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Mittwoch, 30. November 2011

Cherry Tree Lane







Cherry Tree Lane
(Cherry Tree Lane)
mit Rachael Blake, Tom Butcher, Jumayn Hunter, Ashley Chin, Sonny Muslim, Jennie Jacques, Corinne Douglas, Kieran Dooner, Tom Kane
Regie: Paul Andrew Williams
Drehbuch: Paul Andrew Williams
Kamera: Carlos Catalan
Musik: Aidan Lavelle
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2010

Es sollte ein ganz normaler Abend werden. Der Wein steht auf dem Tisch, das allabendliche Fernsehprogramm liefert belanglose Unterhaltung und die Gespräche der beiden Ehepartner Mike und Christine kreisen um die üblichen Alltagsdinge. Als es an der Tür klingelt, ahnt keiner der
beiden, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor. Von einer brutalen Jugendgang überwältigt beginnt für Mike und Christine ein unbeschreiblicher Albtraum, aus welchem es kein Entrinnen zu geben scheint.



"Cherry Tree Lane" bietet ein mittlerweile altbewährtes Szenario, das man aus vergleichbaren Werken wie "Kidnapped" oder auch "Funny Games" her kennt, ein Ehepaar wird von jugendlichen Eindringlingen überwältigt und in der eigenen Wohnung festgehalten. Die Gründe für das Eindringen eröffnen sich dabei erst nach einer geraumen Zeit, haben es die Jugendlichen doch auf eine Racheaktion auf den Sohn des Hauses abgesehen. Die Inszenierung erinnert an ein kammerspiel mit mehreren Personen, spielt sich doch fast die gesamte Geschichte in einem einzigen Raum ab, was sicherlich ebenso Vor-wie auch Nachteile in sich birgt. Positiv ist die entstehende Grundstimmung hervorzuheben, entwickelt sich doch äusserst schnell eine sehr bedrohliche-und beklemmende Atmosphäre, die sich auch konstant durch den ganzen Film zieht. Als Nachteil werden viele Leute eventuell die actionlose Machart dieses Werkes ansehen, denn großartige Action-Passagen sollte man nicht unbedingt erwarten.

Mich persönlich hat das nicht weiter gestört, denn ich mag ganz einfach diese Art von Film, in der sich ein Großteil der Härte im Kopf des Zuschauers abspielt. Nicht anders verhält es sich auch hier, denn die Gewalttaten der Eindringlinge finden zumeist in anderen Räumen statt und sind für einen selbst lediglich durch die Geräuschkulisse mizubekommen. Ansonsten ist "Cherry Tree Lane" sehr dialoglastig ausgefallen, doch eben diese Wortwechsel haben es streckenweise wirklich in sich. Die Art wie die Jugendlichen mit ihren Geiseln reden verursacht doch in etlichen Momenten eine Gänsehaut beim Betrachter, denn einerseits wird immer wieder beruhigend auf die Opfer eingeredet, phasenweise werden insbesondere der Mutter sogar Komplimente gemacht. Andererseits werden versteckte Drohungen ausgesprochen, die einen immensen Härtegrad beinhalten. Wenn man sich in diesen Momenten in die seelische Lage der Opfer hineindenkt, kann man die psychische Drucksituation sehr gut nachvollziehen, in der sie sich befinden.

Aus diesen Situationen bezieht die Story auch ihre Stärke, denn es ist schon ein perfides Katz-und Maus Spiel, das sich zwischen den beiden Parteien entwickelt. Doch auch körperliche Gewalt hält durchaus Einzug in das Geschehen und geht dabei hauptsächlich vom Anführer der Teenager aus, der auch vor einer Vergewaltigung nicht zurückschreckt. Auch hier hört man lediglich die Geräusche, doch die reine Vorstellung der Situation macht einem schon schwer zu schaffen. Und so schafft es "Cherry Tree Lane" auch ohne explizite Gewaltdarstellungen, eine extrem hohe Intensität zu entfalten und den Zuschauer auch nachhaltig zu beeindrucken. Zwar erreicht das Werk von Paul Andrew Williams nicht die Klasse eines "Funny Games", ist aber dennoch ein absolut sehenswerter Genrebeitrag, der zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt.

Dafür sorgen auch die meiner Meinung nach äusserst gut agierenden Darsteller, wobei einmal mehr die scheinbare Verrrohung der Teenager im Vordergrund steht. Die größtenteils zum Vorschein kommende Emotionslosigkeit ist schon erschreckend und erinnert von der Art her an ein Werk wie "Eden Lake". Die Demütigung anderer Menschen scheint etwas ganz Normales zu sein und selbst die Vorstellung andere zu töten, verursacht keinerlei schlechtes Gewissen. Das gezeigte Schauspiel empfand ich als sehr ansprechend, vor allem aber als authentisch-und glaubwürdig. So kann man dem Film letztendlich ein überdurchschnittlich gutes Gesamtzeugnis ausstellen und bedenkenlos zugreifen, wenn man ein intensives Filmerlebnis haben möchte.


Fazit:


Auch wenn einige leute das wieder einmal vollkommen anders sehen werden, hat mir "Cherry Tree Lane" ausnehmend gut gefallen. Die kammerspielartige Inszenierung erzeugt ein stark beklemmendes Gefühl und der im Kopf des Zuschauers entstehende Härtegrad ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Gute Darsteller und eine dichte Atmosphäre sorgen für ganzzeitig spannende Unterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35: /16:9)
Laufzeit: 74 Minuten
Extras: Outtakes, Behind the Scenes, Interview, Trailer, Trailershow, Exclusives Booklet


8/10

Montag, 28. November 2011

Der Sezierer








Der Sezierer
(The Mortician)
mit Edward Furlong, Dash Mihok, Method Man, Wendell Pierce, Blake Michael, David Jensen, Dana Fuchs, Randal Reeder, Ava Santana, Angelic Zambrana, Luis Da Silva Jr., Lance E. Nichols, Judy Marte, Odessa Sykes
Regie: Gareth Maxwell Roberts
Drehbuch: Gareth Maxwell Roberts
Kamera: Michael McDonough
Musik: Mike Benn
FSK 16
Großbritannien / 2011

Schweigsam und gelassen übt der Sezierer im städtischen Leichenschauhaus sein grausiges Handwerk aus. Die heruntergekommene Stadt voller Gewalt und Terror liefert ihm mehr als genug Arbeit. Auch in seiner Freizeit umgibt er sich lieber mit Toten als Lebenden - er stopft Tiere aus.

Doch dann löst das Tattoo eines Gemäldes auf dem Bauch einer toten jungen Frau seltsame Erinnerungsfetzen in ihm aus. Zur gleichen Zeit begegnet er Kane, einem Jungen auf der Flucht vor dem Mörder seiner Mutter. Das aggressive und verängstigte Kind bringt etwas lang Verborgenes in dem erstarrten Mann in Bewegung. Plötzlich regen sich überraschende Gefühle, Erinnerungen erwachen. Der Sezierer ergreift Partei, er mischt sich ein - und schlägt zurück!



Der Rapper Method Man (Wu - Tang Clan) spielt den in sich zurückgezogenen-und namenlosen Sezierer, der in diesem dunklen-und düsteren Film Noir Thriller im Focus einer fesselnden Geschichte steht. Ich kann mich nicht daran erinnern in den letzten Jahren einen Film gesehen zu haben, der von der ersten Einstellung an so düster in Szene gesetzt wurde, das den Zuschauer von Beginn an ein extrem beklemmendes Gefühl begleitet, das sich erst wenige Minuten vor dem Ende ein wenig aufhellt. Es ist eine äusserst trostlose Welt in der unser Titelheld lebt, menschliche Freuden scheinen ein absolutes Fremdwort zu sein und die einzigen sozialen Kontakte des Mannes bestehen in gelegentlichen Besuchen bei einer Prostituierten. Seine Umgebung ist an Tristesse schwerlich zu überbieten, was von Regisseur Gareth Maxwell Roberts optisch brillant in Szene gesetzt wurde. Befindet man sich doch in einer namenlosen Stadt, in der es augenscheinlich nichts Positives zu finden gibt. Heruntergekommene Häuser, vermüllte Strassen und verwahrloste Menschen sorgen hier für eine Grundstimmung, die sich wie eine bleierne Last auf die Schultern des Betrachters legt.

Inmitten dieser Umgebung lebt der Sezierer schon fast wie ein Einsiedler und man merkt ziemlich schnell, das sein Leben nicht unbedingt positiv verläuft. Durch die Leiche einer ermordeten Frau werden Erinnerungen in ihm wach und er wird in eine Geschichte hineingezogen, die erstaunliche Parallelen zu seiner eigenen Kindheit aufweist. Auf einmal ist nichts mehr wie vorher und das Leben des Mannes soll sich grundlegend ändern, was dann insbesondere in den letzten gut 15 Minuten des Werkes zu erkennen ist. "Der Sezierer" beinhaltet im Prinzip kaum Tempo, die Geschichte besticht vielmehr durch eine sehr ruhige Erzählstruktur. So wird beispielsweise gerade in der Anfangsphase viel Wert darauf gelegt, dem Zuschauer den Charakter der Hauptfigur näher zu bringen. Dies gelingt auch absolut erstklassig, schnell stellt man einen starken Bezug zu dem in sich gekehrten Mann her, der selbst sein Gesicht unter einem dunklen Bart versteckt. Es scheint fast so, als wenn er niemandem etwas von seiner Person preisgeben möchte, sondern viel lieber unbeachtet-und unerkannt durchs Leben gehen möchte. Es ist dem grandiosen Schauspiel von Method Man zu verdanken, das hier eine faszinierende Identifikation mit der Hauptfigur stattfindet, denn ganz unweigerlich taucht man in ihre düstere Welt ein und wird dabei zeitweise in eine Art sogartigen Strudel gerissen, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.

Es ist die wirklich einzigartige Atmosphäre des Filmes, die eine fast unheilvolle Faszination auf einen selbst ausstrahlt, der man sich beim besten Willen nicht verweigern kann. Praktisch unmöglich erscheint es, sich der fast bannartigen Intensität dieses Werkes zu verweigern, das einen tiefen Einblick in die menschliche Abgründe der Seele offenbart. Obwohl einen phasenweise ein Gefühl der Schwermut überkommen will, versucht man die vom Szenario ausgehende Dunkelheit zu durchbrechen und endlich einen Lichtschimmer zu erhaschen. Gerade bei diesem Aspekt kann man die Arbeit von Gareth Maxwell Roberts gar nicht genug loben, hat er doch zum Ende hin einen geradezu fantastischen Kontrast der Ereignisse eingebaut, der einen letztendlich mit einem sehr befriedigenden Gefühl aus der Geschichte entlässt. Nachdem nämlich der Fall der ermordeten Frau beendet ist, unternimmt der Sezierer eine Reise in die eigene Kindheit, um die quälenden und unbeantworteten Fragen zu klären, die ihn sein Leben lang belastet haben. An diesem Punkt vollzieht der Film auch eine visuelle Wende, denn auf einmal ist es vorbei mit der vorherrschenden Dunkelheit, es präsentieren sich farbenfrohe und helle Bilder und auch die Persönlichkeit des Hauptcharakters ändert sich völlig. Dieser Kontrast wertet das Werk noch einmal zusätzlich auf und beinhaltet auch eine gewisse Symbolhaftigkeit.

Letztendlich kann man nur ein äusserst gutes Gesamtzeugnis für einen Film ausstellen, der von der ersten bis zur letzten Minute eine unglaubliche Faszination ausstrahlt und trotz eher selten eigestreuter Action-Szenen zu keiner Zeit langatmig erscheint. Die ruhige, dafür aber umso intensivere Erzählstruktur der Geschichte und ein brillant agierender Hauptdarsteller sind neben einer herausragenden Atmosphäre die ganz großen Stärken. "Der Sezierer" ist ganz sicher ein aussergewöhnlicher Thriller, der aber insbesondere bei den Liebhabern des Film Noir großen Anklang finden dürfte.


Fazit:


Selten erlebt man einen Film der einem sofort mit der ersten Einstellung die richtige Grundstimmung vermittelt, um einen perfekten Einstieg in eine Geschichte zu bekommen, die kaum düsterer hätte kreiert werden können. Jede einzelne Passage entfaltet dabei ein extremes Maß an Tristesse-und Trostlosigkeit, die wie eine schwere Last auf den eigenen Schultern liegt und einen scheinbar erdrücken will. Was sich hier eventuell negativ anhört ist als absolut positiv zu bewerten, denn nur so kann man den richtigen Zugang zu einem Werk finden, das meiner persönlichen Meinung nach ein absolutes Highlight des Filmjahres 2011 darstellt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


9/10

Samstag, 26. November 2011

The House of the Devil








The House of the Devil
(The House of the Devil)
mit Jocelin Donahue, Tom Noonan, Mary Woronov, Greta Gerwig, AJ Bowen, Dee Wallace, Heather Robb, Darryl Nau, Brenda Cooney, Danielle Noe, Nary B. McCann, John Speredakos, Lena Dunham, Graham Reznick, Ti West
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Jeff Grace
FSK 16
USA / 2009

Samantha ist neu an der Uni und muss sich dringend Geld nebenher verdienen, damit sie sich das schöne neue Appartement leisten kann. Als sie an einem Aushang ein Jobgesuch für einen Babysitter findet, gestaltet sich die Kontaktaufnahme mit der etwas merkwürdigen Familie zunächst schwierig. Es stellt sich heraus, dass Samantha kein Baby, sondern eine alte Dame hüten soll. Als ihre Arbeitgeber schließlich das alte, weitläufige Haus scheinbar verlassen haben, sieht sich Sam mal ein bisschen dort um. Und was sie so entdeckt, gefällt ihr gar nicht.


Nach der Sichtung dieses Werkes von Ti West (Cabin Fever 2) könnte es durchaus möglich sein, das gerade die jüngere Generation ein Gefühl der Enttäuschung verspürt. Bekommt man es hier doch in einer Zeit der schnellen und immer härter werdenden Horrorfilme mit einer Homage an die 70er-und 80 Jahre Filme zu tun, bei denen Begriffe wie Atmosphäre und Gruselfaktor noch einen ziemlich hohen Stellenwert hatten. So präsentiert sich dann auch eine Geschichte, in der bis auf die letzten gut 15 Minuten relativ wenig passiert, die es aber trotzdem ganzzeitig schafft, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Ti West hat mit den minimalistischsten Mitteln eine extrem bedrohliche Grundstimmung geschaffen und zudem ein absolut authentisches Gefühl der damaligen zeit erschaffen, das insbesondere die etwas älteren Zuschauer total begeistern dürfte. Die Geschichte an sich ist dabei das typische "Babysitter-allein im Haus" Szenario, so das ganz automatisch Parallelen zu einem Film wie "Das Grauen kommt um 10" aufgeworfen werden.

Nun eröffnet sich hier kein actiongeladenes Szenario denn die etwas härteren Szenen sind durchaus rar gesäät, so das Freunde der harten gangart sicherlich nicht auf ihre Kosten kommen. Manch einem mögen die ersten 50 Minuten der Geschichte sogar etwas langatmig erscheinen, doch Liebhaber gepflegter Gruselkost dürften absolut begeistert sein. Fast im Minutentakt baut sich immer mehr Spannung auf und der dabei aufkommende Horror ist von herrlich subtiler Natur. Immer mehr kriecht einem dabei die unheilvolle Grundstimmung unter die Haut und sorgt für eine ganzzeitig vorherrschende Gänsehaut. Insbesondere der Aspekt das man bis kurz vor dem Ende gar nicht so recht weiß welche Bedrohung eigentlich zum Vorschein kommt, lässt einen in so manchen Passagen richtiggehend erschaudern.

Mit "The House of the Devil" liegt einmal mehr ein Paradebeispiel dafür vor, das es nicht immer ein wahnsinnig hohes Tempo oder explizite Gewaltdarstellungen sein müssen, um dem Betrachter ein hervorragendes Horror-Feeling zu vermitteln. Es reicht vollkommen aus, mit den geringsten Mitteln eine authentische Szenerie zu erschaffen, von der etwas extrem mysteriöses und Unheimliches ausgeht. Das lange Zurückhalten der eigentlichen Bedrohung und eine fantastische Geräuschkulisse tun ihr Übriges, um die vom Geschehen ausgehende Faszination noch zusätzlich zu intensivieren. Hinzu kommen vorzüglich aufspielende Darsteller, denn das Schauspiel beinhaltet keinerlei Theatralik und erscheint phasenweise sogar recht unscheinbar. Doch gerade dadurch erhöht sich die Authenzität der Ereignisse, da alles extrem realistisch und zu keiner Zeit künstlich oder überzogen erscheint.

Letztendlich hat Ti West hier eine absolut gelungene Homage an den 70er-und 80er Jahre Gruselfilm geschaffen, die insbesondere die damalige Atmosphäre brillant zum Ausdruck bringt. Wer mit den Filmen dieser Zeit aufgewachsen ist, wird von diesem Werk absolut begeistert sein und seine helle Freude haben. Subtil aufkommender Horror, tolle Schauspieler und eine sagenhaft dichte Atmosphäre sorgen dabei für ein Filmerlebnis, das man sich auch gern mehrmals anschauen kann, ohne das die Geschichte an Reiz verliert.


Fazit:


Auch wenn viele Leute das eventuell anders sehen werden, bietet "The House of the Devil" Oldschool-Horrorkost der allerbesten Art. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man gar nicht auf die Idee kommen, das dieser Film erst 2009 herauskam. Zu glaubwürdig und authentisch wurde das Gefühl der damaligen Zeit eingefangen, so das man dem Werk nur ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen kann.


9/10

Donnerstag, 24. November 2011

Bunraku








Bunraku
(Bunraku)
mit Josh Hartnett, Demi Moore, Woody Harrelson, Ron Perlman, Kevin McKidd, Gackt, Shun Sugata, Jordi Molla, Emily Kaiho, Mike Patton, Fernando Chien, Florian Ciprian, Neil D'Monte, Holland Diaz, Maxim Esterkin,
Regie: Guy Moshe
Drehbuch: Boaz Davidson / Guy Moshe
Kamera: Juan Ruiz Anchia
Musik: Terence Blanchard
FSK 16
USA / 2010


In einer Welt, in der es keine Feuerwaffen gibt, ist derjenige an der Macht, der der Stärkere ist. Gangsterboss Nikola regiert das Land mit der Armee der Roten, angeführt von Killer Nr. 2. Ein mysteriöser Fremder und der Samuraikämpfer Yoshi müssen sich zusammen-schließen, um den mächtigen Tyrannen zu stürzen. Vom Barkeeper des Horseless Horsemen bekommen sie Unterstützung und stellen sich der Übermacht der Roten...


Es gibt immer wieder Filme, die aufgrund ihrer im Prinzip minimalistischen Story gar nicht weiter auffallen würden, aber durch das Einfügen irgendwelcher Besonderheiten sogar einen gewissen Kultstatus erreichen könnten. "Bunraku" ist sicherlich in diese Kategorie einzuordnen, die Geschichte thematisiert das typische Gut gegen Böse Thema und beschränkt sich dabei auf einen wirklich minimalen Inhalt. So sind die Stärken dieses Werkes also nicht in inhaltlicher Tiefe zu suchen, es ist ganz einfach die Inszenierung des Plots, die beim Zuschauer helle Begeisterung hervorruft. Wird man doch von der ersten Minute an mit einem visuellen Hochgenuss konfrontiert, denn der Look des Filmes ist absolut einzigartig. Dabei hinterlässt das Szenario manigfaltige Eindrücke beim Betrachter, einerseits fühlt man sich wie auf einer Theaterbühne, auf der anderen Seite hinterlassen die Ereignisse einen comicartigen Eindruck. Die hohe Intensität dieses grandiosen Bilderrausches löst dabei eine ganz einzigartige Faszination aus, gegen die man sich beim besten Willen nicht erwehren kann.

Auch wenn man die Geschichte rein inhaltlich auf eine actiongeladene Rachestory reduzieren kann, fällt dies zu keiner Zeit auch nur annähernd negativ ins Gewicht, denn Regisseur Guy Moshe hat mit seiner grell-bunten Inszenierung dafür gesorgt, das man überhaupt nicht auf diese Dinge achtet. Zu sehr zieht einen das extrem künstlerisch gestaltete Geschehen in seinen Bann, so das man sich schon phasenweise regelrecht hypnotisiert vorkommt. Das kräftige Farbenspiel ist dabei als absolutes Highlight anzusehen und wirkt dabei mit einer immensen Wucht auf den Zuschauer ein. Jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt präsentiert sich eine Art Pop Art Look, der in dieser Form etwas vollkommen Neues darstellt. Nun erscheinen etliche Passagen des Filmes vollkommen überzogen, doch ist dies durchaus beabsichtigt und verleiht dem Werk eine ganz besondere Note. Rein visuell gesehen handelt es sich hier ohne Frage um ein echtes Meisterwerk, das zugegebenermaßen zu Beginn einen recht gewöhnungsbedürftigen Eindruck hinterlässt, der sich allerdings schon nach wenigen Minuten in Luft auflöst, da man ganz unweigerlich in den sogartigen Strudel eines beeindruckenden Bilderrausches hineingezogen wird.

Doch es ist längst nicht nur die ungewohnte Optik die hier zu überzeugen weiß, denn auch die simple Geschichte versteht es jederzeit, bestens und kurzweilig zu unterhalten. So baut sich beispielsweise ein sehr konstanter Spannungsbogen auf und die gelungene Mischung aus Action, Fantasy-und Drama entfaltet ihren ganz eigenen Reiz. Hinzu kommt eine größtenteils sehr namenhafte Darstellerriege, Josh Hartnett, Ron Perlman und Woody Harrelson sind dabei nur drei Beispiele für einen hochrangig besetzten Cast. Die an den Tag gelegten Leistungen sind dabei für einen Film dieser Art absolut perfekt, insbesondere Josh Hartnett kann in seiner bisher wohl coolsten Rolle vollends überzeugen. Und so bekommt man insgesamt einen Film präsentiert, bei dem man im Prinzip nur zu einem überragenden Gesamteindruck gelangen kann und der an Bildgewalt schwerlich zu überbieten ist. Ganz nebenbei bekommt man dann auch noch jede Menge Action geliefert, die sich allemal sehen lassen kann. Einige Fights erinnern dabei schon fast an eine Zirkusvorstellung, was in diesem Fall aber absolut positiv gemeint ist. Dieser Film lebt ganz einfach auch von seinen teils vollkommen überspitzt dargestellten Ereignisse, denn nur so kann in Kombination mit der grandiosen Optik die volle Wirkung freigesetzt werden.

Man muss Guy Moshe wirklich zu seinem Mut gratulieren, mit "Bunraku" etwas extrem Aussergewöhnliches in Szene gesetzt zu haben, das für viele Leute im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, im Endeffekt aber jeden in seinen Bann ziehen müsste. Die gezeigten Bilder sind ein wahrer Rausch für die Sinne und selbst die auf ein Minimum reduzierte Geschichte versteht es zu begeistern. Wer Filme wie "Sin City" liebt, sollte hier auf jeden Fall zugreifen, man kann bei "Bunraku" eigentlich überhaupt nichts falsch machen. Ich persönlich bin mir sehr sicher, das dieses Werk einen absoluten Kultstatus erreicht, denn die extrem aussergewöhnliche Inszenierung aus Theaterstück-und Comicfilm hinterlässt einen bleibenden Eindruck.


Fazit:


"Bunraku" ist rein optisch gesehen ein absolutes Ausnahmewerk, das aber auch in allen anderen belangen überzeugen kann. Gute Darsteller und jede Menge Action sorgen für jede Menge Kurzweil und lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Es ist immer wieder schön wenn man sieht, das auch in der heutigen zeit immer wieder Filme auf den Markt kommen, die abseits des Mainstreams angesiedelt sind und ganz einfach durch Kreativität und Innovation ganz besonders ins Auge fallen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 119 Minuten


9/10

Dienstag, 22. November 2011

A Serbian Film (SRPSKI Film)









A Serbian Film
(Srpski Film)
mit Srdjan Todorovic, Sergej Trifunovic, Jelena Gavrilovic, Slobodan Bestic, Katarina Zutic, Luka Mijatovic, Ana Sakic, Lena Bogdanovic, Miodrag Krcmarik, Nenad Herakovic, Carni Deric, Andela Nenadovic,
Regie: Srdjan Spasojevic
Drehbuch: Aleksandar Radivojevic / Srdjan Spasojevic
Kamera: Nemanja Jovanov
Musik: Sky Wikluh
Ungeprüft
Serbien / 2010

Milos ist eigentlich glücklich mit Frau und Tochter, doch plötzlich holt seine Vergangenheit als Pornostar ihn wieder ein. Er steckt in Geldnöten und nimmt den Auftrag als Akteur für einen vermeintlich künstlerischen Pornofilm an. Schon bald nach Drehbeginn wird es immer skurriler, der Regisseur scheint skrupellos und wahnsinnig zu sein. Selbst sein Bruder bei der Polizei kann Milos nicht helfen aus dem Projekt auszusteigen. Seine schlimmsten Alpträume beginnen Realität zu werden und er verfängt sich in einem zerstörerischen Sumpf aus Sex und Gewalt.


Um einen Film wie diesen auf den Weg zu bringen muss man entweder eine extrem kranke Fantasie haben, oder in seinem Leben äusserst traumatische Erlebnisse gehabt haben, die man in dieser Geschichte verarbeiten möchte. Regisseur Srdjan Spasojevic hat mit "A Serbian Film" ein Werk kreiert, das wohl ohne Übertreibung zu den schockierendsten-und kontroversesten zu zählen ist, die man je gesehen hat. Ich persönlich kann mich jedenfalls nicht erinnern, schon einmal einen ähnlich brutalen-und verstörenden Film gesehen zu haben, der ein so beklemmendes Gefühl beim Zuschauer auslöst, das man streckenweise kaum richtig atmen kann. Dabei sind es nicht die expliziten Gewaltdarstellungen allein, die wie ein Tornado über einen herfallen, es ist die Mischung aus visueller Brutalität und der durch die Thematik freigesetzte Härte im Kopf des Betrachters, die einem hier wirklich zu schaffen macht. Dabei ist es Spasojevic vortrefflich gelungen, ein extrem realistisch anmutendes Szenario zu erschaffen, das man sich auch durchaus in der Realität vorstellen kann.

Das Geschehen führt den Zuschauer größtenteils wirklich an die Grenzen der seelischen Belastbarkeit, denn aus einem zu Beginn anscheinend ganz normalem Pornofilm-Dreh entwickelt sich ziemlich schnell ein Szenario des absoluten Grauens, in das die Hauptfigur Milos unter falschen Vorraussetzungen hineingezogen wird. Will er doch eigentlich nur einen letzten Film drehen, um seine Familie finanziell abzusichern und ein sorgenfreies Leben zu führen, so nehmen die Ereígnisse für ihn einen Lauf, der ihn letztendlich nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch total zerstört. Auf die einzelnen Passagen des Filmes möchte ich hier nicht näher eingehen, denn man muss die Bilder selber gesehen haben, um tief in die seelischen Abgründe schauen zu können, die sich hier offenbaren. Dabei wird man selbst an die Grenzen der seelischen Belastbarkeit geführt, denn die Wirkung dieses Filmes löst die unterschiedlichsten Gefühle in einem aus. Von Mitleid, Ekel und einer grausamen Faszination der Ereignisse berieselt, weigert sich der eigene Verstand teilweise, das Gesehene zu akzeptieren. Bei aller vorhandenen Härte ist es insbesondere eine "Baby-Szene", die einem ganz besonders zu schaffen macht und an Widerwärtigkeit nicht zu toppen ist.

Zwar wimmelt es hier förmlich von ähnlichen Szenen, doch diese sprengt jedes Fassungsvermögen und treibt dem Zuschauer dabei sogar die Tränen in die Augen. "A Serbian Film" kann man sicherlich in keine Schublade stecken und den Film auch nicht einfach als gut oder schlecht beurteilen. Bei diesem Szenario muss man sich wirklich öffnen und bereit dazu sein, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit eventuell zu überschreiten. Die große Stärke dieses kontroversen-und aufwühlenden Werkes liegt sicherlich in der authentischen Umsetzung der grausamen Thematik, der dabei gewährte Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele lässt einen unwillkürlich erschaudern. Hinzu kommen die extrem glaubwürdig agierenden Darsteller, die allesamt herausragende leistungen abliefern, was die Intensität der Geschehnisse noch zusätzlich verstärkt. Es ist ein bitterer, aber gleichzeitig grausam-faszinierender Film den man hier geboten bekommt und der eklige Nachgeschmack wird nicht so schnell wieder von einem ablassen. Zu sehr brennt sich das Geschehen in den eigenen Kopf ein, die verstörenden Bilder wollen ganz einfach nicht wieder verschwinden. Das Schlimmste jedoch ist die während der Geschichte vorhandene Hilflosigkeit, mit der man vor dem Bildschirm sitzt und das unsagbare Leid miterlebt, das Milos und seiner Familie widerfährt. In einem fast ohnmächtigen Zustand lässt man das Gesehen über sich ergehen und fühlt sich dabei in einer Art Schockzustand der einfach nicht von einem abfallen will.

Und als wenn das noch nicht genug wäre, konfrontiert einen Spasojevic mit einem finalen Showdown, der tragischer nicht sein könnte. Bei dem hier gewählten Ende kommt die ganze Tragik der Geschichte noch einmal richtig durch und trifft den Betrachter wie ein Dampfhammer in die Eingeweide. Dennoch handelt es sich hierbei um den einzig logischen-und auch nachvollziehbaren Schluß, den man wohl auch für sich selbst gewählt hätte. Wer den Film gesehen hat wird verstehen was ich meine, denn die seelischen Verletzungen der Familie sind ganz einfach nicht mehr heilbar. Und so wird man dann sehr nachdenklich und vollkommen geschockt aus einem Film entlassen, der noch lange nachhaltig wirken wird. Grausamer als "A Serbian Film" kann ein Werk kaum sein und es verwundert mich doch sehr, das es immer noch viele Leute gibt, die dieses Werk als nicht hart genug empfinden. Wenn hier nicht die Grenzen des Ertragbaren phasenweise überschritten werden, dann weiß ich auch nicht weiter, wie abgestumpft muss ein Mensch denn schon sein, um nicht die grausame Brutalität dieses Filmes zu erkennen?


Fazit:


Für mich persönlich ist dieser Film das Verstörendste, was ich bisher gesehen habe, was in erster Linie an der realistischen Umsetzung einer an Brutalität nicht zu überbietenden Thematik liegt. Herausragende Darsteller verleihen dem Ganzen eine Intensität, die ihresgleichen sucht. Wer nach der Sichtung dieser Story immer noch der Meinung ist das nicht genügend Härte vorhanden ist, hat den Film entweder nicht verstanden oder sollte sich dringend in ärztliche Begandlung begeben, denn irgendetwas kann dann nicht stimmen. Zartbesaitete Gemüter sollten jedenfalls die Hände von diesem erschütternden Werj lassen, das im Normalfall selbst die hartgesottenen Film-Freaks nicht kalt lassen dürfte.


10/10 Punkte für die realistische Umsetzung einer wirklich grausamen Thematik

Sonntag, 20. November 2011

Dead Cert








Dead Cert
(Dead Cert)
mit Jason Flemyng, Craig Fairbrass, Billy Murray, Janet Montgomery, Dexter Fletcher, Danny Dyer, Steven Berkoff, Dave Legeno, Andrew Tiernan, Joe Egan, Elly Fairman, Lisa McAllister, Coralie Rose, Perry Benson,
Regie: Steven Lawson
Drehbuch: Ben Shillito / Steven Lawson
Kamera: James Friend
Musik: Tim Atack
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2010

Freddie "Dead Cert" Frankham ist ein harter Kerl, der sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt. Mit der Eröffnung des Striplokals Inferno plant er, innerhalb der Londoner-Unterwelt die Karriereleiter emporzusteigen. Er ahnt nicht, dass sein Striplokal auf dem Boden einer ehemaligen schwarzen Kirche erbaut ist, die im 17. Jahrhundert von einem gefürchteten Vampir-Fürsten gegründet wurde. Am Eröffnungsabend des Inferno kehrt das Böse zurück, um seinen Grund und Boden zurückzufordern. Doch Freddie denkt gar nicht daran, seinen Club kampflos aufzugeben.


Es ist unverkennbar, das Regisseur Steven Lawson sich für seinen Film ziemlich stark an dem Kultfilm "From Dusk Till Dawn" orientiert hat. Allerdings ist es ihm dabei nicht gelungen, die gleiche Qualität und den hohen Unterhaltungswert zu erzeugen. So dauert es beispielsweise eine geraume Zeit, bis überhaupt die Grundstimmung eines modernen Vampirfilmes aufkommt, entseht doch zu Beginn viel eher der Eindruck, das der Zuschauer in einen britischen Gangsterfilm geraten ist. Über diesen Aspekt könnte man noch großzügig hinwegsehen, doch auch in der zweiten Filmhälfte entpuppt sich das Geschehen eher uninspiriert und baut zudem auch nur mäßig Spannung auf. Irgendwie will der Funke zu keiner Zeit so wirklich überspringen, da die Ereignisse sich auch viel zu vorsehbar gestalten und nie das richtige Vampir-Feeling aufkommen will. Eigentlich ist das sehr schade, denn "Dead Cert" beinhaltet durchaus gute Ansätze, die aber leider nicht konsequent weiterverfolgt werden, so das die Geschichte letztendlich im Mittelmaß steckenbleibt.

Steven Lawson hat auch den Fehler gemacht, dem Zuschauer eine Anhäufung an Charakteren auf einen Schlag zu präsentieren, die man erst einmal richtig einordnen muss. Das gestaltet sich phasenweise sogar recht anstrengend und beieinflusst das Sehvergnügen doch ziemlich negativ. Zudem ist auch das dargebrachte Schauspiel trotz einiger bekannter Gesichter nicht gerade berauschend, teilweise erscheinen einige Akteure sogar ein wenig lustlos. Dafür bekommt man in der zweiten Filmhälfte wenigstens einige blutige Passagen geboten, man sollte allerdings kein Splatter-Spektakel wie bei "From Dusk Till Dawn" erwarten, denn davon ist vorliegender Film wirklich meilenweit entfernt. Der vorhandene Härtegrad bewegt sich in einem sehr überschaubaren Rahmen und beinhaltet zudem auch keinerlei wirkliche Höhepunkte.

Diesen Punkt kann man allerdings auf das gesamte Werk beziehen, denn echte Highlights sucht man leider vergebens. Das meiste bleibt in Ansätzen stecken, ausserdem fehlt es dem Film ganz einfach an der richtigen Atmosphäre. Nun will ich dieses Werk nicht schlechter machen als es in Wirklichkeit ist, doch sollte man von Anfang an die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn sonst könnte die Enttäuschung am Ende doch ziemlich groß sein. Mit etwas mehr Inspiration hätte man hier einen echt guten Film kreieren können, so aber erscheint einem "Dead Cert" vielmehr wie eine eher laue Abkupferung des Kultfilmes von Robert Rodriguez. Es fehlt im Endeffekt der richtige Kick, um hier ganzzeitig gut unterhalten zu können, denn trotz durchaus actionreicher Passagen kann das Szenario auf keinen Fall ganzzeitig Kurzweil verbreiten.

Insgesamt gesehen beinhaltet "Dead Cert" zu viele offensichtliche Defizite, um vollends überzeugen zu können. Recht gut unterhaltende Phasen wechseln sich immer wieder mit zu sehr in die Länge gezogenen Sequenzen ab, so das letztendlich kein konstantes Filmvergnügen zustande kommt. Dennoch handelt es sich immer noch um einen Vampirfilm den man sich jederzeit anschauen kann, nur sollte man seine eigenen Erwartungen in überschaubaren Grenzen halten.


Fazit:


Es gibt ganz sicher eine Menge schlechterer Genrebeiträge, aber auch jede Menge Bessere. "Dead Cert" bewegt sich im absoluten Mittelmaß und wird auch bestimmt seine Fangemeinde finden. Mich persönlich konnte der Film allerdings nicht vollends überzeugen, so das ich leider nur eine bedingte Empfehlung aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Extras: Making Of, Trailer, Trailershow


5/10

Freitag, 18. November 2011

Blue Moon - Als Werwolf geboren








Blue Moon - Als Werwolf geboren
(The Howling: Reborn)
mit Landon Liboiron, Lindsey Shaw, Ivana Milicevic, Jesse Rath, Niels Schneider, Frank Schorpion, Kristian Hodko, Sean Mercado, Sacha Charles, Erin Agostino, Mark Camacho, Cecile Cristobal, Adrian Burhop, Erica Deutschman, Danny Blanco Hall
Regie: Joe Nimziki
Drehbuch: Joe Nimziki / James Robert Johnston
Kamera: Benoit Beaulieu
Musik. Christopher Carmichael / Mark Anthony Yaeger
FSK 12
USA / 2011

An dem Abend, als Will Kidman seinen High School Abschluss absolviert, schafft er es endlich bei seinem Schwarm Eliana Wynter zu landen. Doch als das Licht bei der Highschoolparty plötzlich ausgeht, greift ein haariges Monster die Schüler an und Will kann nur knapp mit dem Leben entkommen. Aber dann bemerkt er, dass er von einem dunklen Geheimnis geplagt wird und sich langsam in einen Werwolf verwandelt! Für Will beginnt ein Kampf um die Liebe, gegen sein Verlangen nach Fleisch und vor allem ums Überleben. Denn andere Werwölfe sind bereits auf dem Weg und zeigen keine Gnade


Wer sich hier vom Uriginaltitel "The Howling: Reborn" irritieren lässt und eine Art Remake des 80er Jahre Klassikers "Das Tier" erwartet, ist im Grunde genommen selbst schuld. Allein schon aufgrund der Altersfreigabe und der Inhaltsangabe sollte man doch erkennen, das es sich vielmehr um einen Film handelt, der in die Richtung der "Twillight-Reihe" tendiert, nur das es sich dieses Mal um Werwölfe und nicht um Vampire handelt. Und so verhält es sich dann im Endeffekt auch, "Blue Moon" ist keinesfalls ein reinrassiger Werwolffilm, sondern viel eher eine Kombination aus Romanze, Drama-und ein wenig Horror. Das sich Regisseur Joe Nimizki ganz offensichtlich wirklich an der genannten reihe orientiert ergibt sich allein schon aufgrund der Tatsache, das ganz klar die Romanze des jungen Will und seiner angebeteten Eliana im Mittelpunkt des Geschehens steht. Im Grunde genommen mag ich diese Art von Film nicht besonders, ist sie doch zumeist auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten.

Doch ganz ehrlich gesagt bin ich angenehm überrascht, wie unterhaltsam das Werk daherkommt, obwohl für eingefleischte Horrorfans wie mich eigentlich herzlich wenig geboten wird. So muss man beispielsweise auf Härten oder richtig blutige Szenen fast gänzlich verzichten, was allerdings im Endeffekt gar nicht weiter schlimm ist, wenn man denn mit den richtigen Erwartungen an die Geschehnisse herangeht. Dann bekommt der Zuschauer nämlich eine sehr nette-und gut unterhaltende Geschichte präsentiert. Dabei entwickelt sich sogar ein relativ konstanter Spannungsbogen, hat Nimziki es doch erstklassig verstanden, durch etliche Andeutungen die Erwartungen des Betrachters in die Höhe schnellen zu lassen. Zwar werden diese insbesondere im Bezug auf die vorhandenen Horrorelemente eher weniger erfüllt, dennoch geht von dem Szenario eine gewisse Faszination aus, die man sich eigentlich gar nicht so recht erklären kann. Obwohl der Film über eine eher ruhigere Erzählstruktur verfügt, sind es gerade die immer wieder eingestreuten Tempowechsel, die zu keiner Zeit das geschehen auch nur annähernd langweilig erscheinen lassen.

Es macht einfach eine Menge Spaß, den jungen Will (Landon Liboiron) auf seinem Selbstfindungs-Trip zu begleiten, ahnt er doch das irgenetwas nicht mit ihm stimmt. Vielleicht liegt es auch ganz einfach am symphatischen Hauptdarsteller, das einen die Ereignisse ganz unwillkürlich in ihren Bann ziehen und die Zeit wie im Flug vergehen lassen. Ganz generell bekommt man es mit sehr ansprechendem Schauspiel zu tun, auch wenn sich ganz bestimmt niemand für eine Oscar-Nominierung aufdrängt, jedoch sind sämtliche Leistungen im sehr soliden Bereich anzusiedeln. Der eigentlich einzige wirkliche Kritikpunk ist höchstwahrscheinlich jener, das die Lykanthropen erst zum Ende der Geschichte und dann auch eher sporadisch zu sehen sind. Hier hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen, denn ein Film mit Werwolf-Thematik sollte doch die Bestien auch etwas öfter in den Focus rücken, als es hier der Fall ist.

Ansonsten gibt es aber meiner meinung nach nichts zu bemängeln, vor allem das doch recht actionreiche Finale entschädigt für etwas wenig Horror-und Action im Vorfeld. So kann man insgesamt gesehen von einem durchaus gelungenen Genre-Mix sprechen, der selbst einen alten Hasen wie mich doch äusserst positiv überrascht hat. Dennoch ist "Blue Moon" aber in der Hauptsache für die jüngere Generation kreiert worden und vor allem die Freunde der "Twillight-Reihe" dürften hier vollends auf ihre Kosten kommen.


Fazit:


"Blue Moon - Als Werwolf geboren" ist alles andere als ein harter Werwolffilm, bietet aber sehr angenehme-und kurzweilige Unterhaltung die man sich ohne Weiteres anschauen kann. Echte Horror-Freaks kommen zwar nicht auf ihre Kosten, aber in der Zeit der modernen Horror-Romanzen handelt es sich ganz eindeutig um einen Beitrag, der die entsprechende Zielgruppe begeistern dürfte.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Trailer


6,5/10

Mittwoch, 16. November 2011

Der Leichenverbrenner









Der Leichenverbrenner
(Spalovac mrtvol)
mit Rudolf Hrusinsky, Vlasta Chramostova, Jana Stehnova, Milos Vognic, Zora Bozinova, Ilja Prachar, Eduard Kohout, Jiri Menzel, Mila Myslikova, Vladimir Mensik, Jiri Lir, Vaclav Stekl, Helena Anyzova, Jindrich Narenta, Marie Rosulkova
Regie: Juraj Herz
Drehbuch: Ladislav Fuks
Kamera: Stanislav Milota
Musik: Zdenek Liska
FSK 16
Tschechoslowakei / 1968

Prag, Ende der 1930er: Karl Kopferkingl führt ein perfektes Leben: Alles darin ist sauber und hat seinen Platz. Er liebt die Arbeit so innig wie seine Familie, kümmert sich um seine Frau und die beiden Kinder genauso rührend wie um die Toten, die er täglich einäschert. Dank seiner buddhistischen Überzeugung, dass die Verbrennung das irdische Leid verkürzt, geht er seiner Arbeit denn auch mit Begeisterung nach. Die Rechnung dabei ist simpel: während ein Leichnam im Sarg jahrelang verrottet, dauert eine Einäscherung nur 90 Minuten - sozusagen das Expressticket ins Himmelreich. Bislang leistete er zufrieden im kleinen Rahmen seinen Beitrag. Doch als ihm ein alter Freund von einer Partei erzählt, die gerade in Deutschland große Erfolge feiert, stellt sich für ihn plötzlich die Frage, ob er wirklich schon genug Erlösungsarbeit leistet...


Das Indi-Label Bildstörung hat es sich ja von Beginn an zur Aufgabe gemacht, dem Zuschauer ganz erlesene-und sehr aussergewöhnliche Filmperlen zugänglich zu machen. Das es sich dabei zudem zumeist um Werke handelt die jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt sind, dürfte schon längst kein Geheimnis mehr darstellen. Auch die neue Veröffentlichung "Der Leichenverbrenner" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie von Film, präsentiert sich dem Betrachter doch eine Geschichte, die nicht gerade leichte Filmkost anbietet. Dies äussert sich allein schon in der Einführungsphase des Filmes, in der man zuerst gar nicht so recht weiss, was da überhaupt auf einen zukommt. Die Zusammenhänge ergeben sich erst im Laufe der Zeit, bieten dann allerdings eine Gesamtkomposition, die sich unauslöschlich in das Gedächtnis einbrennen. Dabei strahlt das Szenario ohne jegliche explizite Gewaltdarstellungen eine so ungeheure Härte aus, das man als Zuschauer ein extremes Maß an Beklemmung verspürt, die sich erst lange nach dem Ende der Geschichte langsam wieder löst.

Dreh-und Angelpunkt sämtlicher Ereignisse ist Karl Kopferkingl (Rudolf Hrusinsky), der seine ganz eigene Philosophie zum Leben wie auch zum Tod hat. Er trinkt-und raucht nicht, tut alles für seine Familie und ist trotz diverser Besuche bei Prostituierten ein wahrlicher Saubermann, wie er im Buche steht. Auf der anderen Seite steht aber sein Beruf als Leichenverbrenner in einem kleinen Krematorium, der für ihn vielmehr eine Art Berufung als ein normaler Job ist. Insbesondere dieser Aspekt wird während der gesamten Laufzeit hervorragend herausgearbeitet, wobei es vor allem den fantastischen Dialogen zu verdanken ist, das die regelrechte Obsession des Mannes immer mehr in den Vordergrund rückt und praktisch sein gesamtes Leben bestimmt. Kopferkingl, der übrigens von Hrusinsky eindrucksvoll und brillant dargestellt wird, sieht sich als eine Art Erlöser für die Toten, da er ihnen seiner Meinung nach den Weg in eine bessere Welt ebnet. Seine eigenen Weisheiten bezieht er dabei aus einem Buch über Tibet und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das er sich selbst als eine Art Dalai Lama sieht. Während der weiteren Geschehniss nimmt insbesondere dieser Aspekt auch noch eine starke visuelle Rolle ein, die dem Film eine höchst künstlerische Note verleiht.

Gerade in der zweiten Filmhälfte verfällt der Hauptcharakter immer mehr der Ideologie der Nazis und als diese ihm auch noch einen leitenden Posten als Leichenverbrenner anbieten, ist es vollends um ihn geschehen. Was sich danach abspielt kann man nur schwerlich in Worte fassen, denn die offensichtliche Besessenheit des Mannes nimmt beängstigende Züge an und gipfelt darin, das er für den neuen Job sogar nach und nach die eigene Familie auslöscht, da jüdisches Blut in deren Adern fließt. Auch Freunde und Kollegen werden unbarmherzig an die Nazis verraten, ohne das Kopferkingl auch nur den Anflug eines schlechten gewissens erkennen lässt. Es ist in erster Linie die herausragende Mimik eines Rudolf Hrusinskys, die dem Zuschauer kalte Schauer über den Rücken jagt. In seinen Augen kann man den Fanatismus, aber auch die grenzenlose Überzeugung seiner Sache erkennen, für die er bereitwillig alles opfert was ihm lieb und teuer ist. Nur selten bekommt man eine so dermaßen überzeugende Darstellung eines Charakters geboten, wie es in vorliegendem Film der Fall ist. Zwar agieren auch die restlichen Darsteller allesamt sehr gut, verblassen allerdings durch die allgegenwärtige Präsenz des Hauptdarstellers viel eher zu Statisten, die man eher weniger beachtet.

Trotz aller durch die Thematik vorhandene Härte hat Regisseur Juraj Herz seinem Werk auch einige humorige Passagen beigefügt, die zumeist von sehr skurriler Natur sind. So bekommt man beispielsweise ein immer wieder erscheinendes Liebespaar eingeblendet, das scheinbar die Welt um sich herum zu vergessen hat, oder wird immer wieder mit einem zornigen Ehemann konfrontiert, der den gesamten Film über seine hysterische Ehefrau beruhigen will. Angesichts der sehr ernsten thematik der Geschichte sind diese Passagen eine willkommene Ergänzung und lockern manchmal die extrem beklemmende grundstimmung etwas auf. Insgesamt gesehen ist "Der Leichenverbrenner" ein Film, der einem ganz unwillkürlich unter die Haut geht und einen sehr nachhaltigen Beigeschmack hinterlässt. Es fällt nicht gerade leicht, das Gesehene schnell sacken zu lassen, denn selten bekommt man ein solch eindringliches Szenario über die Obsession eines Menschen geliefert, das einerseits verstörend-und grausam erscheint, andererseits aber einen solch authentischen-und glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Meiner Meinung nach ist Juraj Herz hier ein echtes Meisterwerk gelungen, das sich kein Liebhaber aussergewöhnlicher Filme entgehen lassen sollte.


Fazit:


Mit "Der Leichenverbrenner" liegt geradezu ein Paradebeispiel dafür vor, das man nicht zwangsläufig durch den Einsatz von expliziter Härte einen verstörenden Eindruck beim Betrachter hinterlassen kann. Eine interessante Thematik, ein herausragend agierender Hauptdarsteller und eine künstlerische Umsetzung der Ereignisse reichen vollkommen aus, um einen in einen wahren Strudel von Grausamkeit hineinzuziehen, aus dem es anscheinend kein Entrinnen gibt. Auch wenn dieser Film nach seinem Erscheinen gerade im Westen europas nicht die ganz große Beachtung fand, handelt es sich um eine echte Filmperle, die dank dem label Bildstörung nun auch bei uns eine würdige Veröffentlichung gefunden hat. Wie immer mit umfangreichem Bonusmaterial ausgestattet handelt es sich um ein Werk, für das man eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen kann.


Die DVD:


Vertrieb: Bildstörung
Sprache / Ton: Tschechisch DD 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (anamorph 16:9)
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Audiokommentar von Regisseur Juraj Herz, Der Weg zu den Öfen -- Besichtigung der Krematorien mit Regisseur Juraj Herz, Umfangreiches Booklet mit einem Essay von Adam Schofield und einem ausführlichen Interview mit Juraj Herz


10/10

Montag, 14. November 2011

Red State





Red State

(Red State)
mit Michael Angarano, Deborah Aquila, Nicholas Braun, Ronnie Connell, Kaylee DeFer, Joey Figueroa, Kyle Gallner, Anna Gunn, John Goodman, Matt L. Jones, John Lacy, Catherine McCord, Alexa Nikolas, Stephen Root
Regie: Kevin Smith
Drehbuch: Kevin Smith
Kamera: David Klein
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Die Aussicht auf heißen Sex lockt drei Teenager mitten aufs Land. Von wegen. In Cooper's Dell erwartet sie die Hölle: Hinterhältig werden sie betäubt. Als sie wieder erwachen, befinden sie sich in den Händen eines erzreaktionären Bibelkults, der an ihnen mit unfassbarer Brutalität ein Exempel statuieren will. Doch damit nicht genug: Während ihrer Folter wird das Lager der Five Points Trinity Church von der Polizei umstellt. Weil Kultführer Abin Cooper nicht daran denkt aufzugeben, entfesseln die Beamten um den kompromisslosen Officer Joseph Keenan die Hölle. Und die drei Jungs sind immer noch mitten drin ...



Kultregisseur Kevin Smith hat sich seinen Namen ja viel eher durch lässige Komödien wie beispielsweise "Clerks" gemacht, so das vorliegender Beitrag ein Vorstoß in vollkommen neue Gefilde darstellt. Dabei ist "Red State" ein Film, der vor allem das Lager seiner Fans in zwei Seiten spaltet, handelt es sich doch um eine für Smith eher unübliche Geschichte. Das herausragendste Merkmal ist dabei sicherlich der Aspekt, das während des gesamten Szenarios kein einziger Charakter auftaucht, der auch nur im Entferntesten als Symphatieträger angesehen werden könnte. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um eine fanatisch-religiöse Sekte, um gesetzliche Ordnungshüter oder gar um Geiseln handelt, denn in vorliegender Story haftet selbst den guten Jungs etwas ungemein Böses an, was sich im Laufe der Ereignisse immer mehr herauskristallisiert.

Trotz eher oberflächlicher Charakterzeichnungen ist es Smith hervorragend gelungen, den einzelnen Figuren sehr ausgeprägte Konturen zu verleihen, so das der Zuschauer zu jeder einzelnen Person eine gute Beziehung herstellen kann. Hierbei sticht sicherlich Michael Parks in der Rolle des fanatischen Sektenführers ganz besonders hervor, seine Darstellung dieser Figur ist absolut fantastisch und zudem sehr authentisch gelungen. Allerdings sollte man fairerweise anmerken, das selbst die kleinsten nebenrollen nahezu perfekt besetzt sind und sämtliche Darsteller durch ausgezeichnetes Schauspiel zu überzeugen wissen. Ihnen ist es dann auch zu einem Großteil zu verdanken, das "Red State" einen durchaus nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, denn ich halte es für so gut wie unmöglich, die streckenweise schockierenden Bilder schnell wieder aus dem eigenen Kopf zu löschen.

Zu drastisch-und kompromisslos wirken die beeindruckenden Bilder auf einen ein und zu intensiv ist die Darstellung der einzelnen Komponenten, als das sie schnell wieder in Vergessenheit geraten würden. Ganz bewust hat Kevin Smith hier die diversen Aspekte der Geschehnisse in den Vordergrund gerückt, so ist es im ersten Drittel des Filmes insbesondere der religiöse Fanatismus, der regelrecht angeprangert wird. Das Hauptaugenmerk wird dabei einmal mehr auf das Thema Sexualität gelegt, sind es doch in erster Linie Homosexuelle, die der Sekte zum Opfer fallen. Der blinde Hass-und Fanatismus der Mitglieder kommt dabei in jeder einzelnen Einstellung extrem gut zur Geltung und die Ausdruckskraft-und Mimik der darsteller ist sagenhaft gut. Phasenweise wird man das Gefühl nicht los, hier vielmehr einen schockierenden tatsachenbericht als einen Spielfilm zu sehen, was meiner Meinung nach als Qualitätssiegel dieser Produktion anzusehen ist. Der nächste Punkt ist dann das Verhalten der Spezialeinheit, die hier blind den Befehlen von ganz oben folgt, ohne darüber nachzudenken. Die gesamte Sekte (incl. Kinder und Frauen) soll einfach ausgelöscht werden und auch auf die geiseln soll dabei keinerlei Rücksicht genommen werden. Nach kurzzeitigen Gewissensbissen der Agenten gehen sie danach umso motivierter an die Sache heran und töten alles, was ihnen vor die Gewehre läuft. Das alles ist so dermaßen hart-und kompromisslos in Szene gesetzt worden, das die Bilder eine teils sehr schockierende Wirkung hinterlassen.

Die zum Ende hin stattfindende Nachbetrachtung ist dann an Sarkasmus kaum zu überbieten, wird Agent Keenan (John Goodman) für seine Taten sogar noch befördert. das Gespräch zwischen ihm und zwei Männern aus einem Ermittlungsausschuß ist für mich das absolute Highlight eines Filmes, der wirklich alles anprangert, was man nur anprangern kann. Der hier in den Dialogen auftretende Zynismus ist nicht mehr zu überbiten und bildet einen perfekten Abschluß einer sehr aussergewöhnlichen Geschichte, die man in dieser Form ganz bestimmt nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. "Red State" ist ein Film, der sicherlich die Meinungen extrem spaltet, aber man sollte dieses Werk auf jeden Fall gesehen haben. Mich persönlich hat die Story absolut begeistert, weil die einzelnen Aspekte ganz einfach perfekt miteinander harmonieren und das Geschehen den Zuschauer in jeder einzelnen Einstellung absolut fesselt. Dabei geht von dem Szenario eine fast bannende Wirkung aus, kann man seinen Blick doch einfach nicht vom Geschehen abwenden, das eine unglaubliche Faszination auf einen ausübt.


Fazit:


Kevin Smith hat mit "Red State" einen äusserst intensiven- und einprägsamen Beitrag abgeliefert, der sicherlich genügend Stoff für angeregte Diskussionen liefert. Bewust provokant in Szene gesetzt wird eine kontroverse Geschichte erzählt, die dem Betrachter unter die haut kriecht und ihre Spuren hinterlässt. Eine temporeiche Erzählstruktur, viel visuelle Härte und erstklassige Darsteller sind schon fast eine Garantie für ein äusserst intensives Filmerlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.



Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 85 Minuten
Extras: Trailer


8,5/10

Samstag, 12. November 2011

Mega Monster Movie









Mega Monster Movie - Voll auf die Zwölf
(Stan Helsing)
mit Steve Howey, Diora Baird, Kenan Thompson, Desi Lydic, Leslie Nielsen, Kit Zenga, Darren Moore, Twan Holliday, Ben Cotton, Travis MacDonald, Lee Tichon, Ken Kirzinger, Charles Zuckermann, Jeff Gulka, Chad Krowchuk
Regie: Bo Zenga
Drehbuch: Bo Zenga
Kamera: Robert C. New
Musik: Ryan Shore
FSK 16
Kanada / USA / 2009

Der Video-Verkäufer Stan Helsing macht in der Halloween-Nacht gemeinsam mit seiner super sexy Ex-Freundin, seinem besten Kumpel und dem Gogo-Girl Mia einen Abstecher in eine verfluchte Stadt. Dort treiben sich in dieser Nacht Parodien der sechs grausigsten Monster der Film Geschichte herum: Freddy (A Nightmare on Elm Street), Jason (Freitag der 13.), Pinhead (Hellraiser), Leatherface (Das Kettensägen Massaker), Chucky (Chucky - Die Mörderpuppe) und Michael Myers (Halloween). Als Stan herausfindet, dass er ein direkter Nachkomme des legendären Monsterjägers Van Helsing ist, müssen die vier eine Nacht mit den Monstern, mörderischen Trampern, Vampir-Stripperinnen, Killer Karaoke und verführerischen heißen Girls überleben.


"Mega Monster Movie" lässt von der ersten Minute an keinen Zweifel daran, das es sich um eine weitere Parodie auf bekannte Horrorfilme handelt. Zwar ist mit der "Scary Movie" Reihe dieses Gebiet im Prinzip schon vollkommen ausgeschöpft, dennoch wird der Zuschauer hier mit recht kurzweiliger Unterhaltung berieselt. Zwar ist das Werk von Bo Zenga qualitätsmäßig nicht mit der genannten Reihe auf eine Stufe zu stellen, aber wer seine Freude an etwas flachem Humor hat wird auf jeden fall auf seine Kosten kommen. Die Story-Line beinhaltet zwar nicht unbedingt viele versteckte Gags, aber genügend Anspielungen auf diverse Horrorfilme sind trotzdem vorhanden. Allein durch die Figuren der wohl berühmtesten Serienkiller des Horrorfilms werden Erinnerungen an die längsten Filmreihen erweckt, zudem werden die Kopien der Killer meiner Meinung nach auch herrlich skurril dargestellt.

Der Humor der Geschehnisse mag für viele Leute wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig sein, kommt er doch größtenteils ziemlich plump und platt daher, trotzdem gibt es auch etliche Passagen, die für so manch herzhaften Lacher sorgen können. Das liegt in erster Linie an den vier Hauptfiguren der Story, unter denen sich auch extrem klischeebehaftete Blondine befindet. Die junge Dame ist in meinen Augen das absolute Highlight des gesamten Filmes, denn ihre Darstellung der naiven und dummen Blondine ist an Glaubhaftigkeit nicht zu überbieten. Und so ist es letztendlich auch ihr zu verdanken, das es zu streckenweise hanebüchenen Dialogen kommt, über die man ganz einfach herzhaft lachen muss. Zudem ergibt sich an etlichen Stellen eine derart absurde Situationskomik, das man sich schon die ein oder andere Träne nicht mehr verkneifen kann.

Zugegebenermaßen ist dieses Werk im eigentlichen Sinne vollkommen grotesk und dämlich, aber gerade diese Art von Komik hat etwas an sich dessen man sich als Zuschauer schwerlich entziehen kann. Bewust dümmlich agierende Darsteller, eine vollkommen abstruse Geschichte und flacher Witz ergeben dabei eine Mischung, von der eine gewisse Faszination ausgeht die man sich gar nicht so richtig erklären kann. Da treten vier Teenager in einem Karaoke-Wettbewerb gegen sechs Monster an, die eine Performance der "Village People" zum Besten geben, allein diese Sequenz ist es schon wert, dem Film eine Chance zu geben.

Insgesamt gesehen wird hier betimmt nicht die feinste Klinge des Humors geschwungen, aber höchst unterhaltsam ist "Mega Monster Movie" dennoch. Man merkt gar nicht wie schnell die Zeit vergeht und ehe man sich versieht, ist die kurzweilige Geschichte auch schon zu Ende. Man sollte auch nur entfernt den Vergleich mit "Scary Movie" zu Rate ziehen, denn in grundlegenden Dingen unterscheiden sich die Werke schon ganz erheblich. Wer seine Freude an einer vollkommen absurden und trashigen Horrorparodie hat, kann bei diesem Film überhaupt nichts falsch machen und wird auf seine Kosten kommen.


Fazit:


Ich persönlich hatte meine helle Freude an diesem absurden Spektakel, das mich ganzzeitig bestens und kurzweilig unterhalten hat. Natürlich wird es wieder etliche Leute geben die das vollkommen anders sehen, aber Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Daher gibt es von meiner Seite aus auf jeden fall eine dicke Empfehlung an fans, die flachen-und stumpfen Humor zu schätzen wissen.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1:1,85 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Extras: Making Of, Trailer


6,5/10

Donnerstag, 10. November 2011

Night of the Demons (2010)









Night of the Demons
(Night of the Demons)
mit Monica Keena, Shannon Elizabeth, Tatyana Kanavka, Michael Arata, John F. Beach, Michael Copon, Zachary James Bernard, Diora Baird, Bobbi Sue Luther, Irina Beskaravaynaya, Jamie Harris, Edward Furlong, Linnea Quigley, Bryce Arata, Addy Rome
Regie: Adam Gierasch
Drehbuch: Jace Anderson / Adam Gierasch
Kamera: Yaron Levy
Musik: Joseph Bishara
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Es ist Halloween. Zeit für eine wilde Party voller Spaß und Sex. Das denkt sich auch eine Gruppe von Jugendlichen, die sich auf eine Nacht der ausschweifenden Exzesse vorbereitet. Doch sie bekommen mehr als sie je erwartet haben. Eine Horde blutrünstige Dämonen mischen sich unter das Party-Volk, um einen nach dem anderen grausam umzubringen. Aus dem anfänglichen Spaß wird blutiger Ernst.


Nun stellt sich dem Zuschauer zuallererst einmal die Frage, ob ein durchschnittlicher Horrorfilm wie "Night of the Demons" überhaupt eine Neuauflage benötigt, denn trotz eines angeblichen Kultstatus war der Film nun wirklich nicht der Überflieger. Da es aber in der heutigen Zeit Gang und Gebe ist, das fast jeder ältere Horrorfilm ein Remake spendiert bekommt, ist die neuinterpretation durchaus nachvollziehbar. Und wenn man dann erst einmal das Werk von Adam Gierasch (Autopsy) gesichtet hat muss man wirklich anerkennen, das sich die Aufpolierung nun wirklich gelohnt hat. Präsentiert sich dem Zuschauer doch eine weitaus unterhaltsamere Version der Geschehnisse, die gesamte Geschichte ist viel temporeicher-und interessanter in Szene gesetzt worden, als es noch beim Original der Fall war. Sicherlich stellt auch die vorliegende Version kein Meisterwerk dar, aber der Film beinhaltet alle nötigen Zutaten für ein kurzweiliges und blutiges Horrorerlebnis, das sich qualitätsmäßig oberhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelt.

Auf die Beleuchtung der einzelnen Charaktere sollte man keinen zu großen Wert legen, denn die einzelnen Figuren werden doch eher recht oberflächlich skizziert. Das ist aber auch nicht weiter schlimm und beeinflusst die Abläufe schon gar nicht negativ. Es handelt sich um die handelsüblichen Teenager, von denen insbesondere die weiblichen als optische Highligths anzusehen sind. Wohlgeformte Damen der Schöpfung geizen hier keinesfalls mit ihren reizen und es gibt auch eine Menge nackter Haut zu sehen, was vor allem die männlichen Zuschauer begeistern dürfte. Das Schauspiel an sich beinhaltet bestimmt keinerlei Glanzleistungen, ist aber im soliden Bereich anzusiedeln. Das bekannteste Gesicht in der Darstellerriege dürfte wohl Edward Furlong sein, der mittlerweile ganz schön in die Breite gegangen ist und ziemlich aufgeschwemmt erscheint.

Die Geschichte an sich ist von einer herrlich schaurigen Grundstimmung umgeben, die sicherlich auch durch das alte Herrenhaus zusätzlich unterstützt wird, in dem sich fast die gesamten Ereignisse abspielen. Auch spannungstechnisch kann man sich im Prinzip nicht beschweren, nach einer gut 30-minütigen Einführung die noch ohne größere Höhepunkte daherkommt, verdichtet sich das Geschehen schlagartig, als eine kleine Gruppe Teenager nach dem unfreiwilligen Abbruch der Halloween-Party in dem haus zurückbleibt. Das Tempo des Filmes zieht schlagartig an und nun kommen auch die Freunde der härteren gangart auf ihre Kosten. Adam Gierasch hat einige wirklich derbe und blutige Passagen in seinen Film eingebaut, so das man an diversen Stellen schon ein wenig verwundert darüber ist, das dieses Werk in Deutschland ungeschnitten erschienen ist. Das Einzige, was man "Night of the Demons" eventuell negativ ankreiden kann, sind einige doch ziemlich offensichtliche Logiklöcher, sie insbesondere in den Zeitabläufen zum Ende des Filmes in den Vordergrund treten. Verwandeln sich dort doch Stunden in Minuten und den Protagonisten fällt es überhaupt nicht auf. Diesen Aspekt kann man andererseits aber durchaus vernachlässigen, da die Geschichte ansonsten wirklich erstklassige Horrorkost bietet.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier um ein e absolut gelungene Neuauflage eines angeblichen Kult-Klassikers, der eigentlich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. "Night of the Demons" ist ein absolut gelungener Dämonenfilm, der einen ordentlichen Härtegrad beinhaltet. Spannende Handlungsabläufe, ein ordentliches Tempo und gelungene SFX sorgen für jederzeit kurzweilige Unterhaltung. Warum dieser Film von einigen Leuten als billiger Abklatsch von Filmen wie "Tanz der Teufel" oder auch "Dämonen" abgetan wird, kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen, denn bis auf Dämonen haben die Filme gar nichts gemeinsam. Man sollte "Night of the Demons" als vollkommen eigenständiges Werk ansehen und als solches funktioniert es auch absolut erstklassig.


Fazit:


Adam Gierasch hat hier einen gelungenen Genrebeitrag abgeliefert, der weitaus besser-und unterhaltsamer wie das Original ausgefallen ist. Eine Sichtung lohnt sich allemal, denn kurzweilige Horrorunterhaltung ist hier vorprogrammiert, so das ich eine bedenkenlose Empfehlung für das Werk aussprechen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 89 Minuten
Extras: Making Of, Trailer, Trailershow


7,5/10

Dienstag, 8. November 2011

Freitag der 13. Teil 2 - Jason kehrt zurück









Freitag der 13. Teil 2
(Friday the 13th Part 2)
mit Amy Steel, John Furey, Adrienne King, Kirsten Baker, Stuart Charno, Warrington Gillette, Walt Gorney, Marta Kober, Tom McBride, Bill Randolph, Lauren-Marie Taylor, Russell Todd
Regie: Steve Miner
Drehbuch: Ron Kurz / Victor Miller
Kamera: Peter Stein
Musik: Harry Manfredini
FSK 18
USA / 1981

Fünf Jahre nach dem grauenvollen Blutbad im Camp Crystal Lake erinnert nur noch eine Legende an Jason Voorheers und seine wahnsinnige Mutter, die sieben Betreuer des Camps bestialisch ermordete. Die Warnung, diesem verfluchten Ort fernzubleiben, nehmen die Betreuer eines nahe gelegenen Sommercamps nicht ernst. Als die jungen Leute sorglos das Gebiet erforschen, wird fleißig Blut gespendet...


Auch wenn in dieser Fortsetzung von 5 Jahren die Sprache ist, so hat es in der Realität doch lediglich ein Jahr gedauert, um diesen zweiten Teil auf die Beine zu stellen. Nachdem im Original noch Jasons Mutter für die etlichen Morde verantwortlich zeichnete, betritt nun endlich der eigentliche Killer Jason die Bühne. Bei seinen ersten Taten merkt man ihm dabei noch eine leichte Unbeholfenheit an, denn in einigen Passagen erscheint er doch etwas staksig und ungelenk. Diese Tatsache hindert ihn allerdings keinesfalls daran, den Zuschauer mit etlichen, teils sehr blutigen Kills zu bedienen, die denen aus dem ersten Teil in nichts nachstehen. Und so gibt es in einem neu eröffneten Camp nahe des alten "Camo Chrystal Lake" eine äusserst blutige Mordserie, der etliche junge Leute zum Opfer fallen, die sich dort zu einer Art Lehrgang für Aufsichtspersonen getroffen haben.

"Jason kehrt zurück", so der Beiname dieses Filmes ist insbesondere in atmosphärischer Hinsicht ein absolut herausragender Slasher der 80er Jahre, wie schon im Vorgänger herrscht hier die gesamte Geschichte über eine äusserst bedrohliche Stimmung vor, die von einer absolut perfekten Geräuschkulisse unterstützt, das typische "Freitag der 13.-Feeling" aufkommen lässt. Das sich Großteile des Geschehens bei Nacht abspielen, unterstützt die sehr unheilvolle Note des Filmes ungemein und sorgt beim Zuschauer fast ganzzeitig für eine gepflegte Gänsehaut. Hinzu kommen mehrere geschickt eingesetzte Schockmomente, die gerade bei einer Erstsichtung des Werkes für ein angespanntes Sehverhalten sorgen können. Steve Miner, der hier Cunningham auf dem Regiestuhl abgelöst hat, stellt ziemlich eindrucksvoll sein Gespür für intensiven Horror unter Beweis, denn bei jeder einzelnen Szene wird man das Gefühl nicht los, das jeden Moment etwas passieren könnte. Die Nerven des Betrachters sind dabei fast den gesamten Film über bis zum Zerreissen gespannt, bevor sich dann in einem furiosen Endspurt die aufgestaute Spannung so richtig entladen kann.

Es handelt sich hier ganz eindeutig um eine richtig gelungene Fortsetzung, deren Story-Plot dem des Originals zwar ziemlich ähnelt, aber dennoch keinesfalls als Kopie angesehen werden kann. Insbesondere die verschiedenen Tötungsarten sorgen für jede Menge Abwechslung und der Härtegrad der Ereignisse tut sein Übriges, um einen bei bester laune zu halten. Einzig und allein das optische Auftreten von Jason wird wohl immer ein wenig gewöhnungsbedürftig bleiben, tritt er hier doch noch nicht mit seinem eigentlichen Markenzeichen, der Eishockeymaske auf. Stattdessen hat er den Teil eines Bettlakens über den Kopf gezogen und mit einer Schnur befestigt, was im ersten Moment sogar eher witzig erscheint, als das es einem Furcht einflößen würde. Das soll aber noch nicht einmal einen Kritikpunkt darstellen, jedoch werde ich mich wohl niemals an diesen Anblick gewöhnen können.

"Freitag der 13. Teil 2" ist meiner Meinung nach eine in allen Belangen gelungene Weiterführung der Geschichte, die zwar nicht sonderlich innovativ ausfällt, aber dennoch zu den richtig guten Slashern zu zählen ist. Der Wechsel auf dem Regiestuhl hat die Qualität des Filmes auf keinen Fall gemindert, denn Spannung und Atmosphäre sind im Überfluss vorhanden. Ein beachtlicher Bodycount und ein ansehnlicher Härtegrad runden die ganze Sache perfekt ab und sorgen für ein herrliches Horrorerlebnis, das man sich immer wieder gern anschaut.


Fazit:


Auch wenn es in der langlebigsten Horrorreihe so manchen Teil gibt der als kleine Enttäuschung anzusehen ist, so zählt dieser Film ganz bestimmt nicht dazu. Natürlich liegt das auch wie immer im Auge des Betrachters, doch hier wird erstklassige Slasherjost der 80er geboten, an der man sich nicht satt sehen kann.


8,5/10

Sonntag, 6. November 2011

Ecstasy








Ecstasy
(Ecstasy)
mit Charlie Bewley, Christy Andersen, Gillian Zinser, Elisa King, Teagan Vincze, David J. Phillips, Ashley McCarthy, Corbin Timbrook, Ava Andersen, Halle Andersen, Robert Ambrose, Shelby Janes, Alexandra Essoe, Bj Allman, Damien Sylvester
Regie: Lux
Drehbuch: Lux / Ryan M. Andrews
Kamera: Harris Charalambous
Musik: Frederik Wiedmann
FSK 16
Kanada / USA / 2011

Es ist die neue Party-Droge schlechthin. Kleine farbige Pillen, die Glück versprechen und einen nächtelang durchtanzen lassen. Doch nach dem Höhenflug der Sinne folgte in Absturz in die Hölle, wo die schlimmsten Ängste warten. Die vier jungen Schulmädchen ahnen davon jedoch nichts, als sie zum ersten Mal jene neue Party-Droge namens Ecstasy probieren. Sie beschreiten einen Weg zwischen Himmel und Hölle, Spaß und Sucht, Wahnsinn und Verderben.


Warum dieser verstörende Film anscheinend bei vielen Leuten nicht so gut ankommt, ist mir ehrlich gesagt nicht ganz verständlich. Sicher, "Ecstasy" beinhaltet bestimmt einige Schwächen, doch insgesamt gesehen bekommt der Zuschauer hier ein sehr eindringliches Szenario geboten, nach dessen Sichtung man eigentlich keinerlei Lust mehr auf irgendwelche Drogen haben sollte. Der manchmal etwas zwiespältige Eindruck dieses Werkes entsteht wohl in der Hauptsache durch den Aspekt, das Regisseur Lux seiner Geschichte keinerlei Grauschattierungen verliehen hat, denn es gibt lediglich schwarz oder weiss zu sehen und keinerlei Grauzonen, die der Story sicherlich nicht geschadet hätten. Andererseits entfacht sich durch die fehlende Mitte meiner Meinung nach eine noch stärkere Intensität der Ereignisse, von denen ganzzeitig eine erschreckende Faszination ausgeht. Von der ersten Minute an sind die Lager der Charaktere in zwei glasklare Gruppen eingeteilt, einerseits sind da die Teenager, die anscheinend nichts anderes als Sex und Drogen im Kopf haben und auf der anderen Seite stehen die Personen, die in erster Linie durch eine ausgeprägte Religiösität auffallen.

So entwickelt sich im Prinzip eine Story-Line, bei der sich Gut und Böse gegenüberstehen und einen erbarmungslosen Kampf miteinander ausfechten, der am Ende keinen Gewinner kennt. Beide Seiten werden hier meiner Meinung nach erstklassig und intensiv beleuchtet, wobei die Drogen-Teenager den deutlich interessanteren Part einnehmen. Es ist schon irgendwie furchtbar mitanzusehen, wie sich hübsche-und anscheinend auch nicht gerade dumme Mädchen einem exzessiven Lebenswandel hingeben, um ihre wahren Probleme beiseite zu schieben und dabei immer mehr zu echten Wracks zu mutieren. Im Vordergrund steht dabei insbesondere die junge Dianna, deren Leben immer mehr aus den Fugen gerät. Ihr offensichtlicher Hass gegen ihre Mutter wird eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht, macht sie ihre Mutter doch dafür verantwortlich, das der Vater die Familie verlassen hat. Die heftigen Dispute zwischen Mutter und Tochter nehmen immer stärkere Ausmaße an, wobei die Dysfunktionalität der Familie extrem zum Ausdruck kommt.

Selbst die jüngere Tochter Chantel wird in den Krieg der beiden Frauen hineingezogen und leidet eher schweigend unter der Situation. Diese Familiengeschichte steht ganz eindeutig im Focus des Geschehens und ist im Prinzip Auslöser für sämtliche Ereignisse, die im Verlauf der Geschichte immer tragischere Züge erkennen lässt. Zwar werden in Nebenerzählsträngen auch noch die Freundinnen von Dianna und dder religiöse David eingehender beleuchtet, doch sämtliche Fäden führen immer wieder zur Familie Meyer, deren Schicksal an Tragik kaum zu überbieten ist. "Ecstasy" skizziert eine Generation von Jugendlichen, die ohne jegliche Kenntnisse über die Wirkung der Droge sämtliche Bedenken ausser acht lassen und sich einem exzessivem Lebenswandel hingeben, der sie auf Dauer vollkommen zerstört. Insbesondere die psychischen-und körperlichen Folgen werden dabei erstklassig herausgearbeitet, Wahrnehmungsstörungen und ein totaler körperlicher Zerfall lassen den Zuschauer nicht unberührt. Untermalt wird das Ganze von einem äusserst stimmigen Soundtrack der zwar bestimmt nicht jeden Geschmack trifft, aber absolut passend erscheint.

Man kann über die fehlenden Grauzonen denken wie man will, aber der Film von Lux hinterlässt auf jedem Fall einen extrem nachhallenden Eindruck und brennt sich unauslöschlich in das Gehirn des Betrachters. Die von den Geschehnissen ausgehende Faszination fesselt einen förmlich am Bildschirm, so das man seine Augen nicht einmal abwenden kann. Zwiespältige Gefühle und ein stark beklemmendes Gefühl stürzen den Zuschauer in ein tragisches Szenario, das einen mehr als nur bitteren Beigeschmack hinterlässt. Für mich persönlich stellt "Ecstasy" sogar so etwas wie ein echtes Mahnmahl dar, das man auf keinen Fall verpassen sollte.


Fazit:


"Ecstasy" ist sicherlich ein teilweise zwiespältiges Werk, kann allerdings von Anfang bis Ende absolut faszinieren. Dabei kann man noch nicht einmal genau sagen, wovon diese Faszination ausgeht. Denn eigentlich handelt es sich um einen erschreckenden Film, dessen Grausamkeit einen mit der Wucht eines Keulenschlages in die Eingeweide trifft.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 93 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Exklusives Booklet



8/10

Freitag, 4. November 2011

4.3.2.1.









4.3.2.1.
(4.3.2.1.)
mit Emma Roberts, Noel Clarke, Ophelia Lovibond, Tamsin Egerton, Shanika Warren-Markland, Andrew Harwood Mills, Ashley Bashy Thomas, Ben Cooke, Steven Cree, Michael Hunter, Sean Pertwee, Alan McKenna, Kate Magowan, Ben Sheperd, Linzey Cocker
Regie: Noel Clarke / Mark Davis
Drehbuch: Noel Clarke
Kamera: Franco Pezzino
Musik: Adam Lewis / Barnaby Robson
FSK 16
Großbritannien / 2010

Sexy, schlagkräftig und sehr selbstbewusst sind die Londoner Girls Cassie, Shannon, Jo und Kerrys. Auf die vier Power Girls warten drei Tage, die sie nie vergessen werden. Eine Handvoll gestohlener Blutdiamanten, die durch einen absurden Zufall in Shannons Hände geraten, bringen in London und New York die verschiedenen Wege der Mädels auf gefährlichen Kollisionskurs. Denn natürlich sind eine Menge unsympathischer Leute hinter den heißen Steinen her. Die besten Freundinnen müssen alle Stärken und Ideen mobilisieren, um ihre einzige Chance zu nutzen und dieses irrwitzige Wochenende zu überleben.


"4.3.2.1." ist einmal mehr ein Paradebeispiel für die gute Auswahl des Labels Ascot Elite was britische Produktionen angeht. Dabei erweckt die hier erzählte Geschichte doch zu Beginn viel eher den Anschein, als wenn es sich um einen handelsüblcichen Teeniefilm handeln würde, dem man keine allzu große Beachtung schenken muss. Dieser Eindruckt verschwindet allerdings ebenso schnell wie er entstanden ist, entpuppt sich die Story doch ziemlich schnell als frisches-und freches Kino, das sich nicht nur für die jüngere generation bestens eignet. Zugegeben, man braucht eine gewisse Zeit, um richtig in das Szenario einzusteigen, denn zu Beginn erscheint das Geschehen doch seltsam aus dem Zusammenhang gerissen und will gar keinen rechten Sinn ergeben. Äusserst schnell wird dem Zuschauer jedoch klar, das dies in der Erzählstruktur der Abläufe begründet ist, ist diese doch episodenartig angelegt, was man aber nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Nach einer kurzen Einführung in das Szenario trennen sich nämlich erst einmal die Wege der vier Freundinnen, die daraufhin allesamt ein mehr als turbulentes Wochenende verbringen und dabei jede Menge aberwitzige Situationen erleben.

Und genau an dieser Stelle beginnt der Film eigentlich erst richtig, bekommt man doch in einzelnen Episoden die Erlebnisse jedes einzelnen Mädchens seperat serviert, so das sich die Gesamtzusammenhänge erst im Laufe der Zeit ergeben. Das mag zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, doch wer schon einmal einen Film ähnlicher Machart gesehen hat, der müsste im Prinzip sehr schnell feststellen, das insbesondere hier die große Stärke des Werkes liegt. Die Erzählweise allein ist schon als Highlight anzusehen, doch auch in allen anderen belangen weiss "4.3.2.1." vollkommen zu überzeugen. Die Geschichte ist extrem tempogeladen, beinhaltet eine Menge Action und ist zudem auch noch mit herrlichem Sarkasmus durchzogen, so das im Gesamtbild ein wirklich herzerfrischender Film zustande kommt, an dem man einfach seine helle Freude haben muss. Ganz egal, in welch bedrohlichen Situationen sie sich befinden, alle Girls reagieren schlagfertig und frech, wobei auch eine ganze Menge Situationskomik an den Tag tritt, die dem Geschehen unglaublich gut zu Gesicht steht.

Doch es sind längst nicht nur die temporeiche Erzählweise, der stimmige Soundtrack oder der an manchen Stellen brillante Wortwitz, auch die vier Hauptcharaktere verleihen der Geschichte einen ganz einzigartigen Anstrich. Die Regisseure Noel Clarke und Mark Davis haben hier nicht einfach nichtssagende Girlies in das Geschehen hineingeworfen, hier sind Jungdarstellerinnen am Werk, die durch absolut überzeugendes Schauspiel dem Ganzen ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Zudem hat man die einzelnen Figuren auch äusserst gut skizziert, so das der Betrachter sich einen extrem guten Eindruck über die Hauptdarstellerinnen machen kann. Und so frech und schlagartig die damen auch sind, hier wurde auch genügend Platz für deren Schwächen gelassen, die sich hinter einer jeweils sehr hübschen-und coolen fassade verbergen. So kommt dann auch die menschliche Komponente besonders gut zum Vorschein, was die Geschichte aber keinesfalls negativ beeinflusst, sondern vielmehr als gelungene Ergänzung angesehen werden muss.

Letztendlich handelt es sich um einen in allen Belangen überzeugenden Vertreter des britischen Kinos, der streckenweise so herzerfrischend und schwungvoll daherkommt, das man vor Freude die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte. Die gelungene Mixtur aus temporeicher Action und ein wenig Jugenddrama ist absolut perfekt gelungen und enthält sogar stellenweise zum Vorschein kommende Thrillerelemente, die das gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten. Noel Clarke war übrigens nicht nur für regie und Drehbuch verantwortlich , er spielt auch noch zusätzlich eine nicht ganz unwesentlichen Part in der Story, zählt aber nicht unbedingt zu den großen Symphatieträgern. Das ändert allerdings rein gar nichts an der Tatsache, das im hier ein exzellenter beitrag gelungen ist, den man sich nur allzu gern anschaut und dabei erstklassig unterhalten wird.


Fazit:


Auch wenn es vielleicht den Anschein erweckt, das "4.3.2.1." hauptsächlich dem jüngeren Publikum vorbehalten ist, dürften auch die etwas älteren Semester voll auf ihre Kosten kommen. Für erstklassiges Action-Kino mit einer ordentlichen Portion Humor und jeder Menge Ironie ist man nämlich nie zu alt. Wer ganz einfach einen absolut stimmigen und kurzweiligen Film erleben möchte sollte hier unbedingt zugreifen, ein knackiger Filmspaß ist garantiert.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 112 Minuten
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8/10

Mittwoch, 2. November 2011

Freitag der 13. (1980)









Freitag der 13.
(Friday the 13th)
mit Betsy Palmer, Adrienne King, Jeannine Taylor, Robbi Morgan, Kevin Bacon, Harry Crosby, Laurie Bartram, Mark Nelson, Peter Brouwer, Rex Everhart, Ronn Carroll, Ron Millkie
Regie : Sean S. Cunningham
Drehbuch : Victor Miller
Kamera : Barry Abrams
Musik : Harry Manfredini
FSK 18
USA 1980

Eine Gruppe Jugendlicher verbringt ihre Ferien im "Camp Crystal Lake", einem Feriencamp, in dem vor Jahren der kleine Jason Vorhees ertrunken ist. Nach einiger Zeit beginnt eine grausige Mordserie unter den Jugendlichen. Der Täter ist ihnen dabei näher als sie denken...


Als dieser Film 1980 herauskam, da ahnte wohl noch Niemand, das es der Anfang der größten Reihe des Horror - Genres ist. Mittlerweile beinhaltet die "Jason Vorhees Thematik" ja immerhin 10 Teile, soviel wie keine andere Film - Reihe des Genres. Zusammen mit "Nightmare on Elm Street" und "Halloween" zählt die "Freitag der 13." Reihe wohl definitiv zu den populärsten und beliebtesten Horror - Reihen aller Zeiten und das auch vollkommen zu recht.

Dieser Film ist eine absolute Perle des Slasherfilms und auch, wenn er genau wie Halloween sicherlich nicht zu den härtesten Filmen des Genres zählt, so überzeugt er aber durch seine exzellente Atmosphäre, die so typisch für die Horrorfilme der 80 er Jahre ist. Das liegt auch ganz sicher darin begründet, das diese Filme zur damaligen Zeit mit einem für heutige Verhältnisse minimalem Budget gedreht wurden, so das kein Geld für teuren Schnickschnack vorhanden war. Im Nachhinein muß man sogar glücklich darüber sein, denn wer weiß, ob es heute solche Perlen des Horrorfilms geben würde.

"Freitag der 13." ist wohl der beste der sogenannten "Teenie Camp" Slasherfilme, die nach diesem hier massenhaft produziert wurden, aber nur ganz wenige, wie zum Beispiel "The Burning", annähernd seine Klasse erreichten.

Die Darsteller braucht man in dieser Art von Filmen eigentlich kaum zu erwähnen, die meisten sind halt nicht mehr als die typischen hübschen, aber naiven Opferlämmer, die vom bösen Killer gemeuchelt werden. Man darf hier also wie auch bei anderen Slashern keine oscarverdächtigen Darstellungen erwarten, aber das ist meiner meinung nach auch nicht der Sinn eines solchen Films. Der Zuschauer wird hier mit allerbester Horrorkost versorgt, die sehr kurzweilig und bestens unterhaltsam ist.

"Freitag der 13." zählt zum Besten, was es an Slashern gibt, kein echter Fan kommt an diesem herrlichen Klassiker vorbei, der trotz seines Alters nichts von seinem Reiz und seiner Faszination eingebüßt hat. Ein Film, der längst Kultstatus erreicht hat und in jede gutsortierte Sammlung gehört.


10/10