Travis Milne, Sarah Gadon, Stewart Amott
Regie: Reginald Harkema
Drehbuch: Reginald Harkema
Kamera: Jonathon Cliff
Musik: Paul Kehayas
Keine Jugendfreigabe
Kanada / 2009

Die 60er Jahre. Die Love and Peace-Ära. Als Leslie zum ersten Mal Charlie begegnet, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen. Es schreckt sie auch nicht ab, dass er sich als "das Böse" vorstellt. Durch Charlie lernt sie ein Leben voller Lust, Ausschweifungen und totaler Hingabe kennen. Sie wird ein Manson Girl... Perry ist ein behütet erzogener junger Mann, der weder Lust, Ausschweifung, noch die totale Hingabe zu einem anderen Menschen kennt. Er lebt sein geordnetes Leben bis zu jenem Tag, an dem er in die Jury eines Mordprozesses berufen wird. Auf der Anklagebank sitzen die Manson Girls, zu denen auch Leslie gehört. Die Welt der Hippies trifft auf die Wertvorstellungen eines Spießers. Und nichts wird mehr so sein, wie es vorher war...


Die Thematik rund um den charismatischen Serienmörder Charles Manson wurde ja schon in genügend Filmen bearbeitet, jedoch war sicherlich noch keiner davon so herrlich sarkastisch, wie es bei vorliegendem Werk der Fall ist. Regisseur Reginald Harkema kümmert sich bei seiner Geschichte auch nur nebensächlich um den selbsternannten Jesus, sondern beleuchtet vielmehr die beiden vollkommen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die zur damaligen Zeit aufeinandergeprallt sind. Im Focus der sarkastischen Kpmödie stehen dabei vor allem 2 Personen, einerseits ist da die junge Leslie, die nach der Trennung ihrer Eltern zu einem sogenannten "Manson Girl" mutiert, andererseits ist da der aus einem wohlbehütetem Elternhaus stammende Perry, der in der spieübürgerlichen Jury sitzt, die dem Manson-Clan den Prozess machen soll. Nachdem man in 2 parallel laufenden Erzählsträngen einen recht witzigen Eindruck über das Leben der beiden total unterschiedlichen Teenager bekommt, dreht sich der Rest der Geschichte fast ausschließlich um den stattfindenden Prozess, der nun wirklich vollkommen anders abläuft, wie man es normalerweise gewöhnt ist.

Die Gerichtsverhandlung ist dann auch das absolute Highlight dieses Filmes, der meiner Meinung nach viel zu schlechte Kritiken erntet. Es ist einfach grandios, wieviel teils schon groteske Situationskomik in den Vordergrund tritt und welch streckenweise brillanter Wortwitz in den einzelnen Dialogen zu Tage tritt. Man sollte von Beginn an keine allzu ernsthafte Umsetzung der Thematik erwarten und die gesamte Szenerie mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten. Wenn man dazu in der Lage ist, bekommt man ein brillant inszeniertes Geschehen präsentiert, das nur so vor schwarzem Humor trieft und jede Menge Spaß macht. Dennoch fehlt es den Ereignissen nicht an der nötigen Ernsthaftigkeit, die dem Zuschauer auch immer wieder durch echtes Bildmaterial vom Vietnamkrieg und den in den USA stattfindenden Demosntrationen vor Augen geführt wird. Insbesondere diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und beissendem Humor sorgt für ein sehr aussergewöhnliches und qualitativ hochwertiges Filmerlebnis, das auf jeden fall einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt.

Dazu tragen auch die darstellerischen Leistungen bei, die hier von einer exzellent agierenden Schauspielerriege dargebracht werden. Nicht nur die beiden hauptcharaktere wissen dabei vollends zu überzeugen, der Film ist nämlich bis in die kleinsten nebenrollen absolut perfekt besetzt. Gerade durch das tolle Schauspiel werden auch die verschiedenen Lebensweisen und Charaktereigenschaften hervorragend zum Ausdruck gebracht und streckenweise herrlich überzeugend dargestellt. Nicht nur, das der junge Perry den Altersdurchschnitt der Jury stark nach unten drückt, könnten doch alle anderen Geschworenen seine Großeltern sein, auch die Dialoge zwischen dem Richter und den Anwälten sind teilweise so skurril, das man sich vor lachen kaum halten kann. Auch das Betragen der Angeklagten gleicht eher einem absurden Possenspiel und unterstreicht den sarkastischen Gehalt des Geschehens ausdrücklich. Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich die optische Darstellung der Gerichtsverhandlung, die doch stellenweise viel eher an eine Daily-Soap erinnert, als das man sie wirklich ernst nehmen könnte.

Im Endeffekt bekommt man mit "Manson Girl" eine in allen Belangen sehenswerte-und rabenschwarze Komödie geboten, die eine extrem ernste Thematik einmal aus einer vollkommen anderen Sichtweise zeigt. Dadurch ist es dem Zuschauer jederzeit möglich, ein eigentlich sehr ernstes Thema auch einmal mit einem Augenzwinkern zu betrachten, ohne jedoch den wahren Fall "Charles Manson" aus den Augen zu verlieren. Das einzig Unverständliche ist in meinen Augen die zu hohe Alterseinstufung, denn im Bezug auf Härte bekommt man im Prinzip überhaupt nichts zu sehen. Vielleicht liegt es auch darin begründet, das viele Leute mit vollkommen falschen Erwartungen an diesen Film herangegangen sind und deshalb im nachhinein enttäuscht waren. Für Freunde beissenden Humors den man auch an einigen Stellen nicht sofort erkennt, dürfte "Manson Girl" ein echter Höhepunkt sein, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Reginald Harkema hat hier eine wirklich bitter-böse Komödie auf den Weg gebracht, die ganzzeitig erstklassige Unterhaltung anbietet. Ein größtenteils vollkommen überzogen dargestelltes Szenario, feinster schwarzer Humor und erstklassige Darsteller sorgen dafür, das man von der ersten bis zur letzten Minute kurzweilige Filmkost geboten bekommt, die man sich auf jeden fall zu Gemüte führen sollte, es lohnt sich.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten


7,5/10

Freitag, 7. Oktober 2011

Someone's Knocking at the Door









Someone's Knocking at the Door
(Someone's Knocking at the Door)
mit Noah Segan, Andrea Renda, Ezra Buzzington, Elina Madison, Jon Budinoff, Ricardo Gray, Silvia Spross, Timothy Muskatell, Lew Temple, Vernon Wells, Jordan Lawson, Mary Rings, Joseph Pilato, Trent Haaga, Sean Cain
Regie: Chad Ferrin
Drehbuch: Chad Ferrin / Roham Ghodsi
Kamera: Niklas Larsson
Musik: Brad Joseph Breeck
Ungeprüft
USA / 2009

Sechs Medizin-Studenten aus dem College haben genug vom Lernen. Das nächste Wochenende steht ganz im Zeichen von Alkohol, Drogen und Sex. Doch die Clique hat keine Ahnung, worauf sie sich eingelassen hat, denn am Party-Ort werden nicht nur experimentelle bewusstseinserweiternde Drogen genommen. Es wird auch gestorben. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird einer von ihnen brutal ermordet. Panik geht um, als klar wird, dass ein verrücktes Stalker-Pärchen, die Hoppers, ihr Unwesen treiben. Das Mörderduo tötet und vergewaltigt. Das Irre daran? Wilma und John Hopper waren in den 70er Jahren für ihre Mordexzesse berüchtigt. Was haben die Studenten getan, dass dieses Killer-Duo nach knapp vier Jahrzehnten wieder zurückbringt?


Nicht selten trifft man auf Filme, nach deren Sichtung man sich die Frage stellt, was man da eben eigentlich gesehen hat. Bei vorliegendem Werk tritt diese Frage ziemlich extrem in den Vordergrund, denn was Regisseur Chad Ferrin sich bei diesem eigentümlichen Szenario gedacht hat, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Auf den Inhalt braucht man nicht weiter einzugehen, denn im Prinzip gibt es gar keinen. Von der ersten Minute an wird der Zuschauer mit einem mehr als nur bizarren Geschehen konfrontiert, für das man am Ende wenigstens eine kleine Erklärung geliefert bekommt. In der Zwischenzeit jedoch präsentiert sich eine Geschichte, die diese Bezeichnung eigentlich überhaupt nicht verdient hat. So etwas absurdes kommt einem wirklich nicht alle Tage unter die Augen und schon nach wenigen Minuten verspürt man das immer stärker werdende Verlangen, diesen filmischen Müll einfach in die Tonne zu kloppen. Das liegt ganz sicher nicht an der offensichtlich niedrigen Budgetierung des Filmes, gibt es doch genügend Beispiele dafür, das man auch mit wenig Geld sehenswerte Produktionen bewerkstelligen kann.

Hier liegt es schlicht und ergreifend an der Tatsache, das dieses Werk ganz einfach grottenschlecht ist und man eigentlich gar nichts positiv anmerken könnte. Hinzu kommt auch noch erschwerend der Aspekt, das anscheinend nicht nur die Protagonisten des Geschehens schlechte Erfahrungen mit Drogen machen, denn auch Chad Ferrin muss wohl auf einem äusserst schlechten Trip gewesen sein, als er diesen Schund gedreht hat. Nicht anders ist die vollkommene Sinnlosigkeit zu erklären die sich dem Betrachter hier offenbart. Zudem verdient das Werk auch keinesfalls die Bezeichnung Horrorfilm, handelt es sich doch vielmehr um Trash der allerübelsten Sorte. Der wahre Horror überkommt lediglich den Zuschauer, der sich gut 75 Minuten mit diesem Mist herumolagt, bis dann endlich der erlösende Abspann einsetzt und das filmische Grauen beendet. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, auf dem man mit vollkommen sinnbefreiten Dialogen und übelstem Schauspiel bis aufs Blut geqüält wird. Die Darsteller erweisen sich dabei als vollkommen talentfreie Zonen, die zudem auch noch nichtssagend und blass daherkommen. Zu keinem einzelnen Charakter kann man auch nur annähernd einen Bezug herstellen, so das man eher froh darüber ist, das einer nach dem anderen aus dem Leben scheidet.

So etwas wie Spannung oder eine gar ansehnliche Horror-Atmosphäre sucht man leider vergebens, anstelle dessen bekommt man scheinbaren Humor geliefert, der nur leider kaum zünden will. Zwar gibt es die ein oder andere skurrile Passage, doch insgesamt gesehen erweist sich der Humor viel eher als Rohrkrepierer. Zu albern und überzogen gestalten sich die Ereignisse, als das man wirlich darüber lachen könnte. Dennoch passt auch dieser Punkt absolut perfekt in das erschreckend schlechte Gesamtbild das man hier gewinnt. Dar einzige Rausreisser nach oben besteht darin, das man einen nackten Polizisten mit einem Riesenpenis zu sehen bekommt, bei dieser Szene schimmert dann wenigstens etwas Erheiterung in einem ansonsten grottenschlechten Film durch, den man am besten ganz schnell wieder vergisst.

Letztendlich ist "Someone's Knocking at the Door" ein ganz übles Machwerk, das noch nicht einmal den Rohling verdient, auf den es gepresst wurde. Selten hat man etwas Schlechteres gesehen und man stellt sich unweigerlich immer wieder die Frage, welch einem kranken Geist diese Story entsprungen ist. Obwohl es keinerlei Anzeichen dafür gibt, muss hier sogar ein drehbuch vorgelegen haben, jedenfalls werden sogar zwei Personen als Autoren genannt. Diese Tatsache verschlimmert den gewonnenen Eindruck sogar noch, denn geistige Umnachtung scheint dann ja wohl doch ansteckend zu sein. Trotz all der augenscheinlichen Peinlichkeiten die dieser Film beinhaltet, wird er sicherlich seine Fangemeinde finden, finden sich doch immer wieder Leute, die selbst dem größten Müll etwas abgewinnen können.


Fazit:


Wer sogar den fatalen Fehler gemacht hat und diese DVD käuflich erworben hat, müsste das Label im Prinzip auf Schmerzensgeld verklagen. Die Chancen auf den Sieg bei diesem rechtsstreit dürften sehr fut sein, grenzt der Film doch schon fast an schwere Körperverletzung. Lieber die Finger von der Scheibe lassen und zu einem wirklich guten Horrorfilm greifen, denn hier vergeudet man letztendlich nur kostbare Lebenszeit.


1/10

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Age of Heroes









Age of Heroes
(Age of Heroes)
mit Sean Bean, Danny Dyer, Izabella Miko, James D'Arcy, Sebastian Street, Rosie Fellner, Aksel Hennie, John Dagleish, William Houston, Theo Barklem-Biggs, Daniel Brocklebank, Guy Burnet, Stephen Walters, David Gwillim
Regie: Adrian Vitoria
Drehbuch: Adrian Vitoria / Ed Scates
Kamera: Mark Hamilton
Musik: Michael Richard Plowman
FSK 16
Großbritannien / 2011

Unter Führung des erfahrenen Major Jones zieht eine kleine Elite-Einheit des neu gegründeten "30 Commando" in ihren ersten Einsatz. Die acht zu allem bereiten Soldaten werden tief in das Gebiet des besetzten Norwegens eindringen, um dort Informationen über eine revolutionäre Radar-Technologie der Nazis zu stehlen und die zugehörige Anlage zu zerstören. Das Gelingen ihrer Mission ist entscheidend für den Ausgang des Krieges. Die kleine Gruppe kämpft sich durch die Schneewüste des nördlichen Polarkreises. Sehr viel schneller als erwartet entdecken die Nazis die Eindringlinge...


Zugegeben, "Age of Heroes" ist ganz augenscheinlich ein Film, der mit einem verhältnismäßig niedrigen Budget gedreht wurde. Das merkt man allein schon an den eher spartanischen Kulissen und auch die generelle Grundausstattung bewegt sich in einem sehr überschaubaren Rahmen. Mindert dies im Normalfall eher die Qualität eines Filmes, so kommt es meiner Meinung nach dem vorliegenden Werk eher zu Gute. Erscheint das Geschehen doch gerade durch seine unspektakuläre Aufmachung extrem authentisch und man bekommt einen äusserst glaubwürdigen Eindruck über die karge norwegische Winterlandschaft, in der sich die Großteile der Geschichte abspielen. Nun bekommt der Zuschauer hier ganz sicher nichts Neues geboten und der Ablauf der Story erinnert doch frappierend Filmen wie beispielsweise "Das dreckige Dutzend", doch wurden altbewährte Zutaten sehr gut zusammengefügt und ergeben im Gesamtpaket ein äusserst kurzweiliges Filmerlebnis.

Die Erlebnisse der kleinen Spezialeinheit sind zwar sehr klischeebeladen, was insbesondere durch einzelne Figuren stark zum Ausdruck kommt. Wäre da doch der altbewährte Drillsergeant oder aber auch der rebellische Soldat, der Riesenprobleme mit Autoritäten hat. Doch auch wenn einem diese Dinge mehr als nur bekannt vorkommen ist es Regisseur Adrian Vitoria gelungen, ein interessantes-und actiongeladenes Szenario zu kreieren, an dem man seine Freude hat. Dazu trägt auch die agierende Darstellerriege bei, von der man durchaus sehenswertes Schauspiel geboten bekommt. Vor allem Sean Bean und Danny Dyer wissen in ihren Rollen absolut zu überzeugen, auch wenn es zu Beginn eher ungewohnt ist, gerade Danny Dyer in einer solchen Rolle zu sehen. Doch dieses gefühl schwindet ziemlich schnell und man empfindet viel Symphatie für die Figur des aufsäßigen Soldaten, der im Laufe der Zeit zu einer Säule der Geschichte wird.

Auch wenn "Age of Heroes" über eher bescheidene Settings verfügt, hat das Werk gerade im Bezug auf den Actiongehalt eine ganze Menge zu bieten. Etliche Nahkämpfe und jede Menge Schießereien lassen das Herz des Actionfreundes höher schlagen und tragen ganz nebenbei auch zur Kurzweiligkeit der Abläufe bei. Aus diesem Grunde verwundert es mich auch eher, das der Film größtenteils eher durchschnittliche Meinungen hervorruft, denn nur weil die Schauplätze von bescheidener Art sind, mindert das keinesfalls die vorhandene Klasse des Geschehens. Was nützt einem denn die spektakulärste Aufmachung, wenn die Ereignisse keinen glaubhaften Eindruck beim Betrachter hinterlassen? Genau hier liegt die Stärke dieser Low Budget Produktion, die trotz offensichtlicher Ähnlichkeiten zu höher budgetierten Genrevertretern einen erstklassigen Eindruck hinterlässt.

Insgesamt gesehen bekommt man einen wirklich guten Kriegsfilm geboten, der in allen Belangen äusserst sehenswerte Kost anbietet. Spannung, eine authentische Ausstattung und hervorragende Akteure lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Ein sehr hoher Actionanteil tut sein Übriges, um erst gar keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wer Filme wie "Das dreckige Dutzend" zu schätzen weiss, wird auch bei "Age of Heroes" voll auf seine Kosten kommen.


Fazit:


Insbesondere durch eine eher karge Inszenierung hinterlässt der Film einen äusserst glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer, da man sich extrem gut mit der vorherrschenden Winterlandschaft anfreunden kann. Selten habe ich einen Kriegsfilm gesehen, der einerseits fast vollkommen unspektakulär daherkommt, aber dennoch eine so große Faszination ausstrahlt. Und deshalb kann ich von meiner Seite aus auch eine unbedingte Empfehlung für dieses Werk aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: B-Roll, Documentary: Film und Wirklichkeit, Soundbites, Norwegen: Panorama, Deleted Scenes, Outtakes, Originaltrailer, Trailershow


7,5/10

Montag, 3. Oktober 2011

Hollywood Kills








Hollywood Kills
(Hollywood Kills)
mit Dominic Keating, Happy Mahaney, Angela DiMarco, Mathew Scollon, Gillian Shure, Zack Ward, Todd Duffey, Marco Khan, Eric Bruskotter, Erica Kim, Lisa Kim, Devin Reeve, Ben Moody, Jason Miller, Trisha Lee
Regie: Sven Pape
Drehbuch: Regan Wynne / Nicholas Brandt
Kamera: Dave Cramer
Musik: Gerhard Daum
Ungeprüft
USA / 2006

Aus Texas kommen James und Vaughn nach Los Angeles, um der kleinen Schwester von James einen Besuch abzustatten, welche in der Traumfabrik auf eine Karriere als Filmschauspielerin hofft. Gemeinsam mit Sarah und ihrer Mitbewohnerin Chantelle zieht man um die kalifornischen Häuser, bis das Quartett in einer Disco von zwei Scouts eines psychopathischen Produzenten abgeschleppt wird. Der entpuppt sich als Sadist mit eigener Folterkammer und hat gar schaurige Spiele für die Gäste geplant.


Folterfilme sind ja gerade in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen und spätestens seit dem Erscheinen von "Saw" oder "Hostel" versuchen etliche Regisseure, auf den Erfolgszug aufzuspringen. Das dabei nicht immer sehenswerte Beiträge herauskommen, kann man am Werl von Sven Pape sehr gut erkennen. Bekommt man hier doch eine Low Budget Produktion serviert, deren Geschichte lediglich als ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung anzusehen ist, die zudem auch kaum Substanz beinhaltet. Sicher, bei dieser Art von Film legt der Zuschauer das Hauptaugenmerk wohl sicher auf Dinge wie den enthaltenen Härtegrad, doch eine totale inhaltliche Leere trägt nicht unbedingt zu einem gelungenen Sehvergnügen bei. Wenn dann auch noch auf dem Sektor der SFX nicht sonderlich viel geboten wird, hält sich die Begeisterung doch in einem sehr überschaubaren Rahmen.

Das ist bei "Hollywood Kills" aber gar nicht einmal das Schlimmste, denn neben der erschreckenden Einfallslosigkeit der Macher wird man auch in allen anderen Belangen mit absoluter Schmalkost bedient. Das gravierendste Defizit ist dabei ganz bestimmt das fehlende schauspielerische Talent der Akteure, die sich in fast schon peinlichem Schauspiel gegenseitig übertreffen. Alles wirkt total aufgesetzt und manche Handlungsweisen sind so grotesk, das man sich ein Lachen kaum verkneifen kann. Das jeweilige Verhalten der einzelnen Personen ist streckenweise jenseits jeglicher Realität angesiedelt, so das man das Geschehen schwerlich für ernst nehmen kann. Zu diesem Eindruck tragen auch die Dialoge bei, denn hier wird jede Menge verbaler Müll von sich gegeben, das es schon eine wahre Pracht ist. Unterstützt von einer grottenschlechten deutschen Synchronisation erinnert der Film trotz seiner ernsten Thematik vielmehr wie eine groteske Komödie, die nur so vor Peinlichkeiten strotzt.

So etwas wie Spannung oder eine gelungene Grundstimmung sucht man dann auch eher vergebens, zu albern erscheint die ganze Szenerie. Lediglich einige wenige härtere Szenen sorgen für etwas Unterhaltung, ansonsten kann man diesem Werk nur etwas abgewinnen, wenn man ein ausgeprägtes Faible für Trash hat. An jeder Ecke schlägt dem Zuschauer der pure Dilletantismus entgegen, denn wenn ein Folterfilm zum Lachen animiert, dann kann irgendetwas nicht stimmen. Doch anscheinend fehlt Regisseur Sven Pape ganz einfach das Gespür und das Talent, die Thematik wirklich ernsthaft rüberzubringen, anders sind die etlichen Peinlichkeiten wohl kaum zu erklären, die sich hier die Klinke in die Hand geben. Das Beste am Film ist sicherlich das nette Cover der DVD, was wieder einmal ein untrüglicher Beweis dafür ist, das zumeist die schlechtesten Filme die besten Covermotive erhalten, damit der Käufer sich blenden lässt.

Letztendlich handelt es sich bei "Hollywood Kills" um einen weiteren Beitrag, den man eigentlich nicht wirklich braucht. Qualität sucht man jedenfalls vergeblich, so das man dieses Werk kaum weiterempfehlen kann. Dann schon lieber zum wiederholten Male die oben genannten Filme schauen, denn da weiss man was man hat.


Fazit:


Keine Spannung, kaum Atmosphäre, eine furchtbare Synchronisation und grottenschlechte Darsteller vermiesen einem die Lust auf diesen Genrebeitrag, der ganz sicher keinen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlässt. Lediglich Vielseher könnten Gefallen an diesem Schund finden, der sich insgesamt gesehen weit unter dem üblichen Durchschnitt ansiedelt.


2/10

Samstag, 1. Oktober 2011

I Come with the Rain









I Come with the Rain
(I Come with the Rain)
mit Josh Hartnett, Tran Nu Yen-Khe, Byung-hun Lee, Takuya Kimura, Shawn Yue, Elias Koteas, Eusebio Poncela, Simon Andreu, Thea Aquino, Jo Kuk, Sam Lee, David Tang, Lorea Soabarrieta, Benito Sagredo
Regie: Anh Hung Tran
Drehbuch: Anh Hung Tran
Kamera: Juan Ruiz Anchia
Musik: Gustavo Santaolalla
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / Großbritannien / Hongkong / Irland / Spanien / 2009

Kline ist einer der besten Cops von Los Angeles. Bis er in der Gewalt des perversen Serienkillers Hasford die Hölle auf Erden durchlebt. Seelisch und körperlich gebrochen, quittiert er den Dienst und schlägt sich fortan als Privatdetektiv durch - mehr schlecht als recht.
Eine neue Mission soll Kline von seinem Trauma erlösen. Im Auftrag eines mächtigen Magnaten reist er nach Südostasien, um dessen vom Erdboden verschluckten Sohn Shitao ausfindig zu machen. Schnell kommt Kline zu der Überzeugung, dass Shitao nicht mehr am Leben sein kann. Doch dann gibt es eine erste Spur in Hongkong, die den Amerikaner geradewegs zu dem brutalen Gangster Su und dessen drogenabhängige Freundin Lili führt und einem mysteriösen Geheimnis, das den angeschlagenen Detektiv endgültig den Verstand rauben könnte.



Von der Ausgangsposition her könnte "I Come with the Rain" ein richtig guter-und spannender Thriller sein, wenn Regisseur Anh Hung Tran sich bei der Umsetzung des Stoffes nicht so furchtbar verheddert hätte. Erwartet man doch eigentlich aufgrund der Inhaltsangabe eine interessante Siche eines Pribatdetektives, die sich jedoch innerhalb kürzester Zeit in eine vollkommen andere Richtung entwickeln soll. Denn der eigentliche Erzählstrang gerät ziemlich schnell viel eher in den Hintergrund, dreht sich das Geschehen doch viel mehr nebensächlich um die Suche nach dem jungen Shitao. Vielmehr bekommt der Zuschauer eine zugegebenermaßen recht gute-und intensive Beleuchtung des Hauptcharakters Kline und wird größtenteils mit dessen zerstörtem Seelenleben konfrontiert. Im Grunde genommen nichts Schlimmes, doch die Umsetzung des Stoffes gerät mit der Zeit leidr immer mehr aus den Fugen, so das im Gesamtbild zu keiner Zeit ein wirklich konstanter Erzählstrang zu erkennen ist. Die Geschichte zerfasert sich selbst in mehrere Nebenerzählstränge, von denen leider kein einziger so richtig konsequent verfolgt wird. Und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das hier eine eher abgehackte Erzählstruktur zum Vorschein kommt, die streckenweise schion an ein Aneinanderreihen von losen Video-Clips erinnert.

Dabei beginnt der Film im Prinzip sehr interessant und macht dem Zuschauer Lust auf mehr. Dabei stört es auch nicht weiter das eine eher ruhige Erzählweise an den Tag gelegt wird, vermutet man doch einiges an Potential, das sich sicherlich mit der Zeit zu erkennen geben wird. Leider liegt man mit dieser Einschätzung aber ziemlich weit daneben, entpuppt sich das Szenario doch streckenweise als recht verworren. Viele Szenen wirken nich richtig ausgearbeitet und die ständig eingefügten Flashbacks aus Klines Vergangenheit tragen nicht gerade zu einem kurzweiligen Filmvergnügen bei. Dennoch kann man dem ganzen eine gewisse Faszination nicht absprechen, denn Anh Hung Tran hat es sehr gut verstanden dem Betrachter das Gefühl zu vermitteln, das jederzeit etwas spektakuläres passieren kann. Hier liegt jedoch auch gleichzeitig das größte Problem des Werkes, denn dieses Gefühl bewahrheitet sich zu keiner Zeit. Stattdessen wird man mit teilweise endlos erscheinenden Einstellungen konfrontiert, in denen im Prinzip überhaupt nichts geschieht, ausser das man diverse Figuren der Story in Einzelaufnahmen sieht. Ganz bestimmt wird sich der Regisseur etwas dabei gedacht haben und man kann den Sinn in den mesiten Fällen sogar erkennen, doch die Umsetzung dieser Momentaufnahmen erscheinen dennoch fehl am Platz.

Gerade mit dem Schauplatz Hongkong hätte man hier einen wirklich guten-und auch actionreichen Thriller in Szene setzen können, jedoch kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, das Tran mit allen Mitteln ein tiefsinniges Kunstwerk in Szene setzen wollte, das aber leider nicht richtig funktionieren will. Zu unausgegoren ist die Geschichte an sich, in der die einzelnen Erzählstränge so gar nicht miteinander harmonieren wollen. Dazu zählt auch der Teil, in dem es sich um den gesuchten Shitao dreht, denn seine Figur nimmt eine ganz sonderbare Rolle im Geschehen ein. Die Grundidee dabei ist gar nicht einmal so schlecht und strahlt zudem einen gewissen Reiz aus, doch auch hier passt die Umsetzung nicht in das Gesamtbild hinein. Es baut sich also nie ein richtig konstanter Spannungsbogen auf und trotzdem verhält es sich ganz komisch mit den Ereignissen. Man kann nie den Blick vom Bildschirm abwenden, denn ganzzeitig herrscht das starke Gefühl vor, man könnte etwas Wichtiges verpassen. Das dem aber letztendlich nicht so ist sagt eine Menge über dieses Werk aus, aus dem man viel mehr hätte herausholen können, denn genügend Potential ist sicherlich vorhanden.

So bleibt letztendlich ein Gesamteindruck, den man als äusserst zwiesüältig bezeichnen kann. Ich möchte den Film keinesfalls als schlecht bezeichnen, aber sehr gute Ansätze wurden hier in eine Richtung gelenkt, die dem ganzen sehr geschadet hat. Statt einfach einen guten Thriller zu kreieren wollte man ein Kunstwerk schaffen. Das Ergebnis ist im Endeffekt eine unausgegorene Story, die sich durch vielen Nebenerzählstränge viel ihrer eigenen Stärken beraubt. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und hätte dem Zuschauer ganz bestimmt ein befriedigenderes Sehvergnügen bereitet, als es letztendlich der Fall ist. Durch das jähe und vollkommen unbefriedigende Ende wird der Eindruck dann noch einmal zusätzlich abgewertet, denn was sich die Macher dabei gedacht haben, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben, andererseits passt es absolut in die unstimmige Gesamtkonstruktion, die einem geboten wird.


Fazit:

"I Come with the Rain" ist ein Film mit jeder Menge Potential, das man aber zu keiner Zeit auch nur annähernd ausgeschöpft hat. Eine in sich zerfaserte Geschichte erreicht niemals den Höhepunkt, der mehr als nur einmal angedeutet wird. Lediglich die Hoffnung auf Besserung hält einen davon ab, diesen Film weit vor dem Ende auszuschalten, denn etliche künstlich in die Länge gezogene Passagen tragen nicht unbedingt dazu bei, für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 109 Minuten
Extras: Trailer, Making Of


4,5/10