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Montag, 30. Januar 2012

Schwerter des Königs - Zwei Welten








Schwerter des Königs - Zwei Welten
(In the Name of the King: Two Worlds)
mit Dolph Lundgren, Lochlyn Munro, Natassia Malthe, Christina Jastrzembska, Aleks Paunovic, Natalia Guslistaya, Elisabeth Rosen, Michaela Mann, Noah Beggs, Mike Antonakos, Adam Bloch, Sean Campbell
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Michael Nachoff
Kamera: Mathias Neumann
Musik: Jessica de Rooij
FSK 16
Deutschland / Kanada / 2011

Ex-Elitesoldat Granger lebt zurück gezogen ein unspektakuläres Leben in einer Großstadt. Doch eines Nachts ändert sich plötzlich alles. Ohne zu wissen, was mit ihm geschieht, wird Granger von zwei brutalen Kämpfern angegriffen, die nur ein Ziel kennen: seine Vernichtung! Mitten im Kampf erhält er unerwartete Hilfe der Zauberin Elianna, die ihn und seine Widersacher mit Hilfe eines mächtigen Zaubers in das Königreich Ehb katapultiert. Im vom jahrelangen Krieg zerstörten Königreich Ehb erfährt Granger, dass er ein direkter Nachfahre Farmers ist und die einzige Hoffnung des Volkes auf Frieden. Die größte und erbarmungsloseste Schlacht gegen unmenschliche Krieger, übernatürliche Magier und Fleisch fressende Urtiere beginnt und Grangers letzter Kampf entscheidet nicht nur über das Dasein des Königreich Ehb sondern auch über das Fortbestehen seiner eigenen Welt.


Und wieder einmal hat Dr. Uwe Boll zugeschlagen, mit "Schwerter des Königs - Zwei Welten" bekommt man es nun mit der Fortsetzung des 2007 erschienenen "Schwerter des Königs - Dungeon Siege" zu tun. Zuerst möchte ich einmal anmerken, das mich vorliegender Film weitaus kurzweiliger unterhalten hat als der trotz Starbesetzung vollkommen enttäuschende erste Teil. Nun heißt das aber noch lange nicht das der Zuschauer es hier mit einem wirklich gelungenem Film zu tun bekommt, denn leider stellt der deutsche regisseur einmal mehr unter Beweis, das seine Filme in Sachen Qualität sehr starken Schwankungen unterlegen sind. Nach sehr gelungenen Filmen wie "Rampage" oder auch "Darfur - Der vergessene Krieg" scheint es wieder einmal bergab zu gehen, obwohl hier genügend Potential vorhanden wäre, um ein wirklich gutes Werk herauszubringen. Die Grundidee der vorliegenden Geschichte ist nämlich sehr interessant und hätte eine weitaus bessere Umsetzung verdient gehabt als wie sie nun vorliegt.

Bei einem vorhandenen Budget von geschätzten 7.500.000 $ darf man als Betrachter doch schon Einiges erwarten, doch ehrlich gesagt fragt man sich den ganzen Film über, wofür dieses Geld eigentlich ausgegeben wurde. Die Settings können es eigentlich nicht gewesen sein, herrscht doch die gesamte Laufzeit über der Eindruck vor, das man das Szenario irgendwo in den Wäldern rund um die Kasseler Berge abgedreht hat. Sensationelle Effekte sind auch nicht vorhanden, so das ein Großteil des Budgets letztendlich wohl für die Gage der Darsteller verwendet wurde. Sollte dies der Fall sein ist das umso unverständlicher, denn gerade beim dargebotenen Schauspiel beinhaltet der Film doch die größten Defizite und einige der Schauspieler hätten sogar Schmerzensgeld an die Produktionsfirma zahlen müssen, anstatt hier die Gage einzustecken. Besonders negativ tut sich insbesondere Hauptdarsteller Dolph Lundgren hervor, der in der Geschichte als absoluter Fremdkörper erscheint. Das ist jedoch nicht ausschließlich in den schon immer sehr begrenzten darstellerischen Fähigkeiten des Action-Veterans begründet, sondern auch seinem generellen Auftreten in der Geschichte.

Sieht man einmal von der stoischen Mimik und dem von Haus aus ausdruckslosen Schauspiel ab, übertrifft sich der alte Schwede auch noch ständig in unlogischen Verhaltensweisen und quält den Zuschauer mit extrem platten Humor, der allerdings für eine Produktion von Uwe Boll absolut typisch erscheint. Nicht nur, das die vorhandenen Dialoge streckenweise recht dämlich sind, der vorhandene Humor wirkt erzwungen und will zu keiner Zeit so richtig zünden. Am schlimmsten erscheint jedoch der Aspekt, das Lundgren hier äusserst gebrechlich erscheint, man hat jeden Moment das Gefühl, das der alte Haudegen an Altersschwäche sterben könnte. Da ist überhaupt nichts mehr von einer Ikone des B Movie-Actionfilms zu spüren, man empfindet regelrecht Mitleid mit einem alternden Mann, der augenscheinlich kurz davor steht, den Löffel endgültig abzugeben. Lundgren befindet sich hier sprichwörtlich im falschen Film, die ihm zugewiesene Rolle passt wie ein viel zu enger Anzug, so das sich das eh schon begrenzte Schauspiel dementsprechend offenbart. So hinterfragt er beispielsweise überhaupt nicht die vorhandene Situation, sondern nimmt gelassen die Tatsache hin, das er sich mit einem Mal in einer vollkommen anderen Zeit befindet und versucht viel eher, diesen Umstand durch platte Sprüche wegzureden.

Trotz dieser ganzen sehr offensichtlichen Mankos ist "Schwerter des Königs - Zwei Welten" durchaus unterhaltsam und sei dies auch nur auf Grund der Tatsache, das man sich an der schlechten Umsetzung einer interessanten Geschichte erfreuen kann. Schlechte Darsteller, billig wirkende Settings und dümmliche Dialoge können auch eine durchaus unterhaltsame Mischung ergeben, die letztendlich schon fast in den Trash-Bereich einzuordnen ist. Dolph Lundgren ist hier in einer seiner schlechtesten Rollen überhaupt zu sehen und dürfte ein ernsthafter Kandidat für die "Goldene Himbeere" sein, mit der man den schlechtesten darsteller auszeichnet. Ganz generell gilt das aber auch für die gesamte Produktion, die rein filmisch gesehen eine ziemliche Graupe darstellt, aus dem Blickwinkel des geneigten Trash-Fans aber durchaus Potential beinhaltet.


Fazit:


Als ernstzunehmender Film fällt "Schwerter des Königs - Zwei Welten" gnadenlos durch das Raster, als Beitrag zum unfreiwillig komischen Geschmack bietet sich jedoch eine Geschichte, an der man durchaus seine Freude haben kann. Kurzweilig unterhaltend ist dieser Film auf jeden Fall, für anspruchsvolle Cineasten kann man jedoch auf keinen Fall eine Empfehlung aussprechen.


Die DVD:


Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Behind the Scenes, Das Drehbuch, Audiokommentar von Uwe Boll


Als ernster Film 1/10

Als Trash 6/10

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